CHRISTIAN WERNICKE.
[Scherer D.367,E.372.]
Dichtete Epigramme gegen die Lohenstein’sche Schule und wurde hauptsächlich durch den Streit bekannt, in den er deswegen mit Christian Heinrich Postel († 1705) und Christian Friedrich Hunold († 1721) gerieth. Gestorben nach 1710.
Dichtete Epigramme gegen die Lohenstein’sche Schule und wurde hauptsächlich durch den Streit bekannt, in den er deswegen mit Christian Heinrich Postel († 1705) und Christian Friedrich Hunold († 1721) gerieth. Gestorben nach 1710.
DEnn[1174]lässt die Überschrift kein Leser aus der Acht’,Wenn in der Kürtz’ ihr Leib, die Seel’ in Witz bestehet;Wenn Sie nicht allzutieff mit ihrem Stachel gehet,Und einen Abriss nur von einer Wunde macht:Wenn Thränen sie allein den Lachenden auspresst,Und dem der’s nöthig hat zur Ader kitzlend lässt.
DEnn[1174]lässt die Überschrift kein Leser aus der Acht’,Wenn in der Kürtz’ ihr Leib, die Seel’ in Witz bestehet;Wenn Sie nicht allzutieff mit ihrem Stachel gehet,Und einen Abriss nur von einer Wunde macht:Wenn Thränen sie allein den Lachenden auspresst,Und dem der’s nöthig hat zur Ader kitzlend lässt.
DEnn[1174]lässt die Überschrift kein Leser aus der Acht’,Wenn in der Kürtz’ ihr Leib, die Seel’ in Witz bestehet;Wenn Sie nicht allzutieff mit ihrem Stachel gehet,Und einen Abriss nur von einer Wunde macht:Wenn Thränen sie allein den Lachenden auspresst,Und dem der’s nöthig hat zur Ader kitzlend lässt.
DEnn[1174]lässt die Überschrift kein Leser aus der Acht’,
Wenn in der Kürtz’ ihr Leib, die Seel’ in Witz bestehet;
Wenn Sie nicht allzutieff mit ihrem Stachel gehet,
Und einen Abriss nur von einer Wunde macht:
Wenn Thränen sie allein den Lachenden auspresst,
Und dem der’s nöthig hat zur Ader kitzlend lässt.
Ein Heldenmässiges GedichtIst gleich der steten Glut, die aus dem Etna bricht:10Die Überschriffte sind hergegen[1175]Wie Funcken, die aus stahl zerstreut zu springen pflegen.
Ein Heldenmässiges GedichtIst gleich der steten Glut, die aus dem Etna bricht:10Die Überschriffte sind hergegen[1175]Wie Funcken, die aus stahl zerstreut zu springen pflegen.
Ein Heldenmässiges GedichtIst gleich der steten Glut, die aus dem Etna bricht:10Die Überschriffte sind hergegen[1175]Wie Funcken, die aus stahl zerstreut zu springen pflegen.
Ein Heldenmässiges Gedicht
Ist gleich der steten Glut, die aus dem Etna bricht:10
Die Überschriffte sind hergegen[1175]
Wie Funcken, die aus stahl zerstreut zu springen pflegen.
Obgleich Cratinus nie als wenn er voll ist singt,Nie beth, als wenn er will an seine Taffel tretten;So ist es dennoch wahr, dass er die Zeit verbringtDer Geistligkeit gemäss, mit Singen und mit Bethen.
Obgleich Cratinus nie als wenn er voll ist singt,Nie beth, als wenn er will an seine Taffel tretten;So ist es dennoch wahr, dass er die Zeit verbringtDer Geistligkeit gemäss, mit Singen und mit Bethen.
Obgleich Cratinus nie als wenn er voll ist singt,Nie beth, als wenn er will an seine Taffel tretten;So ist es dennoch wahr, dass er die Zeit verbringtDer Geistligkeit gemäss, mit Singen und mit Bethen.
Obgleich Cratinus nie als wenn er voll ist singt,
Nie beth, als wenn er will an seine Taffel tretten;
So ist es dennoch wahr, dass er die Zeit verbringt
Der Geistligkeit gemäss, mit Singen und mit Bethen.
Wir deuten jedes Wort mit viel Verstand und Müh’;Die Leser machen ihn gelehrter, als er Sie.20
Wir deuten jedes Wort mit viel Verstand und Müh’;Die Leser machen ihn gelehrter, als er Sie.20
Wir deuten jedes Wort mit viel Verstand und Müh’;Die Leser machen ihn gelehrter, als er Sie.20
Wir deuten jedes Wort mit viel Verstand und Müh’;
Die Leser machen ihn gelehrter, als er Sie.20
Drey theilen unter sich, was Rom nicht ohne Blut,Und nicht ohn’ Unrecht konnt’ in langer Zeit erwerben;Das Sprichwort schwächt ihr Glück’: Unrecht erworben GutKommt auff den Dritten nicht; wol aber auff drey Erben.
Drey theilen unter sich, was Rom nicht ohne Blut,Und nicht ohn’ Unrecht konnt’ in langer Zeit erwerben;Das Sprichwort schwächt ihr Glück’: Unrecht erworben GutKommt auff den Dritten nicht; wol aber auff drey Erben.
Drey theilen unter sich, was Rom nicht ohne Blut,Und nicht ohn’ Unrecht konnt’ in langer Zeit erwerben;Das Sprichwort schwächt ihr Glück’: Unrecht erworben GutKommt auff den Dritten nicht; wol aber auff drey Erben.
Drey theilen unter sich, was Rom nicht ohne Blut,
Und nicht ohn’ Unrecht konnt’ in langer Zeit erwerben;
Das Sprichwort schwächt ihr Glück’: Unrecht erworben Gut
Kommt auff den Dritten nicht; wol aber auff drey Erben.
Der seiner vollen Krüge schonet,Ist mässig, und nicht der, der Durst gezwungen leidt;In einem leeren Fasse wohnetDer Durst, und nicht die Mässigkeit.10
Der seiner vollen Krüge schonet,Ist mässig, und nicht der, der Durst gezwungen leidt;In einem leeren Fasse wohnetDer Durst, und nicht die Mässigkeit.10
Der seiner vollen Krüge schonet,Ist mässig, und nicht der, der Durst gezwungen leidt;In einem leeren Fasse wohnetDer Durst, und nicht die Mässigkeit.10
Der seiner vollen Krüge schonet,
Ist mässig, und nicht der, der Durst gezwungen leidt;
In einem leeren Fasse wohnet
Der Durst, und nicht die Mässigkeit.10
Bey einem Lorberbaum sah’ ich die Tugend stehen,Und beyd’ ohn’ anzusehn das Volck vorüber gehen;Grün’ edles Paar, sagt’ ich, ob schonMan keinen sieht dir Ehr’ erzeigen!Bist du nicht dein selbsteigner Lohn?Krönst du dich nicht mit eignen Zweigen?
Bey einem Lorberbaum sah’ ich die Tugend stehen,Und beyd’ ohn’ anzusehn das Volck vorüber gehen;Grün’ edles Paar, sagt’ ich, ob schonMan keinen sieht dir Ehr’ erzeigen!Bist du nicht dein selbsteigner Lohn?Krönst du dich nicht mit eignen Zweigen?
Bey einem Lorberbaum sah’ ich die Tugend stehen,Und beyd’ ohn’ anzusehn das Volck vorüber gehen;Grün’ edles Paar, sagt’ ich, ob schonMan keinen sieht dir Ehr’ erzeigen!Bist du nicht dein selbsteigner Lohn?Krönst du dich nicht mit eignen Zweigen?
Bey einem Lorberbaum sah’ ich die Tugend stehen,
Und beyd’ ohn’ anzusehn das Volck vorüber gehen;
Grün’ edles Paar, sagt’ ich, ob schon
Man keinen sieht dir Ehr’ erzeigen!
Bist du nicht dein selbsteigner Lohn?
Krönst du dich nicht mit eignen Zweigen?
Allmosen giebt man zwar den Armen,Doch mehr aus Hoffarth, als Erbarmen,20Und drum erreichet hier kein Reicher Ziel und Zweck;Am besten geben die, die selbst im Elend wandern:Ein Reicher wirfft die Gabe weg,Ein Armer lehnet[1177]sie dem andern.
Allmosen giebt man zwar den Armen,Doch mehr aus Hoffarth, als Erbarmen,20Und drum erreichet hier kein Reicher Ziel und Zweck;Am besten geben die, die selbst im Elend wandern:Ein Reicher wirfft die Gabe weg,Ein Armer lehnet[1177]sie dem andern.
Allmosen giebt man zwar den Armen,Doch mehr aus Hoffarth, als Erbarmen,20Und drum erreichet hier kein Reicher Ziel und Zweck;Am besten geben die, die selbst im Elend wandern:Ein Reicher wirfft die Gabe weg,Ein Armer lehnet[1177]sie dem andern.
Allmosen giebt man zwar den Armen,
Doch mehr aus Hoffarth, als Erbarmen,20
Und drum erreichet hier kein Reicher Ziel und Zweck;
Am besten geben die, die selbst im Elend wandern:
Ein Reicher wirfft die Gabe weg,
Ein Armer lehnet[1177]sie dem andern.
Der Abschnitt[1178]? gut. Der Vers? fliesst woll. Der Reim? geschickt.Die Wort? in Ordnung. Nichts, als der Verstand verrückt.
Der Abschnitt[1178]? gut. Der Vers? fliesst woll. Der Reim? geschickt.Die Wort? in Ordnung. Nichts, als der Verstand verrückt.
Der Abschnitt[1178]? gut. Der Vers? fliesst woll. Der Reim? geschickt.Die Wort? in Ordnung. Nichts, als der Verstand verrückt.
Der Abschnitt[1178]? gut. Der Vers? fliesst woll. Der Reim? geschickt.
Die Wort? in Ordnung. Nichts, als der Verstand verrückt.