Dreizehntes Kapitel.Krankheiten der Harn- oder Urin- und Geschlechtsorgane.

Dreizehntes Kapitel.Krankheiten der Harn- oder Urin- und Geschlechtsorgane.

Diese Krankheit ist eine Entzündung sowohl der Nierenmasse als auch der sie einfassenden Schleimhaut, und wird gewöhnlich in Begleitung von Krankheiten der Blase und Urin-Werkzeuge gefunden.

Symptome.Der Krankheit gehen in der Regel die gewöhnlichen Symptome des Fiebers, wie Frost, besonders im Rücken und den Lenden, voraus, dem Fieber folgt. Darauf folgt ein tiefsitzender Schmerz in den Lenden, der sich bis zur Blase erstreckt und durch den Druck und bei Bewegung erhöht wird; gewöhnlich ist Uebelkeit und zuweilen Erbrechen vorhanden, ebenso eine Erstarrung des Schenkels der angegriffenen Seite, der Schmerz zieht sich bis zur Schamleiste, die Hode auf der kranken Seite wird nicht selten in die Höhe gezogen, der Urin ist spärlich, stark gefärbt und öfters blutig beim Beginne der Krankheit und kann nur tropfenweise abgelassen werden. Sind beide Nieren angegriffen, so kann der Urin ganz unterdrückt werden, Betäubung stellt sich ein und der Tod folgt sehr schnell; die Eingeweide sind verstopft.

Nierenkrankheit kann vom Hüftweh (Lumbago) dadurch unterschieden werden, daß sich der Schmerz auf eine Seite beschränkt und durch die Bewegung der Glieder erhöht wird und ebenso dadurch, daß bei Hüftweh kein Schmerz im Hodensack, kein Fieber und keine Erstarrung des Schenkels vorhanden ist.

Ursachen.Erkältung, Anwendung von spanischen Fliegen (Cantharides), Terpentinöl und andern harntreibenden Mitteln (Diuretics), heftige Bewegung, das Uebertragen von Rheumatismus oder der Gicht, Bildung von Gries in den Nieren oder dem Harnweg (die Röhren, welche von den Nieren nach der Blase führen).

Bei chronischer Entzündung der Nieren ist in der Regel in der Nachbarschaft der Nieren ein dumpfer schwerer Schmerz und eine Schwäche im Rückgrat vorhanden. Der Urin geht öfters spärlich ab und ist zuweilen weiß und milchig.

Behandlung.Homöopathisch.Camphor— sollte gegeben werden, wenn die Krankheit die Folge der Anwendung der spanischen Fliegen (Cantharides), oder wenn der Urin nur spärlich fließt, bei Brennen in der Blase undPenis, oder bei Unterdrückung des Urin. Man gebe einen oder zwei TropfenCamphorauf einem Stück Zucker alle Stunde oder alle zwei Stunden, bis es besser wird.Aconitum— sollte zuerst entweder allein oder abwechselnd mit anderen Mitteln gegeben werden. Heilt zuweilen ohne irgend eine andere Medizin.Cantharis— ist das Hauptmittel bei schießenden, rasenden, schneidenden Schmerzen, der Urin geht langsam, tropfenweise ab; großer Schmerz ist vorhanden; der Urin ist zuweilen mit Blut gemischt.Belladonna.— Wenn die Schmerzen zuweilen schlimmer sind und von den Nieren hinab in die Blase schießen, bei Kolikschmerzen.Hepar SulphuriskannBelladonnafolgen.Pulsatilla.— Bei zarten Frauen, wo sich die monatliche Reinigung eingestellt hat oder sehr spärlich ist, oder wenig Urin abgelassen wird.Nux Vomica.— Bei Spannung, Druck und Gewicht in der Leber, Congestion des Unterleibes; oder da, wo die Krankheit von der Unterdrückung der Hämorrhoiden herrührt.Arnica— sollte gegeben und äußerlich angewendet werden, wenn äußerliche Verletzungen die Krankheit herbeiführten.Man lasse die obigen MittelArnicafolgen, wenn sie angezeigt erscheinen.Andere Mittel sind:Cannabis,Terebinth,Balsamus Copaivae.Wurde die Entzündung durch das Passiren der Steine durch den Harngang verursacht, so mache man warme Bähungen von Hopfen mit Tabaksblättern gemischt über den Sitz der Krankheit und gebe die oben erwähnten Heilmittel.Verordnung der Heilmittel.Löse 12 Kügelchen des gewählten Mittels in einem halben Theetassenkopf voll Wasser und gebe alle halbe, ganze oder zwei Stunden, der Strenge der Symptome angemessen, einen Theelöffel voll. Ein Sitzbad von lauwarmem Wasser, häufig wiederholt, wird wohlthun.Allöopathisch.Es sollte ein heißes Senffußbad gemacht oder Senfpflaster auf die Füße und das Rückgrat gelegt werden, dem man heiße Bähungen von Stechapfel- (Stramonium) Blättern und Hopfen, oder Stechapfel und Wermuth (Wormwood) oder Rainfarn (Tansy) folgen läßt. Hin und wieder, wenn Reizbarkeit des Magens vorhanden und der Schmerz sehr heftig ist, ist es gut, Kalomel und Opium, im Verhältniß von drei oder vier Granen Kalomel auf ein Gran Opium, alle zwei Stunden, bis drei Dosen genommen sind,zu geben, wenn der Kranke sich nicht früher bessert. Kann im Magen nichts zurückbehalten werden, so werden Getränke von Gummi Arabicum Wasser, Flachssamen-Thee oder Gerstenwasser u. s. w. von wohlthuendem Einflusse sein, dadurch, daß sie den Urin verdünnen und dessen Reizbarkeit vermindern. Es ist gut, den Kranken in Schweiß zu bringen, was durch Dosen von 5 bis 10 Tropfen Nießwurz- (Veratrum viride) Tinktur oder durch die zusammengesetzte Tinktur der Virginischen Schlangenwurzel (Virginia snake root) in halbstündlichen Dosen von einem Theelöffel voll geschehen kann. Bei Verstopfung gebe man Bittersalz (Epsom salts), Cremor Tartari (Cream of tartar) oder Einspritzungen von warmem Wasser.Ist der Gries die Ursache der Krankheit, so wird öfteres Trinken von Leinsamen- oder Hochland Preiselbeer- (Upland cranberry) Thee mit 20 Tropfen Potaschen-Liquor (Liquor of potassa) empfohlen.Gegen chronische Entzündung der Nieren kann mit Vortheil ein Aufguß vonPipsissewa, Bärentraube (Uva Ursi), Grundstrauch (Trailing Arbutus), Buchublättern, wilden Mohrrüben (Wild carrot), Fingerhut (Fox glove) angewendet werden.In einigen Fällen werden Senfpflaster zwei- oder dreimal in der Woche oder Einreiben mit einigen Tropfen von Krotonöl hinreichen, um einen Ausschlag hervorzurufen, zuträglich gefunden werden.Eclectische und Kräuterkur.Um Schweiß hervorzurufen, gebe man ein Brechmittel von Lobelia, dann wende man heiße Bähungen von Hopfen, Wermuth (Wormwood) und Rainfarn (Tansy), mit Essig und Wasser gemischt, in der Gegend über der Leber an. Folgendes gebe man gleichzeitig:Süßer Salpeterspiritus (Sweet spirits of nitre)2Unzen.Süßes Mandelöl (Oil of sweet almonds)2„Terpentin-Spiritus (Spirits of turpentine)1Unze.Mische es und gebe davon alle drei oder vier Stunden einen Theelöffel voll in warmem grünem Münzthee (Spearmint tea). Der Kranke trinke öfters und viel Thee von Eibisch- und Wollkraut- (Mullen) Blättern, oder Aufguß von Frauenhaar (Maiden hair) oder Haarmoos (Haircap moss). Bei starkem Schmerz gebe Eisenhut- (Aconite) Wurzel-Tinktur in Dosen von zwei bis fünf Tropfen mit Jasmin-Tinktur (Tincture of gelsemium), in Dosen von einem halben Theelöffel voll alle halbe Stunden. Die Eisenhut-Tinktur kann mit der Jasmin-Tinktur gemischt werden.Bei chronischer Entzündung der Nieren sollten die Eingeweide durch ein gelindes Abführmittel, wie zwei Theile pulverisirter Rhabarber (Rhubarb) und ein Theil doppelt kohlensaure Potasche (Bi-carbonate of potassa) offen gehalten werden, man gebe davon 3 bis 10 Grane, so oft als zu diesem Zwecke nothwendig.Acute Nierenentzündung sollte stets nur von einem Arzte, wenn ein solcher zu haben ist, behandelt werden.

Behandlung.

Homöopathisch.Camphor— sollte gegeben werden, wenn die Krankheit die Folge der Anwendung der spanischen Fliegen (Cantharides), oder wenn der Urin nur spärlich fließt, bei Brennen in der Blase undPenis, oder bei Unterdrückung des Urin. Man gebe einen oder zwei TropfenCamphorauf einem Stück Zucker alle Stunde oder alle zwei Stunden, bis es besser wird.

Aconitum— sollte zuerst entweder allein oder abwechselnd mit anderen Mitteln gegeben werden. Heilt zuweilen ohne irgend eine andere Medizin.

Cantharis— ist das Hauptmittel bei schießenden, rasenden, schneidenden Schmerzen, der Urin geht langsam, tropfenweise ab; großer Schmerz ist vorhanden; der Urin ist zuweilen mit Blut gemischt.

Belladonna.— Wenn die Schmerzen zuweilen schlimmer sind und von den Nieren hinab in die Blase schießen, bei Kolikschmerzen.Hepar SulphuriskannBelladonnafolgen.

Pulsatilla.— Bei zarten Frauen, wo sich die monatliche Reinigung eingestellt hat oder sehr spärlich ist, oder wenig Urin abgelassen wird.

Nux Vomica.— Bei Spannung, Druck und Gewicht in der Leber, Congestion des Unterleibes; oder da, wo die Krankheit von der Unterdrückung der Hämorrhoiden herrührt.

Arnica— sollte gegeben und äußerlich angewendet werden, wenn äußerliche Verletzungen die Krankheit herbeiführten.

Man lasse die obigen MittelArnicafolgen, wenn sie angezeigt erscheinen.

Andere Mittel sind:Cannabis,Terebinth,Balsamus Copaivae.

Wurde die Entzündung durch das Passiren der Steine durch den Harngang verursacht, so mache man warme Bähungen von Hopfen mit Tabaksblättern gemischt über den Sitz der Krankheit und gebe die oben erwähnten Heilmittel.

Verordnung der Heilmittel.Löse 12 Kügelchen des gewählten Mittels in einem halben Theetassenkopf voll Wasser und gebe alle halbe, ganze oder zwei Stunden, der Strenge der Symptome angemessen, einen Theelöffel voll. Ein Sitzbad von lauwarmem Wasser, häufig wiederholt, wird wohlthun.

Allöopathisch.Es sollte ein heißes Senffußbad gemacht oder Senfpflaster auf die Füße und das Rückgrat gelegt werden, dem man heiße Bähungen von Stechapfel- (Stramonium) Blättern und Hopfen, oder Stechapfel und Wermuth (Wormwood) oder Rainfarn (Tansy) folgen läßt. Hin und wieder, wenn Reizbarkeit des Magens vorhanden und der Schmerz sehr heftig ist, ist es gut, Kalomel und Opium, im Verhältniß von drei oder vier Granen Kalomel auf ein Gran Opium, alle zwei Stunden, bis drei Dosen genommen sind,zu geben, wenn der Kranke sich nicht früher bessert. Kann im Magen nichts zurückbehalten werden, so werden Getränke von Gummi Arabicum Wasser, Flachssamen-Thee oder Gerstenwasser u. s. w. von wohlthuendem Einflusse sein, dadurch, daß sie den Urin verdünnen und dessen Reizbarkeit vermindern. Es ist gut, den Kranken in Schweiß zu bringen, was durch Dosen von 5 bis 10 Tropfen Nießwurz- (Veratrum viride) Tinktur oder durch die zusammengesetzte Tinktur der Virginischen Schlangenwurzel (Virginia snake root) in halbstündlichen Dosen von einem Theelöffel voll geschehen kann. Bei Verstopfung gebe man Bittersalz (Epsom salts), Cremor Tartari (Cream of tartar) oder Einspritzungen von warmem Wasser.

Ist der Gries die Ursache der Krankheit, so wird öfteres Trinken von Leinsamen- oder Hochland Preiselbeer- (Upland cranberry) Thee mit 20 Tropfen Potaschen-Liquor (Liquor of potassa) empfohlen.

Gegen chronische Entzündung der Nieren kann mit Vortheil ein Aufguß vonPipsissewa, Bärentraube (Uva Ursi), Grundstrauch (Trailing Arbutus), Buchublättern, wilden Mohrrüben (Wild carrot), Fingerhut (Fox glove) angewendet werden.

In einigen Fällen werden Senfpflaster zwei- oder dreimal in der Woche oder Einreiben mit einigen Tropfen von Krotonöl hinreichen, um einen Ausschlag hervorzurufen, zuträglich gefunden werden.

Eclectische und Kräuterkur.Um Schweiß hervorzurufen, gebe man ein Brechmittel von Lobelia, dann wende man heiße Bähungen von Hopfen, Wermuth (Wormwood) und Rainfarn (Tansy), mit Essig und Wasser gemischt, in der Gegend über der Leber an. Folgendes gebe man gleichzeitig:

Mische es und gebe davon alle drei oder vier Stunden einen Theelöffel voll in warmem grünem Münzthee (Spearmint tea). Der Kranke trinke öfters und viel Thee von Eibisch- und Wollkraut- (Mullen) Blättern, oder Aufguß von Frauenhaar (Maiden hair) oder Haarmoos (Haircap moss). Bei starkem Schmerz gebe Eisenhut- (Aconite) Wurzel-Tinktur in Dosen von zwei bis fünf Tropfen mit Jasmin-Tinktur (Tincture of gelsemium), in Dosen von einem halben Theelöffel voll alle halbe Stunden. Die Eisenhut-Tinktur kann mit der Jasmin-Tinktur gemischt werden.

Bei chronischer Entzündung der Nieren sollten die Eingeweide durch ein gelindes Abführmittel, wie zwei Theile pulverisirter Rhabarber (Rhubarb) und ein Theil doppelt kohlensaure Potasche (Bi-carbonate of potassa) offen gehalten werden, man gebe davon 3 bis 10 Grane, so oft als zu diesem Zwecke nothwendig.

Acute Nierenentzündung sollte stets nur von einem Arzte, wenn ein solcher zu haben ist, behandelt werden.

Diese Krankheit befällt die Schleimhaut der Blase, zuweilen auf deren Muskel-Substanz, oder sie kann auch verschiedene Theile der Blase befallen. Entweder ist sie acut oder chronisch.

Symptome.Brennender, durchdringender Schmerz in der Gegend der Blase, welcher durch einen örtlichen Druck erhöht wird. Der Schmerz zieht sich bis zwischen die Beine hinab, zuweilen bis zu den Hoden und Schenkeln, bei beständigem Verlangen zum Urinablassen, der Urin geht mit großer Schwierigkeit und starkem Schmerze ab, zuweilen nur tropfenweise, oder er stellt sich ganz ein, wodurch ein Anschwellen der Blase und große Noth verursacht wird. Der Urin enthält hin und wieder Schleim, auch Uebelkeit und Erbrechen, Verstopfung, großer Durst und heiße, trockene Haut sind vorhanden.

kann allmählig eintreten und in der Regel ist das erste Symptom Schleim im Urin, welcher erst, nachdem der Urin eine Zeit lang gestanden hat, bemerkt wird; ein leichter Schmerz, mit einem Gefühl von Hitze in der Blase, Empfindlichkeit zwischen den Beinen und häufiges Verlangen, das Wasser abzulassen, sind vorhanden. Der Appetit ist gestört und in einigen Fällen ist ein leichtes Fieber, belegte Zunge, Unruhe u.s.w. vorhanden.

Ursachen.Blasenentzündung kann verursacht werden durch die Anwendung von spanischen Fliegen (Cantharides) und Terpentin, durch säuerliche Substanzen, vermittelst einer Spritze in die Blase gebracht, Steine in der Blase, äußerliche Verletzungen, Reiten, Tripper, Erkältung der Füße.

Behandlung.Allöopathisch.Wird der Urin zurückgehalten, so muß er so bald als möglich vermittelst eines Katheters abgelassen werden, was aber nur von einem Arzte gethan werden sollte. Man setze über den unteren Theil der Eingeweide und zwischen die Beine Blutegel an und mache, nachdem dieselben entfernt sind, warme Umschläge. Einspritzungen von warmem Wasser, mit einigen Tropfen von Arnica-Tinktur, sind in einzelnen Fällen sehr zuträglich. Durch Nießwurz- (Veratrum viride) Tinktur, in Dosen von 5 bis 10 Tropfen, oder die zusammengesetzte Tinktur der Virginischen Schlangenwurzel (Virginia snakeroot) rufe man Schweiß hervor. Getränke von Leinsamenthee oder Eibisch- (Marsh mallow) und Pfirsichblättern mögen genommen werden.Gegen die chronische Blasenentzündung gebe man jeden Abend ein Senfpflaster oder Krotonöl. Zu Getränken diene Aufguß von Buchu, Grundstrauch (Trailing arbutus), Bärentraube (Uva Ursi).Folgendes mag in einigen Fällen gut sein:Pulverisirtes Gummi Arabicum1Skrupel.Wasser2Unzen.Süßer Salpeter-Spiritus (Sweet spirits of nitre)½Unze.Nießwurz- (Veratrum viride) Tinktur20Tropfen.Mische es. Dosis: alle halbe Stunden einen Theelöffel voll.Einspritzungen von Kalkwasser und Glycerin oder einer schwachen Auslösung von salpetersaurem Silber (Nitrate of silver) mag in einigen Fällen gut sein.Homöopathisch.Die unter Nierenentzündung empfohlenen Heilmittel mögen auch gegen dieses Leiden angewendet werden. Ferner kann auch folgendes gegeben werden:Hyosciamus, bei Krämpfen im Blasenhalse. WennCantharidesdas Brennen während des Urinablasses nicht mindert, gebe manArsenicumundCarbo vegetabilisabwechselnd.SulphurundCalcareamögen bei der chronischen Form gegeben werden.Wegen Verordnung der Heilmittel sieheNierenentzündung.

Behandlung.

Allöopathisch.Wird der Urin zurückgehalten, so muß er so bald als möglich vermittelst eines Katheters abgelassen werden, was aber nur von einem Arzte gethan werden sollte. Man setze über den unteren Theil der Eingeweide und zwischen die Beine Blutegel an und mache, nachdem dieselben entfernt sind, warme Umschläge. Einspritzungen von warmem Wasser, mit einigen Tropfen von Arnica-Tinktur, sind in einzelnen Fällen sehr zuträglich. Durch Nießwurz- (Veratrum viride) Tinktur, in Dosen von 5 bis 10 Tropfen, oder die zusammengesetzte Tinktur der Virginischen Schlangenwurzel (Virginia snakeroot) rufe man Schweiß hervor. Getränke von Leinsamenthee oder Eibisch- (Marsh mallow) und Pfirsichblättern mögen genommen werden.

Gegen die chronische Blasenentzündung gebe man jeden Abend ein Senfpflaster oder Krotonöl. Zu Getränken diene Aufguß von Buchu, Grundstrauch (Trailing arbutus), Bärentraube (Uva Ursi).

Folgendes mag in einigen Fällen gut sein:

Mische es. Dosis: alle halbe Stunden einen Theelöffel voll.

Einspritzungen von Kalkwasser und Glycerin oder einer schwachen Auslösung von salpetersaurem Silber (Nitrate of silver) mag in einigen Fällen gut sein.

Homöopathisch.Die unter Nierenentzündung empfohlenen Heilmittel mögen auch gegen dieses Leiden angewendet werden. Ferner kann auch folgendes gegeben werden:Hyosciamus, bei Krämpfen im Blasenhalse. WennCantharidesdas Brennen während des Urinablasses nicht mindert, gebe manArsenicumundCarbo vegetabilisabwechselnd.SulphurundCalcareamögen bei der chronischen Form gegeben werden.

Wegen Verordnung der Heilmittel sieheNierenentzündung.

Bei dieser Krankheit wird der Harn in Folge der Unfähigkeit, denselben abzulassen, in der Blase zurückgehalten, in der Regel bei Vollsein des unteren Theiles des Unterleibes, welcher schmerzhaft beim Druck ist; der Schmerz erstreckt sich bis zu den Lenden und Schenkeln und die Blase fühlt sich hart und angeschwollen an, zuweilen, nach heftigem Drängen zum Wasserablassen, werden nur einige Tropfen abgehen. Schreitet die Krankheit vor, so werden die Eingeweide hart, das Gesicht geröthet und die Haut heiß. Kann keine Linderung verschafft werden, so ist Gefahr vorhanden, daß die Blase springt oder Entzündung des Bauchfelles eintritt.

Ursachen— mögen eine Lähmung der Blase, Verletzungen derselben, Entzündung des Blasenhalses, Drüsenanschwellung zuzuschreiben sein.

Behandlung.Eclectische und Kräuterkur.Folgendes soll in den meisten Fällen wirksam sein:Man mache ein Pint starken grünen Münz- (Spearmint) Thee, füge einehalbe Gill holländischen Wachholder-Branntwein (Holland gin) und eine Unze Salpeter-Spiritus (Spirits of nitre) hinzu. Der Kranke sollte das Ganze innerhalb einer Stunde auf verschiedene Male trinken. Ist die erste Dosis nicht hinreichend, so sollte es innerhalb der nächsten 2 Stunden wiederholt werden.Wenn die Harnverhaltung der Entzündung des Blasenhalses zuzuschreiben ist, so bringe man den Kranken in ein warmes Bad, lasse ihn dort 15 bis 20 Minuten verbleiben und wende nach diesem eine Bähung von gleichen Theilen von Hopfen- und Lobelia-Blättern zwischen den Beinen an.Ein Thee von Wassermelonen- oder Kürbis- und Gurkenkörnern öfters getrunken ist hin und wieder zuträglich. Bei starkem Schmerz gebe man alle halbe Stunden 20 Tropfen Laudanum.Ist eine Blasenlähmung Ursache der Harnverhaltung, so wende man folgendes an:Strychnin1⁄16Gran.Spanische Fliegen (Cantharides)⅛„Pulverisirte Arnicablätter (Powdered arnica leaves)3 bis 5Grane.Mische es zu einer Dosis. Drei von diesen Pulvern gebe man im Verlauf von 24 Stunden.Uebt das Strychnin eine unangenehme Wirkung auf den Patienten aus, so sollte diese Medizin eingestellt werden.Wenn kein anderes Mittel erfolgreich ist, so muß der Urin vermittelst des Katheters entzogen werden. Man lasse den Fall nicht lange anstehen, ehe dieses gethan wird.Homöopathisch.Ist der Gebrauch von spanischen Fliegen (Cantharides) Ursache der Harnverhaltung, so gebe manCamphor,Pulsatilla,ApisundAconitum.Wenn durch Erkältung zugezogen:Nux Vomica,Mercurius,Dulcamara,Pulsatilla,Belladonna,Apis.Wenn die Folge von Schreck:Aconitum.Nach einem Fall oder Schlag:Arnica.Bei krampfartiger Harnverhaltung:Chamomilla,Belladonna,Nux Vomica,Opium,Hyosciamus.Gegen Blasenlähmung:Agnus Castus,Nux Vomica,Hyosciamus,Arsenicum,Dulcamara.Wenn in Folge von Blasenentzündung:Aconitum,Cantharides,Belladonna,Nux Vomica,Pulsatilla. (SieheBlasenentzündung.)Tritt sie bei schwangeren Frauen ein:Pulsatilla,Nux Vomica,Cocculus.Verordnung der Heilmittel.Dieselbe wie beiNierenentzündung.Das Trinken von vielem kalten Wasser oder Gummi Arabicum Wasser, ebenso Bäder von warmem oder kaltem Wasser wird zuträglich gefunden werden.

Behandlung.

Eclectische und Kräuterkur.Folgendes soll in den meisten Fällen wirksam sein:

Man mache ein Pint starken grünen Münz- (Spearmint) Thee, füge einehalbe Gill holländischen Wachholder-Branntwein (Holland gin) und eine Unze Salpeter-Spiritus (Spirits of nitre) hinzu. Der Kranke sollte das Ganze innerhalb einer Stunde auf verschiedene Male trinken. Ist die erste Dosis nicht hinreichend, so sollte es innerhalb der nächsten 2 Stunden wiederholt werden.

Wenn die Harnverhaltung der Entzündung des Blasenhalses zuzuschreiben ist, so bringe man den Kranken in ein warmes Bad, lasse ihn dort 15 bis 20 Minuten verbleiben und wende nach diesem eine Bähung von gleichen Theilen von Hopfen- und Lobelia-Blättern zwischen den Beinen an.

Ein Thee von Wassermelonen- oder Kürbis- und Gurkenkörnern öfters getrunken ist hin und wieder zuträglich. Bei starkem Schmerz gebe man alle halbe Stunden 20 Tropfen Laudanum.

Ist eine Blasenlähmung Ursache der Harnverhaltung, so wende man folgendes an:

Mische es zu einer Dosis. Drei von diesen Pulvern gebe man im Verlauf von 24 Stunden.

Uebt das Strychnin eine unangenehme Wirkung auf den Patienten aus, so sollte diese Medizin eingestellt werden.

Wenn kein anderes Mittel erfolgreich ist, so muß der Urin vermittelst des Katheters entzogen werden. Man lasse den Fall nicht lange anstehen, ehe dieses gethan wird.

Homöopathisch.Ist der Gebrauch von spanischen Fliegen (Cantharides) Ursache der Harnverhaltung, so gebe manCamphor,Pulsatilla,ApisundAconitum.

Wenn durch Erkältung zugezogen:Nux Vomica,Mercurius,Dulcamara,Pulsatilla,Belladonna,Apis.

Wenn die Folge von Schreck:Aconitum.

Nach einem Fall oder Schlag:Arnica.

Bei krampfartiger Harnverhaltung:Chamomilla,Belladonna,Nux Vomica,Opium,Hyosciamus.

Gegen Blasenlähmung:Agnus Castus,Nux Vomica,Hyosciamus,Arsenicum,Dulcamara.

Wenn in Folge von Blasenentzündung:Aconitum,Cantharides,Belladonna,Nux Vomica,Pulsatilla. (SieheBlasenentzündung.)

Tritt sie bei schwangeren Frauen ein:Pulsatilla,Nux Vomica,Cocculus.

Verordnung der Heilmittel.Dieselbe wie beiNierenentzündung.

Das Trinken von vielem kalten Wasser oder Gummi Arabicum Wasser, ebenso Bäder von warmem oder kaltem Wasser wird zuträglich gefunden werden.

wird meistens bei Kindern gefunden und besteht in einem Unvermögen, den Harn zu halten, der in der Regel während der Nacht im Bette abfließt. Auch bei alten Leuten wird dieser Zustand häufig gefunden.

Ursachen.Lähmung der Blase, Verletzung der Rückgratsnerven, welche mit der Blase in Verbindung stehen, Schwäche des Nervensystems, Würmer, Hämorrhoiden, Gries oder Steine in der Blase.

Behandlung.Homöopathisch.VonSiliceakann jeden Abend eine Dosis gegeben werden. Wenn innerhalb zwei Wochen nicht besser, gebeSepiain derselben Weise.Sulphur,ArsenicumundCarbo Vegetabiliskönnen abwechselnd gegeben werden, wenn die obigen Mittel nicht anschlagen.Andere Heilmittel sind:Belladonna,Hyosciamus,Cantharides,Nux Vomica,Ignatia,Pulsatilla,Rhus,Mercurius,Cina.Ist die Entzündung Folge der Lähmung:Cantharides,Nux Vomica,Rhus,Uva Ursi.Verordnung der Heilmittel.Von dem gewählten Mittel gebe Morgens und Abends eine Dosis. Werden die Kügelchen gebraucht, gebe 4 bis 6 auf eine Dosis.Allöopathisch.Man gestatte dem Kind das Wassertrinken vor dem zu Bett Gehen nicht, und nehme es des Nachts mehrere Male auf, damit es den Urin abläßt.Folgendes kann mit Vortheil angewendet werden:Benzoesäure (Benzoic acid)2Drachmen.Zimmetwasser (Cinnamon water)6Unzen.Mische es. Dosis: Dreimal des Tages einen Theelöffel voll.Eclectische und Kräuterkur.Folgendes kann mit gutem Erfolg angewendet werden:Salzsaure Eisen-Tinktur (Muriated tincture of iron)1Unze.Spanische Fliegen-Tinktur (Tincture of cantharides)½„Mische es und gib dem Kinde drei Tropfen für jedes Jahr seines Alters dreimal des Tages.Man lasseöfters und viel kalten Thee von Kirschbaumrinde (Cherry tree bark) oder Löwenzahn- (Dandelion) Wurzel trinken.Folgendes mag angewendet und wird bei Kindern von Erfolg gefunden werden:Man nehme Hausenblase (Isinglass) eine Rolle, koche sie in einem Pint Wasser, bis sie aufgelöst ist, füge ein Pint süße Milch hinzu, stelle es zum Feuer bises leicht kocht, versüße es dann mit Stückzucker und reibe Muskatnuß (Nutmeg) darauf. Wenn es ordentlich gemacht ist, ähnelt es Eierrahm (Custard). Einem Erwachsenen mag dreimal täglich ein Bierglas voll gegeben werden, Kindern weniger. Spanische Fliegen- (Cantharides) Tinktur gebe man einem Erwachsenen zweimal täglich in Dosen von 15 Tropfen; Kindern verhältnißmäßig weniger.

Behandlung.

Homöopathisch.VonSiliceakann jeden Abend eine Dosis gegeben werden. Wenn innerhalb zwei Wochen nicht besser, gebeSepiain derselben Weise.

Sulphur,ArsenicumundCarbo Vegetabiliskönnen abwechselnd gegeben werden, wenn die obigen Mittel nicht anschlagen.

Andere Heilmittel sind:Belladonna,Hyosciamus,Cantharides,Nux Vomica,Ignatia,Pulsatilla,Rhus,Mercurius,Cina.

Ist die Entzündung Folge der Lähmung:Cantharides,Nux Vomica,Rhus,Uva Ursi.

Verordnung der Heilmittel.Von dem gewählten Mittel gebe Morgens und Abends eine Dosis. Werden die Kügelchen gebraucht, gebe 4 bis 6 auf eine Dosis.

Allöopathisch.Man gestatte dem Kind das Wassertrinken vor dem zu Bett Gehen nicht, und nehme es des Nachts mehrere Male auf, damit es den Urin abläßt.

Folgendes kann mit Vortheil angewendet werden:

Mische es. Dosis: Dreimal des Tages einen Theelöffel voll.

Eclectische und Kräuterkur.Folgendes kann mit gutem Erfolg angewendet werden:

Mische es und gib dem Kinde drei Tropfen für jedes Jahr seines Alters dreimal des Tages.

Man lasseöfters und viel kalten Thee von Kirschbaumrinde (Cherry tree bark) oder Löwenzahn- (Dandelion) Wurzel trinken.

Folgendes mag angewendet und wird bei Kindern von Erfolg gefunden werden:

Man nehme Hausenblase (Isinglass) eine Rolle, koche sie in einem Pint Wasser, bis sie aufgelöst ist, füge ein Pint süße Milch hinzu, stelle es zum Feuer bises leicht kocht, versüße es dann mit Stückzucker und reibe Muskatnuß (Nutmeg) darauf. Wenn es ordentlich gemacht ist, ähnelt es Eierrahm (Custard). Einem Erwachsenen mag dreimal täglich ein Bierglas voll gegeben werden, Kindern weniger. Spanische Fliegen- (Cantharides) Tinktur gebe man einem Erwachsenen zweimal täglich in Dosen von 15 Tropfen; Kindern verhältnißmäßig weniger.

ist eine Krankheit, bei welcher große Quantitäten von Urin abgehen, zuweilen bis zu mehreren Gallonen innerhalb 24 Stunden.

Symptome.Der Appetit ist außerordentlich stark, bei großem Durst, trockener Haut, Verdauung gestört, Zahnfleisch geschwollen und entzündet, trockener und aufgesprungener Mund, Abzehren des Fleisches, Hinfälligkeit, Schmerz und Schwäche in den Lenden, ohne allen Geschlechtstrieb, häufige Anfälle von Schwindel und Schmerz im Kopfe, der Urin enthält eine große Masse Zuckerstoff, was mehrfach bestätigt worden ist.

Ursachen.Dieselben mögen in irgend etwas bestehen, was die Verdauung stört, Unmäßigkeit, große Ermüdung, beständiger Gebrauch von säuerlichen Getränken, Anwendung des Quecksilbers (Mercury), Erkältung.

Behandlung.Allöopathisch.Alaun (Alum) in Dosen von 3 Granen dreimal täglich wird zuträglich gefunden werden, ebenso Kreosot in Dosen von 1 bis 2 Tropfen dreimal täglich.Auch spanische Fliegen-Tinktur (Tincture of cantharides) kann angewendet werden. Folgendes wird für einige Fälle empfohlen:Chinarinde (Peruvian bark)1Skrupel.Wilde Preiselbeerblätter (Wild cranberry bark)1„Opium½Gran.Mische und nimm es dreimal des Tages.Man lasse den Patienten nichts essen, was Zucker- oder Stärkestoff enthält, wie Kartoffeln, rothe Rüben (Beets), Pastinaken (Parsnips) und anderes Gemüse.Eclectische und Kräuterkur.Die Eingeweide sollten vermittelst kleinen Dosen von Rhabarber (Rhubarb) dreimal des Tages oder durch andere gelinde Abführmittel in Ordnung gehalten werden.Ein Aufguß aus gleichen Theilen vonUnicorn rootund Wasserandorn (Bugle weed) mag öfters und viel getrunken von gutem Erfolg sein. Folgende Zusammensetzung kann als ein stärkendes Mittel angewendet werden:Kurzblätteriges Dreiblatt (Beth root)4Unzen.Schlangenwurzel (Black cohosh root)4„Storchschnabel- (Geranium-) Wurzel4„Kirschbaumrinde (Cherry tree bark)4„Pulverisire das Ganze und mische es; nehme dann eine halbe Unze der Mischung und gieße ein Pint kochendes Wasser darauf, wenn kalt trinke das Ganze und wiederhole es mehrere Male während des Tages.Folgende Pillen wirken auf die Leber und Absonderungen:Entenfuß (Podophyllin)10Grane.Blutwurzel (Sanguinarin)10„Cayennepfeffer (Cayenne)40„Brechwurz (Ipecac)20„Mache mit Löwenzahn- (Dandelion) Extrakt 40 Pillen daraus und nimm Morgens und Abends eine.Homöopathisch.Die Hauptmittel sind:Acidum Phosphoricum,Carbo Vegetabilis,Conium,Acidum Muriaticum,Mercurius,Belladonna,Rhus,Opium.WerdenMercuriusundSulphurgegeben, so gebe man sie abwechselnd.Verordnung der Heilmittel.Von den gewählten Heilmitteln gebe man Morgens und Abends eine Dosis und fahre damit eine Woche lang fort, bevor zu einem anderen Heilmittel gegriffen wird.Werden die Kügelchen angewendet, so gebe man 6 auf eine Dosis. Oefteres Waschen des Körpers mit kaltem oder lauwarmem Wasser wird zuträglich gefunden werden.

Behandlung.

Allöopathisch.Alaun (Alum) in Dosen von 3 Granen dreimal täglich wird zuträglich gefunden werden, ebenso Kreosot in Dosen von 1 bis 2 Tropfen dreimal täglich.

Auch spanische Fliegen-Tinktur (Tincture of cantharides) kann angewendet werden. Folgendes wird für einige Fälle empfohlen:

Mische und nimm es dreimal des Tages.

Man lasse den Patienten nichts essen, was Zucker- oder Stärkestoff enthält, wie Kartoffeln, rothe Rüben (Beets), Pastinaken (Parsnips) und anderes Gemüse.

Eclectische und Kräuterkur.Die Eingeweide sollten vermittelst kleinen Dosen von Rhabarber (Rhubarb) dreimal des Tages oder durch andere gelinde Abführmittel in Ordnung gehalten werden.

Ein Aufguß aus gleichen Theilen vonUnicorn rootund Wasserandorn (Bugle weed) mag öfters und viel getrunken von gutem Erfolg sein. Folgende Zusammensetzung kann als ein stärkendes Mittel angewendet werden:

Pulverisire das Ganze und mische es; nehme dann eine halbe Unze der Mischung und gieße ein Pint kochendes Wasser darauf, wenn kalt trinke das Ganze und wiederhole es mehrere Male während des Tages.

Folgende Pillen wirken auf die Leber und Absonderungen:

Mache mit Löwenzahn- (Dandelion) Extrakt 40 Pillen daraus und nimm Morgens und Abends eine.

Homöopathisch.Die Hauptmittel sind:Acidum Phosphoricum,Carbo Vegetabilis,Conium,Acidum Muriaticum,Mercurius,Belladonna,Rhus,Opium.

WerdenMercuriusundSulphurgegeben, so gebe man sie abwechselnd.

Verordnung der Heilmittel.Von den gewählten Heilmitteln gebe man Morgens und Abends eine Dosis und fahre damit eine Woche lang fort, bevor zu einem anderen Heilmittel gegriffen wird.

Werden die Kügelchen angewendet, so gebe man 6 auf eine Dosis. Oefteres Waschen des Körpers mit kaltem oder lauwarmem Wasser wird zuträglich gefunden werden.

Diese Krankheit wird durch eine Ansammlung von Sand, sowie die Bildung von Gries oder Stein in den Nieren oder der Blase verursacht.

Symptome.Plötzliche Anfälle von Schmerz von acuter und heftiger Natur in der Gegend der Nieren, derselbe zieht sich in die Schenkel hinab und verursacht eine Erstarrung der angegriffenen Seite, ein in die Höheziehen der Hode, häufiges Verlangen zum Urin lassen; befindet sich der Stein in der Blase, so ist ein Schmerz am Ende des Penis vorhanden, begleitet von mehr oder weniger Entzündung und Schwierigkeit des Harnlassens, während des Letzteren wird dasselbe plötzlich abbrechen und ein heftiger Schmerz wird gefühlt werden, der durch den Stein, welcher sich über den Blasenmund geschoben hat, hervorgerufen wird; ein Wechsel der Stellung verschafft zuweilen Linderung.

Behandlung.Diese Krankheit ist zu wichtig und zu gefährlich, als daß sie nach einem Buche behandelt werden könnte, der Fall sollte dahingegen in die Hände eines geschickten Arztes gelegt werden.Sarsaparilla in Dosen von einem Tropfen auf ein Stück Zucker alle Abend wird zuweilen Anfälle lindern.

Behandlung.

Diese Krankheit ist zu wichtig und zu gefährlich, als daß sie nach einem Buche behandelt werden könnte, der Fall sollte dahingegen in die Hände eines geschickten Arztes gelegt werden.

Sarsaparilla in Dosen von einem Tropfen auf ein Stück Zucker alle Abend wird zuweilen Anfälle lindern.

meint einen Blutfluß oder eine Blutung aus der Harnröhre, ob nun aus der Blase, den Nieren, dem Harnweg oder der Harnröhre.

Symptome.Dem Blutfluß geht gewöhnlich Schmerz in der Blase oder den Nieren und Schwäche voraus, in der Regel große Empfindlichkeit gegen Druck auf die Gegend über den Nieren oder der Blase; kommt das Blut aus den Nieren, so ähnelt der Urin Blutwasser oder dunklem Biere; kommt es aus dem Harnweg (dem Canal, welcher von den Nieren nach der Blase führt), so wird beträchtlicher Schmerz vorhanden sein; der abgehende Urin wird jenem von der Blase ähneln, nur werden die Fasern länger sein; kommt es aus der Blase, so ist es nicht mit dem Urin gemischt, sondern in der Form von kleinen, faserartigen Klümpchen; fließt es aus der Harnröhre (der Ausgang, welcher von der Blase führt), so kommt es tropfenweise und mischt sich nicht mit dem Urin; zuweilen wird Eiter oder eine faulige Masse im Urin gefunden, was den Beweis liefert, daß irgendwo eine Eiterung stattfindet.

Ursachen.Verletzungen in Folge von Fallen, Schlägen, Heben oder Springen, auch kann es durch Steine in der Blase oder Entzündung dieses Organs, sowie die Anwendung von Terpentin- (Turpentine) Spiritus oder spanische Fliegen (Cantharides) verursacht werden.

Behandlung.Eclectische und Kräuterkur.Man lasse den Kranken öfters und viel von einer Eibisch- (Marsh mallow) Abkochung, oder auch von gleichen TheilenQueen of the meadowund Pfirsichblättern trinken. Ist der Schmerz heftig, so mache man eine Bähung von Hopfen oder Stechapfel- (Stramonium) Blättern über den Sitz der Krankheit; ein Aufguß von Grundstrauch (Trailing arbutus) mag zuweilen mit Vortheil angewendet werden.Homöopathisch.Arsenicumist in einigen Fällen zuträglich, besonders wenn Symptome von Wassersucht vorhanden sind.Andere Heilmittel sindChina,Ipecacuanha,Pulsatilla,Arnica,Lycopodium.Verordnung der Heilmittel.Von dem gewählten Mittel gebe alle Stunde, alle 2, 3 oder 4 Stunden, der Strenge der Symptome angemessen, eine Dosis (6 Kügelchen).Allöopathisch.Blutegel mögen in der Gegend über dem Magen mit Vortheil angesetzt werden.Folgendes wird als äußerst zuträglich empfohlen:Bleizucker (Sugar of lead)24Grane.Essig1Drachme.Mohnsyrup (Syrup of poppies)1Unze.Rosenwasser3Unzen.Weiches Wasser4„Mische es. Dosis: alle 2 Stunden, bis 5 oder 6 Dosen genommen sind, ein bis zwei Eß-Löffel voll. Galläpfel-Säure (Gallic acid) soll bei dieser Krankheit eine große Kraft besitzen. Sie kann in Dosen von 5 Granen mit 10 Tropfen Bilsenkraut-Tinktur (Tincture of henbane) in einem Theelöffel voll Gummi Arabicum Schleim gegeben werden.

Behandlung.

Eclectische und Kräuterkur.Man lasse den Kranken öfters und viel von einer Eibisch- (Marsh mallow) Abkochung, oder auch von gleichen TheilenQueen of the meadowund Pfirsichblättern trinken. Ist der Schmerz heftig, so mache man eine Bähung von Hopfen oder Stechapfel- (Stramonium) Blättern über den Sitz der Krankheit; ein Aufguß von Grundstrauch (Trailing arbutus) mag zuweilen mit Vortheil angewendet werden.

Homöopathisch.Arsenicumist in einigen Fällen zuträglich, besonders wenn Symptome von Wassersucht vorhanden sind.

Andere Heilmittel sindChina,Ipecacuanha,Pulsatilla,Arnica,Lycopodium.

Verordnung der Heilmittel.Von dem gewählten Mittel gebe alle Stunde, alle 2, 3 oder 4 Stunden, der Strenge der Symptome angemessen, eine Dosis (6 Kügelchen).

Allöopathisch.Blutegel mögen in der Gegend über dem Magen mit Vortheil angesetzt werden.

Folgendes wird als äußerst zuträglich empfohlen:

Mische es. Dosis: alle 2 Stunden, bis 5 oder 6 Dosen genommen sind, ein bis zwei Eß-Löffel voll. Galläpfel-Säure (Gallic acid) soll bei dieser Krankheit eine große Kraft besitzen. Sie kann in Dosen von 5 Granen mit 10 Tropfen Bilsenkraut-Tinktur (Tincture of henbane) in einem Theelöffel voll Gummi Arabicum Schleim gegeben werden.

Dies ist eine sehr erniedrigende und schädliche Gewohnheit, welcher sich die Jugend beiderlei Geschlechts ergiebt. Es giebt wohl kaum ein Laster, welches für Geist und Körper schädlicher ist und gefährlichere Folgen hat, als dieses. Gewöhnlich wird damit sehr frühzeitig begonnen, ehe noch dessen übler Einfluß wahrgenommen wird, und ist schließlich so eingewurzelt, daß der Betreffende nur mit großer Schwierigkeit mit dieser Gewohnheit brechen kann.

Symptome, welche dieses Laster zeigen, sind zahlreich. Beginnt die Gewohnheit in der frühen Jugend, so wird dadurch das Wachsthum verzögert, die geistigen Fähigkeiten vermindert und das Opfer verfällt in einen beklagenswerthen Zustand. Die damit gequälte Person sucht die Einsamkeit und wünscht nicht an der Gesellschaft seiner Freunde Theil zu nehmen, ist mit Kopfschmerzen geplagt, Schlaflosigkeit und Unruhe des Nachts, Schmerz in verschiedenen Theilen des Körpers, Trägheit, Tiefsinn, Verlust des Gedächtnisses, Schwäche im Kreuz und den Geschlechtsorganen, veränderlicher Appetit, Feigheit, Unfähigkeit Jemandem ins Gesicht zu schauen, Mangel an Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten.

Wird das Laster mehrere Jahre hindurch getrieben, so tritt ein reizbarer Zustand des Organismus ein, Hitze fliegt plötzlich über das Gesicht, das Gesicht wird blaß und klebrig, der Blick ist stumpf und blöde, das Haar wird locker und spaltet sich an den Enden; zuweilen tritt Schmerz in der Gegend des Herzens ein, Kurzathmigkeit, Herzklopfen, Symptome von Verdauungsschwäche (Dyspepsia) zeigen sich, der Schlaf wird unruhig, Verstopfung, Husten, Halsentzündung sind vorhanden, bis schließlich der Mensch physisch, moralisch und geistig als Wrack dasteht.

Einige von den Folgen der Selbstbefleckung sind Epilepsie,Schlagfluß, Lähmung, frühzeitiges Altern, unfreiwillige Samenentleerungen, welche in der Regel währen des Schlafens oder nach dem Urinablassen, auch während des Stuhlganges stattfinden. Bei dem weiblichen Geschlechte finden wir außerdem in Folge dessen noch Hysterie, Starrsucht, Störung der monatlichen Reinigung und starke nervöse Symptome.

Behandlung.Allgemeine.Zuerst muß die Gewohnheit aufgegeben werden, denn ohne dies kann nichts gethan werden, ohne dies bleibt jede andere Behandlung erfolglos. Alles muß geschehen, um das sittliche Gefühl des Kranken zu stärken und die Selbstachtung zu heben. Er sollte die Gesellschaft tugendhafter und geistreicher Frauen aufsuchen und alles von schlüpferigem Charakter vermeiden. Sein Geist sollte einer Beschäftigung oder Unterhaltung, die seine ganze Aufmerksamkeit ohne Ermüdung in Anspruch nimmt, zugewandt werden, die Einsamkeit ist zu vermeiden und der Patient ist nicht mehr als eben unbedingt nothwendig allein zu lassen, und vor allem lasse man ihn nicht allein schlafen. Eine Matratze, mit leichter Decke zum Zudecken, ist am geeignetsten. Häufige Bäder und Waschungen der Geschlechtstheile, ebensowohl Sitzbäder als Baden des ganzen Körpers sind sehr zuträglich. Die Behandlung sollte nur von einem geschickten Arzt geleitet werden.Homöopathisch.Mercurius,Phosphorus,Aurum,Nux vomica,Cuprum,Cantharides,Conium,Cannabissind Hauptmittel gegen dieses Leiden.Verordnung der Heilmittel.Von dem gewählten Mittel nehme man Morgens und Abends eine Dosis (6 Kügelchen).Allöopathisch.Stärkende Mittel sind anzuwenden und wird zu diesem Behufe folgendes empfohlen:Verdünnte Salpetersäure (Diluted nitric acid)4Drachmen.Verdünnte Salzsäure (Diluted muriatic acid)4„Orangenschalen-Syrup1Drachme.Wasser1½Unzen.Mische es. Dosis einen Theelöffel voll in einem Weinglas mit Wasser vor jeder Mahlzeit.Oder auch:Schwefelsaures Chinin (Sulphate of quinine)15Grane.Verdünnte Schwefelsäure (Diluted sulphuric acid)15Tropfen.Zusammengesetzte Cardamon-Tinktur (Compound tinct. of cardamon)3Drachmen.Hopfen-Tinktur (Tinct. of hops)3„Zusammengesetzter Rosenaufguß (Compound infusion of roses)6Unzen.Mische es. Dosis einen Theelöffel voll zwei- oder dreimal des Tages.Oder:Salzsaure Eisen-Tinktur (Muriated tincture of iron)1Unze.Rosen-Wasser6Unzen.Orangenschalen-Syrup1Unze.Mische es. Dosis: für einen Erwachsenen einen Theelöffel voll in einem Weinglas mit Wasser nach jeder Mahlzeit.Hypophosphites-Syrup wird empfohlen und sollte eine beträchtliche Zeit genommen werden.Eclectische und Kräuterkur.Folgendes stärkende Mittel mag, wenn nur wenig Schwäche vorhanden ist, genommen werden:Rothe Chinarinde (Red peruvian bark)2Unzen.Kamillenblüthe (Chamomile flowers)1Unze.Portwein1Quart.Mische und lasse es, bei öfterem Umschütteln einige Tage stehen. Dosis: drei- oder viermal des Tages ein Weinglas voll.Bei Hinfälligkeit, Nervenschwäche, Verstopfung, Niedergeschlagenheit möge folgendes gegeben werden:Chloroform½Unze.Ingwer- (Ginger) Tinktur½„Aromatischer Ammoniak-Spiritus (Aromatic spirits of ammonia)2Drachmen.Mische es. Dosis: 25 Tropfen in einem Weinglas mit Milch dreimal des Tages.Bei Spermatorrhöa oder Samenfluß werden folgende Pillen gut gefunden werden:Kampher (Camphor)24Grane.Belladonna-Extrakt4„Cubeben- (Cubebs) Oel20Tropfen.Mische es in eine Masse von gleichen Theilen Magnesia und Gummi Arabicum und theile es in 24 Pillen. Dosis: dreimal des Tages eine Pille.

Behandlung.

Allgemeine.Zuerst muß die Gewohnheit aufgegeben werden, denn ohne dies kann nichts gethan werden, ohne dies bleibt jede andere Behandlung erfolglos. Alles muß geschehen, um das sittliche Gefühl des Kranken zu stärken und die Selbstachtung zu heben. Er sollte die Gesellschaft tugendhafter und geistreicher Frauen aufsuchen und alles von schlüpferigem Charakter vermeiden. Sein Geist sollte einer Beschäftigung oder Unterhaltung, die seine ganze Aufmerksamkeit ohne Ermüdung in Anspruch nimmt, zugewandt werden, die Einsamkeit ist zu vermeiden und der Patient ist nicht mehr als eben unbedingt nothwendig allein zu lassen, und vor allem lasse man ihn nicht allein schlafen. Eine Matratze, mit leichter Decke zum Zudecken, ist am geeignetsten. Häufige Bäder und Waschungen der Geschlechtstheile, ebensowohl Sitzbäder als Baden des ganzen Körpers sind sehr zuträglich. Die Behandlung sollte nur von einem geschickten Arzt geleitet werden.

Homöopathisch.Mercurius,Phosphorus,Aurum,Nux vomica,Cuprum,Cantharides,Conium,Cannabissind Hauptmittel gegen dieses Leiden.

Verordnung der Heilmittel.Von dem gewählten Mittel nehme man Morgens und Abends eine Dosis (6 Kügelchen).

Allöopathisch.Stärkende Mittel sind anzuwenden und wird zu diesem Behufe folgendes empfohlen:

Mische es. Dosis einen Theelöffel voll in einem Weinglas mit Wasser vor jeder Mahlzeit.

Oder auch:

Mische es. Dosis einen Theelöffel voll zwei- oder dreimal des Tages.

Oder:

Mische es. Dosis: für einen Erwachsenen einen Theelöffel voll in einem Weinglas mit Wasser nach jeder Mahlzeit.

Hypophosphites-Syrup wird empfohlen und sollte eine beträchtliche Zeit genommen werden.

Eclectische und Kräuterkur.Folgendes stärkende Mittel mag, wenn nur wenig Schwäche vorhanden ist, genommen werden:

Mische und lasse es, bei öfterem Umschütteln einige Tage stehen. Dosis: drei- oder viermal des Tages ein Weinglas voll.

Bei Hinfälligkeit, Nervenschwäche, Verstopfung, Niedergeschlagenheit möge folgendes gegeben werden:

Mische es. Dosis: 25 Tropfen in einem Weinglas mit Milch dreimal des Tages.

Bei Spermatorrhöa oder Samenfluß werden folgende Pillen gut gefunden werden:

Mische es in eine Masse von gleichen Theilen Magnesia und Gummi Arabicum und theile es in 24 Pillen. Dosis: dreimal des Tages eine Pille.

Dies ist eine lästige Krankheit und entsteht in Folge unreinen geschlechtlichen Verkehrs. Sie kennzeichnet sich durch das Erscheinen von einer Finne, von einer leichten Entzündung eingefaßt, und die Bildung eines Eiters oder des Schankers. Die Eiterung tritt in der Regel nach dem fünften bis vierzehnten Tage nach der Ansteckung ein.

Es giebt verschiedene Gattungen von Schanker, die sehr störend auf den Organismus einwirken, gewöhnlich begleitet ihn ein Anschwellen —Bubogenannt — in den Lenden, welcher einige Tage nach den Eiterbeulen eintreten und fortdauern kann, bis sich Eiter bildet und derselbe aufbricht oder geöffnet werden muß.

Greift die Syphilis den Organismus an, so wird sie secundäre genannt, und tertiäre, wenn sich Ausschläge, böser Hals und Eiterbeulen an verschiedenen Stellen des Körpers bilden.

Der Ausschlag erscheint gewöhnlich auf der Stirn, dem Rücken, den Beinen und Armen, er ist kupferfarben und von leichtem Jucken begleitet, auch füllt sich die Pustel zuweilen mit einer blassen Flüssigkeit. Sind Mund und Hals angegriffen, so schwellen sie an, werden böse, roth und mit einer weißen Schleimhaut bedeckt, auch kann ein blaßgelber Eiter des Halses oder der Mandeln oder auch ein schwarzgelber und morastartiger Eiter vorhanden sein, welcher sich auf verschiedene Stellen des Halses und der Nase erstreckt und die Knochen des Gesichts zerstört.

Behandlung.Allöopathisch.Sobald sich Eiter am Penis zeigt, sollte derselbe sogleich aufgeätzt werden. Zu diesem Behufe bediene man sich des schwefelsauren Silbers (Nitrate of silver), Salpetersäure (Nitric acid), Aetz-Potasche (Caustic potassa), Zink-Chlorid (Chloride of zinc). Schwefelsaures Silber (Nitrate of silver) wird in der Regel angewandt und die Finne sollte damit gehörig gebrannt werden. Nachdem das Geschwür weggebeizt ist, befeuchte man Charpie in einer Auflösung von Opium, im Verhältniß von einer Drachme Opium auf 4 Unzen Wasser, lege es auf, wickle den Penis in ein Stück Leinwand und bedecke ihn mit eingeölter Seide.Anstatt des Opiums kann auch folgende Auflösung angewendet werden:Schwefelsaures Kupfer (Sulphate of copper)1Gran.Wasser1Unze.Dies sollte öfters angewendet und die Theile zweimal des Tages mit spanischer Seife (Castile soap) und Wasser gewaschen werden.Folgendes ist für den innerlichen Gebrauch:Protiodide of mercury12Grane.Rosenkonserve (Conserve of roses)1Skrupel.Theile es in 12 oder 24 Pillen und nimm zweimal des Tages eine.Folgendes wird in einigen Fällen von gutem Erfolg sein:Blaue Pillen (Blue pill)½Drachme.Bilsenkraut-Extrakt (Extract of henbane)1Skrupel.Mache 10 Pillen daraus. Dosis: Eine Pille des Nachts. Oder:Aetzsublimate (Corrosive sublimate)4Grane.Opium-Extrakt (Extract of opium)5„Mische es und mache 20 Pillen daraus. Dosis: Morgens und Abends eine Pille.Diese Quecksilber-Präparate sollten nicht länger als fünf Tage hinter einander gebraucht werden, da Gefahr vorhanden ist, dadurch Speichelfluß hervorzurufen. Ist das letztere der Fall, gebrauche man folgendes:Chlorinirte Soda (Chlorinated soda)1Unze.Wasser2Unzen.Mische es. Der Mund sollte damit mehrere Male des Tages ausgespült werden, aber man vermeide vorsichtig etwas davon zu verschlucken.Ricord empfiehlt im Verhältniß von einem Theile weinsteinsaure Eisen-Potasche (Potassio-tartrate of iron) auf sechs Theile Wasser. Zwei Theelöffel voll dreimal des Tages zu geben. Dasselbe Präparat ist auch gegen das Geschwür angewendet worden. DerBubo, die Anschwellung in der Lende, sollte mit einem Verbande versehen werden. Wenn sich aber Eiter bildet, so sollte das Geschwür geöffnet und Umschläge gemacht werden. Im Falle eines Ausschlags auf der Haut, oder wenn sich die Krankheit im Halse oder an irgend einem anderen Theile des Körpers zeigt, mag Potaschen-Jodid wie folgt gegeben werden:Zusammengesetzter Sassaparillen-Aufguß (Compound Infusion of sarsaparilla)1Pint.Potaschen-Jodid (Iodide of potassium)½Unze.Mische es. Dosis: Einen Theelöffel voll nach jeder Mahlzeit.Das Präparat, unter „Donovan’s solution“ bekannt, mag dazwischen in Dosen von 3 bis 5 Tropfen gegeben werden.Die Kost muß genau geordnet werden, der Patient darf weder reizende Nahrungsmittel zu sich nehmen, noch Spirituosen trinken.Eclectische und Kräuterkur.Das Geschwür sollte mit salpetersaurem Silber (Nitrate of silver) oder einigen Tropfen von Salpeter- oder Salzsäure betupft werden. Darauf kann man vermittelst Charpies salzsaures Eisen(Muriate of iron) auflegen. Behufs Erhaltung eines gehörigen Stuhlgangs diene folgendes:Blue Mass60Grane.Entenfuß (Podophyllin)20„Mache 20 Pillen daraus und nimm Morgens und Abends eine. Zeigt sich die Wirkung auf die Eingeweide, so nimm jeden Tag eine.Erscheint einBubo, so verbinde ihn mit Tüchern, welche mit folgendem angefeuchtet sind:Jod (Iodine)1Skrupel.Potaschen-Jodid (Iodide of potassium)2„Wasser1Unze.Zweimal täglich anzuwenden. Kermesbeer- (Poke root) Umschläge sollten gleichzeitig angewendet werden, indem man die frische Wurzel in heißer Asche erweicht und dann zerdrückt. Bildet sich Eiter, so ist es am besten, denBubodurch Aetzmittel zu öffnen, da es weit besser heilt, als wenn derselbe vermittelst eines Messers geöffnet wurde. Reinige ihn einmal des Tages mit spanischem Seifenwasser (Castile soap suts) und spritze ihn ebenso damit aus.Dr. King empfiehlt folgendes als ein ausgezeichnetes Mittel gegen Syphilis in allen Formen:Zusammengesetzter Stillingia-Syrup (Compound syrup of stillingia)4Unzen.Saturirte Kermesbeer-Tinktur (Saturated tincture of poke root)4„Saturirte Schafampfer-Tinktur (Saturated tincture of sheep sorrel)4„Mische es. Dosis: Einen Theelöffel bis einen halben Eßlöffel voll dreimal des Tages.Gegen constitutionelle Syphilis bei Eiterungen im Halse mag eine starke Abkochung von Weißeichenrinde (White oak bark) mit ein wenig Borax und Alaun (Alum) gegeben werden; bei innerem Gebrauche gebe man dasselbe ohne Borax zwei- oder dreimal des Tages einen Eßlöffel voll.Wenn Hautausschläge vorhanden sind, so sollte der Körper ein- oder zweimal des Tages mit einer Mischung von Salpeter- oder Salzsäure, je ein Theelöffel voll auf zwei Quart warmes Wasser, gewaschen werden. Folgendes möge als Thee dienen:Entenfußwurzel (May apple), Kalmuswurzel (Blue flag root), Kermesbeere (Poke root), Ampferwurzel (Yellow dock root), Sassafras, Stillingia, Sassaparilla, Bitterwurzel (Bitter root). Eine Abkochung kann von einem oder dem andern hiervon oder von allen gemacht werden, und zu jedem Pint einer solchen Abkochung füge man eine Drachme Potaschen-Jodid (Iodide of potassa) hinzu. Der zusammengesetzte Stillingia-Spiritus mag in einigen Fällen angewendet werden.Die Eiterbeulen, welche sich an dem Körper zeigen, mögen mit der salzsauren Eisentinktur (Tincture of the muriate of iron) und Umschlägen von pulverisirtem Alaun (Powdered alum) und Kermesbeere (Poke root), während des Nachts ausgelegt, behandelt werden.Schmerzen in den Knochen mögen durch die folgenden Pillen gelindert werden:Inspissirter Brechwurz-Saft (Inspissated juice of Ipecac)1 oder 2Drachmen.Stechapfel- (Stramonium) Extrakt¼ oder ½Gran.Man mache daraus eine Pille und wiederhole es zwei- bis dreimal des Tages.Schwefelsaures Kupfer (Sulphate of copper) diene zu Waschungen des Halses. 30 Grane Kupfer kommen auf eine bis zwei Unzen Wasser; wasche damit vermittelst eines Stückchen Schwammes zwei- oder dreimal des Tages den Hals.Homöopathisch.Sobald das Geschwür erscheint, ätze man es mit salpetersaurem Silber (Nitrate of silver), Salpetersäure (Nitric acid), oder rothem Präcipitat (Red precipitate). Innerlich gebe man:Mercurius,Hydriodate of Potassa,Mercur. precipit. ruber,Sulphur,Silicea,Aurum,Mezerium.Bei sekundärer Syphilis, wo Schmerzhaftigkeit und Eiterung des Halses vorhanden ist, möge vermittelst eines Kameelhaarpinsels Benzoe-Tinktur immer nach einigen Tagen angewendet werden. Die Mittel, welche zu geben sind, sindBiniodide of Mercury,Kali Hydriodicum. Eine Woche kannMercuriusund die nächste WocheKali— und so abwechselnd fort — gegeben werden.Andere Mittel sind:Acidum Sulphuris,Lachesis,Phosphorus,Hepar Sulphuris,Borax.Verordnung der Heilmittel.Von dem gewählten Mittel gebe alle 2, 3 oder 4 Stunden eine Dosis. Ist das Mittel in Kügelchen, gebe 6 auf eine Dosis, wenn in Pulvern, 2 Grane. Bei constitutioneller Syphilis gebe dreimal des Tages eine Dosis.

Behandlung.

Allöopathisch.Sobald sich Eiter am Penis zeigt, sollte derselbe sogleich aufgeätzt werden. Zu diesem Behufe bediene man sich des schwefelsauren Silbers (Nitrate of silver), Salpetersäure (Nitric acid), Aetz-Potasche (Caustic potassa), Zink-Chlorid (Chloride of zinc). Schwefelsaures Silber (Nitrate of silver) wird in der Regel angewandt und die Finne sollte damit gehörig gebrannt werden. Nachdem das Geschwür weggebeizt ist, befeuchte man Charpie in einer Auflösung von Opium, im Verhältniß von einer Drachme Opium auf 4 Unzen Wasser, lege es auf, wickle den Penis in ein Stück Leinwand und bedecke ihn mit eingeölter Seide.

Anstatt des Opiums kann auch folgende Auflösung angewendet werden:

Dies sollte öfters angewendet und die Theile zweimal des Tages mit spanischer Seife (Castile soap) und Wasser gewaschen werden.

Folgendes ist für den innerlichen Gebrauch:

Theile es in 12 oder 24 Pillen und nimm zweimal des Tages eine.

Folgendes wird in einigen Fällen von gutem Erfolg sein:

Mache 10 Pillen daraus. Dosis: Eine Pille des Nachts. Oder:

Mische es und mache 20 Pillen daraus. Dosis: Morgens und Abends eine Pille.

Diese Quecksilber-Präparate sollten nicht länger als fünf Tage hinter einander gebraucht werden, da Gefahr vorhanden ist, dadurch Speichelfluß hervorzurufen. Ist das letztere der Fall, gebrauche man folgendes:

Mische es. Der Mund sollte damit mehrere Male des Tages ausgespült werden, aber man vermeide vorsichtig etwas davon zu verschlucken.

Ricord empfiehlt im Verhältniß von einem Theile weinsteinsaure Eisen-Potasche (Potassio-tartrate of iron) auf sechs Theile Wasser. Zwei Theelöffel voll dreimal des Tages zu geben. Dasselbe Präparat ist auch gegen das Geschwür angewendet worden. DerBubo, die Anschwellung in der Lende, sollte mit einem Verbande versehen werden. Wenn sich aber Eiter bildet, so sollte das Geschwür geöffnet und Umschläge gemacht werden. Im Falle eines Ausschlags auf der Haut, oder wenn sich die Krankheit im Halse oder an irgend einem anderen Theile des Körpers zeigt, mag Potaschen-Jodid wie folgt gegeben werden:

Mische es. Dosis: Einen Theelöffel voll nach jeder Mahlzeit.

Das Präparat, unter „Donovan’s solution“ bekannt, mag dazwischen in Dosen von 3 bis 5 Tropfen gegeben werden.

Die Kost muß genau geordnet werden, der Patient darf weder reizende Nahrungsmittel zu sich nehmen, noch Spirituosen trinken.

Eclectische und Kräuterkur.Das Geschwür sollte mit salpetersaurem Silber (Nitrate of silver) oder einigen Tropfen von Salpeter- oder Salzsäure betupft werden. Darauf kann man vermittelst Charpies salzsaures Eisen(Muriate of iron) auflegen. Behufs Erhaltung eines gehörigen Stuhlgangs diene folgendes:

Mache 20 Pillen daraus und nimm Morgens und Abends eine. Zeigt sich die Wirkung auf die Eingeweide, so nimm jeden Tag eine.

Erscheint einBubo, so verbinde ihn mit Tüchern, welche mit folgendem angefeuchtet sind:

Zweimal täglich anzuwenden. Kermesbeer- (Poke root) Umschläge sollten gleichzeitig angewendet werden, indem man die frische Wurzel in heißer Asche erweicht und dann zerdrückt. Bildet sich Eiter, so ist es am besten, denBubodurch Aetzmittel zu öffnen, da es weit besser heilt, als wenn derselbe vermittelst eines Messers geöffnet wurde. Reinige ihn einmal des Tages mit spanischem Seifenwasser (Castile soap suts) und spritze ihn ebenso damit aus.

Dr. King empfiehlt folgendes als ein ausgezeichnetes Mittel gegen Syphilis in allen Formen:

Mische es. Dosis: Einen Theelöffel bis einen halben Eßlöffel voll dreimal des Tages.

Gegen constitutionelle Syphilis bei Eiterungen im Halse mag eine starke Abkochung von Weißeichenrinde (White oak bark) mit ein wenig Borax und Alaun (Alum) gegeben werden; bei innerem Gebrauche gebe man dasselbe ohne Borax zwei- oder dreimal des Tages einen Eßlöffel voll.

Wenn Hautausschläge vorhanden sind, so sollte der Körper ein- oder zweimal des Tages mit einer Mischung von Salpeter- oder Salzsäure, je ein Theelöffel voll auf zwei Quart warmes Wasser, gewaschen werden. Folgendes möge als Thee dienen:

Entenfußwurzel (May apple), Kalmuswurzel (Blue flag root), Kermesbeere (Poke root), Ampferwurzel (Yellow dock root), Sassafras, Stillingia, Sassaparilla, Bitterwurzel (Bitter root). Eine Abkochung kann von einem oder dem andern hiervon oder von allen gemacht werden, und zu jedem Pint einer solchen Abkochung füge man eine Drachme Potaschen-Jodid (Iodide of potassa) hinzu. Der zusammengesetzte Stillingia-Spiritus mag in einigen Fällen angewendet werden.

Die Eiterbeulen, welche sich an dem Körper zeigen, mögen mit der salzsauren Eisentinktur (Tincture of the muriate of iron) und Umschlägen von pulverisirtem Alaun (Powdered alum) und Kermesbeere (Poke root), während des Nachts ausgelegt, behandelt werden.

Schmerzen in den Knochen mögen durch die folgenden Pillen gelindert werden:

Man mache daraus eine Pille und wiederhole es zwei- bis dreimal des Tages.

Schwefelsaures Kupfer (Sulphate of copper) diene zu Waschungen des Halses. 30 Grane Kupfer kommen auf eine bis zwei Unzen Wasser; wasche damit vermittelst eines Stückchen Schwammes zwei- oder dreimal des Tages den Hals.

Homöopathisch.Sobald das Geschwür erscheint, ätze man es mit salpetersaurem Silber (Nitrate of silver), Salpetersäure (Nitric acid), oder rothem Präcipitat (Red precipitate). Innerlich gebe man:Mercurius,Hydriodate of Potassa,Mercur. precipit. ruber,Sulphur,Silicea,Aurum,Mezerium.

Bei sekundärer Syphilis, wo Schmerzhaftigkeit und Eiterung des Halses vorhanden ist, möge vermittelst eines Kameelhaarpinsels Benzoe-Tinktur immer nach einigen Tagen angewendet werden. Die Mittel, welche zu geben sind, sindBiniodide of Mercury,Kali Hydriodicum. Eine Woche kannMercuriusund die nächste WocheKali— und so abwechselnd fort — gegeben werden.

Andere Mittel sind:Acidum Sulphuris,Lachesis,Phosphorus,Hepar Sulphuris,Borax.

Verordnung der Heilmittel.Von dem gewählten Mittel gebe alle 2, 3 oder 4 Stunden eine Dosis. Ist das Mittel in Kügelchen, gebe 6 auf eine Dosis, wenn in Pulvern, 2 Grane. Bei constitutioneller Syphilis gebe dreimal des Tages eine Dosis.

ist eine Entzündung der Schleimhaut des Harnwegs, begleitet von einem Ausfluß und rührt von unreinem geschlechtlichem Verkehr her.

Symptome.Der Tripper stellt sich in der Regel am dritten oder achten Tag nach der Ansteckung ein. Er beginnt mit einem unangenehmen Gefühle am Ende des Penis und ist gewöhnlich von etwas Röthe und Schwierigkeit des Wasserablassens begleitet; nach ein oder zwei Tagen nimmt der Ausfluß von Eiter zu, wird dünner und von einer grünlichen oder gelblichen Farbe, zuweilen mit Blut gestreift. Die Eichel ist roth und entzündet und der Urinverursacht einen brennenden Schmerz. Dehnt sich die Entzündung auf die Blase aus, so tritt ein quälendes Verlangen, das Wasser abzulassen, mit einem beständigen, unangenehmen Gefühle in der Gegend der Hoden und zwischen den Beinen, ein. Wenn die Entzündung stark ist, so tritt die sogenanntechorda venerea, während welcher der Penis steif und nach unten gekrümmt ist, hinzu, verursacht heftigen Schmerz und befällt den Patienten in der Regel im warmen Bette. In Folge der Entzündung kannPhimosisentstehen, bei welcher die Vorhaut hart und geschwollen ist und nicht zurückgezogen werden kann; oder wenn die Anschwellung hinter der Eichel eintritt, kann sie nicht vorgezogen werden und wirdparaphimosisgenannt. Die Drüsen der Lenden und ebenso die Hoden schwellen an und entzünden sich zuweilen.

Tripper ist die Folge derGonorrhœaund nimmt eine chronische Form an, nachdem die Entzündung nachgelassen hat. Hin und wieder ist er sehr hartnäckig. Eine andere Folge des Trippers sind Stricturen, welche die Harnröhre oder den von der Blase führenden Harnweg theilweise schließen, was an dem platten oder gedrehten Wasserstrahl, ähnlich einem Bohrer, oder gabelförmig, erkannt werden kann.


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