Drittes Kapitel.Hydropathische Behandlung.
Die Anwendung des Wassers in Verbindung mit einer anderen Behandlung ist sehr empfehlenswerth, aber dieselbe erfordert Kenntniß von dessen Wirkung, und Sorgfalt, um ernste Folgen zu vermeiden.
Personen, die körperlich sehr geschwächt sind, mögen zuerst den Körper theilweise baden, wie den Kopf, das Gesicht, die Arme und die Brust, dann abtrocknen und abreiben mit einem trockenen Handtuche oder der trockenen Hand, ehe die übrigen Theile des Körpers gebadet werden. Diese Form von Waschungen sind bei Fiebern oder anderen acuten Krankheiten häufig besser als das Baden des ganzen Körpers. Die Temperatur des Wassers ist nach dem Befinden des Kranken einzurichten; man beginne zuerst mit lauwarmem Wasser, nehme allmählig immer kühleres, so weit es der Kranke ertragen kann. Bei acuten Krankheiten, wo das Fieber geschwächt werden soll, eignet sich Wasser von 75 oder 85 Grad besser, als kälteres. Die beste Zeit, eine Waschung vorzunehmen, ist jedenfalls des Morgens unmittelbar nach dem Aufstehen, zuweilen möge eine zweite Waschung vor dem zu Bett Gehen vorgenommen werden. Eine solche Waschung kann eine Viertel- bis eine ganze Stunde oder länger dauern, je nachdem eine reizende Wirkung oder eine Abkühlung des Körpers gewünscht wird. Wenn eine kürzere Zeit angewendet, dient es zur Stärkung und Anregung und macht den Umlauf des Blutes regelmäßiger.
Diese Bäder werden in einem eigens zu diesem Zwecke angefertigten Schranke genommen und bringen das Wasser in kleinen Strahlen gleichzeitig mit verschiedenen Körpertheilen in Berührung. Schwache und nervöse Leute sollten zunächst mit lauwarmem Wasser beginnen und erst nach und nach kälteres nehmen.
Diese Bäder können auch so genommen werden, daß man sich in eine leere Badewanne stellt und sich von einer zweiten Person, die auf einem Stuhl daneben steht, aus einem gewöhnlichen Wasserbehälter begießen läßt. Derartige Bäder wirken reizend auf das Nervensystem und die Haut; sie werden besonders bei Krankheiten, die wiederholtes Schwitzen zu ihrer Heilung erfordern, empfohlen, oder Personen, welche in Folge von Krankheiten der Brust volle Bäder nach dem Schweiß nicht ertragen können.
Dies ist besonders passend und stärkend bei Fiebern. Man fülle ein Gefäß ein drittel oder halb voll Wasser, entweder kalt oder warm, und bringe den Kranken hinein und zwar so, daß die Füße in ein anderes Gefäß zu stehen kommen. Wenn der Patient schwach ist, so sollte er Hülfe haben. Der Körper und die Glieder sind gehörig zu waschen, und gelegentlich Schultern und Körper mit Wasser von derselben Temperatur zu übergießen. Einer allgemeinen Regel nach gilt lauwarmes Wasser für das geeignetste, indem dasselbe weniger Rückkehr des Fiebers veranlassen wird. Das Bad mag 2 bis 5, 10 oder 15 Minuten, je nach der Höhe des Fiebers oder den Kräften des Patienten, dauern. Es sollte nicht so lange fortgesetzt werden, bis Frost eintritt, die Haut blaß wird oder die Fingernägel blau sind. Trockne den Patienten mit Handtüchern oder einem eigens dazu bestimmten trockenen Tuche ab. Kehrt das Fieber wieder, so wiederhole man das Bad, bis dasselbe nachläßt. Es ist sehr zuträglich bei Ausschlagsfiebern, galligen Wechselfiebern, Typhus und den heißen Stadien des Wechselfiebers.
Dies ist ein schätzbares Heilmittel und kann bei verschiedenen Krankheiten und Zuständen des Organismus angewendet werden:
Man nehme ein grobes leinenes oder baumwollenes Tuch und ringe es, wenn eine starke Reizung stattfinden soll, gehörig, wenn aber weniger, nur leicht aus. Wickle den Patienten hinein und reibe schnell über der Decke 3 oder 4 Minuten oder länger, bis die Oberfläche des Körpers vollkommen warm wird. Lasse dann eine trockene Decke folgen und reibe mit dem Handtuch und den Händen. Wenn so kalt als es ertragen werden kann angewendet, wirkt es stärkend und reizend. Es entfernt fieberischen Durst, benimmt die Mattigkeit, gibt dem Körper und Geist neue Kraft und verursacht ein angenehmes Gefühl über den Körper. Ist der Patient schwach, so sollte der Deckenumschlag von einer milden Temperatur sein (80 bis 90 Grad), welche allmählich herabgesetzt wird. Wenn zur Anreizung oder Stärkung der Nerven, des Gehirns, oder auch zur Minderung des Schmerzes angewendet, sollte es kühl oder kalt sein. Der Umschlag muß öfters naß gemacht und mehrere Male schnell hintereinander wiederholt werden.
Bei fieberischem Puls und Hitze, bei chronischen Krankheiten mag es beim zu Bett Gehen angewendet werden und sollte von milder Temperatur sein. Es wird nervöse Reizbarkeit vermindern und Schlaf herbeiführen. Bei allen Fieberarten ist es empfehlenswerth, ebenso bei Diarrhöe, Magenschwäche (Dysentery), Kolik &c. Der Patient sollte vorher Gesicht und Hände mit kaltem Wasser waschen.
Dies ist noch reizender und erregt eine erhöhtere Thätigkeit der Nerven. Der Patient stellt sich in eine leere Badewanne, während der Wärter zwei Eimer voll Wasser hat, den einen wärmer als den andern. Der wärmere wird halb auf des Kranken Brust und halb auf dessen Rücken gespritzt, worauf mit dem zweiten Eimer voll in derselben Weise verfahren wird. Dann trockne und reibe man den Kranken ab. Es ist nicht rathsam, dieses bei großer Nervösität anzuwenden, ebenso wenig bei ernsten Krankheiten des Herzens oder der Lungen. Gewöhnlich wendet man es an, wenn das Temperament träge oder die Krankheit einen allgemeinen Charakter hat.
Ist ein empfehlenswerthes Verfahren, die Hitze bei Fiebern zu schwächen und ungesunde Absonderungen zu entfernen. Das Tuch zum Einwickeln sollte von Baumwolle oder grober Leinwand sein, hinreichend lang, daß es dem Kranken vom Kopf bis zu den Füßen reicht und ungefähr zwei Yards breit. Bei Schwäche, chronischen Fällen lasse man es nicht ganz bis zu den Knöcheln reichen. Von dem Bette entferne man alle Unterbetten und lasse nur ein oder zwei Kopfkissen zurück. Ein oder zwei leichtere Tücher und darüber zwei wollene Decken sollten über das Bett gebreitet werden. Beklagt sich der Kranke über ein Frösteln in der Gegend des Rückgrats oder über den Körper, falte man ein Handtuch zusammen oder lege einen Streifen Flanell 4 Finger oder 3 bis 4 Zoll breit auf das Rückgrat, wo der Kranke auf dem Tuche liegt, was das Angreifen des Rückenmarknervs verhindert. Hat der Kranke Anlage zu kalten Füßen, so sollte ein Krug oder eine Kanne heißen Wassers, auch heiße Ziegelsteine, die ein- oder zweimal mit der wollenen Decke umschlagen werden, um so vor zu großer Hitze zu schützen, an die Füße gelegt werden. Der Patient liege platt auf dem Rücken, hebe die Arme, während der Wärter an der einen Seite die Decke um den Körper und die unteren Glieder schlägt und gehörig anzieht; dann lasse er die Arme fallen und die Decke wird an der anderen Seite schnell umgeschlagen, und untergesteckt. Die übrigen Decken werden darüber gelegt und in derselben Weise untergesteckt; sorgfältig vermeide man aber, dieselben über der Brust zu fest anzuziehen. Dieselben müssen unter den Schultern so angezogen sein, daß die Hitze nicht herausströmen kann.
Hat der Kranke Anlage zu Kopfschmerz, oder zu Blutandrang nach dem Kopfe, so falte man ein Handtuch zusammen, weiche es in kaltem Wasser ein, lege es auf die Stirn und wiederhole dies, so oft es heiß wird.
In einer solchen Einhüllung sollte man 30 Minuten bis 1½ Stunden verbleiben. Wird man in 15 bis 20 Minuten erwärmt, so reicht ein Verbleiben in dieser Einpackung von 30 bis 40 Minuten hin, geht dies aber langsamer von statten, so wird 1 oder 1¼ Stunde genügen. Wird Schweiß gewünscht, so sollte der Kranke in dieser Lage verharren, bis der Schweiß auf die Stirne tritt, wasgewöhnlich eine, zwei bis drei Stunden dauert. Bleibt der Patient lange genug so, um Schweiß hervorzurufen, so wird sich in der Regel kurz vorher ein Frösteln einstellen, dem übermäßiges Schwitzen folgt.
Bei zarten Personen ringe man die Decke zuerst in lauwarmem oder warmem Wasser aus. Nach Beendigung dieses Verfahrens kann das Untertauchen, Reiben, die nasse Einhüllung oder Reiben mit dem Handtuch angewendet werden.
Bei acuten Krankheiten, wo starkes Fieber vorhanden ist, wird die Anwendung des Vorstehenden außerordentlich zuträglich gefunden werden. In diesem Falle sollte das Tuch jede halbe Stunde oder öfter, wenn das Fieber stark ist, in frischem Wasser ausgerungen werden, bis dasselbe nachläßt.
Es mag in den verschiedenen Stadien des gewöhnlichen und Wechselfiebers, sowie bei chronischen Leiden angewendet werden. Ist der Kranke sehr schwach, so nehme man nur eine theilweise Einhüllung vor und bediene sich zu diesem Behufe eines Handtuchs, das naß gemacht, über die Brust und den Unterleib gelegt, während der übrige Theil des Körpers in trockene Decken gehüllt wird. In einigen Tagen nehme man noch ein zweites Handtuch dazu, das auf den Rückgrat gelegt wird, und so fahre man fort, bis der Patient eine volle Einhüllung vertragen kann. Kopfschmerz, Erschlaffung der Muskeln und Schwindel zeigen in der Regel an, daß die Einpackung bereits zu lange währte.
Das Bett ist ebenso wie bei dem Vorhergehenden herzurichten, nur lasse man das nasse Tuch weg und schlage unmittelbar zwei wollene Decken um den Patienten. Dann lege er sich niederund der Wärter gebe über diese Decken leichtere und schlage sie gehörig um; andere Decken oder ein Federbett sind dann darüber zu legen und besonders um die Schultern herum und an den Füßen sorgfältig unterzuschieben, so daß die heiße Luft nicht ausströmen kann. Es wird gut sein, eine Wärmflasche mit heißem Wasser an die Füße zu legen. Wird der Kopf heiß, so lege man ein nasses Handtuch auf die Stirne und gebe dem Kranken reichlich Wasser zu trinken. Die Fenster des Zimmers sind zu öffnen, damit fortwährend reichlich frische Luft vorhanden ist. Es erfordert gewöhnlich zwei bis drei Stunden, Schweiß hervorzurufen. Diesem lasse man das Reiben mit dem Tuch, ein halbes Bad, oder Ueberschütten von Wasser mit dem Eimer folgen. Man wendet es bei Hautkrankheiten, Leberunthätigkeit, Unverdaulichkeit, sowie bei chronischem Rheumatismus und Gicht an.
Der Patient setze sich unbekleidet in einen Stuhl und nehme ein paar wollene Decken um sich, die um den Hals herum befestigt sind. Ein niederes Gefäß oder eine Blechpfanne mit heißem Wasser angefüllt, in die von Zeit zu Zeit glühende Ziegelsteine oder andere Steine gelegt werden, um ein fortwährendes Aufsteigen von Dampf zu erzeugen, muß unter den Stuhl gestellt werden. Es wird 10 bis 20 Minuten erfordern, um auf diese Weise Schweiß hervorzurufen. Wenn der Kopf angegriffen wird, so daß sich Ohnmachten, Uebelkeit oder Blutandrang nach dem Kopfe einstellen, so sollte mit dem Dampfbad eingehalten werden. Man lasseden Kranken kaltes Wasser trinken, wasche das Gesicht mit kaltem Wasser oder lege gleich beim Beginne ein nasses Handtuch auf den Kopf. Nach Anwendung dessen sollte zur Reinigung der Haut ein volles Bad genommen werden.
Es ist zuträglich bei Hautkrankheiten, Erkältungen und Fiebern, zuweilen auch bei unterdrückten Lochien. Lungenschwachen sollte dasselbe nicht verordnet werden.
Ein gewöhnlicher Waschzuber wird behufs dieses Bades entsprechen. Derselbe muß aber groß genug sein, um eine freie Bewegung der Arme zum Abreiben zu gestatten und tief genug, daß die Beine übereinander geschlagen werden können, ohne daß dadurch ein Druck verursacht oder der Blutumlauf gehemmt wird. Der Patient entkleide sich entweder vollständig, oder auch nur die Theile, welche mit dem Wasser in Berührung kommen. Wird das Bad zur Stärkung genommen, so muß das Wasser kalt sein und der Badende 5, 10 oder 15 Minuten darin verbleiben. Schwächliche Personen sollten sich warmen Wassers bedienen und darin 1 bis 5 Minuten verbleiben; allmählig nehme man kältere Bäder, bis sie kalt ertragen werden können. Das Wasser muß die Hüften und den unterenTheil des Unterleibes bedecken. In dem kalten Stadium des Wechselfiebers wird das warme Sitzbad die Strenge des Frostes bedeutend lindern, und wenn die Kälte folgt, so reibe man mit dem nassen Tuche; tritt das heiße Stadium ein, so wird es oft den Anfall brechen. Zur selben Zeit mache man Einspritzungen von kaltem oder warmem Wasser.
Das stärkende Sitzbad erfordert häufige Wiederholungen, drei- bis sechsmal täglich und mag bei zu starker monatlicher Reinigung, weißem Fluß (Leucorrhœa) und Gebärmuttervorfall angewendet werden. Das Sitzbad wird häufiger als ein ableitendes Mittel gegen Störungen der Leber und Nieren, Verdauungsschwäche (Dyspepsia), Blutandrang nach dem Kopfe, Verstopfung der Eingeweide &c. angewendet und wenn dies der Fall ist, so sollte die Temperatur des Bades 60 bis 85 Grad betragen und der Patient sollte ungefähr 15 Minuten in demselben bleiben. Wenn es gegen Geschwüre oder chronische Leiden der Geschlechtsorgane gebraucht wird, sollte dasselbe 20 bis 45 Minuten dauern. Das Sitzbad darf weder unmittelbar vor dem Essen noch vor Ablauf von 2½ Stunden nach der Mahlzeit genommen werden. Mäßige Bewegung sollte nach jedem Bad gemacht werden, wenn der Patient stark genug ist, wenn nicht, muß durch gehöriges Reiben die Rückwirkung gesichert werden.
Man bediene sich eines seichten oder gewöhnlichen Badezubers Und fülle denselben vier bis sechs Zoll mit Wasser an. Während des Bades sollte der Unterleib und der untere Theil des Körpers, sowie auch Brust und Rücken, von dem Badenden oder einem Wärter gehörig gerieben und der Kopf gewaschen werden. Wenn kein Frost vorhanden ist, so gieße man einen Eimer kalten Wassers auf die Brust und die Schultern. Sehr schwache und gegen Kälte empfindliche Personen mögen ein solches Bad 1 bis 15 Minuten lang nehmen, und in anderen Fällen kann es 15 bis 30 Minuten dauern. Man lasse demselben Reiben mit einem trockenen Tuche oder der Hand folgen. Es wird bei Hautkrankheiten, krankhaftem Kopfweh, Steigen des Blutes nach dem Kopfe,Schlagfluß, Lähmung, Sonnenstich &c. sehr zuträglich gefunden werden.
Dieses Bad sollte in einem größeren Wasserbehälter oder Trog genommen werden. Es wird gewöhnlich nach Schwitzen und zuweilen nach der nassen Einhüllung Jenen, die dasselbe vertragen können, verordnet. Der Patient sollte das Tuch und die Decke mit zum Bade nehmen und erst, nachdem er Brust und Kopf naß gemacht, in das Wasser tauchen.
Es wird zuweilen bei allen chronischen Krankheiten, die nicht mit Blutandrang nach dem Kopfe, Schwierigkeit des Athmens, oder gestörtem Blutumlauf verbunden sind, mit gutem Erfolg angewendet. Die Temperatur des Bades betrage 55 bis 65 Grad und der Kranke verbleibe bei chronischen Krankheiten einige Sekunden bis 2 oder 3 Minuten in demselben; bei starkem Fieber 10 bis 15 Minuten.
ist ein ausgezeichnetes Mittel, besonders bei Krankheiten des Kopfes und der Brust und kann ebenfalls gegen kalte Füße angewendet werden.
Wenn es sich darum handelt, den Blutandrang nach Kopf und Brust zu vermindern, so sollte das Gefäß nicht zu groß sein und das Bad 20 Minuten bis eine Stunde dauern. Nimmt der Blutandrang während des Bades zu, so mache man Kaltwasserumschläge auf den betreffenden Theil. Die Füße sollten während und nach dem Bade gerieben werden.
Das warme Fußbad ist sehr geeignet, Anfälle von Kopfschmerz zu lindern und die Nerven zu beruhigen.
Die gewöhnliche Art und Weise des Kopfbadens geschieht durch Auflegen nasser Tücher oder durch Ueberschütten des Kopfes mit Wasser. Bei chronischen Leiden aber, wo eine ableitende und stillende Wirkung gewünscht wird, sollte der Kranke auf einer Matratze liegen und der Hintertheil des Kopfes in einem seichten Becken oder Eimer ruhen, welcher oder welches zwei bis drei Zoll Wasser enthält. Letzteres mag alle 15 bis 20 Minuten erneuert werden.
Wenn das Wasser über den Kopf gegossen wird, so sollte das Gesicht nach unten gerichtet sein und unter den Kopf ein Gefäßgestellt werden, um so das Wasser aufzufangen. Man gieße es in einem stetigen Strom mehrere Minuten lang, bis der Kopf gehörig abgekühlt ist.
Das Einspritzen des Wassers vermittelst einer Spritze oder eines Schlauches ist bei einigen Augen- und Ohrenkrankheiten sehr zuträglich.
ist bei Katarrh, Schnupfen, Nasenbluten u. s. w. sehr wohlthuend. Das Wasser sollte in die Nasenhöhlen eingezogen werden und womöglich so, daß es durch den Mund wieder ausgespuckt werden kann. Ist mehrere Male des Tages zu wiederholen und wird auch als ein stärkendes Mittel angewendet.
ist bei Eiterungen, Ausschlägen, Gicht, Rheumatismus, Verrenkungen &c. sehr zuträglich. Die Temperatur muß mild sein und 60 bis 80 Grad betragen. Man lasse es fünfzehn Minuten bis eine halbe Stunde dauern. Das Wasser sollte nicht nur den angegriffenen Theil, sondern auch die nächstliegenden Theile bedecken. Kann auch bei schweren Verletzungen des Armes zur Verminderung der Entzündung angewendet werden.
Wenn zur Kühlung bestimmt, muß die Größe der Tücher dem entzündeten Theile angemessen sein. Sie werden dann sechs- bis achtfach zusammengelegt, in sehr kaltes Wasser getaucht, ausgedrückt und alle 5 bis 10 Minuten, je nach der Entzündung, erneuert. Wenn das Wasser nicht kalt erhalten werden kann, so füge man Eis hinzu. Die Umschläge müssen Tag und Nacht ununterbrochen aufgelegt werden, bis die Gefahr vorüber ist. Eine Vernachlässigung des Wechsels der Tücher kann schlimme Folgen nach sich ziehen.
Wenn man beabsichtigt, die Temperatur des betreffenden Theiles zu wechseln, so mögen die Umschläge in zwei- oder dreifach zusammengelegten Leinen bestehen, welche in kaltes Wasser getaucht werden;sie sollten gehörig ausgerungen und nicht früher gewechselt werden, bis sie trocken sind. Die Wirkung mag durch das Bedecken der Umschläge mit einem trockenen Handtuche gesichert werden.
Diese Umschläge werden bei Störungen der Verdauungsorgane, der Leber, Leiden der Eingeweide &c. sehr zuträglich sein.
Heiße Umschläge über den Körper sind gegen Blutandrang nach den Lungen, dem Gehirn, der Gebärmutter &c. sehr empfehlenswerth. Bei Gallen- und Bleikolik, Blutandrang nach der Leber oder Milz und Congestiv-Fiebern werden Umschläge so heiß, als sie ertragen werden können, und fortgesetzt, bis sich Linderung einstellt, von großem Werthe gefunden werden.
von warmem Wasser werden sich gegen Verstopfung, Diarrhöe und andere Leiden der Eingeweide bewähren.
Alle Vollbäder sollten genommen werden, während der Körper warm ist. Bei chronischen Fällen lasse man dem Bade einen Spaziergang oder eine andere kräftige Bewegung, wenn es die Kräfte des Kranken erlauben, folgen.
Kein Bad sollte innerhalb einer Stunde nach einem Bade und kein Bad vor Ablauf von zwei Stunden nach einer Mahlzeit genommen werden.
Die beste Zeit zum Baden ist der Morgen unmittelbar nach dem Aufstehen, 10 Uhr Vormittags, 3 Uhr Nachmittags und vor dem zu Bett Gehen.
Alle Patienten, die es ermöglichen können, sollten mäßige Bewegung vor dem Baden machen.
Jedes Vollbad sollte der Patient schnell nehmen, wo möglich, reibe er sich selbst stark, kleide sich dann an und mache sich Bewegung. Bei acuten Krankheiten sollte dagegen keine Bewegung gemacht werden.
Starke Schläge auf den Kopf sollten stets vermieden werden.
Jeder Patient sollte sich des Wassers in der Temperatur, die ihm am meisten zusagt, bedienen.
Das Naßmachen des Kopfes und der Brust ist eine sehr angemessene Vorsichtsmaßregel, besonders für Personen, die zu Kopfleiden geneigt sind.
Daß sich Jemand in vollem Schweiße befindet, ist durchaus kein Hinderniß, ein Bad zu nehmen, wenn sich der Körper nicht in einem Zustande der Erschöpfung befindet oder das Athmen gestört ist.