Anmerkungen:

Anmerkungen:

[1]Diese Behauptung ist zutreffend. Der Dichter hat einer kleinen vlämischen Schrift aus der van Paemel’schen Sammlung, betitelt:Het aerdig leven van Thyl Ulenspiegel, die Kapitel VI, XIII, XVI, XIX, XXIV, XXXV, XXXIX, XLI, XLII, XLIII, XLVII, XLVIII, XLIX, LIII, LV, LVII und LX des ersten Buches seines Werkes entnommen. Jedoch haben alle bedeutsame Veränderungen erlitten, ausgenommen das LXII, LXIII, LXIV Kapitel. Die andern vom LXI bis zum Ende des Werkes sind de Costers Schöpfung, also auch die Bücher II, III, IV, V, die reine Erfindung sind. Wir müssen indes auf zwei Ausnahmen aufmerksam machen: 1. die Predigt des Broer Adriaensen Cornelis, die in Bruchstücken einer Sammlung von 1590 entlehnt ist. Der Verfasser mußte etliche Stücke von Predigten dieses grimmen Kanzelredners zusammenflicken, um, ohne sich ständig zu wiederholen, ein genaues Gemälde der verschiedenen Sekten des XVI. Jahrhunderts zu zeichnen. 2. Von dem Geusenlied in Buch III, Kap. 5 nur der Kehrreim, der einem Liede jener Zeit entnommen ist. Die Tatsachen, die der Geschichte angehören, u. a. die Plünderung der Frauenkirche in Antwerpen und das Lied der Verräter, stützen sich, was das erste anbelangt, auf die bestimmte Angabe eines sehr geschätzten Chronisten, Van Meeeren, und das Lied der Verräter auf Dokumente von unanfechtbarer Glaubwürdigkeit, die sich in den königlichen Archiven zu Brüssel befinden.

[1]Diese Behauptung ist zutreffend. Der Dichter hat einer kleinen vlämischen Schrift aus der van Paemel’schen Sammlung, betitelt:Het aerdig leven van Thyl Ulenspiegel, die Kapitel VI, XIII, XVI, XIX, XXIV, XXXV, XXXIX, XLI, XLII, XLIII, XLVII, XLVIII, XLIX, LIII, LV, LVII und LX des ersten Buches seines Werkes entnommen. Jedoch haben alle bedeutsame Veränderungen erlitten, ausgenommen das LXII, LXIII, LXIV Kapitel. Die andern vom LXI bis zum Ende des Werkes sind de Costers Schöpfung, also auch die Bücher II, III, IV, V, die reine Erfindung sind. Wir müssen indes auf zwei Ausnahmen aufmerksam machen: 1. die Predigt des Broer Adriaensen Cornelis, die in Bruchstücken einer Sammlung von 1590 entlehnt ist. Der Verfasser mußte etliche Stücke von Predigten dieses grimmen Kanzelredners zusammenflicken, um, ohne sich ständig zu wiederholen, ein genaues Gemälde der verschiedenen Sekten des XVI. Jahrhunderts zu zeichnen. 2. Von dem Geusenlied in Buch III, Kap. 5 nur der Kehrreim, der einem Liede jener Zeit entnommen ist. Die Tatsachen, die der Geschichte angehören, u. a. die Plünderung der Frauenkirche in Antwerpen und das Lied der Verräter, stützen sich, was das erste anbelangt, auf die bestimmte Angabe eines sehr geschätzten Chronisten, Van Meeeren, und das Lied der Verräter auf Dokumente von unanfechtbarer Glaubwürdigkeit, die sich in den königlichen Archiven zu Brüssel befinden.

[2]Ein gelbes, mit Flammen und Teufeln bemaltes Hemd Derer, welche von der Inquisition zum Tode verurteilt sind.Der Übersetzer.

[2]Ein gelbes, mit Flammen und Teufeln bemaltes Hemd Derer, welche von der Inquisition zum Tode verurteilt sind.Der Übersetzer.

[3]Orden der Paulinerbrüder.

[3]Orden der Paulinerbrüder.

[4]Anspielung auf Wilhelm den Schweigsamen von Oranien.

[4]Anspielung auf Wilhelm den Schweigsamen von Oranien.

[5]S. die Anmerkung des französischen Herausgebers in der „Vorrede der Eule“, die in der Übersetzung wortgetreu wiedergegeben wurde. Leider sind die dortigen Angaben ungenau, so daß nicht ersichtlich ist, welche niederländische Ausgabe des Ulenspiegel dem Dichter vorgelegen hat. Bei L. van Paemel in Gent erschien — nach der Bibliographie der äußerst zahlreichen Ulenspiegel-Texte, die sich in der Vorrede um Neudruck des Volksbuches von 1515 befindet (Halle a. S. bei Niemeyer, Bd. 55, 56 der Neudrucke deutscher Literaturwerke des 16. und 17. Jahrhunderts) — nur eine undatierte, aber anscheinend ziemlich neue Ausgabe des Till Ulenspiegel, die sich im britischen Museum befindet.

[5]S. die Anmerkung des französischen Herausgebers in der „Vorrede der Eule“, die in der Übersetzung wortgetreu wiedergegeben wurde. Leider sind die dortigen Angaben ungenau, so daß nicht ersichtlich ist, welche niederländische Ausgabe des Ulenspiegel dem Dichter vorgelegen hat. Bei L. van Paemel in Gent erschien — nach der Bibliographie der äußerst zahlreichen Ulenspiegel-Texte, die sich in der Vorrede um Neudruck des Volksbuches von 1515 befindet (Halle a. S. bei Niemeyer, Bd. 55, 56 der Neudrucke deutscher Literaturwerke des 16. und 17. Jahrhunderts) — nur eine undatierte, aber anscheinend ziemlich neue Ausgabe des Till Ulenspiegel, die sich im britischen Museum befindet.

[6]Kap. 16 ist nur vorhanden in der zweiten hochdeutschen Ausgabe bei Servais Kruffter, Kap. 2:„Wie Ulenspegel antworde eym reysigen Mann, der na dem Wege vragete.“ Da diese Ausgabe schwer zugänglich ist (es existieren davon nur 2 unvollständige, photolithographisch ergänzte Exemplare in der Berliner und Wiener Bibliothek), so möge die 2. Historie dieser Ausgabe zur Vergleichung des Verhältnisses zwischen Original und Nachdichtung hier Platz finden.„Als Ulenspegel noch ein kynt was / was he vp ein tzyt allein to huis / do quam ein man ryden aent huis und vragede na dem Wege. Vn̄ want he niemanden sach / so riep he ys dair niemāt in huis. Do sacht das kynt Ulenspegel ya yd / and’ half man̄ vnd ein roßheufft. Want du bis met deme haluen lyue hirin̄ mit des pertz heufde / un̄ ich byn ein ganz man̄. So vragede der man. Wair is din vader un̄ mod’? dz kint sacht. myn vad’ is van bösem böser tzo machen. vn̄ myn mod’ is vm̄ schaden off schande. Der man sacht / wie dat? dz kind seyde / myn vader macht einen quaden wech noch quader wan he macht grauen vp dat beseyde lant / dat man dar vp net vaeren mög. Myn mod’ is broit lenen / gyfft sy mind’ weder / dat is schand. gyfft sy merd’ wed’. / dat is schade. So sacht der man / waer sall ich recht hyn rydē? dat kind seyde / der dy genz hyn gaen. do der man quam ryden / flogen die genß ynt wasser. Do zwyuelde der man vn̄ reyt wed’ vm / vnd sacht de genß fliessen im wasser / saß weiß ich niet wair hin rydē. Dz kint sacht. yr solt rydē daer die genß gain / un̄ nit daer sy swimmen. So reit der man ewech / un̄ verwōderte sich sere van d’ antworden des kyndes“.

[6]Kap. 16 ist nur vorhanden in der zweiten hochdeutschen Ausgabe bei Servais Kruffter, Kap. 2:„Wie Ulenspegel antworde eym reysigen Mann, der na dem Wege vragete.“ Da diese Ausgabe schwer zugänglich ist (es existieren davon nur 2 unvollständige, photolithographisch ergänzte Exemplare in der Berliner und Wiener Bibliothek), so möge die 2. Historie dieser Ausgabe zur Vergleichung des Verhältnisses zwischen Original und Nachdichtung hier Platz finden.

„Als Ulenspegel noch ein kynt was / was he vp ein tzyt allein to huis / do quam ein man ryden aent huis und vragede na dem Wege. Vn̄ want he niemanden sach / so riep he ys dair niemāt in huis. Do sacht das kynt Ulenspegel ya yd / and’ half man̄ vnd ein roßheufft. Want du bis met deme haluen lyue hirin̄ mit des pertz heufde / un̄ ich byn ein ganz man̄. So vragede der man. Wair is din vader un̄ mod’? dz kint sacht. myn vad’ is van bösem böser tzo machen. vn̄ myn mod’ is vm̄ schaden off schande. Der man sacht / wie dat? dz kind seyde / myn vader macht einen quaden wech noch quader wan he macht grauen vp dat beseyde lant / dat man dar vp net vaeren mög. Myn mod’ is broit lenen / gyfft sy mind’ weder / dat is schand. gyfft sy merd’ wed’. / dat is schade. So sacht der man / waer sall ich recht hyn rydē? dat kind seyde / der dy genz hyn gaen. do der man quam ryden / flogen die genß ynt wasser. Do zwyuelde der man vn̄ reyt wed’ vm / vnd sacht de genß fliessen im wasser / saß weiß ich niet wair hin rydē. Dz kint sacht. yr solt rydē daer die genß gain / un̄ nit daer sy swimmen. So reit der man ewech / un̄ verwōderte sich sere van d’ antworden des kyndes“.


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