Zweites Kapitel.Fieber.

Zweites Kapitel.Fieber.

Fieber ist ein allgemeiner Ausdruck, in dem verschiedene Krankheitsformen eingeschlossen sind; es ist eine der gewöhnlichsten, häufigsten und verwickeltsten Krankheiten, welchen der menschliche Körper unterworfen ist. Es ist bei allen hitzigen (acuten) Krankheiten in mehr oder weniger erhöhtem Maße vorhanden. Ein Fieber, das als ein einfaches oder gewöhnliches beginnt, kann sich hinziehen, bis es sich zu einem Wechsel- oder typhösen Fieber bildet. Es greift den Organismus im Allgemeinen an und ist eher als ein Krankheitssymptom, als eine Krankheit an und für sich selbst zu betrachten.

Ursachen.— Zum Fieber gibt es zahlreiche, einige von ihnen sind folgende: Große geistige oder körperliche Anstrengung, Kummer, Besorgniß, Mangel an gehöriger Nahrung, Kleidung oder Bewegung, Miasmen (die giftigen Bestandtheile, welche von verwesenden thierischen oder Pflanzenstoffen aufsteigen), außergewöhnliche Hitze oder Kälte, plötzlicher Witterungswechsel, allgemeine schädliche Einflüsse, Entzündungen, reizende Speisen und Getränke.

Symptome.— Der Kranke klagt zunächst über ein Gefühl der Ermüdung, Mattigkeit, Schmerzhaftigkeit des Fleisches, Schwere und Eingenommenheit des Kopfes, Mangel an Eßlust, schlechtem Geschmack im Mund, dem bald große Hitze, Frost, Uebelkeit und Erbrechen folgt. Diese Kennzeichen werden bei Fiebern allgemein gefunden. Eine Beschreibung der verschiedenen Arten von Fiebern folgt nachstehend.

Die einfachste Form des Fiebers, die nur einen Tag, oder auch eine Woche oder länger dauern kann. Unter gehöriger Behandlung dauert es indessen selten länger als drei bis vier Tage.

Ursachen.— Erkältung, außerordentliche geistige oder körperlicheErmüdung, ungesunde Nahrung, Unmäßigkeit im Essen und Trinken u. s. w.

Symptome.— Frost und Hitze, krankhafter Magen, vielleicht auch Erbrechen, Appetitlosigkeit, Mattigkeit, dem Fieber, Durst, belegte Zunge u.s.w. folgt.

Behandlung.Allgemeine.Der Kranke sollte im Bett bleiben, sich aller Fleischspeisen enthalten und nichts anderes als Haferschleim, Fleischbrühe &c. zu sich nehmen.Homöopathisch.Aconitumist ungefähr alles, was in dieser Krankheit zu geben ist. Löse 12 Kügelchen in einem halben Tassenkopf Wasser und gib von dieser Auflösung alle zwei oder drei Stunden einen Theelöffel voll, bis ein ungehindertes Schwitzen eintritt.Sind plötzliches Zusammenfahren, fliegende Hitze und andere Symptome, die anzeigen, daß der Kopf mehr oder weniger angegriffen ist, vorhanden, so gebe manBelladonnaabwechselnd mitAconitum.Allöopathisch.Einige gelinde Abführmittel, wie Magnesia, Bittersalz, mögen gegeben werden, oder auch die folgende Mischung:Rochelle-Salz oder weinsteinsaure Potasche (Tartrate of potash)1Unze.Kohlensaure Magnesia (Carbonate of magnesia)1Drachme.Pfeffermünzwasser6Unzen.Mische es. Alle 3 Stunden einen Theelöffel voll.Lasse diesem folgen:Auflösung von essigsaurem Ammoniak (Solution of acetate of ammonia)1½Unze.Süßer Salpeter-Spiritus (Sweet spirits of nitre)2Drachmen.Syrup2„Kampher-Mischung4Unzen.Mische es. Alle 4 oder 6 Stunden einen Eßlöffel voll.Eclectische und Kräuterkur.Man gebe ein einfaches Brechmittel, wie gleiche Theile der Lobelia und Brechwurz, Thee von Kamillenblüthen, Wasserdost (Boneset), Hundekamille (Anthemis) oder gepulverten Senf in warmem Wasser. Bringe den Kranken zu Bett und lege rings um ihn warme Steine oder Flaschen mit heißem Wasser und lasse ihn ungehindert Thee von Katzenmünze (catnip), grüne Münze (spearmint), Isop, Salbei, Saffran oder Balsam trinken.

Behandlung.

Allgemeine.Der Kranke sollte im Bett bleiben, sich aller Fleischspeisen enthalten und nichts anderes als Haferschleim, Fleischbrühe &c. zu sich nehmen.

Homöopathisch.Aconitumist ungefähr alles, was in dieser Krankheit zu geben ist. Löse 12 Kügelchen in einem halben Tassenkopf Wasser und gib von dieser Auflösung alle zwei oder drei Stunden einen Theelöffel voll, bis ein ungehindertes Schwitzen eintritt.

Sind plötzliches Zusammenfahren, fliegende Hitze und andere Symptome, die anzeigen, daß der Kopf mehr oder weniger angegriffen ist, vorhanden, so gebe manBelladonnaabwechselnd mitAconitum.

Allöopathisch.Einige gelinde Abführmittel, wie Magnesia, Bittersalz, mögen gegeben werden, oder auch die folgende Mischung:

Mische es. Alle 3 Stunden einen Theelöffel voll.

Lasse diesem folgen:

Mische es. Alle 4 oder 6 Stunden einen Eßlöffel voll.

Eclectische und Kräuterkur.Man gebe ein einfaches Brechmittel, wie gleiche Theile der Lobelia und Brechwurz, Thee von Kamillenblüthen, Wasserdost (Boneset), Hundekamille (Anthemis) oder gepulverten Senf in warmem Wasser. Bringe den Kranken zu Bett und lege rings um ihn warme Steine oder Flaschen mit heißem Wasser und lasse ihn ungehindert Thee von Katzenmünze (catnip), grüne Münze (spearmint), Isop, Salbei, Saffran oder Balsam trinken.

tritt ebenso wie das gewöhnliche Fieber auf, worauf ein starker Frost und die gewöhnlichen Symptome von Hitze, Mattigkeit, Unruhe, ziehende Schmerzen im Kreuz, Kopf und Gliedern folgen. Daraufstellt sich Röthe des Gesichts, große Beklemmung, Klopfen der Schläfe, große Hitze der Haut, Durst, eine mit einem weißen Schleim belegte Zunge, sehr schnelles Athmen, Uebelkeit des Magens, zuweilen Erbrechen, trockene, heiße Haut und mehr oder weniger Störung fast aller Funktionen des Körpers, ein. Diese Krankheit nimmt ihren Verlauf in ungefähr zwei bis drei Wochen; wenn sie aber um diese Zeit nicht nachläßt, geht sie leicht in ein typhöses Fieber über.

Ursachen.— Ueberladung des Magens mit fetten, unverdaulichen Speisen, ungeregeltes Leben, plötzliche Unterdrückung des Schweißes, heftige geistige Aufregungen und Beschädigungen des Körpers, das Wohnen in feuchten, schlecht ventilirten Häusern und im Allgemeinen Unmäßigkeit.

Behandlung.Allöopathisch.Da häufig Verstopfung die Ursachen dieses Fiebers ist, sollte zur Entleerung der Eingeweide eines der folgenden Mittel genommen werden:Schwefelsaure Magnesia (Sulphate of magnesia)2Drachmen.Frisch gebrannter Kaffee, grob gemahlen2Skrupel.Heißes Wasser4Unzen.Mische und koche dieses drei Minuten, seihe es durch und nimm alle drei Stunden einen Theetassenkopf voll zur augenblicklichen Wirkung. Jeden Morgen kann ein Tassenkopf voll zum Offenhalten der Eingeweide gegeben werden.Oder auch:Rhabarber10Grane.Calcinirte (calcined) Magnesia½Drachme.Mische es und nimm das Ganze auf einmal.Wenn stärkere Abführmittel erforderlich sind, gebrauche man das folgende:Zusammengesetzter Koloquinthen- (Colocynth) Extrakt½Drachme.Jalappenwurzel- (Jalap) Extrakt15Grane.Mische dies und mache 12 Pillen davon. Dosis zwei oder drei Pillen, bis die Wirkung erfolgt. Als ein kühlender Trank ist das folgende zu empfehlen:Cremor tartari½Unze.Frisch zerquetschte Citronenschale4Unzen.Stückzucker4„Kochendes Wasser3Pint.Mische und, nachdem es eine Weile gestanden, durchseihe es.Wenn die Entzündung ihren Sitz im Kopfe hat, sollte unbeschränkt kaltes Wasser angewendet werden.Eclectische und Kräuterkur.Der Körper sollte öfters, während das Fieber unterdrückt ist, einige Minuten lang mit kaltem Wasser gewaschen werden. Ist der Kopf stark von Schmerz und Delirium angegriffen, sollten drei oder vierBlutegel an jede Schläfe angesetzt und Umschläge von kaltem Wasser und Essig auf den Kopf gemacht werden. Das letztere kann zuweilen auch statt der Blutegel angewendet werden.Die Ausleerungen zu erhöhen und die Eingeweide zu erleichtern, kann auch Brechwurz in Dosen von 1 bis 1½ Gran in ein wenig warmem Wasser oder Molasses aufgelöst auf einmal in zwei Stunden gegeben werden.Zur Reinigung der Eingeweide kann auch ein Pulver, aus dem folgenden zusammengesetzt, gegeben werden:Gepulverter Entenfuß (Podophyllum)1Grane.Leptandrin4„Cremor tartari1Theelöffel voll.Senna- und Epheublätter-Salz kann ebenso zu demselben Zwecke verwendet werden.Wenn es nothwendig ist, Schweiß hervorzurufen, sollten warme Bäder angewendet oder die Füße in warmem Wasser erweicht werden, dabei lasse man den Kranken unbeschränkt Thee von Salbei, Balsam, Wasserdost, Isop oder Flachssamen trinken. Diese Maßregeln werden in der Regel das Fieber dämpfen. Bei Schlaflosigkeit lege man ein Hopfenkissen unter den Kopf des Kranken oder lasse ihn starken Hopfenthee trinken, was von gutem Erfolge sein wird. In dem letzteren Stadium des Fiebers, wenn der Magen reizbar ist, ist es zuweilen besser, anstatt der Medizinen Einspritzungen anzuwenden, und diese können in einem Theelöffel voll gewöhnlichen Salzes, in einem Pint von warmem Wasser aufgelöst, oder Molasses mit Wasser, und wenn die Nahrungsmittel vom Magen nicht angenommen werden, in einer Brühe von Milch- und Wasser-Haferschleim bestehen.Die Diarrhöe, die zuweilen diesem Fieber folgt, kann vermittelst Einspritzungen von warmem Wasser, in das 15 bis 20 Tropfen Mohnsaft (Laudanum) gethan werden, eingehalten werden; kleine Dosen von Rhabarber und Magnesia werden zuweilen erfolgreich gefunden werden.Homöopathisch.Aconitumsollte immer zu Anfang gegeben werden. Nachdem dies 6 Stunden lang geschehen ist, die Symptome sich aber nicht vermindern, gebe man abwechselnd mit dem obigenBelladonna, besonders wenn der Kopf heiß ist, bei heftigem Schmerz in der Stirngegend, Gesicht roth, die Augen gegen das Licht empfindlich, Unruhe oder Schwindel bei großem Druck und Delirium.Bryonia.— Wenn mit den anderen Symptomen des Fiebers, Schwindel im Kopf, Verstopfung und ein Gefühl von Schwere im Magen, Schmerzen in den Gliedern und im Rückgrate verbunden sind.Andere Heilmittel, welche angewendet werden können, wenn die Lungen angegriffen sind, sind folgende:Bryonia,Tartarius EmeticusundPhosphorus.Ist eine Neigung zu Typhus vorhanden, so gebe manRhus toxicodendronabwechselnd mitBryonia.Gegen Diarrhöe gebe man auch folgende Heilmittel:Mercurius,Arsenicum,Ipecacuanha,Chamomilla,Veratrum.Die Kost sollte bei dieser Krankheit im Anfang sehr leicht sein. Man gebe nichts außer Fleischbrühe und kühlenden Getränken. Es schadet dem Kranken nichts, wenn er so viel kaltes Wasser, als er wünscht, trinkt, zuweilen ist es sogar zuträglich.Folgendes mag als Kost dienen: Gerstenschleim, Wasser von geröstetem Brode, Pfeilwurzel, Aepfelsauce und, wird der Kranke besser, Rindfleisch oder Hühnerbrühe und dann und wann leichte Weine. Der Kranke sollte in dem Zusichnehmen von schwereren Lebensmitteln bis zur vollständigen Wiedergenesung sehr vorsichtig sein.Verordnung der Heilmittel.Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe, der Heftigkeit der Symptome angemessen, alle 1, 2 oder 3 Stunden einen Theelöffel voll.

Behandlung.

Allöopathisch.Da häufig Verstopfung die Ursachen dieses Fiebers ist, sollte zur Entleerung der Eingeweide eines der folgenden Mittel genommen werden:

Mische und koche dieses drei Minuten, seihe es durch und nimm alle drei Stunden einen Theetassenkopf voll zur augenblicklichen Wirkung. Jeden Morgen kann ein Tassenkopf voll zum Offenhalten der Eingeweide gegeben werden.

Oder auch:

Mische es und nimm das Ganze auf einmal.

Wenn stärkere Abführmittel erforderlich sind, gebrauche man das folgende:

Mische dies und mache 12 Pillen davon. Dosis zwei oder drei Pillen, bis die Wirkung erfolgt. Als ein kühlender Trank ist das folgende zu empfehlen:

Mische und, nachdem es eine Weile gestanden, durchseihe es.

Wenn die Entzündung ihren Sitz im Kopfe hat, sollte unbeschränkt kaltes Wasser angewendet werden.

Eclectische und Kräuterkur.Der Körper sollte öfters, während das Fieber unterdrückt ist, einige Minuten lang mit kaltem Wasser gewaschen werden. Ist der Kopf stark von Schmerz und Delirium angegriffen, sollten drei oder vierBlutegel an jede Schläfe angesetzt und Umschläge von kaltem Wasser und Essig auf den Kopf gemacht werden. Das letztere kann zuweilen auch statt der Blutegel angewendet werden.

Die Ausleerungen zu erhöhen und die Eingeweide zu erleichtern, kann auch Brechwurz in Dosen von 1 bis 1½ Gran in ein wenig warmem Wasser oder Molasses aufgelöst auf einmal in zwei Stunden gegeben werden.

Zur Reinigung der Eingeweide kann auch ein Pulver, aus dem folgenden zusammengesetzt, gegeben werden:

Senna- und Epheublätter-Salz kann ebenso zu demselben Zwecke verwendet werden.

Wenn es nothwendig ist, Schweiß hervorzurufen, sollten warme Bäder angewendet oder die Füße in warmem Wasser erweicht werden, dabei lasse man den Kranken unbeschränkt Thee von Salbei, Balsam, Wasserdost, Isop oder Flachssamen trinken. Diese Maßregeln werden in der Regel das Fieber dämpfen. Bei Schlaflosigkeit lege man ein Hopfenkissen unter den Kopf des Kranken oder lasse ihn starken Hopfenthee trinken, was von gutem Erfolge sein wird. In dem letzteren Stadium des Fiebers, wenn der Magen reizbar ist, ist es zuweilen besser, anstatt der Medizinen Einspritzungen anzuwenden, und diese können in einem Theelöffel voll gewöhnlichen Salzes, in einem Pint von warmem Wasser aufgelöst, oder Molasses mit Wasser, und wenn die Nahrungsmittel vom Magen nicht angenommen werden, in einer Brühe von Milch- und Wasser-Haferschleim bestehen.

Die Diarrhöe, die zuweilen diesem Fieber folgt, kann vermittelst Einspritzungen von warmem Wasser, in das 15 bis 20 Tropfen Mohnsaft (Laudanum) gethan werden, eingehalten werden; kleine Dosen von Rhabarber und Magnesia werden zuweilen erfolgreich gefunden werden.

Homöopathisch.Aconitumsollte immer zu Anfang gegeben werden. Nachdem dies 6 Stunden lang geschehen ist, die Symptome sich aber nicht vermindern, gebe man abwechselnd mit dem obigenBelladonna, besonders wenn der Kopf heiß ist, bei heftigem Schmerz in der Stirngegend, Gesicht roth, die Augen gegen das Licht empfindlich, Unruhe oder Schwindel bei großem Druck und Delirium.

Bryonia.— Wenn mit den anderen Symptomen des Fiebers, Schwindel im Kopf, Verstopfung und ein Gefühl von Schwere im Magen, Schmerzen in den Gliedern und im Rückgrate verbunden sind.

Andere Heilmittel, welche angewendet werden können, wenn die Lungen angegriffen sind, sind folgende:Bryonia,Tartarius EmeticusundPhosphorus.

Ist eine Neigung zu Typhus vorhanden, so gebe manRhus toxicodendronabwechselnd mitBryonia.

Gegen Diarrhöe gebe man auch folgende Heilmittel:Mercurius,Arsenicum,Ipecacuanha,Chamomilla,Veratrum.

Die Kost sollte bei dieser Krankheit im Anfang sehr leicht sein. Man gebe nichts außer Fleischbrühe und kühlenden Getränken. Es schadet dem Kranken nichts, wenn er so viel kaltes Wasser, als er wünscht, trinkt, zuweilen ist es sogar zuträglich.

Folgendes mag als Kost dienen: Gerstenschleim, Wasser von geröstetem Brode, Pfeilwurzel, Aepfelsauce und, wird der Kranke besser, Rindfleisch oder Hühnerbrühe und dann und wann leichte Weine. Der Kranke sollte in dem Zusichnehmen von schwereren Lebensmitteln bis zur vollständigen Wiedergenesung sehr vorsichtig sein.

Verordnung der Heilmittel.Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe, der Heftigkeit der Symptome angemessen, alle 1, 2 oder 3 Stunden einen Theelöffel voll.

Dieses Fieber tritt zuweilen ganz plötzlich mit einem Frost auf, obgleich das Fieber in der Regel allmählig ankommt, so daß sein Anfang nicht bemerkt wird. Der Kranke klagt wohl eine lange Zeit über Müdigkeit, eine allgemeine Schwere und dann und wann über Kopfweh. Die Haut ist möglicherweise etwas erhitzt, das Gesicht von fliegender Hitze überzogen, die Zunge leicht belegt und der Appetit vermindert. Die Symptome können sich mehrere Tage oder eine Woche lang hinziehen, dann stellt sich der Frost ein, der 6 bis 8 Stunden, zuweilen 1 bis 2 Tage anhält. Sobald die Krankheit zum Ausbruch gekommen ist, hört der Frost auf und bei dem Kranken stellen sich die gewöhnlichen Symptome des Fiebers ein, wie schneller Puls, Hitze und Trockenheit der Haut, fliegende Hitze, stechende Schmerzen in der Stirn, Summen in den Ohren, Appetitlosigkeit, Durst und allgemeine Schwäche. Es kann ebensowohl Diarrhöe wie Verstopfung vorhanden sein. Der Stuhl ist gelblich oder grünlich und zuweilen mit Blut gemischt. Ein kneipender Schmerz wird in den Eingeweiden vorhanden sein. Der Schmerz in den Eingeweiden wird durch einen Druck auf der rechten Seite erhöht.

Wie die Krankheit fortschreitet, stellt sich Delirium ein, das sehr stark werden kann. Die Zunge wird trocken und bekommt eine bräunliche Farbe; der Kranke ist entweder sehr unruhig oder er liegt in einem bewußtlosen Zustand.

In der Regel erscheint in diesem Stadium ein Ausschlag am Unterleib, bestehend in kleinen rothen Flecken, der sich in einigen Fällen auch über die Glieder erstreckt; auch werden bei genauer Besichtigung zu derselben Zeit kleine Blasen, eine wässerige Flüssigkeit enthaltend, auf dem Nacken und dem oberen Theile der Brust wahrgenommen werden.

Wenn die Krankheit anhält, wird die Zunge ganz trocken, mit einem braunen oder schwarzen Schleim überzogen und die Zähne sind mit einer schwarzen Masse bedeckt, ebenso Lippen und Zahnfleisch. Ein Schweiß, der sehr widerwärtig werden kann, tritt ein; der Unterleib schwillt drommelartig an; der Kranke liegt auf dem Rücken, gleitet nicht selten nach dem Ende des Bettes, pflückt an dem Bettzeug und spricht leise vor sich hin. Eine Entleerung der Gedärme und des Urins findet unbewußt — ohne daß der Kranke fähig ist, es zu verhindern — statt, oder es ist eine Unterdrückung des Urins vorhanden, in welchem Falle man denselben vermittelst eines Instrumentes ablassen muß.

Bei fortdauernder Krankheit werden die Endgliedmaßen kalt und klebrig und die ganze Oberfläche des Körpers ist in einem klebrigen Schweiß gebadet. Das Gesicht nimmt einen ängstlichen Ausdruck an und des Kranken Kräfte schwinden mehr und mehr.

Ursachen.— Dieses Fieber ist unzweifelhaft ansteckend — kann von einer auf die andere Person übertragen werden und ein Anfall sichert in der Regel den Betreffenden vor einem zweiten. Es wird durch übermäßige Anstrengung des Körpers oder Geistes, Ausschweifungen aller Art, schlechte Luft und schlechtes Wasser, den Aufenthalt unter zu dichter Bevölkerung, in schmutzigen Straßen und kleinen Wohnzimmern hervorgerufen.

Behandlung.Allgemeine.Der Kranke sollte in ein gut ventilirtes Zimmer geschafft, das Bett häufig aufgeschüttelt und die Decken gerade gelegt werden. Es ist nothwendig, die vorstehenden Theile des Körpers, wie die Hüften und den unteren Theil des Rückgrats gegen den Druck zu schützen, um das Aufliegen zu verhindern. Wenn aber diese Theile weich werden, oder eine dunkle oder eine ganz weiße Farbe annehmen sollten, kann eine schwache Arnika-Tinktur angewendet und die Theile müssen durch weiche Kissen oder durch aufgelegte Pflaster gegen den Druck geschützt werden.Es ist wichtig, bei dieser Krankheit der Kost große Aufmerksamkeit zuzuwenden.In den ersten Stadien sollte dieselbe sehr leicht und flüssig sein, so daß sie auch als Getränk gereicht werden kann wie Gummi Arabicum-, Gersten-, geröstetes Brod- (toast) Wasser, schwache Auflösung vonSago,Tapiocaoder Pfeilwurz (arrow root), Hafer- oder Welschkorn-Mehlschleim; ebenso kann auch der Saft von süßen Trauben und Orangen erlaubt werden, aber man muß dafür sorgen, daß die festen Theile davon nicht mit verschluckt werden; als Getränke möge man sich kalter Limonade oder Eiswasser bedienen. Ungefähr in der zweiten Woche, wenn der Kranke sehr schwach wird, mögenSago,Tapiocaoder Pfeilwurz mit drei Theilen Wasser und einem Theile Milch, dicker Haferschleim, Panade mit Muskatnuß und zuweilen mit Wein schmackhaft gemacht, gegeben werden. Es wird gut sein, hiervon alle zwei, drei oder vier Stunden, je nach der Stärke des Kranken, ein Weinglasvoll zu geben. In einigen Fällen wird alle ein oder zwei Stunden ein Eßlöffelvoll Milch gute Dienste thun — wenn der Magen reizbar ist, mische sie mit einem gleichen Theile von Limewasser. Wird der Kranke sehr schwach, gebe man ihm Fleischbrühe, Milchpunsch, oder Eier in Wein.Man beobachte sorgfältig die Blase, da, wenn sie sich mit Wasser füllen sollte, dieselbeentleert werden muß. Hat das Fieber einen hohen Grad erreicht, kann die Oberfläche des Körpers öfter mit kaltem Wasser abgewaschen werden und der Patient sollte so viel als möglich kaltes Wasser trinken, ebenso Eis essen.Eclectische und Kräuterkur.Während des ersten Theiles der Krankheit, wenn Uebelkeit und Erbrechen vorhanden ist gebe man ein gelindes Abführmittel, wie das zusammengesetzte Pulver der Lobelia. Bei Verstopfung mag das folgende Mittel angewendet werden:Virginischer Ehrenpreis (Black root)2Drachmen.Rhabarber (Rhubarb)1Drachme.Siedendes Wasser½Pint.Lasse die Wurzel ein oder zwei Stunden lang in dem Wasser stehen; seihe es ab und gib alle Stunden einen Eßlöffel voll, bis eine Wirkung wahrgenommen wird. Sorge sollte getragen werden, daß die Eingeweide nicht zu willkürlich bewegt werden.Während des Fiebers wasche man den Körper mit warmem Laugenwasser und den Kopf mit kaltem Wasser. Stellt sich Delirium ein, sollten Senfpflaster auf die Füße und längs des Rückgrats gelegt werden. Diarrhöe kann durch folgendes Mittel gestopft werden:Dreifach-salpetersaurer Wismuth (Tris-nitrate of bismuth)3Grane.Terpentin (Turpentine)15Tropfen.Pfeffermünz-Wasser (Peppermint water)2Drachmen.Mische und nimm es auf einmal.Tannin-Säure(Tannic acid) kann alle Stunden in Dosen von ein oder zwei Granen gegeben werden, so auch Terpentinöl, jede oder alle zwei Stunden,in Dosen von 6 bis 8 Tropfen. Ist der Magen zu schwach, um es anzunehmen, gebe man es vermittelst Einspritzungen. Gegen die Schmerzen in den Eingeweiden und das Anschwellen des Unterleibes einen erweichenden Umschlag von Hopfen oder Lobelia. Letzteres ist öfters zu wiederholen, und nicht kalt werden zu lassen. Zuweilen wird Hinzufügung von Terpentinöl von guter Wirkung sein. Dies sollte so lange fortgesetzt werden, bis ein Druck ohne Empfindung eines Schmerzes gemacht werden kann, oder bis der Kranke sehr hinfällig wird. Tritt das Letztere ein, so gebe man folgendes:Schwefelsaures Chinin (Sulphate of quinine)20Grane.Vitriol-Elixir (Elexir of vitriol)1Drachme.Schlangenwurzel-Tinctur (Tincture of black cohosh root)4Drachmen.Löse das Chinin in dem Vitriol-Elixir auf und füge dann die Schlangenwurzel-Tinktur hinzu. Dosis: 20 Tropfen in kaltem Wasser jede Stunde.Bei großer Nervenschwäche und Reizbarkeit gebe man statt des ObigenChinirten Baldrian (Valerianate of quinine) jede oder alle zwei Stunden ½ Gran in einem Aufguß von Hopfen oder Schildkraut (skull-cap).Um während des Fiebers Schweiß hervorzurufen, gebe man einen Aufguß von Eibischwurzel (Marsh-mellow) und Pfirsichblätter, oder einen Aufguß von Frauenhaarmoos (Haircap moss). Wird der Kranke sehr schwach, so kann eine getränkte Tinktur von stachligen Eschbeeren (prickly Ash-berries) als Einspritzung angewendet werden. Erwachsenen einen Eßlöffel voll dieser Tinktur in Ale, Porter oder Branntwein in Wasser, oder Schöpsen- oder Rindsbrühe. Kann es der Kranke nicht bei sich behalten, so sollte es vermittelst einer leinenen Preßbinde eine längere Zeit in den Eingeweiden gehalten werden.Homöopathisch.Wenn zu Anfang Kopfschmerz, Schwindel, Frost, Schmerzen in dem Rücken und den Gliedern, bei leichtem Husten, mit oder ohne Diarrhöe, Uebelkeit des Magens und zuweilen Erbrechen vorhanden ist, gebe man alle zwei Stunden abwechselnd eine DosisBryoniaundRhus toxicodendron.Lasse den Kranken zu Bett gehen, und wenn er unruhig ist, gebe man eine oder zwei DosenCoffeaoderBelladonna. Sobald der Patient zu schwitzen anfängt und diese Symptome verschwinden, wird er besser. Wenn aber die Krankheit fortschreitet und die Symptome schlimmer werden, so sollteAconitumgegeben werden, besonders wenn der Puls voll, die Haut heiß und trocken und heftiger Durst vorhanden ist. Dies sollte abwechselnd mitBelladonnagegeben werden, sobald mit den obigen Symptomen starke Kopfschmerzen, große Empfindlichkeit gegen Licht und Geräusch und Auffahren im Schlafe verbunden sind.Nehmen die Symptome an Heftigkeit zu, gebe man noch einmalBryoniaabwechselnd mitRhus toxicodendron.Andere Heilmittel sind folgende:Arsenicum.— Trockene und gelbliche Haut, eingefallene Augen und Wangen, zusammengeschrumpftes, blasses Gesicht, kalter Schweiß auf der Stirn, dunkle, trockene aufgesprungene Lippen, schwarze Zähne mit einer schmutzigen Masse überzogen, geschwollener Unterleib, kurzer und schneller Athem, leise und murmelnde Stimme, brennende Hitze in der Magengrube, Uebelkeit und Erbrechen, besonders nach Genuß von Speisen und Getränken, außerordentliche Hinfälligkeit und Sinken der Kräfte.Acidum phosphoricum.— Große Schwäche, der Patient liegt beständig auf dem Rücken, redet irre, Zupfen an dem Bettzeug, starrer Blick und hohle glasige Augen.Bryonia.— Gesicht roth und geschwollen, Athem schwer und kurz oder seufzend, Lippen braun und trocken, Mund trocken und mit einem gelblichen Pelz besetzt, Vollsein und ein Druck im Kopf, bei Bewegung schlimmer, Summen in den Ohren, Trockenheit im Halse, Verstopfung.Opium.— Bei großer Trockenheit mit schnurrendem Athem, eine unbewußte Entleerung der Blase und Eingeweide.Lachesis— kann bei denselben Symptomen gegeben werden, besonders wenn die Zunge trocken, roth und glänzend — wie lackirt — ist.Hyosciamus.— Wenn das Gesicht heiß und roth, die Augen funkeln, die Muskeln zucken, rasendes Delirium und der Kranke fortwährend ein Verlangen zu entwischen zeigt.Carbo vegetabilis.— Dies kann abwechselnd mitArsenicumgegeben werden, wenn sich folgende Symptome zeigen: Aengstlicher und niedergeschlagener Ausdruck, Gesicht blaß, dunkelbraun oder gelb, Augen eingefallen und gläsern, kalter Schweiß, der Stuhl faul und höchst widerwärtig, heftig drückende oder ziehende Schmerzen im Kopf, Röcheln im Hals, krampfartige oder brennende Schmerzen im Magen und in den Eingeweiden, die Eingeweide geschwollen und weich beim Druck.Rhus toxicodendron.— Dieses Heilmittel ist in allen Stadien der Krankheit anzuwenden, besonders wenn der Kranke stumpf ist und stechende Schmerzen im Kopfe vorhanden sind, trockene, brennende Hitze, Steifheit des Nackens mit ziehenden Schmerzen, welche bei Bewegung zunehmen, Diarrhöe, Frost und Schwindel, Trockenheit des Halses, Drücken der Augen und Empfindlichkeit gegen Licht und Geräusch. Hat der Patient zu irgend einer Zeit keinen Schlaf, gebe man alle Stunden eine DosisCoffeaabwechselnd mitBelladonna.Wenn die Haut kalt und klebrig ist und klebrige Schweiße vorhanden sind, gebe manCamphora, das mitCoffeaabgewechselt werden kann, sobald der Kranke unruhig werden sollte.Nachdem das Fieber gebrochen ist und der Kranke wieder zu genesen beginnt, kann entwederChina,MercuriusoderSulphurgegeben werden.Verordnung der Heilmittel.Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe, der Strenge der Symptome angemessen, alle halbe, ganze oder alle zwei Stunden einen Theelöffel voll.Allöopathisch.Häufiges Waschen mit Wasser, kalt oder warm, dem Befinden des Kranken angemessen, sollte angewendet werden. Ist Diarrhöe vorhanden, kann dieselbe mit ein wenig Branntwein oder dem folgenden eingehalten werden:Doverisches Pulver (Dover’s Powder)½Drachme.Präparirte Kreide (Prepared chalk)1Skrupel.Mische und theile es in 12 Pulver. Gib alle 2 oder 3 Stunden, je nachdem es nothwendig ist, ein Pulver.Sind die Eingeweide verstopft, gebe man eine Einspritzung von warmem Wasser, oder die folgende Mischung kann genommen werden:Castoröl1Unze.Ein Eidotter.Mische dieses und füge hinzuGewöhnlichen Syrup½Unze.Pfeffermünz-Wasser (Peppermint water)1–2Unzen.Mische und nimm es auf einen SchluckOder:Rhabarber (Rhubarb)10Grane.Calcinirte Magnesia (Calcined magnesia)½Drachme.Mische es und nimm es als eine Dosis in Syrup oder Molasses.Wenn der Kopf heiß ist, muß das Haar kurz geschnitten und der Kopf dann mit Eiswasser oder Essig und Wasser kühl gehalten und Blutegel an die Schläfe gesetzt werden.Bei Schlaflosigkeit gebe man 25 bis 30 TropfenLaudanum(Mohnsaft).Um das Fieber zu vermindern und Schweiß hervorzurufen, alle Stunden 3 bis 10 Tropfen Tinctur oder flüssigen Extrakt vonVeratrum Viride(Mistkraut), bis das Fieber nachläßt.Wo die Eingeweide bedeutend angeschwollen sind, mögen erweichende Umschläge von Hopfen oder Leinsamen gemacht werden.Finden Blutungen aus den Eingeweiden statt und ist große Schwäche vorhanden, lasse man den Kranken Wein und Brod zu sich nehmen. Wenn das Fieber langsam verläuft, sollte Chinin (Quinine) in mäßigen Dosen gegeben werden. Ein guter reizender Trank wird durch Lösung von einer Drachme von Potaschen-Chlorid (Chloride of Potash) in einem Pint Wasser hergestellt, das dem Kranken auf dessen Verlangen zu geben ist.Als eine reizende Mischung möge das folgende angewendet werden:Abkochung von Baumrinde (Bark)7Unzen.Zusammengesetzte Baumrinden-Tinktur (Compound tincture of bark)6Drachmen.Syrup von Orangenschale2„Verdünnte Schwefelsäure (Diluted sulphuric acid)1Drachme.Mische es. Dosis: Zwei Eßlöffel voll dreimal des Tages.Oder:Orangenschalen-Tinktur (Tincture of Orange Peel)4Drachmen.Laudanum-Tinktur (Tincture of Laudanum)2„Doppeltkohlsaure Soda (Bicarbonate of Soda)2Skrupel.Aufguß von Calumba, hinreichend um davon6Unzen.zu machen.Mische es. Dosis: Dreimal des Tages einen Eßlöffel voll.Anmerkung.— Es ist rathsam, die Behandlung des Nervenfiebers nur einem erfahrenen Arzt zu überlassen.

Behandlung.

Allgemeine.Der Kranke sollte in ein gut ventilirtes Zimmer geschafft, das Bett häufig aufgeschüttelt und die Decken gerade gelegt werden. Es ist nothwendig, die vorstehenden Theile des Körpers, wie die Hüften und den unteren Theil des Rückgrats gegen den Druck zu schützen, um das Aufliegen zu verhindern. Wenn aber diese Theile weich werden, oder eine dunkle oder eine ganz weiße Farbe annehmen sollten, kann eine schwache Arnika-Tinktur angewendet und die Theile müssen durch weiche Kissen oder durch aufgelegte Pflaster gegen den Druck geschützt werden.

Es ist wichtig, bei dieser Krankheit der Kost große Aufmerksamkeit zuzuwenden.In den ersten Stadien sollte dieselbe sehr leicht und flüssig sein, so daß sie auch als Getränk gereicht werden kann wie Gummi Arabicum-, Gersten-, geröstetes Brod- (toast) Wasser, schwache Auflösung vonSago,Tapiocaoder Pfeilwurz (arrow root), Hafer- oder Welschkorn-Mehlschleim; ebenso kann auch der Saft von süßen Trauben und Orangen erlaubt werden, aber man muß dafür sorgen, daß die festen Theile davon nicht mit verschluckt werden; als Getränke möge man sich kalter Limonade oder Eiswasser bedienen. Ungefähr in der zweiten Woche, wenn der Kranke sehr schwach wird, mögenSago,Tapiocaoder Pfeilwurz mit drei Theilen Wasser und einem Theile Milch, dicker Haferschleim, Panade mit Muskatnuß und zuweilen mit Wein schmackhaft gemacht, gegeben werden. Es wird gut sein, hiervon alle zwei, drei oder vier Stunden, je nach der Stärke des Kranken, ein Weinglasvoll zu geben. In einigen Fällen wird alle ein oder zwei Stunden ein Eßlöffelvoll Milch gute Dienste thun — wenn der Magen reizbar ist, mische sie mit einem gleichen Theile von Limewasser. Wird der Kranke sehr schwach, gebe man ihm Fleischbrühe, Milchpunsch, oder Eier in Wein.

Man beobachte sorgfältig die Blase, da, wenn sie sich mit Wasser füllen sollte, dieselbeentleert werden muß. Hat das Fieber einen hohen Grad erreicht, kann die Oberfläche des Körpers öfter mit kaltem Wasser abgewaschen werden und der Patient sollte so viel als möglich kaltes Wasser trinken, ebenso Eis essen.

Eclectische und Kräuterkur.Während des ersten Theiles der Krankheit, wenn Uebelkeit und Erbrechen vorhanden ist gebe man ein gelindes Abführmittel, wie das zusammengesetzte Pulver der Lobelia. Bei Verstopfung mag das folgende Mittel angewendet werden:

Lasse die Wurzel ein oder zwei Stunden lang in dem Wasser stehen; seihe es ab und gib alle Stunden einen Eßlöffel voll, bis eine Wirkung wahrgenommen wird. Sorge sollte getragen werden, daß die Eingeweide nicht zu willkürlich bewegt werden.

Während des Fiebers wasche man den Körper mit warmem Laugenwasser und den Kopf mit kaltem Wasser. Stellt sich Delirium ein, sollten Senfpflaster auf die Füße und längs des Rückgrats gelegt werden. Diarrhöe kann durch folgendes Mittel gestopft werden:

Mische und nimm es auf einmal.

Tannin-Säure(Tannic acid) kann alle Stunden in Dosen von ein oder zwei Granen gegeben werden, so auch Terpentinöl, jede oder alle zwei Stunden,in Dosen von 6 bis 8 Tropfen. Ist der Magen zu schwach, um es anzunehmen, gebe man es vermittelst Einspritzungen. Gegen die Schmerzen in den Eingeweiden und das Anschwellen des Unterleibes einen erweichenden Umschlag von Hopfen oder Lobelia. Letzteres ist öfters zu wiederholen, und nicht kalt werden zu lassen. Zuweilen wird Hinzufügung von Terpentinöl von guter Wirkung sein. Dies sollte so lange fortgesetzt werden, bis ein Druck ohne Empfindung eines Schmerzes gemacht werden kann, oder bis der Kranke sehr hinfällig wird. Tritt das Letztere ein, so gebe man folgendes:

Löse das Chinin in dem Vitriol-Elixir auf und füge dann die Schlangenwurzel-Tinktur hinzu. Dosis: 20 Tropfen in kaltem Wasser jede Stunde.

Bei großer Nervenschwäche und Reizbarkeit gebe man statt des ObigenChinirten Baldrian (Valerianate of quinine) jede oder alle zwei Stunden ½ Gran in einem Aufguß von Hopfen oder Schildkraut (skull-cap).

Um während des Fiebers Schweiß hervorzurufen, gebe man einen Aufguß von Eibischwurzel (Marsh-mellow) und Pfirsichblätter, oder einen Aufguß von Frauenhaarmoos (Haircap moss). Wird der Kranke sehr schwach, so kann eine getränkte Tinktur von stachligen Eschbeeren (prickly Ash-berries) als Einspritzung angewendet werden. Erwachsenen einen Eßlöffel voll dieser Tinktur in Ale, Porter oder Branntwein in Wasser, oder Schöpsen- oder Rindsbrühe. Kann es der Kranke nicht bei sich behalten, so sollte es vermittelst einer leinenen Preßbinde eine längere Zeit in den Eingeweiden gehalten werden.

Homöopathisch.Wenn zu Anfang Kopfschmerz, Schwindel, Frost, Schmerzen in dem Rücken und den Gliedern, bei leichtem Husten, mit oder ohne Diarrhöe, Uebelkeit des Magens und zuweilen Erbrechen vorhanden ist, gebe man alle zwei Stunden abwechselnd eine DosisBryoniaundRhus toxicodendron.

Lasse den Kranken zu Bett gehen, und wenn er unruhig ist, gebe man eine oder zwei DosenCoffeaoderBelladonna. Sobald der Patient zu schwitzen anfängt und diese Symptome verschwinden, wird er besser. Wenn aber die Krankheit fortschreitet und die Symptome schlimmer werden, so sollteAconitumgegeben werden, besonders wenn der Puls voll, die Haut heiß und trocken und heftiger Durst vorhanden ist. Dies sollte abwechselnd mitBelladonnagegeben werden, sobald mit den obigen Symptomen starke Kopfschmerzen, große Empfindlichkeit gegen Licht und Geräusch und Auffahren im Schlafe verbunden sind.

Nehmen die Symptome an Heftigkeit zu, gebe man noch einmalBryoniaabwechselnd mitRhus toxicodendron.

Andere Heilmittel sind folgende:

Arsenicum.— Trockene und gelbliche Haut, eingefallene Augen und Wangen, zusammengeschrumpftes, blasses Gesicht, kalter Schweiß auf der Stirn, dunkle, trockene aufgesprungene Lippen, schwarze Zähne mit einer schmutzigen Masse überzogen, geschwollener Unterleib, kurzer und schneller Athem, leise und murmelnde Stimme, brennende Hitze in der Magengrube, Uebelkeit und Erbrechen, besonders nach Genuß von Speisen und Getränken, außerordentliche Hinfälligkeit und Sinken der Kräfte.

Acidum phosphoricum.— Große Schwäche, der Patient liegt beständig auf dem Rücken, redet irre, Zupfen an dem Bettzeug, starrer Blick und hohle glasige Augen.

Bryonia.— Gesicht roth und geschwollen, Athem schwer und kurz oder seufzend, Lippen braun und trocken, Mund trocken und mit einem gelblichen Pelz besetzt, Vollsein und ein Druck im Kopf, bei Bewegung schlimmer, Summen in den Ohren, Trockenheit im Halse, Verstopfung.

Opium.— Bei großer Trockenheit mit schnurrendem Athem, eine unbewußte Entleerung der Blase und Eingeweide.

Lachesis— kann bei denselben Symptomen gegeben werden, besonders wenn die Zunge trocken, roth und glänzend — wie lackirt — ist.

Hyosciamus.— Wenn das Gesicht heiß und roth, die Augen funkeln, die Muskeln zucken, rasendes Delirium und der Kranke fortwährend ein Verlangen zu entwischen zeigt.

Carbo vegetabilis.— Dies kann abwechselnd mitArsenicumgegeben werden, wenn sich folgende Symptome zeigen: Aengstlicher und niedergeschlagener Ausdruck, Gesicht blaß, dunkelbraun oder gelb, Augen eingefallen und gläsern, kalter Schweiß, der Stuhl faul und höchst widerwärtig, heftig drückende oder ziehende Schmerzen im Kopf, Röcheln im Hals, krampfartige oder brennende Schmerzen im Magen und in den Eingeweiden, die Eingeweide geschwollen und weich beim Druck.

Rhus toxicodendron.— Dieses Heilmittel ist in allen Stadien der Krankheit anzuwenden, besonders wenn der Kranke stumpf ist und stechende Schmerzen im Kopfe vorhanden sind, trockene, brennende Hitze, Steifheit des Nackens mit ziehenden Schmerzen, welche bei Bewegung zunehmen, Diarrhöe, Frost und Schwindel, Trockenheit des Halses, Drücken der Augen und Empfindlichkeit gegen Licht und Geräusch. Hat der Patient zu irgend einer Zeit keinen Schlaf, gebe man alle Stunden eine DosisCoffeaabwechselnd mitBelladonna.

Wenn die Haut kalt und klebrig ist und klebrige Schweiße vorhanden sind, gebe manCamphora, das mitCoffeaabgewechselt werden kann, sobald der Kranke unruhig werden sollte.

Nachdem das Fieber gebrochen ist und der Kranke wieder zu genesen beginnt, kann entwederChina,MercuriusoderSulphurgegeben werden.

Verordnung der Heilmittel.Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe, der Strenge der Symptome angemessen, alle halbe, ganze oder alle zwei Stunden einen Theelöffel voll.

Allöopathisch.Häufiges Waschen mit Wasser, kalt oder warm, dem Befinden des Kranken angemessen, sollte angewendet werden. Ist Diarrhöe vorhanden, kann dieselbe mit ein wenig Branntwein oder dem folgenden eingehalten werden:

Mische und theile es in 12 Pulver. Gib alle 2 oder 3 Stunden, je nachdem es nothwendig ist, ein Pulver.

Sind die Eingeweide verstopft, gebe man eine Einspritzung von warmem Wasser, oder die folgende Mischung kann genommen werden:

Mische dieses und füge hinzu

Mische und nimm es auf einen Schluck

Oder:

Mische es und nimm es als eine Dosis in Syrup oder Molasses.

Wenn der Kopf heiß ist, muß das Haar kurz geschnitten und der Kopf dann mit Eiswasser oder Essig und Wasser kühl gehalten und Blutegel an die Schläfe gesetzt werden.

Bei Schlaflosigkeit gebe man 25 bis 30 TropfenLaudanum(Mohnsaft).

Um das Fieber zu vermindern und Schweiß hervorzurufen, alle Stunden 3 bis 10 Tropfen Tinctur oder flüssigen Extrakt vonVeratrum Viride(Mistkraut), bis das Fieber nachläßt.

Wo die Eingeweide bedeutend angeschwollen sind, mögen erweichende Umschläge von Hopfen oder Leinsamen gemacht werden.

Finden Blutungen aus den Eingeweiden statt und ist große Schwäche vorhanden, lasse man den Kranken Wein und Brod zu sich nehmen. Wenn das Fieber langsam verläuft, sollte Chinin (Quinine) in mäßigen Dosen gegeben werden. Ein guter reizender Trank wird durch Lösung von einer Drachme von Potaschen-Chlorid (Chloride of Potash) in einem Pint Wasser hergestellt, das dem Kranken auf dessen Verlangen zu geben ist.

Als eine reizende Mischung möge das folgende angewendet werden:

Mische es. Dosis: Zwei Eßlöffel voll dreimal des Tages.

Oder:

zu machen.

Mische es. Dosis: Dreimal des Tages einen Eßlöffel voll.

Anmerkung.— Es ist rathsam, die Behandlung des Nervenfiebers nur einem erfahrenen Arzt zu überlassen.

Dies ist unter verschiedenen Namen unter den Aerzten bekannt, allein der Ausdruck Gehirnentzündung schließt alle die verschiedenen Formen in sich.

Ursachen.— Personen von voller Leibesbeschaffenheit, kurzem Nacken, vollblütig, sind vor allen Anderen zu Anfällen dieser Krankheit geneigt; die hervorragendsten Ursachen sind Schläge oder das Fallen auf den Kopf, unmittelbares Aussetzen des Kopfes den Sonnenstrahlen oder auch starker künstlicher Hitze, lang anhaltendes und hartes geistiges Arbeiten, Kälte, Ermüdung, Unmäßigkeit, heftige Bewegung, Jähzorn, das nach Innen Schlagen von Hautkrankheiten, zuweilen auch durch Krankheit der Knochen des Ohres, Schädelbrüche und Mangel an Schlaf verursacht. Hin und wieder tritt sie auch während Lungenentzündung, Scharlachfieber, Rothlauf und Gedärmentzündung ein.

Symptome.Sie kann allmählig oder auch ganz plötzlich kommen, allgemein aber ist das Erstere. Wo sie allmählig eintritt, ist der Kranke eine lange Zeit mit Schwere, Niedergeschlagenheit, Schlaflosigkeit, Schwindel, Ohrenklingen, geringem Appetit, Angst, Traurigkeit, Reizbarkeit, Singen und Lärmen in dem Kopfe, schreckliche Träume, Zittern der Glieder, Uebelkeit, Erbrechen geplagt, die Augen sind mit Blut unterlaufen und sehr empfindlich gegen das Licht.

Schreitet die Krankheit vor, so hat der Kranke mehr oder weniger Frost und beständig Kopfweh, welches zuweilen außerordentlich heftig wird. Diesem folgt ein heftiges Fieber, heiße, trockene Haut, ängstlicher Gesichtsausdruck, fliegende Hitze, die Pupillen des Auges ziehen sich fast zur Größe eines Nadelstiches zusammen, der Puls schlägt sehr schnell und stark, schnelles Athmen, heiße, zuweilen feuchte Haut, die Zunge klebrig und mitunter mit einem weißen Pelz belegt. Der Kranke leidet stark an Delirien.

Bei weiterem Fortschritt der Krankheit geht das Delirium in Betäubung über, aus welcher der Kranke nur mit Schwierigkeit zu erwecken ist. Die Pupillen, die vorher ganz zusammengezogen waren, erweitern sich jetzt und die Augen verlieren ihren Glanz. Zuweilen tritt Schielen ein und der Blick wird gedankenlos. Flüssigkeiten im Munde bleiben dort, ohne daß sie verschluckt werden, oder daß sie der Kranke auslaufen läßt. Der Kranke zupft an dem Bettzeuge und hascht in der Luft. Das Gehör ist um Vieles vermindert und alle Sinne sind mehr oder weniger abgestumpft. Der Urin ist sehr spärlich, wird zuweilen willenlos von dem Kranken zurückgehalten, in welchem Falle es nothwendig wird, die Blase zu leeren. Krämpfe können in diesem Stadium an Stelle der großen Aufregung folgen und Zeichen von großer Schwäche und Erschöpfung werden wahrgenommen. Der Puls wird schwach, häufig und zuckend, das Gesicht blaß und eingesunken und die Haut mit einem kalten und klebrigen Schweiß bedeckt. Der Urin geht ohne Wissen des Kranken ab, der in einem Zustande von gänzlicher Unempfindlichkeit stirbt.

Dies ist der mehr regelmäßige Verlauf der Krankheit, aber er kann abweichen und in vielen Fällen mögen einige von diesen Symptomen nicht vorhanden sein.

In einigen Fällen gehen dem Anfall Krämpfe voraus, bei deren Aufhören der Kranke ebensowohl bei Bewußtsein als in einem betäubenden Zustande sein kann. Die Krankheit dauert 24 Stunden bis 7 oder 8 Wochen, der Durchschnitt ist aber ungefähr 4 bis 5 Wochen.

Behandlung.Allgemeine.Kalte Wasser- und Eisumschläge sollten auf den Kopf gemacht werden und die Kost muß wie bei allen Fiebern leicht sein. Dem Patienten ist geröstetes Brod, Wasser, Gerstenschleim, Limonade oder Orangensaft, aber immer nur in kleinen Portionen zu gestatten. Während der Wiedergenesung ist die Kost sorgfältig zu ordnen und die Eingeweide und Blase ebenso zu bewachen.Homöopathisch.Kaltes Wasser ist das erste von Wichtigkeit. Es sollten hiervon regelmäßige Umschläge auf den Kopf gemacht und das Heißwerden des Kopfes verhindert werden. Kaltes Wasser ist dem Eise vorzuziehen.Aconitum.— Wenn der Kranke starkes Delirium hat, brennende Schmerzen im Kopfe, besonders in der Stirne, rothes Gesicht, blutunterlaufene Augen,heiße, trockene Haut. Tritt nach sechs Stunden keine Besserung ein, sollteBelladonnaabwechselnd mitAconitumgegeben werden, besonders bei folgenden Symptomen: große Hitze des Kopfes, rothes und blutunterlaufenes Gesicht, heftiges Schlagen der Adern des Nackens und der Schläfe, Trockenheit des Mundes, der Zunge und des Halses, erschwertes Schlucken, Uebelkeit, Erbrechen, Schwindel, Empfindlichkeit gegen Licht und Geräusch, blutunterlaufene und strahlende Augen bei einem wilden Ausdrucke, heftiges Delirium, Diarrhöe, stechende Schmerzen im Kopfe, leises Murmeln und Krämpfe.Hyosciamus.— Betäubung, Bewußtlosigkeit, Delirium, jähes Auffahren, Singen, Murmeln, Lächeln, Zupfen am Bettzeuge, Versuch zu entwischen, unfreiwilliges Ablassen des Urins.Stramonium.— Gesicht roth, starren Blick, natürliches Schlafen, aber bei Krämpfen und Herumwerfen.Bryonia.— Beständige Neigung zu schlafen, jähes Auffahren aus dem Schlafe, Delirium, Aufspringen, Seufzen, Schreien, brennende und stechende Schmerzen im Kopfe und kalter Schweiß auf der Stirne.Bryoniakann ferner gegeben werden, wennAconitumundBelladonnaangezeigt erscheinen, aber keine Erleichterung gewähren.Opium.— Schläferigkeit mit schwerem Athem, hell offenen Augen, Verwirrung und Schwindel nach Erwachen, Frost oder Gleichgültigkeit gegen Alles. Ist der Kranke zu irgend einer Zeit während des Krankheit sehr unruhig und schlaflos, kann man alle Stunden eine DosisCoffeaabwechselnd mitBelladonnageben, während diese Heilmittel gegeben werden, muß die Gabe anderer unterbleiben.Andere Heilmittel sindZincum,Apis Mellitica,Rhus toxicodendron,LachesisundSulphur.Verordnung der Heilmittel.Löse 12 Kügelchen des gewählten Mittels in 12 Theelöffel voll kalten Wassers und gieb, der Strenge der Symptome angemessen, alle 1, 2 oder 3 Stunden einen Theelöffel voll.Allöopathisch.Es ist von großer Wichtigkeit, daß die Behandlung rechtzeitig früh begonnen wird. Ist der Puls voll, sollte zu Aderlässen gegriffen und nicht eher damit nachgelassen werden, bis er schwächer wird. Kann man das Blut nicht am Arme entziehen, so sollten auf Nacken, Rückgrat und Schläfe 12 Blutegel und mehr gesetzt werden. Das Haupt muß rasirt werden und kalte oder Eiswasserumschläge sind anzuwenden, auch gestoßenes Eis kann in einen Beutel auf den Kopf gelegt werden. Eine volle Dosis, 5–10 Grane geläutertes Quecksilber (Calomel) mit einer gleichen Menge Jalappenwurzel (Jalap) kann in diesem Stadium gegeben werden. Zug- und Senfpflaster sind auf die Waden zu legen. Wer sich des Calomels nicht bedienen will, nehme Folgendes:Pulverisirtes Gummi-Gutti (Pulverized gamboge)12Grane.Pulverisirtes Scammonium-Salz (Pulverized Scammony)12„Springgurke (Elaterium)2„Purgirkörneröl (Croton oil)8Tropfen.Stechapfel-Extrakt (Extract of stramonium)3Grane.Mische es und mache 12 Pillen daraus. Dosis: Alle Stunden eine Pille bis sich die Wirkung einstellt.Nachdem das Aufregungs-Stadium vorüber ist und der Kranke schwach wird, Puls kaum fühlbar, Gesicht blaß, Hände und Füße kalt, sollte Wein oder andere Reizmittel gegeben und Zugpflaster auf den Nacken und hinter die Ohren gelegt werden.Bei Schlaflosigkeit sind 2 Grane essig- oder salzsaures Morphium (Acetate or muriate of morphine) in 4 Unzen Wasser aufgelöst und davon alle 2 oder 3 Stunden einen Eßlöffel voll, bis Schlaf eintritt, zu geben.Die Eingeweide sind offen zu halten und nachdem die erste Dosis Calomel gegeben wurde, möge man folgendes anwenden:Calomel6–8Grane.Brechwurz (Ipecacuanha)4„Präparirte Kreide (Prepared chalk)½Drachme.Fingerhut (Digitalis)3Grane.Theile es in 12 Pulver und gebe eine hinreichende Menge, die Eingeweide offen zu halten.Sollte dieses Mittel Erbrechen erregen, so füge man jeder Dosis ein Drittel bis zu einem ganzen GranHyosciamus Extract(Bilsenkraut-Extrakt) bei.Eclectische und Kräuterkur.Sobald die ersten Symptome erscheinen, nehme man ein Fußbad in warmem Wasser, dem ein wenig Saleratus oder Asche beigefügt ist. Dies sollte 2 bis 3 Mal des Tages wiederholt werden. Mache kalte Wasserumschläge auf Gesicht, Kopf und Nacken und öffne die Eingeweide mit einer Mischung aus gleichen Theilen von Alraunwurzel (Mandrake root) und (Cremor tartari) mit ein wenig Gewürznelken (Cloves). Sollte Alraunwurzel ohne Wirkung bleiben, so kann auch Jalappenwurzel (Jalap) mitCremor tartarigegeben werden. Dies sollte, jeden Morgen und Abend eine Dosis, so lange fortgesetzt werden, bis der Kranke außer Gefahr ist. Senfpflaster sind auf Kreuz, Nacken und über den Magen aufzulegen.Um Schweiß hervorzurufen, bediene man sich gleicher Theile der Lobelia, Blutwurzel (Blood root) und des Weins der Brechwurz (Wine of Ipecac) in gleichen Dosen, einmal in einer Stunde. Wenn die Tincturen nicht beschafft werden können, mögen diese drei Sachen auch in Pulvern, und zwar in Dosen von 6 bis 10 Granen gegeben werden. Ist das Kopfweh stark, sollten warme erweichende Umschläge von Hopfen mit Essig vermischt aufgelegt werden, und wenn der Kranke unruhig ist und nicht schlafen kann, lasse man ihn unbeschränkt Hopfenthee trinken.Befindet sich der Kranke in einem betäubten Zustande, und ist nur mitSchwierigkeit aus diesem zu erwecken, mag ihm in ein wenig Porter oder Ale kohlensaures Ammoniak (Carbonate of ammonia), dem ein Viertel-Gran Calomel und ein halbes Gran schwefelsaures Chinin (Sulphate of Quinine) beigefügt wird, gegeben und kann, so oft als erforderlich, wiederholt werden. Man lasse den Patienten Limonade, mitCremor tartarisäuerlich gemachtes Wasser oder grünen Münzthee (Spearmint), mit ein wenig süßem Salpeter-Spiritus (Sweet spirits of nitre) darin, trinken.

Behandlung.

Allgemeine.Kalte Wasser- und Eisumschläge sollten auf den Kopf gemacht werden und die Kost muß wie bei allen Fiebern leicht sein. Dem Patienten ist geröstetes Brod, Wasser, Gerstenschleim, Limonade oder Orangensaft, aber immer nur in kleinen Portionen zu gestatten. Während der Wiedergenesung ist die Kost sorgfältig zu ordnen und die Eingeweide und Blase ebenso zu bewachen.

Homöopathisch.Kaltes Wasser ist das erste von Wichtigkeit. Es sollten hiervon regelmäßige Umschläge auf den Kopf gemacht und das Heißwerden des Kopfes verhindert werden. Kaltes Wasser ist dem Eise vorzuziehen.

Aconitum.— Wenn der Kranke starkes Delirium hat, brennende Schmerzen im Kopfe, besonders in der Stirne, rothes Gesicht, blutunterlaufene Augen,heiße, trockene Haut. Tritt nach sechs Stunden keine Besserung ein, sollteBelladonnaabwechselnd mitAconitumgegeben werden, besonders bei folgenden Symptomen: große Hitze des Kopfes, rothes und blutunterlaufenes Gesicht, heftiges Schlagen der Adern des Nackens und der Schläfe, Trockenheit des Mundes, der Zunge und des Halses, erschwertes Schlucken, Uebelkeit, Erbrechen, Schwindel, Empfindlichkeit gegen Licht und Geräusch, blutunterlaufene und strahlende Augen bei einem wilden Ausdrucke, heftiges Delirium, Diarrhöe, stechende Schmerzen im Kopfe, leises Murmeln und Krämpfe.

Hyosciamus.— Betäubung, Bewußtlosigkeit, Delirium, jähes Auffahren, Singen, Murmeln, Lächeln, Zupfen am Bettzeuge, Versuch zu entwischen, unfreiwilliges Ablassen des Urins.

Stramonium.— Gesicht roth, starren Blick, natürliches Schlafen, aber bei Krämpfen und Herumwerfen.

Bryonia.— Beständige Neigung zu schlafen, jähes Auffahren aus dem Schlafe, Delirium, Aufspringen, Seufzen, Schreien, brennende und stechende Schmerzen im Kopfe und kalter Schweiß auf der Stirne.

Bryoniakann ferner gegeben werden, wennAconitumundBelladonnaangezeigt erscheinen, aber keine Erleichterung gewähren.

Opium.— Schläferigkeit mit schwerem Athem, hell offenen Augen, Verwirrung und Schwindel nach Erwachen, Frost oder Gleichgültigkeit gegen Alles. Ist der Kranke zu irgend einer Zeit während des Krankheit sehr unruhig und schlaflos, kann man alle Stunden eine DosisCoffeaabwechselnd mitBelladonnageben, während diese Heilmittel gegeben werden, muß die Gabe anderer unterbleiben.

Andere Heilmittel sindZincum,Apis Mellitica,Rhus toxicodendron,LachesisundSulphur.

Verordnung der Heilmittel.Löse 12 Kügelchen des gewählten Mittels in 12 Theelöffel voll kalten Wassers und gieb, der Strenge der Symptome angemessen, alle 1, 2 oder 3 Stunden einen Theelöffel voll.

Allöopathisch.Es ist von großer Wichtigkeit, daß die Behandlung rechtzeitig früh begonnen wird. Ist der Puls voll, sollte zu Aderlässen gegriffen und nicht eher damit nachgelassen werden, bis er schwächer wird. Kann man das Blut nicht am Arme entziehen, so sollten auf Nacken, Rückgrat und Schläfe 12 Blutegel und mehr gesetzt werden. Das Haupt muß rasirt werden und kalte oder Eiswasserumschläge sind anzuwenden, auch gestoßenes Eis kann in einen Beutel auf den Kopf gelegt werden. Eine volle Dosis, 5–10 Grane geläutertes Quecksilber (Calomel) mit einer gleichen Menge Jalappenwurzel (Jalap) kann in diesem Stadium gegeben werden. Zug- und Senfpflaster sind auf die Waden zu legen. Wer sich des Calomels nicht bedienen will, nehme Folgendes:

Mische es und mache 12 Pillen daraus. Dosis: Alle Stunden eine Pille bis sich die Wirkung einstellt.

Nachdem das Aufregungs-Stadium vorüber ist und der Kranke schwach wird, Puls kaum fühlbar, Gesicht blaß, Hände und Füße kalt, sollte Wein oder andere Reizmittel gegeben und Zugpflaster auf den Nacken und hinter die Ohren gelegt werden.

Bei Schlaflosigkeit sind 2 Grane essig- oder salzsaures Morphium (Acetate or muriate of morphine) in 4 Unzen Wasser aufgelöst und davon alle 2 oder 3 Stunden einen Eßlöffel voll, bis Schlaf eintritt, zu geben.

Die Eingeweide sind offen zu halten und nachdem die erste Dosis Calomel gegeben wurde, möge man folgendes anwenden:

Theile es in 12 Pulver und gebe eine hinreichende Menge, die Eingeweide offen zu halten.

Sollte dieses Mittel Erbrechen erregen, so füge man jeder Dosis ein Drittel bis zu einem ganzen GranHyosciamus Extract(Bilsenkraut-Extrakt) bei.

Eclectische und Kräuterkur.Sobald die ersten Symptome erscheinen, nehme man ein Fußbad in warmem Wasser, dem ein wenig Saleratus oder Asche beigefügt ist. Dies sollte 2 bis 3 Mal des Tages wiederholt werden. Mache kalte Wasserumschläge auf Gesicht, Kopf und Nacken und öffne die Eingeweide mit einer Mischung aus gleichen Theilen von Alraunwurzel (Mandrake root) und (Cremor tartari) mit ein wenig Gewürznelken (Cloves). Sollte Alraunwurzel ohne Wirkung bleiben, so kann auch Jalappenwurzel (Jalap) mitCremor tartarigegeben werden. Dies sollte, jeden Morgen und Abend eine Dosis, so lange fortgesetzt werden, bis der Kranke außer Gefahr ist. Senfpflaster sind auf Kreuz, Nacken und über den Magen aufzulegen.

Um Schweiß hervorzurufen, bediene man sich gleicher Theile der Lobelia, Blutwurzel (Blood root) und des Weins der Brechwurz (Wine of Ipecac) in gleichen Dosen, einmal in einer Stunde. Wenn die Tincturen nicht beschafft werden können, mögen diese drei Sachen auch in Pulvern, und zwar in Dosen von 6 bis 10 Granen gegeben werden. Ist das Kopfweh stark, sollten warme erweichende Umschläge von Hopfen mit Essig vermischt aufgelegt werden, und wenn der Kranke unruhig ist und nicht schlafen kann, lasse man ihn unbeschränkt Hopfenthee trinken.

Befindet sich der Kranke in einem betäubten Zustande, und ist nur mitSchwierigkeit aus diesem zu erwecken, mag ihm in ein wenig Porter oder Ale kohlensaures Ammoniak (Carbonate of ammonia), dem ein Viertel-Gran Calomel und ein halbes Gran schwefelsaures Chinin (Sulphate of Quinine) beigefügt wird, gegeben und kann, so oft als erforderlich, wiederholt werden. Man lasse den Patienten Limonade, mitCremor tartarisäuerlich gemachtes Wasser oder grünen Münzthee (Spearmint), mit ein wenig süßem Salpeter-Spiritus (Sweet spirits of nitre) darin, trinken.

Diese Krankheit ähnelt demIntermittirenden- oder Wechselfieberund entspringt in der Regel aus denselben Ursachen. Beim Wechselfieber aber kehren die Anfälle zu bestimmten Zeiten wieder und lassen den Kranken während der Zwischenzeit frei von allen Symptomen, während bei dem Gallenfieber das Fieber nur nachläßt und bezüglich seines Erscheinens unregelmäßig ist.

Ursachen.Es wird ohne Zweifel durch Malaria (einen giftigen Dunst, welcher von verwesenden thierischen und Pflanzenstoffen aufsteigt — Sumpfluft) verursacht; befällt mehrentheils Personen von schwacher Verdauung, oder solche, die sich der Unmäßigkeit hingeben. Ueberladen des Magens, Zorn, Furcht oder Aerger können ebenfalls Ursachen werden.

Symptome.Gewöhnlich gehen Schwäche, Niedergeschlagenheit, sich Dehnen, Appetitlosigkeit, mehr oder weniger Schmerz im Kopfe, fliegende Hitze oder Kälte voraus. Diese Symptome können mehrere Tage dauern, ehe sich die Krankheit vollkommen entwickelt. Die Kälte nimmt stufenweise zu, bis sie in einen kennbaren Frost übergeht. Diesem Frost folgt eine fliegende Hitze, und nach Verlauf von 2 bis 3 Stunden wird die ganze Oberfläche des Körpers heiß. Der Kranke klagt über Schmerz und ein Gefühl von Vollsein und Schwere im Kopfe, Schmerz in dem Rückgrat und Gliedern, besonders in den Waden, große Schwäche, beschleunigtes und schwieriges Athmen, flammendes Gesicht, Hitze und Trockenheit der Haut, Uebelkeit, Erbrechen und Durst. Der Puls ist voll und dessen Schlag erhöht, die Eingeweide verstopft und die Zunge mit einem weißen Schleim belegt.

Das Fieber kann 8 bis 12, ja sogar 24 Stunden anhalten, dann wird die Haut feucht, der Puls sinkt und der Kranke fällt in einen erquickenden Schlaf.

Bei harten Fällen aber bleibt die Haut heiß und trocken, der Patient wird sehr unruhig und das Fieber stellt sich nach Verlauf von wenigen Stunden von Neuem ein.

Einer der eigenthümlichsten Züge dieser Krankheit ist die gelbliche Haut und das Weiße des Auges. Dies stellt sich zwischen dem dritten und fünften Tage der Krankheit, zuweilen auch gleich bei dem Beginn ein. Der gelbe Eiter kann auf die Oberfläche getrieben werden, so daß ein weißes Taschentuch, wenn man damit auf die Haut reibt, gelbe Flecke bekommt.

Die Krankheit kann einige Tage lang oder zwei bis drei Wochen anhalten und schließlich in ein wirkliches Wechsel- oder Nervenfieber übergehen, wenn der Kranke nicht wieder genesen sollte. Ungefähr um die Zeit der Wiedergenesung erscheint ein Ausschlag auf den Lippen, der als ein günstiges Zeichen angenommen wird.


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