Chapter 23

Der Umstand des Grundes.

(Ursache oder Sachgrund. Durch Verhältnißwörter.)

Auf dem Tische stand eine brennende Petroleumlampe. Das Oel darin wardurch die Flammewarm geworden. Der Cylinder glühtevor Hitze. Da kam von ungefähr der zehnjährige Karl an den Tisch. Aus purem Unverstande blies er in die Flamme hinein. Durch den Luftdruck aber schlug dieselbe in den Ballon. Vermöge der plötzlichen Glut zersprang dieser.

Karl prallte vor Schreck zurück. Infolge des Knalles sprang sein Vater herbei. Glücklicherweise löschte er das Feuer sogleich durch Ueberschütten mit Asche.

Der unvorsichtige Knabe hätte von Rechtswegen tüchtige Strafe verdient. Auf sein inständiges Bitten aber erließ sie ihm der Vater. Wegen des gehabten Schreckens wurde Karl indeß noch denselben Tag ernstlich krank.

(Beweggrund.)

Der junge Bauer Ehrenreich kaufte sichaus Wißbegierdeein Buch nach dem andern.Um der Bereicherung seiner Kenntnisse willenlas er oft bis in die Nacht hinein. Wegen eines neuen Werkes konnte er bei dem schlechtesten Wetter den Weg in die ferne Stadt unternehmen. Seines Lerndranges halber legte er sich auch naturhistorische Sammlungen an. Später unternahm er sogar seiner Ausbildung halber größere Reisen.

Um seiner Kenntnisse willen ehrte man ihn daher auch in seinem Dorfe allgemein. Man zog aus Achtung die Mütze vor ihm ab. Seiner reichen Erfahrungen wegen betraute man ihnspäter mit verschiedenen Aemtern. Seines klaren Urtheils halber wählte man ihn endlich sogar zum Schulzen des Ortes. Kraft ihrer inneren Ueberzeugung hielten die Ortsbewohner ihn allein für geeignet dazu.

Und Ehrenreich füllte um der Wohlfahrt seines Vaterdorfes willen seine Stellung würdig aus. Nie handelte er aus Eigennutz. Nie stiftete er Gutes blos der Ehre halber.

(Erkenntnißgrund.)

Ein Jäger sah einen Hund am Raine kauern. In demGebaren des Thiereslag etwas Verdächtiges. DemAussehen nachmußte er krank sein.

Der Jäger trat ihm näher. An dem geifernden Maule des Thieres erkannte er jetzt dessen Tollwuth. Besonders deutlich sprach diese schreckliche Krankheit aus den triefenden Augen. Der Gleichgiltigkeit des Thieres wegen schloß der Jäger allerdings auf sein baldiges Ende. Aus seinem jämmerlichen Winseln ließ sich die Größe seiner Schmerzen ermessen. An seinen kläglichen Blicken hätte man fast das Verlangen nach Erlösung erkennen mögen.

Zufolge dieser Erscheinung hielt der Jäger das Thier für nicht mehr gefährlich. Einige Sekunden darauf machte er durch eine Kugel den Leiden desselben ein Ende. Den jetzt sichtbar werdenden Zähnen nach mußte das Thier noch jung sein. Laut der Inschrift des Halsbandes gehörte es dem Arzte des nächsten Dorfes.

(Zweck und Stoff.)

Eine Mutter brachtefür ihre Kinderallerhand Geschenke vom Jahrmarkte mit. Paul bekam eine Windmühle zum Spielen.Ewald erhielt ein Kästchen für seine Schiefer. Leopold schenkte die Mutter ein Sprungseil zum Turnen. Elise übergab sie ein Körbchen zu ihren Stickereien.

Mit dem Ankaufe dieser Geschenke hatte die Mutter für die armen Blinden ein gutes Werk gethan. Alle diese Sächelchen nämlich waren im Blindeninstitute gefertigt.

Die Windmühle war aus Pappe zusammengeleimt. Das Kästchen hatte einer jener blinden Knaben aus Draht geflochten. Das Sprungseil war aus Hanf geflochten. Das Körbchen mußte aus Lindenholz geschnitzt sein.

Die vier Geschwister dankten der guten Mutter aufs herzlichste für die hübschen Sächelchen.

(Wiederholung. Ursache. Beweggrund. Erkenntnißgrund. Zweck. Stoff.)

Heuchler erkennt man an ihren Mienen. Sie spielen die Frommen aus schlauem Eigennutze. Sie leben blos für den Schein. Durch dieses Wesen aber verlieren sie alle Achtung. Man flieht sie um ihrer Falschheit willen.

Ein Heuchler ist ja nur aus Lug zusammengesetzt. All sein Handeln ist auf Täuschung berechnet. Er lebt für trügliches Blendwerk.

(Desgleichen.)

Richard ging zu seinem Vergnügen an einem mit Eis bedeckten Teiche hin. Der geringen Kälte halber war das Eis noch nicht stark. Richard vermochte sich vor dem Verlangen nach einem Wagestückchen nicht zu halten. Aus reinem Uebermuthebetrat er die schwache Eisdecke. Infolge der Last des Knaben brach leider diese sofort zusammen.

Auf das Geschrei des Verunglückten eilte ein fremder Mann herbei. Seiner Kleidung nach schien er ein Fleischer zu sein. Er hatte aus den verzweifelten Tönen sogleich die lebensgefährliche Lage des Knaben erkannt. Und er schreckte nicht aus Furcht vor dem Rettungswerke zurück.

Aus Mitleid mit dem Armen springt er ohne Zögern in den Teich. Schon in der nächsten Minute ist Richard durch den edlen Muth des Fremden gerettet. Vor Schreck ist der Knabe leichenblaß geworden. Seine Glieder zittern vor Frost. Dieses bedenklichen Zustandes wegen führt ihn sein Retter schleunigst nach Hause.

Die Mutter erkennt an den triefenden Kleidern des Knaben sofort den traurigen Vorfall. Sie läßt aus Vorsicht den Arzt rufen. Dieser aber schließt aus dem Pulsschlage des Kindes auf keine bedenklichen Folgen. Nach seinem Urtheile ist das Bette die beste Medicin für den noch Zitternden. Es soll vor allen Dingen zu dessen Erwärmung dienen.

Richard’s Vater wollte den fremden Mann für seine edle That belohnen. Dieser aber wünschte um seines Liebesdienstes willen durchaus nicht belohnt zu sein. Aus reiner Uneigennützigkeit nannte er nicht einmal seinen Namen. Sein ganzes Wesen bestand aus echtem Christensinn.

Hauptwiederholung.

[Subject. Prädicat. Zeit. Ort. Weise. Grund (Zweck). Ergänzungen.]

Der tapfere Commandant von zwölf gezogenen Batterien sendete auf erhaltenen Befehl des berühmten Feldmarschalls M.bereits seit vierundzwanzig langen Stunden ohne die geringste Unterbrechung von einer bewaldeten Anhöhe aus der starkbefestigten Stadt R. seine wohlgezielten Vollgeschosse.

Ebenso lange überschüttete die hartbedrängte Besatzung der belagerten Feste zum Schutze des gefährdeten Bollwerks mit seltenem Muthe von ihren wohlgeschützten Wällen herab die eisernen Linien des überlegenen Feindes mit verheerenden Sprengkugeln.

Viele der in Todesgefahr schwebenden Einwohner entflohen aus Furcht vor einem blutigen Sturme ängstlich klopfenden Herzens durch einen verdeckten Gang der hinteren Stadtmauer der weiten Stätte furchtbaren Grauens.

Die beherzteren Charaktere dagegen boten zur Unterstützung ihrer kämpfenden Brüder selbst während der heftigsten Kanonade in den am meisten bedrohten Stadttheilen mit wahrer Todesverachtung allen Gefahren männlichen Trutz.

Mit aller Inbrunst ihrer zitternden Herzen flehte in einer unterirdischen Kapelle des bereits stark beschädigten Domes eine große Anzahl frommer Frauen der inneren Stadt wiederholt den allmächtigen Herrn des Himmels um seinen gnädigen Beistand zur endlichen Zurückwerfung des mächtigen Feindes.

Einige Hundert der wackeren Vertheidiger der geängstigten Stadt waren bereits bis gegen Mittag auf den äußersten Forts für die Rettung der Stadt in treuer Erfüllung ihrer heiligen Soldatenpflicht den feindlichen Kugeln zum Opfer gefallen.

Inmitten der schreckenreichen Nacht entzündeten im innern Theile der Stadt zum Entsetzen der armen Einwohner die sprühenden Brandgeschosse des ungestümen Belagerungsheeres unbarmherzig den ziemlich erschöpften Gegnern eins der stärksten Pulvermagazine.

Die furchtbare Explosion richtete infolge des ungeheuren Luftdrucks in der kurzen Zeit von wenig Minuten an jenerStelle unter entsetzlichem Gekrache den vielen Umwohnenden sehr bedeutenden Schaden an.

Zur Beendung des mörderischen Kampfes befahl der feindliche General den nächsten Morgen gegen fünf Uhr von seinem hochgelegenen Beobachtungspunkte aus mittelst weithin schallender Trompetensignale seinen wohlgeübten Fußtruppen zu stürmen.

Schon nach einer Viertelstunde verzweifelter Gegenwehr ließ der bejahrte Festungscommandant tieferschütterten Herzens von dem hohen Thurme des alten Rathhauses herab dem Feinde zum Zeichen der Ergebung die weiße Fahne entgegenwehen.

[Desgleichen. — Subject, Prädicat, Zeit, Ort, Weise, Grund (Zweck), Ergänzung, Stoff.]

Die wohlerzogenen Kinder eines reichen Kaufmanns der großen Residenz schenkten einander zur gegenseitigen Ueberraschung auf wahrhaft herzliche Weise zum jedesmaligen heiligen Weihnachtsabende im Angesicht des festlich geschmückten Christbaums allerhand selbstgefertigte Sächelchen aus verschiedenen Stoffen.

Wieder einmal stieg die heilige Weihnachtszeit im feierlichen Gewande aus Myriaden Diamanten zur allgemeinen Freude der christlichen Kinderwelt vom Himmel hernieder.

Auch dieses Jahr wollten jene freundlichen Kinder aus aufrichtiger Liebe zu einander in ihrem trauten Kreise in aller Stille jener löblichen Gewohnheit ihr altes Recht werden lassen.

Die zehnjährige Gertrud stickte während der letzten acht Tage vor dem Feste in der nahen Behausung ihrer getreuen Schulfreundin ihrem munteren Bruder Günther für seine beliebten Ferienausflüge eine kleine Reisetasche aus bunter Wolle zum Umhängen.

Der lebhafte Günther dagegen schnitzte dieser seiner Schwester zur Aufbewahrung ihrer niedlichen Schmucksächelchen in seinen Freistunden in der engen Familienwohnung des alten Markthelfers seines Vaters mit außerordentlicher Sorgfalt ein länglich viereckiges Kästchen aus bräunlichem Buchenholze.

Die ältere Schwester Martha häkelte nach dem jedesmaligen Abendbrode in des guten Papas geräumiger Schreibstube unter dem halblauten Gesange sinniger Lieder dem gutmüthigen Bruder Hans aus kluger Rücksicht auf seine große Liebe zu der schönen Tugend der Sparsamkeit eine mittelgroße Geldbörse von glänzenden Perlen.

Der sanfte Hans wieder flocht der geliebten Schwester Martha innerhalb dreier Tage in dem schmalen Comptoirstübchen des väterlichen Geschäftes fast ohne jegliches Werkzeug zur Bequemlichkeit bei ihren vielen Nadelarbeiten einen allerliebsten Wandkober aus feinem Silberdrahte.

Der neckische Julius endlich baute gelegentlich in der etwas düsteren Garderobenstube seiner geliebten Mutter mit sichtlichem Vergnügen seinem kleinen Bruder Leo zur zeitweiligen Unterhaltung eine mächtig große Windmühle aus dauerhafter Pappe.

Auch die brave Mutter der liebenswürdigen Kinder blieb zur Erhöhung der Festfreude für ihre Lieblinge während dieser letzten Zeit vor Weihnachten in ihren vier Pfählen bei allen sonstigen häuslichen Besorgungen nicht unthätig.

Die gute Mutter arbeitete mit geschickten Händen ununterbrochen hinter verschlossenen Thüren allen ihren Kindern für die kalten Wintertage warme Anzüge aus gleichfarbigem Tuche.

Auf diese Weise bereitete der heilige Abend alle Jahre in diesem herzlichen Familienzirkel zu aller Herzerquickung sämmtlichen Familiengliedern große Freude.

(Desgleichen.)

Subject.Der Tod tritt oft schnell heran.Beifügung.Der kleine Hermann war ein lieber Knabe. Schon der Ausdruck seines Gesichts zeugte davon.Ergänzung.Sein Lächeln bekundete Gutmüthigkeit. Sein Wesen war Jedermann angenehm. — Eines Tages spielte er mit seiner Schwester Verstecken.Zeit.Es war um die Dämmerstunde. Sie hatten das Spiel bereits mehrmals gespielt. Ihr Vater sah ihnen schon seit geraumer Zeit zu.Ort.Er stand am Fenster. Hermann versteckte sich jetzt hinter eine Mauer. Hier sollte ihn die Schwester nicht finden.Weise.Er kauerte in lauschender Stellung. So hoffte er mit Zuversicht unentdeckt zu bleiben.Ort.Plötzlich aber rollte ein Ziegel vom Dache herab. Der Ziegel fiel dem Knaben gerade auf den Kopf.Ursache.Er war durch einen Windstoß losgelöst worden.Erkenntniß.Der Vater erkannte an dem jähen Aufschrei seines Kindes etwas Entsetzliches.Beweggrund.Von banger Ahnung getrieben eilte er herbei.Zweck.Er wollte zu Hilfe kommen.Zahl.Hier aber hätten zehn Aerzte nicht mehr helfen können.Stoff.Der fallende Ziegel war aus gebranntem Lehm. Er hatte den armen Knaben erschlagen.

Subject.Der Tod tritt oft schnell heran.

Subject.

Der Tod tritt oft schnell heran.

Beifügung.Der kleine Hermann war ein lieber Knabe. Schon der Ausdruck seines Gesichts zeugte davon.

Beifügung.

Der kleine Hermann war ein lieber Knabe. Schon der Ausdruck seines Gesichts zeugte davon.

Ergänzung.Sein Lächeln bekundete Gutmüthigkeit. Sein Wesen war Jedermann angenehm. — Eines Tages spielte er mit seiner Schwester Verstecken.

Ergänzung.

Sein Lächeln bekundete Gutmüthigkeit. Sein Wesen war Jedermann angenehm. — Eines Tages spielte er mit seiner Schwester Verstecken.

Zeit.Es war um die Dämmerstunde. Sie hatten das Spiel bereits mehrmals gespielt. Ihr Vater sah ihnen schon seit geraumer Zeit zu.

Zeit.

Es war um die Dämmerstunde. Sie hatten das Spiel bereits mehrmals gespielt. Ihr Vater sah ihnen schon seit geraumer Zeit zu.

Ort.Er stand am Fenster. Hermann versteckte sich jetzt hinter eine Mauer. Hier sollte ihn die Schwester nicht finden.

Ort.

Er stand am Fenster. Hermann versteckte sich jetzt hinter eine Mauer. Hier sollte ihn die Schwester nicht finden.

Weise.Er kauerte in lauschender Stellung. So hoffte er mit Zuversicht unentdeckt zu bleiben.

Weise.

Er kauerte in lauschender Stellung. So hoffte er mit Zuversicht unentdeckt zu bleiben.

Ort.Plötzlich aber rollte ein Ziegel vom Dache herab. Der Ziegel fiel dem Knaben gerade auf den Kopf.

Ort.

Plötzlich aber rollte ein Ziegel vom Dache herab. Der Ziegel fiel dem Knaben gerade auf den Kopf.

Ursache.Er war durch einen Windstoß losgelöst worden.

Ursache.

Er war durch einen Windstoß losgelöst worden.

Erkenntniß.Der Vater erkannte an dem jähen Aufschrei seines Kindes etwas Entsetzliches.

Erkenntniß.

Der Vater erkannte an dem jähen Aufschrei seines Kindes etwas Entsetzliches.

Beweggrund.Von banger Ahnung getrieben eilte er herbei.

Beweggrund.

Von banger Ahnung getrieben eilte er herbei.

Zweck.Er wollte zu Hilfe kommen.

Zweck.

Er wollte zu Hilfe kommen.

Zahl.Hier aber hätten zehn Aerzte nicht mehr helfen können.

Zahl.

Hier aber hätten zehn Aerzte nicht mehr helfen können.

Stoff.Der fallende Ziegel war aus gebranntem Lehm. Er hatte den armen Knaben erschlagen.

Stoff.

Der fallende Ziegel war aus gebranntem Lehm. Er hatte den armen Knaben erschlagen.

[Desgleichen. — Subject, Prädicat, Zeit, Ort, Weise, Grund (Zweck), Ergänzungen, Zahl, Stoff.]

Ein steinreicher Graf aus einem alten Geschlechte des östreichischen Adels ließ vor einigen Jahren aus lauter Eitelkeit seinerstolzen Gemahlin in der unmittelbaren Nähe einer lebhaften Seestadt der deutschen Nordküste mit ungeheueren Opfern mehrere prachtvolle Wohnsitze aus kostbarer Steinmasse errichten.

Der berühmte Baumeister des verschwenderischen Herrn mußte in Zeit von zehn Monaten auf einer sonnigen Hügelkette unweit des ziemlich großen Hafens nach dem geschmackvollsten Muster französischer Bauweise der jungen Gräfin zum zeitweiligen Aufenthalte während der heißen Sommertage zwei reizende Villen aus weißem Marmor erbauen.

Der gepriesenste Ofenfabrikant der nunmehrigen Kaiserstadt Berlin fertigte kurz nach Beginn des bewundernswerthen Baues in seinen eigens dazu eingerichteten Brennöfen mit aller Sorgfalt den schmucken Wohnzimmern der vorerwähnten Frau sechs wundervolle Kamine aus weißem Porzellan zur Benutzung für die kühlen Abende.

Der sehr geschickte Hoftischler des französischen Kaisers hatte unter anderem während der letzten Monate der kurzen Bauzeit in seiner umfangreichen Werkstatt an einer der volkreichsten Straßen mit allem Aufgebot seines Geschmacksinnes der hohen Frau zur hinlänglichen Bequemlichkeit ein Dutzend große Armsessel aus dem feinsten Mahagoniholze zu verfertigen.

Der erste Tapezier der nahen Seestadt mußte gleich nach Vollendung der reizenden Sommersitze der den Luxus liebenden Dame zur Bewunderung des gräflichen Reichthums vor allen Fenstern der zahllosen Zimmer auf die ausgesuchteste Weise je vier faltenreiche Gardinen von der schwersten Seide anbringen.

Zudem mußte derselbe gesuchte Verschönerungskünstler der gräflichen Eigenthümerin dieser seltenen Prachtvillen sofort fünfzig Stück auserlesene Teppiche aus den besten orientalischen Stoffen aus einer türkischen Fabrik unter sicherer Begleitung eines zuverlässigen Mannes zum Belegen der Fußböden kommen lassen.

Die namhafteste Glasfabrik der erfinderischen Stadt London arbeitete zu gleicher Zeit in ihren vorzüglichen Glasschleifereien ohne Rücksicht auf den Kostenpunkt der eitlen Herrin zehn überaus kunstvolle Kronleuchter aus dem reinsten Krystallglase zur Zierde der hauptsächlichsten Salons.

Ein alter Gärtner des ruhmsüchtigen Grafen versah während des Monates Mai von seiner großen Zierpflanzenplantage aus die beiden an die Villen stoßenden Gärten zur Erholung der empfindsamen Frau in den heißen Sommertagen mit fürsorglicher Umsicht mit vier dichten Lauben aus saftigem Osterluzzei.

Außerdem schufen eine Menge andere Menschenhände in verhältnißmäßig kurzer Zeit in den weiten Räumen der prächtigen Lustschlösser unter steter Vorschrift des eigensinnigen Grafen zur Vervollständigung der kostbaren Einrichtung der hohen Gebieterin noch eine ganze Menge Luxusgegenstände aus dem theuersten Material.


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