Chapter 25

see captionCaptain John Paul Jones.

Captain John Paul Jones.

Auftreten des amerikanischen Kapitäns John Paul Jones in den europäischen Gewässern.Paul Jones, 1747 in Schottland geboren, kam als Geschäftsreisender nach den Kolonien, blieb dort, fuhr als Steuermann auf Sklavenschiffen und ward unter den ersten Offizieren der neuen Marine am 22. Dezember 1775 als Leutnant 1. Klasse angestellt. Im August 1776 zum Kapitän ernannt, führte er mit großem Erfolge eine Brigg in den heimischen Gewässern, erhielt 1777 das Kommando des kleinen Schiffes „Ranger“ (18 Kanonen, 135 Mann) und heißte bei der Indienststellung am 14. Juni eigenhändig zum ersten Male die eben eingeführte „Stern- und Streifenflagge“ der Vereinigten Staaten. Im November verließ er Amerika, machte auf der Überfahrt zwei Prisen und traf am 2. Dezember in Nantes ein. Von dort führte er einige amerikanische Handelsschiffe nach Lorient, die sich hier einem französischen nach Westindien bestimmten Konvoi anschließen sollten, und bei dieser Gelegenheit ward die neue Flagge zum ersten Male von französischen Kriegsschiffen salutiert. Am 10. April 1778 trat er von Brest aus eine Kreuzfahrt um Irland an. Auf dieser brachte er verschiedene Prisen auf, versuchte am 22. die im Hafen von Whitehaven, südlich vom Clyde, liegenden Schiffe zu verbrennen, wobei er allerdings nur geringen Erfolg hatte, und landete dann auf der Insel St. Mary im Solway Firth, um Lord Selkirk in seiner Besitzung aufzuheben und als Geisel gegen die schlechte Behandlung gefangener Freibeuter durch die Engländer fortzuführen. Der Lord war abwesend, aber die Amerikaner erbeuteten dessen Familiensilber;Joneskaufte es später seinen Leuten ab und sandte es dem Eigentümer zurück. Am 24. April zwang er vor Belfast Lough die englische Sloop „Drake“ (20 Kanonen, 154 Mann) in einem heftigen Gefechte zum Streichen der Flagge und segelte dann nördlich um Irland nach Brest zurück.

Eine zweite Fahrt konnteJoneswegen Geldmangels erst im Sommer 1779 antreten. Er verfügte jetzt über einen ehemaligen französischen Ostindienfahrer, „Bonhomme Richard“ (42 Kanonen), als Flaggschiff, eine amerikanische Fregatte, „Alliance“ (32 Kanonen), unter einem französischen SeeoffizierLandais, zwei mit 30 und 12 Kanonen armierte Kauffahrer „Pallas“ und „Vengeance“ und einen 18-Kanonenkutter. Die Flottille ging am 14. August zusammen mit 2 französischen Freibeutern von Lorient in See.Jonesbesaß aber nur geringe Machtbefugnisse über die anderen Fahrzeuge, deren Befehlshaber sich unbotmäßig zeigten. Die Freibeuter verließen ihn gänzlich und auch Landais ging eigene Wege, sobald es ihm gutdünkte; er hatte seine Laufbahn in der französischen Marine verfehlt, zeigte ein überspanntes Benehmen und war empört, daß er nicht den Oberbefehl erhalten hatte.

Die Fahrt ging um Irland und Schottland herum; bis zum 21. September wurden 17 Prisen gemacht. Die Küstenbevölkerung Schottlands war in größter Aufregung, aberJoneskonnte seine Absicht, Leith eine Kontribution aufzulegen, nicht durchführen, da seine Unterführer den Gehorsam versagten.

Am 23. September stieß die bis auf den Kutter vereinte Flottille südlich von Flamborough Head vor der Mündung des Humber auf einen englischen Ostseekonvoi. Die begleitende Fregatte „Serapis“ (44 Kanonen, 264 Mann), KapitänPearson, sowie ein armierter Kauffahrer „Countess of Scarborough“ (20 Kanonen) traten den Amerikanern mutig entgegen.Jonesbefahl, die Schlachtlinie zu bilden, aberLandaisverweigerte dies ausdrücklich und „Vengeance“ war zu weit entfernt; so kamen nur das Flaggschiff und „Pallas“ gegen 7½ Uhr abends ins Gefecht. Diese zwang nach zweistündigem Kampfe das kleinere englische Schiff zum Streichen der Flagge.

In dem Kampfe zwischen „Serapis“ und „Bonhomme Richard“[189]wurde dieser durch die überlegene Artillerie des Gegners bald völlig außer Gefecht gesetzt und das Schiff derartig im Rumpfe durchlöchert, daß es zu sinken drohte.Jonesging deshalb dem Feinde längsseit und errang in blutigem Kampfe, in dem sein Flaggschiff 116, die „Serapis“ 126 Mann einbüßte, durch seine persönliche Hartnäckigkeit und Kaltblütigkeit schließlich den Sieg. „Serapis“ strich um 10½ Uhr nachts die Flagge und wurde von den Amerikanern besetzt; „Bonbomme Richard“ sank am folgenden Tage.

Landaishatte nur den Kampfplatz umsegelt und Breitseiten auf die englischen Schiffe abgegeben; er hat aber auch auf das Flaggschiff Jones' gefeuert, und zwar nach eigner Aussage mit Absicht, um es in Feindeshand fallen zu lassen, dann wiederzunehmen und die „Serapis“ gleichfalls zu erobern.

Der englische Konvoi hatte sich während des Gefechtes retten können, undPearsonwurde deshalb trotz des Verlustes seines Schiffes in den Ritterstand erhoben.

Jonesführte seine Flottille nebst den Prisen nach Texel und von dort Ende Dezember trotz der englischen Kreuzer durch den Kanal nach Lorient, wo sie aufgelöst wurde. England erklärte ihn für einen Seeräuber und setzte einen Preis von 10000 Lstrl. auf seinen Kopf. In Paris überhäufte man ihn mit Ehren, und in Amerika ward er als Admiral an die Spitze der Marine gestellt, als er 1780 zurückkehrte. 1788 trat er als Kontreadmiral der baltischen Flotte in russischen Dienst. Da aber englische Offiziere nicht unter ihm dienen wollten, wurde er zur Flotte des Schwarzen Meeres versetzt und zeichnete sich hier gegen die Türken aus. 1789 wurde er jedoch durch Intrigen verdrängt, lebte dann in Holland und Frankreich, wo er 1792 fast vergessen zu Paris starb. Es ist ungerecht,Jonesals einen in französischem Solde stehenden Verräter an der englischen Sache hinzustellen, wie es einige englische und auch deutsche Werke tun; er war ebenso amerikanischer Bürger wie viele andere noch in England geborene Amerikaner. (Biographie Jones' vonAbbot, Washington 1875.)

Die kleine amerikanische Kriegsmarine ging in dem Handelskriege zugrunde; beim Friedensschluß waren nur noch 3 Schiffe mit zusammen 84 Kanonen vorhanden. Aber durch die von ihr genommenen Schiffe — nach Spears während des ganzen Krieges 800 an der Zahl — sind zum Teil die Mittel an Kriegsmaterial und Geld zur Durchführung des Landkrieges aufgebracht.

Bekanntlich setzte die Opposition in England nach der Kapitulation von Yorktown, dem Verluste verschiedener westindischer Inseln sowie Minorkas im März 1782 einen Ministerwechsel durch und der Landkrieg in Nordamerika geriet ins Stocken. Die neue Regierung trat aber auch in Friedensverhandlungen mitFranklinin Paris ein, obgleich der amerikanische Staatsmannneben der Unabhängigkeit der Kolonien auch die Abtretung Kanadas forderte; zu Franklin kamen später noch die AgentenAdams,JayundLaurens. Die Besprechungen wurden dadurch erleichtert, daß England die Hände gegen seine europäischen Gegner freizubekommen strebte, und die Amerikaner erkannten, daß Frankreich sie nur zum Werkzeug ihrer eigenen Politik machen wollte.

Frankreichwollte die Vereinigten Staaten nicht zu stark werden lassen, sondern ein Gleichgewicht zwischen ihrer und Englands Macht in Nordamerika geschaffen sehen. Es war daher gegen die Überlassung Kanadas, des Gebietes der großen Seen, der Seefischereien und des Mississippitales an die Amerikaner und arbeitete in diesem Sinne gegen sie. Das Gebiet des Mississippi wollte es Spanien und damit seinem eigenen Einflusse sichern, die Fischereien aber als Schule für die Marine behalten.

Die Amerikaner ließen deshalb ihre Forderung auf Kanada und andere englische Besitzungen im Norden fallen, bestanden aber auf ihrer Ausdehnung nach Westen sowie auf ausgedehnten Fischereirechten, und England gab hierin, sowie in seinen Ansprüchen auf alte Schulden nach. Am 30. November 1782 ward dervorläufige Frieden zwischen England und den Vereinigten Staatenohne Wissen Frankreichs abgeschlossen. Da sich der Kongreß früher verpflichtet hatte, Friedensverhandlungen nur mit Zustimmung Frankreichs zu führen, nannten die Agenten die Abmachungen „Provisional-Artikel“, die nur dann zu einem endgültigen Frieden führen könnten, wenn Frankreich an ihm beteiligt sei.

Tatsächlich trat aber Amerika jetzt vom Kriege zurück, und Frankreich, mit dem England seit dem AmtsantrittShelburnesim Juli gleichfalls in Verhandlung getreten war, mußte nachgeben. Es hatte bei der Lauheit Spaniens und der Schwäche Hollands nichts mehr zu hoffen, war überdies in Finanznöten und ging schon seiner schweren inneren Krisis entgegen. Am 20. Januar 1783 wardder Präliminarfriede zwischen England und Frankreich-Spanienunterzeichnet.

Hierbei ließ Frankreich Holland im Stich, wo man im Vertrauen auf diesen Verbündeten frühere günstige Anerbieten Englands abgelehnt hatte. Es wurde nur in den Waffenstillstand eingeschlossen undder vorläufige Friede zwischen Holland und Englandkam erst am 2. September 1783 zustande.

Über den Einfluß der Schlacht von Dominica auf den Friedensschlußfindet man häufig die Ansicht, sie habe die französische Marine so geschwächt, daß jene nicht mehr um die Seeherrschaft hätte kämpfen können. Dies ist sehr übertrieben. Anders wäre es gewesen, wennRodneyseinen Sieg ausgenützt und die französische Westindienflotte vernichtet hätte, aber diese verlor ja nur 5 Linienschiffe. Die Niederlage mag wohl dazu beigetragen haben, Frankreich dem Frieden geneigt zu machen, aber die günstigen Friedensbedingungen, die England erlangte, waren nicht die Folge einer Demütigung Frankreichs zur See, sondern seiner finanziellen Notlage. In England rief der glänzende Sieg bei der augenblicklich ungünstigen Lage zwar großen Jubel im Volke hervor, aber eine derartige Bedeutung legte man ihm in den leitenden Kreisen nicht zu. Dies geht aus den Parlamentsverhandlungen im Februar 1783 über die Frage hervor, ob die Friedensbedingungen der militärischen Lage entsprochen hätten, oder[409]ob es richtiger gewesen wäre, den Krieg fortzusetzen. Die Regierung führte an, daß England nur 100 Linienschiffe bereit habe, während Frankreich und Spanien 140 aufstellen könnten; auch sei zu befürchten gewesen, daß die Verbündeten 1783 Jamaika erobert hätten, doch war dies nur die Beweisführung einer Partei, die durchaus den Frieden wünschte. AdmiralKeppel, der von seinem Amte als Erster Lord der Admiralität zurücktrat, weil er die Friedensbedingungen nicht billigte, bestritt die Richtigkeit der obigen Zahlen für beide Parteien, und auch die englischen Staatsmänner mußten zu dieser Zeit gelernt haben, die beiderseitigen Marinen nicht nur nach der Zahl der Schiffe einzuschätzen. So war auch die Gefahr für Jamaika von seiten der Friedensfreunde übertrieben, aber wahrscheinlich wäre es England nicht gelungen, mit Waffengewalt die anderen Inseln wieder zu erobern, die ihm der Friede zurückgab.

Die Friedensbedingungen.Die Vereinigten Staatenwurden als unabhängig anerkannt. Sie erhielten die westlich gelegenen Gebiete einschließlich des Mississippitales, sowie das Recht, bei Neufundland und im St. Lorenzgolfe die Fischerei mitzubetreiben, während die Engländer vom Fischen an der amerikanischen Küste ausgeschlossen wurden.

Frankreichgab an England die eroberten westindischen Inseln bis auf Tabago zurück und erhielt dagegen Sta. Lucia, sowie seine Handelsniederlassungen in Ostindien, unter den gleichen Bedingungen wie 1763, wieder. Auch behielt es das Recht der Fischerei in den obengenannten Gewässern sowie die kleinen Inseln St. Pierre und Miquelon am Eingang zum Lorenzgolfe als Stützpunkte; in Westafrika fiel ihm die Senegal-, England die Gambiamündung zu. Endlich wurde Frankreich von der alten demütigenden Verpflichtung entbunden, Dünkirchen nach der Seeseite unbefestigt zu lassen.

Spanienräumte die Bahamainseln und gestand endlich den Engländern das langumstrittene Recht zu, von der Honduras- und Campecheküste Holz auszuführen. Es behielt Florida und Minorka, aber von einer Rückgabe Gibraltars war nicht die Rede.Hollandbekam zwar Trincomali wieder, Negapatam gab England jedoch nicht heraus.

Abgesehen vom Verluste seiner amerikanischen Kolonien hat der Krieg mithinEnglandnicht so große Opfer gekostet, als zu erwarten stand. Der Verlust von Minorka hätte größere Bedeutung gehabt, wenn Spaniens Seemacht stark genug gewesen wäre, den Platz zu halten; so wie die Dinge lagen, fiel die Insel im nächsten Kriege doch wieder in Englands Hände. Frankreichs Gewinn durch den Krieg, der ihm 1200 Millionen Francs gekostet haben soll, war nur die unbedeutende Insel Tabago und das Bewußtsein, zum ersten Male England gegenüber die See gehalten zu haben.

Der endgültige Friedezwischen den beiden Königreichen, den Vereinigten Staaten und England ward am 3. September 1783 zu Versailles unterzeichnet; der zwischen England und Holland fand am 10. Mai 1784 zu Paris seine Bestätigung.

Über die Strategie der Gegner.Der Krieg 1778–1783 war ein reiner Seekrieg und wohl der an Ereignissen reichste, der je ausgefochten ist. England,Frankreich und Spanien spannten ihre maritimen Kräfte bis aufs äußerste an, in allen Meeren maßen sich große Flotten, gegen 20 Schlachten fanden statt. Und doch brachte der Krieg keinem der Länder wesentliche Vor- oder Nachteile, außer daß England durch ihn in dem Landkriege mit seinen nordamerikanischen Kolonien unterlag. Dies war die Folge einer mangelhaften Strategie auf beiden Seiten. Die Entstehung des Krieges, die Ziele der Verbündeten sowie die allgemeine militärische Lage beider Parteien wurden bereits bei Beginn seiner Darstellung erörtert[190]und auf die einzelnen Abschnitte seines Verlaufes folgte stets eine kritische Besprechung; es erscheint aber wünschenswert, zum Schluß nochmalsdie Kriegführung der Gegner im großenzu betrachten[191].

Das eigentliche Ziel der Verbündetenwar, früher erlittene Demütigungen zu rächen und die tyrannische Herrschaft zu brechen, die England auf dem Ozean sich anmaßte. Frankreich gedachte dabei, seinen Besitz in Westindien zu vermehren und in Ostindien wieder überwiegenden Einfluß zu gewinnen; Spanien hoffte, Gibraltar, Minorka, Florida und womöglich auch Jamaika zurückzuerhalten. Die Herrschaft Englands beruhte auf seiner großen aktiven und latenten Seemacht, auf seiner Kriegsmarine und seinem Seehandel, seinen Marinestationen und Kolonien in allen Teilen der Welt. Hierin lagen mithin auch die Angriffspunkte für die Gegner. Infolge des Aufstandes der Amerikaner sah sich England mit Verlust seiner damals wichtigsten Kolonie bedroht; verlor es diese, so büßte es auch eine Reihe von Häfen ein und dadurch entstand eine Lücke in der Kette seiner Stützpunkte zwischen Kanada und Westindien; seine Flotte hatte es aber durch Frankreich und Spanien wenigstens in der Zahl der Schiffe überholen lassen. Die Gelegenheit zum Angriff war also für die Gegner günstig.

Die nächste Frage bildete nundie Wahl der Angriffsobjekte seitens der Verbündeten: der Hauptpunkte, die man nie aus dem Auge lassen durfte, und der Ziele zweiter Ordnung, die die Verteidigung ablenken und ihre Kräfte zersplittern sollten. Da der Hauptzweck der Verbündeten nicht war, den Amerikanern zu nutzen, sondern England zu schaden, gebot die militärische Politik, jene nur soweit zu unterstützen, daß sie den Krieg fortsetzen konnten. England in seinen anderen Kolonien mit Erfolg anzugreifen, erforderte unbedingte Seeherrschaft, aber nicht nur an Ort und Stelle, sondern überhaupt, denn keine der beiden Parteien besaß in den fernen Meeren so leistungsfähige Stützpunkte, daß die Flotten dort auf die Dauer see- und gefechtsbereit erhalten werden konnten; die Kolonien selber waren noch auf Zufuhren aus Europa angewiesen. Amerika und dieanderen Kolonien eigneten sich also nur zu Diversionen, während als Hauptangriffspunkte England als Basis seiner Flotte und diese selber, sowohl als Streitmacht an und für sich wie als Sicherung der Verbindung mit den auswärtigen Kriegsschauplätzen anzusehen waren. Hier mit Übermacht aufzutreten, ward den Verbündeten dadurch erleichtert, daß England sich entschloß, seine Streitkräfte in weitgehendem Maße zu verteilen, um überall einem Angriffe entgegentreten zu können.

Diese Maßnahme Englandsfordert zur Kritik heraus; um sie mit Sicherheit durchzuführen, wäre Überlegenheit an Streitkräften nötig gewesen. Man konnte nie wissen, wohin der Gegner den Hauptstoß richten würde; dies ist ein Nachteil der Verteidigung, der im Seekriege besonders hervortritt, da marschierende Flotten keine Spuren hinterlassen. Jede ferne Station hätte stark besetzt gehalten werden und außerdem jeder von Europa auslaufenden feindlichen Flotte eine derartig starke eigene angehängt werden müssen, daß man auf dem bedrohten Punkte überlegen war. Dies konnte aber die schwächere Partei nicht durchführen und England setzte sich mit seinem Entschluß der Gefahr aus, an irgendeiner Stelle mit Übermacht angegriffen zu werden. Im großen und ganzen ist es ihm gelungen, dem Gegner auf den fernen Kriegsschauplätzen mit genügenden Kräften entgegenzutreten, jedoch nicht immer. In Westindien mußten sich seine Flotten mehrfach unter die Kanonen von Landbefestigungen zurückziehen und konnten den Verlust einiger Inseln nicht hindern; in Nordamerika entschied das Übergewicht der französischen Seestreitkräfte 1781 den Landkrieg. Dieses hatten die Franzosen dadurch erlangt, daß ihrer Flotte (de Grasse) beim Verlassen Westindiens nur ein Teil der englischen folgte, um Westindien und den dortigen Handel nicht ganz preiszugeben; ein sprechendes Beispiel für die Schwäche der englischen Strategie. In den heimischen Gewässern aber war England stets weit unterlegen. Seine Flotte hier war sogar zu schwach, auch nur die Verteidigung der eigenen Küsten sicherzustellen; nur infolge der mangelnden Tatkraft der Gegner hat sie diese Aufgabe lösen und auch noch Vorstöße machen können.

Eine richtigere Strategie Englandswäre wohl gewesen, den Hauptangriff auf die feindlichen Seestreitkräfte zu richten; diese aber waren am sichersten vor ihren eigenen Häfen zu finden; England konnte dabei den Vorteil ausnützen, daß seine Flotte eine gemeinschaftliche Basis hatte, in einer Hand lag und aus einem Guß war. Es mußte die europäischen Gewässer, Nordamerika und Westindien alseinenKriegsschauplatz ansehen und mit seiner Hauptmacht die Vereinigung der Gegner zu hindern, deren Plänen gleich bei ihrem Auslaufen entgegenzutreten suchen. Um hierzu in Europa die nötigen Kräfte zu haben, hätte man allerdings die auswärtigen Angriffspunkte durch Schwächung der Geschwader dort bis zu einem gewissen Grade aufs Spiel setzen müssen, jedoch konnte man dies in Nordamerika durch eine gegen jeden Seeangriff genügende Befestigung der Hauptstützpunkte, New York und Newport, zum Teil ausgleichen. Mit einem derartigenAuftreten vor den feindlichen Häfen soll keineswegs auf eine strenge Blockade hingewiesen sein, mit der eitlen Hoffnung, jeden Vorstoß zu verhindern oder jeden Konvoi abzufangen, sondern auf die Aufgabe, jeder großen ausgelaufenen Flotte auf den Fersen zu folgen und sie mit Übermacht zu schlagen[192]. Dem Landkriege in Nordamerika wäre dies gleichfalls zugute gekommen, denn die Amerikaner konnten sich nur mit Hilfe der französischen Marine, sowie durch Zufuhren aus Europa halten und endlich wurde auf diese Weise leichter den Gegnern die Versorgung ihrer Stützpunkte draußen erschwert. Um es nochmals hervorzuheben, auch England mußte als erstes Ziel die Vernichtung der feindlichen Seestreitkräfte ansehen.

Es ist allerdings fraglich, ob die englische Regierung der Volksmeinung gegenüber, der sie stets hat Rechnung tragen müssen, Kolonien und Handel scheinbar im Stich lassen durfte, wenn auch ihr Verhalten tatsächlich nur deren Verteidigung schon in den europäischen Gewässern bezweckt hätte.

Wie lösten nun die Verbündeten ihre Aufgabe?Frankreich hatte den Krieg vorbereitet und begann den Feldzug 1778 mit einer Diversion nach Nordamerika (d'Estaing), die sich später gegen Westindien wenden sollte, es hatte aber nicht genügend gerüstet, um in diesem Jahre schon in Europa kräftig auftreten zu können; nicht einmal das Auslaufen einer englischen Flotte unterByronnach dem bedrohten Punkte vermochte es zu hindern. 1779 verstärkte es seine Kräfte in Westindien und bereitete mit Spanien vereint einen Einfall in England vor. Das Unternehmen schlug fehl, weil Spanien zu spät fertig war und dann dem Oberbefehlshaberd'Orvilliersdie nötige Tatkraft mangelte. Von 1780 an machte sich die Verschiedenheit der Interessen geltend; Frankreich legte ein zu großes Gewicht auf den westindischen Kriegsschauplatz und Spanien auf die Eroberung von Gibraltar. Dieses war ein Nebenziel ohne Einfluß auf den Großen Krieg und hätte leichter sowie sicherer durch Lösung der Hauptaufgabe, Vernichtung der feindlichen Seemacht, erreicht werden können; Frankreich gab trotz besserer Einsicht hierin nach. So brachten denn die weiteren Kriegsjahre den Verbündeten außer der gleichfalls belanglosen Eroberung von Minorka in Europa keine Erfolge, obgleich ihre Flotte stets bedeutend überlegen war; allerdings führte auch noch ein unfähiger Admiral (Cordoba) den Oberbefehl. Man unternahm nichts Ernstes mehr gegen England und seine Kanalflotte. Dieser gelang es sogar, in jedem Jahre Gibraltar zu verstärken und mehrfach die Verbindung der Gegner mit anderen Kriegsschauplätzen zu stören. Die Kraft der englischen Marine infolge ihres inneren Wertes sowie der Kühnheit und Geschicklichkeit ihrer Admirale, die sich hierbei zeigte, dürfte ein Beweis sein, daß eine Strategie Englands, wie sie obengeschildert ist, trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit der Gegner wahrscheinlich Erfolg gehabt hätte.

In Westindien besaß Frankreich mehrfach die Übermacht, nützte sie jedoch nicht aus. Es bemächtigte sich verschiedener Inseln, dachte dann aber nur an deren Schutz, obgleich die Leichtigkeit der Eroberungen darauf hätte hinweisen müssen, daß nach Erringung der unbedingten Seeherrschaft auch die anderen englischen Inseln bald gefallen wären. Wollte Frankreich den Kampf in Westindien über den Rahmen einer Diversion hinausgehen lassen, so konnte es noch mehr Mittel darauf verwenden; die Flotte der Verbündeten in Europa wäre zu dem, wozu man sie verwandte, stark genug geblieben. Doch auch ohne dies hätten die Gegner Englands auf diesem Kriegsschauplatze eine große Übermacht entfalten können, wenn Spanien seine Pflicht tat. Aber die FlotteSolanos, die 1780 dort erschien, konnte oder wollte sich nicht an französischen Unternehmungen beteiligen. Sie lag untätig in Havanna, nur auf den Schutz der gar nicht bedrohten eigenen Kolonien bedacht, und trat nur einmal zur Eroberung Floridas hervor; ein Unternehmen von reinstem Sonderinteresse, das wie eine Einnahme von Gibraltar gar keinen Einfluß auf den Großen Krieg hatte. Der mit großen Mitteln ins Werk gesetzte gemeinsame Angriff auf Jamaika 1782 kam nicht zur Ausführung; schon der moralische Eindruck der Niederlage der Franzosen bei Dominica genügte, davon Abstand nehmen zu lassen.

In den gleichen Fehler, der von der obersten Leitung im großen gemacht wurde, verfielen aber auch die französischen Führer der verschiedenen Flotten bei der Durchführung ihrer Aufgaben. Mit AusnahmeSuffrensin Ostindien[193]undde Grassesbei seinem Auftreten in Nordamerika 1781 beharrten sie auf dem Standpunkte, der sich in allen Kriegen des vierten Abschnittes gezeigt hat: Sie schonten ihre Schiffe und vermieden Entscheidungsschlachten, obgleich sich ihnen mehrfach Gelegenheit bot, den feindlichen Seestreitkräften einen schweren Schlag zu versetzen; nach Erfolgen traten sie meist strategisch in die Defensive, und taktisch defensiv war das Verhalten der verbündeten Flotten eigentlich bei allen Begegnungen mit dem Feinde. Über die spanischen Admirale in dieser Hinsicht zu sprechen, lohnt sich überhaupt nicht, und das Nachgeben Frankreichs Spanien gegenüber äußert sich darin am bezeichnendsten, daß es von 1780 an den Oberbefehl der gemeinsamen Flotte in EuropaCordobaüberließ, obgleich es dessen Unfähigkeit wohl erkannt hatte.

Die Flotten boten überall das Mittel zur Entscheidung.England hätte selbst in der Verteidigung mehr erreichen können, wenn es die eigenen Seestreitkräfte zur Vernichtung der feindlichen zusammengehalten hätte. Die militärische Politik der Verbündeten muß jedoch nochschärfer verurteilt werden. Ihnen stand es frei, nach Vereinigung ihrer Kräfte — und diese hinderte der Gegner nicht — in der Offensive zu wählen, wo sie überwältigend schlagen wollten. Sie faßten ja auch große Pläne, besonders Frankreich, führten sie aber nicht durch, Nebenzwecke lenkten sie ab. Diese liefen auseinander — eine Schwäche, die Bündnissen häufig anhaftet —, und bei ihrer Durchführung gab Frankreich des guten Einvernehmens halber nach, in der Hoffnung, Spanien doch noch seinen Plänen geneigt zu machen; Spaniens Verhalten dagegen streifte, wenigstens 1780 in Westindien, fast an Treulosigkeit.Mahanschreibt: „Wie machten sich die Verbündeten ihre großen Vorteile zunutze? Indem sie an den Rändern des britischen Reiches herumnagten und sich am Felsen von Gibraltar die Köpfe einstießen.“ Wir können im Sinne Mahans hinzufügen: „Anstatt vor allem die feindlichen Flotten zu vernichten.“

Bei Beurteilung der Leistungen der Verbündeten muß aber auch wohl in Betracht gezogen werden, was über den inneren Wert ihrer Marinen gesagt ist (vgl. Seite33ff. und Seite 220 ff.). Der französischen Marine fehlte es an Offizieren und Seeleuten, wodurch die Qualität ihrer Schiffsbesatzungen beträchtlich herabgesetzt wurde. Dieser Umstand wird unter anderem schon dadurch gekennzeichnet, daß die Seereisen französischer Flotten meist weit längere Zeit in Anspruch nahmen, und daß die Schiffe in Stürmen sehr viel mehr litten als die der Engländer. Die spanische Marine stand noch schlechter da.

So brachte der Krieg den Verbündeten nur überall Fehlschläge. Mahan schließt seine Betrachtungen mit den Worten: „Die Absicht der Verbündeten war, zugefügtes Unrecht zu rächen und der tyrannischen Herrschaft ein Ende zu machen, die England sich auf dem Ozean anmaßte. Die Rache, die sie genommen, brachte ihnen selber wenig Nutzen. Sie hatten, wie die damalige Generation annahm, England durch die Befreiung Amerikas geschädigt, aber sie hatten weder in Gibraltar noch in Jamaika das ihnen widerfahrene Unrecht gut gemacht; die englische Flotte war von ihnen nicht derart mitgenommen worden, daß sich dadurch ihr hochmütiges Selbstvertrauen vermindert hätte; die bewaffnete Neutralität der nordischen Mächte hatte man fruchtlos im Sande verlaufen lassen, und die englische Seeherrschaft wurde bald ebenso tyrannisch und noch schrankenloser wie je zuvor.“

Über Taktik[194].Während der österreichische Erbfolgekrieg nur zwei und der Siebenjährige Krieg nur vier rangierte Schlachten brachte, kann man von den 1778–1783 erfolgten Zusammenstößen wohl vierzehn als solche ansehen. Sie liefern uns viel Bemerkenswertes für den Stand der Taktik in der Zeit des vierten Abschnittes. Nach Schilderung einer jeden finden sich die hierfür wichtigen Punkte hervorgehoben, da aber mit diesem Kriege die Periode abschließt, ist es angebracht, sie noch einmal zusammenzustellen.

In allen Schlachten, mit Ausnahme derer auf dem ostindischen Kriegsschauplatze, tritt die Neigungder Franzosenhervor, in der Abwehrzu fechten; niemals sind sie die Angreifer. Wenn siedie Luvstellungeinnehmen, so wollen sie in ihr nur einen ernsten Kampf vermeiden, nicht sie zum Angriff ausnutzen. Gelang es dann den Engländern an sie heranzukommen, so kam es zum Passiergefechte —Ouessant, 27. Juli 1778;Martinique, 15. und 19. Mai 1780;Dominica, 12. April 1782 — oder zum laufenden Gefechte —Martinique, 29. April 1781. Beides sind Kampfarten, die nur selten eine Entscheidung herbeiführen.

Wenn siein der Leestellungwaren, so warteten sie den Angriff ab und nutzten auch etwaige Übermacht —Chesapeakebucht, 5. September 1781 — oder besonders günstige Umstände —Grenada, 6. Juli 1779 — nicht zu einem Vorstoße aus, vermieden also auch hier die Entscheidung. Einige Fälle dieser Lage der Flotten zueinander bringen uns für die verschiedenartige Taktik der Gegner treffliche Beispiele, die den vierten Abschnitt kennzeichnen, besonders die Schlachten vor derChesapeakebuchtam 16. März und am 5. September 1781. Der Verlauf eines derartigen Kampfes ist bekannt: die Franzosen erwarten den Feind unter kleinen Segeln (einmal, in der ersten Schlacht vor der Chesapeakebucht, geben sie hierzu sogar die Luvstellung freiwillig auf), die Engländer greifen die ganze Linie, Schiff gegen Schiff, an, erhalten beim Heransegeln schweres Feuer in ungünstiger Lage, kommen aber selten zum Nahkampfe, weil die Franzosen vorher Segel mehren, das Gefecht abbrechen und weiter in Lee die abwartende Stellung wieder einnehmen. Da die Engländer wegen Beschädigung eines Teils ihrer Schiffe keinen zweiten Angriff wagen mögen, werden die Schlachten nicht durchgefochten. — Mit Recht bezeichnet man also diesen Zeitraum als den der „unentschiedenen Schlachten“.

Der Krieg bringt aber auch den Anfang zu einerÄnderung der Taktikauf beiden Seiten.Rodneyversucht beiMartinique, 17. April 1780, seinen Angriff mit Übermacht nur auf den hinteren Teil der feindlichen Linie zu richten. Es mißlingt und der Kampf entspinnt sich fast in der alten Weise, aber der Versuch bewirkt doch, daß sein Gegner in dieser Schlacht,Guichen, sich später ihm gegenüber stets die Luvstellung bewahrt.

Suffrenbricht in Ostindien völlig mit der bisherigen französischen Taktik; wie er strategisch stets die Vernichtung des Gegners als erstes Ziel im Auge hatte, so bevorzugte er auch taktisch den Angriff. Er suchte dann in seiner ersten Schlacht,Sadrasam 17. Februar 1782, von Luward her den Feind durch Dublieren von hinten mit Überlegenheit anzugreifen. Auch ihm gelingt es nicht und er sieht bei späteren Begegnungen davon ab, aber er wählt, wenn möglich, die Luvstellung und greift an —Providien, 12. April;Trincomali, 3. September 1782;Cuddalore, 20. Juni 1783 —, wobei er dann allerdings nach der unvollkommenen englischen Weise verfährt. Da sein Gegner,Hughes, bei dem Zusammemtoß vorNegapatam, am 6. Juli 1782, diese Form gleichfalls anwendet, enden auch die Schlachten in Ostindien ohne durchschlagende Entscheidung.

Die Versuche Rodneys und Suffrens, neue Gedanken in der Taktik zur Geltung zu bringen, scheiterten an dem Verhalten ihrer Unterführer; befangen in der alten Anschauung, gingen diese auf die Absichten ihrer Oberbefehlshaber nicht ein.

Nur zwei Zusammenstöße der Gegner in diesem Kriege bringen einen vollen Erfolg, und zwar zugunsten der Engländer. In der schon als Passiergefecht genannten Schlacht beiDominica, 12. April 1782, durchbricht die Flotte Rodneys die feindliche Linie an drei Stellen und gewinnt dadurch an den Durchbruchspunkten ein verhängnisvolles Übergewicht für ihre Artillerie. Zwar ist der Durchbruch wohl kaum schon beim Ansetzen des Angriffes beabsichtigt gewesen, aber die Engländer — Oberbefehlshaber wie Unterführer — weichen doch von dem alten starren Schema ab, indem sie die günstige Gelegenheit benutzen. Daß in England überhaupt eine freiere Auslegung der Gefechtsinstruktion aufkam, beweist die Beurteilung zweier Admirale im Gegensatz zu kriegsgerichtlichen Sprüchen in vorangegangenen Kriegen.Keppelwurde freigesprochen, als er nachOuessantangeklagt war, den Kampf vor Herstellung einer guten Ordnung begonnen zu haben,Arbuthnotdagegen wurde ein Vorwurf daraus gemacht, daß er in der Schlacht vor derChesapeakebucht, am 16. März 1781, zu viel Wert auf die Erhaltung einer solchen gelegt habe.

Die zweite der entscheidenden Schlachten war keine rangierte, sondern das vonRodneymit Umsicht und Kühnheit durchgeführte Verfolgungsgefecht beiKap St. Vincentam 16. Januar 1780.

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Fußnoten:[112]Hauptquellen zu dieser Betrachtung der politischen Verhältnisse: Schlosser, „Geschichte des 18. und 19. Jahrhdts. bis zum Sturz des französischen Kaiserreiches“, Band III und IV, sowie, besonders für die englisch-amerikanischen Verhältnisse, Zimmermann, „Europäische Kolonien“, Band II.[113]Die 13 Kolonienseien nochmals aufgeführt:Die vier nördlichen, die sogenannten „Neuenglandstaaten“, Newhampshire, Massachusetts mit Maine, Connecticut, Rhode-Island;die fünf mittleren, New York, New Jersey, Delaware, Pennsylvanien, Maryland;die vier südlichen, Virginien, Nord- und Südcarolina, Georgien. In den Neuenglandstaaten war die Stimmung gegen das Mutterland am schroffsten.[114]DerHerzog von d'Aiguillonwar als Günstling Louis' XV. schnell bis zum Gouverneur der Bretagne gestiegen. Als solcher geriet er durch gewissenlose Willkür in so schwere Händel mit dem Parlament, daß er 1768 abberufen wurde. Durch die Dubarry ward er Nachfolger Choiseuls. Sein Ministerium gilt als die äußerste Entartung des „alten Regime“. Ludwig XVI. entließ ihn sofort.[115]Wir geben diese Auszüge zum späteren Vergleich mit den Vorbereitungen, die Napoleon I. 1803/05 für den Einfall in England durch Aufstellung des sog. Lagers von Boulogne traf.[116]Ein genaueres Eingehen auf diese Verhältnisse würde zu weit führen. Es sei verwiesen auf allgemeine Geschichtswerke, z. B. Schlosser, Geschichte des 18. und 19. Jahrhunderts, Band 4, Seite 293 ff. Vgl. auch Kirchhoff Band 1, Seite 317, über die bewaffnete Neutralität, und de Jonge Band 4, Seite 379 ff., über Reibungen auf See zwischen England und Holland vor der Kriegserklärung.[117]Den Schiffsbestand für 1778 geben Chab.-Arnault zu 70 Linienschiffen, Bonfils zu 72, Mahan zu 80 an. Die Angabe über die zur Verwendung gelangten, sowie über die verlorenen sind Charnock, Band 3, Seite 220 entnommen (dort mit Namen der Schiffe); eine Liste der Verlorenen bringt auch Clowes, Band 4, Seite 114.[118]Angaben nach Charnock, Seite 233. Mahan gibt für 1778 nur 60 Linienschiffe an, Chab.-Arnault gar nur 50. Eine Verlustliste auch in Clowes, Seite 115.[119]Vgl. Seite18die Tabellen mit den Angaben für 1775 und 1783. In diesen großen Zahlen sind aber ohne Frage stets viele alte Schiffe enthalten, die nicht mehr den Anforderungen genügten. — Die Verluste an Schiffen unter Angabe der Namen vgl. Clowes, Bd. IV, Seite 109.[120]Wir werden ein Beispiel finden (Schlacht auf der Doggerbank 1781), wo sich selbst unter den in Dienst gestellten Linienschiffen anerkannt minderwertige befanden.[121]Nach Spears, Band 1. Die Flottille, die für die Kämpfe auf dem Champlainsee gebaut wurde, ist hier nicht berücksichtigt.[122]Am 14. Juni 1776 änderte der Kongreß den Union Jack in ein blaues Feld mit 13 weißen Sternen um, und wieder war esPaul Jones, der die neue Flagge auf seinem Schiffe „Ranger“ in Portsmouth (Newhampshire) zum ersten Male und eigenhändig heißte.[123]Nach einer Liste Clowes IV, Seite 113, in der die Namen der Schiffe und der Kommandanten, sowie die Ursache des Verlustes angegeben sind.[124]Hauptquellen: Schlosser und Zimmermann (vgl. Fußnote Seite 205); Clowes Band III; Spears Band I; Campbell Band V. — Die Angaben über die Stärke der Heere auf beiden Seiten in den verschiedenen Quellen weichen oft sehr voneinander ab. Der Grund mag darin liegen, daß die Zahlen bei der Unzuverlässigkeit der amerikanischen Milizen sehr wechselten und daß ein Kriegsschauplatz häufig dem andern aushalf; englischerseits darin, daß der eine Autor nur die regulären Truppen zählt, der andere die Milizen Kanadas und die Truppenkörper der sogenannten Loyalisten mitrechnet. Wir geben die Zahlen nach sorgfältigster Abwägung; bei der untergeordneten Bedeutung des Landkrieges für uns dürften etwaige Irrtümer ohne Belang sein.[125]Die Haupttaten dieser Kreuzer, wie auch der spätere Freibeuterkrieg der Amerikaner sind eingehend und lesenswert dargestellt in Spears Band I.[126]Nach Zimmermann, Band III, Seite 409 stand das Papier zum Metallgelde Ende 1776 wie 2½ : 1; 1778 wie 5½ : 1; 1779 wie 27½ : 1; 1780 wie 55 : 1.[127]Eingehender, besonders auch über die Flottillen auf den Binnenseen, vgl. Clowes III, Seite 357, und Spears I, Seite 84.[128]Clowessagt, Band III, Seite 385: „Diese Bewegung, eine Meile vor der Front des Feindes, gelang infolge der Trägheit General Howes und seiner Vorliebe für eine gute Mahlzeit; er war in dieser Nacht von einer listigen amerikanischen Dame (a shrewd lady) eingeladen.“ Auch in allgemeinen Geschichtswerken wird dem General Bequemlichkeit und daraus entsprungene Nachlässigkeit vorgeworfen im schroffen Gegensatz zu seinem Bruder, dem Admiral.[129]Vom Lord Germaine, der an der Spitze des Kolonialamtes stand und dem die Leitung des Krieges zufiel, wird wie von Howe gesagt, daß er seine Pflichten sehr leicht genommen habe; häufig soll er in Gesellschaften die eiligsten Depeschen ungelesen in die Tasche gesteckt und dann vergessen haben.[130]Die kecken Taten der kleinen Marine sind ausführlich und lesenswert beschrieben in Spears Band I; die wichtigsten Gefechte mit englischen Schiffen auch in Clowes Band IV, Minor actions 1762–1792. Einiges werden wir bei Betrachtung des „Kleinen Krieges“ am Schluß des Kapitels bringen.[131]Hierbei leistete der ehemalig preußische Offiziervon Steuben, der im Dezember 1777 eintraf und zum Inspekteur sowie Instrukteur ernannt wurde, wesentliche Dienste. Ihm ist es hauptsächlich zu danken, wenn aus den Milizen nach und nach ein leidlich brauchbares Heer geschaffen wurde.[132]Besonders benutzte Quellen: Mahan I; Clowes Band III (das betreffende Kapitel ist auch hier von Kapitän Mahan bearbeitet, aber später als dessen eigenes Werk, und weicht deshalb zuweilen von diesem ab); Lacour II, Chevalier II, zwei Werke, die sich wertvoll ergänzen; Campbell Band V und VII; Troude Band II; Bonfils Band III. Die kleinen Begebenheiten findet man bei Clowes erst im Bande IV, Kapitel „Minor actions 1763–1793“.[133]Augustus Keppel, 1782 Viscount K., geboren 2. April 1725, 1744 Kapitän, 1762 Kontreadmiral, 1770 Vizeadmiral, 1778 Admiral der blauen und 1782 der weißen Flagge, gestorben 2. Oktober 1786, führte schon im österreichischen Erbfolgekriege ein Linienschiff und geriet durch Strandung bei Verfolgung eines französischen Schiffes in Gefangenschaft. Als er 1754 mit einem kleinen Geschwader zum Dei von Algier gesandt war und dieser seine Verwunderung aussprach, daß der König von England ihm einen bartlosen Knaben zur Unterhandlung schicke, antwortete er: „Wenn die Weisheit nach der Länge des Bartes ginge, so würde man einen Ziegenbock gewählt haben.“ Als dann der Dei ihm mit dem Tode drohte, sagte er, sein Geschwader würde für angemessene Begräbnisfeierlichkeiten sorgen. Im Siebenjährigen Kriege führte er 1758 die Expedition gegen Gorée, befehligte bei Quiberon ein Schiff mit Auszeichnung, nahm 1761 die Insel Belle-Ile und war 1762 zweiter im Kommando bei der Eroberung von Havanna. 1778 Chef der Kanalflotte, schlug er die Schlacht bei Ouessant, nach derselben wegen Verstoß gegen die Gefechtsinstruktion angeklagt, aber freigesprochen, legte er sein Kommando nieder und blieb unbeschäftigt, bis er nach dem Ministerwechsel vom 30. März 1782 bis Dezember 1783 das Amt des Ersten Lords wahrnahm.[134]Auszüge aus Chevalier II, Seite 80; Lacour II, Seite 120; Troude II, Seite 3.[135]Louis Guillonet, Comte d'Orvilliers, geboren 1710, trat 1728 in die Marine ein, wurde 1754 Kapitän, 1764 Chef d'Escadre, 1777 Lieutenant-Général. Er hatte 1754 unter La Gallissonnière, 1757 unter Dubois de la Motte gedient; 1772 befehligte er das neueingerichtete Übungsgeschwader. 1775 Marinekommandant in Brest, unterstützte er den Minister Sartines bei der Neuorganisation der Marine. Von 1777 bis 1779 war er Chef der Brestflotte. Er galt als ein vorzüglicher Taktiker, war aber jetzt 68 Jahre alt. Auch seine körperliche Rüstigkeit ließ zu wünschen übrig; im Januar 1778 nach Paris berufen, schrieb er, er könne die Reise nur „wie ein Greis“ in kurzen Tagestouren machen. Infolge der Vorwürfe, die man ihm über die Führung der Flotte 1778/79 machte, zog er sich in eine religiöse Anstalt zurück und starb dort 1792.[136]Die genaueste und, wie es scheint, objektivste Schilderung findet man in Clowes Band III, Seite 412.[137]Die neueren französischen Quellen, Lacour sowie Chevalier, äußern sich sehr freimütig und ganz objektiv in diesem Sinne.[138]Comte Charles-Henri-Théodat d'Estaing Du Saillans, geboren 1729, trat 1745 als Mousquetaire in das Heer ein, war 1748 Oberst des Regimentes de Rouerque in der Armee des Marschalls von Sachsen, diente 1756 als Brigadier unter de Lally in Indien und kreuzte 1759/60 mit zwei Schiffen der ostindischen Kompagnie gegen die Engländer. Als Generalleutnant der Armee sollte er 1762 gegen Rio de Janeiro führen und wurde bei dieser Gelegenheit auch Chef d'Escadre in der Marine (vgl. Siebenjährigen Krieg). 1763 war er Lieutenant-Général in der Marine und Gouverneur der Antillen. 1777 schuf man für ihn besonders die Stelle eines dritten Vizeadmirals der amerikanischen und asiatischen Gewässer. 1792 zum Admiral von Frankreich ernannt, wurde er zur Zeit der Revolution in die Versammlung der Notabeln gewählt, zum Befehlshaber der Nationalgarde von Versailles ernannt und spielte eine Rolle im Prozeß der Königin. Später als verdächtig verhaftet, ward er am 28. April 1794 guillotiniert. Im hier besprochenen Kriege finden wir ihn 1778/79 in Nordamerika und Westindien, 1780 als Chef des französischen Kontingentes der spanisch-französischen Flotte unter Cordoba. Für 1783 war ihm die Leitung einer Expedition gegen Havanna zugedacht.D'Estaingwar ein fähiger und feuriger Offizier, aber in der Marine unbeliebt. Hier sah man ihn als Eindringling an und neidete ihm seine durch Hofgunst erlangte schnelle Beförderung. Man warf ihm Mangel an seemännischer Kenntnis vor, Bevorzugung der aus der Armee stammenden Offiziere und daß er den Rat erfahrener Seeoffiziere verschmähe. Manche seiner Mißerfolge sind auch diesem Umstande zuzuschreiben.[139]Sir Richard Howe, Viscount (1788 Earl), geboren 1726, Kapitän 1746, Kontreadmiral 1770, Vizeadmiral 1776, Admiral der blauen Flagge 1782, der weißen 1787, Admiral of the Fleet 1796, gestorben 5. August 1799, war ein erfahrener Seemann und ein Admiral, der sich durch seine Eigenschaften — Entschlußfähigkeit, Tatkraft und Ausdauer — gerade für die defensive Kriegführung des Jahres 1778 eignete, indem er jeder Bewegung des Gegners rechtzeitig entgegentrat. Nicht im Einverständnis mit dem Ersten Lord (er war Whig und überhaupt abgeneigt, gegen die Amerikaner zu fechten), ging er nach Beendigung der Operationen 1778 nach England zurück. Er fand erst 1782 nach dem Wechsel des Ministeriums wieder Verwendung und verproviantierte Gibraltar. Im nächsten Kriege befehligte er von 1793 an die Kanalflotte und errang am 1. Juni 1794 den glänzenden Sieg bei Ouessant. Biographie vonJ. Barrow, The life of Richard, Earl Howe (London 1838).[140]Dies ist der erste derartige Fall. Die Franzosen ahmten ihn später nach, aber das Verfahren wurde doch in beiden Marinen wieder aufgegeben.Mahanbringt (Mahan I, Seite 338) eine lesenswerte Betrachtung über die verschiedenen Plätze eines Flottenchefs — ob an der Spitze, in der Mitte oder ganz außerhalb der Linie — mit ihren Vor- und Nachteilen und bezeichnet den hier in Frage stehenden Platz als den ungeeignetsten, weil er den Admiral wahrscheinlich zum untätigen Zuschauer des Kampfes mache und ihm die Möglichkeit nähme, durch sein Beispiel zu wirken.[141]Cap Français oder Le Cap vgl. Fußnote Seite 176.[142]Samuel Barrington, geboren 1728, Kapitän 1747, Kontreadmiral 1778, Vizeadmiral 1779, Admiral 1787, gestorben 1800. Als tüchtiger Seeoffizier von schnellem Entschluß hatte er sich schon im Siebenjährigen Kriege in verschiedenen Einzelgefechten ausgezeichnet.[143]John Byron, der Großvater des Dichters Lord Byron, geboren 1723, machte als Midshipman auf der Fregatte „Wager“AnsonsWeltumsegelung mit, litt aber schon 1741 in der Magelhaenstraße Schiffbruch und geriet bis 1745 in spanische Kriegsgefangenschaft; 1746 war er Kapitän. Im Siebenjährigen Kriege schleifte er 1760 als Befehlshaber eines kleinen Geschwaders die Befestigungen von Louisbourg und brachte Freibeuter im Lorenzgolf auf, 1761 nahm er teil an der Expedition gegen Belle-Ile. Von 1764 bis 1766 leitete er die Erdumsegelung zweier Schiffe besonders zum Zweck der Erforschung der Südsee, die aber wenig Ergebnis hatte. Er wurde 1775 Kontreadmiral, 1780 Vizeadmiral der blauen Flagge. In der Schlacht bei Grenada erwarb er keinen Ruhm und ging wieder nach Nordamerika. Er war ein tüchtiger Seemann, aber kein Flottenchef, auch kein bedeutender Entdecker und wurde später nicht mehr verwendet. 1780 ward er Vizeadmiral der weißen Flagge und starb 1786. Über seine Weltumsegelung vgl. Clowes Band IV, Seite 117.[144]Chevalier II und Lacour II bringen eine genaue, sehr unparteiische Beurteilung dieser erfolglosen Operation.[145]Sir Charles Hardy, geboren um 1716, in die Marine eingetreten 1731, wurde 1737 Leutnant, 1741 Kapitän, 1755 Gouverneur von New York, 1756 Kontre-, 1762 Vizeadmiral, 1770 Admiral. Er nahm teil an den drei Kriegen seiner Zeit. Im Siebenjährigen diente er mit Auszeichnung 1757/58 an der nordamerikanischen Küste (unter Boscawen vor Louisbourg), 1761/62 an der französischen (unter Hawke bei Quiberon); er starb 1780.[146]Vgl. auch die Tabellen Seite 224 mit dem Hinweis auf ihre nur bedingte Zuverlässigkeit, besonders was die spanische Marine anbetrifft.[147]Sir George Bridges Rodney, 1782 Baron R., geboren 16. Februar 1718, Kapitän 1742, Kontreadmiral 1759, Vizeadmiral 1762, Admiral 1778, gestorben 24. Mai 1792, diente als Kommandant eines Linienschiffes im österreichischen Erbfolgekriege (bei Finisterre 1747 unter Hawke) und im Siebenjährigen Kriege (bei Louisbourg 1759 unter Boscawen), führte 1759/60 ein Geschwader zur Blockierung der französischen Kanalhäfen, beschoß Havre, erhielt 1761 den Befehl auf der Antillenstation, nahm 1762 Martinique. Leichtsinnig in seinem Lebenswandel, hielt er sich bei Ausbruch des Krieges 1778 wegen seiner Schulden in England in Paris auf. Der französische Marschallde Bironhörte, daßRodneysich rühme, er würde mit der französischen Flotte schon fertig werden, wenn er nur nach England könne, und bezahlte in einer Anwandlung von Ritterlichkeit sowie nationalem Kitzel dessen Schulden. Nun nach England zurückgekehrt, erhielt Rodney das obenerwähnte Kommando, und damit begann der glorreiche Teil der Laufbahn dieses tüchtigen und mutigen Mannes, der damals schon 62 Jahre zählte und schwer unter der Gicht litt. Seine Schlachten, besonders in Westindien ausgefochten, sein Geschick als Stratege und Taktiker und — sein Glück, werden wir bald kennen lernen. Biographische Angaben:Mundy, The life and correspondence of the late Admiral R. (London 1830.)[148]Hierüber vgl. das in Band I, Seite356Ausgeführte.[149]Luc Urbain de Bouexic, Comte de Guichen, geboren 21. Juni 1712, Garde marine 1730, Lieutenant 1746, Capitaine 1756, Chef d'Escadre 1776, Lieut.-Général 1779, gestorben 13. Januar 1790, war viel zur See gefahren und hatte sich in den beiden letzten Kriegen sehr hervorgetan. 1778 führte er bei Ouessant eine Division der Mitte, 1779 die Vorhut der großen Flotte d'Orvilliers'. Er galt für sehr tüchtig in der Führung eines Geschwaders, aber auch für einen Typ der vorsichtigen taktischen Schule, außerdem war er jetzt 68 Jahre alt. Nach seinen drei Schlachten mitRodney, der ihn als Gegner hoch einschätzte, stand er 1781/82 in der französisch-spanischen Flotte unterCordoba. Am 12. Dezember 1781 wurde er im Atlantik bei Begleitung eines Konvois von Admiral Kempenfelt mit schwächeren Kräften geschlagen.[150]Wir folgen hauptsächlich der Schilderung in Clowes III, Seite 453, geschrieben vonCaptain Mahan, als der neuesten und eingehendsten. Unsere anderen Quellen, auch Mahan in „Seemacht“ I, weichen von dieser darin ab, daß nach ihnen die Schlacht über Steuerbordbug geschlagen wurde. Dies hat jedoch auf ihren Verlauf und für die Beurteilung der vonRodneyangestrebten Taktik keinen Einfluß.[151]Rodney schrieb an seine Frau, daß Offiziere und Leute 14 Tage hindurch kaum zum Schlafen gekommen seien; nur das herrliche Passatwetter habe das Ertragen der Anstrengungen ermöglicht.Guichen, der außerdem am 17. April einen Sohn verloren hatte, bat um seine Ablösung, da sein Gesundheitszustand es nicht erlaube, weiterhin derartige Strapazen und andauernde Verantwortung zu übernehmen.[152]Näheres über die französische Stellung und ihre Schwächen vgl. Mahan I, Seite 381/82. —Graveswar 1801 zweiter im Kommando unterNelsonbei dem ähnlichen, aber noch schwierigeren Unternehmen gegen Kopenhagen.[153]Vgl. die Fußnote Seite 291 über die Ungenauigkeit der Zahlenangaben.[154]Lacour II spricht im Gegensatz zu sämtlichen anderen Quellen von 24 Linienschiffen, gibt dann aber die Gesamtstärke auch nur auf 49 an.[155]Anschließend an Seite 298, (Ende Europäische Gewässer 1780), Kleindruck. Über die jetzt hier folgenden Verhältnisse und Ereignisse, sowie über Zusammenstöße einzelner holländischer Schiffe mit englischen sehr genaue Angaben in de Jonge, Band IV, Seite 474 ff.[156]Besonders benützte Quellen: Clowes, Band III, Seite 505 ff.; de Jonge, Band IV, Seite 514 ff. In letzterer ist die Schlacht sehr genau mit Eingehen auf den Kampf der einzelnen Schiffe beschrieben.[157]Sehr eingehend geschildert in de Jonge, Band IV, Seite 458 ff.[158]François Joseph Paul Chevalier(später Comte)de Grasse-Tilly, geboren 13. September 1722, Garde-Marine 1739, Lieutenant 1754, Capitaine 1762, Chef d'Escadre 1778, Lieutenant-Général 22. März 1781, gestorben 11. Januar 1788. Er hatte sich in den beiden letzten Kriegen als tüchtiger Offizier bewährt, ohne jedoch besonders hervorzutreten. 1779 diente er unterd'Estaing, 1780 unterde Guichenin Westindien. Französische Quellen nennen ihn „tapfer, unterrichtet und erfahren, aber mehr theoretisch als praktisch beanlagt; wohl geeignet zum Geschwaderchef, aber nicht zum Führer großer Flotten“. Wir werden sehen, daß er bei der Abfahrt von Westindien nach Nordamerika Scharfblick, Schnelligkeit und Tatkraft zeigte. Bei Dominica 1782 geschlagen und gefangen genommen, schob er alle Schuld auf seine Untergebenen. Seine Taktlosigkeit hierbei sowie seine Anfechtung des kriegsgerichtlichen Spruches zog ihm die Mißachtung seiner Kameraden und die Ungnade des Königs zu.[159]Sir Samuel Hood(1782 Baron, 1796 Viscount), geboren 1724, Kapitän 1756, Kontreadmiral 1780, Vizeadmiral 1787, Admiral der blauen Flagge 1794, der weißen 1799, gestorben 27. Januar 1816. Er nahm am Siebenjährigen Kriege als Leutnant und später als Kommandant einer Fregatte mit Auszeichnung teil. Er war ein sehr tüchtiger Admiral, wohl befähigt zur Führung großer Flotten. Er stand 1781 in Nordamerika unterGravesund 1782 unterRodneyin Westindien; beiden wies er verschiedene Fehler nach. 1782 zeichnete er sich als Oberbefehlshaber bei St. Christopher in strategischer und taktischer Hinsicht aus. Im nächsten Kriege (1793 bis 1802) befehligte er 1793/94 die Mittelmeerflotte und besetzte 1793 Toulon.[160]Auf die Ereignisse am Lande soll nur soweit eingegangen werden, als es nötig erscheint, um die Tätigkeit der Seestreitkräfte sowie den Verlauf des ganzen Krieges beurteilen zu können; ihre Schilderung wird deshalb nicht vollständig, selbst nicht immer ganz genau sein.[161]Nach Clowes III, Seite 489, und Mahan I, Seite 372, deren Angaben in den Hauptsachen mit den französischen Quellen übereinstimmen.[162]Näheres hierüber vgl. Lacour II, Seite 362 und Chevalier II, Seite 237.[163]Besonders benutzte Quellen: Clowes III, Seite 497; Bonfils III, Seite 209; Troude II, Seite 108. Clowes gibt auch Näheres über die von Hood an der Führung der englischen Flotte später geübte Kritik.[164]Besonders benutzte Quellen: Campbell Band VII, Seite 60; Chevalier II, Seite 336; gerade in diesem Werke sehr eingehend behandelt.[165]Etwa zwei Drittel von diesen waren Hannoveraner, die Stammtruppen der jetzigen Regimenter: Füsilierregiment Prinz Albrecht von Preußen (Hannoversches) Nr. 73, Infanterieregiment v. Voigts-Rhetz (3. Hannoversches) Nr. 79 und des Jägerbataillons Nr. 10, denen zur Erinnerung an die ruhmreiche Verteidigung von Gibraltar als Abzeichen ein hellblaues Band mit der Inschrift „Gibraltar“ am rechten Unterarm verliehen ist.[166]Hauptquellen: Mahan I, Clowes III, Chevalier II, Lacour II, deren Angaben in den Hauptsachen übereinstimmen.[167]Dieses Schiff befehligte Kapitänd'Albert de Rions, nach Suffrens Ansicht der tüchtigste Offizier der Marine; er hatte sich schon mit Suffren unter d'Estaing ausgezeichnet, und wir werden ihm noch öfter begegnen.[168]Hauptquellen für beide Schlachten bei Dominica vgl. Fußnote Seite 355.[169]Die Engländer nennen die Schlacht „Les Saintes“ oder „am 12. April“, die französischen sowie die deutschen Geschichtswerke „Dominica“.[170]Die fünf Schiffe wurden von den Engländern genommen.[171]Wie langsam das Passieren der Flotten verlief, beweist die Angabe, daß Rodneys Flaggschiff, das 18. der Linie, erst um 8½ Uhr, und Hoods Schiff gar erst gegen 9½ Uhr das Feuer eröffnete.[172]Die später von den Engländern genommenen Schiffe sind im Plan III und IV mit einem kleinen Kreuz bezeichnet.[173]Es sei besonders verwiesen auf Mahan I, Clowes Band III, Chevalier II. Von diesen behandelt der erste besonders den Durchbruch Rodneys, der zweite die Kritik Hoods über Rodneys fehlerhaftes Verhalten nach dem Durchbruch, der dritte die Führung der französischen Flotte und das deswegen abgehaltene Kriegsgericht über de Grasse und die von diesem angeschuldigten Offiziere.[174]Die kleine französische Flottille, die zur Hudsonbucht gesandt war, plünderte unter Kapitän La Pérouse, dem später verschollenen Entdecker, einige englische Pelzhandelsniederlassungen.[175]Im Anschluß an Seite 182 ff. Wie dort und aus den gleichen Gründen (Seite 182, Anmerkung) sind die Ereignisse am Lande nur gekürzt gegeben. Näheres vgl. Zimmermann, Band II, Seite 429 ff.[176]Sir Edward Hughes, 1748 Kapitän, 1778 Kontre-, 1780 Vizeadmiral, 1793 Admiral der blauen Flagge, gestorben 1794, war ein tüchtiger Seemann von großer Tapferkeit und Hartnäckigkeit, der aber an weiterem militärischen Blick und taktischem Geschick seinem späteren Gegner in Indien,Suffren, nicht gewachsen war, wie sich noch zeigen wird.[177]Die Ereignisse in Indien sind in unseren Hauptquellen: Lacour II, Chevalier II, Mahan I, mit großer Sorgfalt behandelt. Lacour bringt viele Auszüge aus Briefen und Berichten Suffrens, Chevalier beschreibt die Schlachten sehr genau und Mahan gibt eingehende Kritiken in taktischer wie strategischer Hinsicht. Wir haben versucht, bei möglichster Kürze allen gerecht zu werden.[178]Suffren de Saint Tropez, Pierre Andrée, Chevalier (später Bailli) de, war am 17. Juli 1729 auf dem Schlosse St. Cannat bei Marseille geboren, trat 1743 in die Marine ein, ward Leutnant 1756, Kapitän 1772, Chef d'Escadre 1782, Lieutenant-Général 1783, Vizeadmiral (in einer für ihn geschaffenen vierten Stelle) 1784, er starb am 8. Dezember 1788; sein plötzlicher Tod kam nicht unerwartet, da er zum Schlagfluß neigte, doch tauchte später das Gerücht auf, er sei in einem Duell gefallen, das durch seine Tätigkeit in Indien veranlaßt sei. Er erhielt seine Feuertaufe bei Toulon 1744 und nahm an der Schlacht bei Finisterre teil, im nächsten Kriege an denen bei Minorka und Lagos. Als Malteserritter ging er in Friedenszeiten zeitweise zum Dienste nach Malta und machte hier Züge gegen die Barbaresken mit. In unserem Kriege fanden wir ihn 1778/79 als hervorragenden Offizier unter d'Estaing in Westindien und Nordamerika. Seinen höchsten Ruhm gewann er jetzt in Indien. Seine Taten dort beschreiben Roux sowie Troublet (vgl. Quellenverzeichnis).[179]Suffrensuchte aber doch in seinem Berichte wegen des Bruches der Neutralität sich zu rechtfertigen. Er schrieb, man könne den Ankerplatz keinen Hafen, nicht einmal eine Bucht nennen, es sei ein offener Meeresstrand. Er führte auch die Fälle auf, in denen die Engländer früher ähnlich gehandelt hätten. Diese Entschuldigung war nicht nötig, denn trotz der Verwicklungen, die mit Portugal entstanden, war die Regierung über den Erfolg so erfreut, daßSuffrenzum Chef d'Escadre ernannt wurde, doch erhielt er die Nachricht erst nach fast einem Jahre.[180]Dieselbe Ursache, die Gefahr des Abschneidens von Schiffen, zwang am gleichen Tagede Grassezur Annahme der verhängnisvollen Schlacht bei Dominica.[181]Chevalier(II, Seite 409) gibt die Verluste der einzelnen französischen wie englischen Schiffe an; Troude (Band II, Seite 179) schildert kurz die Beteiligung der verschiedenen französischen Schiffe am Kampfe. Beide Autoren behandeln die späteren Schlachten Suffrens in gleicher Weise.[182]Suffren führte ferner an: der Ankerplatz der Engländer zwischen den Bänken sei für einen Angriff zu gefährlich gewesen, drei französische Schiffe hätten bereits beim Ankern am 12. April Korallenriffe berührt; es sei nur noch für ein Gefecht Munition vorhanden gewesen; es habe ihm an Mannschaften sowie an Reserverundhölzern gemangelt, wofür er Abhilfe in Batticaloa erwartete. Über seine Kommandanten berichtete Suffren, daß er nichts leisten könne, wenn nicht 5 oder 6 abgelöst würden.[183]Frankreich schickte Ende 1781 und Anfang 1782 verschiedentlich Verstärkungen nach Indien, von denen aber mehrere in Feindeshand fielen. Vgl. z. B. Seite323und345.[184]Man erzählt, daß die Flagge des „Héros“ auf kurze Zeit verschwand, weil die Flaggleine abgeschossen war. Empört bei dem Gedanken, daß man glauben könne, er habe die Flagge gestrichen, riefSuffren: „Weiße Flaggen! (Die Nationalflagge mit den Lilien.) Weiße Flaggen! Man bedecke mein Schiff mit weißen Flaggen.“[185]Bereits früher (Seite 264) wurde darauf hingewiesen, daß auch der englische AdmiralHowesich am 11. August 1778 vor einer (voraussichtlichen) Schlacht auf eine Fregatte begab, sowie auf Mahans Auslassungen über den Platz des Flottenführers.[186]Die bemerkenswertesten dieser Einzelgefechte, in denen Führer und Besatzungen ganz besonders Mut sowie Geschicklichkeit zeigen konnten, sind mit besonderer Vorliebe in den Spezialwerken geschildert. Vgl.: Clowes, Band IV (Kapitel Minor actions); Troude, Band II; de Jonge, Band IV, Seite 663 ff. Engländer wie Franzosen behaupten, gerade in den Kämpfen Schiff gegen Schiff dem Gegner überlegen gewesen zu sein.[187]De Jonge, Band IV, Seite 683.[188]Eingehend geschildert inSpears. — Vergleiche auch die Angaben über die amerikanische Marine und ihren Kreuzerkrieg Seite 225 und 241.[189]Bis in Einzelheiten gehende Schilderungen dieses bemerkenswerten Gefechtes bringen Spears (Band I, Seite 242) und Clowes (Band IV, Seite 35).[190]Vgl. „Entstehung des Krieges“, Seite215; „Kennzeichnung des Krieges“, Seite218; „Anordnung der Schilderung nach den Kriegsschauplätzen“, Seite243.[191]Mahan (Band I, Kapitel XIV, Kritische Besprechung des Seekrieges von 1778) benutzt diesen Krieg zur Darlegung verschiedener wichtiger Grundsätze der Strategie, gegen die auf beiden Seiten verstoßen sei. Wir bringen in nachstehendem einiges aus den sehr lesenswerten Auslassungen, ohne sie jedoch auch nur annähernd zu erschöpfen.[192]Nach diesem Gesichtspunkte handelten die Engländer in den späteren Kriegen (vgl. Mahan, Band I, Seite 512), aber auch schon in den beiden vorhergegangenen war ihm Rechnung getragen (vgl. in unseren Betrachtungen Seite 115 den Ausspruch Colombs, und Seite 125 „Das Vorgehen der englischen Flotte“).[193]Diesen Kriegsschauplatz haben wir zu unseren Betrachtungen hier nicht herangezogen. Bei seiner großen Entfernung von den anderen sowie von den Heimatshäfen stand er selbständig da und das für ihn Bemerkenswerte haben wir Seite 402 bereits gebracht.[194]Anschließend an die Entwicklung der Taktik im zweiten Kapitel (Seite 36–44), sowie an die Auslassungen darüber nach dem Österreichischen Erbfolgekriege (Seite 113) und nach dem Siebenjährigen Kriege (Seite 204).

Fußnoten:

[112]Hauptquellen zu dieser Betrachtung der politischen Verhältnisse: Schlosser, „Geschichte des 18. und 19. Jahrhdts. bis zum Sturz des französischen Kaiserreiches“, Band III und IV, sowie, besonders für die englisch-amerikanischen Verhältnisse, Zimmermann, „Europäische Kolonien“, Band II.

[112]Hauptquellen zu dieser Betrachtung der politischen Verhältnisse: Schlosser, „Geschichte des 18. und 19. Jahrhdts. bis zum Sturz des französischen Kaiserreiches“, Band III und IV, sowie, besonders für die englisch-amerikanischen Verhältnisse, Zimmermann, „Europäische Kolonien“, Band II.

[113]Die 13 Kolonienseien nochmals aufgeführt:Die vier nördlichen, die sogenannten „Neuenglandstaaten“, Newhampshire, Massachusetts mit Maine, Connecticut, Rhode-Island;die fünf mittleren, New York, New Jersey, Delaware, Pennsylvanien, Maryland;die vier südlichen, Virginien, Nord- und Südcarolina, Georgien. In den Neuenglandstaaten war die Stimmung gegen das Mutterland am schroffsten.

[113]Die 13 Kolonienseien nochmals aufgeführt:Die vier nördlichen, die sogenannten „Neuenglandstaaten“, Newhampshire, Massachusetts mit Maine, Connecticut, Rhode-Island;die fünf mittleren, New York, New Jersey, Delaware, Pennsylvanien, Maryland;die vier südlichen, Virginien, Nord- und Südcarolina, Georgien. In den Neuenglandstaaten war die Stimmung gegen das Mutterland am schroffsten.

[114]DerHerzog von d'Aiguillonwar als Günstling Louis' XV. schnell bis zum Gouverneur der Bretagne gestiegen. Als solcher geriet er durch gewissenlose Willkür in so schwere Händel mit dem Parlament, daß er 1768 abberufen wurde. Durch die Dubarry ward er Nachfolger Choiseuls. Sein Ministerium gilt als die äußerste Entartung des „alten Regime“. Ludwig XVI. entließ ihn sofort.

[114]DerHerzog von d'Aiguillonwar als Günstling Louis' XV. schnell bis zum Gouverneur der Bretagne gestiegen. Als solcher geriet er durch gewissenlose Willkür in so schwere Händel mit dem Parlament, daß er 1768 abberufen wurde. Durch die Dubarry ward er Nachfolger Choiseuls. Sein Ministerium gilt als die äußerste Entartung des „alten Regime“. Ludwig XVI. entließ ihn sofort.

[115]Wir geben diese Auszüge zum späteren Vergleich mit den Vorbereitungen, die Napoleon I. 1803/05 für den Einfall in England durch Aufstellung des sog. Lagers von Boulogne traf.

[115]Wir geben diese Auszüge zum späteren Vergleich mit den Vorbereitungen, die Napoleon I. 1803/05 für den Einfall in England durch Aufstellung des sog. Lagers von Boulogne traf.

[116]Ein genaueres Eingehen auf diese Verhältnisse würde zu weit führen. Es sei verwiesen auf allgemeine Geschichtswerke, z. B. Schlosser, Geschichte des 18. und 19. Jahrhunderts, Band 4, Seite 293 ff. Vgl. auch Kirchhoff Band 1, Seite 317, über die bewaffnete Neutralität, und de Jonge Band 4, Seite 379 ff., über Reibungen auf See zwischen England und Holland vor der Kriegserklärung.

[116]Ein genaueres Eingehen auf diese Verhältnisse würde zu weit führen. Es sei verwiesen auf allgemeine Geschichtswerke, z. B. Schlosser, Geschichte des 18. und 19. Jahrhunderts, Band 4, Seite 293 ff. Vgl. auch Kirchhoff Band 1, Seite 317, über die bewaffnete Neutralität, und de Jonge Band 4, Seite 379 ff., über Reibungen auf See zwischen England und Holland vor der Kriegserklärung.

[117]Den Schiffsbestand für 1778 geben Chab.-Arnault zu 70 Linienschiffen, Bonfils zu 72, Mahan zu 80 an. Die Angabe über die zur Verwendung gelangten, sowie über die verlorenen sind Charnock, Band 3, Seite 220 entnommen (dort mit Namen der Schiffe); eine Liste der Verlorenen bringt auch Clowes, Band 4, Seite 114.

[117]Den Schiffsbestand für 1778 geben Chab.-Arnault zu 70 Linienschiffen, Bonfils zu 72, Mahan zu 80 an. Die Angabe über die zur Verwendung gelangten, sowie über die verlorenen sind Charnock, Band 3, Seite 220 entnommen (dort mit Namen der Schiffe); eine Liste der Verlorenen bringt auch Clowes, Band 4, Seite 114.

[118]Angaben nach Charnock, Seite 233. Mahan gibt für 1778 nur 60 Linienschiffe an, Chab.-Arnault gar nur 50. Eine Verlustliste auch in Clowes, Seite 115.

[118]Angaben nach Charnock, Seite 233. Mahan gibt für 1778 nur 60 Linienschiffe an, Chab.-Arnault gar nur 50. Eine Verlustliste auch in Clowes, Seite 115.

[119]Vgl. Seite18die Tabellen mit den Angaben für 1775 und 1783. In diesen großen Zahlen sind aber ohne Frage stets viele alte Schiffe enthalten, die nicht mehr den Anforderungen genügten. — Die Verluste an Schiffen unter Angabe der Namen vgl. Clowes, Bd. IV, Seite 109.

[119]Vgl. Seite18die Tabellen mit den Angaben für 1775 und 1783. In diesen großen Zahlen sind aber ohne Frage stets viele alte Schiffe enthalten, die nicht mehr den Anforderungen genügten. — Die Verluste an Schiffen unter Angabe der Namen vgl. Clowes, Bd. IV, Seite 109.

[120]Wir werden ein Beispiel finden (Schlacht auf der Doggerbank 1781), wo sich selbst unter den in Dienst gestellten Linienschiffen anerkannt minderwertige befanden.

[120]Wir werden ein Beispiel finden (Schlacht auf der Doggerbank 1781), wo sich selbst unter den in Dienst gestellten Linienschiffen anerkannt minderwertige befanden.

[121]Nach Spears, Band 1. Die Flottille, die für die Kämpfe auf dem Champlainsee gebaut wurde, ist hier nicht berücksichtigt.

[121]Nach Spears, Band 1. Die Flottille, die für die Kämpfe auf dem Champlainsee gebaut wurde, ist hier nicht berücksichtigt.

[122]Am 14. Juni 1776 änderte der Kongreß den Union Jack in ein blaues Feld mit 13 weißen Sternen um, und wieder war esPaul Jones, der die neue Flagge auf seinem Schiffe „Ranger“ in Portsmouth (Newhampshire) zum ersten Male und eigenhändig heißte.

[122]Am 14. Juni 1776 änderte der Kongreß den Union Jack in ein blaues Feld mit 13 weißen Sternen um, und wieder war esPaul Jones, der die neue Flagge auf seinem Schiffe „Ranger“ in Portsmouth (Newhampshire) zum ersten Male und eigenhändig heißte.

[123]Nach einer Liste Clowes IV, Seite 113, in der die Namen der Schiffe und der Kommandanten, sowie die Ursache des Verlustes angegeben sind.

[123]Nach einer Liste Clowes IV, Seite 113, in der die Namen der Schiffe und der Kommandanten, sowie die Ursache des Verlustes angegeben sind.

[124]Hauptquellen: Schlosser und Zimmermann (vgl. Fußnote Seite 205); Clowes Band III; Spears Band I; Campbell Band V. — Die Angaben über die Stärke der Heere auf beiden Seiten in den verschiedenen Quellen weichen oft sehr voneinander ab. Der Grund mag darin liegen, daß die Zahlen bei der Unzuverlässigkeit der amerikanischen Milizen sehr wechselten und daß ein Kriegsschauplatz häufig dem andern aushalf; englischerseits darin, daß der eine Autor nur die regulären Truppen zählt, der andere die Milizen Kanadas und die Truppenkörper der sogenannten Loyalisten mitrechnet. Wir geben die Zahlen nach sorgfältigster Abwägung; bei der untergeordneten Bedeutung des Landkrieges für uns dürften etwaige Irrtümer ohne Belang sein.

[124]Hauptquellen: Schlosser und Zimmermann (vgl. Fußnote Seite 205); Clowes Band III; Spears Band I; Campbell Band V. — Die Angaben über die Stärke der Heere auf beiden Seiten in den verschiedenen Quellen weichen oft sehr voneinander ab. Der Grund mag darin liegen, daß die Zahlen bei der Unzuverlässigkeit der amerikanischen Milizen sehr wechselten und daß ein Kriegsschauplatz häufig dem andern aushalf; englischerseits darin, daß der eine Autor nur die regulären Truppen zählt, der andere die Milizen Kanadas und die Truppenkörper der sogenannten Loyalisten mitrechnet. Wir geben die Zahlen nach sorgfältigster Abwägung; bei der untergeordneten Bedeutung des Landkrieges für uns dürften etwaige Irrtümer ohne Belang sein.

[125]Die Haupttaten dieser Kreuzer, wie auch der spätere Freibeuterkrieg der Amerikaner sind eingehend und lesenswert dargestellt in Spears Band I.

[125]Die Haupttaten dieser Kreuzer, wie auch der spätere Freibeuterkrieg der Amerikaner sind eingehend und lesenswert dargestellt in Spears Band I.

[126]Nach Zimmermann, Band III, Seite 409 stand das Papier zum Metallgelde Ende 1776 wie 2½ : 1; 1778 wie 5½ : 1; 1779 wie 27½ : 1; 1780 wie 55 : 1.

[126]Nach Zimmermann, Band III, Seite 409 stand das Papier zum Metallgelde Ende 1776 wie 2½ : 1; 1778 wie 5½ : 1; 1779 wie 27½ : 1; 1780 wie 55 : 1.

[127]Eingehender, besonders auch über die Flottillen auf den Binnenseen, vgl. Clowes III, Seite 357, und Spears I, Seite 84.

[127]Eingehender, besonders auch über die Flottillen auf den Binnenseen, vgl. Clowes III, Seite 357, und Spears I, Seite 84.

[128]Clowessagt, Band III, Seite 385: „Diese Bewegung, eine Meile vor der Front des Feindes, gelang infolge der Trägheit General Howes und seiner Vorliebe für eine gute Mahlzeit; er war in dieser Nacht von einer listigen amerikanischen Dame (a shrewd lady) eingeladen.“ Auch in allgemeinen Geschichtswerken wird dem General Bequemlichkeit und daraus entsprungene Nachlässigkeit vorgeworfen im schroffen Gegensatz zu seinem Bruder, dem Admiral.

[128]Clowessagt, Band III, Seite 385: „Diese Bewegung, eine Meile vor der Front des Feindes, gelang infolge der Trägheit General Howes und seiner Vorliebe für eine gute Mahlzeit; er war in dieser Nacht von einer listigen amerikanischen Dame (a shrewd lady) eingeladen.“ Auch in allgemeinen Geschichtswerken wird dem General Bequemlichkeit und daraus entsprungene Nachlässigkeit vorgeworfen im schroffen Gegensatz zu seinem Bruder, dem Admiral.

[129]Vom Lord Germaine, der an der Spitze des Kolonialamtes stand und dem die Leitung des Krieges zufiel, wird wie von Howe gesagt, daß er seine Pflichten sehr leicht genommen habe; häufig soll er in Gesellschaften die eiligsten Depeschen ungelesen in die Tasche gesteckt und dann vergessen haben.

[129]Vom Lord Germaine, der an der Spitze des Kolonialamtes stand und dem die Leitung des Krieges zufiel, wird wie von Howe gesagt, daß er seine Pflichten sehr leicht genommen habe; häufig soll er in Gesellschaften die eiligsten Depeschen ungelesen in die Tasche gesteckt und dann vergessen haben.

[130]Die kecken Taten der kleinen Marine sind ausführlich und lesenswert beschrieben in Spears Band I; die wichtigsten Gefechte mit englischen Schiffen auch in Clowes Band IV, Minor actions 1762–1792. Einiges werden wir bei Betrachtung des „Kleinen Krieges“ am Schluß des Kapitels bringen.

[130]Die kecken Taten der kleinen Marine sind ausführlich und lesenswert beschrieben in Spears Band I; die wichtigsten Gefechte mit englischen Schiffen auch in Clowes Band IV, Minor actions 1762–1792. Einiges werden wir bei Betrachtung des „Kleinen Krieges“ am Schluß des Kapitels bringen.

[131]Hierbei leistete der ehemalig preußische Offiziervon Steuben, der im Dezember 1777 eintraf und zum Inspekteur sowie Instrukteur ernannt wurde, wesentliche Dienste. Ihm ist es hauptsächlich zu danken, wenn aus den Milizen nach und nach ein leidlich brauchbares Heer geschaffen wurde.

[131]Hierbei leistete der ehemalig preußische Offiziervon Steuben, der im Dezember 1777 eintraf und zum Inspekteur sowie Instrukteur ernannt wurde, wesentliche Dienste. Ihm ist es hauptsächlich zu danken, wenn aus den Milizen nach und nach ein leidlich brauchbares Heer geschaffen wurde.

[132]Besonders benutzte Quellen: Mahan I; Clowes Band III (das betreffende Kapitel ist auch hier von Kapitän Mahan bearbeitet, aber später als dessen eigenes Werk, und weicht deshalb zuweilen von diesem ab); Lacour II, Chevalier II, zwei Werke, die sich wertvoll ergänzen; Campbell Band V und VII; Troude Band II; Bonfils Band III. Die kleinen Begebenheiten findet man bei Clowes erst im Bande IV, Kapitel „Minor actions 1763–1793“.

[132]Besonders benutzte Quellen: Mahan I; Clowes Band III (das betreffende Kapitel ist auch hier von Kapitän Mahan bearbeitet, aber später als dessen eigenes Werk, und weicht deshalb zuweilen von diesem ab); Lacour II, Chevalier II, zwei Werke, die sich wertvoll ergänzen; Campbell Band V und VII; Troude Band II; Bonfils Band III. Die kleinen Begebenheiten findet man bei Clowes erst im Bande IV, Kapitel „Minor actions 1763–1793“.

[133]Augustus Keppel, 1782 Viscount K., geboren 2. April 1725, 1744 Kapitän, 1762 Kontreadmiral, 1770 Vizeadmiral, 1778 Admiral der blauen und 1782 der weißen Flagge, gestorben 2. Oktober 1786, führte schon im österreichischen Erbfolgekriege ein Linienschiff und geriet durch Strandung bei Verfolgung eines französischen Schiffes in Gefangenschaft. Als er 1754 mit einem kleinen Geschwader zum Dei von Algier gesandt war und dieser seine Verwunderung aussprach, daß der König von England ihm einen bartlosen Knaben zur Unterhandlung schicke, antwortete er: „Wenn die Weisheit nach der Länge des Bartes ginge, so würde man einen Ziegenbock gewählt haben.“ Als dann der Dei ihm mit dem Tode drohte, sagte er, sein Geschwader würde für angemessene Begräbnisfeierlichkeiten sorgen. Im Siebenjährigen Kriege führte er 1758 die Expedition gegen Gorée, befehligte bei Quiberon ein Schiff mit Auszeichnung, nahm 1761 die Insel Belle-Ile und war 1762 zweiter im Kommando bei der Eroberung von Havanna. 1778 Chef der Kanalflotte, schlug er die Schlacht bei Ouessant, nach derselben wegen Verstoß gegen die Gefechtsinstruktion angeklagt, aber freigesprochen, legte er sein Kommando nieder und blieb unbeschäftigt, bis er nach dem Ministerwechsel vom 30. März 1782 bis Dezember 1783 das Amt des Ersten Lords wahrnahm.

[133]Augustus Keppel, 1782 Viscount K., geboren 2. April 1725, 1744 Kapitän, 1762 Kontreadmiral, 1770 Vizeadmiral, 1778 Admiral der blauen und 1782 der weißen Flagge, gestorben 2. Oktober 1786, führte schon im österreichischen Erbfolgekriege ein Linienschiff und geriet durch Strandung bei Verfolgung eines französischen Schiffes in Gefangenschaft. Als er 1754 mit einem kleinen Geschwader zum Dei von Algier gesandt war und dieser seine Verwunderung aussprach, daß der König von England ihm einen bartlosen Knaben zur Unterhandlung schicke, antwortete er: „Wenn die Weisheit nach der Länge des Bartes ginge, so würde man einen Ziegenbock gewählt haben.“ Als dann der Dei ihm mit dem Tode drohte, sagte er, sein Geschwader würde für angemessene Begräbnisfeierlichkeiten sorgen. Im Siebenjährigen Kriege führte er 1758 die Expedition gegen Gorée, befehligte bei Quiberon ein Schiff mit Auszeichnung, nahm 1761 die Insel Belle-Ile und war 1762 zweiter im Kommando bei der Eroberung von Havanna. 1778 Chef der Kanalflotte, schlug er die Schlacht bei Ouessant, nach derselben wegen Verstoß gegen die Gefechtsinstruktion angeklagt, aber freigesprochen, legte er sein Kommando nieder und blieb unbeschäftigt, bis er nach dem Ministerwechsel vom 30. März 1782 bis Dezember 1783 das Amt des Ersten Lords wahrnahm.

[134]Auszüge aus Chevalier II, Seite 80; Lacour II, Seite 120; Troude II, Seite 3.

[134]Auszüge aus Chevalier II, Seite 80; Lacour II, Seite 120; Troude II, Seite 3.

[135]Louis Guillonet, Comte d'Orvilliers, geboren 1710, trat 1728 in die Marine ein, wurde 1754 Kapitän, 1764 Chef d'Escadre, 1777 Lieutenant-Général. Er hatte 1754 unter La Gallissonnière, 1757 unter Dubois de la Motte gedient; 1772 befehligte er das neueingerichtete Übungsgeschwader. 1775 Marinekommandant in Brest, unterstützte er den Minister Sartines bei der Neuorganisation der Marine. Von 1777 bis 1779 war er Chef der Brestflotte. Er galt als ein vorzüglicher Taktiker, war aber jetzt 68 Jahre alt. Auch seine körperliche Rüstigkeit ließ zu wünschen übrig; im Januar 1778 nach Paris berufen, schrieb er, er könne die Reise nur „wie ein Greis“ in kurzen Tagestouren machen. Infolge der Vorwürfe, die man ihm über die Führung der Flotte 1778/79 machte, zog er sich in eine religiöse Anstalt zurück und starb dort 1792.

[135]Louis Guillonet, Comte d'Orvilliers, geboren 1710, trat 1728 in die Marine ein, wurde 1754 Kapitän, 1764 Chef d'Escadre, 1777 Lieutenant-Général. Er hatte 1754 unter La Gallissonnière, 1757 unter Dubois de la Motte gedient; 1772 befehligte er das neueingerichtete Übungsgeschwader. 1775 Marinekommandant in Brest, unterstützte er den Minister Sartines bei der Neuorganisation der Marine. Von 1777 bis 1779 war er Chef der Brestflotte. Er galt als ein vorzüglicher Taktiker, war aber jetzt 68 Jahre alt. Auch seine körperliche Rüstigkeit ließ zu wünschen übrig; im Januar 1778 nach Paris berufen, schrieb er, er könne die Reise nur „wie ein Greis“ in kurzen Tagestouren machen. Infolge der Vorwürfe, die man ihm über die Führung der Flotte 1778/79 machte, zog er sich in eine religiöse Anstalt zurück und starb dort 1792.

[136]Die genaueste und, wie es scheint, objektivste Schilderung findet man in Clowes Band III, Seite 412.

[136]Die genaueste und, wie es scheint, objektivste Schilderung findet man in Clowes Band III, Seite 412.

[137]Die neueren französischen Quellen, Lacour sowie Chevalier, äußern sich sehr freimütig und ganz objektiv in diesem Sinne.

[137]Die neueren französischen Quellen, Lacour sowie Chevalier, äußern sich sehr freimütig und ganz objektiv in diesem Sinne.

[138]Comte Charles-Henri-Théodat d'Estaing Du Saillans, geboren 1729, trat 1745 als Mousquetaire in das Heer ein, war 1748 Oberst des Regimentes de Rouerque in der Armee des Marschalls von Sachsen, diente 1756 als Brigadier unter de Lally in Indien und kreuzte 1759/60 mit zwei Schiffen der ostindischen Kompagnie gegen die Engländer. Als Generalleutnant der Armee sollte er 1762 gegen Rio de Janeiro führen und wurde bei dieser Gelegenheit auch Chef d'Escadre in der Marine (vgl. Siebenjährigen Krieg). 1763 war er Lieutenant-Général in der Marine und Gouverneur der Antillen. 1777 schuf man für ihn besonders die Stelle eines dritten Vizeadmirals der amerikanischen und asiatischen Gewässer. 1792 zum Admiral von Frankreich ernannt, wurde er zur Zeit der Revolution in die Versammlung der Notabeln gewählt, zum Befehlshaber der Nationalgarde von Versailles ernannt und spielte eine Rolle im Prozeß der Königin. Später als verdächtig verhaftet, ward er am 28. April 1794 guillotiniert. Im hier besprochenen Kriege finden wir ihn 1778/79 in Nordamerika und Westindien, 1780 als Chef des französischen Kontingentes der spanisch-französischen Flotte unter Cordoba. Für 1783 war ihm die Leitung einer Expedition gegen Havanna zugedacht.D'Estaingwar ein fähiger und feuriger Offizier, aber in der Marine unbeliebt. Hier sah man ihn als Eindringling an und neidete ihm seine durch Hofgunst erlangte schnelle Beförderung. Man warf ihm Mangel an seemännischer Kenntnis vor, Bevorzugung der aus der Armee stammenden Offiziere und daß er den Rat erfahrener Seeoffiziere verschmähe. Manche seiner Mißerfolge sind auch diesem Umstande zuzuschreiben.

[138]Comte Charles-Henri-Théodat d'Estaing Du Saillans, geboren 1729, trat 1745 als Mousquetaire in das Heer ein, war 1748 Oberst des Regimentes de Rouerque in der Armee des Marschalls von Sachsen, diente 1756 als Brigadier unter de Lally in Indien und kreuzte 1759/60 mit zwei Schiffen der ostindischen Kompagnie gegen die Engländer. Als Generalleutnant der Armee sollte er 1762 gegen Rio de Janeiro führen und wurde bei dieser Gelegenheit auch Chef d'Escadre in der Marine (vgl. Siebenjährigen Krieg). 1763 war er Lieutenant-Général in der Marine und Gouverneur der Antillen. 1777 schuf man für ihn besonders die Stelle eines dritten Vizeadmirals der amerikanischen und asiatischen Gewässer. 1792 zum Admiral von Frankreich ernannt, wurde er zur Zeit der Revolution in die Versammlung der Notabeln gewählt, zum Befehlshaber der Nationalgarde von Versailles ernannt und spielte eine Rolle im Prozeß der Königin. Später als verdächtig verhaftet, ward er am 28. April 1794 guillotiniert. Im hier besprochenen Kriege finden wir ihn 1778/79 in Nordamerika und Westindien, 1780 als Chef des französischen Kontingentes der spanisch-französischen Flotte unter Cordoba. Für 1783 war ihm die Leitung einer Expedition gegen Havanna zugedacht.D'Estaingwar ein fähiger und feuriger Offizier, aber in der Marine unbeliebt. Hier sah man ihn als Eindringling an und neidete ihm seine durch Hofgunst erlangte schnelle Beförderung. Man warf ihm Mangel an seemännischer Kenntnis vor, Bevorzugung der aus der Armee stammenden Offiziere und daß er den Rat erfahrener Seeoffiziere verschmähe. Manche seiner Mißerfolge sind auch diesem Umstande zuzuschreiben.

[139]Sir Richard Howe, Viscount (1788 Earl), geboren 1726, Kapitän 1746, Kontreadmiral 1770, Vizeadmiral 1776, Admiral der blauen Flagge 1782, der weißen 1787, Admiral of the Fleet 1796, gestorben 5. August 1799, war ein erfahrener Seemann und ein Admiral, der sich durch seine Eigenschaften — Entschlußfähigkeit, Tatkraft und Ausdauer — gerade für die defensive Kriegführung des Jahres 1778 eignete, indem er jeder Bewegung des Gegners rechtzeitig entgegentrat. Nicht im Einverständnis mit dem Ersten Lord (er war Whig und überhaupt abgeneigt, gegen die Amerikaner zu fechten), ging er nach Beendigung der Operationen 1778 nach England zurück. Er fand erst 1782 nach dem Wechsel des Ministeriums wieder Verwendung und verproviantierte Gibraltar. Im nächsten Kriege befehligte er von 1793 an die Kanalflotte und errang am 1. Juni 1794 den glänzenden Sieg bei Ouessant. Biographie vonJ. Barrow, The life of Richard, Earl Howe (London 1838).

[139]Sir Richard Howe, Viscount (1788 Earl), geboren 1726, Kapitän 1746, Kontreadmiral 1770, Vizeadmiral 1776, Admiral der blauen Flagge 1782, der weißen 1787, Admiral of the Fleet 1796, gestorben 5. August 1799, war ein erfahrener Seemann und ein Admiral, der sich durch seine Eigenschaften — Entschlußfähigkeit, Tatkraft und Ausdauer — gerade für die defensive Kriegführung des Jahres 1778 eignete, indem er jeder Bewegung des Gegners rechtzeitig entgegentrat. Nicht im Einverständnis mit dem Ersten Lord (er war Whig und überhaupt abgeneigt, gegen die Amerikaner zu fechten), ging er nach Beendigung der Operationen 1778 nach England zurück. Er fand erst 1782 nach dem Wechsel des Ministeriums wieder Verwendung und verproviantierte Gibraltar. Im nächsten Kriege befehligte er von 1793 an die Kanalflotte und errang am 1. Juni 1794 den glänzenden Sieg bei Ouessant. Biographie vonJ. Barrow, The life of Richard, Earl Howe (London 1838).

[140]Dies ist der erste derartige Fall. Die Franzosen ahmten ihn später nach, aber das Verfahren wurde doch in beiden Marinen wieder aufgegeben.Mahanbringt (Mahan I, Seite 338) eine lesenswerte Betrachtung über die verschiedenen Plätze eines Flottenchefs — ob an der Spitze, in der Mitte oder ganz außerhalb der Linie — mit ihren Vor- und Nachteilen und bezeichnet den hier in Frage stehenden Platz als den ungeeignetsten, weil er den Admiral wahrscheinlich zum untätigen Zuschauer des Kampfes mache und ihm die Möglichkeit nähme, durch sein Beispiel zu wirken.

[140]Dies ist der erste derartige Fall. Die Franzosen ahmten ihn später nach, aber das Verfahren wurde doch in beiden Marinen wieder aufgegeben.Mahanbringt (Mahan I, Seite 338) eine lesenswerte Betrachtung über die verschiedenen Plätze eines Flottenchefs — ob an der Spitze, in der Mitte oder ganz außerhalb der Linie — mit ihren Vor- und Nachteilen und bezeichnet den hier in Frage stehenden Platz als den ungeeignetsten, weil er den Admiral wahrscheinlich zum untätigen Zuschauer des Kampfes mache und ihm die Möglichkeit nähme, durch sein Beispiel zu wirken.

[141]Cap Français oder Le Cap vgl. Fußnote Seite 176.

[141]Cap Français oder Le Cap vgl. Fußnote Seite 176.

[142]Samuel Barrington, geboren 1728, Kapitän 1747, Kontreadmiral 1778, Vizeadmiral 1779, Admiral 1787, gestorben 1800. Als tüchtiger Seeoffizier von schnellem Entschluß hatte er sich schon im Siebenjährigen Kriege in verschiedenen Einzelgefechten ausgezeichnet.

[142]Samuel Barrington, geboren 1728, Kapitän 1747, Kontreadmiral 1778, Vizeadmiral 1779, Admiral 1787, gestorben 1800. Als tüchtiger Seeoffizier von schnellem Entschluß hatte er sich schon im Siebenjährigen Kriege in verschiedenen Einzelgefechten ausgezeichnet.

[143]John Byron, der Großvater des Dichters Lord Byron, geboren 1723, machte als Midshipman auf der Fregatte „Wager“AnsonsWeltumsegelung mit, litt aber schon 1741 in der Magelhaenstraße Schiffbruch und geriet bis 1745 in spanische Kriegsgefangenschaft; 1746 war er Kapitän. Im Siebenjährigen Kriege schleifte er 1760 als Befehlshaber eines kleinen Geschwaders die Befestigungen von Louisbourg und brachte Freibeuter im Lorenzgolf auf, 1761 nahm er teil an der Expedition gegen Belle-Ile. Von 1764 bis 1766 leitete er die Erdumsegelung zweier Schiffe besonders zum Zweck der Erforschung der Südsee, die aber wenig Ergebnis hatte. Er wurde 1775 Kontreadmiral, 1780 Vizeadmiral der blauen Flagge. In der Schlacht bei Grenada erwarb er keinen Ruhm und ging wieder nach Nordamerika. Er war ein tüchtiger Seemann, aber kein Flottenchef, auch kein bedeutender Entdecker und wurde später nicht mehr verwendet. 1780 ward er Vizeadmiral der weißen Flagge und starb 1786. Über seine Weltumsegelung vgl. Clowes Band IV, Seite 117.

[143]John Byron, der Großvater des Dichters Lord Byron, geboren 1723, machte als Midshipman auf der Fregatte „Wager“AnsonsWeltumsegelung mit, litt aber schon 1741 in der Magelhaenstraße Schiffbruch und geriet bis 1745 in spanische Kriegsgefangenschaft; 1746 war er Kapitän. Im Siebenjährigen Kriege schleifte er 1760 als Befehlshaber eines kleinen Geschwaders die Befestigungen von Louisbourg und brachte Freibeuter im Lorenzgolf auf, 1761 nahm er teil an der Expedition gegen Belle-Ile. Von 1764 bis 1766 leitete er die Erdumsegelung zweier Schiffe besonders zum Zweck der Erforschung der Südsee, die aber wenig Ergebnis hatte. Er wurde 1775 Kontreadmiral, 1780 Vizeadmiral der blauen Flagge. In der Schlacht bei Grenada erwarb er keinen Ruhm und ging wieder nach Nordamerika. Er war ein tüchtiger Seemann, aber kein Flottenchef, auch kein bedeutender Entdecker und wurde später nicht mehr verwendet. 1780 ward er Vizeadmiral der weißen Flagge und starb 1786. Über seine Weltumsegelung vgl. Clowes Band IV, Seite 117.

[144]Chevalier II und Lacour II bringen eine genaue, sehr unparteiische Beurteilung dieser erfolglosen Operation.

[144]Chevalier II und Lacour II bringen eine genaue, sehr unparteiische Beurteilung dieser erfolglosen Operation.

[145]Sir Charles Hardy, geboren um 1716, in die Marine eingetreten 1731, wurde 1737 Leutnant, 1741 Kapitän, 1755 Gouverneur von New York, 1756 Kontre-, 1762 Vizeadmiral, 1770 Admiral. Er nahm teil an den drei Kriegen seiner Zeit. Im Siebenjährigen diente er mit Auszeichnung 1757/58 an der nordamerikanischen Küste (unter Boscawen vor Louisbourg), 1761/62 an der französischen (unter Hawke bei Quiberon); er starb 1780.

[145]Sir Charles Hardy, geboren um 1716, in die Marine eingetreten 1731, wurde 1737 Leutnant, 1741 Kapitän, 1755 Gouverneur von New York, 1756 Kontre-, 1762 Vizeadmiral, 1770 Admiral. Er nahm teil an den drei Kriegen seiner Zeit. Im Siebenjährigen diente er mit Auszeichnung 1757/58 an der nordamerikanischen Küste (unter Boscawen vor Louisbourg), 1761/62 an der französischen (unter Hawke bei Quiberon); er starb 1780.

[146]Vgl. auch die Tabellen Seite 224 mit dem Hinweis auf ihre nur bedingte Zuverlässigkeit, besonders was die spanische Marine anbetrifft.

[146]Vgl. auch die Tabellen Seite 224 mit dem Hinweis auf ihre nur bedingte Zuverlässigkeit, besonders was die spanische Marine anbetrifft.

[147]Sir George Bridges Rodney, 1782 Baron R., geboren 16. Februar 1718, Kapitän 1742, Kontreadmiral 1759, Vizeadmiral 1762, Admiral 1778, gestorben 24. Mai 1792, diente als Kommandant eines Linienschiffes im österreichischen Erbfolgekriege (bei Finisterre 1747 unter Hawke) und im Siebenjährigen Kriege (bei Louisbourg 1759 unter Boscawen), führte 1759/60 ein Geschwader zur Blockierung der französischen Kanalhäfen, beschoß Havre, erhielt 1761 den Befehl auf der Antillenstation, nahm 1762 Martinique. Leichtsinnig in seinem Lebenswandel, hielt er sich bei Ausbruch des Krieges 1778 wegen seiner Schulden in England in Paris auf. Der französische Marschallde Bironhörte, daßRodneysich rühme, er würde mit der französischen Flotte schon fertig werden, wenn er nur nach England könne, und bezahlte in einer Anwandlung von Ritterlichkeit sowie nationalem Kitzel dessen Schulden. Nun nach England zurückgekehrt, erhielt Rodney das obenerwähnte Kommando, und damit begann der glorreiche Teil der Laufbahn dieses tüchtigen und mutigen Mannes, der damals schon 62 Jahre zählte und schwer unter der Gicht litt. Seine Schlachten, besonders in Westindien ausgefochten, sein Geschick als Stratege und Taktiker und — sein Glück, werden wir bald kennen lernen. Biographische Angaben:Mundy, The life and correspondence of the late Admiral R. (London 1830.)

[147]Sir George Bridges Rodney, 1782 Baron R., geboren 16. Februar 1718, Kapitän 1742, Kontreadmiral 1759, Vizeadmiral 1762, Admiral 1778, gestorben 24. Mai 1792, diente als Kommandant eines Linienschiffes im österreichischen Erbfolgekriege (bei Finisterre 1747 unter Hawke) und im Siebenjährigen Kriege (bei Louisbourg 1759 unter Boscawen), führte 1759/60 ein Geschwader zur Blockierung der französischen Kanalhäfen, beschoß Havre, erhielt 1761 den Befehl auf der Antillenstation, nahm 1762 Martinique. Leichtsinnig in seinem Lebenswandel, hielt er sich bei Ausbruch des Krieges 1778 wegen seiner Schulden in England in Paris auf. Der französische Marschallde Bironhörte, daßRodneysich rühme, er würde mit der französischen Flotte schon fertig werden, wenn er nur nach England könne, und bezahlte in einer Anwandlung von Ritterlichkeit sowie nationalem Kitzel dessen Schulden. Nun nach England zurückgekehrt, erhielt Rodney das obenerwähnte Kommando, und damit begann der glorreiche Teil der Laufbahn dieses tüchtigen und mutigen Mannes, der damals schon 62 Jahre zählte und schwer unter der Gicht litt. Seine Schlachten, besonders in Westindien ausgefochten, sein Geschick als Stratege und Taktiker und — sein Glück, werden wir bald kennen lernen. Biographische Angaben:Mundy, The life and correspondence of the late Admiral R. (London 1830.)

[148]Hierüber vgl. das in Band I, Seite356Ausgeführte.

[148]Hierüber vgl. das in Band I, Seite356Ausgeführte.

[149]Luc Urbain de Bouexic, Comte de Guichen, geboren 21. Juni 1712, Garde marine 1730, Lieutenant 1746, Capitaine 1756, Chef d'Escadre 1776, Lieut.-Général 1779, gestorben 13. Januar 1790, war viel zur See gefahren und hatte sich in den beiden letzten Kriegen sehr hervorgetan. 1778 führte er bei Ouessant eine Division der Mitte, 1779 die Vorhut der großen Flotte d'Orvilliers'. Er galt für sehr tüchtig in der Führung eines Geschwaders, aber auch für einen Typ der vorsichtigen taktischen Schule, außerdem war er jetzt 68 Jahre alt. Nach seinen drei Schlachten mitRodney, der ihn als Gegner hoch einschätzte, stand er 1781/82 in der französisch-spanischen Flotte unterCordoba. Am 12. Dezember 1781 wurde er im Atlantik bei Begleitung eines Konvois von Admiral Kempenfelt mit schwächeren Kräften geschlagen.

[149]Luc Urbain de Bouexic, Comte de Guichen, geboren 21. Juni 1712, Garde marine 1730, Lieutenant 1746, Capitaine 1756, Chef d'Escadre 1776, Lieut.-Général 1779, gestorben 13. Januar 1790, war viel zur See gefahren und hatte sich in den beiden letzten Kriegen sehr hervorgetan. 1778 führte er bei Ouessant eine Division der Mitte, 1779 die Vorhut der großen Flotte d'Orvilliers'. Er galt für sehr tüchtig in der Führung eines Geschwaders, aber auch für einen Typ der vorsichtigen taktischen Schule, außerdem war er jetzt 68 Jahre alt. Nach seinen drei Schlachten mitRodney, der ihn als Gegner hoch einschätzte, stand er 1781/82 in der französisch-spanischen Flotte unterCordoba. Am 12. Dezember 1781 wurde er im Atlantik bei Begleitung eines Konvois von Admiral Kempenfelt mit schwächeren Kräften geschlagen.

[150]Wir folgen hauptsächlich der Schilderung in Clowes III, Seite 453, geschrieben vonCaptain Mahan, als der neuesten und eingehendsten. Unsere anderen Quellen, auch Mahan in „Seemacht“ I, weichen von dieser darin ab, daß nach ihnen die Schlacht über Steuerbordbug geschlagen wurde. Dies hat jedoch auf ihren Verlauf und für die Beurteilung der vonRodneyangestrebten Taktik keinen Einfluß.

[150]Wir folgen hauptsächlich der Schilderung in Clowes III, Seite 453, geschrieben vonCaptain Mahan, als der neuesten und eingehendsten. Unsere anderen Quellen, auch Mahan in „Seemacht“ I, weichen von dieser darin ab, daß nach ihnen die Schlacht über Steuerbordbug geschlagen wurde. Dies hat jedoch auf ihren Verlauf und für die Beurteilung der vonRodneyangestrebten Taktik keinen Einfluß.

[151]Rodney schrieb an seine Frau, daß Offiziere und Leute 14 Tage hindurch kaum zum Schlafen gekommen seien; nur das herrliche Passatwetter habe das Ertragen der Anstrengungen ermöglicht.Guichen, der außerdem am 17. April einen Sohn verloren hatte, bat um seine Ablösung, da sein Gesundheitszustand es nicht erlaube, weiterhin derartige Strapazen und andauernde Verantwortung zu übernehmen.

[151]Rodney schrieb an seine Frau, daß Offiziere und Leute 14 Tage hindurch kaum zum Schlafen gekommen seien; nur das herrliche Passatwetter habe das Ertragen der Anstrengungen ermöglicht.Guichen, der außerdem am 17. April einen Sohn verloren hatte, bat um seine Ablösung, da sein Gesundheitszustand es nicht erlaube, weiterhin derartige Strapazen und andauernde Verantwortung zu übernehmen.

[152]Näheres über die französische Stellung und ihre Schwächen vgl. Mahan I, Seite 381/82. —Graveswar 1801 zweiter im Kommando unterNelsonbei dem ähnlichen, aber noch schwierigeren Unternehmen gegen Kopenhagen.

[152]Näheres über die französische Stellung und ihre Schwächen vgl. Mahan I, Seite 381/82. —Graveswar 1801 zweiter im Kommando unterNelsonbei dem ähnlichen, aber noch schwierigeren Unternehmen gegen Kopenhagen.

[153]Vgl. die Fußnote Seite 291 über die Ungenauigkeit der Zahlenangaben.

[153]Vgl. die Fußnote Seite 291 über die Ungenauigkeit der Zahlenangaben.

[154]Lacour II spricht im Gegensatz zu sämtlichen anderen Quellen von 24 Linienschiffen, gibt dann aber die Gesamtstärke auch nur auf 49 an.

[154]Lacour II spricht im Gegensatz zu sämtlichen anderen Quellen von 24 Linienschiffen, gibt dann aber die Gesamtstärke auch nur auf 49 an.

[155]Anschließend an Seite 298, (Ende Europäische Gewässer 1780), Kleindruck. Über die jetzt hier folgenden Verhältnisse und Ereignisse, sowie über Zusammenstöße einzelner holländischer Schiffe mit englischen sehr genaue Angaben in de Jonge, Band IV, Seite 474 ff.

[155]Anschließend an Seite 298, (Ende Europäische Gewässer 1780), Kleindruck. Über die jetzt hier folgenden Verhältnisse und Ereignisse, sowie über Zusammenstöße einzelner holländischer Schiffe mit englischen sehr genaue Angaben in de Jonge, Band IV, Seite 474 ff.

[156]Besonders benützte Quellen: Clowes, Band III, Seite 505 ff.; de Jonge, Band IV, Seite 514 ff. In letzterer ist die Schlacht sehr genau mit Eingehen auf den Kampf der einzelnen Schiffe beschrieben.

[156]Besonders benützte Quellen: Clowes, Band III, Seite 505 ff.; de Jonge, Band IV, Seite 514 ff. In letzterer ist die Schlacht sehr genau mit Eingehen auf den Kampf der einzelnen Schiffe beschrieben.

[157]Sehr eingehend geschildert in de Jonge, Band IV, Seite 458 ff.

[157]Sehr eingehend geschildert in de Jonge, Band IV, Seite 458 ff.

[158]François Joseph Paul Chevalier(später Comte)de Grasse-Tilly, geboren 13. September 1722, Garde-Marine 1739, Lieutenant 1754, Capitaine 1762, Chef d'Escadre 1778, Lieutenant-Général 22. März 1781, gestorben 11. Januar 1788. Er hatte sich in den beiden letzten Kriegen als tüchtiger Offizier bewährt, ohne jedoch besonders hervorzutreten. 1779 diente er unterd'Estaing, 1780 unterde Guichenin Westindien. Französische Quellen nennen ihn „tapfer, unterrichtet und erfahren, aber mehr theoretisch als praktisch beanlagt; wohl geeignet zum Geschwaderchef, aber nicht zum Führer großer Flotten“. Wir werden sehen, daß er bei der Abfahrt von Westindien nach Nordamerika Scharfblick, Schnelligkeit und Tatkraft zeigte. Bei Dominica 1782 geschlagen und gefangen genommen, schob er alle Schuld auf seine Untergebenen. Seine Taktlosigkeit hierbei sowie seine Anfechtung des kriegsgerichtlichen Spruches zog ihm die Mißachtung seiner Kameraden und die Ungnade des Königs zu.

[158]François Joseph Paul Chevalier(später Comte)de Grasse-Tilly, geboren 13. September 1722, Garde-Marine 1739, Lieutenant 1754, Capitaine 1762, Chef d'Escadre 1778, Lieutenant-Général 22. März 1781, gestorben 11. Januar 1788. Er hatte sich in den beiden letzten Kriegen als tüchtiger Offizier bewährt, ohne jedoch besonders hervorzutreten. 1779 diente er unterd'Estaing, 1780 unterde Guichenin Westindien. Französische Quellen nennen ihn „tapfer, unterrichtet und erfahren, aber mehr theoretisch als praktisch beanlagt; wohl geeignet zum Geschwaderchef, aber nicht zum Führer großer Flotten“. Wir werden sehen, daß er bei der Abfahrt von Westindien nach Nordamerika Scharfblick, Schnelligkeit und Tatkraft zeigte. Bei Dominica 1782 geschlagen und gefangen genommen, schob er alle Schuld auf seine Untergebenen. Seine Taktlosigkeit hierbei sowie seine Anfechtung des kriegsgerichtlichen Spruches zog ihm die Mißachtung seiner Kameraden und die Ungnade des Königs zu.

[159]Sir Samuel Hood(1782 Baron, 1796 Viscount), geboren 1724, Kapitän 1756, Kontreadmiral 1780, Vizeadmiral 1787, Admiral der blauen Flagge 1794, der weißen 1799, gestorben 27. Januar 1816. Er nahm am Siebenjährigen Kriege als Leutnant und später als Kommandant einer Fregatte mit Auszeichnung teil. Er war ein sehr tüchtiger Admiral, wohl befähigt zur Führung großer Flotten. Er stand 1781 in Nordamerika unterGravesund 1782 unterRodneyin Westindien; beiden wies er verschiedene Fehler nach. 1782 zeichnete er sich als Oberbefehlshaber bei St. Christopher in strategischer und taktischer Hinsicht aus. Im nächsten Kriege (1793 bis 1802) befehligte er 1793/94 die Mittelmeerflotte und besetzte 1793 Toulon.

[159]Sir Samuel Hood(1782 Baron, 1796 Viscount), geboren 1724, Kapitän 1756, Kontreadmiral 1780, Vizeadmiral 1787, Admiral der blauen Flagge 1794, der weißen 1799, gestorben 27. Januar 1816. Er nahm am Siebenjährigen Kriege als Leutnant und später als Kommandant einer Fregatte mit Auszeichnung teil. Er war ein sehr tüchtiger Admiral, wohl befähigt zur Führung großer Flotten. Er stand 1781 in Nordamerika unterGravesund 1782 unterRodneyin Westindien; beiden wies er verschiedene Fehler nach. 1782 zeichnete er sich als Oberbefehlshaber bei St. Christopher in strategischer und taktischer Hinsicht aus. Im nächsten Kriege (1793 bis 1802) befehligte er 1793/94 die Mittelmeerflotte und besetzte 1793 Toulon.

[160]Auf die Ereignisse am Lande soll nur soweit eingegangen werden, als es nötig erscheint, um die Tätigkeit der Seestreitkräfte sowie den Verlauf des ganzen Krieges beurteilen zu können; ihre Schilderung wird deshalb nicht vollständig, selbst nicht immer ganz genau sein.

[160]Auf die Ereignisse am Lande soll nur soweit eingegangen werden, als es nötig erscheint, um die Tätigkeit der Seestreitkräfte sowie den Verlauf des ganzen Krieges beurteilen zu können; ihre Schilderung wird deshalb nicht vollständig, selbst nicht immer ganz genau sein.

[161]Nach Clowes III, Seite 489, und Mahan I, Seite 372, deren Angaben in den Hauptsachen mit den französischen Quellen übereinstimmen.

[161]Nach Clowes III, Seite 489, und Mahan I, Seite 372, deren Angaben in den Hauptsachen mit den französischen Quellen übereinstimmen.

[162]Näheres hierüber vgl. Lacour II, Seite 362 und Chevalier II, Seite 237.

[162]Näheres hierüber vgl. Lacour II, Seite 362 und Chevalier II, Seite 237.

[163]Besonders benutzte Quellen: Clowes III, Seite 497; Bonfils III, Seite 209; Troude II, Seite 108. Clowes gibt auch Näheres über die von Hood an der Führung der englischen Flotte später geübte Kritik.

[163]Besonders benutzte Quellen: Clowes III, Seite 497; Bonfils III, Seite 209; Troude II, Seite 108. Clowes gibt auch Näheres über die von Hood an der Führung der englischen Flotte später geübte Kritik.

[164]Besonders benutzte Quellen: Campbell Band VII, Seite 60; Chevalier II, Seite 336; gerade in diesem Werke sehr eingehend behandelt.

[164]Besonders benutzte Quellen: Campbell Band VII, Seite 60; Chevalier II, Seite 336; gerade in diesem Werke sehr eingehend behandelt.

[165]Etwa zwei Drittel von diesen waren Hannoveraner, die Stammtruppen der jetzigen Regimenter: Füsilierregiment Prinz Albrecht von Preußen (Hannoversches) Nr. 73, Infanterieregiment v. Voigts-Rhetz (3. Hannoversches) Nr. 79 und des Jägerbataillons Nr. 10, denen zur Erinnerung an die ruhmreiche Verteidigung von Gibraltar als Abzeichen ein hellblaues Band mit der Inschrift „Gibraltar“ am rechten Unterarm verliehen ist.

[165]Etwa zwei Drittel von diesen waren Hannoveraner, die Stammtruppen der jetzigen Regimenter: Füsilierregiment Prinz Albrecht von Preußen (Hannoversches) Nr. 73, Infanterieregiment v. Voigts-Rhetz (3. Hannoversches) Nr. 79 und des Jägerbataillons Nr. 10, denen zur Erinnerung an die ruhmreiche Verteidigung von Gibraltar als Abzeichen ein hellblaues Band mit der Inschrift „Gibraltar“ am rechten Unterarm verliehen ist.

[166]Hauptquellen: Mahan I, Clowes III, Chevalier II, Lacour II, deren Angaben in den Hauptsachen übereinstimmen.

[166]Hauptquellen: Mahan I, Clowes III, Chevalier II, Lacour II, deren Angaben in den Hauptsachen übereinstimmen.

[167]Dieses Schiff befehligte Kapitänd'Albert de Rions, nach Suffrens Ansicht der tüchtigste Offizier der Marine; er hatte sich schon mit Suffren unter d'Estaing ausgezeichnet, und wir werden ihm noch öfter begegnen.

[167]Dieses Schiff befehligte Kapitänd'Albert de Rions, nach Suffrens Ansicht der tüchtigste Offizier der Marine; er hatte sich schon mit Suffren unter d'Estaing ausgezeichnet, und wir werden ihm noch öfter begegnen.

[168]Hauptquellen für beide Schlachten bei Dominica vgl. Fußnote Seite 355.

[168]Hauptquellen für beide Schlachten bei Dominica vgl. Fußnote Seite 355.

[169]Die Engländer nennen die Schlacht „Les Saintes“ oder „am 12. April“, die französischen sowie die deutschen Geschichtswerke „Dominica“.

[169]Die Engländer nennen die Schlacht „Les Saintes“ oder „am 12. April“, die französischen sowie die deutschen Geschichtswerke „Dominica“.

[170]Die fünf Schiffe wurden von den Engländern genommen.

[170]Die fünf Schiffe wurden von den Engländern genommen.

[171]Wie langsam das Passieren der Flotten verlief, beweist die Angabe, daß Rodneys Flaggschiff, das 18. der Linie, erst um 8½ Uhr, und Hoods Schiff gar erst gegen 9½ Uhr das Feuer eröffnete.

[171]Wie langsam das Passieren der Flotten verlief, beweist die Angabe, daß Rodneys Flaggschiff, das 18. der Linie, erst um 8½ Uhr, und Hoods Schiff gar erst gegen 9½ Uhr das Feuer eröffnete.

[172]Die später von den Engländern genommenen Schiffe sind im Plan III und IV mit einem kleinen Kreuz bezeichnet.

[172]Die später von den Engländern genommenen Schiffe sind im Plan III und IV mit einem kleinen Kreuz bezeichnet.

[173]Es sei besonders verwiesen auf Mahan I, Clowes Band III, Chevalier II. Von diesen behandelt der erste besonders den Durchbruch Rodneys, der zweite die Kritik Hoods über Rodneys fehlerhaftes Verhalten nach dem Durchbruch, der dritte die Führung der französischen Flotte und das deswegen abgehaltene Kriegsgericht über de Grasse und die von diesem angeschuldigten Offiziere.

[173]Es sei besonders verwiesen auf Mahan I, Clowes Band III, Chevalier II. Von diesen behandelt der erste besonders den Durchbruch Rodneys, der zweite die Kritik Hoods über Rodneys fehlerhaftes Verhalten nach dem Durchbruch, der dritte die Führung der französischen Flotte und das deswegen abgehaltene Kriegsgericht über de Grasse und die von diesem angeschuldigten Offiziere.

[174]Die kleine französische Flottille, die zur Hudsonbucht gesandt war, plünderte unter Kapitän La Pérouse, dem später verschollenen Entdecker, einige englische Pelzhandelsniederlassungen.

[174]Die kleine französische Flottille, die zur Hudsonbucht gesandt war, plünderte unter Kapitän La Pérouse, dem später verschollenen Entdecker, einige englische Pelzhandelsniederlassungen.

[175]Im Anschluß an Seite 182 ff. Wie dort und aus den gleichen Gründen (Seite 182, Anmerkung) sind die Ereignisse am Lande nur gekürzt gegeben. Näheres vgl. Zimmermann, Band II, Seite 429 ff.

[175]Im Anschluß an Seite 182 ff. Wie dort und aus den gleichen Gründen (Seite 182, Anmerkung) sind die Ereignisse am Lande nur gekürzt gegeben. Näheres vgl. Zimmermann, Band II, Seite 429 ff.

[176]Sir Edward Hughes, 1748 Kapitän, 1778 Kontre-, 1780 Vizeadmiral, 1793 Admiral der blauen Flagge, gestorben 1794, war ein tüchtiger Seemann von großer Tapferkeit und Hartnäckigkeit, der aber an weiterem militärischen Blick und taktischem Geschick seinem späteren Gegner in Indien,Suffren, nicht gewachsen war, wie sich noch zeigen wird.

[176]Sir Edward Hughes, 1748 Kapitän, 1778 Kontre-, 1780 Vizeadmiral, 1793 Admiral der blauen Flagge, gestorben 1794, war ein tüchtiger Seemann von großer Tapferkeit und Hartnäckigkeit, der aber an weiterem militärischen Blick und taktischem Geschick seinem späteren Gegner in Indien,Suffren, nicht gewachsen war, wie sich noch zeigen wird.

[177]Die Ereignisse in Indien sind in unseren Hauptquellen: Lacour II, Chevalier II, Mahan I, mit großer Sorgfalt behandelt. Lacour bringt viele Auszüge aus Briefen und Berichten Suffrens, Chevalier beschreibt die Schlachten sehr genau und Mahan gibt eingehende Kritiken in taktischer wie strategischer Hinsicht. Wir haben versucht, bei möglichster Kürze allen gerecht zu werden.

[177]Die Ereignisse in Indien sind in unseren Hauptquellen: Lacour II, Chevalier II, Mahan I, mit großer Sorgfalt behandelt. Lacour bringt viele Auszüge aus Briefen und Berichten Suffrens, Chevalier beschreibt die Schlachten sehr genau und Mahan gibt eingehende Kritiken in taktischer wie strategischer Hinsicht. Wir haben versucht, bei möglichster Kürze allen gerecht zu werden.

[178]Suffren de Saint Tropez, Pierre Andrée, Chevalier (später Bailli) de, war am 17. Juli 1729 auf dem Schlosse St. Cannat bei Marseille geboren, trat 1743 in die Marine ein, ward Leutnant 1756, Kapitän 1772, Chef d'Escadre 1782, Lieutenant-Général 1783, Vizeadmiral (in einer für ihn geschaffenen vierten Stelle) 1784, er starb am 8. Dezember 1788; sein plötzlicher Tod kam nicht unerwartet, da er zum Schlagfluß neigte, doch tauchte später das Gerücht auf, er sei in einem Duell gefallen, das durch seine Tätigkeit in Indien veranlaßt sei. Er erhielt seine Feuertaufe bei Toulon 1744 und nahm an der Schlacht bei Finisterre teil, im nächsten Kriege an denen bei Minorka und Lagos. Als Malteserritter ging er in Friedenszeiten zeitweise zum Dienste nach Malta und machte hier Züge gegen die Barbaresken mit. In unserem Kriege fanden wir ihn 1778/79 als hervorragenden Offizier unter d'Estaing in Westindien und Nordamerika. Seinen höchsten Ruhm gewann er jetzt in Indien. Seine Taten dort beschreiben Roux sowie Troublet (vgl. Quellenverzeichnis).

[178]Suffren de Saint Tropez, Pierre Andrée, Chevalier (später Bailli) de, war am 17. Juli 1729 auf dem Schlosse St. Cannat bei Marseille geboren, trat 1743 in die Marine ein, ward Leutnant 1756, Kapitän 1772, Chef d'Escadre 1782, Lieutenant-Général 1783, Vizeadmiral (in einer für ihn geschaffenen vierten Stelle) 1784, er starb am 8. Dezember 1788; sein plötzlicher Tod kam nicht unerwartet, da er zum Schlagfluß neigte, doch tauchte später das Gerücht auf, er sei in einem Duell gefallen, das durch seine Tätigkeit in Indien veranlaßt sei. Er erhielt seine Feuertaufe bei Toulon 1744 und nahm an der Schlacht bei Finisterre teil, im nächsten Kriege an denen bei Minorka und Lagos. Als Malteserritter ging er in Friedenszeiten zeitweise zum Dienste nach Malta und machte hier Züge gegen die Barbaresken mit. In unserem Kriege fanden wir ihn 1778/79 als hervorragenden Offizier unter d'Estaing in Westindien und Nordamerika. Seinen höchsten Ruhm gewann er jetzt in Indien. Seine Taten dort beschreiben Roux sowie Troublet (vgl. Quellenverzeichnis).

[179]Suffrensuchte aber doch in seinem Berichte wegen des Bruches der Neutralität sich zu rechtfertigen. Er schrieb, man könne den Ankerplatz keinen Hafen, nicht einmal eine Bucht nennen, es sei ein offener Meeresstrand. Er führte auch die Fälle auf, in denen die Engländer früher ähnlich gehandelt hätten. Diese Entschuldigung war nicht nötig, denn trotz der Verwicklungen, die mit Portugal entstanden, war die Regierung über den Erfolg so erfreut, daßSuffrenzum Chef d'Escadre ernannt wurde, doch erhielt er die Nachricht erst nach fast einem Jahre.

[179]Suffrensuchte aber doch in seinem Berichte wegen des Bruches der Neutralität sich zu rechtfertigen. Er schrieb, man könne den Ankerplatz keinen Hafen, nicht einmal eine Bucht nennen, es sei ein offener Meeresstrand. Er führte auch die Fälle auf, in denen die Engländer früher ähnlich gehandelt hätten. Diese Entschuldigung war nicht nötig, denn trotz der Verwicklungen, die mit Portugal entstanden, war die Regierung über den Erfolg so erfreut, daßSuffrenzum Chef d'Escadre ernannt wurde, doch erhielt er die Nachricht erst nach fast einem Jahre.

[180]Dieselbe Ursache, die Gefahr des Abschneidens von Schiffen, zwang am gleichen Tagede Grassezur Annahme der verhängnisvollen Schlacht bei Dominica.

[180]Dieselbe Ursache, die Gefahr des Abschneidens von Schiffen, zwang am gleichen Tagede Grassezur Annahme der verhängnisvollen Schlacht bei Dominica.

[181]Chevalier(II, Seite 409) gibt die Verluste der einzelnen französischen wie englischen Schiffe an; Troude (Band II, Seite 179) schildert kurz die Beteiligung der verschiedenen französischen Schiffe am Kampfe. Beide Autoren behandeln die späteren Schlachten Suffrens in gleicher Weise.

[181]Chevalier(II, Seite 409) gibt die Verluste der einzelnen französischen wie englischen Schiffe an; Troude (Band II, Seite 179) schildert kurz die Beteiligung der verschiedenen französischen Schiffe am Kampfe. Beide Autoren behandeln die späteren Schlachten Suffrens in gleicher Weise.

[182]Suffren führte ferner an: der Ankerplatz der Engländer zwischen den Bänken sei für einen Angriff zu gefährlich gewesen, drei französische Schiffe hätten bereits beim Ankern am 12. April Korallenriffe berührt; es sei nur noch für ein Gefecht Munition vorhanden gewesen; es habe ihm an Mannschaften sowie an Reserverundhölzern gemangelt, wofür er Abhilfe in Batticaloa erwartete. Über seine Kommandanten berichtete Suffren, daß er nichts leisten könne, wenn nicht 5 oder 6 abgelöst würden.

[182]Suffren führte ferner an: der Ankerplatz der Engländer zwischen den Bänken sei für einen Angriff zu gefährlich gewesen, drei französische Schiffe hätten bereits beim Ankern am 12. April Korallenriffe berührt; es sei nur noch für ein Gefecht Munition vorhanden gewesen; es habe ihm an Mannschaften sowie an Reserverundhölzern gemangelt, wofür er Abhilfe in Batticaloa erwartete. Über seine Kommandanten berichtete Suffren, daß er nichts leisten könne, wenn nicht 5 oder 6 abgelöst würden.

[183]Frankreich schickte Ende 1781 und Anfang 1782 verschiedentlich Verstärkungen nach Indien, von denen aber mehrere in Feindeshand fielen. Vgl. z. B. Seite323und345.

[183]Frankreich schickte Ende 1781 und Anfang 1782 verschiedentlich Verstärkungen nach Indien, von denen aber mehrere in Feindeshand fielen. Vgl. z. B. Seite323und345.

[184]Man erzählt, daß die Flagge des „Héros“ auf kurze Zeit verschwand, weil die Flaggleine abgeschossen war. Empört bei dem Gedanken, daß man glauben könne, er habe die Flagge gestrichen, riefSuffren: „Weiße Flaggen! (Die Nationalflagge mit den Lilien.) Weiße Flaggen! Man bedecke mein Schiff mit weißen Flaggen.“

[184]Man erzählt, daß die Flagge des „Héros“ auf kurze Zeit verschwand, weil die Flaggleine abgeschossen war. Empört bei dem Gedanken, daß man glauben könne, er habe die Flagge gestrichen, riefSuffren: „Weiße Flaggen! (Die Nationalflagge mit den Lilien.) Weiße Flaggen! Man bedecke mein Schiff mit weißen Flaggen.“

[185]Bereits früher (Seite 264) wurde darauf hingewiesen, daß auch der englische AdmiralHowesich am 11. August 1778 vor einer (voraussichtlichen) Schlacht auf eine Fregatte begab, sowie auf Mahans Auslassungen über den Platz des Flottenführers.

[185]Bereits früher (Seite 264) wurde darauf hingewiesen, daß auch der englische AdmiralHowesich am 11. August 1778 vor einer (voraussichtlichen) Schlacht auf eine Fregatte begab, sowie auf Mahans Auslassungen über den Platz des Flottenführers.

[186]Die bemerkenswertesten dieser Einzelgefechte, in denen Führer und Besatzungen ganz besonders Mut sowie Geschicklichkeit zeigen konnten, sind mit besonderer Vorliebe in den Spezialwerken geschildert. Vgl.: Clowes, Band IV (Kapitel Minor actions); Troude, Band II; de Jonge, Band IV, Seite 663 ff. Engländer wie Franzosen behaupten, gerade in den Kämpfen Schiff gegen Schiff dem Gegner überlegen gewesen zu sein.

[186]Die bemerkenswertesten dieser Einzelgefechte, in denen Führer und Besatzungen ganz besonders Mut sowie Geschicklichkeit zeigen konnten, sind mit besonderer Vorliebe in den Spezialwerken geschildert. Vgl.: Clowes, Band IV (Kapitel Minor actions); Troude, Band II; de Jonge, Band IV, Seite 663 ff. Engländer wie Franzosen behaupten, gerade in den Kämpfen Schiff gegen Schiff dem Gegner überlegen gewesen zu sein.

[187]De Jonge, Band IV, Seite 683.

[187]De Jonge, Band IV, Seite 683.

[188]Eingehend geschildert inSpears. — Vergleiche auch die Angaben über die amerikanische Marine und ihren Kreuzerkrieg Seite 225 und 241.

[188]Eingehend geschildert inSpears. — Vergleiche auch die Angaben über die amerikanische Marine und ihren Kreuzerkrieg Seite 225 und 241.

[189]Bis in Einzelheiten gehende Schilderungen dieses bemerkenswerten Gefechtes bringen Spears (Band I, Seite 242) und Clowes (Band IV, Seite 35).

[189]Bis in Einzelheiten gehende Schilderungen dieses bemerkenswerten Gefechtes bringen Spears (Band I, Seite 242) und Clowes (Band IV, Seite 35).

[190]Vgl. „Entstehung des Krieges“, Seite215; „Kennzeichnung des Krieges“, Seite218; „Anordnung der Schilderung nach den Kriegsschauplätzen“, Seite243.

[190]Vgl. „Entstehung des Krieges“, Seite215; „Kennzeichnung des Krieges“, Seite218; „Anordnung der Schilderung nach den Kriegsschauplätzen“, Seite243.

[191]Mahan (Band I, Kapitel XIV, Kritische Besprechung des Seekrieges von 1778) benutzt diesen Krieg zur Darlegung verschiedener wichtiger Grundsätze der Strategie, gegen die auf beiden Seiten verstoßen sei. Wir bringen in nachstehendem einiges aus den sehr lesenswerten Auslassungen, ohne sie jedoch auch nur annähernd zu erschöpfen.

[191]Mahan (Band I, Kapitel XIV, Kritische Besprechung des Seekrieges von 1778) benutzt diesen Krieg zur Darlegung verschiedener wichtiger Grundsätze der Strategie, gegen die auf beiden Seiten verstoßen sei. Wir bringen in nachstehendem einiges aus den sehr lesenswerten Auslassungen, ohne sie jedoch auch nur annähernd zu erschöpfen.

[192]Nach diesem Gesichtspunkte handelten die Engländer in den späteren Kriegen (vgl. Mahan, Band I, Seite 512), aber auch schon in den beiden vorhergegangenen war ihm Rechnung getragen (vgl. in unseren Betrachtungen Seite 115 den Ausspruch Colombs, und Seite 125 „Das Vorgehen der englischen Flotte“).

[192]Nach diesem Gesichtspunkte handelten die Engländer in den späteren Kriegen (vgl. Mahan, Band I, Seite 512), aber auch schon in den beiden vorhergegangenen war ihm Rechnung getragen (vgl. in unseren Betrachtungen Seite 115 den Ausspruch Colombs, und Seite 125 „Das Vorgehen der englischen Flotte“).

[193]Diesen Kriegsschauplatz haben wir zu unseren Betrachtungen hier nicht herangezogen. Bei seiner großen Entfernung von den anderen sowie von den Heimatshäfen stand er selbständig da und das für ihn Bemerkenswerte haben wir Seite 402 bereits gebracht.

[193]Diesen Kriegsschauplatz haben wir zu unseren Betrachtungen hier nicht herangezogen. Bei seiner großen Entfernung von den anderen sowie von den Heimatshäfen stand er selbständig da und das für ihn Bemerkenswerte haben wir Seite 402 bereits gebracht.

[194]Anschließend an die Entwicklung der Taktik im zweiten Kapitel (Seite 36–44), sowie an die Auslassungen darüber nach dem Österreichischen Erbfolgekriege (Seite 113) und nach dem Siebenjährigen Kriege (Seite 204).

[194]Anschließend an die Entwicklung der Taktik im zweiten Kapitel (Seite 36–44), sowie an die Auslassungen darüber nach dem Österreichischen Erbfolgekriege (Seite 113) und nach dem Siebenjährigen Kriege (Seite 204).


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