THOMAS MURNER.[Scherer, D.263, 286,E.257, 282.]Geboren angeblich 1475 zu Oberehenheim bei Strassburg, besuchte die Franciskaner Schule zu Strassburg, durchzog Frankreich, Deutschland, Polen als fahrender Schüler, studierte zu Paris Theologie, 1499 zu Freiburg die Rechte; dann Guardian des Franciskaner Klosters zu Strassburg, 1506 vom Kaiser Maximilian zum Dichter gekrönt, um 1509 Doctor der Theologie in Bern. Er führte ein unstätes Leben und wurde oft von seinen Gegnern gezwungen, seinen Aufenthaltsort zu wechseln. In Strassburg veröffentlichte er 1512 sein satirisches Werk ‘die Narrenbeschwörung’ (her. von Gödeke, Leipzig 1879), eine Nachahmung von Brands ‘Narrenschiff.’ In demselben Jahre erschien seine ‘Schelmenzunft,’ welche aus Predigten entstand, die er zu Frankfurt am Main gehalten hatte (photolithographische Nachbildung her. von Scherer, Berlin 1881). Im Kirchenkampf nahm M. zunächst für Luther Partei, dann aber wurde er einer seiner heftigsten Gegner und schrieb das Schmähgedicht ‘Von dem grossen Lutherischen Narren, wie ihn Doktor M. beschworen hat’ Strassburg 1522 (her. von Kurtz, Zürich 1848). Unter den vielen Schriften, die er sonst noch verfasst hat, ist am bekanntesten seine ‘Gäuchmatt’ Basel 1519, ein derbe Satire gegen die Weiber. Er starb um 1536 zu Oberehenheim, wo er eine kleine Pfründe hatte.DIENARRENBESCHWÖRUNG.Aller adel weisst im land,Wann wir schon kein erbteil hant,Wir künnen uns der armůt weren,Allein von disem sattel neren.DIESATTELNARUNG[518].Wann du des sattels nerest dich,So kanstu warlich me dann ich.Es můss ein wilde narung sin,Den sattelpfenning bringen in.10Hat der sattel solche kraft,Das nimt ein selzam rechenschaft.‘Ja frilich, herr, das mügt ir sagen,Solt ich min kost vom sattel nagenUnd des stegreifs mich erneren,Vil böser wörter můss ich hören.Hört mir zů, ich wills üch leren,Man seit von künig Ferinand,Wie er vil nüwer inselen fandBi dem Calecutterland,Darin man fand vil spezeri,Silber, gold was ouch dabi.10Inselen finden ist kein kunst,Ich habs ir manchen glert umsunst;Inselen find ich, wann ich will:Ich schrib min gsellen in der still,Die ouch ein solchen sattel habenUnd in dem stegreif künnent traben.Wann man fart gen Frankfurt hinUnd ich ein schiff weiss uf dem Rin,Dann zwing ichs faren zů dem land,Darin vil spezeri ich fand,Silber, gold und tůchgewand.Solch inselen find ich mit mim kunden10Und habens uf dem Rin gefunden,Das vor kein mensch nie hat gewist,Das spezri da gewachsen ist.Ich bin der erst, ders funden hatAn der unerkanten stat;Noch schadts mir nit an miner eren,Das ich des sattels mich erneren,Erzühe min kind kurz von der hand,Als der lanssknecht uf dem land;Ich halts fürwar ein kleine schand.20Solt man die strassen allzit frien,Das bilger, kouflüt sicher sien,So wer doch nüt der fürsten hůt.Wir machen in ir gleit nun gůt.Wann wir ein insel funden haben,Absagent wir mit rüterknaben,Der wir keine me hont ton,Wir hetten dann den roub dar von.Es heisst bi uns das rüterspilSetz uf, der mit uns keglen will.Wir sind die nüwen insel finderVnd lerent unser jungen kinder,10Von dem sattel suppen kochenUnd wie man sol die puren bochen[519],Land und lüt und dörfer kriegen,Ein knebel zwischen die befzen fiegenDen stegreif halten und den zoum,Ein puren binden an ein boum,Fůssisen werfen, für inlegen,Wie man den finden gat entgegen,Das korn verwůsten, rebstöck brechenUnd einen undern gul[520]abstechen,20Fahen, fieren und verblenden,Meisterlichen keren, wenden,Das der pur nit anders gloubt,Er si des tütschen lands beroubt;So ist er an derselben stat,Do ich in vor gefangen hatt.Der arbeit můss er uns ergetzen,So wir in fahen an zů schetzen.Dann hont wir aber etlich jorZů brassen, als wir hattent vor.Komt uns die armůt wider an,So můss der sattel aber dran,Vnd sůchent mer der spezeri,Oder ob kein insel siUf der Tonau, uf dem Rin,Den sattelzins zů bringen in.Hett Absolon den sattel gspart,Do er sins vaters finde ward,10Er wer im har nit bliben hangen,Durchrant mit so vil scharfer stangen;Do in im staken so vil spiess,Ward im die rüteri nit siess.Was darf ich vil von Juden sagen,Mir gdenkt, das wol in unseren tagenHerzog Karle von BurgundDurch rüteri gieng gar zů grund.Hannibal der hatt gross macht,Dennocht hat in der sattel bracht,Das er dran erworget ist.Der sattelnarung vil gebrist,Ja frilich heisst er rüterspil,Setz uf wer mit in spilen will,Sie kartens also wunderlich,Eins ums ander, stich um stich.10Nüt schedlichrs ist uf disen dingen,Dann um ein hütlin fleisch zů springen,Das rüterspil wills also han,Des setzen wirs all samen dran.’KAISER MAXIMILIAN I(1493–1519).
THOMAS MURNER.
[Scherer, D.263, 286,E.257, 282.]
Geboren angeblich 1475 zu Oberehenheim bei Strassburg, besuchte die Franciskaner Schule zu Strassburg, durchzog Frankreich, Deutschland, Polen als fahrender Schüler, studierte zu Paris Theologie, 1499 zu Freiburg die Rechte; dann Guardian des Franciskaner Klosters zu Strassburg, 1506 vom Kaiser Maximilian zum Dichter gekrönt, um 1509 Doctor der Theologie in Bern. Er führte ein unstätes Leben und wurde oft von seinen Gegnern gezwungen, seinen Aufenthaltsort zu wechseln. In Strassburg veröffentlichte er 1512 sein satirisches Werk ‘die Narrenbeschwörung’ (her. von Gödeke, Leipzig 1879), eine Nachahmung von Brands ‘Narrenschiff.’ In demselben Jahre erschien seine ‘Schelmenzunft,’ welche aus Predigten entstand, die er zu Frankfurt am Main gehalten hatte (photolithographische Nachbildung her. von Scherer, Berlin 1881). Im Kirchenkampf nahm M. zunächst für Luther Partei, dann aber wurde er einer seiner heftigsten Gegner und schrieb das Schmähgedicht ‘Von dem grossen Lutherischen Narren, wie ihn Doktor M. beschworen hat’ Strassburg 1522 (her. von Kurtz, Zürich 1848). Unter den vielen Schriften, die er sonst noch verfasst hat, ist am bekanntesten seine ‘Gäuchmatt’ Basel 1519, ein derbe Satire gegen die Weiber. Er starb um 1536 zu Oberehenheim, wo er eine kleine Pfründe hatte.
Geboren angeblich 1475 zu Oberehenheim bei Strassburg, besuchte die Franciskaner Schule zu Strassburg, durchzog Frankreich, Deutschland, Polen als fahrender Schüler, studierte zu Paris Theologie, 1499 zu Freiburg die Rechte; dann Guardian des Franciskaner Klosters zu Strassburg, 1506 vom Kaiser Maximilian zum Dichter gekrönt, um 1509 Doctor der Theologie in Bern. Er führte ein unstätes Leben und wurde oft von seinen Gegnern gezwungen, seinen Aufenthaltsort zu wechseln. In Strassburg veröffentlichte er 1512 sein satirisches Werk ‘die Narrenbeschwörung’ (her. von Gödeke, Leipzig 1879), eine Nachahmung von Brands ‘Narrenschiff.’ In demselben Jahre erschien seine ‘Schelmenzunft,’ welche aus Predigten entstand, die er zu Frankfurt am Main gehalten hatte (photolithographische Nachbildung her. von Scherer, Berlin 1881). Im Kirchenkampf nahm M. zunächst für Luther Partei, dann aber wurde er einer seiner heftigsten Gegner und schrieb das Schmähgedicht ‘Von dem grossen Lutherischen Narren, wie ihn Doktor M. beschworen hat’ Strassburg 1522 (her. von Kurtz, Zürich 1848). Unter den vielen Schriften, die er sonst noch verfasst hat, ist am bekanntesten seine ‘Gäuchmatt’ Basel 1519, ein derbe Satire gegen die Weiber. Er starb um 1536 zu Oberehenheim, wo er eine kleine Pfründe hatte.
Aller adel weisst im land,Wann wir schon kein erbteil hant,Wir künnen uns der armůt weren,Allein von disem sattel neren.
Aller adel weisst im land,Wann wir schon kein erbteil hant,Wir künnen uns der armůt weren,Allein von disem sattel neren.
Aller adel weisst im land,Wann wir schon kein erbteil hant,Wir künnen uns der armůt weren,Allein von disem sattel neren.
Aller adel weisst im land,
Wann wir schon kein erbteil hant,
Wir künnen uns der armůt weren,
Allein von disem sattel neren.
DIESATTELNARUNG[518].
Wann du des sattels nerest dich,So kanstu warlich me dann ich.Es můss ein wilde narung sin,Den sattelpfenning bringen in.10Hat der sattel solche kraft,Das nimt ein selzam rechenschaft.‘Ja frilich, herr, das mügt ir sagen,Solt ich min kost vom sattel nagenUnd des stegreifs mich erneren,Vil böser wörter můss ich hören.Hört mir zů, ich wills üch leren,Man seit von künig Ferinand,Wie er vil nüwer inselen fandBi dem Calecutterland,Darin man fand vil spezeri,Silber, gold was ouch dabi.10Inselen finden ist kein kunst,Ich habs ir manchen glert umsunst;Inselen find ich, wann ich will:Ich schrib min gsellen in der still,Die ouch ein solchen sattel habenUnd in dem stegreif künnent traben.Wann man fart gen Frankfurt hinUnd ich ein schiff weiss uf dem Rin,Dann zwing ichs faren zů dem land,Darin vil spezeri ich fand,Silber, gold und tůchgewand.Solch inselen find ich mit mim kunden10Und habens uf dem Rin gefunden,Das vor kein mensch nie hat gewist,Das spezri da gewachsen ist.Ich bin der erst, ders funden hatAn der unerkanten stat;Noch schadts mir nit an miner eren,Das ich des sattels mich erneren,Erzühe min kind kurz von der hand,Als der lanssknecht uf dem land;Ich halts fürwar ein kleine schand.20Solt man die strassen allzit frien,Das bilger, kouflüt sicher sien,So wer doch nüt der fürsten hůt.Wir machen in ir gleit nun gůt.Wann wir ein insel funden haben,Absagent wir mit rüterknaben,Der wir keine me hont ton,Wir hetten dann den roub dar von.Es heisst bi uns das rüterspilSetz uf, der mit uns keglen will.Wir sind die nüwen insel finderVnd lerent unser jungen kinder,10Von dem sattel suppen kochenUnd wie man sol die puren bochen[519],Land und lüt und dörfer kriegen,Ein knebel zwischen die befzen fiegenDen stegreif halten und den zoum,Ein puren binden an ein boum,Fůssisen werfen, für inlegen,Wie man den finden gat entgegen,Das korn verwůsten, rebstöck brechenUnd einen undern gul[520]abstechen,20Fahen, fieren und verblenden,Meisterlichen keren, wenden,Das der pur nit anders gloubt,Er si des tütschen lands beroubt;So ist er an derselben stat,Do ich in vor gefangen hatt.Der arbeit můss er uns ergetzen,So wir in fahen an zů schetzen.Dann hont wir aber etlich jorZů brassen, als wir hattent vor.Komt uns die armůt wider an,So můss der sattel aber dran,Vnd sůchent mer der spezeri,Oder ob kein insel siUf der Tonau, uf dem Rin,Den sattelzins zů bringen in.Hett Absolon den sattel gspart,Do er sins vaters finde ward,10Er wer im har nit bliben hangen,Durchrant mit so vil scharfer stangen;Do in im staken so vil spiess,Ward im die rüteri nit siess.Was darf ich vil von Juden sagen,Mir gdenkt, das wol in unseren tagenHerzog Karle von BurgundDurch rüteri gieng gar zů grund.Hannibal der hatt gross macht,Dennocht hat in der sattel bracht,Das er dran erworget ist.Der sattelnarung vil gebrist,Ja frilich heisst er rüterspil,Setz uf wer mit in spilen will,Sie kartens also wunderlich,Eins ums ander, stich um stich.10Nüt schedlichrs ist uf disen dingen,Dann um ein hütlin fleisch zů springen,Das rüterspil wills also han,Des setzen wirs all samen dran.’
Wann du des sattels nerest dich,So kanstu warlich me dann ich.Es můss ein wilde narung sin,Den sattelpfenning bringen in.10Hat der sattel solche kraft,Das nimt ein selzam rechenschaft.‘Ja frilich, herr, das mügt ir sagen,Solt ich min kost vom sattel nagenUnd des stegreifs mich erneren,Vil böser wörter můss ich hören.Hört mir zů, ich wills üch leren,Man seit von künig Ferinand,Wie er vil nüwer inselen fandBi dem Calecutterland,Darin man fand vil spezeri,Silber, gold was ouch dabi.10Inselen finden ist kein kunst,Ich habs ir manchen glert umsunst;Inselen find ich, wann ich will:Ich schrib min gsellen in der still,Die ouch ein solchen sattel habenUnd in dem stegreif künnent traben.Wann man fart gen Frankfurt hinUnd ich ein schiff weiss uf dem Rin,Dann zwing ichs faren zů dem land,Darin vil spezeri ich fand,Silber, gold und tůchgewand.Solch inselen find ich mit mim kunden10Und habens uf dem Rin gefunden,Das vor kein mensch nie hat gewist,Das spezri da gewachsen ist.Ich bin der erst, ders funden hatAn der unerkanten stat;Noch schadts mir nit an miner eren,Das ich des sattels mich erneren,Erzühe min kind kurz von der hand,Als der lanssknecht uf dem land;Ich halts fürwar ein kleine schand.20Solt man die strassen allzit frien,Das bilger, kouflüt sicher sien,So wer doch nüt der fürsten hůt.Wir machen in ir gleit nun gůt.Wann wir ein insel funden haben,Absagent wir mit rüterknaben,Der wir keine me hont ton,Wir hetten dann den roub dar von.Es heisst bi uns das rüterspilSetz uf, der mit uns keglen will.Wir sind die nüwen insel finderVnd lerent unser jungen kinder,10Von dem sattel suppen kochenUnd wie man sol die puren bochen[519],Land und lüt und dörfer kriegen,Ein knebel zwischen die befzen fiegenDen stegreif halten und den zoum,Ein puren binden an ein boum,Fůssisen werfen, für inlegen,Wie man den finden gat entgegen,Das korn verwůsten, rebstöck brechenUnd einen undern gul[520]abstechen,20Fahen, fieren und verblenden,Meisterlichen keren, wenden,Das der pur nit anders gloubt,Er si des tütschen lands beroubt;So ist er an derselben stat,Do ich in vor gefangen hatt.Der arbeit můss er uns ergetzen,So wir in fahen an zů schetzen.Dann hont wir aber etlich jorZů brassen, als wir hattent vor.Komt uns die armůt wider an,So můss der sattel aber dran,Vnd sůchent mer der spezeri,Oder ob kein insel siUf der Tonau, uf dem Rin,Den sattelzins zů bringen in.Hett Absolon den sattel gspart,Do er sins vaters finde ward,10Er wer im har nit bliben hangen,Durchrant mit so vil scharfer stangen;Do in im staken so vil spiess,Ward im die rüteri nit siess.Was darf ich vil von Juden sagen,Mir gdenkt, das wol in unseren tagenHerzog Karle von BurgundDurch rüteri gieng gar zů grund.Hannibal der hatt gross macht,Dennocht hat in der sattel bracht,Das er dran erworget ist.Der sattelnarung vil gebrist,Ja frilich heisst er rüterspil,Setz uf wer mit in spilen will,Sie kartens also wunderlich,Eins ums ander, stich um stich.10Nüt schedlichrs ist uf disen dingen,Dann um ein hütlin fleisch zů springen,Das rüterspil wills also han,Des setzen wirs all samen dran.’
Wann du des sattels nerest dich,So kanstu warlich me dann ich.Es můss ein wilde narung sin,Den sattelpfenning bringen in.10Hat der sattel solche kraft,Das nimt ein selzam rechenschaft.‘Ja frilich, herr, das mügt ir sagen,Solt ich min kost vom sattel nagenUnd des stegreifs mich erneren,Vil böser wörter můss ich hören.Hört mir zů, ich wills üch leren,Man seit von künig Ferinand,Wie er vil nüwer inselen fandBi dem Calecutterland,Darin man fand vil spezeri,Silber, gold was ouch dabi.10Inselen finden ist kein kunst,Ich habs ir manchen glert umsunst;Inselen find ich, wann ich will:Ich schrib min gsellen in der still,Die ouch ein solchen sattel habenUnd in dem stegreif künnent traben.Wann man fart gen Frankfurt hinUnd ich ein schiff weiss uf dem Rin,Dann zwing ichs faren zů dem land,Darin vil spezeri ich fand,Silber, gold und tůchgewand.Solch inselen find ich mit mim kunden10Und habens uf dem Rin gefunden,Das vor kein mensch nie hat gewist,Das spezri da gewachsen ist.Ich bin der erst, ders funden hatAn der unerkanten stat;Noch schadts mir nit an miner eren,Das ich des sattels mich erneren,Erzühe min kind kurz von der hand,Als der lanssknecht uf dem land;Ich halts fürwar ein kleine schand.20Solt man die strassen allzit frien,Das bilger, kouflüt sicher sien,So wer doch nüt der fürsten hůt.Wir machen in ir gleit nun gůt.Wann wir ein insel funden haben,Absagent wir mit rüterknaben,Der wir keine me hont ton,Wir hetten dann den roub dar von.Es heisst bi uns das rüterspilSetz uf, der mit uns keglen will.Wir sind die nüwen insel finderVnd lerent unser jungen kinder,10Von dem sattel suppen kochenUnd wie man sol die puren bochen[519],Land und lüt und dörfer kriegen,Ein knebel zwischen die befzen fiegenDen stegreif halten und den zoum,Ein puren binden an ein boum,Fůssisen werfen, für inlegen,Wie man den finden gat entgegen,Das korn verwůsten, rebstöck brechenUnd einen undern gul[520]abstechen,20Fahen, fieren und verblenden,Meisterlichen keren, wenden,Das der pur nit anders gloubt,Er si des tütschen lands beroubt;So ist er an derselben stat,Do ich in vor gefangen hatt.Der arbeit můss er uns ergetzen,So wir in fahen an zů schetzen.Dann hont wir aber etlich jorZů brassen, als wir hattent vor.Komt uns die armůt wider an,So můss der sattel aber dran,Vnd sůchent mer der spezeri,Oder ob kein insel siUf der Tonau, uf dem Rin,Den sattelzins zů bringen in.Hett Absolon den sattel gspart,Do er sins vaters finde ward,10Er wer im har nit bliben hangen,Durchrant mit so vil scharfer stangen;Do in im staken so vil spiess,Ward im die rüteri nit siess.Was darf ich vil von Juden sagen,Mir gdenkt, das wol in unseren tagenHerzog Karle von BurgundDurch rüteri gieng gar zů grund.Hannibal der hatt gross macht,Dennocht hat in der sattel bracht,Das er dran erworget ist.Der sattelnarung vil gebrist,Ja frilich heisst er rüterspil,Setz uf wer mit in spilen will,Sie kartens also wunderlich,Eins ums ander, stich um stich.10Nüt schedlichrs ist uf disen dingen,Dann um ein hütlin fleisch zů springen,Das rüterspil wills also han,Des setzen wirs all samen dran.’
Wann du des sattels nerest dich,
So kanstu warlich me dann ich.
Es můss ein wilde narung sin,
Den sattelpfenning bringen in.10
Hat der sattel solche kraft,
Das nimt ein selzam rechenschaft.
‘Ja frilich, herr, das mügt ir sagen,
Solt ich min kost vom sattel nagen
Und des stegreifs mich erneren,
Vil böser wörter můss ich hören.
Hört mir zů, ich wills üch leren,
Man seit von künig Ferinand,
Wie er vil nüwer inselen fand
Bi dem Calecutterland,
Darin man fand vil spezeri,
Silber, gold was ouch dabi.10
Inselen finden ist kein kunst,
Ich habs ir manchen glert umsunst;
Inselen find ich, wann ich will:
Ich schrib min gsellen in der still,
Die ouch ein solchen sattel haben
Und in dem stegreif künnent traben.
Wann man fart gen Frankfurt hin
Und ich ein schiff weiss uf dem Rin,
Dann zwing ichs faren zů dem land,
Darin vil spezeri ich fand,
Silber, gold und tůchgewand.
Solch inselen find ich mit mim kunden10
Und habens uf dem Rin gefunden,
Das vor kein mensch nie hat gewist,
Das spezri da gewachsen ist.
Ich bin der erst, ders funden hat
An der unerkanten stat;
Noch schadts mir nit an miner eren,
Das ich des sattels mich erneren,
Erzühe min kind kurz von der hand,
Als der lanssknecht uf dem land;
Ich halts fürwar ein kleine schand.20
Solt man die strassen allzit frien,
Das bilger, kouflüt sicher sien,
So wer doch nüt der fürsten hůt.
Wir machen in ir gleit nun gůt.
Wann wir ein insel funden haben,
Absagent wir mit rüterknaben,
Der wir keine me hont ton,
Wir hetten dann den roub dar von.
Es heisst bi uns das rüterspil
Setz uf, der mit uns keglen will.
Wir sind die nüwen insel finder
Vnd lerent unser jungen kinder,10
Von dem sattel suppen kochen
Und wie man sol die puren bochen[519],
Land und lüt und dörfer kriegen,
Ein knebel zwischen die befzen fiegen
Den stegreif halten und den zoum,
Ein puren binden an ein boum,
Fůssisen werfen, für inlegen,
Wie man den finden gat entgegen,
Das korn verwůsten, rebstöck brechen
Und einen undern gul[520]abstechen,20
Fahen, fieren und verblenden,
Meisterlichen keren, wenden,
Das der pur nit anders gloubt,
Er si des tütschen lands beroubt;
So ist er an derselben stat,
Do ich in vor gefangen hatt.
Der arbeit můss er uns ergetzen,
So wir in fahen an zů schetzen.
Dann hont wir aber etlich jor
Zů brassen, als wir hattent vor.
Komt uns die armůt wider an,
So můss der sattel aber dran,
Vnd sůchent mer der spezeri,
Oder ob kein insel si
Uf der Tonau, uf dem Rin,
Den sattelzins zů bringen in.
Hett Absolon den sattel gspart,
Do er sins vaters finde ward,10
Er wer im har nit bliben hangen,
Durchrant mit so vil scharfer stangen;
Do in im staken so vil spiess,
Ward im die rüteri nit siess.
Was darf ich vil von Juden sagen,
Mir gdenkt, das wol in unseren tagen
Herzog Karle von Burgund
Durch rüteri gieng gar zů grund.
Hannibal der hatt gross macht,
Dennocht hat in der sattel bracht,
Das er dran erworget ist.
Der sattelnarung vil gebrist,
Ja frilich heisst er rüterspil,
Setz uf wer mit in spilen will,
Sie kartens also wunderlich,
Eins ums ander, stich um stich.10
Nüt schedlichrs ist uf disen dingen,
Dann um ein hütlin fleisch zů springen,
Das rüterspil wills also han,
Des setzen wirs all samen dran.’