REINMAR VON HAGENAU.

REINMAR VON HAGENAU.[Scherer D.155,E.147.]Reinmar von Hagenau, zum Unterschied von Reinmar von Zweter meist Reinmar der Alte genannt. Ein Elsässer, lebte am Hofe Herzog Leopold VI von Österreich, machte mit diesem den Kreuzzug 1190 mit und starb um 1207. Herausgegeben in Minnesangs Frühling, Nr. 20.Ich alte ie von tage ze tage,und bin doch hiure nihtes wîser danne vert.und hete ein ander mîne klage,dem riete ich sô daz ez der rede wære wert,und gibe mir selben bœsen rât.ich weiz vil wol waz mir den schaden gemachet hât.daz ich si niht verhelen kunde swaz mir war.des hân ich ir geseit sô vildaz si es niht mêre hœren wil:nû swîge ich unde nîge dar.10Ich wânde ie, ez wære ir spot,die ich von minnen grôzer swære hôrte jehen.desngilt ich sêre, semmir got,sît ich die wârheit an mir selben hân ersehen.mirst komen an daz herze mînein wîp, sol ich der volle ein jâr unmære sîn,und sol daz alse lange stândaz si mîn niht nimet war,sô muoz mîn fröide von ir garvil lîhte ân allen trôst zergân.Ich altre nun von Tage zu TageUnd bin doch um nichts weiser denn sonst heuer,Und hätt ein andrer meine Klage,Dem riethe ich so, dass es wäre eine Rede theuer,Und gebe mir selber bösen Rath;Ich weiss viel wohl, was mir den Schaden gemachet hat,Dass ich ihr nicht verhehlen konnte, wie mirWar. Das hab’ ich ihr gesagt so viel,20Dass sie es nicht mehr hören will.Nun schweige ich und neige ihr.Ich wähnte sonst, es wäre ihr Spott,Die mir von Minne das grosse Leiden gestunden,Das entgelte ich sehre, nun helfe mir Gott,Da ich die Wahrheit an mir selber hab erfunden.10Mir ist kommen in das Herze meinEin Weib, soll ich der ein ganzes Jahr noch unlieb sein,Und soll das also lange stahn,Dass sie mein nicht nimmt wahr,So muss meine Freude von ihr garVielleicht ohn’ allen Trost zergahn.TIECK.Mirst ein nôt vor allem mînem leide,doch durch disen winter niht.waz dar umbe, valwent grüene heide?solher dinge vil geschiht;20der ich aller muoz gedagen:ich hân mê ze tuonne danne bluomen klagen.Mir ist ein Leid vor allem meinem Leide;Nicht dass der Sommer hat ein Ziel:Nun was thut es, falbt die grüne Haide?Solcher Dinge giebt es viel.Darüber weiss ich nichts zu sagen.Ich habe mehr zu thun als über Blumen klagen.SIMROCK.

REINMAR VON HAGENAU.

[Scherer D.155,E.147.]

Reinmar von Hagenau, zum Unterschied von Reinmar von Zweter meist Reinmar der Alte genannt. Ein Elsässer, lebte am Hofe Herzog Leopold VI von Österreich, machte mit diesem den Kreuzzug 1190 mit und starb um 1207. Herausgegeben in Minnesangs Frühling, Nr. 20.

Reinmar von Hagenau, zum Unterschied von Reinmar von Zweter meist Reinmar der Alte genannt. Ein Elsässer, lebte am Hofe Herzog Leopold VI von Österreich, machte mit diesem den Kreuzzug 1190 mit und starb um 1207. Herausgegeben in Minnesangs Frühling, Nr. 20.

Ich alte ie von tage ze tage,und bin doch hiure nihtes wîser danne vert.und hete ein ander mîne klage,dem riete ich sô daz ez der rede wære wert,und gibe mir selben bœsen rât.ich weiz vil wol waz mir den schaden gemachet hât.daz ich si niht verhelen kunde swaz mir war.des hân ich ir geseit sô vildaz si es niht mêre hœren wil:nû swîge ich unde nîge dar.10Ich wânde ie, ez wære ir spot,die ich von minnen grôzer swære hôrte jehen.desngilt ich sêre, semmir got,sît ich die wârheit an mir selben hân ersehen.mirst komen an daz herze mînein wîp, sol ich der volle ein jâr unmære sîn,und sol daz alse lange stândaz si mîn niht nimet war,sô muoz mîn fröide von ir garvil lîhte ân allen trôst zergân.

Ich alte ie von tage ze tage,und bin doch hiure nihtes wîser danne vert.und hete ein ander mîne klage,dem riete ich sô daz ez der rede wære wert,und gibe mir selben bœsen rât.ich weiz vil wol waz mir den schaden gemachet hât.daz ich si niht verhelen kunde swaz mir war.des hân ich ir geseit sô vildaz si es niht mêre hœren wil:nû swîge ich unde nîge dar.10Ich wânde ie, ez wære ir spot,die ich von minnen grôzer swære hôrte jehen.desngilt ich sêre, semmir got,sît ich die wârheit an mir selben hân ersehen.mirst komen an daz herze mînein wîp, sol ich der volle ein jâr unmære sîn,und sol daz alse lange stândaz si mîn niht nimet war,sô muoz mîn fröide von ir garvil lîhte ân allen trôst zergân.

Ich alte ie von tage ze tage,und bin doch hiure nihtes wîser danne vert.und hete ein ander mîne klage,dem riete ich sô daz ez der rede wære wert,und gibe mir selben bœsen rât.ich weiz vil wol waz mir den schaden gemachet hât.daz ich si niht verhelen kunde swaz mir war.des hân ich ir geseit sô vildaz si es niht mêre hœren wil:nû swîge ich unde nîge dar.10Ich wânde ie, ez wære ir spot,die ich von minnen grôzer swære hôrte jehen.desngilt ich sêre, semmir got,sît ich die wârheit an mir selben hân ersehen.mirst komen an daz herze mînein wîp, sol ich der volle ein jâr unmære sîn,und sol daz alse lange stândaz si mîn niht nimet war,sô muoz mîn fröide von ir garvil lîhte ân allen trôst zergân.

Ich alte ie von tage ze tage,

und bin doch hiure nihtes wîser danne vert.

und hete ein ander mîne klage,

dem riete ich sô daz ez der rede wære wert,

und gibe mir selben bœsen rât.

ich weiz vil wol waz mir den schaden gemachet hât.

daz ich si niht verhelen kunde swaz mir war.

des hân ich ir geseit sô vil

daz si es niht mêre hœren wil:

nû swîge ich unde nîge dar.10

Ich wânde ie, ez wære ir spot,

die ich von minnen grôzer swære hôrte jehen.

desngilt ich sêre, semmir got,

sît ich die wârheit an mir selben hân ersehen.

mirst komen an daz herze mîn

ein wîp, sol ich der volle ein jâr unmære sîn,

und sol daz alse lange stân

daz si mîn niht nimet war,

sô muoz mîn fröide von ir gar

vil lîhte ân allen trôst zergân.

Ich altre nun von Tage zu TageUnd bin doch um nichts weiser denn sonst heuer,Und hätt ein andrer meine Klage,Dem riethe ich so, dass es wäre eine Rede theuer,Und gebe mir selber bösen Rath;Ich weiss viel wohl, was mir den Schaden gemachet hat,Dass ich ihr nicht verhehlen konnte, wie mirWar. Das hab’ ich ihr gesagt so viel,20Dass sie es nicht mehr hören will.Nun schweige ich und neige ihr.Ich wähnte sonst, es wäre ihr Spott,Die mir von Minne das grosse Leiden gestunden,Das entgelte ich sehre, nun helfe mir Gott,Da ich die Wahrheit an mir selber hab erfunden.10Mir ist kommen in das Herze meinEin Weib, soll ich der ein ganzes Jahr noch unlieb sein,Und soll das also lange stahn,Dass sie mein nicht nimmt wahr,So muss meine Freude von ihr garVielleicht ohn’ allen Trost zergahn.

Ich altre nun von Tage zu TageUnd bin doch um nichts weiser denn sonst heuer,Und hätt ein andrer meine Klage,Dem riethe ich so, dass es wäre eine Rede theuer,Und gebe mir selber bösen Rath;Ich weiss viel wohl, was mir den Schaden gemachet hat,Dass ich ihr nicht verhehlen konnte, wie mirWar. Das hab’ ich ihr gesagt so viel,20Dass sie es nicht mehr hören will.Nun schweige ich und neige ihr.Ich wähnte sonst, es wäre ihr Spott,Die mir von Minne das grosse Leiden gestunden,Das entgelte ich sehre, nun helfe mir Gott,Da ich die Wahrheit an mir selber hab erfunden.10Mir ist kommen in das Herze meinEin Weib, soll ich der ein ganzes Jahr noch unlieb sein,Und soll das also lange stahn,Dass sie mein nicht nimmt wahr,So muss meine Freude von ihr garVielleicht ohn’ allen Trost zergahn.

Ich altre nun von Tage zu TageUnd bin doch um nichts weiser denn sonst heuer,Und hätt ein andrer meine Klage,Dem riethe ich so, dass es wäre eine Rede theuer,Und gebe mir selber bösen Rath;Ich weiss viel wohl, was mir den Schaden gemachet hat,Dass ich ihr nicht verhehlen konnte, wie mirWar. Das hab’ ich ihr gesagt so viel,20Dass sie es nicht mehr hören will.Nun schweige ich und neige ihr.Ich wähnte sonst, es wäre ihr Spott,Die mir von Minne das grosse Leiden gestunden,Das entgelte ich sehre, nun helfe mir Gott,Da ich die Wahrheit an mir selber hab erfunden.10Mir ist kommen in das Herze meinEin Weib, soll ich der ein ganzes Jahr noch unlieb sein,Und soll das also lange stahn,Dass sie mein nicht nimmt wahr,So muss meine Freude von ihr garVielleicht ohn’ allen Trost zergahn.

Ich altre nun von Tage zu Tage

Und bin doch um nichts weiser denn sonst heuer,

Und hätt ein andrer meine Klage,

Dem riethe ich so, dass es wäre eine Rede theuer,

Und gebe mir selber bösen Rath;

Ich weiss viel wohl, was mir den Schaden gemachet hat,

Dass ich ihr nicht verhehlen konnte, wie mir

War. Das hab’ ich ihr gesagt so viel,20

Dass sie es nicht mehr hören will.

Nun schweige ich und neige ihr.

Ich wähnte sonst, es wäre ihr Spott,

Die mir von Minne das grosse Leiden gestunden,

Das entgelte ich sehre, nun helfe mir Gott,

Da ich die Wahrheit an mir selber hab erfunden.10

Mir ist kommen in das Herze mein

Ein Weib, soll ich der ein ganzes Jahr noch unlieb sein,

Und soll das also lange stahn,

Dass sie mein nicht nimmt wahr,

So muss meine Freude von ihr gar

Vielleicht ohn’ allen Trost zergahn.

TIECK.

Mirst ein nôt vor allem mînem leide,doch durch disen winter niht.waz dar umbe, valwent grüene heide?solher dinge vil geschiht;20der ich aller muoz gedagen:ich hân mê ze tuonne danne bluomen klagen.

Mirst ein nôt vor allem mînem leide,doch durch disen winter niht.waz dar umbe, valwent grüene heide?solher dinge vil geschiht;20der ich aller muoz gedagen:ich hân mê ze tuonne danne bluomen klagen.

Mirst ein nôt vor allem mînem leide,doch durch disen winter niht.waz dar umbe, valwent grüene heide?solher dinge vil geschiht;20der ich aller muoz gedagen:ich hân mê ze tuonne danne bluomen klagen.

Mirst ein nôt vor allem mînem leide,

doch durch disen winter niht.

waz dar umbe, valwent grüene heide?

solher dinge vil geschiht;20

der ich aller muoz gedagen:

ich hân mê ze tuonne danne bluomen klagen.

Mir ist ein Leid vor allem meinem Leide;Nicht dass der Sommer hat ein Ziel:Nun was thut es, falbt die grüne Haide?Solcher Dinge giebt es viel.Darüber weiss ich nichts zu sagen.Ich habe mehr zu thun als über Blumen klagen.

Mir ist ein Leid vor allem meinem Leide;Nicht dass der Sommer hat ein Ziel:Nun was thut es, falbt die grüne Haide?Solcher Dinge giebt es viel.Darüber weiss ich nichts zu sagen.Ich habe mehr zu thun als über Blumen klagen.

Mir ist ein Leid vor allem meinem Leide;Nicht dass der Sommer hat ein Ziel:Nun was thut es, falbt die grüne Haide?Solcher Dinge giebt es viel.Darüber weiss ich nichts zu sagen.Ich habe mehr zu thun als über Blumen klagen.

Mir ist ein Leid vor allem meinem Leide;

Nicht dass der Sommer hat ein Ziel:

Nun was thut es, falbt die grüne Haide?

Solcher Dinge giebt es viel.

Darüber weiss ich nichts zu sagen.

Ich habe mehr zu thun als über Blumen klagen.

SIMROCK.


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