Drittes Kapitel.Geisteskrankheiten.
Dieser Geisteszustand ist die Folge von Nervenschwäche und tritt in der Regel gemeinschaftlich mit Verdauungsbeschwerden auf.
Ursachenmögen eine Herabstimmung und Kraftverminderung des Nervensystems werden, wie solche durch anhaltendes und angestrengtes geistiges Arbeiten oder auch durch Ausschweifungen, Unmäßigkeit im Essen und Trinken, Mangel an Schlaf, große geistige Angst, lang anhaltenden oder Unterdrückung des regelmäßigen Stuhles entstehen.
Symptomebestehen in Mattigkeit, Verdrossenheit, Mangel an Willenskraft, Unthätigkeit. Der Kranke leidet Schmerzen im Unterleib und der Brust, besonders unter der falschen Rippe. Das Gesicht nimmt einen schwermüthigen Ausdruck an, der Kranke bewacht beständig alle Symptome und vermeint unter einer Menge von Krankheiten zu leiden, spricht stets von seiner Gesundheit und glaubt, nicht lange mehr leben zu können. Er wird von Verdauungsbeschwerden belästigt, leidet an Verstopfung, Schwindel, Schmerzen im Kopfe, Zunge belegt, Gesichtsfarbe bleich oder dunkelbraun, Füße kalt und unruhigen Schlaf. Vielleicht wird er Wochen lang und länger das Bett hüten, fortwährend in der Einbildung, daß er an einer heftigen Krankheit leidet, und der Versuch, ihn davon abzubringen, wird ihn mehr oder weniger beleidigen. Dieser Gemüthszustand kann dauern, bis Personen und Gegenstände gesehen werden, die gar nicht vorhanden sind, ebenso bildet sich der Kranke ein, Geräusch zu hören. Ein beständiges Verlangen nach Medizinen für diese und jene Krankheit äußert sich. Die Hypochondrie ist in der Regel am Morgen schlimmer und legt sich gegen Mittag und Abend.
Behandlung.Allgemeine.Große Sorgfalt muß bei Behandlung solcher Fälle beobachtet werden; der Kranke darf weder verspottet, noch sollte ihm das Vorhandensein einer Krankheit bestritten werden, da dies seinen Zustand nur verschlimmern würde. Man suche vielmehr seine Gedanken von düsteren Gegenständen und Vorstellungen abzulenken und neuen, zerstreuenden Dingen zuzuwenden, höre die Klagen des Kranken so an, als ob sie in Wirklichkeit durch ein ernstes Leiden begründet wären. Tägliche Bewegung im Freien, wie Schießen, Reiten und Fischen sollte erzwungen werden, und heitere Genossen, die da versuchen, ihre Heiterkeit auf das Gemüth des Kranken zu übertragen, sollten zu dessen Umgang gewählt werden. Der Leidende muß früh zu Bette gehen, auf einem harten Lager schlafen und früh wieder aufstehen, um, wenn es das Wetter zuläßt, Bewegung im Freien zu machen. Kalte Bäder, denen man ein lebhaftes Reiben folgen läßt, sollten häufig besucht werden. Die Kost muß leicht, nahrhaft und fein sein, wobei alle Fettigkeiten, Säuren, Spirituosen, Thee und Kaffee zu vermeiden sind.Der Magen darf nie überladen und die Speisen müssen gut gekaut werden. Unverdaulichkeit, Verdauungsbeschwerden und andere Krankheiten, die daraus entspringen mögen, sind je nach ihren verschiedenen Anzeichen zu behandeln.Homöopathisch.Nux vomica.— Bei Uebellaunigkeit, Lebensüberdruß, unerquickendem Schlafe, Eingenommenheit des Kopfes, heftigen Schmerzen oder einem Gefühle, wie Nadelstiche in das Gehirn, beständigem Verlangen, sich niederzulegen, großer Erschöpfung nach einem Spaziergange, Anlage zu oder Anwesenheit von Geschwüren.Sulphur.— Bei Niedergeschlagenheit, Besorgniß wegen seiner Geschäfte, Gesundheit und seines Seelenzustandes, Unruhe, ängstlicher Ungeduld, körperlicher und geistiger Schlaffheit, Zerstreutheit, Vollsein und Beklemmung des Magens, Verstopfung.Calcarea carbonica.— Bei Niedergeschlagenheit, einer Neigung, öfters zu weinen, Angst, Herzklopfen, eingebildetes Unwohlsein und Unglück, Wahnsinn und Krankheit, Todesfurcht, Unfähigkeit zum Denken oder zur geistigen Arbeit. (Dies, wennSulphurkeine Wirkung zeigt.)Aurum muriaticum.— Bei unerquickendem Schlafe, schreckhaften Träumen, Furcht vor einem bevorstehenden Ungemache, gänzlicher Mangel an Ehrgeiz und Thatkraft, beständiger Neigung, über eingebildete Krankheiten zu grübeln.Natrum muriaticum.— Niedergeschlagenheit, düstere Ahnungen wegen der Zukunft, Lebensüberdruß, Mißmuth, Unfähigkeit zu geistiger Arbeit, Kopfschmerz und Mangel an Eßlust, Unverdaulichkeit nach dem Essen.Verordnung der Heilmittel.Man gebe von dem gewählten Mittel einen Tag um den anderen 6 Kügelchen durch 2 Wochen hindurch. Tritt keine Besserung ein, so wähle man ein anderes Mittel.Allöopathisch.Wenn Verstopfung vorhanden ist, lasse man zerstoßenen Weizen essen, oder wenn dies nicht entspricht, gebe man das folgende Mittel:Pulverisirten Rhabarber (Pulv. rhubarb)2Skrupel.Doppelt kohlensaure Potasche (Bi-carbonate of potassa)1„Brechnuß-Extrakt (Extract of nux vomica)5Grane.Mische es und mache 12 Pillen daraus. Dosis: zweimal des Tages eine Pille.Ein Theelöffel voll kalcinirter Magnesia (Calcined magnesia) oder ein Aufguß von Entenfuß (Thoroughwort) wird häufig von gutem Erfolge sein.Bei vorhandener Schwäche kann eines von den folgenden gegeben werden:Flüssiger Extrakt von Sennesblättern (Fluid extract of senna)1Drachme.Zusammengesetzter flüssiger Enzianextrakt (Compound fluid of gentian)½„Flüssiger Ingwerextrakt (Fluid extract of ginger)½„Aromatischer Ammoniakspiritus (Aromatic spirits of ammonia)½„Mische und gib es als eine Dosis in einem Weinglas voll versüßten Wassers.Oder:Aloe (Aloes)1Unze.Enzian (Gentian)1„Orangenschale (Orange peel)1„Wachholderbeeren (Juniper berries)1„Aniskörner, zerstoßen (Anise-seed, bruised)1„Wachholderbranntwein (Gin)1Pint.Mische und lasse es zwei Wochen lang stehen, dann seie es durch. Dosis: Zweimal des Tages einen Eßlöffel voll. Bei Ohnmachten und Todesgedanken kann Mutterkrautthee (Motherwort) mit einem Theelöffel voll Kampfer-Spiritus gegeben werden.Eclectische und Kräuterkur.Sind die Eingeweide verstopft, öffne man sie vermittelst einer Mischung von Rhabarber (Rhubarb), zwei Theile, doppelt kohlensaure Potasche (Bi-carbonate of potassa), ein Theil, von dem 3 bis 15 Grane als eine Dosis gegeben und je nach Ermessen genommen werden können.Wenn sich eine Neigung zu saurem Magen einstellt oder es zeigen sich andere Verdauungsbeschwerden, so gebe man Magnesia und präparirten Kalk, oder auch zehn Grane Rhabarber (Rhubarb) mit ungefähr einem Theelöffel voll Magnesia einmal des Tages.Als ein stärkendes Mittel möge das folgende angewendet werden:Schwefelsaures Chinin (Sulphate of quinine)1Drachme.Leptandrin (Leptandrin)1„Weinsteinsäure (Tartaric acid)1„Alkoholextrakt von Schlangenwurzel (Black cohosh) in hinreichender Menge. Mische und theile es in vier Gran-Pillen; dreimal des Tages eine Pille.
Behandlung.
Allgemeine.Große Sorgfalt muß bei Behandlung solcher Fälle beobachtet werden; der Kranke darf weder verspottet, noch sollte ihm das Vorhandensein einer Krankheit bestritten werden, da dies seinen Zustand nur verschlimmern würde. Man suche vielmehr seine Gedanken von düsteren Gegenständen und Vorstellungen abzulenken und neuen, zerstreuenden Dingen zuzuwenden, höre die Klagen des Kranken so an, als ob sie in Wirklichkeit durch ein ernstes Leiden begründet wären. Tägliche Bewegung im Freien, wie Schießen, Reiten und Fischen sollte erzwungen werden, und heitere Genossen, die da versuchen, ihre Heiterkeit auf das Gemüth des Kranken zu übertragen, sollten zu dessen Umgang gewählt werden. Der Leidende muß früh zu Bette gehen, auf einem harten Lager schlafen und früh wieder aufstehen, um, wenn es das Wetter zuläßt, Bewegung im Freien zu machen. Kalte Bäder, denen man ein lebhaftes Reiben folgen läßt, sollten häufig besucht werden. Die Kost muß leicht, nahrhaft und fein sein, wobei alle Fettigkeiten, Säuren, Spirituosen, Thee und Kaffee zu vermeiden sind.
Der Magen darf nie überladen und die Speisen müssen gut gekaut werden. Unverdaulichkeit, Verdauungsbeschwerden und andere Krankheiten, die daraus entspringen mögen, sind je nach ihren verschiedenen Anzeichen zu behandeln.
Homöopathisch.Nux vomica.— Bei Uebellaunigkeit, Lebensüberdruß, unerquickendem Schlafe, Eingenommenheit des Kopfes, heftigen Schmerzen oder einem Gefühle, wie Nadelstiche in das Gehirn, beständigem Verlangen, sich niederzulegen, großer Erschöpfung nach einem Spaziergange, Anlage zu oder Anwesenheit von Geschwüren.
Sulphur.— Bei Niedergeschlagenheit, Besorgniß wegen seiner Geschäfte, Gesundheit und seines Seelenzustandes, Unruhe, ängstlicher Ungeduld, körperlicher und geistiger Schlaffheit, Zerstreutheit, Vollsein und Beklemmung des Magens, Verstopfung.
Calcarea carbonica.— Bei Niedergeschlagenheit, einer Neigung, öfters zu weinen, Angst, Herzklopfen, eingebildetes Unwohlsein und Unglück, Wahnsinn und Krankheit, Todesfurcht, Unfähigkeit zum Denken oder zur geistigen Arbeit. (Dies, wennSulphurkeine Wirkung zeigt.)
Aurum muriaticum.— Bei unerquickendem Schlafe, schreckhaften Träumen, Furcht vor einem bevorstehenden Ungemache, gänzlicher Mangel an Ehrgeiz und Thatkraft, beständiger Neigung, über eingebildete Krankheiten zu grübeln.
Natrum muriaticum.— Niedergeschlagenheit, düstere Ahnungen wegen der Zukunft, Lebensüberdruß, Mißmuth, Unfähigkeit zu geistiger Arbeit, Kopfschmerz und Mangel an Eßlust, Unverdaulichkeit nach dem Essen.
Verordnung der Heilmittel.Man gebe von dem gewählten Mittel einen Tag um den anderen 6 Kügelchen durch 2 Wochen hindurch. Tritt keine Besserung ein, so wähle man ein anderes Mittel.
Allöopathisch.Wenn Verstopfung vorhanden ist, lasse man zerstoßenen Weizen essen, oder wenn dies nicht entspricht, gebe man das folgende Mittel:
Mische es und mache 12 Pillen daraus. Dosis: zweimal des Tages eine Pille.
Ein Theelöffel voll kalcinirter Magnesia (Calcined magnesia) oder ein Aufguß von Entenfuß (Thoroughwort) wird häufig von gutem Erfolge sein.
Bei vorhandener Schwäche kann eines von den folgenden gegeben werden:
Mische und gib es als eine Dosis in einem Weinglas voll versüßten Wassers.
Oder:
Mische und lasse es zwei Wochen lang stehen, dann seie es durch. Dosis: Zweimal des Tages einen Eßlöffel voll. Bei Ohnmachten und Todesgedanken kann Mutterkrautthee (Motherwort) mit einem Theelöffel voll Kampfer-Spiritus gegeben werden.
Eclectische und Kräuterkur.Sind die Eingeweide verstopft, öffne man sie vermittelst einer Mischung von Rhabarber (Rhubarb), zwei Theile, doppelt kohlensaure Potasche (Bi-carbonate of potassa), ein Theil, von dem 3 bis 15 Grane als eine Dosis gegeben und je nach Ermessen genommen werden können.
Wenn sich eine Neigung zu saurem Magen einstellt oder es zeigen sich andere Verdauungsbeschwerden, so gebe man Magnesia und präparirten Kalk, oder auch zehn Grane Rhabarber (Rhubarb) mit ungefähr einem Theelöffel voll Magnesia einmal des Tages.
Als ein stärkendes Mittel möge das folgende angewendet werden:
Alkoholextrakt von Schlangenwurzel (Black cohosh) in hinreichender Menge. Mische und theile es in vier Gran-Pillen; dreimal des Tages eine Pille.
Dies ist ein Leiden, welches besonders dem weiblichen Geschlechte von nervöser oder nervös-sanguinischer Gemüthsart, mit heitern, lebhaften, heftigen Gefühlen und lebendiger Einbildungskraft eigen ist. Der Name ist aus dem Griechischen genommen und bezeichnet die Gebärmutter, wahrscheinlich weil gewisse Störungen des Geschlechtssystems Ursache zu dieser Krankheit wurden.
Ursachen.Zarte, nervöse Gemüthsbeschaffenheit, Beschränkung auf schlecht ventilirte und überheizte Zimmer, das Lesen von die Einbildungskraft aufregenden Büchern, der Besuch von theatralischen Vorstellungen, enge Schnürbrust, Mangel an Bewegung und Schlaf, außerordentliche Langeweile, üppige Lebensweise. Als die hervorragendsten Ursachen können geistige Erregungen, wie Aerger, Zorn, Kummer, Schreck, enttäuschte Liebe, Aussicht auf Unannehmlichkeiten, üble Gerüche oder Unverdaulichkeit bezeichnet werden.
Symptome.Ein Anfall von Hysterie folgt in der Regel auf Niedergeschlagenheit und begleitet Krämpfe von mehr oder weniger Dauer, sie wird häufiger bei Wittwen und Unverheiratheten, als bei Verheiratheten gefunden, sowie auch derartige Anfälle wahrscheinlicher zur Zeit der monatlichen Reinigung, als zu irgend einer anderen eintreten. In der Regel wird vor oder während des Anfalles ein Gefühl, als ob eine Kugel von der linken Seite des Unterleibes nach dem Hals aufstiege, welches ein Gefühl von Ersticken verursacht, wahrgenommen. Die Kranke weint und lacht abwechselnd oder verschafft sich durch Schluchzen und eine Fluth von Thränen, sowie durch Ringen der Hände und Raufen des Haars, Luft. Zuweilen wird der Körper und die Glieder krampfartig zusammengezogen und die Kranke sträubt sich vielleicht so heftig, daß die Kraft von mehreren Personen erforderlich ist, um sie zu halten. Der Kopf wird zurückgezogen und es tritt Delirium oder Bewußtlosigkeit ein. Es giebt nur wenige Symptome, welche die Krankheit anzeigen.
Behandlung.Allgemeine.Die Kranke sollte an die frische Luft gebracht und die Kleider gelockert werden, so daß ein ungehinderter Blutumlauf und freies Athmen stattfinden kann. Kopf und Gesicht wasche man mit kaltem Wasser und zuweilen wird das Uebergießen mit einem Eimer kalten Wassers den Krampf der Kranken beendigen.Allöopathisch.Während eines Krampfanfalles gebe man einen großen Theelöffel voll flüssigen Baldrianextrakt (Fluid extract of valerian) in ein Weinglas voll versüßten Wassers, was öfters wiederholt werden sollte; oder eine Drachme frisch gepulverter Baldrianwurzel, in 4 Pulvern getheilt, wovon als Dosis eines gegeben werden kann. Wenn die Kinnbacken geschlossen sind und nicht geöffnet werden können, nehme man in die Zipfel einer Serviette 2 Stücke Eis, ungefähr von der Größe eines Eies, und presse eins auf jeder Seite der Kinnbacken, was in der Regel ein Nachlassen des Krampfes verursachen wird. Ein Theelöffel voll flüchtigen Salzes (Sal volatile), Aether oder Stinkasant (Asa fœtida) kann, wenn zuträglich, gegeben werden. Hin und wieder wird auch eine Priese Erleichterung verschaffen. Hält der Anfall eine beträchtliche Zeit an, sollte eine Einspritzung, bestehend aus Terpentin, Spiritus, Castoröl, Stinkasanttinktur (Tincture of asa fœtida), von jedem eine halbe Unze mit einem Pint Haferschleim gemacht werden. Während der Zeit zwischen den Anfällen muß versucht werden, die Hauptursachen zu denselben, wie unregelmäßige Reinigung, Verstopfung oder gestörte Verdauung zu entfernen. Die Eingeweide mögen mit nicht zu heftig wirkenden Mitteln offen gehalten werden. Bei großer vorhandener Schwäche gebe man eins von den folgenden Mitteln:Zink-Baldrian (Valerianate of zinc)8Grane.Baldriantinctur (Tincture of valerian)2Drachmen.Orangenblüthewasser3½Unzen.Rothen Mohnsyrup (Syrup of red poppies)2Drachmen.Mische es. Dosis: Alle 6 Stunden einen Eßlöffel voll.Als stärkendes Mittel Folgendes:Enzianaufguß (Infusion of Gentian)5½Unzen.Anderthalb kohlensaures Ammoniak (Sesqui-carbonate of ammonia)½Drachme.Zusammengesetzte Kardamontinktur (Compound tincture of cardamon)½Unze.Mische es. Dosis: 2 oder 3 Mal des Tages einen Eßlöffel voll.Oder:Schwefelsaures Eisen (Sulphate of iron)1Skrupel.Pulverisirte Aloe (Pulverized aloes)2„Mische es und mache 20 Pillen daraus.Dosis: zweimal des Tages eine Pille. Bei großer Zartheit des Rückgrats sollte die Crotonölsalbe (Croton oil liniment) angewendet werden, bis eine starke Entzündung eintritt.Eclectische und Kräuterkur.Bei harten Fällen wird das folgende Mittel zuträglich gefunden werden:Stinkender Pothos (Skunk-cabbage root)½Unze.Schildkraut (Skull-cap)½„Frauenschuhwurzel (Ladyslipper root)½„Lobelia½„Spanischer Pfeffer (Capsicum)2Drachmen.Alcohol1Pint.Zusammengesetzter Lavendel-Spiritus (Compound spirits of Lavender)1Pint.Aether und Ammoniak, von jedem4Unzen.Mische und lasse es bei häufigem Umschütteln zwei Wochen lang stehen.Dosis: 1 bis 2 Theelöffel voll, so oft als erforderlich.In der Zwischenzeit der Anfälle öffne man mit einem der folgenden Mittel die Eingeweide:Aletridin12Grane.Senegin (Senecin)12„Schwefelsaures Chinin (Sulphate of quinine)6„Mische und theile es in 12 Pillen. Dosis: 3 Mal des Tages eine Pille.Oder:Belladonnaextrakt1½Grane.Schwefelsaures Chinin (Sulphate of quinine)6„Alkoholextrakt von Schlangenwurzel (Alcoholic extract of black cohosh)18„Mische und theile es in 12 Pillen. Dosis: 3 Mal des Tages eine Pille.Eine Pille aus Entenfuß- (May-apple) Extrakt mit ein Wenig Chinin (Quinine) oder gestoßenen Gewürznelken (Cloves) zusammengesetzt, sollte jeden Abend oder einen Abend um den anderen genommen werden. Ein gelindes Brechmittel einmal in der Woche aus gleichen Theilen der Lobelia und Brechwurz (Ipecacuanha) mit Isop- (Pennyroyal) Thee, wird zuträglich gefunden werden.Wenn der Kranke schwach ist, kann auch ein Pulver aus Narde (Spikenard), Enzian (Gentian), Camillen- (Chamomile) Blüthe zusammengesetzt, mit ein wenig Gewürznelken (Cloves) oder Muskatnuß (Nutmeg) in Wein oder Spiritus gegeben werden.Homöopathisch.Wenn der Anfall von Verstopfung herrührt und zugleich von einem bitteren sauren Geschmack im Munde begleitet wird, bei Vollheit und Schmerz im Magen, Uebelkeit, Schwäche, Kopfschmerz, Schwindel, sollteNux VomicaAbends undSulphurMorgens gegeben werden.Pulsatilla,Sabina,Silicea. Wenn der Anfall von einer Störung des Geschlechtsorganismus herrührt.Ignatia,Hyosciamus,BelladonnaundCoffea. Wenn der Anfall eine starke geistige Aufregung, wie Aerger oder Schrecken, zur Ursache hat.Verordnung der Heilmittel.Während der Anfälle gebe von dem gewählten Heilmittel eine Lösung von 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser. Dosis: Alle 10 bis 15 Minuten einen Theelöffel voll.In der Zwischenzeit der Anfälle werden alle 12 Stunden 6 Kügelchen hinreichend sein.
Behandlung.
Allgemeine.Die Kranke sollte an die frische Luft gebracht und die Kleider gelockert werden, so daß ein ungehinderter Blutumlauf und freies Athmen stattfinden kann. Kopf und Gesicht wasche man mit kaltem Wasser und zuweilen wird das Uebergießen mit einem Eimer kalten Wassers den Krampf der Kranken beendigen.
Allöopathisch.Während eines Krampfanfalles gebe man einen großen Theelöffel voll flüssigen Baldrianextrakt (Fluid extract of valerian) in ein Weinglas voll versüßten Wassers, was öfters wiederholt werden sollte; oder eine Drachme frisch gepulverter Baldrianwurzel, in 4 Pulvern getheilt, wovon als Dosis eines gegeben werden kann. Wenn die Kinnbacken geschlossen sind und nicht geöffnet werden können, nehme man in die Zipfel einer Serviette 2 Stücke Eis, ungefähr von der Größe eines Eies, und presse eins auf jeder Seite der Kinnbacken, was in der Regel ein Nachlassen des Krampfes verursachen wird. Ein Theelöffel voll flüchtigen Salzes (Sal volatile), Aether oder Stinkasant (Asa fœtida) kann, wenn zuträglich, gegeben werden. Hin und wieder wird auch eine Priese Erleichterung verschaffen. Hält der Anfall eine beträchtliche Zeit an, sollte eine Einspritzung, bestehend aus Terpentin, Spiritus, Castoröl, Stinkasanttinktur (Tincture of asa fœtida), von jedem eine halbe Unze mit einem Pint Haferschleim gemacht werden. Während der Zeit zwischen den Anfällen muß versucht werden, die Hauptursachen zu denselben, wie unregelmäßige Reinigung, Verstopfung oder gestörte Verdauung zu entfernen. Die Eingeweide mögen mit nicht zu heftig wirkenden Mitteln offen gehalten werden. Bei großer vorhandener Schwäche gebe man eins von den folgenden Mitteln:
Mische es. Dosis: Alle 6 Stunden einen Eßlöffel voll.
Als stärkendes Mittel Folgendes:
Mische es. Dosis: 2 oder 3 Mal des Tages einen Eßlöffel voll.
Oder:
Mische es und mache 20 Pillen daraus.
Dosis: zweimal des Tages eine Pille. Bei großer Zartheit des Rückgrats sollte die Crotonölsalbe (Croton oil liniment) angewendet werden, bis eine starke Entzündung eintritt.
Eclectische und Kräuterkur.Bei harten Fällen wird das folgende Mittel zuträglich gefunden werden:
Mische und lasse es bei häufigem Umschütteln zwei Wochen lang stehen.
Dosis: 1 bis 2 Theelöffel voll, so oft als erforderlich.
In der Zwischenzeit der Anfälle öffne man mit einem der folgenden Mittel die Eingeweide:
Mische und theile es in 12 Pillen. Dosis: 3 Mal des Tages eine Pille.
Oder:
Mische und theile es in 12 Pillen. Dosis: 3 Mal des Tages eine Pille.
Eine Pille aus Entenfuß- (May-apple) Extrakt mit ein Wenig Chinin (Quinine) oder gestoßenen Gewürznelken (Cloves) zusammengesetzt, sollte jeden Abend oder einen Abend um den anderen genommen werden. Ein gelindes Brechmittel einmal in der Woche aus gleichen Theilen der Lobelia und Brechwurz (Ipecacuanha) mit Isop- (Pennyroyal) Thee, wird zuträglich gefunden werden.
Wenn der Kranke schwach ist, kann auch ein Pulver aus Narde (Spikenard), Enzian (Gentian), Camillen- (Chamomile) Blüthe zusammengesetzt, mit ein wenig Gewürznelken (Cloves) oder Muskatnuß (Nutmeg) in Wein oder Spiritus gegeben werden.
Homöopathisch.Wenn der Anfall von Verstopfung herrührt und zugleich von einem bitteren sauren Geschmack im Munde begleitet wird, bei Vollheit und Schmerz im Magen, Uebelkeit, Schwäche, Kopfschmerz, Schwindel, sollteNux VomicaAbends undSulphurMorgens gegeben werden.
Pulsatilla,Sabina,Silicea. Wenn der Anfall von einer Störung des Geschlechtsorganismus herrührt.
Ignatia,Hyosciamus,BelladonnaundCoffea. Wenn der Anfall eine starke geistige Aufregung, wie Aerger oder Schrecken, zur Ursache hat.
Verordnung der Heilmittel.Während der Anfälle gebe von dem gewählten Heilmittel eine Lösung von 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser. Dosis: Alle 10 bis 15 Minuten einen Theelöffel voll.
In der Zwischenzeit der Anfälle werden alle 12 Stunden 6 Kügelchen hinreichend sein.
ist eine krankhafter Zustand, unter dessen Einfluß der Kranke niedergeschlagen, mürrisch, wunderlich ist, oder wo er unter der Einbildung einer Schuld, eines großen Verbrechens, das er sich gegen den Himmel oder die Menschen zu Schulden kommen ließ, leidet. Der Appetit ist veränderlich, Stimme schwach, Puls tief und der Schlaf unvollkommen. Dessen Behandlung ist fast dieselbe, als die der Hypochondrie, auf die wir verweisen.
ist eine Störung des Geistes, die sich verschiedenartig äußert. Die Symptome sind so zahlreich und so verschieden, daß es unmöglich ist, irgend eine Beschreibung davon zu geben.
Ursachen.Unter den zahlreichen Veranlassungen hierzu mögen Schläge auf den Kopf oder Rückgrat,Schlagfluß, Lähmung, heftige geistige Aufregung, wie großer Aerger, Eifersucht, Furcht, religiöse Aufregung, geschlechtliche Ausschweifungen und Verdauungsbeschwerden hervorgehoben werden.
Behandlung— sollte nur einem dazu befähigten Arzte oder den Instituten für derartige Kranke überlassen werden.