Vogelmette

Vogelmette

Dringt das erste DämmerlichtGrüßendmirans Bette,Hör ich vor dem Fenster dichtEine Vogelmette.Hell vom Platz vor meinem Haus,Wo die Sträucher ranken,Klingt sie in die Stadt hinausWie ein kindlich Danken.Leise da und dort erwachtErst ein Vogelseelchen,Und halb schlummernd noch und sachtStimmen sich die Kehlchen.»Guten Morgen!« hör ich’s dann,»Fehlen denn auch keine?«»Munter, Kinder, fangt nur an:Noch sind wir alleine!«Und nun setzt es silbern ein,Keusch in jedem Klange,Vogelfröhlich, glockenrein,Frisch zum Morgensange!Innig wie ein Kinderlied,Wie ein Märchen traulich,Daß es durch die Lüfte ziehtWundersam erbaulich.Wie es schwillt und wogt und rolltUnd zum Schöpfer schwebt,Bis das erste SonnengoldUm die Dächer webt!

Dringt das erste DämmerlichtGrüßendmirans Bette,Hör ich vor dem Fenster dichtEine Vogelmette.Hell vom Platz vor meinem Haus,Wo die Sträucher ranken,Klingt sie in die Stadt hinausWie ein kindlich Danken.Leise da und dort erwachtErst ein Vogelseelchen,Und halb schlummernd noch und sachtStimmen sich die Kehlchen.»Guten Morgen!« hör ich’s dann,»Fehlen denn auch keine?«»Munter, Kinder, fangt nur an:Noch sind wir alleine!«Und nun setzt es silbern ein,Keusch in jedem Klange,Vogelfröhlich, glockenrein,Frisch zum Morgensange!Innig wie ein Kinderlied,Wie ein Märchen traulich,Daß es durch die Lüfte ziehtWundersam erbaulich.Wie es schwillt und wogt und rolltUnd zum Schöpfer schwebt,Bis das erste SonnengoldUm die Dächer webt!

Dringt das erste DämmerlichtGrüßendmirans Bette,Hör ich vor dem Fenster dichtEine Vogelmette.

Dringt das erste Dämmerlicht

Grüßendmirans Bette,

Hör ich vor dem Fenster dicht

Eine Vogelmette.

Hell vom Platz vor meinem Haus,Wo die Sträucher ranken,Klingt sie in die Stadt hinausWie ein kindlich Danken.

Hell vom Platz vor meinem Haus,

Wo die Sträucher ranken,

Klingt sie in die Stadt hinaus

Wie ein kindlich Danken.

Leise da und dort erwachtErst ein Vogelseelchen,Und halb schlummernd noch und sachtStimmen sich die Kehlchen.

Leise da und dort erwacht

Erst ein Vogelseelchen,

Und halb schlummernd noch und sacht

Stimmen sich die Kehlchen.

»Guten Morgen!« hör ich’s dann,»Fehlen denn auch keine?«»Munter, Kinder, fangt nur an:Noch sind wir alleine!«

»Guten Morgen!« hör ich’s dann,

»Fehlen denn auch keine?«

»Munter, Kinder, fangt nur an:

Noch sind wir alleine!«

Und nun setzt es silbern ein,Keusch in jedem Klange,Vogelfröhlich, glockenrein,Frisch zum Morgensange!

Und nun setzt es silbern ein,

Keusch in jedem Klange,

Vogelfröhlich, glockenrein,

Frisch zum Morgensange!

Innig wie ein Kinderlied,Wie ein Märchen traulich,Daß es durch die Lüfte ziehtWundersam erbaulich.

Innig wie ein Kinderlied,

Wie ein Märchen traulich,

Daß es durch die Lüfte zieht

Wundersam erbaulich.

Wie es schwillt und wogt und rolltUnd zum Schöpfer schwebt,Bis das erste SonnengoldUm die Dächer webt!

Wie es schwillt und wogt und rollt

Und zum Schöpfer schwebt,

Bis das erste Sonnengold

Um die Dächer webt!

Ferdinand Avenarius


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