HANS SACHS.

HANS SACHS.

[Scherer D.306,E.304.]

Geboren 1494 zu Nürnberg. Er besuchte die lateinische Schule, wurde Schuhmacher, gieng auf die Wanderschaft und befleissigte sich der Dichtkunst. 1515 nach Nürnberg zurückgekehrt, heiratete er 1519 und starb 1576. Zwischen den Jahren 1514, wo er zu dichten angefangen, und 1567 hatte er 34 Bände mit 6048 Stücken gedichtet. Eine neue Ausgabe durch Keller und Götze begonnen (Tübingen 1870 ff.); eine Sammlung der Fastnachtspiele von Götze (Halle 1880 ff.); eine Auswahl veranstalteten Gödeke und Tittman (3 Bde. Leipzig 1870, 1871).

Geboren 1494 zu Nürnberg. Er besuchte die lateinische Schule, wurde Schuhmacher, gieng auf die Wanderschaft und befleissigte sich der Dichtkunst. 1515 nach Nürnberg zurückgekehrt, heiratete er 1519 und starb 1576. Zwischen den Jahren 1514, wo er zu dichten angefangen, und 1567 hatte er 34 Bände mit 6048 Stücken gedichtet. Eine neue Ausgabe durch Keller und Götze begonnen (Tübingen 1870 ff.); eine Sammlung der Fastnachtspiele von Götze (Halle 1880 ff.); eine Auswahl veranstalteten Gödeke und Tittman (3 Bde. Leipzig 1870, 1871).

Warumb betrübstu dich mein hertz,bekümmerst dich vnd tregest schmertzNur vmb dz zeitlich gut,Vertraw du deinem Herren vnnd Gott,der alle ding erschaffen hat.10Er weyss gar wol, was dir gebricht,Himel vndt Erdt ist sein,Mein Vatter vnnd mein Herre Gott,der mir beisteht in aller not.Weil du mein Gott vnnd Vatter bist,Dein Kind wirst du verlassen nicht,du Vätterliches hertz,ich bin ein armer erden Kloss,auff Erden weiss ich keinen trost.10Der Reich verlest sich auff sein zeytliches gut,ich aber wil dir vertrawen mein Gott.ob ich gleich werdt veracht,So weiss ich vnd glaub vestiglich,wer dir vertrawt dem mangelt nicht.Helia wer erneret dich,da es so lange regnet nicht,Inn so schwer thewrer zeyt,Eine Widwe auss Sodmer landt,zu welcher du von Gott warst gesandt.Do er lag vnter dem Wacholder baum,der Engel Gottes vom Himmel kam,bracht jm Speiss vnde tranck,Er gieng gar einen weiten gang,Biss zu dem berg Horeb genandt.Des Daniels Gott nicht vergass,da er vnter den Löwen sass:10sein Engel sand er hin,vnd liess jm speise bringen gutdurch seinen diener Habacuck.[Joseph in Egypten verkauffet ward,von König Pharao gefangen hartvmb sein Gottsförchtigkeit:Gott macht jn zu eim grossen Herrn,das er kundt Vatter vnd Brüder ernehrn.Es verliess auch nicht der trewe Gottdie drey Menner im Fewer ofen rot:20sein Engel sandt er jhn,Bewart sie für dess Fewres glutvnd halff jhnen auss aller noht.]Ach Gott du bist noch heut so Reich,Als du gewesen Ewigkleich,Mein trawen steht zu dir,Mach mich an meiner Seelen reich,so hab ich genug hie vnd ewigkleich.Der zeitlichen ehr will ich gern entpern,du wöllest mich nur des ewigen gewern,das du erworben hastdurch deinen herben bittern todt,des bit ich dich mein HERR vnd Gott.Alles was ist auff diser Welt,10es sey Silber Gold oder gelt,Reichtumb vnnd zeitlich gut,das weret nur ein kleine zeitvnd hilfft doch nichts zur seligkeyt.Ich danck dir Christ O Gottes Son,das du mich solchs hast erkennen lon[912]durch dein Gottliches Wort,Verley mir auch bestendigkeytzu meiner seelen seligkeyt.Lob ehr vnd preiss sey dir gesagt20für alle dein erzeigte wolthatvnd bit demütig,Lass mich nicht von deim angesichtverstossen werden ewigklich,Amen.

Warumb betrübstu dich mein hertz,bekümmerst dich vnd tregest schmertzNur vmb dz zeitlich gut,Vertraw du deinem Herren vnnd Gott,der alle ding erschaffen hat.10Er weyss gar wol, was dir gebricht,Himel vndt Erdt ist sein,Mein Vatter vnnd mein Herre Gott,der mir beisteht in aller not.Weil du mein Gott vnnd Vatter bist,Dein Kind wirst du verlassen nicht,du Vätterliches hertz,ich bin ein armer erden Kloss,auff Erden weiss ich keinen trost.10Der Reich verlest sich auff sein zeytliches gut,ich aber wil dir vertrawen mein Gott.ob ich gleich werdt veracht,So weiss ich vnd glaub vestiglich,wer dir vertrawt dem mangelt nicht.Helia wer erneret dich,da es so lange regnet nicht,Inn so schwer thewrer zeyt,Eine Widwe auss Sodmer landt,zu welcher du von Gott warst gesandt.Do er lag vnter dem Wacholder baum,der Engel Gottes vom Himmel kam,bracht jm Speiss vnde tranck,Er gieng gar einen weiten gang,Biss zu dem berg Horeb genandt.Des Daniels Gott nicht vergass,da er vnter den Löwen sass:10sein Engel sand er hin,vnd liess jm speise bringen gutdurch seinen diener Habacuck.[Joseph in Egypten verkauffet ward,von König Pharao gefangen hartvmb sein Gottsförchtigkeit:Gott macht jn zu eim grossen Herrn,das er kundt Vatter vnd Brüder ernehrn.Es verliess auch nicht der trewe Gottdie drey Menner im Fewer ofen rot:20sein Engel sandt er jhn,Bewart sie für dess Fewres glutvnd halff jhnen auss aller noht.]Ach Gott du bist noch heut so Reich,Als du gewesen Ewigkleich,Mein trawen steht zu dir,Mach mich an meiner Seelen reich,so hab ich genug hie vnd ewigkleich.Der zeitlichen ehr will ich gern entpern,du wöllest mich nur des ewigen gewern,das du erworben hastdurch deinen herben bittern todt,des bit ich dich mein HERR vnd Gott.Alles was ist auff diser Welt,10es sey Silber Gold oder gelt,Reichtumb vnnd zeitlich gut,das weret nur ein kleine zeitvnd hilfft doch nichts zur seligkeyt.Ich danck dir Christ O Gottes Son,das du mich solchs hast erkennen lon[912]durch dein Gottliches Wort,Verley mir auch bestendigkeytzu meiner seelen seligkeyt.Lob ehr vnd preiss sey dir gesagt20für alle dein erzeigte wolthatvnd bit demütig,Lass mich nicht von deim angesichtverstossen werden ewigklich,Amen.

Warumb betrübstu dich mein hertz,bekümmerst dich vnd tregest schmertzNur vmb dz zeitlich gut,Vertraw du deinem Herren vnnd Gott,der alle ding erschaffen hat.10Er weyss gar wol, was dir gebricht,Himel vndt Erdt ist sein,Mein Vatter vnnd mein Herre Gott,der mir beisteht in aller not.Weil du mein Gott vnnd Vatter bist,Dein Kind wirst du verlassen nicht,du Vätterliches hertz,ich bin ein armer erden Kloss,auff Erden weiss ich keinen trost.10Der Reich verlest sich auff sein zeytliches gut,ich aber wil dir vertrawen mein Gott.ob ich gleich werdt veracht,So weiss ich vnd glaub vestiglich,wer dir vertrawt dem mangelt nicht.Helia wer erneret dich,da es so lange regnet nicht,Inn so schwer thewrer zeyt,Eine Widwe auss Sodmer landt,zu welcher du von Gott warst gesandt.Do er lag vnter dem Wacholder baum,der Engel Gottes vom Himmel kam,bracht jm Speiss vnde tranck,Er gieng gar einen weiten gang,Biss zu dem berg Horeb genandt.Des Daniels Gott nicht vergass,da er vnter den Löwen sass:10sein Engel sand er hin,vnd liess jm speise bringen gutdurch seinen diener Habacuck.[Joseph in Egypten verkauffet ward,von König Pharao gefangen hartvmb sein Gottsförchtigkeit:Gott macht jn zu eim grossen Herrn,das er kundt Vatter vnd Brüder ernehrn.Es verliess auch nicht der trewe Gottdie drey Menner im Fewer ofen rot:20sein Engel sandt er jhn,Bewart sie für dess Fewres glutvnd halff jhnen auss aller noht.]Ach Gott du bist noch heut so Reich,Als du gewesen Ewigkleich,Mein trawen steht zu dir,Mach mich an meiner Seelen reich,so hab ich genug hie vnd ewigkleich.Der zeitlichen ehr will ich gern entpern,du wöllest mich nur des ewigen gewern,das du erworben hastdurch deinen herben bittern todt,des bit ich dich mein HERR vnd Gott.Alles was ist auff diser Welt,10es sey Silber Gold oder gelt,Reichtumb vnnd zeitlich gut,das weret nur ein kleine zeitvnd hilfft doch nichts zur seligkeyt.Ich danck dir Christ O Gottes Son,das du mich solchs hast erkennen lon[912]durch dein Gottliches Wort,Verley mir auch bestendigkeytzu meiner seelen seligkeyt.Lob ehr vnd preiss sey dir gesagt20für alle dein erzeigte wolthatvnd bit demütig,Lass mich nicht von deim angesichtverstossen werden ewigklich,Amen.

Warumb betrübstu dich mein hertz,

bekümmerst dich vnd tregest schmertz

Nur vmb dz zeitlich gut,

Vertraw du deinem Herren vnnd Gott,

der alle ding erschaffen hat.10

Er weyss gar wol, was dir gebricht,

Himel vndt Erdt ist sein,

Mein Vatter vnnd mein Herre Gott,

der mir beisteht in aller not.

Weil du mein Gott vnnd Vatter bist,

Dein Kind wirst du verlassen nicht,

du Vätterliches hertz,

ich bin ein armer erden Kloss,

auff Erden weiss ich keinen trost.10

Der Reich verlest sich auff sein zeytliches gut,

ich aber wil dir vertrawen mein Gott.

ob ich gleich werdt veracht,

So weiss ich vnd glaub vestiglich,

wer dir vertrawt dem mangelt nicht.

Helia wer erneret dich,

da es so lange regnet nicht,

Inn so schwer thewrer zeyt,

Eine Widwe auss Sodmer landt,

zu welcher du von Gott warst gesandt.

Do er lag vnter dem Wacholder baum,

der Engel Gottes vom Himmel kam,

bracht jm Speiss vnde tranck,

Er gieng gar einen weiten gang,

Biss zu dem berg Horeb genandt.

Des Daniels Gott nicht vergass,

da er vnter den Löwen sass:10

sein Engel sand er hin,

vnd liess jm speise bringen gut

durch seinen diener Habacuck.

[Joseph in Egypten verkauffet ward,

von König Pharao gefangen hart

vmb sein Gottsförchtigkeit:

Gott macht jn zu eim grossen Herrn,

das er kundt Vatter vnd Brüder ernehrn.

Es verliess auch nicht der trewe Gott

die drey Menner im Fewer ofen rot:20

sein Engel sandt er jhn,

Bewart sie für dess Fewres glut

vnd halff jhnen auss aller noht.]

Ach Gott du bist noch heut so Reich,

Als du gewesen Ewigkleich,

Mein trawen steht zu dir,

Mach mich an meiner Seelen reich,

so hab ich genug hie vnd ewigkleich.

Der zeitlichen ehr will ich gern entpern,

du wöllest mich nur des ewigen gewern,

das du erworben hast

durch deinen herben bittern todt,

des bit ich dich mein HERR vnd Gott.

Alles was ist auff diser Welt,10

es sey Silber Gold oder gelt,

Reichtumb vnnd zeitlich gut,

das weret nur ein kleine zeit

vnd hilfft doch nichts zur seligkeyt.

Ich danck dir Christ O Gottes Son,

das du mich solchs hast erkennen lon[912]

durch dein Gottliches Wort,

Verley mir auch bestendigkeyt

zu meiner seelen seligkeyt.

Lob ehr vnd preiss sey dir gesagt20

für alle dein erzeigte wolthat

vnd bit demütig,

Lass mich nicht von deim angesicht

verstossen werden ewigklich,

Amen.

Dess Kriegs art, frucht vnd lohn,Magst du hierinn verstohn.

Dess Kriegs art, frucht vnd lohn,Magst du hierinn verstohn.

Dess Kriegs art, frucht vnd lohn,Magst du hierinn verstohn.

Dess Kriegs art, frucht vnd lohn,

Magst du hierinn verstohn.

ALSich vor dreyssig Jaren,Noch Jung vnd vnerfahren,Offt hört vom Kriege sagen,Vnd mir auch hart anlagenMein Gsellen, das ich hinSolt in den Krieg mit jhn,Auch etwas zuerfahren,10Das ich in alten JarenDaruon zusagen west[913],Fürsagten mir das best,Das ich ein lust gewunnZum Krieg, vnd dem nachsunn,Wie noch manch Junges blut,Auss vnwissenheit thut.Nun, eins Nachs gegem Tag,Als ich frey munder lag,Erschin mir hell vnd pur20Der gross Gott der NaturGenius, sprach zu mir:Wolauff Gsell, das ich dirDen Krieg thu zeygen on,Sein art, frucht vnd sein lohn,Wenn ich dir den fürstell,Nach dem dir ausserwelIn disen Krieg zuziehen,Oder jhn gar zufliehen.Nachdem da nam er mich,30Führt mich hoch vbersichHindurch den klaren lufft,Vnd auff der Erden grufftMir zeigt ein weytes thal,Verwüstet vberal,Verhawen warn die Wälder,Zertretten die Bawfelder,Würtz, Kraut, Laub vnde GrassAls abgefretzet was,10Sampt allerley Getreyd,Vnd aller wunn vnd weyd,Vnd die edlen Weinreben,All fruchtbar Bäum darnebenWaren all abgehawen,Die Ecker vngebawen,Auch stunden die WeyerVon Visch vnd Wasser leer,Auch zeigt er mit darumbEin vber grosse sumb,20Lang vnd breyt etlich meylerDörffer vnd kleine WeylerDie brunnen[914]hoch vnd lo,[915]Eins theils die lagen doIn der Aschen, vnd rochen[916],Zeigt mir wie sich verkrochenDie Bawern in den Wälden,In heckn vnd finstern hälden[917],Der ich doch vil sah schetzn[918],Fahen, Martern vnd pfetzn,30Auch wie da an den Strassen,Vor den Dörffern sassenWeib vnd die kleinen Kinder,Hin war Rossz, Schaf vnd Rinder,Auch jhr Schätzgelt eingraben,War hin von den Kriegsknaben,Sampt Futter vnd Getreyd,Dess sassens in hertzleyd,In hunger, durst vnd frost,Elend ohn allen trost,Vnd westen nit wohin,Nach dem zeigt er mir in10Den Bergen mannich Schloss,Welche durch das Geschoss,Warn hart worden bekümmert,Zerscherbet vnd zertrümmert,Vnd aussgebrendt mit Fewer,Doch stund noch etlich gmewer,Sonst all NotFest[919]zerstört,Kein Adel man drinn hört,Hin war als Frawen Zimmer,Vnd als was man vor jmmer20Geflöhnet[920]hett darein,Das war hin gross vnd klein,Nach dem er mir auch hatGezeiget die Hauptstatt,Die vor war vest beschlossen,Jetzt durch den Feind zerschossen,Jhr Pastey[921]warn zerschellet,Thürn vnd Brustwör gefellet,Mit Pölern[922]hart gedrenget,Vnd mit Puluer zersprenget,30Die Mawer vnd den GrabenGar aussgefüllet haben,Auch lag da noch vom sturmKriegsrüstung mancher furm[923],Von den die Statt ward gewunnenDas Wasser vnd die BrunnenWarn abgraben vnd gnommen,Als wir darob sind kommen,Zeigt er mir hin vnd herAll gassen öd vnd lär,Elend stund das Rathauss,All Grechtigkeit war auss,Niemand hett straff noch schutz,10Es lag gemeiner Nutz,Freyheit, Original,All Pollicey zumal,Es schwieg Rath, Gsetz vnd RechtEs galt Herr wie Stadtknecht,War als verjagt vnd blöd,Auch stund die Kirch gar öd,Geblündert jhrer zier,Kein Freyheit war in jhr,Kein Ampt noch Sacrament,20Als Kirchengsang hett end,Kein Glocken noch kein Vhr,In jhr gehöret wur,Da war kein Priester mehr,Hin war jhr Würd vnd Ehr,Derhalb das Göttlich WortWard darinn nit gehortMehr auff dem Predigstul,Auch stund gantz öd die Schul,Niemand da mehr studieret30In Künsten Arguiret,Kein freye Kunst gelehret,Dardurch würde gemehretDie zucht, weissheit vnd Tugend,Bei der blüenden Jugend,Auch stunden all Hämmer vnd Mül,Auch sah ich alle StühlIn den Werkstätten lär,Ich sah kein HandwerckerDarinn schmieden noch drehen,Bachen[924], schneyden noch nehen,Schmeltzen, Giessen noch Weben,Graben, Zimmern, darneben10Buchtrucken noch Binden,Blieb alles dahinden,Sticken vnd Seidenfitzen,Mahln, Gulden oder schnitzen,Sah weder Badn noch schern,Lär waren all Tafern[925],Sah kein Hochzeit noch Tentz,Kein Bulerey noch Krentz,Kein Seytenspiel, hofiern,Kein Kurtzweil noch Thurniern,20Trawrig war all jhr wandel,Aller Gewerb vnd HandelVom Krieg gefeget was,Vnsicher war die Strass,Auff alle Mess vnd Märck,In Summa all HandwerckVnd Händel lagen nider,Ich schawet hin vnd widerDie Häuser alle offen,Das Volck hett sich verschloffen[926],30All winckel hin vnd darMit klag erfüllet war,Mit seufftzen, gschrey vnd weinen,Von grossen vnd von kleinen,Dann all Häuser in zornZerrissn, geblündert worn,Aller Haussrath war hin,Pettgwand, Silber vnd Zinn,Kleyder vnd die Barschafft,Der gantzen Burgerschafft,Dergleich gemeine Stadt,10War an jhrem vorrath,Beraubt, sampt aller Schätz,Erst sah ich das all plätzVnd Gassn vol Burger lagen,Erschossen vnd erschlagen,Im Blut geweltzt jhr Leiber,Darbey Töchter vnd WeiberSassen ein grosse Schar,Raufften jhr eygen Har,Wanden vor leyd jhr Händ,20Ihr vil waren geschendAn jhr Weiblichen EhrVon dem vnzüchting Heer.Genius sprach zu mir:Nun will ich zeygen dirAuch das gewaltig Heer,Das mit blutiger WeerDie Landschafft hat verhert,Schlösser vnd Städt vmbkehrt,Was sie für werth vnd lohn30Auch entpfangen daruon.Schnell mit mir GeniusDurch die Wolcken hin schussVber ein weittes Feld,Das stund voller Gezeld,Vnd darumb Circkel rundEin Wagnburg gschlossen stund,Da lag die blutig RottAn der Erd in dem Kot,Samb[927]lebendig begraben,In jrn Hüttn gleich den Raben,Gantz Wetterfarb vnd hager,Hungerig, dürr vnd mager,Ihre Kleyder zerrissen,10Erfaulet vnd zerschlissen,Bey der Nacht sie erfrurn,Beym Tag hart peinigt wurnVon der Sonn, hitz vnd staub,Macht sie gantz matt vnd taub,Regen vnd vngewitter,Herb kalte Wind warn bitter,Die Leuss in nassem Kleyd,Theten auch vil zu leyd,Offt ward gesperrt das Land,20Bracht mangel an Prouant,Derhalb Alter vnd JungerMusst leyden grossen hunger,Wann sie dann hetten wol,Warens denn gar stüd vol[928],Frassens fleisch hinein gar,Wans kaum halb gsotten war,Durch so vnorndlich lebenThet sich bey jhn begebenDas jhr vil waren kranck,30Vmb sie war gross gestanck,Sie hetten Breun vnd Ruhr,Vil jhr begraben wur,Kein rhu thetens auch habenMit schantzen vnd mit graben,Mit Tagwach vnd schiltwachen,Vnd andern Kriegessachen,Der Pfenningmeister[929]garOfft zu lang aussen war,Vil loffen auff die Beut,Zaltens offt mit der heut[930],Vil auch durch Armut kamenDas Feind vnd Freunden namen,Die henckt man dann an Galgen,O wie sah ich ein palgen[931],10Ein Gottlestern vnd schwern,Das niemand kund erwehrn,Auff dem vmbplatz vil ringerLagen Händ vnde Finger,Ohn zahl jhr worden wund,Die man offt schlecht verbund,Das sehr vil Krüppel gab,Ich sah von oben ab,Wie sie litten zumalVom Feind gross vberfal,20Auch kamen vom ScharmützelIhr offt herwider lützel,Auch zeigt er mir von ferrenIn eim Zelt die Kriegsherren,Theten vil anschläg machen,Felten doch in vil sachen,Dess war jhn heimlich bang,Der Krieg verzog sich lang,Das Land gar zugewinnen,Offt thet jhn Gelts zerrinnen,30Bey all jhren auffsetzen[932],Der Vnderthanen schetzen,Denn thet der Krieg sie tringen[933],Eylend Gelt auffzubringen,Musten zu underpfandVersetzen jhr eygen Land,Ihr Kleinat vnd Credentz,Gieng auch dahin behends,Ietzt fehlt Puluer, dann Bley,Vnd ander Municey[934],Dem reysing Zeug gebrachFütterung vnd Obtach,Das wasser mancher zeyt10Dem Läger war zu weyt,Offt ward Proviant verlegt,Der Lerman[935]sie erschreckt,Klag kam abend vnd morgen,Auch mustens hart besorgen,Ihn würd heimlich vergeben[936],Ander aufsetz darneben,Auch fürchtens mancherleyAuffruhr vnd MeutereyIn jhrem eygnen Heer,20Auch ereygnet sich mehrVntrew jhrer Amptleut,Ihr vil trugen schalksheut,Auch war jhr kundschafft schlechtOfft falsch vnd vngerecht,Auch wurd jhn hin vnd widerVil Post geworffen nider,Dardurch kam an den TagJhr heimlicher vorschlag,Von jhnen fiel auch ab30Etlich Stätt, sich begabIr Bundgnossn wurden gweltigt,Noth, angst wurd manigfeltigt,Ihr Land vnd Fürstlich gnadStund als auff dem glückrad,Der Feind auch auff sie zug,Das Läger an sie schlug,Beyd theil zuthun ein Schlacht,Wurden ordnung gemacht,Beyde zu Fuss vnd Ross,Abgieng das Feldgeschoss,Dass gleich das Erdrich kracht,Nach dem gieng an die schlacht,Vom Gschütz war ein gedöss,10Von Rossen ein gestöss,Ein stechen vnde hawen,In dem da thet ich schawenDas ein Heer siegloss floch,Der ander Hauff abzog.Genius liess mich sehen,Bald die schlacht ward geschehen,Die Walstatt diser Wisen,Sah ich mit Blute fliesen,Da grosse hauffen lagn20Erstochen vnd erschlagn,Eins theils lagen todwundEchtzten noch mit dem Mund,Eins theils hört ich laut gemmernSeufftzen vnd kläglich wemmernVnd nach dem Tode schreyen,Auss ängsten sie zu freyen.Genius zeigt herab,Wie man auch vrlaub gabDem gantzen hellen Hauffen,30Ach wie sah ich ein lauffen,Beyde von Jung vnd Alt,Dess Sold nicht gar bezahlt,Derhalb die strassen schlechtLag gar vol Krancker Knecht,Ihr vil sah wir gefangen,Auch an den Baumen hangen,Ihr vil die Bawern erschlugn,Gantz elend sie heimzugn,Wann der tausent theil gleichNit heim kam gsund vnd reich,Der meist theil kam zu HaussErger dann er zog auss,10Vol Laster vnd Vntugend,Also die blüend JugendIm Krieg verdorben war,Das jhr anhangt vil Jar.Genius sprach zu mir:Sag an Gsell, wie gfelt dirDer Krieg vnd die Kriegsleut,Sein art, frucht, lohn vnd peut?Ich antwort jhm gar klug,Dess Kriegs hab ich genug,20Dieweil ich hab mein leben,So will ich mich begebenIn kein Krieg nimmermehr,Weil er ohn nutz vnd EhrHandelt, allein mit schadenWirdt Land vnd Leut beladen,Welche der Krieg thut rühren,Sampt denen die jhn führen,Derhalb der Krieg ich sagIst lautter straff vnd plag,Dess gar soll müssig ganOber vnd Vnterthan.Da antwortet GeniusVnd sprach: Gesell man mussDess Feindes sich offt weren,10Der wider Recht vnd EhrenBekümmert Leut vnd Land,Allda mit thewrer handWehrt man sich recht vnd billig,Da solt du auch gutwillig,Deim Vatterland beystahn,Als ein ehrlicher Mann,Dran setze Leib vnd Blut,Krafft, Macht, Gwalt vnde Gut,Dein Vatterland zu retten,20Als auch die Alten theten,Das frid vnd rhu jhm wachs,Spricht von Nürnberg Hans Sachs.

ALSich vor dreyssig Jaren,Noch Jung vnd vnerfahren,Offt hört vom Kriege sagen,Vnd mir auch hart anlagenMein Gsellen, das ich hinSolt in den Krieg mit jhn,Auch etwas zuerfahren,10Das ich in alten JarenDaruon zusagen west[913],Fürsagten mir das best,Das ich ein lust gewunnZum Krieg, vnd dem nachsunn,Wie noch manch Junges blut,Auss vnwissenheit thut.Nun, eins Nachs gegem Tag,Als ich frey munder lag,Erschin mir hell vnd pur20Der gross Gott der NaturGenius, sprach zu mir:Wolauff Gsell, das ich dirDen Krieg thu zeygen on,Sein art, frucht vnd sein lohn,Wenn ich dir den fürstell,Nach dem dir ausserwelIn disen Krieg zuziehen,Oder jhn gar zufliehen.Nachdem da nam er mich,30Führt mich hoch vbersichHindurch den klaren lufft,Vnd auff der Erden grufftMir zeigt ein weytes thal,Verwüstet vberal,Verhawen warn die Wälder,Zertretten die Bawfelder,Würtz, Kraut, Laub vnde GrassAls abgefretzet was,10Sampt allerley Getreyd,Vnd aller wunn vnd weyd,Vnd die edlen Weinreben,All fruchtbar Bäum darnebenWaren all abgehawen,Die Ecker vngebawen,Auch stunden die WeyerVon Visch vnd Wasser leer,Auch zeigt er mit darumbEin vber grosse sumb,20Lang vnd breyt etlich meylerDörffer vnd kleine WeylerDie brunnen[914]hoch vnd lo,[915]Eins theils die lagen doIn der Aschen, vnd rochen[916],Zeigt mir wie sich verkrochenDie Bawern in den Wälden,In heckn vnd finstern hälden[917],Der ich doch vil sah schetzn[918],Fahen, Martern vnd pfetzn,30Auch wie da an den Strassen,Vor den Dörffern sassenWeib vnd die kleinen Kinder,Hin war Rossz, Schaf vnd Rinder,Auch jhr Schätzgelt eingraben,War hin von den Kriegsknaben,Sampt Futter vnd Getreyd,Dess sassens in hertzleyd,In hunger, durst vnd frost,Elend ohn allen trost,Vnd westen nit wohin,Nach dem zeigt er mir in10Den Bergen mannich Schloss,Welche durch das Geschoss,Warn hart worden bekümmert,Zerscherbet vnd zertrümmert,Vnd aussgebrendt mit Fewer,Doch stund noch etlich gmewer,Sonst all NotFest[919]zerstört,Kein Adel man drinn hört,Hin war als Frawen Zimmer,Vnd als was man vor jmmer20Geflöhnet[920]hett darein,Das war hin gross vnd klein,Nach dem er mir auch hatGezeiget die Hauptstatt,Die vor war vest beschlossen,Jetzt durch den Feind zerschossen,Jhr Pastey[921]warn zerschellet,Thürn vnd Brustwör gefellet,Mit Pölern[922]hart gedrenget,Vnd mit Puluer zersprenget,30Die Mawer vnd den GrabenGar aussgefüllet haben,Auch lag da noch vom sturmKriegsrüstung mancher furm[923],Von den die Statt ward gewunnenDas Wasser vnd die BrunnenWarn abgraben vnd gnommen,Als wir darob sind kommen,Zeigt er mir hin vnd herAll gassen öd vnd lär,Elend stund das Rathauss,All Grechtigkeit war auss,Niemand hett straff noch schutz,10Es lag gemeiner Nutz,Freyheit, Original,All Pollicey zumal,Es schwieg Rath, Gsetz vnd RechtEs galt Herr wie Stadtknecht,War als verjagt vnd blöd,Auch stund die Kirch gar öd,Geblündert jhrer zier,Kein Freyheit war in jhr,Kein Ampt noch Sacrament,20Als Kirchengsang hett end,Kein Glocken noch kein Vhr,In jhr gehöret wur,Da war kein Priester mehr,Hin war jhr Würd vnd Ehr,Derhalb das Göttlich WortWard darinn nit gehortMehr auff dem Predigstul,Auch stund gantz öd die Schul,Niemand da mehr studieret30In Künsten Arguiret,Kein freye Kunst gelehret,Dardurch würde gemehretDie zucht, weissheit vnd Tugend,Bei der blüenden Jugend,Auch stunden all Hämmer vnd Mül,Auch sah ich alle StühlIn den Werkstätten lär,Ich sah kein HandwerckerDarinn schmieden noch drehen,Bachen[924], schneyden noch nehen,Schmeltzen, Giessen noch Weben,Graben, Zimmern, darneben10Buchtrucken noch Binden,Blieb alles dahinden,Sticken vnd Seidenfitzen,Mahln, Gulden oder schnitzen,Sah weder Badn noch schern,Lär waren all Tafern[925],Sah kein Hochzeit noch Tentz,Kein Bulerey noch Krentz,Kein Seytenspiel, hofiern,Kein Kurtzweil noch Thurniern,20Trawrig war all jhr wandel,Aller Gewerb vnd HandelVom Krieg gefeget was,Vnsicher war die Strass,Auff alle Mess vnd Märck,In Summa all HandwerckVnd Händel lagen nider,Ich schawet hin vnd widerDie Häuser alle offen,Das Volck hett sich verschloffen[926],30All winckel hin vnd darMit klag erfüllet war,Mit seufftzen, gschrey vnd weinen,Von grossen vnd von kleinen,Dann all Häuser in zornZerrissn, geblündert worn,Aller Haussrath war hin,Pettgwand, Silber vnd Zinn,Kleyder vnd die Barschafft,Der gantzen Burgerschafft,Dergleich gemeine Stadt,10War an jhrem vorrath,Beraubt, sampt aller Schätz,Erst sah ich das all plätzVnd Gassn vol Burger lagen,Erschossen vnd erschlagen,Im Blut geweltzt jhr Leiber,Darbey Töchter vnd WeiberSassen ein grosse Schar,Raufften jhr eygen Har,Wanden vor leyd jhr Händ,20Ihr vil waren geschendAn jhr Weiblichen EhrVon dem vnzüchting Heer.Genius sprach zu mir:Nun will ich zeygen dirAuch das gewaltig Heer,Das mit blutiger WeerDie Landschafft hat verhert,Schlösser vnd Städt vmbkehrt,Was sie für werth vnd lohn30Auch entpfangen daruon.Schnell mit mir GeniusDurch die Wolcken hin schussVber ein weittes Feld,Das stund voller Gezeld,Vnd darumb Circkel rundEin Wagnburg gschlossen stund,Da lag die blutig RottAn der Erd in dem Kot,Samb[927]lebendig begraben,In jrn Hüttn gleich den Raben,Gantz Wetterfarb vnd hager,Hungerig, dürr vnd mager,Ihre Kleyder zerrissen,10Erfaulet vnd zerschlissen,Bey der Nacht sie erfrurn,Beym Tag hart peinigt wurnVon der Sonn, hitz vnd staub,Macht sie gantz matt vnd taub,Regen vnd vngewitter,Herb kalte Wind warn bitter,Die Leuss in nassem Kleyd,Theten auch vil zu leyd,Offt ward gesperrt das Land,20Bracht mangel an Prouant,Derhalb Alter vnd JungerMusst leyden grossen hunger,Wann sie dann hetten wol,Warens denn gar stüd vol[928],Frassens fleisch hinein gar,Wans kaum halb gsotten war,Durch so vnorndlich lebenThet sich bey jhn begebenDas jhr vil waren kranck,30Vmb sie war gross gestanck,Sie hetten Breun vnd Ruhr,Vil jhr begraben wur,Kein rhu thetens auch habenMit schantzen vnd mit graben,Mit Tagwach vnd schiltwachen,Vnd andern Kriegessachen,Der Pfenningmeister[929]garOfft zu lang aussen war,Vil loffen auff die Beut,Zaltens offt mit der heut[930],Vil auch durch Armut kamenDas Feind vnd Freunden namen,Die henckt man dann an Galgen,O wie sah ich ein palgen[931],10Ein Gottlestern vnd schwern,Das niemand kund erwehrn,Auff dem vmbplatz vil ringerLagen Händ vnde Finger,Ohn zahl jhr worden wund,Die man offt schlecht verbund,Das sehr vil Krüppel gab,Ich sah von oben ab,Wie sie litten zumalVom Feind gross vberfal,20Auch kamen vom ScharmützelIhr offt herwider lützel,Auch zeigt er mir von ferrenIn eim Zelt die Kriegsherren,Theten vil anschläg machen,Felten doch in vil sachen,Dess war jhn heimlich bang,Der Krieg verzog sich lang,Das Land gar zugewinnen,Offt thet jhn Gelts zerrinnen,30Bey all jhren auffsetzen[932],Der Vnderthanen schetzen,Denn thet der Krieg sie tringen[933],Eylend Gelt auffzubringen,Musten zu underpfandVersetzen jhr eygen Land,Ihr Kleinat vnd Credentz,Gieng auch dahin behends,Ietzt fehlt Puluer, dann Bley,Vnd ander Municey[934],Dem reysing Zeug gebrachFütterung vnd Obtach,Das wasser mancher zeyt10Dem Läger war zu weyt,Offt ward Proviant verlegt,Der Lerman[935]sie erschreckt,Klag kam abend vnd morgen,Auch mustens hart besorgen,Ihn würd heimlich vergeben[936],Ander aufsetz darneben,Auch fürchtens mancherleyAuffruhr vnd MeutereyIn jhrem eygnen Heer,20Auch ereygnet sich mehrVntrew jhrer Amptleut,Ihr vil trugen schalksheut,Auch war jhr kundschafft schlechtOfft falsch vnd vngerecht,Auch wurd jhn hin vnd widerVil Post geworffen nider,Dardurch kam an den TagJhr heimlicher vorschlag,Von jhnen fiel auch ab30Etlich Stätt, sich begabIr Bundgnossn wurden gweltigt,Noth, angst wurd manigfeltigt,Ihr Land vnd Fürstlich gnadStund als auff dem glückrad,Der Feind auch auff sie zug,Das Läger an sie schlug,Beyd theil zuthun ein Schlacht,Wurden ordnung gemacht,Beyde zu Fuss vnd Ross,Abgieng das Feldgeschoss,Dass gleich das Erdrich kracht,Nach dem gieng an die schlacht,Vom Gschütz war ein gedöss,10Von Rossen ein gestöss,Ein stechen vnde hawen,In dem da thet ich schawenDas ein Heer siegloss floch,Der ander Hauff abzog.Genius liess mich sehen,Bald die schlacht ward geschehen,Die Walstatt diser Wisen,Sah ich mit Blute fliesen,Da grosse hauffen lagn20Erstochen vnd erschlagn,Eins theils lagen todwundEchtzten noch mit dem Mund,Eins theils hört ich laut gemmernSeufftzen vnd kläglich wemmernVnd nach dem Tode schreyen,Auss ängsten sie zu freyen.Genius zeigt herab,Wie man auch vrlaub gabDem gantzen hellen Hauffen,30Ach wie sah ich ein lauffen,Beyde von Jung vnd Alt,Dess Sold nicht gar bezahlt,Derhalb die strassen schlechtLag gar vol Krancker Knecht,Ihr vil sah wir gefangen,Auch an den Baumen hangen,Ihr vil die Bawern erschlugn,Gantz elend sie heimzugn,Wann der tausent theil gleichNit heim kam gsund vnd reich,Der meist theil kam zu HaussErger dann er zog auss,10Vol Laster vnd Vntugend,Also die blüend JugendIm Krieg verdorben war,Das jhr anhangt vil Jar.Genius sprach zu mir:Sag an Gsell, wie gfelt dirDer Krieg vnd die Kriegsleut,Sein art, frucht, lohn vnd peut?Ich antwort jhm gar klug,Dess Kriegs hab ich genug,20Dieweil ich hab mein leben,So will ich mich begebenIn kein Krieg nimmermehr,Weil er ohn nutz vnd EhrHandelt, allein mit schadenWirdt Land vnd Leut beladen,Welche der Krieg thut rühren,Sampt denen die jhn führen,Derhalb der Krieg ich sagIst lautter straff vnd plag,Dess gar soll müssig ganOber vnd Vnterthan.Da antwortet GeniusVnd sprach: Gesell man mussDess Feindes sich offt weren,10Der wider Recht vnd EhrenBekümmert Leut vnd Land,Allda mit thewrer handWehrt man sich recht vnd billig,Da solt du auch gutwillig,Deim Vatterland beystahn,Als ein ehrlicher Mann,Dran setze Leib vnd Blut,Krafft, Macht, Gwalt vnde Gut,Dein Vatterland zu retten,20Als auch die Alten theten,Das frid vnd rhu jhm wachs,Spricht von Nürnberg Hans Sachs.

ALSich vor dreyssig Jaren,Noch Jung vnd vnerfahren,Offt hört vom Kriege sagen,Vnd mir auch hart anlagenMein Gsellen, das ich hinSolt in den Krieg mit jhn,Auch etwas zuerfahren,10Das ich in alten JarenDaruon zusagen west[913],Fürsagten mir das best,Das ich ein lust gewunnZum Krieg, vnd dem nachsunn,Wie noch manch Junges blut,Auss vnwissenheit thut.Nun, eins Nachs gegem Tag,Als ich frey munder lag,Erschin mir hell vnd pur20Der gross Gott der NaturGenius, sprach zu mir:Wolauff Gsell, das ich dirDen Krieg thu zeygen on,Sein art, frucht vnd sein lohn,Wenn ich dir den fürstell,Nach dem dir ausserwelIn disen Krieg zuziehen,Oder jhn gar zufliehen.Nachdem da nam er mich,30Führt mich hoch vbersichHindurch den klaren lufft,Vnd auff der Erden grufftMir zeigt ein weytes thal,Verwüstet vberal,Verhawen warn die Wälder,Zertretten die Bawfelder,Würtz, Kraut, Laub vnde GrassAls abgefretzet was,10Sampt allerley Getreyd,Vnd aller wunn vnd weyd,Vnd die edlen Weinreben,All fruchtbar Bäum darnebenWaren all abgehawen,Die Ecker vngebawen,Auch stunden die WeyerVon Visch vnd Wasser leer,Auch zeigt er mit darumbEin vber grosse sumb,20Lang vnd breyt etlich meylerDörffer vnd kleine WeylerDie brunnen[914]hoch vnd lo,[915]Eins theils die lagen doIn der Aschen, vnd rochen[916],Zeigt mir wie sich verkrochenDie Bawern in den Wälden,In heckn vnd finstern hälden[917],Der ich doch vil sah schetzn[918],Fahen, Martern vnd pfetzn,30Auch wie da an den Strassen,Vor den Dörffern sassenWeib vnd die kleinen Kinder,Hin war Rossz, Schaf vnd Rinder,Auch jhr Schätzgelt eingraben,War hin von den Kriegsknaben,Sampt Futter vnd Getreyd,Dess sassens in hertzleyd,In hunger, durst vnd frost,Elend ohn allen trost,Vnd westen nit wohin,Nach dem zeigt er mir in10Den Bergen mannich Schloss,Welche durch das Geschoss,Warn hart worden bekümmert,Zerscherbet vnd zertrümmert,Vnd aussgebrendt mit Fewer,Doch stund noch etlich gmewer,Sonst all NotFest[919]zerstört,Kein Adel man drinn hört,Hin war als Frawen Zimmer,Vnd als was man vor jmmer20Geflöhnet[920]hett darein,Das war hin gross vnd klein,Nach dem er mir auch hatGezeiget die Hauptstatt,Die vor war vest beschlossen,Jetzt durch den Feind zerschossen,Jhr Pastey[921]warn zerschellet,Thürn vnd Brustwör gefellet,Mit Pölern[922]hart gedrenget,Vnd mit Puluer zersprenget,30Die Mawer vnd den GrabenGar aussgefüllet haben,Auch lag da noch vom sturmKriegsrüstung mancher furm[923],Von den die Statt ward gewunnenDas Wasser vnd die BrunnenWarn abgraben vnd gnommen,Als wir darob sind kommen,Zeigt er mir hin vnd herAll gassen öd vnd lär,Elend stund das Rathauss,All Grechtigkeit war auss,Niemand hett straff noch schutz,10Es lag gemeiner Nutz,Freyheit, Original,All Pollicey zumal,Es schwieg Rath, Gsetz vnd RechtEs galt Herr wie Stadtknecht,War als verjagt vnd blöd,Auch stund die Kirch gar öd,Geblündert jhrer zier,Kein Freyheit war in jhr,Kein Ampt noch Sacrament,20Als Kirchengsang hett end,Kein Glocken noch kein Vhr,In jhr gehöret wur,Da war kein Priester mehr,Hin war jhr Würd vnd Ehr,Derhalb das Göttlich WortWard darinn nit gehortMehr auff dem Predigstul,Auch stund gantz öd die Schul,Niemand da mehr studieret30In Künsten Arguiret,Kein freye Kunst gelehret,Dardurch würde gemehretDie zucht, weissheit vnd Tugend,Bei der blüenden Jugend,Auch stunden all Hämmer vnd Mül,Auch sah ich alle StühlIn den Werkstätten lär,Ich sah kein HandwerckerDarinn schmieden noch drehen,Bachen[924], schneyden noch nehen,Schmeltzen, Giessen noch Weben,Graben, Zimmern, darneben10Buchtrucken noch Binden,Blieb alles dahinden,Sticken vnd Seidenfitzen,Mahln, Gulden oder schnitzen,Sah weder Badn noch schern,Lär waren all Tafern[925],Sah kein Hochzeit noch Tentz,Kein Bulerey noch Krentz,Kein Seytenspiel, hofiern,Kein Kurtzweil noch Thurniern,20Trawrig war all jhr wandel,Aller Gewerb vnd HandelVom Krieg gefeget was,Vnsicher war die Strass,Auff alle Mess vnd Märck,In Summa all HandwerckVnd Händel lagen nider,Ich schawet hin vnd widerDie Häuser alle offen,Das Volck hett sich verschloffen[926],30All winckel hin vnd darMit klag erfüllet war,Mit seufftzen, gschrey vnd weinen,Von grossen vnd von kleinen,Dann all Häuser in zornZerrissn, geblündert worn,Aller Haussrath war hin,Pettgwand, Silber vnd Zinn,Kleyder vnd die Barschafft,Der gantzen Burgerschafft,Dergleich gemeine Stadt,10War an jhrem vorrath,Beraubt, sampt aller Schätz,Erst sah ich das all plätzVnd Gassn vol Burger lagen,Erschossen vnd erschlagen,Im Blut geweltzt jhr Leiber,Darbey Töchter vnd WeiberSassen ein grosse Schar,Raufften jhr eygen Har,Wanden vor leyd jhr Händ,20Ihr vil waren geschendAn jhr Weiblichen EhrVon dem vnzüchting Heer.Genius sprach zu mir:Nun will ich zeygen dirAuch das gewaltig Heer,Das mit blutiger WeerDie Landschafft hat verhert,Schlösser vnd Städt vmbkehrt,Was sie für werth vnd lohn30Auch entpfangen daruon.Schnell mit mir GeniusDurch die Wolcken hin schussVber ein weittes Feld,Das stund voller Gezeld,Vnd darumb Circkel rundEin Wagnburg gschlossen stund,Da lag die blutig RottAn der Erd in dem Kot,Samb[927]lebendig begraben,In jrn Hüttn gleich den Raben,Gantz Wetterfarb vnd hager,Hungerig, dürr vnd mager,Ihre Kleyder zerrissen,10Erfaulet vnd zerschlissen,Bey der Nacht sie erfrurn,Beym Tag hart peinigt wurnVon der Sonn, hitz vnd staub,Macht sie gantz matt vnd taub,Regen vnd vngewitter,Herb kalte Wind warn bitter,Die Leuss in nassem Kleyd,Theten auch vil zu leyd,Offt ward gesperrt das Land,20Bracht mangel an Prouant,Derhalb Alter vnd JungerMusst leyden grossen hunger,Wann sie dann hetten wol,Warens denn gar stüd vol[928],Frassens fleisch hinein gar,Wans kaum halb gsotten war,Durch so vnorndlich lebenThet sich bey jhn begebenDas jhr vil waren kranck,30Vmb sie war gross gestanck,Sie hetten Breun vnd Ruhr,Vil jhr begraben wur,Kein rhu thetens auch habenMit schantzen vnd mit graben,Mit Tagwach vnd schiltwachen,Vnd andern Kriegessachen,Der Pfenningmeister[929]garOfft zu lang aussen war,Vil loffen auff die Beut,Zaltens offt mit der heut[930],Vil auch durch Armut kamenDas Feind vnd Freunden namen,Die henckt man dann an Galgen,O wie sah ich ein palgen[931],10Ein Gottlestern vnd schwern,Das niemand kund erwehrn,Auff dem vmbplatz vil ringerLagen Händ vnde Finger,Ohn zahl jhr worden wund,Die man offt schlecht verbund,Das sehr vil Krüppel gab,Ich sah von oben ab,Wie sie litten zumalVom Feind gross vberfal,20Auch kamen vom ScharmützelIhr offt herwider lützel,Auch zeigt er mir von ferrenIn eim Zelt die Kriegsherren,Theten vil anschläg machen,Felten doch in vil sachen,Dess war jhn heimlich bang,Der Krieg verzog sich lang,Das Land gar zugewinnen,Offt thet jhn Gelts zerrinnen,30Bey all jhren auffsetzen[932],Der Vnderthanen schetzen,Denn thet der Krieg sie tringen[933],Eylend Gelt auffzubringen,Musten zu underpfandVersetzen jhr eygen Land,Ihr Kleinat vnd Credentz,Gieng auch dahin behends,Ietzt fehlt Puluer, dann Bley,Vnd ander Municey[934],Dem reysing Zeug gebrachFütterung vnd Obtach,Das wasser mancher zeyt10Dem Läger war zu weyt,Offt ward Proviant verlegt,Der Lerman[935]sie erschreckt,Klag kam abend vnd morgen,Auch mustens hart besorgen,Ihn würd heimlich vergeben[936],Ander aufsetz darneben,Auch fürchtens mancherleyAuffruhr vnd MeutereyIn jhrem eygnen Heer,20Auch ereygnet sich mehrVntrew jhrer Amptleut,Ihr vil trugen schalksheut,Auch war jhr kundschafft schlechtOfft falsch vnd vngerecht,Auch wurd jhn hin vnd widerVil Post geworffen nider,Dardurch kam an den TagJhr heimlicher vorschlag,Von jhnen fiel auch ab30Etlich Stätt, sich begabIr Bundgnossn wurden gweltigt,Noth, angst wurd manigfeltigt,Ihr Land vnd Fürstlich gnadStund als auff dem glückrad,Der Feind auch auff sie zug,Das Läger an sie schlug,Beyd theil zuthun ein Schlacht,Wurden ordnung gemacht,Beyde zu Fuss vnd Ross,Abgieng das Feldgeschoss,Dass gleich das Erdrich kracht,Nach dem gieng an die schlacht,Vom Gschütz war ein gedöss,10Von Rossen ein gestöss,Ein stechen vnde hawen,In dem da thet ich schawenDas ein Heer siegloss floch,Der ander Hauff abzog.Genius liess mich sehen,Bald die schlacht ward geschehen,Die Walstatt diser Wisen,Sah ich mit Blute fliesen,Da grosse hauffen lagn20Erstochen vnd erschlagn,Eins theils lagen todwundEchtzten noch mit dem Mund,Eins theils hört ich laut gemmernSeufftzen vnd kläglich wemmernVnd nach dem Tode schreyen,Auss ängsten sie zu freyen.Genius zeigt herab,Wie man auch vrlaub gabDem gantzen hellen Hauffen,30Ach wie sah ich ein lauffen,Beyde von Jung vnd Alt,Dess Sold nicht gar bezahlt,Derhalb die strassen schlechtLag gar vol Krancker Knecht,Ihr vil sah wir gefangen,Auch an den Baumen hangen,Ihr vil die Bawern erschlugn,Gantz elend sie heimzugn,Wann der tausent theil gleichNit heim kam gsund vnd reich,Der meist theil kam zu HaussErger dann er zog auss,10Vol Laster vnd Vntugend,Also die blüend JugendIm Krieg verdorben war,Das jhr anhangt vil Jar.Genius sprach zu mir:Sag an Gsell, wie gfelt dirDer Krieg vnd die Kriegsleut,Sein art, frucht, lohn vnd peut?Ich antwort jhm gar klug,Dess Kriegs hab ich genug,20Dieweil ich hab mein leben,So will ich mich begebenIn kein Krieg nimmermehr,Weil er ohn nutz vnd EhrHandelt, allein mit schadenWirdt Land vnd Leut beladen,Welche der Krieg thut rühren,Sampt denen die jhn führen,Derhalb der Krieg ich sagIst lautter straff vnd plag,Dess gar soll müssig ganOber vnd Vnterthan.Da antwortet GeniusVnd sprach: Gesell man mussDess Feindes sich offt weren,10Der wider Recht vnd EhrenBekümmert Leut vnd Land,Allda mit thewrer handWehrt man sich recht vnd billig,Da solt du auch gutwillig,Deim Vatterland beystahn,Als ein ehrlicher Mann,Dran setze Leib vnd Blut,Krafft, Macht, Gwalt vnde Gut,Dein Vatterland zu retten,20Als auch die Alten theten,Das frid vnd rhu jhm wachs,Spricht von Nürnberg Hans Sachs.

ALSich vor dreyssig Jaren,

Noch Jung vnd vnerfahren,

Offt hört vom Kriege sagen,

Vnd mir auch hart anlagen

Mein Gsellen, das ich hin

Solt in den Krieg mit jhn,

Auch etwas zuerfahren,10

Das ich in alten Jaren

Daruon zusagen west[913],

Fürsagten mir das best,

Das ich ein lust gewunn

Zum Krieg, vnd dem nachsunn,

Wie noch manch Junges blut,

Auss vnwissenheit thut.

Nun, eins Nachs gegem Tag,

Als ich frey munder lag,

Erschin mir hell vnd pur20

Der gross Gott der Natur

Genius, sprach zu mir:

Wolauff Gsell, das ich dir

Den Krieg thu zeygen on,

Sein art, frucht vnd sein lohn,

Wenn ich dir den fürstell,

Nach dem dir ausserwel

In disen Krieg zuziehen,

Oder jhn gar zufliehen.

Nachdem da nam er mich,30

Führt mich hoch vbersich

Hindurch den klaren lufft,

Vnd auff der Erden grufft

Mir zeigt ein weytes thal,

Verwüstet vberal,

Verhawen warn die Wälder,

Zertretten die Bawfelder,

Würtz, Kraut, Laub vnde Grass

Als abgefretzet was,10

Sampt allerley Getreyd,

Vnd aller wunn vnd weyd,

Vnd die edlen Weinreben,

All fruchtbar Bäum darneben

Waren all abgehawen,

Die Ecker vngebawen,

Auch stunden die Weyer

Von Visch vnd Wasser leer,

Auch zeigt er mit darumb

Ein vber grosse sumb,20

Lang vnd breyt etlich meyler

Dörffer vnd kleine Weyler

Die brunnen[914]hoch vnd lo,[915]

Eins theils die lagen do

In der Aschen, vnd rochen[916],

Zeigt mir wie sich verkrochen

Die Bawern in den Wälden,

In heckn vnd finstern hälden[917],

Der ich doch vil sah schetzn[918],

Fahen, Martern vnd pfetzn,30

Auch wie da an den Strassen,

Vor den Dörffern sassen

Weib vnd die kleinen Kinder,

Hin war Rossz, Schaf vnd Rinder,

Auch jhr Schätzgelt eingraben,

War hin von den Kriegsknaben,

Sampt Futter vnd Getreyd,

Dess sassens in hertzleyd,

In hunger, durst vnd frost,

Elend ohn allen trost,

Vnd westen nit wohin,

Nach dem zeigt er mir in10

Den Bergen mannich Schloss,

Welche durch das Geschoss,

Warn hart worden bekümmert,

Zerscherbet vnd zertrümmert,

Vnd aussgebrendt mit Fewer,

Doch stund noch etlich gmewer,

Sonst all NotFest[919]zerstört,

Kein Adel man drinn hört,

Hin war als Frawen Zimmer,

Vnd als was man vor jmmer20

Geflöhnet[920]hett darein,

Das war hin gross vnd klein,

Nach dem er mir auch hat

Gezeiget die Hauptstatt,

Die vor war vest beschlossen,

Jetzt durch den Feind zerschossen,

Jhr Pastey[921]warn zerschellet,

Thürn vnd Brustwör gefellet,

Mit Pölern[922]hart gedrenget,

Vnd mit Puluer zersprenget,30

Die Mawer vnd den Graben

Gar aussgefüllet haben,

Auch lag da noch vom sturm

Kriegsrüstung mancher furm[923],

Von den die Statt ward gewunnen

Das Wasser vnd die Brunnen

Warn abgraben vnd gnommen,

Als wir darob sind kommen,

Zeigt er mir hin vnd her

All gassen öd vnd lär,

Elend stund das Rathauss,

All Grechtigkeit war auss,

Niemand hett straff noch schutz,10

Es lag gemeiner Nutz,

Freyheit, Original,

All Pollicey zumal,

Es schwieg Rath, Gsetz vnd Recht

Es galt Herr wie Stadtknecht,

War als verjagt vnd blöd,

Auch stund die Kirch gar öd,

Geblündert jhrer zier,

Kein Freyheit war in jhr,

Kein Ampt noch Sacrament,20

Als Kirchengsang hett end,

Kein Glocken noch kein Vhr,

In jhr gehöret wur,

Da war kein Priester mehr,

Hin war jhr Würd vnd Ehr,

Derhalb das Göttlich Wort

Ward darinn nit gehort

Mehr auff dem Predigstul,

Auch stund gantz öd die Schul,

Niemand da mehr studieret30

In Künsten Arguiret,

Kein freye Kunst gelehret,

Dardurch würde gemehret

Die zucht, weissheit vnd Tugend,

Bei der blüenden Jugend,

Auch stunden all Hämmer vnd Mül,

Auch sah ich alle Stühl

In den Werkstätten lär,

Ich sah kein Handwercker

Darinn schmieden noch drehen,

Bachen[924], schneyden noch nehen,

Schmeltzen, Giessen noch Weben,

Graben, Zimmern, darneben10

Buchtrucken noch Binden,

Blieb alles dahinden,

Sticken vnd Seidenfitzen,

Mahln, Gulden oder schnitzen,

Sah weder Badn noch schern,

Lär waren all Tafern[925],

Sah kein Hochzeit noch Tentz,

Kein Bulerey noch Krentz,

Kein Seytenspiel, hofiern,

Kein Kurtzweil noch Thurniern,20

Trawrig war all jhr wandel,

Aller Gewerb vnd Handel

Vom Krieg gefeget was,

Vnsicher war die Strass,

Auff alle Mess vnd Märck,

In Summa all Handwerck

Vnd Händel lagen nider,

Ich schawet hin vnd wider

Die Häuser alle offen,

Das Volck hett sich verschloffen[926],30

All winckel hin vnd dar

Mit klag erfüllet war,

Mit seufftzen, gschrey vnd weinen,

Von grossen vnd von kleinen,

Dann all Häuser in zorn

Zerrissn, geblündert worn,

Aller Haussrath war hin,

Pettgwand, Silber vnd Zinn,

Kleyder vnd die Barschafft,

Der gantzen Burgerschafft,

Dergleich gemeine Stadt,10

War an jhrem vorrath,

Beraubt, sampt aller Schätz,

Erst sah ich das all plätz

Vnd Gassn vol Burger lagen,

Erschossen vnd erschlagen,

Im Blut geweltzt jhr Leiber,

Darbey Töchter vnd Weiber

Sassen ein grosse Schar,

Raufften jhr eygen Har,

Wanden vor leyd jhr Händ,20

Ihr vil waren geschend

An jhr Weiblichen Ehr

Von dem vnzüchting Heer.

Genius sprach zu mir:

Nun will ich zeygen dir

Auch das gewaltig Heer,

Das mit blutiger Weer

Die Landschafft hat verhert,

Schlösser vnd Städt vmbkehrt,

Was sie für werth vnd lohn30

Auch entpfangen daruon.

Schnell mit mir Genius

Durch die Wolcken hin schuss

Vber ein weittes Feld,

Das stund voller Gezeld,

Vnd darumb Circkel rund

Ein Wagnburg gschlossen stund,

Da lag die blutig Rott

An der Erd in dem Kot,

Samb[927]lebendig begraben,

In jrn Hüttn gleich den Raben,

Gantz Wetterfarb vnd hager,

Hungerig, dürr vnd mager,

Ihre Kleyder zerrissen,10

Erfaulet vnd zerschlissen,

Bey der Nacht sie erfrurn,

Beym Tag hart peinigt wurn

Von der Sonn, hitz vnd staub,

Macht sie gantz matt vnd taub,

Regen vnd vngewitter,

Herb kalte Wind warn bitter,

Die Leuss in nassem Kleyd,

Theten auch vil zu leyd,

Offt ward gesperrt das Land,20

Bracht mangel an Prouant,

Derhalb Alter vnd Junger

Musst leyden grossen hunger,

Wann sie dann hetten wol,

Warens denn gar stüd vol[928],

Frassens fleisch hinein gar,

Wans kaum halb gsotten war,

Durch so vnorndlich leben

Thet sich bey jhn begeben

Das jhr vil waren kranck,30

Vmb sie war gross gestanck,

Sie hetten Breun vnd Ruhr,

Vil jhr begraben wur,

Kein rhu thetens auch haben

Mit schantzen vnd mit graben,

Mit Tagwach vnd schiltwachen,

Vnd andern Kriegessachen,

Der Pfenningmeister[929]gar

Offt zu lang aussen war,

Vil loffen auff die Beut,

Zaltens offt mit der heut[930],

Vil auch durch Armut kamen

Das Feind vnd Freunden namen,

Die henckt man dann an Galgen,

O wie sah ich ein palgen[931],10

Ein Gottlestern vnd schwern,

Das niemand kund erwehrn,

Auff dem vmbplatz vil ringer

Lagen Händ vnde Finger,

Ohn zahl jhr worden wund,

Die man offt schlecht verbund,

Das sehr vil Krüppel gab,

Ich sah von oben ab,

Wie sie litten zumal

Vom Feind gross vberfal,20

Auch kamen vom Scharmützel

Ihr offt herwider lützel,

Auch zeigt er mir von ferren

In eim Zelt die Kriegsherren,

Theten vil anschläg machen,

Felten doch in vil sachen,

Dess war jhn heimlich bang,

Der Krieg verzog sich lang,

Das Land gar zugewinnen,

Offt thet jhn Gelts zerrinnen,30

Bey all jhren auffsetzen[932],

Der Vnderthanen schetzen,

Denn thet der Krieg sie tringen[933],

Eylend Gelt auffzubringen,

Musten zu underpfand

Versetzen jhr eygen Land,

Ihr Kleinat vnd Credentz,

Gieng auch dahin behends,

Ietzt fehlt Puluer, dann Bley,

Vnd ander Municey[934],

Dem reysing Zeug gebrach

Fütterung vnd Obtach,

Das wasser mancher zeyt10

Dem Läger war zu weyt,

Offt ward Proviant verlegt,

Der Lerman[935]sie erschreckt,

Klag kam abend vnd morgen,

Auch mustens hart besorgen,

Ihn würd heimlich vergeben[936],

Ander aufsetz darneben,

Auch fürchtens mancherley

Auffruhr vnd Meuterey

In jhrem eygnen Heer,20

Auch ereygnet sich mehr

Vntrew jhrer Amptleut,

Ihr vil trugen schalksheut,

Auch war jhr kundschafft schlecht

Offt falsch vnd vngerecht,

Auch wurd jhn hin vnd wider

Vil Post geworffen nider,

Dardurch kam an den Tag

Jhr heimlicher vorschlag,

Von jhnen fiel auch ab30

Etlich Stätt, sich begab

Ir Bundgnossn wurden gweltigt,

Noth, angst wurd manigfeltigt,

Ihr Land vnd Fürstlich gnad

Stund als auff dem glückrad,

Der Feind auch auff sie zug,

Das Läger an sie schlug,

Beyd theil zuthun ein Schlacht,

Wurden ordnung gemacht,

Beyde zu Fuss vnd Ross,

Abgieng das Feldgeschoss,

Dass gleich das Erdrich kracht,

Nach dem gieng an die schlacht,

Vom Gschütz war ein gedöss,10

Von Rossen ein gestöss,

Ein stechen vnde hawen,

In dem da thet ich schawen

Das ein Heer siegloss floch,

Der ander Hauff abzog.

Genius liess mich sehen,

Bald die schlacht ward geschehen,

Die Walstatt diser Wisen,

Sah ich mit Blute fliesen,

Da grosse hauffen lagn20

Erstochen vnd erschlagn,

Eins theils lagen todwund

Echtzten noch mit dem Mund,

Eins theils hört ich laut gemmern

Seufftzen vnd kläglich wemmern

Vnd nach dem Tode schreyen,

Auss ängsten sie zu freyen.

Genius zeigt herab,

Wie man auch vrlaub gab

Dem gantzen hellen Hauffen,30

Ach wie sah ich ein lauffen,

Beyde von Jung vnd Alt,

Dess Sold nicht gar bezahlt,

Derhalb die strassen schlecht

Lag gar vol Krancker Knecht,

Ihr vil sah wir gefangen,

Auch an den Baumen hangen,

Ihr vil die Bawern erschlugn,

Gantz elend sie heimzugn,

Wann der tausent theil gleich

Nit heim kam gsund vnd reich,

Der meist theil kam zu Hauss

Erger dann er zog auss,10

Vol Laster vnd Vntugend,

Also die blüend Jugend

Im Krieg verdorben war,

Das jhr anhangt vil Jar.

Genius sprach zu mir:

Sag an Gsell, wie gfelt dir

Der Krieg vnd die Kriegsleut,

Sein art, frucht, lohn vnd peut?

Ich antwort jhm gar klug,

Dess Kriegs hab ich genug,20

Dieweil ich hab mein leben,

So will ich mich begeben

In kein Krieg nimmermehr,

Weil er ohn nutz vnd Ehr

Handelt, allein mit schaden

Wirdt Land vnd Leut beladen,

Welche der Krieg thut rühren,

Sampt denen die jhn führen,

Derhalb der Krieg ich sag

Ist lautter straff vnd plag,

Dess gar soll müssig gan

Ober vnd Vnterthan.

Da antwortet Genius

Vnd sprach: Gesell man muss

Dess Feindes sich offt weren,10

Der wider Recht vnd Ehren

Bekümmert Leut vnd Land,

Allda mit thewrer hand

Wehrt man sich recht vnd billig,

Da solt du auch gutwillig,

Deim Vatterland beystahn,

Als ein ehrlicher Mann,

Dran setze Leib vnd Blut,

Krafft, Macht, Gwalt vnde Gut,

Dein Vatterland zu retten,20

Als auch die Alten theten,

Das frid vnd rhu jhm wachs,

Spricht von Nürnberg Hans Sachs.

Wach auff, es nahend gen dem tag!Ich hör singen im grünen HagEin wunnigkliche Nachtigal,Ihr stimb durchklinget Berg und Thal.Die Nacht neigt sich gen Occident,Der Tag geht auff von Orient,Die rotbrünstige MorgenrötHer durch die trüben Wolcken geht,Darauss die liechte Sonn thut plickenDess Mondes schein thut sie verdrücken[937];Des ist jetzt worden bleich und finster,Der vor mit seinem falschen glinster[2]Die gantzen Herd Schaf hat geblend,Das sie sich haben abgewendVon ihrem Hirten und der WeydUnd haben sie verlassen beyd,10Sind gangen nach des Mondes scheinIn die Wildnuss den Holzweg ein,Haben gehört des Löwen stimbUnd sind auch nachgefolget jhm,Der sie geführet hat mit listeGantz weit abwegs tieff in die Wüste;Da habens ihr süss Weyd verlorn,Hant gessen Unkraut, Distel, Dorn ...Zu solcher Hut haben geholffenEin gantzer Hauff reissender Wolffen ...20Auch lagen vil Schlangen im Grass,Sogen die Schaf ohn unterlassDurch all Gelid biss auff das Marck.Dess wurden die Schaf dürr und argkDurchauss und auss die lange NachtUnd sind auch allererst erwacht,So die Nachtigall so hell singet,Und des Tages Gelentz[938]herdringet,Der den Löwen zu kennen geit[939],Die Wölff und auch jhr falsche Weid.30Dess ist der grimmig Löw erwacht,Er lawret und ist ungeschlachtUber der Nachtigal Gesang,Das sie melt der Sonnen auffgang ...Der schein niemand verbergen kan.Nun das ihr klärer möcht verstan,Wer die lieblich Nachtigal sey,Die uns den hellen tag ausschrey,Ist Doctor Martinus Luther,Zu Wittenberg Augustiner,Der uns auffwecket von der Nacht,Darein der Mondschein uns hat bracht.Der Mondschein deut die Menschen LehrDer Sophisten hin und herInnerhalb der vierhundert Jaren,10Die sind nach ihr Vernunfft gefarenUnd hant uns abgeführet ferrVon der Evangelischen LehrUnseres Hirten Jesu ChristHin zu dem Löwen in die Wüst.Der Löwe wird der Bapst genennt,Die Wüst das Geistlich Regiment,Darinn er uns hat weit verfürtAuff Menschensünd, als man jetzt spürt ...Darumb, ihr Christen, auss der Wüste20Kehrt zu dem Hirten Jesu Christe!Derselbig ist ein guter Hirt,Hat sein Lieb mit dem Tod probiert[940],Wie samlet er aber diss sein Lob?Nämlich durch sein wort, die recht prob,Das lasst er trewlich durch sein LehrerTheylen nach gelegenheit der Zuhörer,Also, das ers auch nicht verschweigtDen Kindern, wie diss Büchlein zeigt,Darinn er ihn nach jhrm Verstand30Durch kurtze Fragstück macht bekantDie fürnemst stück Christlicher Lehre,Wie man jhn recht nach seim wort ehre.Derwegen niemand nicht verachtDie Fragen, hie kurtz eingebracht,Sondern denck, das wir müssen allZu Kindern werden in dem fall,Wollen wir anders glauben rechtDie gheimnuss unsers glaubens schlecht.Die kindlich einfallt muss uns führen,Und müssen lassen uns RegierenGotts wort, gleich wie das Kind regiertDes Vatters Red, was der ordiniert;Müssen von uns nicht hoch ding halten,Sondern wie Kind demütig walten,10Welchs Christus damals hat gewelt,Da er das Kind für die Jünger stelt.Hierumb so brauch, mein liebe Jugend,Diss Büchlin zu Lehr und rechter Tugend,Die dann in Gotts Erkantnuss stehet,Das man nach seinen Gebotten gehet.Darzu wöll Gott sein gdegen[941]gebenUnd nach disem das ewig Leben.

Wach auff, es nahend gen dem tag!Ich hör singen im grünen HagEin wunnigkliche Nachtigal,Ihr stimb durchklinget Berg und Thal.Die Nacht neigt sich gen Occident,Der Tag geht auff von Orient,Die rotbrünstige MorgenrötHer durch die trüben Wolcken geht,Darauss die liechte Sonn thut plickenDess Mondes schein thut sie verdrücken[937];Des ist jetzt worden bleich und finster,Der vor mit seinem falschen glinster[2]Die gantzen Herd Schaf hat geblend,Das sie sich haben abgewendVon ihrem Hirten und der WeydUnd haben sie verlassen beyd,10Sind gangen nach des Mondes scheinIn die Wildnuss den Holzweg ein,Haben gehört des Löwen stimbUnd sind auch nachgefolget jhm,Der sie geführet hat mit listeGantz weit abwegs tieff in die Wüste;Da habens ihr süss Weyd verlorn,Hant gessen Unkraut, Distel, Dorn ...Zu solcher Hut haben geholffenEin gantzer Hauff reissender Wolffen ...20Auch lagen vil Schlangen im Grass,Sogen die Schaf ohn unterlassDurch all Gelid biss auff das Marck.Dess wurden die Schaf dürr und argkDurchauss und auss die lange NachtUnd sind auch allererst erwacht,So die Nachtigall so hell singet,Und des Tages Gelentz[938]herdringet,Der den Löwen zu kennen geit[939],Die Wölff und auch jhr falsche Weid.30Dess ist der grimmig Löw erwacht,Er lawret und ist ungeschlachtUber der Nachtigal Gesang,Das sie melt der Sonnen auffgang ...Der schein niemand verbergen kan.Nun das ihr klärer möcht verstan,Wer die lieblich Nachtigal sey,Die uns den hellen tag ausschrey,Ist Doctor Martinus Luther,Zu Wittenberg Augustiner,Der uns auffwecket von der Nacht,Darein der Mondschein uns hat bracht.Der Mondschein deut die Menschen LehrDer Sophisten hin und herInnerhalb der vierhundert Jaren,10Die sind nach ihr Vernunfft gefarenUnd hant uns abgeführet ferrVon der Evangelischen LehrUnseres Hirten Jesu ChristHin zu dem Löwen in die Wüst.Der Löwe wird der Bapst genennt,Die Wüst das Geistlich Regiment,Darinn er uns hat weit verfürtAuff Menschensünd, als man jetzt spürt ...Darumb, ihr Christen, auss der Wüste20Kehrt zu dem Hirten Jesu Christe!Derselbig ist ein guter Hirt,Hat sein Lieb mit dem Tod probiert[940],Wie samlet er aber diss sein Lob?Nämlich durch sein wort, die recht prob,Das lasst er trewlich durch sein LehrerTheylen nach gelegenheit der Zuhörer,Also, das ers auch nicht verschweigtDen Kindern, wie diss Büchlein zeigt,Darinn er ihn nach jhrm Verstand30Durch kurtze Fragstück macht bekantDie fürnemst stück Christlicher Lehre,Wie man jhn recht nach seim wort ehre.Derwegen niemand nicht verachtDie Fragen, hie kurtz eingebracht,Sondern denck, das wir müssen allZu Kindern werden in dem fall,Wollen wir anders glauben rechtDie gheimnuss unsers glaubens schlecht.Die kindlich einfallt muss uns führen,Und müssen lassen uns RegierenGotts wort, gleich wie das Kind regiertDes Vatters Red, was der ordiniert;Müssen von uns nicht hoch ding halten,Sondern wie Kind demütig walten,10Welchs Christus damals hat gewelt,Da er das Kind für die Jünger stelt.Hierumb so brauch, mein liebe Jugend,Diss Büchlin zu Lehr und rechter Tugend,Die dann in Gotts Erkantnuss stehet,Das man nach seinen Gebotten gehet.Darzu wöll Gott sein gdegen[941]gebenUnd nach disem das ewig Leben.

Wach auff, es nahend gen dem tag!Ich hör singen im grünen HagEin wunnigkliche Nachtigal,Ihr stimb durchklinget Berg und Thal.Die Nacht neigt sich gen Occident,Der Tag geht auff von Orient,Die rotbrünstige MorgenrötHer durch die trüben Wolcken geht,Darauss die liechte Sonn thut plickenDess Mondes schein thut sie verdrücken[937];Des ist jetzt worden bleich und finster,Der vor mit seinem falschen glinster[2]Die gantzen Herd Schaf hat geblend,Das sie sich haben abgewendVon ihrem Hirten und der WeydUnd haben sie verlassen beyd,10Sind gangen nach des Mondes scheinIn die Wildnuss den Holzweg ein,Haben gehört des Löwen stimbUnd sind auch nachgefolget jhm,Der sie geführet hat mit listeGantz weit abwegs tieff in die Wüste;Da habens ihr süss Weyd verlorn,Hant gessen Unkraut, Distel, Dorn ...Zu solcher Hut haben geholffenEin gantzer Hauff reissender Wolffen ...20Auch lagen vil Schlangen im Grass,Sogen die Schaf ohn unterlassDurch all Gelid biss auff das Marck.Dess wurden die Schaf dürr und argkDurchauss und auss die lange NachtUnd sind auch allererst erwacht,So die Nachtigall so hell singet,Und des Tages Gelentz[938]herdringet,Der den Löwen zu kennen geit[939],Die Wölff und auch jhr falsche Weid.30Dess ist der grimmig Löw erwacht,Er lawret und ist ungeschlachtUber der Nachtigal Gesang,Das sie melt der Sonnen auffgang ...Der schein niemand verbergen kan.Nun das ihr klärer möcht verstan,Wer die lieblich Nachtigal sey,Die uns den hellen tag ausschrey,Ist Doctor Martinus Luther,Zu Wittenberg Augustiner,Der uns auffwecket von der Nacht,Darein der Mondschein uns hat bracht.Der Mondschein deut die Menschen LehrDer Sophisten hin und herInnerhalb der vierhundert Jaren,10Die sind nach ihr Vernunfft gefarenUnd hant uns abgeführet ferrVon der Evangelischen LehrUnseres Hirten Jesu ChristHin zu dem Löwen in die Wüst.Der Löwe wird der Bapst genennt,Die Wüst das Geistlich Regiment,Darinn er uns hat weit verfürtAuff Menschensünd, als man jetzt spürt ...Darumb, ihr Christen, auss der Wüste20Kehrt zu dem Hirten Jesu Christe!Derselbig ist ein guter Hirt,Hat sein Lieb mit dem Tod probiert[940],Wie samlet er aber diss sein Lob?Nämlich durch sein wort, die recht prob,Das lasst er trewlich durch sein LehrerTheylen nach gelegenheit der Zuhörer,Also, das ers auch nicht verschweigtDen Kindern, wie diss Büchlein zeigt,Darinn er ihn nach jhrm Verstand30Durch kurtze Fragstück macht bekantDie fürnemst stück Christlicher Lehre,Wie man jhn recht nach seim wort ehre.Derwegen niemand nicht verachtDie Fragen, hie kurtz eingebracht,Sondern denck, das wir müssen allZu Kindern werden in dem fall,Wollen wir anders glauben rechtDie gheimnuss unsers glaubens schlecht.Die kindlich einfallt muss uns führen,Und müssen lassen uns RegierenGotts wort, gleich wie das Kind regiertDes Vatters Red, was der ordiniert;Müssen von uns nicht hoch ding halten,Sondern wie Kind demütig walten,10Welchs Christus damals hat gewelt,Da er das Kind für die Jünger stelt.Hierumb so brauch, mein liebe Jugend,Diss Büchlin zu Lehr und rechter Tugend,Die dann in Gotts Erkantnuss stehet,Das man nach seinen Gebotten gehet.Darzu wöll Gott sein gdegen[941]gebenUnd nach disem das ewig Leben.

Wach auff, es nahend gen dem tag!

Ich hör singen im grünen Hag

Ein wunnigkliche Nachtigal,

Ihr stimb durchklinget Berg und Thal.

Die Nacht neigt sich gen Occident,

Der Tag geht auff von Orient,

Die rotbrünstige Morgenröt

Her durch die trüben Wolcken geht,

Darauss die liechte Sonn thut plicken

Dess Mondes schein thut sie verdrücken[937];

Des ist jetzt worden bleich und finster,

Der vor mit seinem falschen glinster[2]

Die gantzen Herd Schaf hat geblend,

Das sie sich haben abgewend

Von ihrem Hirten und der Weyd

Und haben sie verlassen beyd,10

Sind gangen nach des Mondes schein

In die Wildnuss den Holzweg ein,

Haben gehört des Löwen stimb

Und sind auch nachgefolget jhm,

Der sie geführet hat mit liste

Gantz weit abwegs tieff in die Wüste;

Da habens ihr süss Weyd verlorn,

Hant gessen Unkraut, Distel, Dorn ...

Zu solcher Hut haben geholffen

Ein gantzer Hauff reissender Wolffen ...20

Auch lagen vil Schlangen im Grass,

Sogen die Schaf ohn unterlass

Durch all Gelid biss auff das Marck.

Dess wurden die Schaf dürr und argk

Durchauss und auss die lange Nacht

Und sind auch allererst erwacht,

So die Nachtigall so hell singet,

Und des Tages Gelentz[938]herdringet,

Der den Löwen zu kennen geit[939],

Die Wölff und auch jhr falsche Weid.30

Dess ist der grimmig Löw erwacht,

Er lawret und ist ungeschlacht

Uber der Nachtigal Gesang,

Das sie melt der Sonnen auffgang ...

Der schein niemand verbergen kan.

Nun das ihr klärer möcht verstan,

Wer die lieblich Nachtigal sey,

Die uns den hellen tag ausschrey,

Ist Doctor Martinus Luther,

Zu Wittenberg Augustiner,

Der uns auffwecket von der Nacht,

Darein der Mondschein uns hat bracht.

Der Mondschein deut die Menschen Lehr

Der Sophisten hin und her

Innerhalb der vierhundert Jaren,10

Die sind nach ihr Vernunfft gefaren

Und hant uns abgeführet ferr

Von der Evangelischen Lehr

Unseres Hirten Jesu Christ

Hin zu dem Löwen in die Wüst.

Der Löwe wird der Bapst genennt,

Die Wüst das Geistlich Regiment,

Darinn er uns hat weit verfürt

Auff Menschensünd, als man jetzt spürt ...

Darumb, ihr Christen, auss der Wüste20

Kehrt zu dem Hirten Jesu Christe!

Derselbig ist ein guter Hirt,

Hat sein Lieb mit dem Tod probiert[940],

Wie samlet er aber diss sein Lob?

Nämlich durch sein wort, die recht prob,

Das lasst er trewlich durch sein Lehrer

Theylen nach gelegenheit der Zuhörer,

Also, das ers auch nicht verschweigt

Den Kindern, wie diss Büchlein zeigt,

Darinn er ihn nach jhrm Verstand30

Durch kurtze Fragstück macht bekant

Die fürnemst stück Christlicher Lehre,

Wie man jhn recht nach seim wort ehre.

Derwegen niemand nicht veracht

Die Fragen, hie kurtz eingebracht,

Sondern denck, das wir müssen all

Zu Kindern werden in dem fall,

Wollen wir anders glauben recht

Die gheimnuss unsers glaubens schlecht.

Die kindlich einfallt muss uns führen,

Und müssen lassen uns Regieren

Gotts wort, gleich wie das Kind regiert

Des Vatters Red, was der ordiniert;

Müssen von uns nicht hoch ding halten,

Sondern wie Kind demütig walten,10

Welchs Christus damals hat gewelt,

Da er das Kind für die Jünger stelt.

Hierumb so brauch, mein liebe Jugend,

Diss Büchlin zu Lehr und rechter Tugend,

Die dann in Gotts Erkantnuss stehet,

Das man nach seinen Gebotten gehet.

Darzu wöll Gott sein gdegen[941]geben

Und nach disem das ewig Leben.

Ein Krämer sein Krämerey trugDarmit er hin vnd wider zugAuff alle Kirchwey in dem Land,Auff den Dörffern, wo er die fand,Darmit er sich gar kaum ernehrt,Mit müh vnd arbeit streng vnd hert[942],Lid darbey hitz, frost, hunger vnd kommerNun begab sich im heissen Sommer,Dass diser armer Krämer altSein krämerskorb trug durch ein Wald,30Nun schien die Sonn so vberheiss,Das vber sein Leib loff der schweiss,Gieng daher helig[943], müd vnd schwach,In dem ein Brünnlein er ersach,Das in eim gelben sand auffqwül[944],Gantz silberfarb, klar frisch vnd kül,Zu dem der Krämer nider sassIn schatten in das grüne Grass,Vnd sein Krämerskorb von jm setzt,Vnd seines vnmuts sich ergetzt,Thet sich mit disem Brünnlein laben,Vnd gedacht jhm allda zu haben10Ein halbe stund ein stille rhu,Vnd höret den Waldvögeln zu,Wie sie sungen mit freyer stim,In dem giengen die augen jmZu, vnd bey dem Brünnlein entschlieff,In süssem schlaff gar hart[945]vnd tieff,Vnter eim hohen Kistenbaum[946].Im schlaff gedaucht jn in dem TraumWie er auff einr Dorff-Kirchwey wer,Darauff sehr vil Gelds löset er,20Von Bawersvolck alten vnd jungen,Die sich vmb seinen Kram vast drungen[947].Dess wurd der Krämer frewden volIm schlaf, das es im gieng so wol,In dem ein Aff ersehen was[948]Den Krämer ligen in dem Gras.Der lof, vnd bracht im Wald daherBey zweintzig Affen, oder mehr.Die Affen alle vmb jn stuhnden,Bleckten jr Zän, sein spotten kunden,30Aus fürwitz bald der Affen hauffBrachen jm sein Krämers-Korb auff,Vnd schütten jm herausser garAll seine elende Krämers Wahr,Als Brüch[949], Pfeiffen vnd Schlötterlein[950],Niesswurtz, Zucker vnd Brentenwein,Leckuchen[951]süssholtz, dergleich gneschlein[952]Gürtel, Nestel vnd KindstäschleinSpiegel, Schelln, Kämb[953]vnd Harpand,Fingerlein[954], Nadel, das alles sand[955]Hieng der fürwitzen Affen HauffIm Walde in dem Baumen auff,An den Esten hin vnde her,Samb im Wald ein Dorfkirchwey wer.Nach dem die Affn aneinander hiengen,10Ein Tantz vmb den Krämer anfiengen ...Die Schu jm von sein Füssen zugen,Vnd sie jhm in den Wald vertrugen ...Von disem so ist munter wornDer Krämer, vnd schnell aufferwacht,Fuhr auff, vnd gar vngeschlacht[956],Die Affen aber flohen bald,Hin vnd her zerstrewt in dem Wald,Vnd dem Krämer alle entloffen;Der fund seinen Krämerskorb offen,20Der war von aller Wahr gantz ler,Die hieng in Baumen hin vnd her,Vnd dazu in Hecken vnd Stauden,Die samlet er mit schweiss vnd schnauden[957].Ein theil war jhm zu hoch gehangen,Dieselben kund er nit erlangen.Was er erlanget, packt er einWiderumb in den Kramkorb sein,Vnd zog also barfuss darvon;Must spot vnd schmach zum schaden hon.30

Ein Krämer sein Krämerey trugDarmit er hin vnd wider zugAuff alle Kirchwey in dem Land,Auff den Dörffern, wo er die fand,Darmit er sich gar kaum ernehrt,Mit müh vnd arbeit streng vnd hert[942],Lid darbey hitz, frost, hunger vnd kommerNun begab sich im heissen Sommer,Dass diser armer Krämer altSein krämerskorb trug durch ein Wald,30Nun schien die Sonn so vberheiss,Das vber sein Leib loff der schweiss,Gieng daher helig[943], müd vnd schwach,In dem ein Brünnlein er ersach,Das in eim gelben sand auffqwül[944],Gantz silberfarb, klar frisch vnd kül,Zu dem der Krämer nider sassIn schatten in das grüne Grass,Vnd sein Krämerskorb von jm setzt,Vnd seines vnmuts sich ergetzt,Thet sich mit disem Brünnlein laben,Vnd gedacht jhm allda zu haben10Ein halbe stund ein stille rhu,Vnd höret den Waldvögeln zu,Wie sie sungen mit freyer stim,In dem giengen die augen jmZu, vnd bey dem Brünnlein entschlieff,In süssem schlaff gar hart[945]vnd tieff,Vnter eim hohen Kistenbaum[946].Im schlaff gedaucht jn in dem TraumWie er auff einr Dorff-Kirchwey wer,Darauff sehr vil Gelds löset er,20Von Bawersvolck alten vnd jungen,Die sich vmb seinen Kram vast drungen[947].Dess wurd der Krämer frewden volIm schlaf, das es im gieng so wol,In dem ein Aff ersehen was[948]Den Krämer ligen in dem Gras.Der lof, vnd bracht im Wald daherBey zweintzig Affen, oder mehr.Die Affen alle vmb jn stuhnden,Bleckten jr Zän, sein spotten kunden,30Aus fürwitz bald der Affen hauffBrachen jm sein Krämers-Korb auff,Vnd schütten jm herausser garAll seine elende Krämers Wahr,Als Brüch[949], Pfeiffen vnd Schlötterlein[950],Niesswurtz, Zucker vnd Brentenwein,Leckuchen[951]süssholtz, dergleich gneschlein[952]Gürtel, Nestel vnd KindstäschleinSpiegel, Schelln, Kämb[953]vnd Harpand,Fingerlein[954], Nadel, das alles sand[955]Hieng der fürwitzen Affen HauffIm Walde in dem Baumen auff,An den Esten hin vnde her,Samb im Wald ein Dorfkirchwey wer.Nach dem die Affn aneinander hiengen,10Ein Tantz vmb den Krämer anfiengen ...Die Schu jm von sein Füssen zugen,Vnd sie jhm in den Wald vertrugen ...Von disem so ist munter wornDer Krämer, vnd schnell aufferwacht,Fuhr auff, vnd gar vngeschlacht[956],Die Affen aber flohen bald,Hin vnd her zerstrewt in dem Wald,Vnd dem Krämer alle entloffen;Der fund seinen Krämerskorb offen,20Der war von aller Wahr gantz ler,Die hieng in Baumen hin vnd her,Vnd dazu in Hecken vnd Stauden,Die samlet er mit schweiss vnd schnauden[957].Ein theil war jhm zu hoch gehangen,Dieselben kund er nit erlangen.Was er erlanget, packt er einWiderumb in den Kramkorb sein,Vnd zog also barfuss darvon;Must spot vnd schmach zum schaden hon.30

Ein Krämer sein Krämerey trugDarmit er hin vnd wider zugAuff alle Kirchwey in dem Land,Auff den Dörffern, wo er die fand,Darmit er sich gar kaum ernehrt,Mit müh vnd arbeit streng vnd hert[942],Lid darbey hitz, frost, hunger vnd kommerNun begab sich im heissen Sommer,Dass diser armer Krämer altSein krämerskorb trug durch ein Wald,30Nun schien die Sonn so vberheiss,Das vber sein Leib loff der schweiss,Gieng daher helig[943], müd vnd schwach,In dem ein Brünnlein er ersach,Das in eim gelben sand auffqwül[944],Gantz silberfarb, klar frisch vnd kül,Zu dem der Krämer nider sassIn schatten in das grüne Grass,Vnd sein Krämerskorb von jm setzt,Vnd seines vnmuts sich ergetzt,Thet sich mit disem Brünnlein laben,Vnd gedacht jhm allda zu haben10Ein halbe stund ein stille rhu,Vnd höret den Waldvögeln zu,Wie sie sungen mit freyer stim,In dem giengen die augen jmZu, vnd bey dem Brünnlein entschlieff,In süssem schlaff gar hart[945]vnd tieff,Vnter eim hohen Kistenbaum[946].Im schlaff gedaucht jn in dem TraumWie er auff einr Dorff-Kirchwey wer,Darauff sehr vil Gelds löset er,20Von Bawersvolck alten vnd jungen,Die sich vmb seinen Kram vast drungen[947].Dess wurd der Krämer frewden volIm schlaf, das es im gieng so wol,In dem ein Aff ersehen was[948]Den Krämer ligen in dem Gras.Der lof, vnd bracht im Wald daherBey zweintzig Affen, oder mehr.Die Affen alle vmb jn stuhnden,Bleckten jr Zän, sein spotten kunden,30Aus fürwitz bald der Affen hauffBrachen jm sein Krämers-Korb auff,Vnd schütten jm herausser garAll seine elende Krämers Wahr,Als Brüch[949], Pfeiffen vnd Schlötterlein[950],Niesswurtz, Zucker vnd Brentenwein,Leckuchen[951]süssholtz, dergleich gneschlein[952]Gürtel, Nestel vnd KindstäschleinSpiegel, Schelln, Kämb[953]vnd Harpand,Fingerlein[954], Nadel, das alles sand[955]Hieng der fürwitzen Affen HauffIm Walde in dem Baumen auff,An den Esten hin vnde her,Samb im Wald ein Dorfkirchwey wer.Nach dem die Affn aneinander hiengen,10Ein Tantz vmb den Krämer anfiengen ...Die Schu jm von sein Füssen zugen,Vnd sie jhm in den Wald vertrugen ...Von disem so ist munter wornDer Krämer, vnd schnell aufferwacht,Fuhr auff, vnd gar vngeschlacht[956],Die Affen aber flohen bald,Hin vnd her zerstrewt in dem Wald,Vnd dem Krämer alle entloffen;Der fund seinen Krämerskorb offen,20Der war von aller Wahr gantz ler,Die hieng in Baumen hin vnd her,Vnd dazu in Hecken vnd Stauden,Die samlet er mit schweiss vnd schnauden[957].Ein theil war jhm zu hoch gehangen,Dieselben kund er nit erlangen.Was er erlanget, packt er einWiderumb in den Kramkorb sein,Vnd zog also barfuss darvon;Must spot vnd schmach zum schaden hon.30

Ein Krämer sein Krämerey trug

Darmit er hin vnd wider zug

Auff alle Kirchwey in dem Land,

Auff den Dörffern, wo er die fand,

Darmit er sich gar kaum ernehrt,

Mit müh vnd arbeit streng vnd hert[942],

Lid darbey hitz, frost, hunger vnd kommer

Nun begab sich im heissen Sommer,

Dass diser armer Krämer alt

Sein krämerskorb trug durch ein Wald,30

Nun schien die Sonn so vberheiss,

Das vber sein Leib loff der schweiss,

Gieng daher helig[943], müd vnd schwach,

In dem ein Brünnlein er ersach,

Das in eim gelben sand auffqwül[944],

Gantz silberfarb, klar frisch vnd kül,

Zu dem der Krämer nider sass

In schatten in das grüne Grass,

Vnd sein Krämerskorb von jm setzt,

Vnd seines vnmuts sich ergetzt,

Thet sich mit disem Brünnlein laben,

Vnd gedacht jhm allda zu haben10

Ein halbe stund ein stille rhu,

Vnd höret den Waldvögeln zu,

Wie sie sungen mit freyer stim,

In dem giengen die augen jm

Zu, vnd bey dem Brünnlein entschlieff,

In süssem schlaff gar hart[945]vnd tieff,

Vnter eim hohen Kistenbaum[946].

Im schlaff gedaucht jn in dem Traum

Wie er auff einr Dorff-Kirchwey wer,

Darauff sehr vil Gelds löset er,20

Von Bawersvolck alten vnd jungen,

Die sich vmb seinen Kram vast drungen[947].

Dess wurd der Krämer frewden vol

Im schlaf, das es im gieng so wol,

In dem ein Aff ersehen was[948]

Den Krämer ligen in dem Gras.

Der lof, vnd bracht im Wald daher

Bey zweintzig Affen, oder mehr.

Die Affen alle vmb jn stuhnden,

Bleckten jr Zän, sein spotten kunden,30

Aus fürwitz bald der Affen hauff

Brachen jm sein Krämers-Korb auff,

Vnd schütten jm herausser gar

All seine elende Krämers Wahr,

Als Brüch[949], Pfeiffen vnd Schlötterlein[950],

Niesswurtz, Zucker vnd Brentenwein,

Leckuchen[951]süssholtz, dergleich gneschlein[952]

Gürtel, Nestel vnd Kindstäschlein

Spiegel, Schelln, Kämb[953]vnd Harpand,

Fingerlein[954], Nadel, das alles sand[955]

Hieng der fürwitzen Affen Hauff

Im Walde in dem Baumen auff,

An den Esten hin vnde her,

Samb im Wald ein Dorfkirchwey wer.

Nach dem die Affn aneinander hiengen,10

Ein Tantz vmb den Krämer anfiengen ...

Die Schu jm von sein Füssen zugen,

Vnd sie jhm in den Wald vertrugen ...

Von disem so ist munter worn

Der Krämer, vnd schnell aufferwacht,

Fuhr auff, vnd gar vngeschlacht[956],

Die Affen aber flohen bald,

Hin vnd her zerstrewt in dem Wald,

Vnd dem Krämer alle entloffen;

Der fund seinen Krämerskorb offen,20

Der war von aller Wahr gantz ler,

Die hieng in Baumen hin vnd her,

Vnd dazu in Hecken vnd Stauden,

Die samlet er mit schweiss vnd schnauden[957].

Ein theil war jhm zu hoch gehangen,

Dieselben kund er nit erlangen.

Was er erlanget, packt er ein

Widerumb in den Kramkorb sein,

Vnd zog also barfuss darvon;

Must spot vnd schmach zum schaden hon.30

DERBESCHLUSS.

Also sich hie in diser zeitManch Mann mit grossr müh vnd arbeitKan sich gar kümmerlich ernehrn,Mit Weib vnd Kind hungers erwehrn,Mit schwerer Armut ist beladen,Vnd ist gantz jederman ohn schadenMit seim Gewerb was er thut treiben,Kan doch vor den Affen nicht bleiben,Welche man sonst nent die Spottvögel,Welche sind frech, fürwitz vnd gögel[958],Die öffnen vnverschembt allzeitEins guten Mannes heimligkeitSpott weiss mit jhren hinterschlegen,10All sein ding zum ärgsten ausslegen,In all seim Handl jn verunglimpffen,Sehr grob mit wort vnd wercken schimpffen[959]Wiewol mit solchem groben schimpffKompt der gut Mann vmb ehr vnd glimpffDardurch der gut Mann wird veracht,Wenn aber der in ernst erwacht,Vnd redet den vnd jenen an,Was er geredt hat vnd gethan,Als denn solch Spottvögel fliehen,20Vnd den Kopff auss der Schlingen ziehenWischen das Maul, drollen darvon,Keiner wil nichts geredet hon,Oder sie geben für jhm glimpff[960],Es sey geschehn in gutem schimpff.Solches sind recht vntrewe tück,Vnd arg, neckische Bubenstück,Welches thut gar kein Byderman,Derselb schertzen vnd schimpffen kan,In fröligkeit ohn allen schaden,30Dass sein Nechster bleibt vnbeladen,Beyde an glimpff, Ehren vnd Gut;Solchs abr der Schandvogel nicht thut,Sonder schertzweiss aussbreit er das,Vnd doch auss bitter neyd vnd hass,Alls was er sicht, hört vnd erfehrt,Er alle ding zum ärgsten kehrt.Solch Affen vnd Schandvögel auff ErdDie sind gar keiner Ehren werd.Sie richten an vil vngemachs.Nur mit jn hin! das wünscht Hans Sachs.Anno Salutis MDLVIII.Am 19. Tage Decembris.

Also sich hie in diser zeitManch Mann mit grossr müh vnd arbeitKan sich gar kümmerlich ernehrn,Mit Weib vnd Kind hungers erwehrn,Mit schwerer Armut ist beladen,Vnd ist gantz jederman ohn schadenMit seim Gewerb was er thut treiben,Kan doch vor den Affen nicht bleiben,Welche man sonst nent die Spottvögel,Welche sind frech, fürwitz vnd gögel[958],Die öffnen vnverschembt allzeitEins guten Mannes heimligkeitSpott weiss mit jhren hinterschlegen,10All sein ding zum ärgsten ausslegen,In all seim Handl jn verunglimpffen,Sehr grob mit wort vnd wercken schimpffen[959]Wiewol mit solchem groben schimpffKompt der gut Mann vmb ehr vnd glimpffDardurch der gut Mann wird veracht,Wenn aber der in ernst erwacht,Vnd redet den vnd jenen an,Was er geredt hat vnd gethan,Als denn solch Spottvögel fliehen,20Vnd den Kopff auss der Schlingen ziehenWischen das Maul, drollen darvon,Keiner wil nichts geredet hon,Oder sie geben für jhm glimpff[960],Es sey geschehn in gutem schimpff.Solches sind recht vntrewe tück,Vnd arg, neckische Bubenstück,Welches thut gar kein Byderman,Derselb schertzen vnd schimpffen kan,In fröligkeit ohn allen schaden,30Dass sein Nechster bleibt vnbeladen,Beyde an glimpff, Ehren vnd Gut;Solchs abr der Schandvogel nicht thut,Sonder schertzweiss aussbreit er das,Vnd doch auss bitter neyd vnd hass,Alls was er sicht, hört vnd erfehrt,Er alle ding zum ärgsten kehrt.Solch Affen vnd Schandvögel auff ErdDie sind gar keiner Ehren werd.Sie richten an vil vngemachs.Nur mit jn hin! das wünscht Hans Sachs.Anno Salutis MDLVIII.Am 19. Tage Decembris.

Also sich hie in diser zeitManch Mann mit grossr müh vnd arbeitKan sich gar kümmerlich ernehrn,Mit Weib vnd Kind hungers erwehrn,Mit schwerer Armut ist beladen,Vnd ist gantz jederman ohn schadenMit seim Gewerb was er thut treiben,Kan doch vor den Affen nicht bleiben,Welche man sonst nent die Spottvögel,Welche sind frech, fürwitz vnd gögel[958],Die öffnen vnverschembt allzeitEins guten Mannes heimligkeitSpott weiss mit jhren hinterschlegen,10All sein ding zum ärgsten ausslegen,In all seim Handl jn verunglimpffen,Sehr grob mit wort vnd wercken schimpffen[959]Wiewol mit solchem groben schimpffKompt der gut Mann vmb ehr vnd glimpffDardurch der gut Mann wird veracht,Wenn aber der in ernst erwacht,Vnd redet den vnd jenen an,Was er geredt hat vnd gethan,Als denn solch Spottvögel fliehen,20Vnd den Kopff auss der Schlingen ziehenWischen das Maul, drollen darvon,Keiner wil nichts geredet hon,Oder sie geben für jhm glimpff[960],Es sey geschehn in gutem schimpff.Solches sind recht vntrewe tück,Vnd arg, neckische Bubenstück,Welches thut gar kein Byderman,Derselb schertzen vnd schimpffen kan,In fröligkeit ohn allen schaden,30Dass sein Nechster bleibt vnbeladen,Beyde an glimpff, Ehren vnd Gut;Solchs abr der Schandvogel nicht thut,Sonder schertzweiss aussbreit er das,Vnd doch auss bitter neyd vnd hass,Alls was er sicht, hört vnd erfehrt,Er alle ding zum ärgsten kehrt.Solch Affen vnd Schandvögel auff ErdDie sind gar keiner Ehren werd.Sie richten an vil vngemachs.Nur mit jn hin! das wünscht Hans Sachs.Anno Salutis MDLVIII.Am 19. Tage Decembris.

Also sich hie in diser zeit

Manch Mann mit grossr müh vnd arbeit

Kan sich gar kümmerlich ernehrn,

Mit Weib vnd Kind hungers erwehrn,

Mit schwerer Armut ist beladen,

Vnd ist gantz jederman ohn schaden

Mit seim Gewerb was er thut treiben,

Kan doch vor den Affen nicht bleiben,

Welche man sonst nent die Spottvögel,

Welche sind frech, fürwitz vnd gögel[958],

Die öffnen vnverschembt allzeit

Eins guten Mannes heimligkeit

Spott weiss mit jhren hinterschlegen,10

All sein ding zum ärgsten ausslegen,

In all seim Handl jn verunglimpffen,

Sehr grob mit wort vnd wercken schimpffen[959]

Wiewol mit solchem groben schimpff

Kompt der gut Mann vmb ehr vnd glimpff

Dardurch der gut Mann wird veracht,

Wenn aber der in ernst erwacht,

Vnd redet den vnd jenen an,

Was er geredt hat vnd gethan,

Als denn solch Spottvögel fliehen,20

Vnd den Kopff auss der Schlingen ziehen

Wischen das Maul, drollen darvon,

Keiner wil nichts geredet hon,

Oder sie geben für jhm glimpff[960],

Es sey geschehn in gutem schimpff.

Solches sind recht vntrewe tück,

Vnd arg, neckische Bubenstück,

Welches thut gar kein Byderman,

Derselb schertzen vnd schimpffen kan,

In fröligkeit ohn allen schaden,30

Dass sein Nechster bleibt vnbeladen,

Beyde an glimpff, Ehren vnd Gut;

Solchs abr der Schandvogel nicht thut,

Sonder schertzweiss aussbreit er das,

Vnd doch auss bitter neyd vnd hass,

Alls was er sicht, hört vnd erfehrt,

Er alle ding zum ärgsten kehrt.

Solch Affen vnd Schandvögel auff Erd

Die sind gar keiner Ehren werd.

Sie richten an vil vngemachs.

Nur mit jn hin! das wünscht Hans Sachs.

Anno Salutis MDLVIII.

Am 19. Tage Decembris.

{10}Ausgabe: Nürnberg bey Christoff Heussler 1558.

Actus III.

Adam vnnd Eua geen ein, vnd Abel selb sechst, Kain auch selb sechst.

Adam spricht.

Eua ist das hauss gezirtAuff das wenn der Herr kummen wirtDas es als schön vnd lüstig SteWie ich dir hab befolhen Ee.

Eua ist das hauss gezirtAuff das wenn der Herr kummen wirtDas es als schön vnd lüstig SteWie ich dir hab befolhen Ee.

Eua ist das hauss gezirtAuff das wenn der Herr kummen wirtDas es als schön vnd lüstig SteWie ich dir hab befolhen Ee.

Eua ist das hauss gezirt

Auff das wenn der Herr kummen wirt

Das es als schön vnd lüstig Ste

Wie ich dir hab befolhen Ee.

Eua spricht.


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