In der Foochow Road.

In der Foochow Road.

A

Abend in der Foochow Road, der Strasse der chinesischen Lebewelt. Ueberall elektrischer Lichterglanz und eine sommerlich gekleidete Menge. Zwei ausländische Gestalten sind im Gewühl; offenbar ein Ehepaar. Der Kleidung nach Deutsche und auf der Durchreise. Die schauhungrigen Augen der jungen Frau werden gar nicht satt. „O sieh mal, Männe hier!“, staunt fast jedes Wort, das dem zarten Mund entquillt. Das Paar bahnt sich den Weg durch das Gewühl. Plötzlich bleibt die Frau stehen und klammert sich fester an den Arm des Gatten. „Männe, hör mal!“ spricht die Frau und bleibt lauschend stehen; nein, sie spricht nicht, sie flüstert mit ehrfürchtigem Erschauern. Die Beiden lauschen gespannt. Oben, in einem Teehaus wird in wirrem Durcheinander auf Trommeln, Zimbeln und Metallbecken geschlagen; echt chinesische Musik; „O, Männe, Männe“ jubelt die Frau „wie zivilisiert die Chinesen geworden sind. Die spielen schon — Strauss!“ Mit verklärtem Blick zieht die Frau den Gatten weiter durch das Gewühl. Am nächsten Tag prangt ein besonderes Kapitel im Tagebuch: „Salomes Siegeszug in China.“

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