Chapter 4

1Die moslimisch-slavische Epik kennt weder die Chrowoten (Chorwoten) noch ein Chrowotien. Die Gegner heissen im Volkliede entweder Magjari (tanak magjarin = der schlanke Magyar; ständiges Beiwort) oder Nijemci (Deutsche, njemadia = deutsche Truppen) oder Latini (Lateiner, Venezier, Italiener).2Diese Zahl geben die Epen an. Man darf solchen Daten grosses Vertrauen entgegenbringen, denn die moslimisch-slavischen Epen zeichnen sich überhaupt durch verhältnismässig zuverlässliche Angaben aus. Übrigens wird die gedachte Zahl des Grenzmilitärs auch durch offizielle türkische Dokumente aus jener Zeit beglaubigt. Vgl. das vortreffliche Werk vonFranz Salamon: »Ungarn im Zeitalter der Türkenherrschaft.« Ins Deutsche übertragen vonGustav Jurány. Leipz. 1887. S. 112.3In Buchform erschien unter anderen: »Smailagić Meho. Pjesan naših muhamedovacâ, zabilježio« Dr. Friedrich S. Krauss. Ragusa 1886. Davon gabCarl Gröbereine gute Verdeutschung heraus: Mehmeds Brautfahrt. Wien 1890. 130 S. in 8o. S. XVI + 192. Dieses Epos umfasst 2160 Verse.4Vrgl. die wichtige Schrift »životŭtŭ na Bulgaritje vŭ srjednja Rodopa; napisalŭ S. N. S. Plovdiv 1886.« S. 44. Der Übertritt geschah in den Jahren 1657–1667.5Für vollste nationale Ursprünglichkeit tritt FrauJelica Belović-Bernadzikovskaein (Srpski narodni vez i tekstilna ornamentika. Neusatz 1907. S. 254.) Sie spricht wie eine Prophetin, die gläubige Anhänger wirbt.6J. v. Hammer, Geschichte des osmanischen Reiches. Zweite Ausgabe, Bd. I. Pesth 1834. S. 201.7Glasnik zemaljskog muzeja u Bosni i Hercegovini, 1890, Heft 2, S. 228–233.8Diese Arbeit ging teilweise in Dr.F. Miklosichs, Die türkischen Elemente in den Südost- und Osteuropäischen Sprachen. Wien 1888. gr. 4o. 194 S. auf. Das ist eine recht minderwertige lexikographische Schleuderleistung.9Drei der besten serbischen Erzähler,Ćorović,IlijćundNušić, bedienen sich absichtlich in einer Reihe ihrer schönsten Novellen der Mischsprache. Sie hängen aber ihren Sammlungen auch Worterklärungen und Wörterbücher an.10In ĭzločest ist das i prosthetisch. Auch hier zeigt sich der Einfluss des Türkischen, das Konsonantenanhäufungen meidet.11Lud. Jego zwyczaje, sposób źycia, mova, podania, przysłowia, obrzędy, gusła, zabawy, pieśny, muzyka i tańce, przedstawil Oskar Kolberg, Ser. VI. Krakau 1873. S. 322:Ale semper do dom wczas lepiéj zawsze ire,Antequam pijanice erunt insanireQuia musisz cum illis choreas inireOportet choćbyś nierad tam saltare ire.Ebd. S. 355: Dać kazal brandwein und kafalka brot by essen sobie das ist frisztik gut; a klopa szpicbub na drin ze mnie zwozi, etc.Eine Probe deutschfranzösischer Verse:Ecoute, cuisinier! Von meinen KameradenHab’ ich zwei oder drei zum déjeuner geladen.Mach nur ein gut Potage, mit all’ AppartenanceWie man es à la Cour zu dressieren pflegt en France.12Die grössere Broschüre führt den Titel: »Ovo je ćitap na bosanski jezik« (dieses ist das Religionbuch in bosnischer Sprache). Der Verfasser nennt sich Mustafa Efendi aus Brod (an der Save). Er lebte damals als Softa in Konstantinopel. Der Text hebt also an: »Jes li mumin? Ja sam hakka, el hamdu lillah ala din el islam. Imam je mojsifet. Što je mumin? Mumin je oni čovjek, štono srcem vjeruje a jezikom ikrar čini, etc.«13Man vergl.N. A. Balhassan-Oglu: Un texte ouïgour du XII-ième siècle. Revue Orientale pour les études ouralo-altaïques. Budapest 1906, p. 257–279.14V. 3srcom, dagegen V. 35: srcem. V. 48 und 49 hat der Schreiber in V. 57 f. wiederholt. Das scheint uns dafür zu zeugen, dass dem Schreiber jemand diese Avdija aus dem Gedächtnis in die Feder diktiert habe. In V. 48gr’jehova, in V. 57grihovâ. Beide Laute sind richtig und werden nebeneinander gebraucht. Die serbische Sprache wird von den Schulgrammatikern in drei Hauptmundarten eingeteilt, je nachdem der altslavische Laut durchje,ioderevorwiegend in der modernen Volksprache wiedergegeben wird. Ich habe auf meinen Reisen unter den Südslaven die Überzeugung gewonnen, dass dieser schablonenhaften Einteilung inJekavci,Ikavci undEkavci (Je-Leute,I-Leute,E-Leute) gar kein wissenschaftlicher Wert zukomme, weil dasselbe Individuum ohne irgend einen besonderen Grund bald den einen, bald den anderen Laut anwendet; so sagt z. B. einer mojadjevojka jelipa, dann ein anderes Mal m.divojka jelijepa oderdevojka jelepa.15für ludi = ludj (= ludy). Eine derartige Wortverunstaltung ist sonst wohl äusserst selten.16Bezieht sich auf die Fussbekleidung obuća. Die Frau muss dem Manne vor dem Schlafenlegen die Schuhe ausziehen und morgens wieder anziehen.

1Die moslimisch-slavische Epik kennt weder die Chrowoten (Chorwoten) noch ein Chrowotien. Die Gegner heissen im Volkliede entweder Magjari (tanak magjarin = der schlanke Magyar; ständiges Beiwort) oder Nijemci (Deutsche, njemadia = deutsche Truppen) oder Latini (Lateiner, Venezier, Italiener).2Diese Zahl geben die Epen an. Man darf solchen Daten grosses Vertrauen entgegenbringen, denn die moslimisch-slavischen Epen zeichnen sich überhaupt durch verhältnismässig zuverlässliche Angaben aus. Übrigens wird die gedachte Zahl des Grenzmilitärs auch durch offizielle türkische Dokumente aus jener Zeit beglaubigt. Vgl. das vortreffliche Werk vonFranz Salamon: »Ungarn im Zeitalter der Türkenherrschaft.« Ins Deutsche übertragen vonGustav Jurány. Leipz. 1887. S. 112.3In Buchform erschien unter anderen: »Smailagić Meho. Pjesan naših muhamedovacâ, zabilježio« Dr. Friedrich S. Krauss. Ragusa 1886. Davon gabCarl Gröbereine gute Verdeutschung heraus: Mehmeds Brautfahrt. Wien 1890. 130 S. in 8o. S. XVI + 192. Dieses Epos umfasst 2160 Verse.4Vrgl. die wichtige Schrift »životŭtŭ na Bulgaritje vŭ srjednja Rodopa; napisalŭ S. N. S. Plovdiv 1886.« S. 44. Der Übertritt geschah in den Jahren 1657–1667.5Für vollste nationale Ursprünglichkeit tritt FrauJelica Belović-Bernadzikovskaein (Srpski narodni vez i tekstilna ornamentika. Neusatz 1907. S. 254.) Sie spricht wie eine Prophetin, die gläubige Anhänger wirbt.6J. v. Hammer, Geschichte des osmanischen Reiches. Zweite Ausgabe, Bd. I. Pesth 1834. S. 201.7Glasnik zemaljskog muzeja u Bosni i Hercegovini, 1890, Heft 2, S. 228–233.8Diese Arbeit ging teilweise in Dr.F. Miklosichs, Die türkischen Elemente in den Südost- und Osteuropäischen Sprachen. Wien 1888. gr. 4o. 194 S. auf. Das ist eine recht minderwertige lexikographische Schleuderleistung.9Drei der besten serbischen Erzähler,Ćorović,IlijćundNušić, bedienen sich absichtlich in einer Reihe ihrer schönsten Novellen der Mischsprache. Sie hängen aber ihren Sammlungen auch Worterklärungen und Wörterbücher an.10In ĭzločest ist das i prosthetisch. Auch hier zeigt sich der Einfluss des Türkischen, das Konsonantenanhäufungen meidet.11Lud. Jego zwyczaje, sposób źycia, mova, podania, przysłowia, obrzędy, gusła, zabawy, pieśny, muzyka i tańce, przedstawil Oskar Kolberg, Ser. VI. Krakau 1873. S. 322:Ale semper do dom wczas lepiéj zawsze ire,Antequam pijanice erunt insanireQuia musisz cum illis choreas inireOportet choćbyś nierad tam saltare ire.Ebd. S. 355: Dać kazal brandwein und kafalka brot by essen sobie das ist frisztik gut; a klopa szpicbub na drin ze mnie zwozi, etc.Eine Probe deutschfranzösischer Verse:Ecoute, cuisinier! Von meinen KameradenHab’ ich zwei oder drei zum déjeuner geladen.Mach nur ein gut Potage, mit all’ AppartenanceWie man es à la Cour zu dressieren pflegt en France.12Die grössere Broschüre führt den Titel: »Ovo je ćitap na bosanski jezik« (dieses ist das Religionbuch in bosnischer Sprache). Der Verfasser nennt sich Mustafa Efendi aus Brod (an der Save). Er lebte damals als Softa in Konstantinopel. Der Text hebt also an: »Jes li mumin? Ja sam hakka, el hamdu lillah ala din el islam. Imam je mojsifet. Što je mumin? Mumin je oni čovjek, štono srcem vjeruje a jezikom ikrar čini, etc.«13Man vergl.N. A. Balhassan-Oglu: Un texte ouïgour du XII-ième siècle. Revue Orientale pour les études ouralo-altaïques. Budapest 1906, p. 257–279.14V. 3srcom, dagegen V. 35: srcem. V. 48 und 49 hat der Schreiber in V. 57 f. wiederholt. Das scheint uns dafür zu zeugen, dass dem Schreiber jemand diese Avdija aus dem Gedächtnis in die Feder diktiert habe. In V. 48gr’jehova, in V. 57grihovâ. Beide Laute sind richtig und werden nebeneinander gebraucht. Die serbische Sprache wird von den Schulgrammatikern in drei Hauptmundarten eingeteilt, je nachdem der altslavische Laut durchje,ioderevorwiegend in der modernen Volksprache wiedergegeben wird. Ich habe auf meinen Reisen unter den Südslaven die Überzeugung gewonnen, dass dieser schablonenhaften Einteilung inJekavci,Ikavci undEkavci (Je-Leute,I-Leute,E-Leute) gar kein wissenschaftlicher Wert zukomme, weil dasselbe Individuum ohne irgend einen besonderen Grund bald den einen, bald den anderen Laut anwendet; so sagt z. B. einer mojadjevojka jelipa, dann ein anderes Mal m.divojka jelijepa oderdevojka jelepa.15für ludi = ludj (= ludy). Eine derartige Wortverunstaltung ist sonst wohl äusserst selten.16Bezieht sich auf die Fussbekleidung obuća. Die Frau muss dem Manne vor dem Schlafenlegen die Schuhe ausziehen und morgens wieder anziehen.

1Die moslimisch-slavische Epik kennt weder die Chrowoten (Chorwoten) noch ein Chrowotien. Die Gegner heissen im Volkliede entweder Magjari (tanak magjarin = der schlanke Magyar; ständiges Beiwort) oder Nijemci (Deutsche, njemadia = deutsche Truppen) oder Latini (Lateiner, Venezier, Italiener).2Diese Zahl geben die Epen an. Man darf solchen Daten grosses Vertrauen entgegenbringen, denn die moslimisch-slavischen Epen zeichnen sich überhaupt durch verhältnismässig zuverlässliche Angaben aus. Übrigens wird die gedachte Zahl des Grenzmilitärs auch durch offizielle türkische Dokumente aus jener Zeit beglaubigt. Vgl. das vortreffliche Werk vonFranz Salamon: »Ungarn im Zeitalter der Türkenherrschaft.« Ins Deutsche übertragen vonGustav Jurány. Leipz. 1887. S. 112.3In Buchform erschien unter anderen: »Smailagić Meho. Pjesan naših muhamedovacâ, zabilježio« Dr. Friedrich S. Krauss. Ragusa 1886. Davon gabCarl Gröbereine gute Verdeutschung heraus: Mehmeds Brautfahrt. Wien 1890. 130 S. in 8o. S. XVI + 192. Dieses Epos umfasst 2160 Verse.4Vrgl. die wichtige Schrift »životŭtŭ na Bulgaritje vŭ srjednja Rodopa; napisalŭ S. N. S. Plovdiv 1886.« S. 44. Der Übertritt geschah in den Jahren 1657–1667.5Für vollste nationale Ursprünglichkeit tritt FrauJelica Belović-Bernadzikovskaein (Srpski narodni vez i tekstilna ornamentika. Neusatz 1907. S. 254.) Sie spricht wie eine Prophetin, die gläubige Anhänger wirbt.6J. v. Hammer, Geschichte des osmanischen Reiches. Zweite Ausgabe, Bd. I. Pesth 1834. S. 201.7Glasnik zemaljskog muzeja u Bosni i Hercegovini, 1890, Heft 2, S. 228–233.8Diese Arbeit ging teilweise in Dr.F. Miklosichs, Die türkischen Elemente in den Südost- und Osteuropäischen Sprachen. Wien 1888. gr. 4o. 194 S. auf. Das ist eine recht minderwertige lexikographische Schleuderleistung.9Drei der besten serbischen Erzähler,Ćorović,IlijćundNušić, bedienen sich absichtlich in einer Reihe ihrer schönsten Novellen der Mischsprache. Sie hängen aber ihren Sammlungen auch Worterklärungen und Wörterbücher an.10In ĭzločest ist das i prosthetisch. Auch hier zeigt sich der Einfluss des Türkischen, das Konsonantenanhäufungen meidet.11Lud. Jego zwyczaje, sposób źycia, mova, podania, przysłowia, obrzędy, gusła, zabawy, pieśny, muzyka i tańce, przedstawil Oskar Kolberg, Ser. VI. Krakau 1873. S. 322:Ale semper do dom wczas lepiéj zawsze ire,Antequam pijanice erunt insanireQuia musisz cum illis choreas inireOportet choćbyś nierad tam saltare ire.Ebd. S. 355: Dać kazal brandwein und kafalka brot by essen sobie das ist frisztik gut; a klopa szpicbub na drin ze mnie zwozi, etc.Eine Probe deutschfranzösischer Verse:Ecoute, cuisinier! Von meinen KameradenHab’ ich zwei oder drei zum déjeuner geladen.Mach nur ein gut Potage, mit all’ AppartenanceWie man es à la Cour zu dressieren pflegt en France.12Die grössere Broschüre führt den Titel: »Ovo je ćitap na bosanski jezik« (dieses ist das Religionbuch in bosnischer Sprache). Der Verfasser nennt sich Mustafa Efendi aus Brod (an der Save). Er lebte damals als Softa in Konstantinopel. Der Text hebt also an: »Jes li mumin? Ja sam hakka, el hamdu lillah ala din el islam. Imam je mojsifet. Što je mumin? Mumin je oni čovjek, štono srcem vjeruje a jezikom ikrar čini, etc.«13Man vergl.N. A. Balhassan-Oglu: Un texte ouïgour du XII-ième siècle. Revue Orientale pour les études ouralo-altaïques. Budapest 1906, p. 257–279.14V. 3srcom, dagegen V. 35: srcem. V. 48 und 49 hat der Schreiber in V. 57 f. wiederholt. Das scheint uns dafür zu zeugen, dass dem Schreiber jemand diese Avdija aus dem Gedächtnis in die Feder diktiert habe. In V. 48gr’jehova, in V. 57grihovâ. Beide Laute sind richtig und werden nebeneinander gebraucht. Die serbische Sprache wird von den Schulgrammatikern in drei Hauptmundarten eingeteilt, je nachdem der altslavische Laut durchje,ioderevorwiegend in der modernen Volksprache wiedergegeben wird. Ich habe auf meinen Reisen unter den Südslaven die Überzeugung gewonnen, dass dieser schablonenhaften Einteilung inJekavci,Ikavci undEkavci (Je-Leute,I-Leute,E-Leute) gar kein wissenschaftlicher Wert zukomme, weil dasselbe Individuum ohne irgend einen besonderen Grund bald den einen, bald den anderen Laut anwendet; so sagt z. B. einer mojadjevojka jelipa, dann ein anderes Mal m.divojka jelijepa oderdevojka jelepa.15für ludi = ludj (= ludy). Eine derartige Wortverunstaltung ist sonst wohl äusserst selten.16Bezieht sich auf die Fussbekleidung obuća. Die Frau muss dem Manne vor dem Schlafenlegen die Schuhe ausziehen und morgens wieder anziehen.

1Die moslimisch-slavische Epik kennt weder die Chrowoten (Chorwoten) noch ein Chrowotien. Die Gegner heissen im Volkliede entweder Magjari (tanak magjarin = der schlanke Magyar; ständiges Beiwort) oder Nijemci (Deutsche, njemadia = deutsche Truppen) oder Latini (Lateiner, Venezier, Italiener).

2Diese Zahl geben die Epen an. Man darf solchen Daten grosses Vertrauen entgegenbringen, denn die moslimisch-slavischen Epen zeichnen sich überhaupt durch verhältnismässig zuverlässliche Angaben aus. Übrigens wird die gedachte Zahl des Grenzmilitärs auch durch offizielle türkische Dokumente aus jener Zeit beglaubigt. Vgl. das vortreffliche Werk vonFranz Salamon: »Ungarn im Zeitalter der Türkenherrschaft.« Ins Deutsche übertragen vonGustav Jurány. Leipz. 1887. S. 112.

3In Buchform erschien unter anderen: »Smailagić Meho. Pjesan naših muhamedovacâ, zabilježio« Dr. Friedrich S. Krauss. Ragusa 1886. Davon gabCarl Gröbereine gute Verdeutschung heraus: Mehmeds Brautfahrt. Wien 1890. 130 S. in 8o. S. XVI + 192. Dieses Epos umfasst 2160 Verse.

4Vrgl. die wichtige Schrift »životŭtŭ na Bulgaritje vŭ srjednja Rodopa; napisalŭ S. N. S. Plovdiv 1886.« S. 44. Der Übertritt geschah in den Jahren 1657–1667.

5Für vollste nationale Ursprünglichkeit tritt FrauJelica Belović-Bernadzikovskaein (Srpski narodni vez i tekstilna ornamentika. Neusatz 1907. S. 254.) Sie spricht wie eine Prophetin, die gläubige Anhänger wirbt.

6J. v. Hammer, Geschichte des osmanischen Reiches. Zweite Ausgabe, Bd. I. Pesth 1834. S. 201.

7Glasnik zemaljskog muzeja u Bosni i Hercegovini, 1890, Heft 2, S. 228–233.

8Diese Arbeit ging teilweise in Dr.F. Miklosichs, Die türkischen Elemente in den Südost- und Osteuropäischen Sprachen. Wien 1888. gr. 4o. 194 S. auf. Das ist eine recht minderwertige lexikographische Schleuderleistung.

9Drei der besten serbischen Erzähler,Ćorović,IlijćundNušić, bedienen sich absichtlich in einer Reihe ihrer schönsten Novellen der Mischsprache. Sie hängen aber ihren Sammlungen auch Worterklärungen und Wörterbücher an.

10In ĭzločest ist das i prosthetisch. Auch hier zeigt sich der Einfluss des Türkischen, das Konsonantenanhäufungen meidet.

11Lud. Jego zwyczaje, sposób źycia, mova, podania, przysłowia, obrzędy, gusła, zabawy, pieśny, muzyka i tańce, przedstawil Oskar Kolberg, Ser. VI. Krakau 1873. S. 322:

Ale semper do dom wczas lepiéj zawsze ire,Antequam pijanice erunt insanireQuia musisz cum illis choreas inireOportet choćbyś nierad tam saltare ire.

Ale semper do dom wczas lepiéj zawsze ire,Antequam pijanice erunt insanireQuia musisz cum illis choreas inireOportet choćbyś nierad tam saltare ire.

Ale semper do dom wczas lepiéj zawsze ire,Antequam pijanice erunt insanireQuia musisz cum illis choreas inireOportet choćbyś nierad tam saltare ire.

Ale semper do dom wczas lepiéj zawsze ire,

Antequam pijanice erunt insanire

Quia musisz cum illis choreas inire

Oportet choćbyś nierad tam saltare ire.

Ebd. S. 355: Dać kazal brandwein und kafalka brot by essen sobie das ist frisztik gut; a klopa szpicbub na drin ze mnie zwozi, etc.

Eine Probe deutschfranzösischer Verse:

Ecoute, cuisinier! Von meinen KameradenHab’ ich zwei oder drei zum déjeuner geladen.Mach nur ein gut Potage, mit all’ AppartenanceWie man es à la Cour zu dressieren pflegt en France.

Ecoute, cuisinier! Von meinen KameradenHab’ ich zwei oder drei zum déjeuner geladen.Mach nur ein gut Potage, mit all’ AppartenanceWie man es à la Cour zu dressieren pflegt en France.

Ecoute, cuisinier! Von meinen KameradenHab’ ich zwei oder drei zum déjeuner geladen.Mach nur ein gut Potage, mit all’ AppartenanceWie man es à la Cour zu dressieren pflegt en France.

Ecoute, cuisinier! Von meinen Kameraden

Hab’ ich zwei oder drei zum déjeuner geladen.

Mach nur ein gut Potage, mit all’ Appartenance

Wie man es à la Cour zu dressieren pflegt en France.

12Die grössere Broschüre führt den Titel: »Ovo je ćitap na bosanski jezik« (dieses ist das Religionbuch in bosnischer Sprache). Der Verfasser nennt sich Mustafa Efendi aus Brod (an der Save). Er lebte damals als Softa in Konstantinopel. Der Text hebt also an: »Jes li mumin? Ja sam hakka, el hamdu lillah ala din el islam. Imam je mojsifet. Što je mumin? Mumin je oni čovjek, štono srcem vjeruje a jezikom ikrar čini, etc.«

13Man vergl.N. A. Balhassan-Oglu: Un texte ouïgour du XII-ième siècle. Revue Orientale pour les études ouralo-altaïques. Budapest 1906, p. 257–279.

14V. 3srcom, dagegen V. 35: srcem. V. 48 und 49 hat der Schreiber in V. 57 f. wiederholt. Das scheint uns dafür zu zeugen, dass dem Schreiber jemand diese Avdija aus dem Gedächtnis in die Feder diktiert habe. In V. 48gr’jehova, in V. 57grihovâ. Beide Laute sind richtig und werden nebeneinander gebraucht. Die serbische Sprache wird von den Schulgrammatikern in drei Hauptmundarten eingeteilt, je nachdem der altslavische Laut durchje,ioderevorwiegend in der modernen Volksprache wiedergegeben wird. Ich habe auf meinen Reisen unter den Südslaven die Überzeugung gewonnen, dass dieser schablonenhaften Einteilung inJekavci,Ikavci undEkavci (Je-Leute,I-Leute,E-Leute) gar kein wissenschaftlicher Wert zukomme, weil dasselbe Individuum ohne irgend einen besonderen Grund bald den einen, bald den anderen Laut anwendet; so sagt z. B. einer mojadjevojka jelipa, dann ein anderes Mal m.divojka jelijepa oderdevojka jelepa.

15für ludi = ludj (= ludy). Eine derartige Wortverunstaltung ist sonst wohl äusserst selten.

16Bezieht sich auf die Fussbekleidung obuća. Die Frau muss dem Manne vor dem Schlafenlegen die Schuhe ausziehen und morgens wieder anziehen.


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