JOHANN SCHEFFLER, GENANNT ANGELUS SILESIUS.

JOHANN SCHEFFLER, GENANNT ANGELUS SILESIUS.

[Scherer D.336,E.338.]

Geboren 1624 zu Breslau. Er studierte Medicin und ward Leibarzt bei dem Kaiser Ferdinand. Durch das Studium theosophischer Schriften und persönliche Bekanntschaft mit holländischen Mystikern ward er zum Übertritt zur Römischen Kirche bewogen. Er wurde Priester und lebte meist im Jesuiten-Kloster zu Breslau. Starb 1677. Ausser seinen theologischen Streitschriften sind am bekanntesten: sein ‘Cherubinischer Wandersmann’, eine Sammlung mystischer Sprüche; seine ‘Heilige Seelenlust’, eine Sammlung geistlicher Hirtenlieder; seine ‘Sinnliche Betrachtung der vier letzten Dinge’. Seine geistlichen Lieder haben trotz ihrem pantheistischen Charakter zum Theil Eingang in protestantische Gesangbücher gefunden. Herausgegeben von Rosenthal (Regensburg, 1862).

Geboren 1624 zu Breslau. Er studierte Medicin und ward Leibarzt bei dem Kaiser Ferdinand. Durch das Studium theosophischer Schriften und persönliche Bekanntschaft mit holländischen Mystikern ward er zum Übertritt zur Römischen Kirche bewogen. Er wurde Priester und lebte meist im Jesuiten-Kloster zu Breslau. Starb 1677. Ausser seinen theologischen Streitschriften sind am bekanntesten: sein ‘Cherubinischer Wandersmann’, eine Sammlung mystischer Sprüche; seine ‘Heilige Seelenlust’, eine Sammlung geistlicher Hirtenlieder; seine ‘Sinnliche Betrachtung der vier letzten Dinge’. Seine geistlichen Lieder haben trotz ihrem pantheistischen Charakter zum Theil Eingang in protestantische Gesangbücher gefunden. Herausgegeben von Rosenthal (Regensburg, 1862).

ICh wil dich lieben meine Stärke,Ich wil dich lieben meine Ziehr,Ich wil dich lieben mit dem Werke,Und immerwehrender Begihr:Ich wil dich lieben schönstes LichtBiss mir das Hertze bricht.Ich wil dich lieben O mein LebenAls meinen allerbesten Freind;Ich wil dich lieben und erheben,So lange mich dein Glantz bescheint.Ich will dich lieben Gottes LammAls meinen Bräutigam.Ach dass ich dich so spät erkennet,Du Hochgelobte Schönheit du!10Und dich nicht eher mein genennet,Du höchstes Gut und wahre Ruh!Es ist mir leid und bin betrübt,Dass ich so spät geliebt.Ich lieff verirrt und war verblendet,Ich suchte dich und fand dich nicht;Ich hatte mich von dir gewendetUnd liebte das geschaffne Licht;Nu aber ists durch dich geschehnDass ich dich hab ersehn.20Ich danke dir du wahre Sonne,Das mir dein Glantz hat licht gebracht:Ich danke dir du Himmels-Wonne,Das du mich fro und frey gemacht:Ich danke dir du güldner Mund,Dass du mich machst gesund.Erhalte mich auff deinen Stegen,Und lass mich nicht mehr irre gehn;Lass meinen Fuss in deinen WegenNicht straucheln oder stille stehn:30Erleucht mir Leib’ und Seele gantzDu starker Himmels glantz.Gib meinen Augen süsse Thränen,Gib meinem Hertzen keusche brunst;Lass meine Seele sich gewöhnenZu üben in der Liebe-Kunst:Lass meinen Sinn, Geist und Verstand,Stäts sein zu dir gewand.Ich wil dich lieben meine Krone,Ich wil dich lieben meinen Gott;Ich wil dich lieben ohne lohneAuch in der allergrösten Noth;Ich will dich lieben schönstes Licht,Biss mir das Hertze bricht.

ICh wil dich lieben meine Stärke,Ich wil dich lieben meine Ziehr,Ich wil dich lieben mit dem Werke,Und immerwehrender Begihr:Ich wil dich lieben schönstes LichtBiss mir das Hertze bricht.Ich wil dich lieben O mein LebenAls meinen allerbesten Freind;Ich wil dich lieben und erheben,So lange mich dein Glantz bescheint.Ich will dich lieben Gottes LammAls meinen Bräutigam.Ach dass ich dich so spät erkennet,Du Hochgelobte Schönheit du!10Und dich nicht eher mein genennet,Du höchstes Gut und wahre Ruh!Es ist mir leid und bin betrübt,Dass ich so spät geliebt.Ich lieff verirrt und war verblendet,Ich suchte dich und fand dich nicht;Ich hatte mich von dir gewendetUnd liebte das geschaffne Licht;Nu aber ists durch dich geschehnDass ich dich hab ersehn.20Ich danke dir du wahre Sonne,Das mir dein Glantz hat licht gebracht:Ich danke dir du Himmels-Wonne,Das du mich fro und frey gemacht:Ich danke dir du güldner Mund,Dass du mich machst gesund.Erhalte mich auff deinen Stegen,Und lass mich nicht mehr irre gehn;Lass meinen Fuss in deinen WegenNicht straucheln oder stille stehn:30Erleucht mir Leib’ und Seele gantzDu starker Himmels glantz.Gib meinen Augen süsse Thränen,Gib meinem Hertzen keusche brunst;Lass meine Seele sich gewöhnenZu üben in der Liebe-Kunst:Lass meinen Sinn, Geist und Verstand,Stäts sein zu dir gewand.Ich wil dich lieben meine Krone,Ich wil dich lieben meinen Gott;Ich wil dich lieben ohne lohneAuch in der allergrösten Noth;Ich will dich lieben schönstes Licht,Biss mir das Hertze bricht.

ICh wil dich lieben meine Stärke,Ich wil dich lieben meine Ziehr,Ich wil dich lieben mit dem Werke,Und immerwehrender Begihr:Ich wil dich lieben schönstes LichtBiss mir das Hertze bricht.Ich wil dich lieben O mein LebenAls meinen allerbesten Freind;Ich wil dich lieben und erheben,So lange mich dein Glantz bescheint.Ich will dich lieben Gottes LammAls meinen Bräutigam.Ach dass ich dich so spät erkennet,Du Hochgelobte Schönheit du!10Und dich nicht eher mein genennet,Du höchstes Gut und wahre Ruh!Es ist mir leid und bin betrübt,Dass ich so spät geliebt.Ich lieff verirrt und war verblendet,Ich suchte dich und fand dich nicht;Ich hatte mich von dir gewendetUnd liebte das geschaffne Licht;Nu aber ists durch dich geschehnDass ich dich hab ersehn.20Ich danke dir du wahre Sonne,Das mir dein Glantz hat licht gebracht:Ich danke dir du Himmels-Wonne,Das du mich fro und frey gemacht:Ich danke dir du güldner Mund,Dass du mich machst gesund.Erhalte mich auff deinen Stegen,Und lass mich nicht mehr irre gehn;Lass meinen Fuss in deinen WegenNicht straucheln oder stille stehn:30Erleucht mir Leib’ und Seele gantzDu starker Himmels glantz.Gib meinen Augen süsse Thränen,Gib meinem Hertzen keusche brunst;Lass meine Seele sich gewöhnenZu üben in der Liebe-Kunst:Lass meinen Sinn, Geist und Verstand,Stäts sein zu dir gewand.Ich wil dich lieben meine Krone,Ich wil dich lieben meinen Gott;Ich wil dich lieben ohne lohneAuch in der allergrösten Noth;Ich will dich lieben schönstes Licht,Biss mir das Hertze bricht.

ICh wil dich lieben meine Stärke,

Ich wil dich lieben meine Ziehr,

Ich wil dich lieben mit dem Werke,

Und immerwehrender Begihr:

Ich wil dich lieben schönstes Licht

Biss mir das Hertze bricht.

Ich wil dich lieben O mein Leben

Als meinen allerbesten Freind;

Ich wil dich lieben und erheben,

So lange mich dein Glantz bescheint.

Ich will dich lieben Gottes Lamm

Als meinen Bräutigam.

Ach dass ich dich so spät erkennet,

Du Hochgelobte Schönheit du!10

Und dich nicht eher mein genennet,

Du höchstes Gut und wahre Ruh!

Es ist mir leid und bin betrübt,

Dass ich so spät geliebt.

Ich lieff verirrt und war verblendet,

Ich suchte dich und fand dich nicht;

Ich hatte mich von dir gewendet

Und liebte das geschaffne Licht;

Nu aber ists durch dich geschehn

Dass ich dich hab ersehn.20

Ich danke dir du wahre Sonne,

Das mir dein Glantz hat licht gebracht:

Ich danke dir du Himmels-Wonne,

Das du mich fro und frey gemacht:

Ich danke dir du güldner Mund,

Dass du mich machst gesund.

Erhalte mich auff deinen Stegen,

Und lass mich nicht mehr irre gehn;

Lass meinen Fuss in deinen Wegen

Nicht straucheln oder stille stehn:30

Erleucht mir Leib’ und Seele gantz

Du starker Himmels glantz.

Gib meinen Augen süsse Thränen,

Gib meinem Hertzen keusche brunst;

Lass meine Seele sich gewöhnen

Zu üben in der Liebe-Kunst:

Lass meinen Sinn, Geist und Verstand,

Stäts sein zu dir gewand.

Ich wil dich lieben meine Krone,

Ich wil dich lieben meinen Gott;

Ich wil dich lieben ohne lohne

Auch in der allergrösten Noth;

Ich will dich lieben schönstes Licht,

Biss mir das Hertze bricht.

Man weiss nicht was man ist.

Ich weiss nicht was ich bin, Ich bin nicht was ich weiss:Ein Ding und nicht ein Ding, Ein Stüpffchen[1026]und ein Kreiss.

Ich weiss nicht was ich bin, Ich bin nicht was ich weiss:Ein Ding und nicht ein Ding, Ein Stüpffchen[1026]und ein Kreiss.

Ich weiss nicht was ich bin, Ich bin nicht was ich weiss:Ein Ding und nicht ein Ding, Ein Stüpffchen[1026]und ein Kreiss.

Ich weiss nicht was ich bin, Ich bin nicht was ich weiss:

Ein Ding und nicht ein Ding, Ein Stüpffchen[1026]und ein Kreiss.

Der Ewige Tod.

Der Tod, auss welchem nicht ein Neues Leben blühet,10Der ists, den meine Seel auss allen Töden fliehet.

Der Tod, auss welchem nicht ein Neues Leben blühet,10Der ists, den meine Seel auss allen Töden fliehet.

Der Tod, auss welchem nicht ein Neues Leben blühet,10Der ists, den meine Seel auss allen Töden fliehet.

Der Tod, auss welchem nicht ein Neues Leben blühet,10

Der ists, den meine Seel auss allen Töden fliehet.

Kein Tod ist ohn ein Leben.

Ich sag es stirbet nichts; nur dass ein ander Leben,Auch selbst das Peinliche, wird durch den Tod gegeben.

Ich sag es stirbet nichts; nur dass ein ander Leben,Auch selbst das Peinliche, wird durch den Tod gegeben.

Ich sag es stirbet nichts; nur dass ein ander Leben,Auch selbst das Peinliche, wird durch den Tod gegeben.

Ich sag es stirbet nichts; nur dass ein ander Leben,

Auch selbst das Peinliche, wird durch den Tod gegeben.

Wie wird man GOtte gleich?

Wer GOtt wil gleiche seyn, muss allem ungleich werden,Muss ledig seiner selbst, und loss seyn von Beschwerden.

Wer GOtt wil gleiche seyn, muss allem ungleich werden,Muss ledig seiner selbst, und loss seyn von Beschwerden.

Wer GOtt wil gleiche seyn, muss allem ungleich werden,Muss ledig seiner selbst, und loss seyn von Beschwerden.

Wer GOtt wil gleiche seyn, muss allem ungleich werden,

Muss ledig seiner selbst, und loss seyn von Beschwerden.

Die Rose.

Die Rose, welche hier dein äussres Auge siht,Die hat von Ewigkeit in GOtt also geblüht.

Die Rose, welche hier dein äussres Auge siht,Die hat von Ewigkeit in GOtt also geblüht.

Die Rose, welche hier dein äussres Auge siht,Die hat von Ewigkeit in GOtt also geblüht.

Die Rose, welche hier dein äussres Auge siht,

Die hat von Ewigkeit in GOtt also geblüht.

Die GOttheit ist ein Nichts.

Die zarte GOttheit ist ein nichts und über nichts:Wer nichts in allem sicht, Mensch glaube, dieser sichts[1027].

Die zarte GOttheit ist ein nichts und über nichts:Wer nichts in allem sicht, Mensch glaube, dieser sichts[1027].

Die zarte GOttheit ist ein nichts und über nichts:Wer nichts in allem sicht, Mensch glaube, dieser sichts[1027].

Die zarte GOttheit ist ein nichts und über nichts:

Wer nichts in allem sicht, Mensch glaube, dieser sichts[1027].

Wie ruhet GOtt in mir?

Du must gantz lauter seyn, und steh’n in einem Nun,20Sol GOtt in dir sich schaun, und sänfftiglichen ruh’n.

Du must gantz lauter seyn, und steh’n in einem Nun,20Sol GOtt in dir sich schaun, und sänfftiglichen ruh’n.

Du must gantz lauter seyn, und steh’n in einem Nun,20Sol GOtt in dir sich schaun, und sänfftiglichen ruh’n.

Du must gantz lauter seyn, und steh’n in einem Nun,20

Sol GOtt in dir sich schaun, und sänfftiglichen ruh’n.

Der Mensch der macht die Zeit.

Du selber machst die Zeit: das Uhrwerck sind die Sinnen:Hemm’stu die Unruh nur, so ist die Zeit von hinnen.

Du selber machst die Zeit: das Uhrwerck sind die Sinnen:Hemm’stu die Unruh nur, so ist die Zeit von hinnen.

Du selber machst die Zeit: das Uhrwerck sind die Sinnen:Hemm’stu die Unruh nur, so ist die Zeit von hinnen.

Du selber machst die Zeit: das Uhrwerck sind die Sinnen:

Hemm’stu die Unruh nur, so ist die Zeit von hinnen.

Immer dasselbige.

Ich ward das was ich war, und bin was ich gewesen,Und werd’ es ewig seyn, wenn Leib und Seel genesen.

Ich ward das was ich war, und bin was ich gewesen,Und werd’ es ewig seyn, wenn Leib und Seel genesen.

Ich ward das was ich war, und bin was ich gewesen,Und werd’ es ewig seyn, wenn Leib und Seel genesen.

Ich ward das was ich war, und bin was ich gewesen,

Und werd’ es ewig seyn, wenn Leib und Seel genesen.

GOtt ist, Er lebet nicht.

GOTT ist nur eigentlich: Er lebt und liebet nicht,Wie man von mir und dir und and’ren Dingen spricht.

GOTT ist nur eigentlich: Er lebt und liebet nicht,Wie man von mir und dir und and’ren Dingen spricht.

GOTT ist nur eigentlich: Er lebt und liebet nicht,Wie man von mir und dir und and’ren Dingen spricht.

GOTT ist nur eigentlich: Er lebt und liebet nicht,

Wie man von mir und dir und and’ren Dingen spricht.

{10}Die Einsamkeit.

Die Einsamkeit ist noth, doch sey nur nicht gemein,So kanstu überall in einer Wüsten seyn.

Die Einsamkeit ist noth, doch sey nur nicht gemein,So kanstu überall in einer Wüsten seyn.

Die Einsamkeit ist noth, doch sey nur nicht gemein,So kanstu überall in einer Wüsten seyn.

Die Einsamkeit ist noth, doch sey nur nicht gemein,

So kanstu überall in einer Wüsten seyn.

Die Morgenröth’ und Seele.

Die Morgenröth’ ist schön, Noch schöner eine Seele,Die GOttes Stral durchleucht in ihres Leibes Höle.

Die Morgenröth’ ist schön, Noch schöner eine Seele,Die GOttes Stral durchleucht in ihres Leibes Höle.

Die Morgenröth’ ist schön, Noch schöner eine Seele,Die GOttes Stral durchleucht in ihres Leibes Höle.

Die Morgenröth’ ist schön, Noch schöner eine Seele,

Die GOttes Stral durchleucht in ihres Leibes Höle.

Die Perlen-Geburt.

Die Perle wird vom Thau in einer Muschel HöleGezeuget und gebohr’n, und diss ist bald beweistWo dus nicht glauben wilt: Der Thau ist GOttes-Geist,Die Perle Jesus Christ, die Muschel meine Seele.20

Die Perle wird vom Thau in einer Muschel HöleGezeuget und gebohr’n, und diss ist bald beweistWo dus nicht glauben wilt: Der Thau ist GOttes-Geist,Die Perle Jesus Christ, die Muschel meine Seele.20

Die Perle wird vom Thau in einer Muschel HöleGezeuget und gebohr’n, und diss ist bald beweistWo dus nicht glauben wilt: Der Thau ist GOttes-Geist,Die Perle Jesus Christ, die Muschel meine Seele.20

Die Perle wird vom Thau in einer Muschel Höle

Gezeuget und gebohr’n, und diss ist bald beweist

Wo dus nicht glauben wilt: Der Thau ist GOttes-Geist,

Die Perle Jesus Christ, die Muschel meine Seele.20

Die Sünde.

Die Sünd’ ist anders nichts, als dass ein Mensch von GOttSein angesicht abwendt, und kehret sich zum Tod.

Die Sünd’ ist anders nichts, als dass ein Mensch von GOttSein angesicht abwendt, und kehret sich zum Tod.

Die Sünd’ ist anders nichts, als dass ein Mensch von GOttSein angesicht abwendt, und kehret sich zum Tod.

Die Sünd’ ist anders nichts, als dass ein Mensch von GOtt

Sein angesicht abwendt, und kehret sich zum Tod.

Der Mensch.

Das gröste Wunder Ding ist doch der Mensch allein:Er kan, nach dem ers macht, GOtt oder Teuffel seyn.

Das gröste Wunder Ding ist doch der Mensch allein:Er kan, nach dem ers macht, GOtt oder Teuffel seyn.

Das gröste Wunder Ding ist doch der Mensch allein:Er kan, nach dem ers macht, GOtt oder Teuffel seyn.

Das gröste Wunder Ding ist doch der Mensch allein:

Er kan, nach dem ers macht, GOtt oder Teuffel seyn.

Das Meer in einem Tröpfflein.

Sag an wie geh’t es zu, wenn in ein TröpffeleinIn mich, das gantze Meer Gott gantz und gar fleust ein?

Sag an wie geh’t es zu, wenn in ein TröpffeleinIn mich, das gantze Meer Gott gantz und gar fleust ein?

Sag an wie geh’t es zu, wenn in ein TröpffeleinIn mich, das gantze Meer Gott gantz und gar fleust ein?

Sag an wie geh’t es zu, wenn in ein Tröpffelein

In mich, das gantze Meer Gott gantz und gar fleust ein?

{30}GOtt schafft die Welt noch.

GOtt schafft die Welt annoch: kombt dir diss fremde für?So wiss’ es ist bey ihm kein Vor noch Nach, wie hier.

GOtt schafft die Welt annoch: kombt dir diss fremde für?So wiss’ es ist bey ihm kein Vor noch Nach, wie hier.

GOtt schafft die Welt annoch: kombt dir diss fremde für?So wiss’ es ist bey ihm kein Vor noch Nach, wie hier.

GOtt schafft die Welt annoch: kombt dir diss fremde für?

So wiss’ es ist bey ihm kein Vor noch Nach, wie hier.

Alles muss wider in Eins.

All’s kombt auss einem her, und muss in Eines ein:Wo es nicht wil gezweyt, und in der Vielheit seyn.

All’s kombt auss einem her, und muss in Eines ein:Wo es nicht wil gezweyt, und in der Vielheit seyn.

All’s kombt auss einem her, und muss in Eines ein:Wo es nicht wil gezweyt, und in der Vielheit seyn.

All’s kombt auss einem her, und muss in Eines ein:

Wo es nicht wil gezweyt, und in der Vielheit seyn.

Die Sünd ist allein das Ubel.

Kein Ubel ist als Sünd’: und wären keine Sünden,So wär in Ewigkeit kein Ubel auch zu finden.

Kein Ubel ist als Sünd’: und wären keine Sünden,So wär in Ewigkeit kein Ubel auch zu finden.

Kein Ubel ist als Sünd’: und wären keine Sünden,So wär in Ewigkeit kein Ubel auch zu finden.

Kein Ubel ist als Sünd’: und wären keine Sünden,

So wär in Ewigkeit kein Ubel auch zu finden.

Viel Götter und nur einer.

Ein einger GOtt, und viel, wie stimbt diss überein?Gar schöne: Weil sie all’ in einem Einer seyn.

Ein einger GOtt, und viel, wie stimbt diss überein?Gar schöne: Weil sie all’ in einem Einer seyn.

Ein einger GOtt, und viel, wie stimbt diss überein?Gar schöne: Weil sie all’ in einem Einer seyn.

Ein einger GOtt, und viel, wie stimbt diss überein?

Gar schöne: Weil sie all’ in einem Einer seyn.

{10}Eins kan nicht ohn das andre.

Zwey müssen es vollzieh’n: ich kans nicht ohne GOtt,Und GOtt nicht ohne mich: dass ich entgeh dem Tod.

Zwey müssen es vollzieh’n: ich kans nicht ohne GOtt,Und GOtt nicht ohne mich: dass ich entgeh dem Tod.

Zwey müssen es vollzieh’n: ich kans nicht ohne GOtt,Und GOtt nicht ohne mich: dass ich entgeh dem Tod.

Zwey müssen es vollzieh’n: ich kans nicht ohne GOtt,

Und GOtt nicht ohne mich: dass ich entgeh dem Tod.

Die schönste Weissheit.

Mensch steig nicht allzu hoch, bild dir nichts übrigs ein:Die schönste Weissheit ist nicht gar zu Weise seyn.

Mensch steig nicht allzu hoch, bild dir nichts übrigs ein:Die schönste Weissheit ist nicht gar zu Weise seyn.

Mensch steig nicht allzu hoch, bild dir nichts übrigs ein:Die schönste Weissheit ist nicht gar zu Weise seyn.

Mensch steig nicht allzu hoch, bild dir nichts übrigs ein:

Die schönste Weissheit ist nicht gar zu Weise seyn.

Wir dienen uns, nicht GOtt.

Mensch, GOtt ist nichts gedient, mit fasten, beten, wachen;Du dienst mehr dir damit, weils dich kan Heilig machen.

Mensch, GOtt ist nichts gedient, mit fasten, beten, wachen;Du dienst mehr dir damit, weils dich kan Heilig machen.

Mensch, GOtt ist nichts gedient, mit fasten, beten, wachen;Du dienst mehr dir damit, weils dich kan Heilig machen.

Mensch, GOtt ist nichts gedient, mit fasten, beten, wachen;

Du dienst mehr dir damit, weils dich kan Heilig machen.

Den Himmel kan man stehlen.

Wer heimlich Gutes würckt, sein Geld ausstheilt verholen,20Der hat das Himmelreich gar meisterlich gestohlen.

Wer heimlich Gutes würckt, sein Geld ausstheilt verholen,20Der hat das Himmelreich gar meisterlich gestohlen.

Wer heimlich Gutes würckt, sein Geld ausstheilt verholen,20Der hat das Himmelreich gar meisterlich gestohlen.

Wer heimlich Gutes würckt, sein Geld ausstheilt verholen,20

Der hat das Himmelreich gar meisterlich gestohlen.

Die neue und alte Liebe.

Die Liebe wenn sie neu, praust wie ein junger Wein:Je mehr sie alt und klar, je stiller wird sie seyn.

Die Liebe wenn sie neu, praust wie ein junger Wein:Je mehr sie alt und klar, je stiller wird sie seyn.

Die Liebe wenn sie neu, praust wie ein junger Wein:Je mehr sie alt und klar, je stiller wird sie seyn.

Die Liebe wenn sie neu, praust wie ein junger Wein:

Je mehr sie alt und klar, je stiller wird sie seyn.

Die Seraphische Liebe.

Die Liebe welche man Seraphisch pflegt zu nennen,Kan man kaum eusserlich weil sie so still ist kennen.

Die Liebe welche man Seraphisch pflegt zu nennen,Kan man kaum eusserlich weil sie so still ist kennen.

Die Liebe welche man Seraphisch pflegt zu nennen,Kan man kaum eusserlich weil sie so still ist kennen.

Die Liebe welche man Seraphisch pflegt zu nennen,

Kan man kaum eusserlich weil sie so still ist kennen.

3.

Mir nach! spricht Christus, unser Held,Mir nach! ihr Christen alle;30Verleugnet euch, verlasst die Welt,Folgt meinem Ruf und Schalle,Nehmt euer Kreuz und UngemachAuf euch, folgt meinem Wandel nach.Ich bin das Licht, ich leucht euch fürMit heilgem Tugendleben.Wer zu mir kommt und folget mir,Darf nicht im Finstern schweben;Ich bin der Weg, ich weise wohl,Wie man wahrhaftig wandeln soll.Mein Herz ist voll Demüthigkeit,Voll Liebe meine Seele;10Mein Mund, der fleusst zu jeder ZeitVon süsser Sanftmuth Öle;Mein Geist, Gemüthe, Kraft und SinnIst Gott ergeben, schaut auf ihn.Fällts euch zu schwer, ich geh voran,Ich steh euch an der Seite,Ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn,Bin Alles in dem Streite.Ein böser Knecht, der still darf stehn,Wenn er den Feldherrn sieht angehn.20Wer seine Seel zu finden meint,Wird sie ohn mich verlieren;Wer sie hier zu verlieren scheint,Wird sie in Gott einführen.Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir,Ist mein nicht werth und meiner Zier.So lasst uns denn dem lieben HerrnMit Leib und Seel nachgehen,Und wohlgemuth, getrost und gernBei ihm im Leiden stehen.30Denn wer nicht kämpft, trägt auch die KronDes ewgen Lebens nicht davon.

Mir nach! spricht Christus, unser Held,Mir nach! ihr Christen alle;30Verleugnet euch, verlasst die Welt,Folgt meinem Ruf und Schalle,Nehmt euer Kreuz und UngemachAuf euch, folgt meinem Wandel nach.Ich bin das Licht, ich leucht euch fürMit heilgem Tugendleben.Wer zu mir kommt und folget mir,Darf nicht im Finstern schweben;Ich bin der Weg, ich weise wohl,Wie man wahrhaftig wandeln soll.Mein Herz ist voll Demüthigkeit,Voll Liebe meine Seele;10Mein Mund, der fleusst zu jeder ZeitVon süsser Sanftmuth Öle;Mein Geist, Gemüthe, Kraft und SinnIst Gott ergeben, schaut auf ihn.Fällts euch zu schwer, ich geh voran,Ich steh euch an der Seite,Ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn,Bin Alles in dem Streite.Ein böser Knecht, der still darf stehn,Wenn er den Feldherrn sieht angehn.20Wer seine Seel zu finden meint,Wird sie ohn mich verlieren;Wer sie hier zu verlieren scheint,Wird sie in Gott einführen.Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir,Ist mein nicht werth und meiner Zier.So lasst uns denn dem lieben HerrnMit Leib und Seel nachgehen,Und wohlgemuth, getrost und gernBei ihm im Leiden stehen.30Denn wer nicht kämpft, trägt auch die KronDes ewgen Lebens nicht davon.

Mir nach! spricht Christus, unser Held,Mir nach! ihr Christen alle;30Verleugnet euch, verlasst die Welt,Folgt meinem Ruf und Schalle,Nehmt euer Kreuz und UngemachAuf euch, folgt meinem Wandel nach.

Mir nach! spricht Christus, unser Held,

Mir nach! ihr Christen alle;30

Verleugnet euch, verlasst die Welt,

Folgt meinem Ruf und Schalle,

Nehmt euer Kreuz und Ungemach

Auf euch, folgt meinem Wandel nach.

Ich bin das Licht, ich leucht euch fürMit heilgem Tugendleben.Wer zu mir kommt und folget mir,Darf nicht im Finstern schweben;Ich bin der Weg, ich weise wohl,Wie man wahrhaftig wandeln soll.

Ich bin das Licht, ich leucht euch für

Mit heilgem Tugendleben.

Wer zu mir kommt und folget mir,

Darf nicht im Finstern schweben;

Ich bin der Weg, ich weise wohl,

Wie man wahrhaftig wandeln soll.

Mein Herz ist voll Demüthigkeit,Voll Liebe meine Seele;10Mein Mund, der fleusst zu jeder ZeitVon süsser Sanftmuth Öle;Mein Geist, Gemüthe, Kraft und SinnIst Gott ergeben, schaut auf ihn.

Mein Herz ist voll Demüthigkeit,

Voll Liebe meine Seele;10

Mein Mund, der fleusst zu jeder Zeit

Von süsser Sanftmuth Öle;

Mein Geist, Gemüthe, Kraft und Sinn

Ist Gott ergeben, schaut auf ihn.

Fällts euch zu schwer, ich geh voran,Ich steh euch an der Seite,Ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn,Bin Alles in dem Streite.Ein böser Knecht, der still darf stehn,Wenn er den Feldherrn sieht angehn.20

Fällts euch zu schwer, ich geh voran,

Ich steh euch an der Seite,

Ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn,

Bin Alles in dem Streite.

Ein böser Knecht, der still darf stehn,

Wenn er den Feldherrn sieht angehn.20

Wer seine Seel zu finden meint,Wird sie ohn mich verlieren;Wer sie hier zu verlieren scheint,Wird sie in Gott einführen.Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir,Ist mein nicht werth und meiner Zier.

Wer seine Seel zu finden meint,

Wird sie ohn mich verlieren;

Wer sie hier zu verlieren scheint,

Wird sie in Gott einführen.

Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir,

Ist mein nicht werth und meiner Zier.

So lasst uns denn dem lieben HerrnMit Leib und Seel nachgehen,Und wohlgemuth, getrost und gernBei ihm im Leiden stehen.30Denn wer nicht kämpft, trägt auch die KronDes ewgen Lebens nicht davon.

So lasst uns denn dem lieben Herrn

Mit Leib und Seel nachgehen,

Und wohlgemuth, getrost und gern

Bei ihm im Leiden stehen.30

Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron

Des ewgen Lebens nicht davon.


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