THOMAS NAOGEORG.

THOMAS NAOGEORG.

[Scherer D.309,E.308.]

Aus Baiern. Eine Zeitlang Pfarrer zu Kahla in Thüringen. Führte, nachdem er mit Luther zerfallen, ein unstätes Leben. Er dichtete protestantische Tendenzdramen in lateinischer Sprache: ‘Pammachius’ 1538; ‘Mercator’ 1540; ‘Incendia’ 1541; ‘Hamanus’ 1543; ‘Hieremias’ 1551; ‘Judas Icariotes’ 1552.

Aus Baiern. Eine Zeitlang Pfarrer zu Kahla in Thüringen. Führte, nachdem er mit Luther zerfallen, ein unstätes Leben. Er dichtete protestantische Tendenzdramen in lateinischer Sprache: ‘Pammachius’ 1538; ‘Mercator’ 1540; ‘Incendia’ 1541; ‘Hamanus’ 1543; ‘Hieremias’ 1551; ‘Judas Icariotes’ 1552.

AUS DEMPAMMACHIUS.

(Porphyrius.  Pammachius.  Satan.)

Porphyrius:

Er würt nun gwisslich ledig seinUnd sein stůl haben gnomen einIch halt es sei der greülich manGehörnt, der uns sicht hesslich an.Sein augen seind nür feüres glast,Eyn Habichs nass geknodet[901]vast.Sein maul ist weiter dann es sol.Sein gantzer leib schwartz wie eyn kol.10

Er würt nun gwisslich ledig seinUnd sein stůl haben gnomen einIch halt es sei der greülich manGehörnt, der uns sicht hesslich an.Sein augen seind nür feüres glast,Eyn Habichs nass geknodet[901]vast.Sein maul ist weiter dann es sol.Sein gantzer leib schwartz wie eyn kol.10

Er würt nun gwisslich ledig seinUnd sein stůl haben gnomen einIch halt es sei der greülich manGehörnt, der uns sicht hesslich an.Sein augen seind nür feüres glast,Eyn Habichs nass geknodet[901]vast.Sein maul ist weiter dann es sol.Sein gantzer leib schwartz wie eyn kol.10

Er würt nun gwisslich ledig sein

Und sein stůl haben gnomen ein

Ich halt es sei der greülich man

Gehörnt, der uns sicht hesslich an.

Sein augen seind nür feüres glast,

Eyn Habichs nass geknodet[901]vast.

Sein maul ist weiter dann es sol.

Sein gantzer leib schwartz wie eyn kol.10

Pammachius:

Du hast verstand: es ist der man.Lass sehen was er hie wöll than.

Du hast verstand: es ist der man.Lass sehen was er hie wöll than.

Du hast verstand: es ist der man.Lass sehen was er hie wöll than.

Du hast verstand: es ist der man.

Lass sehen was er hie wöll than.

Porphyrius:

Mir zittert aller meyner leib.Ich weyss nit, wo ich vor im bleib.

Mir zittert aller meyner leib.Ich weyss nit, wo ich vor im bleib.

Mir zittert aller meyner leib.Ich weyss nit, wo ich vor im bleib.

Mir zittert aller meyner leib.

Ich weyss nit, wo ich vor im bleib.

Pammachius:

Du můst sein angsicht leiden lern,Er gibt sunst grosse gaben gernWann eyners eyn mol leiden mag20So leidt ers darnach allen tag.

Du můst sein angsicht leiden lern,Er gibt sunst grosse gaben gernWann eyners eyn mol leiden mag20So leidt ers darnach allen tag.

Du můst sein angsicht leiden lern,Er gibt sunst grosse gaben gernWann eyners eyn mol leiden mag20So leidt ers darnach allen tag.

Du můst sein angsicht leiden lern,

Er gibt sunst grosse gaben gern

Wann eyners eyn mol leiden mag20

So leidt ers darnach allen tag.

Porphyrius:

Sag mir, Pammachi, wer sind die,Die also gkrönet stond alhie?Sichstu sie oder sichstus nit?Sag mirs, das ist mein grosse bitt.

Sag mir, Pammachi, wer sind die,Die also gkrönet stond alhie?Sichstu sie oder sichstus nit?Sag mirs, das ist mein grosse bitt.

Sag mir, Pammachi, wer sind die,Die also gkrönet stond alhie?Sichstu sie oder sichstus nit?Sag mirs, das ist mein grosse bitt.

Sag mir, Pammachi, wer sind die,

Die also gkrönet stond alhie?

Sichstu sie oder sichstus nit?

Sag mirs, das ist mein grosse bitt.

Pammachius:

Es ist die öberkeyt im reichIch sich ye sunst nit ires gleich.

Es ist die öberkeyt im reichIch sich ye sunst nit ires gleich.

Es ist die öberkeyt im reichIch sich ye sunst nit ires gleich.

Es ist die öberkeyt im reich

Ich sich ye sunst nit ires gleich.

Satan:

Die habend noch keyn feindlich gsicht,Mit forcht ir augen abgericht,Als ob sie etwas hetten gern,Das ich sie solt umb bitt gewern.

Die habend noch keyn feindlich gsicht,Mit forcht ir augen abgericht,Als ob sie etwas hetten gern,Das ich sie solt umb bitt gewern.

Die habend noch keyn feindlich gsicht,Mit forcht ir augen abgericht,Als ob sie etwas hetten gern,Das ich sie solt umb bitt gewern.

Die habend noch keyn feindlich gsicht,

Mit forcht ir augen abgericht,

Als ob sie etwas hetten gern,

Das ich sie solt umb bitt gewern.

Porphyrius:

Sie ungleichen dem fürsten nit,10Als werns in eyner ess geschmit.

Sie ungleichen dem fürsten nit,10Als werns in eyner ess geschmit.

Sie ungleichen dem fürsten nit,10Als werns in eyner ess geschmit.

Sie ungleichen dem fürsten nit,10

Als werns in eyner ess geschmit.

Pammachius:

Wolher, wir wöllen zů im gahnUnd mit im zreden heben an.

Wolher, wir wöllen zů im gahnUnd mit im zreden heben an.

Wolher, wir wöllen zů im gahnUnd mit im zreden heben an.

Wolher, wir wöllen zů im gahn

Und mit im zreden heben an.

Porphyrius:

O grossmechtiger fürst und her,Wir grüssen dich beyd ich und der.

O grossmechtiger fürst und her,Wir grüssen dich beyd ich und der.

O grossmechtiger fürst und her,Wir grüssen dich beyd ich und der.

O grossmechtiger fürst und her,

Wir grüssen dich beyd ich und der.

Satan:

Was sůchend meyne find alhie?Ich hett solchs in vertrawet nie.20

Was sůchend meyne find alhie?Ich hett solchs in vertrawet nie.20

Was sůchend meyne find alhie?Ich hett solchs in vertrawet nie.20

Was sůchend meyne find alhie?

Ich hett solchs in vertrawet nie.20

Porphyrius:

Ich weyss nit wie mir gschehen ist,So meyner zungen red gebrist[902].Mich hat erschreckt die greülich stim,Das ich kan forter[903]reden nim[904].

Ich weyss nit wie mir gschehen ist,So meyner zungen red gebrist[902].Mich hat erschreckt die greülich stim,Das ich kan forter[903]reden nim[904].

Ich weyss nit wie mir gschehen ist,So meyner zungen red gebrist[902].Mich hat erschreckt die greülich stim,Das ich kan forter[903]reden nim[904].

Ich weyss nit wie mir gschehen ist,

So meyner zungen red gebrist[902].

Mich hat erschreckt die greülich stim,

Das ich kan forter[903]reden nim[904].

Pammachius:

Du můst eyn starck gemüt hie honUnd wie eyn starcker kriegsman thon.

Du můst eyn starck gemüt hie honUnd wie eyn starcker kriegsman thon.

Du můst eyn starck gemüt hie honUnd wie eyn starcker kriegsman thon.

Du můst eyn starck gemüt hie hon

Und wie eyn starcker kriegsman thon.

Porphyrius:

Wir deine diener hond eyn bitt,30Begerend: fürst, verschmeh uns nit.

Wir deine diener hond eyn bitt,30Begerend: fürst, verschmeh uns nit.

Wir deine diener hond eyn bitt,30Begerend: fürst, verschmeh uns nit.

Wir deine diener hond eyn bitt,30

Begerend: fürst, verschmeh uns nit.

Satan:

Was habt ir dann für bitt an mich?Sags von stund an, dazů schick dich!

Was habt ir dann für bitt an mich?Sags von stund an, dazů schick dich!

Was habt ir dann für bitt an mich?Sags von stund an, dazů schick dich!

Was habt ir dann für bitt an mich?

Sags von stund an, dazů schick dich!

Porphyrius:

O grosser fürst, gnediger her,Wiewol es von sich selbs ist schwer,Das eyner bei sein finden redtUnd er werd gweret seiner bedtBei denen, die er hett zůvorMit wort und werck beleydigt zworNoch tröst uns dein gross miltigkeytDie bei dir allweg ist bereytDie macht das wir auch hoffnung han10Dein gnad die werd uns nemen anBissher hond wir noch nie erkantDein onüberwintliche handtUnd das mit unserm schaden grossDas wir nit wurden zerst dein gnossDieweil du so freigebig bistDas all den deinen nichts gebristMit grossem bracht sie gond daherAls ob die gantz welt iren wer.Nichts mangelt in an eer und gůt.20Dazů hond sie eyn gůten můt.On arbeyt werden sie all reich,So uns gar nit geschicht der gleich.Wir sind verschmacht[905]in aller weltWir hond auch weder gold noch gelt,Wir sind veracht und gar verbandt.Man nimbt uns alles was wir handt.Mit hauss und hoff, mit weib und kindWir täglich in den gferden sindThůnd wir schon gůts, so ists keyn danck30Also leiden wir grossen zwanckAber uns gschicht da eben rechtDas wir nit wöllen sein dein knechtDie in deim reich hie müssend won.Drumb nemend wir eyn solchen lon.Eyn knecht sol warten auff sein hern,Will er von im eyn lon begern.Solchs solten wir betrachtet honUnd nit wöln deim gwalt widerston.Aber es gschach auss unverstandt.Drumb strecken wir auss unser hand,Du wölst dein knechten gnedig sein.Die vorhin haben straff und pein.Jetzt nim uns auff auch in dein reich.Mach uns dein underthonen gleich:10Wir wöllen gůten fleiss an kern,Dasselbig fürdern und zů mehrn.Das du můst sagen sicherlich,Du habst zůvor nit unsers gleich.Wie wir dir theten widerstandt,So wöln wir fürter mern dein landt,Also das keyner strenger seiVon allen die dir wonen bei.

O grosser fürst, gnediger her,Wiewol es von sich selbs ist schwer,Das eyner bei sein finden redtUnd er werd gweret seiner bedtBei denen, die er hett zůvorMit wort und werck beleydigt zworNoch tröst uns dein gross miltigkeytDie bei dir allweg ist bereytDie macht das wir auch hoffnung han10Dein gnad die werd uns nemen anBissher hond wir noch nie erkantDein onüberwintliche handtUnd das mit unserm schaden grossDas wir nit wurden zerst dein gnossDieweil du so freigebig bistDas all den deinen nichts gebristMit grossem bracht sie gond daherAls ob die gantz welt iren wer.Nichts mangelt in an eer und gůt.20Dazů hond sie eyn gůten můt.On arbeyt werden sie all reich,So uns gar nit geschicht der gleich.Wir sind verschmacht[905]in aller weltWir hond auch weder gold noch gelt,Wir sind veracht und gar verbandt.Man nimbt uns alles was wir handt.Mit hauss und hoff, mit weib und kindWir täglich in den gferden sindThůnd wir schon gůts, so ists keyn danck30Also leiden wir grossen zwanckAber uns gschicht da eben rechtDas wir nit wöllen sein dein knechtDie in deim reich hie müssend won.Drumb nemend wir eyn solchen lon.Eyn knecht sol warten auff sein hern,Will er von im eyn lon begern.Solchs solten wir betrachtet honUnd nit wöln deim gwalt widerston.Aber es gschach auss unverstandt.Drumb strecken wir auss unser hand,Du wölst dein knechten gnedig sein.Die vorhin haben straff und pein.Jetzt nim uns auff auch in dein reich.Mach uns dein underthonen gleich:10Wir wöllen gůten fleiss an kern,Dasselbig fürdern und zů mehrn.Das du můst sagen sicherlich,Du habst zůvor nit unsers gleich.Wie wir dir theten widerstandt,So wöln wir fürter mern dein landt,Also das keyner strenger seiVon allen die dir wonen bei.

O grosser fürst, gnediger her,Wiewol es von sich selbs ist schwer,Das eyner bei sein finden redtUnd er werd gweret seiner bedtBei denen, die er hett zůvorMit wort und werck beleydigt zworNoch tröst uns dein gross miltigkeytDie bei dir allweg ist bereytDie macht das wir auch hoffnung han10Dein gnad die werd uns nemen anBissher hond wir noch nie erkantDein onüberwintliche handtUnd das mit unserm schaden grossDas wir nit wurden zerst dein gnossDieweil du so freigebig bistDas all den deinen nichts gebristMit grossem bracht sie gond daherAls ob die gantz welt iren wer.Nichts mangelt in an eer und gůt.20Dazů hond sie eyn gůten můt.On arbeyt werden sie all reich,So uns gar nit geschicht der gleich.Wir sind verschmacht[905]in aller weltWir hond auch weder gold noch gelt,Wir sind veracht und gar verbandt.Man nimbt uns alles was wir handt.Mit hauss und hoff, mit weib und kindWir täglich in den gferden sindThůnd wir schon gůts, so ists keyn danck30Also leiden wir grossen zwanckAber uns gschicht da eben rechtDas wir nit wöllen sein dein knechtDie in deim reich hie müssend won.Drumb nemend wir eyn solchen lon.Eyn knecht sol warten auff sein hern,Will er von im eyn lon begern.Solchs solten wir betrachtet honUnd nit wöln deim gwalt widerston.Aber es gschach auss unverstandt.Drumb strecken wir auss unser hand,Du wölst dein knechten gnedig sein.Die vorhin haben straff und pein.Jetzt nim uns auff auch in dein reich.Mach uns dein underthonen gleich:10Wir wöllen gůten fleiss an kern,Dasselbig fürdern und zů mehrn.Das du můst sagen sicherlich,Du habst zůvor nit unsers gleich.Wie wir dir theten widerstandt,So wöln wir fürter mern dein landt,Also das keyner strenger seiVon allen die dir wonen bei.

O grosser fürst, gnediger her,

Wiewol es von sich selbs ist schwer,

Das eyner bei sein finden redt

Und er werd gweret seiner bedt

Bei denen, die er hett zůvor

Mit wort und werck beleydigt zwor

Noch tröst uns dein gross miltigkeyt

Die bei dir allweg ist bereyt

Die macht das wir auch hoffnung han10

Dein gnad die werd uns nemen an

Bissher hond wir noch nie erkant

Dein onüberwintliche handt

Und das mit unserm schaden gross

Das wir nit wurden zerst dein gnoss

Dieweil du so freigebig bist

Das all den deinen nichts gebrist

Mit grossem bracht sie gond daher

Als ob die gantz welt iren wer.

Nichts mangelt in an eer und gůt.20

Dazů hond sie eyn gůten můt.

On arbeyt werden sie all reich,

So uns gar nit geschicht der gleich.

Wir sind verschmacht[905]in aller welt

Wir hond auch weder gold noch gelt,

Wir sind veracht und gar verbandt.

Man nimbt uns alles was wir handt.

Mit hauss und hoff, mit weib und kind

Wir täglich in den gferden sind

Thůnd wir schon gůts, so ists keyn danck30

Also leiden wir grossen zwanck

Aber uns gschicht da eben recht

Das wir nit wöllen sein dein knecht

Die in deim reich hie müssend won.

Drumb nemend wir eyn solchen lon.

Eyn knecht sol warten auff sein hern,

Will er von im eyn lon begern.

Solchs solten wir betrachtet hon

Und nit wöln deim gwalt widerston.

Aber es gschach auss unverstandt.

Drumb strecken wir auss unser hand,

Du wölst dein knechten gnedig sein.

Die vorhin haben straff und pein.

Jetzt nim uns auff auch in dein reich.

Mach uns dein underthonen gleich:10

Wir wöllen gůten fleiss an kern,

Dasselbig fürdern und zů mehrn.

Das du můst sagen sicherlich,

Du habst zůvor nit unsers gleich.

Wie wir dir theten widerstandt,

So wöln wir fürter mern dein landt,

Also das keyner strenger sei

Von allen die dir wonen bei.


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