SIMON DACH.
[Scherer D.321,E.322.]
Geboren 1605 zu Memel. Er erhielt eine sorgsame Erziehung in Memel, Königsberg, Wittenberg und Magdeburg, gab sich 1626 in Königsberg zunächst theologischen und philosophischen, dann allgemein humanistischen Studien hin, nahm hier 1633 eine Anstellung an der Domschule an, wurde 1638 zum Professor der Poesie an der Universität ernannt und starb 1659, nachdem ihn kurz vorher Friedrich Wilhelm, der grosse Kurfürst, mit einem kleinen Landgut belehnt hatte. Dach war der Mittelpunkt der sogenannten Königsberger Schule, die ausser ihm noch Heinrich Albert, Robert Roberthin, Johann Peter Titz und andere unbedeutende Dichter umfasste. Herausgegeben von Osterley (Tübingen 1876).
Geboren 1605 zu Memel. Er erhielt eine sorgsame Erziehung in Memel, Königsberg, Wittenberg und Magdeburg, gab sich 1626 in Königsberg zunächst theologischen und philosophischen, dann allgemein humanistischen Studien hin, nahm hier 1633 eine Anstellung an der Domschule an, wurde 1638 zum Professor der Poesie an der Universität ernannt und starb 1659, nachdem ihn kurz vorher Friedrich Wilhelm, der grosse Kurfürst, mit einem kleinen Landgut belehnt hatte. Dach war der Mittelpunkt der sogenannten Königsberger Schule, die ausser ihm noch Heinrich Albert, Robert Roberthin, Johann Peter Titz und andere unbedeutende Dichter umfasste. Herausgegeben von Osterley (Tübingen 1876).
Der Mensch hat nichts so eigenSo wol steht jhm nichts an,Als dass er Trew erzeigen20Vnd Freundschafft halten kan;Wann er mit seines gleichenSol treten in ein Band,Verspricht sich nicht zu weichenMit Hertzen, Mund vnd Hand.Die Red’ ist vns gegeben20Damit wir nicht alleinVor uns nur sollen lebenVnd fern von Leuten seyn;Wir sollen vns befragenVnd sehn auff guten Raht,Das Leid einander klagenSo vns betretten hat.Was kan die Frewde machenDie Einsamkeit verheelt[983]?Das gibt ein duppelt Lachen10Was Freunden wird erzehlt;Der kan sein Leid vergessenDer es von Hertzen sagt;Der muss sich selbst aufffressenDer in geheim sich nagt.GOtt stehet mir vor allen,Die meine Seele liebt;Dann soll mir auch gefallenDer mir sich hertzlich giebt,Mit diesem Bunds-GesellenVerlach’ ich Pein vnd Noht,Geh’ auff dem Grund der HellenVnd breche durch den Tod.Ich hab’, ich habe HertzenSo trewe, wie gebührt,Die Heucheley vnd Schertzen10Nie wissendlich berührt;Ich bin auch jhnen wiederVon grund der Seelen hold,Ich lieb’ euch mehr, jhr Brüder,Als aller Erden Gold.
Der Mensch hat nichts so eigenSo wol steht jhm nichts an,Als dass er Trew erzeigen20Vnd Freundschafft halten kan;Wann er mit seines gleichenSol treten in ein Band,Verspricht sich nicht zu weichenMit Hertzen, Mund vnd Hand.Die Red’ ist vns gegeben20Damit wir nicht alleinVor uns nur sollen lebenVnd fern von Leuten seyn;Wir sollen vns befragenVnd sehn auff guten Raht,Das Leid einander klagenSo vns betretten hat.Was kan die Frewde machenDie Einsamkeit verheelt[983]?Das gibt ein duppelt Lachen10Was Freunden wird erzehlt;Der kan sein Leid vergessenDer es von Hertzen sagt;Der muss sich selbst aufffressenDer in geheim sich nagt.GOtt stehet mir vor allen,Die meine Seele liebt;Dann soll mir auch gefallenDer mir sich hertzlich giebt,Mit diesem Bunds-GesellenVerlach’ ich Pein vnd Noht,Geh’ auff dem Grund der HellenVnd breche durch den Tod.Ich hab’, ich habe HertzenSo trewe, wie gebührt,Die Heucheley vnd Schertzen10Nie wissendlich berührt;Ich bin auch jhnen wiederVon grund der Seelen hold,Ich lieb’ euch mehr, jhr Brüder,Als aller Erden Gold.
Der Mensch hat nichts so eigenSo wol steht jhm nichts an,Als dass er Trew erzeigen20Vnd Freundschafft halten kan;Wann er mit seines gleichenSol treten in ein Band,Verspricht sich nicht zu weichenMit Hertzen, Mund vnd Hand.Die Red’ ist vns gegeben20Damit wir nicht alleinVor uns nur sollen lebenVnd fern von Leuten seyn;Wir sollen vns befragenVnd sehn auff guten Raht,Das Leid einander klagenSo vns betretten hat.Was kan die Frewde machenDie Einsamkeit verheelt[983]?Das gibt ein duppelt Lachen10Was Freunden wird erzehlt;Der kan sein Leid vergessenDer es von Hertzen sagt;Der muss sich selbst aufffressenDer in geheim sich nagt.GOtt stehet mir vor allen,Die meine Seele liebt;Dann soll mir auch gefallenDer mir sich hertzlich giebt,Mit diesem Bunds-GesellenVerlach’ ich Pein vnd Noht,Geh’ auff dem Grund der HellenVnd breche durch den Tod.Ich hab’, ich habe HertzenSo trewe, wie gebührt,Die Heucheley vnd Schertzen10Nie wissendlich berührt;Ich bin auch jhnen wiederVon grund der Seelen hold,Ich lieb’ euch mehr, jhr Brüder,Als aller Erden Gold.
Der Mensch hat nichts so eigen
So wol steht jhm nichts an,
Als dass er Trew erzeigen20
Vnd Freundschafft halten kan;
Wann er mit seines gleichen
Sol treten in ein Band,
Verspricht sich nicht zu weichen
Mit Hertzen, Mund vnd Hand.
Die Red’ ist vns gegeben20
Damit wir nicht allein
Vor uns nur sollen leben
Vnd fern von Leuten seyn;
Wir sollen vns befragen
Vnd sehn auff guten Raht,
Das Leid einander klagen
So vns betretten hat.
Was kan die Frewde machen
Die Einsamkeit verheelt[983]?
Das gibt ein duppelt Lachen10
Was Freunden wird erzehlt;
Der kan sein Leid vergessen
Der es von Hertzen sagt;
Der muss sich selbst aufffressen
Der in geheim sich nagt.
GOtt stehet mir vor allen,
Die meine Seele liebt;
Dann soll mir auch gefallen
Der mir sich hertzlich giebt,
Mit diesem Bunds-Gesellen
Verlach’ ich Pein vnd Noht,
Geh’ auff dem Grund der Hellen
Vnd breche durch den Tod.
Ich hab’, ich habe Hertzen
So trewe, wie gebührt,
Die Heucheley vnd Schertzen10
Nie wissendlich berührt;
Ich bin auch jhnen wieder
Von grund der Seelen hold,
Ich lieb’ euch mehr, jhr Brüder,
Als aller Erden Gold.
O wie selig seyd ihr doch, ihr Frommen,Die ihr durch den Tod zu Gott gekommen!Ihr seyd entgangenAller Noth, die uns noch hält gefangen.20Muss man hie doch wie im Kerker leben,Da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben;Was wir hie kennen,Ist nur Müh’ und Herzeleid zu nennen.Ihr hergegen ruht in eurer Kammer,Sicher und befreit von allem Jammer:Kein Kreuz und LeidenIst euch hinderlich in Euren Freuden.Christus wäschet ab euch alle Thränen;Habt das schon, wornach wir uns erst sehnen:30Euch wird gesungen,Was durch Keines Ohr allhie gedrungen.Ach, wer wollte denn nicht gerne sterbenUnd den Himmel für die Welt ererben?Wer wollt’ hie bleiben,Sich den Jammer länger lassen treiben?Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen,Lös’ uns auf, und führ’ uns bald von dannen!Bei dir, o Sonne,Ist der frommen Seelen Freud’ und Wonne.
O wie selig seyd ihr doch, ihr Frommen,Die ihr durch den Tod zu Gott gekommen!Ihr seyd entgangenAller Noth, die uns noch hält gefangen.20Muss man hie doch wie im Kerker leben,Da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben;Was wir hie kennen,Ist nur Müh’ und Herzeleid zu nennen.Ihr hergegen ruht in eurer Kammer,Sicher und befreit von allem Jammer:Kein Kreuz und LeidenIst euch hinderlich in Euren Freuden.Christus wäschet ab euch alle Thränen;Habt das schon, wornach wir uns erst sehnen:30Euch wird gesungen,Was durch Keines Ohr allhie gedrungen.Ach, wer wollte denn nicht gerne sterbenUnd den Himmel für die Welt ererben?Wer wollt’ hie bleiben,Sich den Jammer länger lassen treiben?Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen,Lös’ uns auf, und führ’ uns bald von dannen!Bei dir, o Sonne,Ist der frommen Seelen Freud’ und Wonne.
O wie selig seyd ihr doch, ihr Frommen,Die ihr durch den Tod zu Gott gekommen!Ihr seyd entgangenAller Noth, die uns noch hält gefangen.20Muss man hie doch wie im Kerker leben,Da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben;Was wir hie kennen,Ist nur Müh’ und Herzeleid zu nennen.Ihr hergegen ruht in eurer Kammer,Sicher und befreit von allem Jammer:Kein Kreuz und LeidenIst euch hinderlich in Euren Freuden.Christus wäschet ab euch alle Thränen;Habt das schon, wornach wir uns erst sehnen:30Euch wird gesungen,Was durch Keines Ohr allhie gedrungen.Ach, wer wollte denn nicht gerne sterbenUnd den Himmel für die Welt ererben?Wer wollt’ hie bleiben,Sich den Jammer länger lassen treiben?Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen,Lös’ uns auf, und führ’ uns bald von dannen!Bei dir, o Sonne,Ist der frommen Seelen Freud’ und Wonne.
O wie selig seyd ihr doch, ihr Frommen,
Die ihr durch den Tod zu Gott gekommen!
Ihr seyd entgangen
Aller Noth, die uns noch hält gefangen.20
Muss man hie doch wie im Kerker leben,
Da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben;
Was wir hie kennen,
Ist nur Müh’ und Herzeleid zu nennen.
Ihr hergegen ruht in eurer Kammer,
Sicher und befreit von allem Jammer:
Kein Kreuz und Leiden
Ist euch hinderlich in Euren Freuden.
Christus wäschet ab euch alle Thränen;
Habt das schon, wornach wir uns erst sehnen:30
Euch wird gesungen,
Was durch Keines Ohr allhie gedrungen.
Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben
Und den Himmel für die Welt ererben?
Wer wollt’ hie bleiben,
Sich den Jammer länger lassen treiben?
Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen,
Lös’ uns auf, und führ’ uns bald von dannen!
Bei dir, o Sonne,
Ist der frommen Seelen Freud’ und Wonne.
(In der Mundart des preussischen Landvolks.)
ANke van Tharaw öss, de my geföllt,10Se öss mihn Lewen, mihn Göt on mihn Gölt.Anke van Tharaw heft wedder eer HartOp my geröchtet ön Löw’ on ön Schmart.Anke van Tharaw mihn Rihkdom, mihn Göt,Du mihne Seele, mihn Fleesch on mihn Blöt.Quöm’ allet Wedder glihk ön ons tho schlahn,Wy syn gesönnt by een anger tho stahn.Kranckheit, Verfälgung, Bedröfnös on Pihn,Sal vnsrer Löve Vernöttinge syn.Recht as een Palmen-Bohm äver söck stöcht,20Je mehr en Hagel on Regen anföcht.So wardt de Löw’ ön onss mächtich on groht,Dörch Kryhtz, dörch Lyden, dörch allerley Noht.Wördest du glihk een mahl van my getrennt,Leewdest dar, wor öm dee Sönne kuhm kennt;Eck wöll dy fälgen dörch Wöler, dörch Mär,Dörch Yhss, dörch Ihsen, dörch fihndlöcket Hähr.Anke van Tharaw, mihn Licht, mihne Sönn,Mihn Leven schluht öck ön dihnet henönn.Wat öck geböde, wart van dy gedahn,30Wat öck verböde, dat lätstu my stahn.Wat heft de Löve däch ver een Bestand,Wor nich een Hart öss, een Mund, eene Hand?Wor öm söck hartaget, kabbelt on schleyht,On glihk den Hungen on Katten begeyht.Anke van Tharaw dat war wy nich dohn,Du böst min Dühfken myn Schahpken mihn Hohn.Wat öck begehre, begehrest du ohck,Eck laht den Rack dy, du lätst my de Brohk.Dit öss dat, Anke, du söteste Ruh’Een Lihf on Seele wart vht öck on Du.Dit mahckt dat Lewen tom Hämmlischen Rihk,Dörch Zancken wart et der Hellen gelihk.10
ANke van Tharaw öss, de my geföllt,10Se öss mihn Lewen, mihn Göt on mihn Gölt.Anke van Tharaw heft wedder eer HartOp my geröchtet ön Löw’ on ön Schmart.Anke van Tharaw mihn Rihkdom, mihn Göt,Du mihne Seele, mihn Fleesch on mihn Blöt.Quöm’ allet Wedder glihk ön ons tho schlahn,Wy syn gesönnt by een anger tho stahn.Kranckheit, Verfälgung, Bedröfnös on Pihn,Sal vnsrer Löve Vernöttinge syn.Recht as een Palmen-Bohm äver söck stöcht,20Je mehr en Hagel on Regen anföcht.So wardt de Löw’ ön onss mächtich on groht,Dörch Kryhtz, dörch Lyden, dörch allerley Noht.Wördest du glihk een mahl van my getrennt,Leewdest dar, wor öm dee Sönne kuhm kennt;Eck wöll dy fälgen dörch Wöler, dörch Mär,Dörch Yhss, dörch Ihsen, dörch fihndlöcket Hähr.Anke van Tharaw, mihn Licht, mihne Sönn,Mihn Leven schluht öck ön dihnet henönn.Wat öck geböde, wart van dy gedahn,30Wat öck verböde, dat lätstu my stahn.Wat heft de Löve däch ver een Bestand,Wor nich een Hart öss, een Mund, eene Hand?Wor öm söck hartaget, kabbelt on schleyht,On glihk den Hungen on Katten begeyht.Anke van Tharaw dat war wy nich dohn,Du böst min Dühfken myn Schahpken mihn Hohn.Wat öck begehre, begehrest du ohck,Eck laht den Rack dy, du lätst my de Brohk.Dit öss dat, Anke, du söteste Ruh’Een Lihf on Seele wart vht öck on Du.Dit mahckt dat Lewen tom Hämmlischen Rihk,Dörch Zancken wart et der Hellen gelihk.10
ANke van Tharaw öss, de my geföllt,10Se öss mihn Lewen, mihn Göt on mihn Gölt.Anke van Tharaw heft wedder eer HartOp my geröchtet ön Löw’ on ön Schmart.Anke van Tharaw mihn Rihkdom, mihn Göt,Du mihne Seele, mihn Fleesch on mihn Blöt.Quöm’ allet Wedder glihk ön ons tho schlahn,Wy syn gesönnt by een anger tho stahn.Kranckheit, Verfälgung, Bedröfnös on Pihn,Sal vnsrer Löve Vernöttinge syn.Recht as een Palmen-Bohm äver söck stöcht,20Je mehr en Hagel on Regen anföcht.So wardt de Löw’ ön onss mächtich on groht,Dörch Kryhtz, dörch Lyden, dörch allerley Noht.Wördest du glihk een mahl van my getrennt,Leewdest dar, wor öm dee Sönne kuhm kennt;Eck wöll dy fälgen dörch Wöler, dörch Mär,Dörch Yhss, dörch Ihsen, dörch fihndlöcket Hähr.Anke van Tharaw, mihn Licht, mihne Sönn,Mihn Leven schluht öck ön dihnet henönn.Wat öck geböde, wart van dy gedahn,30Wat öck verböde, dat lätstu my stahn.Wat heft de Löve däch ver een Bestand,Wor nich een Hart öss, een Mund, eene Hand?Wor öm söck hartaget, kabbelt on schleyht,On glihk den Hungen on Katten begeyht.Anke van Tharaw dat war wy nich dohn,Du böst min Dühfken myn Schahpken mihn Hohn.Wat öck begehre, begehrest du ohck,Eck laht den Rack dy, du lätst my de Brohk.Dit öss dat, Anke, du söteste Ruh’Een Lihf on Seele wart vht öck on Du.Dit mahckt dat Lewen tom Hämmlischen Rihk,Dörch Zancken wart et der Hellen gelihk.10
ANke van Tharaw öss, de my geföllt,10
Se öss mihn Lewen, mihn Göt on mihn Gölt.
Anke van Tharaw heft wedder eer Hart
Op my geröchtet ön Löw’ on ön Schmart.
Anke van Tharaw mihn Rihkdom, mihn Göt,
Du mihne Seele, mihn Fleesch on mihn Blöt.
Quöm’ allet Wedder glihk ön ons tho schlahn,
Wy syn gesönnt by een anger tho stahn.
Kranckheit, Verfälgung, Bedröfnös on Pihn,
Sal vnsrer Löve Vernöttinge syn.
Recht as een Palmen-Bohm äver söck stöcht,20
Je mehr en Hagel on Regen anföcht.
So wardt de Löw’ ön onss mächtich on groht,
Dörch Kryhtz, dörch Lyden, dörch allerley Noht.
Wördest du glihk een mahl van my getrennt,
Leewdest dar, wor öm dee Sönne kuhm kennt;
Eck wöll dy fälgen dörch Wöler, dörch Mär,
Dörch Yhss, dörch Ihsen, dörch fihndlöcket Hähr.
Anke van Tharaw, mihn Licht, mihne Sönn,
Mihn Leven schluht öck ön dihnet henönn.
Wat öck geböde, wart van dy gedahn,30
Wat öck verböde, dat lätstu my stahn.
Wat heft de Löve däch ver een Bestand,
Wor nich een Hart öss, een Mund, eene Hand?
Wor öm söck hartaget, kabbelt on schleyht,
On glihk den Hungen on Katten begeyht.
Anke van Tharaw dat war wy nich dohn,
Du böst min Dühfken myn Schahpken mihn Hohn.
Wat öck begehre, begehrest du ohck,
Eck laht den Rack dy, du lätst my de Brohk.
Dit öss dat, Anke, du söteste Ruh’
Een Lihf on Seele wart vht öck on Du.
Dit mahckt dat Lewen tom Hämmlischen Rihk,
Dörch Zancken wart et der Hellen gelihk.10
3.ÄNNCHEN VONTHARAU.
(Herder’s Übertragung.)
Ännchen von Tharau ist die mir gefällt,Sie ist mein Leben, mein Gut und mein Geld.Ännchen von Tharau hat wieder ihr HerzAuf mich gerichtet in Lieb’ und in Schmerz.Ännchen von Tharau, mein Reichthum, mein Gut!Du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut!Käm’ alles Wetter gleich auf uns zu schlahn,Wir sind gesinnt bei einander zu stahn.Krankheit, Verfolgung, Betrübniss und Pein20Soll unsrer Liebe Verknotigung sein.Ännchen von Tharau, mein Licht und mein’ Sonn’!Mein Leben schliess’ ich um deines herum[984].Recht als ein Palmenbaum über sich steigt,Hat ihn erst Regen und Sturmwind gebeugt[985];So wird die Lieb’ in uns mächtig und grossNach manchen Leiden und traurigem Loos[986].Ännchen von Tharau, mein Reichthum, mein Gut!Du, meine Seele, mein Fleisch und mein Blut!Würdest du gleich einmal von mir getrennt,Lebtest da, wo man die Sonne kaum kennt;Ich will dir folgen durch Wälder und Meer,Eisen und Kerker und feindliches Heer[987].Ännchen von Tharau, mein Licht und mein’ Sonn!Mein Leben schliess ich um deines herum.
Ännchen von Tharau ist die mir gefällt,Sie ist mein Leben, mein Gut und mein Geld.Ännchen von Tharau hat wieder ihr HerzAuf mich gerichtet in Lieb’ und in Schmerz.Ännchen von Tharau, mein Reichthum, mein Gut!Du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut!Käm’ alles Wetter gleich auf uns zu schlahn,Wir sind gesinnt bei einander zu stahn.Krankheit, Verfolgung, Betrübniss und Pein20Soll unsrer Liebe Verknotigung sein.Ännchen von Tharau, mein Licht und mein’ Sonn’!Mein Leben schliess’ ich um deines herum[984].Recht als ein Palmenbaum über sich steigt,Hat ihn erst Regen und Sturmwind gebeugt[985];So wird die Lieb’ in uns mächtig und grossNach manchen Leiden und traurigem Loos[986].Ännchen von Tharau, mein Reichthum, mein Gut!Du, meine Seele, mein Fleisch und mein Blut!Würdest du gleich einmal von mir getrennt,Lebtest da, wo man die Sonne kaum kennt;Ich will dir folgen durch Wälder und Meer,Eisen und Kerker und feindliches Heer[987].Ännchen von Tharau, mein Licht und mein’ Sonn!Mein Leben schliess ich um deines herum.
Ännchen von Tharau ist die mir gefällt,Sie ist mein Leben, mein Gut und mein Geld.Ännchen von Tharau hat wieder ihr HerzAuf mich gerichtet in Lieb’ und in Schmerz.Ännchen von Tharau, mein Reichthum, mein Gut!Du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut!Käm’ alles Wetter gleich auf uns zu schlahn,Wir sind gesinnt bei einander zu stahn.Krankheit, Verfolgung, Betrübniss und Pein20Soll unsrer Liebe Verknotigung sein.Ännchen von Tharau, mein Licht und mein’ Sonn’!Mein Leben schliess’ ich um deines herum[984].Recht als ein Palmenbaum über sich steigt,Hat ihn erst Regen und Sturmwind gebeugt[985];So wird die Lieb’ in uns mächtig und grossNach manchen Leiden und traurigem Loos[986].Ännchen von Tharau, mein Reichthum, mein Gut!Du, meine Seele, mein Fleisch und mein Blut!Würdest du gleich einmal von mir getrennt,Lebtest da, wo man die Sonne kaum kennt;Ich will dir folgen durch Wälder und Meer,Eisen und Kerker und feindliches Heer[987].Ännchen von Tharau, mein Licht und mein’ Sonn!Mein Leben schliess ich um deines herum.
Ännchen von Tharau ist die mir gefällt,
Sie ist mein Leben, mein Gut und mein Geld.
Ännchen von Tharau hat wieder ihr Herz
Auf mich gerichtet in Lieb’ und in Schmerz.
Ännchen von Tharau, mein Reichthum, mein Gut!
Du meine Seele, mein Fleisch und mein Blut!
Käm’ alles Wetter gleich auf uns zu schlahn,
Wir sind gesinnt bei einander zu stahn.
Krankheit, Verfolgung, Betrübniss und Pein20
Soll unsrer Liebe Verknotigung sein.
Ännchen von Tharau, mein Licht und mein’ Sonn’!
Mein Leben schliess’ ich um deines herum[984].
Recht als ein Palmenbaum über sich steigt,
Hat ihn erst Regen und Sturmwind gebeugt[985];
So wird die Lieb’ in uns mächtig und gross
Nach manchen Leiden und traurigem Loos[986].
Ännchen von Tharau, mein Reichthum, mein Gut!
Du, meine Seele, mein Fleisch und mein Blut!
Würdest du gleich einmal von mir getrennt,
Lebtest da, wo man die Sonne kaum kennt;
Ich will dir folgen durch Wälder und Meer,
Eisen und Kerker und feindliches Heer[987].
Ännchen von Tharau, mein Licht und mein’ Sonn!
Mein Leben schliess ich um deines herum.
Die folgenden Verse fehlen bei Herder. Das Übrige heisst in hochdeutscher Sprache:
Was ich gebiete, wird von dir gethan,Was ich verbiete, das lässt du mir stahn.Was hat das Leben doch für ein’ Bestand,Wo nicht ein Herz ist, ein Mund, eine Hand?10Wo man sich ärgert, kabbelt und schlägt,Und gleich den Hunden und Katzen beträgt?Ännchen von Tharau, das werden wir nicht thun,Du bist mein Täubchen, mein Schäfchen, mein Huhn!Was ich begehre, begehrest Du auch,Ich lass den Rock dir, du lässt mir die Bruch[988].Dies ist, dass, Ännchen, du süsseste Ruh’,Ein Leib und Seele ward aus Ich und Du.Dies macht das Leben zum himmlischen Reich,Durch Zanken ward es der Höllen gleich.20
Was ich gebiete, wird von dir gethan,Was ich verbiete, das lässt du mir stahn.Was hat das Leben doch für ein’ Bestand,Wo nicht ein Herz ist, ein Mund, eine Hand?10Wo man sich ärgert, kabbelt und schlägt,Und gleich den Hunden und Katzen beträgt?Ännchen von Tharau, das werden wir nicht thun,Du bist mein Täubchen, mein Schäfchen, mein Huhn!Was ich begehre, begehrest Du auch,Ich lass den Rock dir, du lässt mir die Bruch[988].Dies ist, dass, Ännchen, du süsseste Ruh’,Ein Leib und Seele ward aus Ich und Du.Dies macht das Leben zum himmlischen Reich,Durch Zanken ward es der Höllen gleich.20
Was ich gebiete, wird von dir gethan,Was ich verbiete, das lässt du mir stahn.Was hat das Leben doch für ein’ Bestand,Wo nicht ein Herz ist, ein Mund, eine Hand?10Wo man sich ärgert, kabbelt und schlägt,Und gleich den Hunden und Katzen beträgt?Ännchen von Tharau, das werden wir nicht thun,Du bist mein Täubchen, mein Schäfchen, mein Huhn!Was ich begehre, begehrest Du auch,Ich lass den Rock dir, du lässt mir die Bruch[988].Dies ist, dass, Ännchen, du süsseste Ruh’,Ein Leib und Seele ward aus Ich und Du.Dies macht das Leben zum himmlischen Reich,Durch Zanken ward es der Höllen gleich.20
Was ich gebiete, wird von dir gethan,
Was ich verbiete, das lässt du mir stahn.
Was hat das Leben doch für ein’ Bestand,
Wo nicht ein Herz ist, ein Mund, eine Hand?10
Wo man sich ärgert, kabbelt und schlägt,
Und gleich den Hunden und Katzen beträgt?
Ännchen von Tharau, das werden wir nicht thun,
Du bist mein Täubchen, mein Schäfchen, mein Huhn!
Was ich begehre, begehrest Du auch,
Ich lass den Rock dir, du lässt mir die Bruch[988].
Dies ist, dass, Ännchen, du süsseste Ruh’,
Ein Leib und Seele ward aus Ich und Du.
Dies macht das Leben zum himmlischen Reich,
Durch Zanken ward es der Höllen gleich.20
WILHELMMÜLLER.
Schöner Himmelssaal,Vaterland der Frommen,Die aus grosser QualDieses Lebens kommen,Und von keiner Lust,In der Welt gewusst!Sey mir hochgegrüsst!Dich such’ ich für allen,Weil ich öd’ und wüstIn der Welt muss wallenUnd von Kreuz und PeinNie befreit kann sein.Deinetwegen blosTrag’ ich diess mein Leiden,Diesen HerzensstossWillig und mit Freuden;Du versüssest mirAlle Höll’ allhier.Trüg’ ich durch den TodNicht nach dir Verlangen,O, in meiner NothWär’ ich längst vergangen;10Du bist, einig du,Nichts, sonst meine Ruh!Gott, du kennst vorhinAlles, was mich kränket,Und woran mein SinnTag und Nacht gedenket:Niemand weiss um michAls nur du und ich.Hab ich noch nicht sehrUrsach’, mich zu klagen,20Ei, so thu’ noch mehrPlage zu den Plagen;Denn du trägst, mein Heil,Doch das meiste Theil.Lass diess Leben mirWohl versalzen werden,Dass ich mich nach dirSehne von der Erden,Und den Tod bequemIn die Arme nehm’.O wie werd ich mich10Dort an dir erquicken!Du wirst mich, und ichWerde dich anblicken,Ewig herrlich, reichUnd den Engeln gleich.Schöner Himmelssaal,Vaterland der Frommen,Ende meiner Qual,Heiss mich zu dir kommen,Denn ich wünsch’ allein20Bald bei dir zu sein!
Schöner Himmelssaal,Vaterland der Frommen,Die aus grosser QualDieses Lebens kommen,Und von keiner Lust,In der Welt gewusst!Sey mir hochgegrüsst!Dich such’ ich für allen,Weil ich öd’ und wüstIn der Welt muss wallenUnd von Kreuz und PeinNie befreit kann sein.Deinetwegen blosTrag’ ich diess mein Leiden,Diesen HerzensstossWillig und mit Freuden;Du versüssest mirAlle Höll’ allhier.Trüg’ ich durch den TodNicht nach dir Verlangen,O, in meiner NothWär’ ich längst vergangen;10Du bist, einig du,Nichts, sonst meine Ruh!Gott, du kennst vorhinAlles, was mich kränket,Und woran mein SinnTag und Nacht gedenket:Niemand weiss um michAls nur du und ich.Hab ich noch nicht sehrUrsach’, mich zu klagen,20Ei, so thu’ noch mehrPlage zu den Plagen;Denn du trägst, mein Heil,Doch das meiste Theil.Lass diess Leben mirWohl versalzen werden,Dass ich mich nach dirSehne von der Erden,Und den Tod bequemIn die Arme nehm’.O wie werd ich mich10Dort an dir erquicken!Du wirst mich, und ichWerde dich anblicken,Ewig herrlich, reichUnd den Engeln gleich.Schöner Himmelssaal,Vaterland der Frommen,Ende meiner Qual,Heiss mich zu dir kommen,Denn ich wünsch’ allein20Bald bei dir zu sein!
Schöner Himmelssaal,Vaterland der Frommen,Die aus grosser QualDieses Lebens kommen,Und von keiner Lust,In der Welt gewusst!Sey mir hochgegrüsst!Dich such’ ich für allen,Weil ich öd’ und wüstIn der Welt muss wallenUnd von Kreuz und PeinNie befreit kann sein.Deinetwegen blosTrag’ ich diess mein Leiden,Diesen HerzensstossWillig und mit Freuden;Du versüssest mirAlle Höll’ allhier.Trüg’ ich durch den TodNicht nach dir Verlangen,O, in meiner NothWär’ ich längst vergangen;10Du bist, einig du,Nichts, sonst meine Ruh!Gott, du kennst vorhinAlles, was mich kränket,Und woran mein SinnTag und Nacht gedenket:Niemand weiss um michAls nur du und ich.Hab ich noch nicht sehrUrsach’, mich zu klagen,20Ei, so thu’ noch mehrPlage zu den Plagen;Denn du trägst, mein Heil,Doch das meiste Theil.Lass diess Leben mirWohl versalzen werden,Dass ich mich nach dirSehne von der Erden,Und den Tod bequemIn die Arme nehm’.O wie werd ich mich10Dort an dir erquicken!Du wirst mich, und ichWerde dich anblicken,Ewig herrlich, reichUnd den Engeln gleich.Schöner Himmelssaal,Vaterland der Frommen,Ende meiner Qual,Heiss mich zu dir kommen,Denn ich wünsch’ allein20Bald bei dir zu sein!
Schöner Himmelssaal,
Vaterland der Frommen,
Die aus grosser Qual
Dieses Lebens kommen,
Und von keiner Lust,
In der Welt gewusst!
Sey mir hochgegrüsst!
Dich such’ ich für allen,
Weil ich öd’ und wüst
In der Welt muss wallen
Und von Kreuz und Pein
Nie befreit kann sein.
Deinetwegen blos
Trag’ ich diess mein Leiden,
Diesen Herzensstoss
Willig und mit Freuden;
Du versüssest mir
Alle Höll’ allhier.
Trüg’ ich durch den Tod
Nicht nach dir Verlangen,
O, in meiner Noth
Wär’ ich längst vergangen;10
Du bist, einig du,
Nichts, sonst meine Ruh!
Gott, du kennst vorhin
Alles, was mich kränket,
Und woran mein Sinn
Tag und Nacht gedenket:
Niemand weiss um mich
Als nur du und ich.
Hab ich noch nicht sehr
Ursach’, mich zu klagen,20
Ei, so thu’ noch mehr
Plage zu den Plagen;
Denn du trägst, mein Heil,
Doch das meiste Theil.
Lass diess Leben mir
Wohl versalzen werden,
Dass ich mich nach dir
Sehne von der Erden,
Und den Tod bequem
In die Arme nehm’.
O wie werd ich mich10
Dort an dir erquicken!
Du wirst mich, und ich
Werde dich anblicken,
Ewig herrlich, reich
Und den Engeln gleich.
Schöner Himmelssaal,
Vaterland der Frommen,
Ende meiner Qual,
Heiss mich zu dir kommen,
Denn ich wünsch’ allein20
Bald bei dir zu sein!