ULRICH VON LICHTENSTEIN.[Scherer D.211,E.202.]Ein steierischer Ritter, geboren um 1200, gestorben 1276. Sein ‘Frauendienst,’ in den seine Lieder eingeschaltet sind, ist 1255 verfasst und enthält seine Liebesmemoiren. Sein ‘Frauenbuch,’ 1257 verfasst, ist satirischen Charakters. Herausgegeben von Lachmann (Berlin 1841).In dem walde süeze dœnesingent cleiniu vogelîn!an der heide bluomen schœneblüejent gegen des maien schîn.alsô blüet mîn hôher muotmit gedanken gegen ir güete,diu mir rîchet mîn gemüetesam der troum den armen tuot.Ez ist ein vil hôch gedingeden ich gegen ir tugenden trage,daz mir noch an ir gelinge:daz ich sælde an ir bejage.des gedingen bin ich vrô.got geb daz ichz wol verende,daz si mir den wân iht wende,der mich freut sô rehte hô.Si vil süeze, valsches âne10vrî vor allem wandel gar,lâze mich in liebem wânedi wîl ez niht baz envar;daz diu vreude lange wer,daz ich weinent iht erwache,daz ich gegen dem trôste lache,des ich von ir hulden ger.Wünschen unde wol gedenkendêst diu meiste vreude mîn:des sol mir ir trôst niht wenken,20si enlâze mich ir sînmit den beiden nâhen bî,sô daz si mit willen günnemir von ir sô werder wünnedaz si sælic immer sî.Sælic maie, dû aleinetrœstest al di welde gar:dû und al diu werlt gemeinevreut mich minr dann umb ein hâr.30wie möht ir mir vreude gebenâne die vil lieben guoten?von der sol ich trôstes muoten;wan ir trôstes muoz ich leben.In dem Walde süsse TöneSingen kleine Vögelein;An der Haide blühen schöneBlumen in des Maien ScheinAlso blüht mein hoher Muth,Wenn er denkt an ihre Güte,Die mir reich macht mein Gemüthe,Wie der Traum den Armen thut.Hoffnung hat auf hohe DingeDie Erwartung mir gestellet,Dass mir noch an ihr gelinge,Süsses Loos mir einst noch fällt.Der Erwartung freu’ ich mich:Gebe Gott, dass ichs beende,Dass sie mir den Wahn nicht wende,Der mich freut so inniglich.Die viel süsse Wohlgethane,10Frei von allem Wandel gar,Lasse mich im lieben Wahne,Bis es endlich werde wahr,Dass die Freude lange währe,Dass ich weinend nicht erwache,Noch dem Trost entgegen lacheUnd der Huld, die ich begehre.Wünschen nur und süss GedenkenIst die meiste Freude mein.Will sie mir den Trost nur schenken,20Dass ich stäts ihr dürfe seinMit den beiden nahe bei,Will sie das mit Willen leiden,Mir so holdes Glück bescheiden,Wünsch’ ich, dass sie selig sei.Süsser Maie, du alleineTröstest Alle wunderbar;Mich erfreust du im VereineMit der ganzen Welt kein Haar:Möchtest du mir Freude geben30Ausser ihr, der Lieben, Süssen?Trösten kann mich nur ihr Grüssen:Ihres Trostes will ich leben.SIMROCK.
ULRICH VON LICHTENSTEIN.
[Scherer D.211,E.202.]
Ein steierischer Ritter, geboren um 1200, gestorben 1276. Sein ‘Frauendienst,’ in den seine Lieder eingeschaltet sind, ist 1255 verfasst und enthält seine Liebesmemoiren. Sein ‘Frauenbuch,’ 1257 verfasst, ist satirischen Charakters. Herausgegeben von Lachmann (Berlin 1841).
Ein steierischer Ritter, geboren um 1200, gestorben 1276. Sein ‘Frauendienst,’ in den seine Lieder eingeschaltet sind, ist 1255 verfasst und enthält seine Liebesmemoiren. Sein ‘Frauenbuch,’ 1257 verfasst, ist satirischen Charakters. Herausgegeben von Lachmann (Berlin 1841).
In dem walde süeze dœnesingent cleiniu vogelîn!an der heide bluomen schœneblüejent gegen des maien schîn.alsô blüet mîn hôher muotmit gedanken gegen ir güete,diu mir rîchet mîn gemüetesam der troum den armen tuot.Ez ist ein vil hôch gedingeden ich gegen ir tugenden trage,daz mir noch an ir gelinge:daz ich sælde an ir bejage.des gedingen bin ich vrô.got geb daz ichz wol verende,daz si mir den wân iht wende,der mich freut sô rehte hô.Si vil süeze, valsches âne10vrî vor allem wandel gar,lâze mich in liebem wânedi wîl ez niht baz envar;daz diu vreude lange wer,daz ich weinent iht erwache,daz ich gegen dem trôste lache,des ich von ir hulden ger.Wünschen unde wol gedenkendêst diu meiste vreude mîn:des sol mir ir trôst niht wenken,20si enlâze mich ir sînmit den beiden nâhen bî,sô daz si mit willen günnemir von ir sô werder wünnedaz si sælic immer sî.Sælic maie, dû aleinetrœstest al di welde gar:dû und al diu werlt gemeinevreut mich minr dann umb ein hâr.30wie möht ir mir vreude gebenâne die vil lieben guoten?von der sol ich trôstes muoten;wan ir trôstes muoz ich leben.
In dem walde süeze dœnesingent cleiniu vogelîn!an der heide bluomen schœneblüejent gegen des maien schîn.alsô blüet mîn hôher muotmit gedanken gegen ir güete,diu mir rîchet mîn gemüetesam der troum den armen tuot.Ez ist ein vil hôch gedingeden ich gegen ir tugenden trage,daz mir noch an ir gelinge:daz ich sælde an ir bejage.des gedingen bin ich vrô.got geb daz ichz wol verende,daz si mir den wân iht wende,der mich freut sô rehte hô.Si vil süeze, valsches âne10vrî vor allem wandel gar,lâze mich in liebem wânedi wîl ez niht baz envar;daz diu vreude lange wer,daz ich weinent iht erwache,daz ich gegen dem trôste lache,des ich von ir hulden ger.Wünschen unde wol gedenkendêst diu meiste vreude mîn:des sol mir ir trôst niht wenken,20si enlâze mich ir sînmit den beiden nâhen bî,sô daz si mit willen günnemir von ir sô werder wünnedaz si sælic immer sî.Sælic maie, dû aleinetrœstest al di welde gar:dû und al diu werlt gemeinevreut mich minr dann umb ein hâr.30wie möht ir mir vreude gebenâne die vil lieben guoten?von der sol ich trôstes muoten;wan ir trôstes muoz ich leben.
In dem walde süeze dœnesingent cleiniu vogelîn!an der heide bluomen schœneblüejent gegen des maien schîn.alsô blüet mîn hôher muotmit gedanken gegen ir güete,diu mir rîchet mîn gemüetesam der troum den armen tuot.Ez ist ein vil hôch gedingeden ich gegen ir tugenden trage,daz mir noch an ir gelinge:daz ich sælde an ir bejage.des gedingen bin ich vrô.got geb daz ichz wol verende,daz si mir den wân iht wende,der mich freut sô rehte hô.Si vil süeze, valsches âne10vrî vor allem wandel gar,lâze mich in liebem wânedi wîl ez niht baz envar;daz diu vreude lange wer,daz ich weinent iht erwache,daz ich gegen dem trôste lache,des ich von ir hulden ger.Wünschen unde wol gedenkendêst diu meiste vreude mîn:des sol mir ir trôst niht wenken,20si enlâze mich ir sînmit den beiden nâhen bî,sô daz si mit willen günnemir von ir sô werder wünnedaz si sælic immer sî.Sælic maie, dû aleinetrœstest al di welde gar:dû und al diu werlt gemeinevreut mich minr dann umb ein hâr.30wie möht ir mir vreude gebenâne die vil lieben guoten?von der sol ich trôstes muoten;wan ir trôstes muoz ich leben.
In dem walde süeze dœne
singent cleiniu vogelîn!
an der heide bluomen schœne
blüejent gegen des maien schîn.
alsô blüet mîn hôher muot
mit gedanken gegen ir güete,
diu mir rîchet mîn gemüete
sam der troum den armen tuot.
Ez ist ein vil hôch gedinge
den ich gegen ir tugenden trage,
daz mir noch an ir gelinge:
daz ich sælde an ir bejage.
des gedingen bin ich vrô.
got geb daz ichz wol verende,
daz si mir den wân iht wende,
der mich freut sô rehte hô.
Si vil süeze, valsches âne10
vrî vor allem wandel gar,
lâze mich in liebem wâne
di wîl ez niht baz envar;
daz diu vreude lange wer,
daz ich weinent iht erwache,
daz ich gegen dem trôste lache,
des ich von ir hulden ger.
Wünschen unde wol gedenken
dêst diu meiste vreude mîn:
des sol mir ir trôst niht wenken,20
si enlâze mich ir sîn
mit den beiden nâhen bî,
sô daz si mit willen günne
mir von ir sô werder wünne
daz si sælic immer sî.
Sælic maie, dû aleine
trœstest al di welde gar:
dû und al diu werlt gemeine
vreut mich minr dann umb ein hâr.30
wie möht ir mir vreude geben
âne die vil lieben guoten?
von der sol ich trôstes muoten;
wan ir trôstes muoz ich leben.
In dem Walde süsse TöneSingen kleine Vögelein;An der Haide blühen schöneBlumen in des Maien ScheinAlso blüht mein hoher Muth,Wenn er denkt an ihre Güte,Die mir reich macht mein Gemüthe,Wie der Traum den Armen thut.Hoffnung hat auf hohe DingeDie Erwartung mir gestellet,Dass mir noch an ihr gelinge,Süsses Loos mir einst noch fällt.Der Erwartung freu’ ich mich:Gebe Gott, dass ichs beende,Dass sie mir den Wahn nicht wende,Der mich freut so inniglich.Die viel süsse Wohlgethane,10Frei von allem Wandel gar,Lasse mich im lieben Wahne,Bis es endlich werde wahr,Dass die Freude lange währe,Dass ich weinend nicht erwache,Noch dem Trost entgegen lacheUnd der Huld, die ich begehre.Wünschen nur und süss GedenkenIst die meiste Freude mein.Will sie mir den Trost nur schenken,20Dass ich stäts ihr dürfe seinMit den beiden nahe bei,Will sie das mit Willen leiden,Mir so holdes Glück bescheiden,Wünsch’ ich, dass sie selig sei.Süsser Maie, du alleineTröstest Alle wunderbar;Mich erfreust du im VereineMit der ganzen Welt kein Haar:Möchtest du mir Freude geben30Ausser ihr, der Lieben, Süssen?Trösten kann mich nur ihr Grüssen:Ihres Trostes will ich leben.
In dem Walde süsse TöneSingen kleine Vögelein;An der Haide blühen schöneBlumen in des Maien ScheinAlso blüht mein hoher Muth,Wenn er denkt an ihre Güte,Die mir reich macht mein Gemüthe,Wie der Traum den Armen thut.Hoffnung hat auf hohe DingeDie Erwartung mir gestellet,Dass mir noch an ihr gelinge,Süsses Loos mir einst noch fällt.Der Erwartung freu’ ich mich:Gebe Gott, dass ichs beende,Dass sie mir den Wahn nicht wende,Der mich freut so inniglich.Die viel süsse Wohlgethane,10Frei von allem Wandel gar,Lasse mich im lieben Wahne,Bis es endlich werde wahr,Dass die Freude lange währe,Dass ich weinend nicht erwache,Noch dem Trost entgegen lacheUnd der Huld, die ich begehre.Wünschen nur und süss GedenkenIst die meiste Freude mein.Will sie mir den Trost nur schenken,20Dass ich stäts ihr dürfe seinMit den beiden nahe bei,Will sie das mit Willen leiden,Mir so holdes Glück bescheiden,Wünsch’ ich, dass sie selig sei.Süsser Maie, du alleineTröstest Alle wunderbar;Mich erfreust du im VereineMit der ganzen Welt kein Haar:Möchtest du mir Freude geben30Ausser ihr, der Lieben, Süssen?Trösten kann mich nur ihr Grüssen:Ihres Trostes will ich leben.
In dem Walde süsse TöneSingen kleine Vögelein;An der Haide blühen schöneBlumen in des Maien ScheinAlso blüht mein hoher Muth,Wenn er denkt an ihre Güte,Die mir reich macht mein Gemüthe,Wie der Traum den Armen thut.Hoffnung hat auf hohe DingeDie Erwartung mir gestellet,Dass mir noch an ihr gelinge,Süsses Loos mir einst noch fällt.Der Erwartung freu’ ich mich:Gebe Gott, dass ichs beende,Dass sie mir den Wahn nicht wende,Der mich freut so inniglich.Die viel süsse Wohlgethane,10Frei von allem Wandel gar,Lasse mich im lieben Wahne,Bis es endlich werde wahr,Dass die Freude lange währe,Dass ich weinend nicht erwache,Noch dem Trost entgegen lacheUnd der Huld, die ich begehre.Wünschen nur und süss GedenkenIst die meiste Freude mein.Will sie mir den Trost nur schenken,20Dass ich stäts ihr dürfe seinMit den beiden nahe bei,Will sie das mit Willen leiden,Mir so holdes Glück bescheiden,Wünsch’ ich, dass sie selig sei.Süsser Maie, du alleineTröstest Alle wunderbar;Mich erfreust du im VereineMit der ganzen Welt kein Haar:Möchtest du mir Freude geben30Ausser ihr, der Lieben, Süssen?Trösten kann mich nur ihr Grüssen:Ihres Trostes will ich leben.
In dem Walde süsse Töne
Singen kleine Vögelein;
An der Haide blühen schöne
Blumen in des Maien Schein
Also blüht mein hoher Muth,
Wenn er denkt an ihre Güte,
Die mir reich macht mein Gemüthe,
Wie der Traum den Armen thut.
Hoffnung hat auf hohe Dinge
Die Erwartung mir gestellet,
Dass mir noch an ihr gelinge,
Süsses Loos mir einst noch fällt.
Der Erwartung freu’ ich mich:
Gebe Gott, dass ichs beende,
Dass sie mir den Wahn nicht wende,
Der mich freut so inniglich.
Die viel süsse Wohlgethane,10
Frei von allem Wandel gar,
Lasse mich im lieben Wahne,
Bis es endlich werde wahr,
Dass die Freude lange währe,
Dass ich weinend nicht erwache,
Noch dem Trost entgegen lache
Und der Huld, die ich begehre.
Wünschen nur und süss Gedenken
Ist die meiste Freude mein.
Will sie mir den Trost nur schenken,20
Dass ich stäts ihr dürfe sein
Mit den beiden nahe bei,
Will sie das mit Willen leiden,
Mir so holdes Glück bescheiden,
Wünsch’ ich, dass sie selig sei.
Süsser Maie, du alleine
Tröstest Alle wunderbar;
Mich erfreust du im Vereine
Mit der ganzen Welt kein Haar:
Möchtest du mir Freude geben30
Ausser ihr, der Lieben, Süssen?
Trösten kann mich nur ihr Grüssen:
Ihres Trostes will ich leben.
SIMROCK.