Achtes Kapitel.Krankheiten des Gesichts, der Lippen und der Kinnbaken.

Achtes Kapitel.Krankheiten des Gesichts, der Lippen und der Kinnbaken.

Die Gesichtsrose unterscheidet sich nicht vonErysipelasan irgend einem andern Theil des Körpers. Diese Krankheit erzeugt stets mehr oder weniger Hitze, Anschwellen und Röthe im Gesicht, manchmal folgt auch Delirium und Gehirnentzündung. Die Behandlung der „Gesichtsrose“ unterscheidet sich von der Behandlung der „Rose“ an andern Körpertheilen durchaus nicht.

Behandlung.Allöopathisch.Man wird gut thun, die Behandlung mit einer kleinen Dosis Bittersalz (Epsom salts) oder Rochellesalz zu beginnen. Ist der Magen in guter Ordnung, so lasse man darauf ein halb Gran Blaupillen (Blue pill) und ein Drittel Gran Ipecacuanha (Ipecac) — alle drei Stunden folgen. Auch wird die folgende Mischung (Neutral mixture), die man zu gleicher Zeit gebraucht, gute Dienste leisten:Kali-Syrup (Syrup of potassa)2Drachmen.Citronensyrup½Unze.Wasser3½Unzen.Mische dieses. Dosis: Einen Theelöffel voll dieser Mischung mit einem Theelöffel voll Wasser alle zwei oder drei Stunden. Der Citronensyrup kann, wenn gewünscht, weggelassen werden. Um die Hitze und das Brennen im Gesicht zu lindern, reibe man dasselbe mit Schweinefett, Talg oder kaltem Rahm, oder einem aus Ulmenrinde (Slippery elm) oder Flachssamen bereiteten Schleim ein. Manchmal mag man verhüten, daß sich die Anschwellung über den Kopf verbreitet, indem man da, wo die Entzündung aufhört, einen Zoll breiten Streifen mit Jodtinktur (Tincture of iodine) oder salpetersaurem Silber (Nitrate of silver) mittelst eines Läppchens oder Pinsels zieht.Eclectische und Kräuterkur.Es wird von guter Wirkung sein, das Gesicht über einen Absud von durchwachsenem Wasserdust (Boneset) oder Rainfarn(Tansy) oder Hopfen zu halten. Ein ausgezeichnetes Mittel gegen dieses Uebel ist ein Umschlag von gekochten Preiselbeeren (Cranberries) mit pulverisirter Ulmenrinde (Elm bark) oder Weizenmehl.Homöopathisch.Aconitum.— Wenn starkes Fieber, trockene Haut und dumpfer Puls, so folge in einigen Stunden mitBelladonna, namentlich wenn der Kopf mehr oder weniger affizirt ist. Auch kann man, wenn nöthig,BelladonnaundAconitumabwechselnd geben.Lachesis.— Namentlich wenn der Patient über Trockenheit im Halse und Schmerzen beim Schlucken klagt, oder wenn er hustet, ohne Auswurf zu haben. Diese Mittel können alle zwei oder drei Stunden allein oder abwechselnd gegeben werden.Für fernere Behandlungsweise sieheErysipelas— erstes Kapitel — allgemeine Krankheiten.

Behandlung.

Allöopathisch.Man wird gut thun, die Behandlung mit einer kleinen Dosis Bittersalz (Epsom salts) oder Rochellesalz zu beginnen. Ist der Magen in guter Ordnung, so lasse man darauf ein halb Gran Blaupillen (Blue pill) und ein Drittel Gran Ipecacuanha (Ipecac) — alle drei Stunden folgen. Auch wird die folgende Mischung (Neutral mixture), die man zu gleicher Zeit gebraucht, gute Dienste leisten:

Mische dieses. Dosis: Einen Theelöffel voll dieser Mischung mit einem Theelöffel voll Wasser alle zwei oder drei Stunden. Der Citronensyrup kann, wenn gewünscht, weggelassen werden. Um die Hitze und das Brennen im Gesicht zu lindern, reibe man dasselbe mit Schweinefett, Talg oder kaltem Rahm, oder einem aus Ulmenrinde (Slippery elm) oder Flachssamen bereiteten Schleim ein. Manchmal mag man verhüten, daß sich die Anschwellung über den Kopf verbreitet, indem man da, wo die Entzündung aufhört, einen Zoll breiten Streifen mit Jodtinktur (Tincture of iodine) oder salpetersaurem Silber (Nitrate of silver) mittelst eines Läppchens oder Pinsels zieht.

Eclectische und Kräuterkur.Es wird von guter Wirkung sein, das Gesicht über einen Absud von durchwachsenem Wasserdust (Boneset) oder Rainfarn(Tansy) oder Hopfen zu halten. Ein ausgezeichnetes Mittel gegen dieses Uebel ist ein Umschlag von gekochten Preiselbeeren (Cranberries) mit pulverisirter Ulmenrinde (Elm bark) oder Weizenmehl.

Homöopathisch.Aconitum.— Wenn starkes Fieber, trockene Haut und dumpfer Puls, so folge in einigen Stunden mitBelladonna, namentlich wenn der Kopf mehr oder weniger affizirt ist. Auch kann man, wenn nöthig,BelladonnaundAconitumabwechselnd geben.

Lachesis.— Namentlich wenn der Patient über Trockenheit im Halse und Schmerzen beim Schlucken klagt, oder wenn er hustet, ohne Auswurf zu haben. Diese Mittel können alle zwei oder drei Stunden allein oder abwechselnd gegeben werden.

Für fernere Behandlungsweise sieheErysipelas— erstes Kapitel — allgemeine Krankheiten.

Gesichtsausschlag kann auf verschiedene Art zu Tage treten. Gewöhnlich ist es ein chronisches Uebel und währt geraume Zeit. Junge Personen oder solche, die unmäßig essen und trinken, sind häufiger mit demselben heimgesucht als andere. Die Arten des Gesichtsausschlags sind: Die einfache Finne (auch KupferausschlagAcne Simplex), die rosige Finne (Acne Rosacea) und die eiterige auch blatterige Finne (Acne Pustulosa). Bei der erstgenannten Art zeigt sich eine kleine, entzündete Fistel, welche nach und nach größer wird und von blaßrother Farbe ist. Dieselbe geht auf und entleert eine kleine Quantität Flüssigkeit, worauf ein Schorf (scab) entsteht, welcher nach einigen Tagen abfällt und einen runden, harten, rothen Fleck zurückläßt.

Die rosige Finne affizirt das Gesicht und wird gewöhnlich bei Erwachsenen gefunden, namentlich aber bei Schwelgern. Die Finnen sind hart, roth und klein, nach und nach aber werden sie größer, entleeren blutige Materie und bilden einen kleinen Schorf. Diese Krankheit ist sehr schwierig zu heilen und außerordentlich entstellend.

Die eiterige oder blatterige Finne ist ein sehr schmerzhaftes Uebel, namentlich wenn die Kopfhaut davon befallen wird. Alle diese Ausschläge werden um die Poren herum gefunden und durch Verhinderung des Schweißes erzeugt.

Behandlung.Eclectische und Kräuterkur.Der Kranke muß sehr mäßig leben und keinerlei Stimulanten, z. B. Thee, Kaffee und Branntwein genießen und darf nur wenig Fleischspeisen essen. Alle Tage sollte der Körper mit schwachem Laugenwasser gewaschen werden. Ist das Uebel durch Unordnung in den Verdauungs- oder anderen Organen entstanden, so muß man die betreffende Behandlung einschlagen. Als Lokalmittel kann folgendes gebraucht werden:Salmiak (Muriate of ammonia)3Drachmen.Conium-Tinktur (Schierling-Tinktur)1½Unze.Destillirtes Wasser1„Mische und betupfe die Theile mehrere Male des Tages.Das folgende hat sich als gutes Waschmittel erprobt:Ammoniakwasser (Aqua ammonia)1Unze.Lobelia-Tinktur (Tincture of lobelia)1„Myrrhen-Tinktur1„Mische und gebrauche die Mischung zwei- oder dreimal des Tages.Nachdem die Pusteln „voll“ sind, sollten sie geöffnet werden, damit die Flüssigkeit entfernt wird, worauf das eben angegebene oder das folgende Waschmittel in Anwendung kommt:Schwefelmilch (Milk of sulphur)2Drachmen.Kamphergummi (Gum camphor)1Drachme.Alcohol2Unzen.Wasser2„Löse den Kampher im Alcohol auf, mische und wasche die betreffenden Theile mit ein wenig dieser Mischung jeden Tag vor dem Schlafengehen.Ist die Krankheit erst eine neuerdings eingetretene und noch nicht chronisch geworden, so werden gleiche Theile von Cölnischem Wasser (Cologne) und eine gesättigte Auflösung von Kleesäure (Oxalic acid) gute Dienste leisten.Homöopathisch.Causticum,Rhus,SepiaundCarbo Animalisgegen die rosige Finne.Belladonna,Hepar Sulphur,Natrum,Nitric Acid,SulphurundSepiagegen die einfache Finne.Wasserstoffsaures Kali (Hydriodate of potassa) wird gegen diese Gesichtsausschläge empfohlen. Zwei Grane dreimal des Tages zu nehmen.Mercurius Cor.— Wenn der Organismus syphilitisches Gift enthält.Verordnung der Heilmittel.Man gebe von dem erwählten Heilmittel eine Dosis dreimal des Tages drei oder vier Wochen lang, ehe man zu einem anderen greift.Allöopathisch.Als gutes Waschmittel hat sich eine Auflösung von kohlensaurer oder doppeltkohlsaurer Soda (Carbonate or Bicarbonate of Soda) ein Skrupel auf ein Pint Wasser — bewährt. Auch wird die folgende Salbe empfohlen:Ammoniated Mercury1Skrupel.Glycerin1Drachme.Bitteres Mandelöl (Oil of bitter almonds)3Tropfen.Schweinefett1Unze.Mische und gebrauche dies jeden Tag. Gegen die schwarzen Flecken, die man Fleischwurm nennt, und die sich um die Nase, oder an der Stirne, oder am Kinn zeigen, wird sich das folgende als sehr wirksam beweisen:Kaliauflösung (Liquor of potassa)1Unze.Cölnisches Wasser (Cologne)2Unzen.Weißer Branntwein (White brandy)4„Mische dieses und gebrauche es. Gegen manche dieser Ausschläge wird das folgende Mittel sehr empfohlen:Schwefelwasser (Sulphur water)1Unze.Säuerliche Ammoniak-Auflösung (Acetated Liquor of ammonia)½„Kaliauflösung (Solution of potassa)½„Weißer Weinessig2Unzen.Destillirtes Wasser2„Bei sehr hartnäckigen Fällen gebrauche das folgende:Aetzendes Sublimat (Corrosive sublimate)2 zu 5Grane.Wasser1Unze.Wende dies mittelst Baumwolle an einer Stricknadel befestigt an, indem man die Mischung nur einige Augenblicke auf den betreffenden Theilen läßt.Das folgende wird sehr empfohlen:Jod-Schwefel-Salbe (Iodide of Sulphur)15 zu 20Grane.Schweinefett1Unze.

Behandlung.

Eclectische und Kräuterkur.Der Kranke muß sehr mäßig leben und keinerlei Stimulanten, z. B. Thee, Kaffee und Branntwein genießen und darf nur wenig Fleischspeisen essen. Alle Tage sollte der Körper mit schwachem Laugenwasser gewaschen werden. Ist das Uebel durch Unordnung in den Verdauungs- oder anderen Organen entstanden, so muß man die betreffende Behandlung einschlagen. Als Lokalmittel kann folgendes gebraucht werden:

Mische und betupfe die Theile mehrere Male des Tages.

Das folgende hat sich als gutes Waschmittel erprobt:

Mische und gebrauche die Mischung zwei- oder dreimal des Tages.

Nachdem die Pusteln „voll“ sind, sollten sie geöffnet werden, damit die Flüssigkeit entfernt wird, worauf das eben angegebene oder das folgende Waschmittel in Anwendung kommt:

Löse den Kampher im Alcohol auf, mische und wasche die betreffenden Theile mit ein wenig dieser Mischung jeden Tag vor dem Schlafengehen.

Ist die Krankheit erst eine neuerdings eingetretene und noch nicht chronisch geworden, so werden gleiche Theile von Cölnischem Wasser (Cologne) und eine gesättigte Auflösung von Kleesäure (Oxalic acid) gute Dienste leisten.

Homöopathisch.Causticum,Rhus,SepiaundCarbo Animalisgegen die rosige Finne.

Belladonna,Hepar Sulphur,Natrum,Nitric Acid,SulphurundSepiagegen die einfache Finne.

Wasserstoffsaures Kali (Hydriodate of potassa) wird gegen diese Gesichtsausschläge empfohlen. Zwei Grane dreimal des Tages zu nehmen.

Mercurius Cor.— Wenn der Organismus syphilitisches Gift enthält.

Verordnung der Heilmittel.Man gebe von dem erwählten Heilmittel eine Dosis dreimal des Tages drei oder vier Wochen lang, ehe man zu einem anderen greift.

Allöopathisch.Als gutes Waschmittel hat sich eine Auflösung von kohlensaurer oder doppeltkohlsaurer Soda (Carbonate or Bicarbonate of Soda) ein Skrupel auf ein Pint Wasser — bewährt. Auch wird die folgende Salbe empfohlen:

Mische und gebrauche dies jeden Tag. Gegen die schwarzen Flecken, die man Fleischwurm nennt, und die sich um die Nase, oder an der Stirne, oder am Kinn zeigen, wird sich das folgende als sehr wirksam beweisen:

Mische dieses und gebrauche es. Gegen manche dieser Ausschläge wird das folgende Mittel sehr empfohlen:

Bei sehr hartnäckigen Fällen gebrauche das folgende:

Wende dies mittelst Baumwolle an einer Stricknadel befestigt an, indem man die Mischung nur einige Augenblicke auf den betreffenden Theilen läßt.

Das folgende wird sehr empfohlen:

Neuralgie ist eine der schmerzhaftesten Krankheiten. Es ist ein Nervenschmerz, der sich gewöhnlich einem oder dem andern Nerv seiner ganzen Länge nach nachzieht, obgleich auch in anderen Fällen der Schmerz blos auf einem Fleck gefühlt wird und das Uebel durch Störungen im Gehirn, Magen oder den Gedärmen erzeugt werden mag. In den meisten Fällen ist der Schmerz blos ein Symptom und es zeigen sich weder Anschwellungen noch Entzündung. Neuralgie mag verschiedene Körpertheile affiziren, beschränkt sich jedoch gewöhnlich nur auf den Kopf. Gesichtsneuralgie wird meistens durch Störungen im fünften Nervenpaar, das im Gesicht sich verzweigt, hervorgerufen. Hauptsächlich wird der Nervenzweigüber den Augenbrauen affizirt, manchmal aber auch alle Zweige, so daß der Schmerz äußerst heftig wird. Der Anfall tritt gewöhnlich plötzlich ein, setzt öfters wieder aus, um wiederum zurückzukehren. Die Schmerzen sind den Nerven entlang sehr heftig, stechend, reißend, als ob glühende Drähte in die betreffenden Theile gestochen würden. Nachdem der Schmerz aufgehört, folgt häufig eine Art Erstarrung. Manchmal treten die Schmerzen jedoch nach und nach ein und werden allmählig heftiger. Während des Anfalls werden die Gesichtszüge durch die krampfhafte Bewegung der Muskeln nicht selten verzerrt.

Ursachen.Luftzug, ein plötzlicher Schlag, Fall &c., feuchte Luft, Schwäche, Störungen in den Verdauungsorganen &c.

Behandlung.Homöopathisch.Aconitum.— Schneidende, schießende, brennende Schmerzen, die in plötzlichen Anfällen eintreten und auf welche leichterer Schmerz folgt. Der Zustand des Kranken verschlimmert sich bei Nacht; die Kinnbacken oder Wangen schwellen; der Patient hat viel Durst, ist erregt, unruhig; die Schmerzen beschränken sich auf eine Seite des Gesichts, heftiges Pulsiren der Hals- und Kopfadern, die Augen funkeln, summender Schmerz in den Ohren, Schläfen und Seiten des Halses; Fieber.Belladonna.— Wenn die Anfälle allmählig eintreten mit Jucken und Krappeln in den affizirten Theilen; rothe, geschwollene Wangen, stechende, schießende Schmerzen im Kinnbacken und der Nase, Verzerren der Augenlider und der Gesichtsmuskeln, dumpfer Schmerz im Vorderkopf, Ohrenklingen, Hitze und Röthe im Gesicht, große Empfindlichkeit gegen Kälte und Licht, heftige Schmerzen, namentlich auf einer Seite, gewöhnlich der rechten, die Schmerzen vermehren sich bei dem geringsten Geräusch oder bei Bewegung und ebenso durch die Bettwärme. WennBelladonnanicht lindert, die Symptome jedoch dieses Mittel andeuten, so gebe manAtropine.Bryonia.— Namentlich für mit Rheumatismus behaftete Personen. Rothes, heißes Gesicht, Schwellung an einer Seite unter den Augen und an der Nasenwurzel, brennende Schmerzen, die sich beim Druck vermehren, Schmerzen in den Gliedern, Frösteln, worauf Fieber folgt.Chamomilla.— Namentlich für sehr empfindsame Frauenzimmer; Schmerz reißend und klopfend mit einem gewissen Erstarrungsgefühl in dem affizirten Theil, aufgedunsenes, geschwollenes Gesicht, eine Wange roth, die andere blaß, Frostschütteln mit innerlicher Hitze.Colocynth.— Heftige, schießende Schmerzen, die sich bis zu den Ohren, den Schläfen, den Zähnen und allen Theilen des Kopfes erstrecken, namentlich auf der linken Seite; der Schmerz vermehrt sich bei der leisesten Berührung.Arsenicum.— Wenn die Schmerzen nach bestimmten Zeiträumen wiederkehren, brennend, bei Nacht stärker sind und durch Hitze gelindert werden; große Aengstlichkeit, viel Schweiß, heftiger Schmerz in und um die Augen und um die Schläfe herum.China.— Namentlich wenn die Anfälle periodisch sind, große Schmerzen, Empfindlichkeit der Haut, die bei der leisesten Berührung vermehrt wird; heftige Schmerzen in den Kinnbacken.Nux vomica.— Zuckende, reißende Schmerzen, geschwollene Wangen, der Schmerz stellt sich Morgens nach dem Aufstehen ein und nimmt allmählig bis gegen Abend ab; Uebelkeit, Erbrechen, Hartleibigkeit, der Schmerz durch kühle Luft und kühle Getränke vermehrt und vermindert durch Ruhe und Wärme.Platinum.— Betäubender Druck auf die Kinnbacken, mit Frösteln. Wenn die Schmerzen bei Nacht heftiger sind und der Kranke sehr nervös und melancholisch ist.Spigelia.— Zucken, Reißen, Brennen und Druck im Kinnbacken, vermehrt durch Berührung oder Bewegung, Schmerzen treten zu einer bestimmten Tageszeit ein, sind am heftigsten, wenn sie bald aufhören.Coffea.— Große Erregtheit des Geistes und Körpers, ebenso große Empfindlichkeit und außerordentliche Schmerzen in den afficirten Theilen.Pulsatilla.— Für Frauenzimmer namentlich, wenn sich die Krankheit mit Urinstörungen zeigt; schmerzvolle Empfindlichkeit auf einer Seite des Gesichts mit Frösteln.Mercurius.— Reißende, schießende Schmerzen an einer Seite von der Schläfe bis zu den Zähnen, heftiger bei Nacht und in der Bettwärme, Nachtschweiße, zu viel Mundspeichel, Schlaflosigkeit.Phosphorus.— Reißende Schmerzen in der linken Seite und Verschlimmerung durch die beim Essen bewerkstelligte Muskelbewegung.Als äußeres Mittel wird kaltes oder warmes Wasser, je nachdem es dem Patienten zusagt, sehr wirksam sein. Auch mag man das Leiden öfters bedeutend lindern, indem man die betreffenden Theile mit einer Mischung von 6 Tropfen Aconitumtinktur und 6 Theelöffel voll Wasser wäscht.Verordnung der Heilmittel.Löse von dem gewählten Mittel 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe von dieser Auflösung einen Theelöffel voll alle 15 Minuten, halbe Stunde oder zwei Stunden, je nach den Symptomen. Sobald der Patient besser wird, so gebe die Arznei alle 4, 6, 8 oder 10 Stunden.Diät.Wer an Neuralgie leidet, sollte weder Kaffee noch grünen Thee trinken, und muß überhaupt auf die Speisen Acht haben, die er nicht ertragen und nicht verdauen kann.Allöopathisch.Ein wirksames Lokalmittel ist Laudanum oder Paregoric, welche man auf ein Stück Zeug anbringt und geölte Seide (Oil silk) darüber breitet, um die Verdünstung zu verhüten, und das ganze alsdann auf die betreffenden Theile legt. Bei heftigen Anfällen mag das Laugensalz der Nießwurz (Veratrea) — zwanzig Grane zu einer Unze Schweinefett — gebraucht werden.Auch wird das Folgende empfohlen:Destillirtes Wasser2Unzen.Baldriansäure (Valerianic acid)1Unze.Kohlensaures Natron (Subcarbonate of ammonia) genug, um die Säure zu neutralisiren.Alkoholischer Baldrianextrakt (Alcoholic extract of valerian)2Skrupel.Man gebe dreimal des Tages einen Theelöffel voll.Oder das Folgende:Schwefelsaures Morphium (Sulphate of morphine)2Grane.Blausaures Kalium (Cyanide of potassium)4„Baldrianextrakt (Extract of valerian)4„Man bereite hiervon 24 Pillen. Dosis — eine Pille dreimal des Tages.Oder:Bilsenkrautextrakt (Extract of hyosciamus)½Drachme.Schwefelsaures Morphium (Sulphate of morphine)3Grane.Strychnin2„Pulverisirter Cayennepfeffer½Drachme.Schwefelsaures Zink (Sulphate of zinc)15Grane.Verfertige 30 Pillen. Dosis — eine Pille viermal des Tages.Manchmal greift man auch zur Aether- oder Chloroform-Einathmung gegen außerordentlich heftige Schmerzen. Ist die Neuralgie durch Störung in den Verdauungswerkzeugen (namentlich in dem Darmkanal) entstanden, was an der belegten Zunge, Appetitlosigkeit und Hartleibigkeit erkannt werden kann, so gebe das Folgende:Koloquintenextrakt (Extract of Colocynth)½Drachme.Zusammengesetzte Mutterharzpille (Compound galbanum pill)1„Crotonöl1Tropfen.Verfertige hieraus Pillen, jede von 5 Granen, und nehme eine derselben vor dem Schlafengehen.Die folgende Salbe wird sehr gut empfohlen:Hirschhorngeist (Spirits of hartshorn)1½Unzen.Schwefeläther (Sulphuric ether)1½„Terpentingeist (Spirits of turpentine)½Unze.Salatöl¾„Nelkenöl (Oil of cloves)½„Chloroform1„Mische dies gut in einem acht Unzen haltenden Arzneikolben, welcher gut zu verschließen, an einen dunklen Ort zu stellen und zur Vorsicht noch in ein dickesPapier oder Stück Zeug zu wickeln ist, da das Licht die Wirkung der Medizin zerstört. Dieses Recept wird sehr gut gegen Kopfweh, Verrenkungen u. s. w. empfohlen.Das folgende Liniment wird sich in manchen Fällen wirksam erweisen:Aconitumextrakt (Extract of Aconite)1Skrupel.Seifenliniment1Unze.Zusammengesetztes Kampherliniment (Compound liniment of camphor)1Unze.Mische dieses.Eclectische und Kräuterkur.Das Folgende ist empfehlungswerth:Schwefelsaures Chinin (Sulphate of quinine)20Grane.Vitriol-Elixir (Elixir of vitriol)1Drachme.Löse das Chinin in dem Elixir auf und füge bei:Schlangenwurzeltinktur (Tincture of black cohosh)14Drachmen.Mische und gebe alle 2 Stunden 20 Tropfen in einem Eßlöffel voll Wasser.Heiße Hopfenbähung auf die betreffenden Theile gelegt verursacht gewöhnlich Linderung. Auch wird dem Patienten durchHot drops(heiße Tropfen?), die in jeder Apotheke zu haben sind, manchmal Erleichterung verschafft. Pulverisirter Baldrian (Valerian) ist ebenfalls ein ausgezeichnetes Arzneimittel — einen Theelöffel voll alle zwei Stunden. Manchmal mögen die Schmerzen gelindert werden, indem man einCompound tar plasterhinter die Ohren legt und zugleich das Folgende einnimmt:Feinpulverisirtes Ammoniaksalz (Sal ammoniac)2Drachmen.Blausaures Eisen (Prussiate of iron)8Grane.Schwefelsaures Chinin (Sulphate of quinine)4„Kampher2„Mische dieses sehr gut und theile die Mischung in 4 Pulver. Dosis — ein Pulver alle zwei oder drei Stunden, je nach der Heftigkeit der Anfälle.Das folgende wird von guter Wirkung sein:Chloroform1Unze.Aconitumtinktur1„Kamphertinktur1„Laudanum1„Mische und reibe etwas von der Mischung über die afficirten Theile zwei- oder dreimal des Tages.

Behandlung.

Homöopathisch.Aconitum.— Schneidende, schießende, brennende Schmerzen, die in plötzlichen Anfällen eintreten und auf welche leichterer Schmerz folgt. Der Zustand des Kranken verschlimmert sich bei Nacht; die Kinnbacken oder Wangen schwellen; der Patient hat viel Durst, ist erregt, unruhig; die Schmerzen beschränken sich auf eine Seite des Gesichts, heftiges Pulsiren der Hals- und Kopfadern, die Augen funkeln, summender Schmerz in den Ohren, Schläfen und Seiten des Halses; Fieber.

Belladonna.— Wenn die Anfälle allmählig eintreten mit Jucken und Krappeln in den affizirten Theilen; rothe, geschwollene Wangen, stechende, schießende Schmerzen im Kinnbacken und der Nase, Verzerren der Augenlider und der Gesichtsmuskeln, dumpfer Schmerz im Vorderkopf, Ohrenklingen, Hitze und Röthe im Gesicht, große Empfindlichkeit gegen Kälte und Licht, heftige Schmerzen, namentlich auf einer Seite, gewöhnlich der rechten, die Schmerzen vermehren sich bei dem geringsten Geräusch oder bei Bewegung und ebenso durch die Bettwärme. WennBelladonnanicht lindert, die Symptome jedoch dieses Mittel andeuten, so gebe manAtropine.

Bryonia.— Namentlich für mit Rheumatismus behaftete Personen. Rothes, heißes Gesicht, Schwellung an einer Seite unter den Augen und an der Nasenwurzel, brennende Schmerzen, die sich beim Druck vermehren, Schmerzen in den Gliedern, Frösteln, worauf Fieber folgt.

Chamomilla.— Namentlich für sehr empfindsame Frauenzimmer; Schmerz reißend und klopfend mit einem gewissen Erstarrungsgefühl in dem affizirten Theil, aufgedunsenes, geschwollenes Gesicht, eine Wange roth, die andere blaß, Frostschütteln mit innerlicher Hitze.

Colocynth.— Heftige, schießende Schmerzen, die sich bis zu den Ohren, den Schläfen, den Zähnen und allen Theilen des Kopfes erstrecken, namentlich auf der linken Seite; der Schmerz vermehrt sich bei der leisesten Berührung.

Arsenicum.— Wenn die Schmerzen nach bestimmten Zeiträumen wiederkehren, brennend, bei Nacht stärker sind und durch Hitze gelindert werden; große Aengstlichkeit, viel Schweiß, heftiger Schmerz in und um die Augen und um die Schläfe herum.

China.— Namentlich wenn die Anfälle periodisch sind, große Schmerzen, Empfindlichkeit der Haut, die bei der leisesten Berührung vermehrt wird; heftige Schmerzen in den Kinnbacken.

Nux vomica.— Zuckende, reißende Schmerzen, geschwollene Wangen, der Schmerz stellt sich Morgens nach dem Aufstehen ein und nimmt allmählig bis gegen Abend ab; Uebelkeit, Erbrechen, Hartleibigkeit, der Schmerz durch kühle Luft und kühle Getränke vermehrt und vermindert durch Ruhe und Wärme.

Platinum.— Betäubender Druck auf die Kinnbacken, mit Frösteln. Wenn die Schmerzen bei Nacht heftiger sind und der Kranke sehr nervös und melancholisch ist.

Spigelia.— Zucken, Reißen, Brennen und Druck im Kinnbacken, vermehrt durch Berührung oder Bewegung, Schmerzen treten zu einer bestimmten Tageszeit ein, sind am heftigsten, wenn sie bald aufhören.

Coffea.— Große Erregtheit des Geistes und Körpers, ebenso große Empfindlichkeit und außerordentliche Schmerzen in den afficirten Theilen.

Pulsatilla.— Für Frauenzimmer namentlich, wenn sich die Krankheit mit Urinstörungen zeigt; schmerzvolle Empfindlichkeit auf einer Seite des Gesichts mit Frösteln.

Mercurius.— Reißende, schießende Schmerzen an einer Seite von der Schläfe bis zu den Zähnen, heftiger bei Nacht und in der Bettwärme, Nachtschweiße, zu viel Mundspeichel, Schlaflosigkeit.

Phosphorus.— Reißende Schmerzen in der linken Seite und Verschlimmerung durch die beim Essen bewerkstelligte Muskelbewegung.

Als äußeres Mittel wird kaltes oder warmes Wasser, je nachdem es dem Patienten zusagt, sehr wirksam sein. Auch mag man das Leiden öfters bedeutend lindern, indem man die betreffenden Theile mit einer Mischung von 6 Tropfen Aconitumtinktur und 6 Theelöffel voll Wasser wäscht.

Verordnung der Heilmittel.Löse von dem gewählten Mittel 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe von dieser Auflösung einen Theelöffel voll alle 15 Minuten, halbe Stunde oder zwei Stunden, je nach den Symptomen. Sobald der Patient besser wird, so gebe die Arznei alle 4, 6, 8 oder 10 Stunden.

Diät.Wer an Neuralgie leidet, sollte weder Kaffee noch grünen Thee trinken, und muß überhaupt auf die Speisen Acht haben, die er nicht ertragen und nicht verdauen kann.

Allöopathisch.Ein wirksames Lokalmittel ist Laudanum oder Paregoric, welche man auf ein Stück Zeug anbringt und geölte Seide (Oil silk) darüber breitet, um die Verdünstung zu verhüten, und das ganze alsdann auf die betreffenden Theile legt. Bei heftigen Anfällen mag das Laugensalz der Nießwurz (Veratrea) — zwanzig Grane zu einer Unze Schweinefett — gebraucht werden.

Auch wird das Folgende empfohlen:

Man gebe dreimal des Tages einen Theelöffel voll.

Oder das Folgende:

Man bereite hiervon 24 Pillen. Dosis — eine Pille dreimal des Tages.

Oder:

Verfertige 30 Pillen. Dosis — eine Pille viermal des Tages.

Manchmal greift man auch zur Aether- oder Chloroform-Einathmung gegen außerordentlich heftige Schmerzen. Ist die Neuralgie durch Störung in den Verdauungswerkzeugen (namentlich in dem Darmkanal) entstanden, was an der belegten Zunge, Appetitlosigkeit und Hartleibigkeit erkannt werden kann, so gebe das Folgende:

Verfertige hieraus Pillen, jede von 5 Granen, und nehme eine derselben vor dem Schlafengehen.

Die folgende Salbe wird sehr gut empfohlen:

Mische dies gut in einem acht Unzen haltenden Arzneikolben, welcher gut zu verschließen, an einen dunklen Ort zu stellen und zur Vorsicht noch in ein dickesPapier oder Stück Zeug zu wickeln ist, da das Licht die Wirkung der Medizin zerstört. Dieses Recept wird sehr gut gegen Kopfweh, Verrenkungen u. s. w. empfohlen.

Das folgende Liniment wird sich in manchen Fällen wirksam erweisen:

Mische dieses.

Eclectische und Kräuterkur.Das Folgende ist empfehlungswerth:

Mische und gebe alle 2 Stunden 20 Tropfen in einem Eßlöffel voll Wasser.

Heiße Hopfenbähung auf die betreffenden Theile gelegt verursacht gewöhnlich Linderung. Auch wird dem Patienten durchHot drops(heiße Tropfen?), die in jeder Apotheke zu haben sind, manchmal Erleichterung verschafft. Pulverisirter Baldrian (Valerian) ist ebenfalls ein ausgezeichnetes Arzneimittel — einen Theelöffel voll alle zwei Stunden. Manchmal mögen die Schmerzen gelindert werden, indem man einCompound tar plasterhinter die Ohren legt und zugleich das Folgende einnimmt:

Mische dieses sehr gut und theile die Mischung in 4 Pulver. Dosis — ein Pulver alle zwei oder drei Stunden, je nach der Heftigkeit der Anfälle.

Das folgende wird von guter Wirkung sein:

Mische und reibe etwas von der Mischung über die afficirten Theile zwei- oder dreimal des Tages.

Gesichtsflecken sind eine durch Aussetzung an die Sonne hervorgerufene Entfärbung der Haut und haben ihren Sitz in der äußeren und mittleren Hautlage. Ehe man irgend ein Mittel anwendet, wird man wohl thun, die betreffende Oberfläche mittelst eineslinden Balsams oder Schleims zu erweichen, wofür folgendes empfohlen wird:

Honig2Unzen.Gereinigtes Wachs (Purified wax)1Unze.Bleiglätte (Litharge)½„Myrrhen½„Mische dieses gut, während es über einem langsam brennenden Feuer steht, und parfümerire die Mischung mit kölnischem Wasser, Rosenöl oder irgend einer anderen Parfümerie.Nachdem die Hautoberfläche erweicht ist, kann folgendes gebraucht werden:Bittere Mandeln (Bitter almonds)1Unze.Gerstenmehl1„Mische mit so viel Honig, daß ein Brei entsteht, mit welchem man das Gesicht vor dem Bettgehen einreibt.Auch kann das folgende in Anwendung kommen:Citronensaft2Unzen.Pulverisirter Borax½Drachme.Zucker1„Mische und lasse die Mischung in einem gläsernen Gefäß einige Tage stehen, bis sie zum Gebrauch tauglich ist, und reibe das Gesicht zwei- oder dreimal des Tages damit ein.Manchmal wird eine Mischung von kölnischem Wasser und Kleesäure (Oxalic acid) gebraucht.Das folgende wurde von der bekannten Madame de Maintenon angewendet:Venetianische Seife1Unze.Citronensaft½„Bitteres Mandelöl (Oil of bitter almonds)¼„Flüssiges Weinsteinöl (De-liquidated oil of tartar)¼„Rhodiumöl3Tropfen.

Mische dieses gut, während es über einem langsam brennenden Feuer steht, und parfümerire die Mischung mit kölnischem Wasser, Rosenöl oder irgend einer anderen Parfümerie.

Nachdem die Hautoberfläche erweicht ist, kann folgendes gebraucht werden:

Mische mit so viel Honig, daß ein Brei entsteht, mit welchem man das Gesicht vor dem Bettgehen einreibt.

Auch kann das folgende in Anwendung kommen:

Mische und lasse die Mischung in einem gläsernen Gefäß einige Tage stehen, bis sie zum Gebrauch tauglich ist, und reibe das Gesicht zwei- oder dreimal des Tages damit ein.

Manchmal wird eine Mischung von kölnischem Wasser und Kleesäure (Oxalic acid) gebraucht.

Das folgende wurde von der bekannten Madame de Maintenon angewendet:

Diese Krankheit tritt gewöhnlich mit der Lähmung anderer Körpertheile auf, ob dieselbe nun eine theilweise oder gänzliche ist, und muß deshalb, wie Lähmung im Allgemeinen, behandelt werden. Siehe für BehandlungAbtheilung IV. — verschiedene Krankheiten.

Dies ist eine gefährliche Krankheit und besteht in der Zusammenziehung aller Körpermuskeln. Wird der Körper bei den Anfällenvorwärts gebeugt, so nennt man esEmprosthotonos(Starrkrampf der Beugungsmuskeln nach vornen); wird der Körper rückwärts gebeugt, so heißt esOpisthotonos(Rückenkrampf, Starrkrampf mit Beugung nach hinten). Ist der Krampf aber blos auf die Kinnbacken beschränkt, so wird die Krankheit Kinnbackenkrampf, auch Mundklemme oder Mundsperre — engl.Lock Jaw, lat.Trismus— genannt.

Symptome.— Der Starrkrampf tritt oftmals plötzlich und manchmal allmählig ein. Die ersten Symptome sind ein leichtes Gefühl der Steifheit im Nacken und Hals, welche Steifheit immer bedeutender wird, so daß der Patient nur mit größter Schwierigkeit und unter Schmerzen seinen Kopf bewegen kann. Auch ist er nicht vermögend, den Mund leicht zu öffnen; die Kinnbacken kneifen allmählig zusammen und stehen fest, Engigkeit in der Brust, große Schmerzen im Brustbein, unbequeme Erregtheit an der Zungenwurzel, Krämpfe in der Magengrube und den Muskeln des Mastdarms. Die Leiden sind manchmal schrecklich anzusehen; blasse Gesichtsfarbe, Augbrauen zusammengezogen, Runzeln an der Stirne, starre Augen, Nasenhöhlen weit ausgedehnt, Mundecken eingezogen und Zähne blosgestellt, die Züge zu schrecklicher Grimmasse verzerrt, Athmen schwer und schwierig, Puls schwach und schnell, der Verstand ist jedoch ungetrübt. Der tödtliche Ausgang dieser Krankheit wird theilweise durch Erstickung, theilweise durch Erschöpfung verursacht.

Ursachen.— Geisteskrankheiten, Kälte und Feuchtigkeit, lokale Beschädigungen, z. B. Schnitte und andere Wunden, namentlich an den Fußsohlen und an der inneren Hand. Wenn fremde Körper in der Wunde verbleiben; Wunden, die durch Splitter, Glas- oder Nagelstücke entstanden, erzeugen sehr häufig Starrkrampf, da die fremden Körper die Nervenäste sehr stark drücken.

Behandlung.Allöopathisch.Für einen Erwachsenen einen Theelöffel voll Brandy alle zwei oder drei Stunden mit Milch und Fleischthee (beef-tea), wobei man einen Gran Opium alle drei oder vier Stunden gibt. Chloroform oder Aether, entweder eingenommen oder eingeathmet, sind werthvolle Mittel. Gegen Hartleibigkeit verordne man einen oder zwei Tropfen Crotonöl in einem Theelöffel voll Schleim (Gruel). Man bringe den Kranken in ein heißes Bad und tauche ihn unter und gebe eine Einspritzung (Injection) von einer Unze Castoröl oder derselben Quantität Terpentin. Gleich nach dem Bade sollte etwa eineDrachme Laudanum gegeben werden. Indianischer Hanfextrakt (Indian hemp) erweist sich in manchen Fällen sehr wirksam. Dosis: Drei Grane alle zwei oder drei Stunden.Eclectische und Kräuterkur.Dr. King empfiehlt einen halben Theelöffel voll zusammengesetzte Lobelia-Tinktur (Compound tincture of lobelia) und spanischen Pfeffer (Capsicum), welches Mittel man langsam in die Mundecken träufeln läßt. Die Dosis alle fünf Minuten zu wiederholen, bis der Patient wieder schlucken kann. Zur selben Zeit nehme man eine Einspritzung von einer Unze Wasser und einer Unze der obigen Tinktur vor, und wiederhole dies alle 10 oder 20 Minuten.Kann der Kranke wieder schlucken, so sollte eine große Dosis zusammengesetztes Jalappenpulver (Compound powder of Jalap) gegeben werden.Ist der Starrkrampf durch eine Wunde an den Fußsohlen oder am Innern der Hand erzeugt worden, und wurde diese Wunde geheilt, so muß sie wieder mittelst eines scharfen Messers geöffnet werden. Man sollte nie zugeben, daß Wunden an diesen Körpertheilen von Außen nach Innen heilen, sondern immer besorgt sein, daß die Heilung Innen beginnt und nach Außen hin fortschreitet, was dadurch bewirkt werden kann, daß man die Stelle mit Silbersalpeter (Nitrate of silver) so lange „brennt,“ bis eine laufende Wunde entsteht.Man mag eine starke Lobelia- oder Cayennepfeffer-Tinktur, zwei Theile Lobelia und ein Theil Cayennepfeffer in Theelöffel voll Dosen geben. Dieselben Mittel mögen zu Einspritzungen (Injections) gebraucht werden. Sobald der Krampf beseitigt ist, sollte man dem Patienten erlauben, viel von dem Abguß derNervineWurzel zu trinken.Homöopathisch.Wurde der Starrkrampf durch eine Wunde verursacht, so sollte dieselbe vergrößert und ein Brod- und Milch- oder Flachssamenumschlag darauf gelegt werden.Arnica.— Anfänglich äußerlich als Waschmittel und innerlich eine aus vier Kügelchen bestehende Dosis oder ein Tropfen alle 2 Stunden.BelladonnaoderLachesis. — Nehmen die Krämpfe zu, so gebe diese Heilmittel abwechselnd in den beiArnicavorgeschriebenen Dosen.HyosciamusundOpium. — Wenn nach zwölf Stunden keine Besserung eingetreten ist.Nux vomica.— Namentlich wenn die Krämpfe häufig sich wiederholen aber nur von kurzer Dauer sind und der Patient beim völligen Bewußtsein ist, krampfartige Schmerzen in der Magengegend.Stramonium.— Wenn die Daumen und Finger krampfhaft zusammengezogen sind, wilder, starrer Blick, schmerzhaftes, schwieriges Athmen und Schlucken. Gebe dieses Heilmittel abwechselnd mitHyosciamusundCicuta.Secale.— Wenn der Zustand des Kranken sich in der Wärme verschlimmert.RhusundIgnatia. — Abwechselnd, wenn der Körper bogenartig rückwärts gekrümmt ist. Gebe dies so wie die anderen Heilmittel.Wasserkur.Das Wasser leistet bei dieser Krankheit sehr gute Dienste. Der Patient sollte in einen Badzuber voll kaltes Wasser gebracht und lange tüchtig gerieben und sodann ins Bett gebracht und mit trockenen wollenen Zeugstücken wiederum gut gerieben werden. Tritt in einer oder zwei Stunden keine Veränderung ein, so sollte diese Behandlung wiederholt werden.Dr. Colby von Massachusetts empfiehlt folgende Behandlung: Das Wasser sollte beinahe zum Gefrieren kalt sein und mittelst eines Kruges über den Patienten gegossen werden; etwa ein Eimer (bucket) voll alle fünf Minuten, womit man eine halbe Stunde anhält. Sodann trockne man den Kranken mit trockenen Handtüchern gut ab und wickele ihn in Flanell, bringe ihn ins Bett, wo er zwei oder drei Stunden zubringen sollte, bis ein tüchtiger Schweiß erzeugt ist, woraus der ganze Körper mit kaltem Wasser mittelst eines Schwammes gewaschen wird.Bemerkung.— Die Behandlung dieser Krankheit sollte immer nur von einem fähigen Arzte unternommen werden, falls ein solcher zu haben ist.

Behandlung.

Allöopathisch.Für einen Erwachsenen einen Theelöffel voll Brandy alle zwei oder drei Stunden mit Milch und Fleischthee (beef-tea), wobei man einen Gran Opium alle drei oder vier Stunden gibt. Chloroform oder Aether, entweder eingenommen oder eingeathmet, sind werthvolle Mittel. Gegen Hartleibigkeit verordne man einen oder zwei Tropfen Crotonöl in einem Theelöffel voll Schleim (Gruel). Man bringe den Kranken in ein heißes Bad und tauche ihn unter und gebe eine Einspritzung (Injection) von einer Unze Castoröl oder derselben Quantität Terpentin. Gleich nach dem Bade sollte etwa eineDrachme Laudanum gegeben werden. Indianischer Hanfextrakt (Indian hemp) erweist sich in manchen Fällen sehr wirksam. Dosis: Drei Grane alle zwei oder drei Stunden.

Eclectische und Kräuterkur.Dr. King empfiehlt einen halben Theelöffel voll zusammengesetzte Lobelia-Tinktur (Compound tincture of lobelia) und spanischen Pfeffer (Capsicum), welches Mittel man langsam in die Mundecken träufeln läßt. Die Dosis alle fünf Minuten zu wiederholen, bis der Patient wieder schlucken kann. Zur selben Zeit nehme man eine Einspritzung von einer Unze Wasser und einer Unze der obigen Tinktur vor, und wiederhole dies alle 10 oder 20 Minuten.

Kann der Kranke wieder schlucken, so sollte eine große Dosis zusammengesetztes Jalappenpulver (Compound powder of Jalap) gegeben werden.

Ist der Starrkrampf durch eine Wunde an den Fußsohlen oder am Innern der Hand erzeugt worden, und wurde diese Wunde geheilt, so muß sie wieder mittelst eines scharfen Messers geöffnet werden. Man sollte nie zugeben, daß Wunden an diesen Körpertheilen von Außen nach Innen heilen, sondern immer besorgt sein, daß die Heilung Innen beginnt und nach Außen hin fortschreitet, was dadurch bewirkt werden kann, daß man die Stelle mit Silbersalpeter (Nitrate of silver) so lange „brennt,“ bis eine laufende Wunde entsteht.

Man mag eine starke Lobelia- oder Cayennepfeffer-Tinktur, zwei Theile Lobelia und ein Theil Cayennepfeffer in Theelöffel voll Dosen geben. Dieselben Mittel mögen zu Einspritzungen (Injections) gebraucht werden. Sobald der Krampf beseitigt ist, sollte man dem Patienten erlauben, viel von dem Abguß derNervineWurzel zu trinken.

Homöopathisch.Wurde der Starrkrampf durch eine Wunde verursacht, so sollte dieselbe vergrößert und ein Brod- und Milch- oder Flachssamenumschlag darauf gelegt werden.

Arnica.— Anfänglich äußerlich als Waschmittel und innerlich eine aus vier Kügelchen bestehende Dosis oder ein Tropfen alle 2 Stunden.

BelladonnaoderLachesis. — Nehmen die Krämpfe zu, so gebe diese Heilmittel abwechselnd in den beiArnicavorgeschriebenen Dosen.

HyosciamusundOpium. — Wenn nach zwölf Stunden keine Besserung eingetreten ist.

Nux vomica.— Namentlich wenn die Krämpfe häufig sich wiederholen aber nur von kurzer Dauer sind und der Patient beim völligen Bewußtsein ist, krampfartige Schmerzen in der Magengegend.

Stramonium.— Wenn die Daumen und Finger krampfhaft zusammengezogen sind, wilder, starrer Blick, schmerzhaftes, schwieriges Athmen und Schlucken. Gebe dieses Heilmittel abwechselnd mitHyosciamusundCicuta.

Secale.— Wenn der Zustand des Kranken sich in der Wärme verschlimmert.

RhusundIgnatia. — Abwechselnd, wenn der Körper bogenartig rückwärts gekrümmt ist. Gebe dies so wie die anderen Heilmittel.

Wasserkur.Das Wasser leistet bei dieser Krankheit sehr gute Dienste. Der Patient sollte in einen Badzuber voll kaltes Wasser gebracht und lange tüchtig gerieben und sodann ins Bett gebracht und mit trockenen wollenen Zeugstücken wiederum gut gerieben werden. Tritt in einer oder zwei Stunden keine Veränderung ein, so sollte diese Behandlung wiederholt werden.

Dr. Colby von Massachusetts empfiehlt folgende Behandlung: Das Wasser sollte beinahe zum Gefrieren kalt sein und mittelst eines Kruges über den Patienten gegossen werden; etwa ein Eimer (bucket) voll alle fünf Minuten, womit man eine halbe Stunde anhält. Sodann trockne man den Kranken mit trockenen Handtüchern gut ab und wickele ihn in Flanell, bringe ihn ins Bett, wo er zwei oder drei Stunden zubringen sollte, bis ein tüchtiger Schweiß erzeugt ist, woraus der ganze Körper mit kaltem Wasser mittelst eines Schwammes gewaschen wird.

Bemerkung.— Die Behandlung dieser Krankheit sollte immer nur von einem fähigen Arzte unternommen werden, falls ein solcher zu haben ist.


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