III. Arten der Zusammenziehung.
(Zusammenstellend.)
Ein Staar und ein Sperling stritten sich um den Besitz eines Nistkastens. Derselbe bot allerdings nicht blos alle mögliche Bequemlichkeit, sondern auch viel Raum. Zudem hing er hoch und sicher. Sowohl während der Früh- als der Mittags- und der langen Nachmittagsstunden konnte ihn die Sonne bescheinen.Somit erschien er den beiden Vögeln zum Brüten und zur Kinderzucht außerordentlich geeignet. Beide setzten daher auch für die Eroberung desselben Blut und Leben ein.
Der Kampf wurde mit Wuth und Erbitterung geführt.
Bald schlugen, hackten und bissen sich die hitzigen Gegner auf den Aesten und Zweigen, bald auf dem Dache des Nistkastens, bald auf dem Rasen des Gartens umher. Graue und schwarze Federn wirbelten zahlreich nach links und rechts. Wuth und Schmerzgeschrei zeterte durch die Luft. Eine Menge anderer Vögel eilte theils aus Neugier, theils vor Schreck herbei.
Wol drei bis fünf Minuten dauerte die entsetzliche Fehde. Erschöpft und blutend ergriff endlich der Staar die Flucht. Der allerdings auch verwundete und schrecklich zerzauste Spatz aber zog triumphirend und fast wie hohnlachend in das eroberte Luftschloß ein.
Wollt ihr ihn etwa ob seiner Heldenthat schmähen oder verurtheilen?
(Desgleichen.)
Abraham, Isaak und Jakob waren Erzväter. Sie alle führten nicht blos zum Scheine, sondern in Wahrheit ein frommes, gottesfürchtiges Leben. Weder Glück noch Unglück vermochte ihre Gottestreue wankend zu machen. Sie standen nicht allein in ihrer Familie, sondern auch in ihrer weiteren Umgebung als wahre Muster im Gehorsam, in der Demuth und im Gottvertrauen da. Die Israeliten zollen ihnen darum noch heute große Achtung und Verehrung.
Alle drei Männer standen aber auch unter besonderem Schutze und in besonderer Gnade Jehovah’s. Er segnete sie mit leiblichen und geistigen Gütern. Mit Muth und Kraft wußten sie daher stets Leid und Trübsal zu ertragen. Mußte dochIsaak noch in seinen alten Tagen und besonders während seiner Blindheit bittern Undank und schmachvolle Täuschung erfahren. Welch tiefes Herzeleid und welch unendliches Weh mußte Vater Jakob infolge des Neides und der Rachsucht seiner eigenen Kinder empfinden! Immer indeß führte ihr Herr und Gott jene Männer durch Kummer, Noth und Thränen zu neuer Freude, neuem Glücke.
Die Lebensgeschichten dieser Gottesmänner sind im lieben, heiligen Bibelbuche ebenso getreulich als auch ausführlich niedergeschrieben. Sie zu lesen und zu erwägen ist für Kopf und Herz heilsam.
(Entgegenstellend.)
Der Anblick des Meeres kann zu Zeiten mit erhebender Bewunderung, aber auch mit erschütterndem Entsetzen erfüllen.
Es beplätschert den Strand mit freundlichem Wellenspiel, tobt aber auch in wilder Brandung. Seine Straßen sind zwar breit, indeß nicht selten gefahrvoll. Meeressturm, gleichwohl auch Meeresstille können äußerst unheilbringend werden.
Das Reisen auf dem Oceane ist allerdings reich an Genüssen, hingegen auch stets gewagt. Die riesigsten Segelschiffe, doch auch die mächtigsten Dampfer können verunglücken.
Trotzdem geht der Matrose nie mit Zagen, sondern stets mit Freuden aufs neue in See. Der wettergebräunte Seemann vermag in Stunden schwerer Noth lange zu fluchen, allein endlich auch zu beten. Er traut allerdings seiner Kraft, dessenungeachtet zuletzt aber auch der schützenden Hand Gottes.
Das Meerwasser ist zwar hell und klar, dennoch für den Menschen ungenießbar. Viele seiner Bewohner sind uns bekannt, indeß noch lange nicht alle. Es birgt unendlich viel erklärliche Naturerscheinungen, aber auch noch viel Geheimnisse.
(Desgleichen.)
Viel Geld macht zwar reich, aber nicht immer glücklich. Es ist wohl ein Tröster in der Noth, indeß in vielen Fällen kein Helfer.
Der Besitz viel blinkenden Erzes verschafft nicht selten dem Menschen Ehre, dessenungeachtet aber keinen sittlichen Werth. Das Geld erschließt die Thür zu vielen Genüssen, jedoch auch das Thor zu mancherlei Sünden und Lastern. Es erfreut nicht blos, sondern verführt auch. In das eine Herz pflanzt der Mammon den Sinn des Mitleids und der Wohlthätigkeit, in das andere dagegen die Wurzel des Stolzes und des Dünkels.
So ist er unser Freund, gleichwohl auch unser Feind. Wir können durch ihn in vieler Hinsicht frei, aber auch Sklaven werden. Wir wollen daher unser Geld zwar zusammenhalten, allein niemals das Herz daran hängen.
(Begründung.)
Die Maikäfer sind sehr gefräßig, darum schädlich. Sie erscheinen fast alle zu gleicher Zeit, deshalb in großer Menge. Sie suchen im Frühlinge das junge Blätterwerk und deswegen die Gipfel der Eichen und Kastanien auf.
Sie zeugen viel Eier, demnach eine zahlreiche Nachkommenschaft. Ihre Larven ruhen tief in der Erde, folglich wohlgeborgen.
Ihre wohlgenährten, mithin fetten Leiber dienen vielen Vögeln zur Nahrung. Sie sind auch für manche Menschen eine Delicatesse und also nicht ganz ohne Nutzen.
(Desgleichen.)
Die Bibel ist ein vor Jahrtausenden geschriebenes und daher uraltes Buch. Sie ist durch von Gott erleuchtete Männer verfaßt, darum heilig und ehrwürdig.
Sie enthält unsere ganze Christenreligion, mithin einen unendlichen Schatz von Lehren und Wahrheit. Sie soll unser Licht und unsere Leuchte, somit ein Führer durch das Leben sein. Sie gibt uns die Zusicherung der göttlichen Liebe und Fürsorge und demnach Kraft und Muth in gefahrvollen Stunden und Tagen. Ihre frommen Sprüche erfüllen das Herz mit Vertrauen und Zuversicht auf die ewige Huld und Gnade, daher auch mit Trost und Ergebung im Unglück.
Viele Kapitel darin besingen die Wunderwerke, folglich auch die Macht und Weisheit des Schöpfers. Die Bibel sollte vor allen andern Büchern in jeder Christenfamilie heimisch sein und deswegen überhaupt den allgemeinsten Eingang gefunden haben. Jeder Getaufte, mithin auch der ärmste der Armen müßte dieses heilige Gotteswort besitzen.
Der wirkliche Jünger Jesu mag sie zu keiner Zeit, also auch nicht in den Tagen der Freude entbehren. Werde der heiligen Schrift ihre Würde und Weihe und somit der Menschheit ein unwägbarer Schatz erhalten!
Hauptwiederholung.
(Alle Arten der Zusammenziehungen.)
Die Katze ist ein nützliches und oft sehr nothwendiges Hausthier. Ihr Geruch und ihr Gesicht sind scharf. Sie ist im Springen und Klettern sehr gewandt.
Ihr Charakter zeigt von Schlauheit, aber auch von Falschheit. Sie schmeichelt oft, doch kratzt sie auch leicht. Man muß ihr deshalb nicht trauen, sondern mißtrauen.
Die Katze fängt nicht blos Mäuse, sondern auch Ratten. Sie jagt nicht nur im Hause, sondern auch auf dem Felde. Nicht allein Mäuse und Ratten, sondern auch die Vögel fliehen vor ihr.
Die Katze ist schnell, demnach letzteren sehr gefährlich. Ihr Gang ist völlig geräuschlos, mithin für ihre Raubzüge von großem Vortheile. Ihr Gebiß ist scharf, darum eine tödtliche Waffe.
Die Katze ist ein getreuer Wächter gegen viele kleine Diebe, deshalb ein weitverbreitetes Hausthier.