Que l’on est heureux, joyeux,Tranquille à Romainville,Ce bois charmantPour les amantsOffre mille agrémens etc.
Que l’on est heureux, joyeux,Tranquille à Romainville,Ce bois charmantPour les amantsOffre mille agrémens etc.
Que l’on est heureux, joyeux,Tranquille à Romainville,Ce bois charmantPour les amantsOffre mille agrémens etc.
Que l’on est heureux, joyeux,
Tranquille à Romainville,
Ce bois charmant
Pour les amants
Offre mille agrémens etc.
Eines Tages kam während eines solchen Soupers beim Fürsten Y. die Sprache auf die famose Halsbandgeschichte, auf Cagliostro, dessen Zitationen der Toten und so weiter. Der Fürst äußerte, daß er ganz außerordentliche Dinge von Personen, die ihnen beigewohnt, davon gehört habe, und durch den Champagner schon ziemlich heiter gestimmt, rief er aus: „Ich wäre begierig, doch auch einmal dergleichen zu sehen.“ – „Wenn Eure Durchlaucht die Kosten bestreiten wollen,“ versetzte ich, „so mache ich mich anheischig, Derselben ein ganzes Regiment Toter aus allen Zeiten erscheinen zu lassen.“ – „Ich halte Sie beim Wort,“ versetzte der Fürst, der eben einen Wald seines deutschen Fürstentums an einen Pariser Juwelier für eine bedeutende Summe und für diversen Schmuck, der in die Hände der Theaterprinzessinnen fiel, verkauft hatte und daher bei Kasse war.[9]
„Wohlan, Durchlaucht,“ sagte ich nun, „um die Sache recht feierlich zu machen, werde ich ein prächtiges Nachtmahl veranstalten, bei dem all die Toten erscheinen sollen, die Sie zu sehen und mit denen Sie zu speisen wünschen.“
„Gut, wir wollen die Liste der Gäste anfertigen, es müssen ein paar Dutzend großer Toten sein, die geladen werden sollen.“ In einer Gesellschaft, bei der diesmal auch Talma nebst der Mars und anderen zugegen war, kamen wir mit der Genehmigung des Fürsten überein, folgende Personen zu zitieren: den König Salomon, die Königin Saba, Alexander den Großen, Noah, den Patriarchen Abraham, die Rachel, Moses, Semiramis, Kleopatra, Aspasia, Cäsar, Alcibiades, Helena, die keusche Susanna, Karl den Großen, Diana von Poitier, Johanne d’Arc, Ludwig XI., Luther, Sixtus V., Ludwig XIV., Maria Stuart, Elisabeth von England, Heinrich IV., Papst Alexander VI., Lucretia Borgia, die römische Lucretia samt dem älteren Brutus, Friedrich den Großen, Maria Antoinette und endlich den Cagliostro selbst. Dies waren die Toten, welche die Ehre haben sollten, an dem mitternächtlichen Mahl des Fürsten Y. teilzunehmen. Die meisten davon hatte ich in Vorschlag gebracht und erteilte mir selbst das Amt eines Zeremonienmeisters bei diesem Fest, dabei machte ich zur Bedingung, daß mir die Anordnung des Ganzen überlassen bleibe und sich durchaus niemand, selbst Seine Durchlaucht nicht einmischen dürfe, sondern nur die später einlaufenden Rechnungen zu berichtigen habe. Ich bat mir acht Tage Zeit zu den Vorbereitungen aus, die mir auch bewilligt wurden, rekrutierte nun meine Toten aus dem Personal verschiedener Theater, namentlich unter den Künstlern der großen Oper, des Balletts und des französischen Theaters, und Talma, die Duchenois, die Mars, die Gardel, Klotilde, Leverd, Lainez, Beaupré, Saulnier, Vestris, Nourrit, Maillard, Laforet und andere waren mit von der Partie und hatten sich auf meine Einladung dazu verstanden, jeder eine Totenrolle zu übernehmen und dem seltsamen Fest beizuwohnen. Nach Übereinkunft mußte sich ein jeder gegen billige Vergütung, der übernommenen Rolle gemäß, möglichsthistorisch treu kostümieren. Haut und Gesicht mußten eine Totenfarbe haben. Ich ließ den großen Salon in der Wohnung des Fürsten Y. ganz mit schwarzem Tuch drapieren, sogar Decke und Fußboden mit solchem belegen, die Wände wurden mit aus weißem Tuch geschnittenen Totenköpfen und Totenknochen verziert, die ganze Beleuchtung wurde durch blaues spirituöses Licht veranstaltet. Die Tafel wurde ganz schwarz gedeckt, jede Stelle, auf welche Schüsseln oder Teller placiert werden sollten, war durch einen Kranz von Totenknochen bezeichnet. In der Mitte des Tisches stand ein hoher Tafelaufsatz, aus Totenköpfen und Knochen von Zucker sehr künstlich nachgebildet, bestehend. Alle Servietten waren von schwarzem Seidenzeug und hatten in der Mitte einen bekränzten Totenkopf und ins Kreuz gelegte Knochen an den vier Ecken, von Silberborden zierlich ausgeschnitten und aufgenäht. Vierundzwanzig schwarze Kandelaber mit silbernen Verzierungen standen ringsherum an den Wänden, auf denen blaue Spiritusflammen brannten, ebensoviel versilberte Lampen hingen von der Decke herab. Alle Armstühle waren schwarz überzogen, und an dem Rücken eines jeden war nach Umständen ein bekrönter oder behelmter Totenkopf angebracht, auf den für die Päpste bestimmten prangte die dreifache Krone über und Petris Schlüssel unter dem Kopf, alles in Silber. Außerdem war der Saal längs der Decke ringsherum mit schwarzen Wolken drapiert, deren Fransen Totenknochen und deren Quasten Totenköpfe vorstellten, ebenso waren die Fenstergardinen drapiert. Für die Tafel selbst hatte ich die ausgesuchtesten Leckerbissen bei denfrères provençauxbestellt zu fünfzig Franken per Kopf ohne Wein. Der Tischwein war Ai und Rosé, und zu Dessertweinen Tokaier, Kapwein, Schiras und Johannisberger. Ein Kaiserpunsch machte den Beschluß dieses schwelgerischen Totenmahles. Vierundzwanzig in Leichentücher gehüllte dienende Geister besorgten die Aufwartung, und eine gleiche Zahl gleichkostümierter Musikanten, welche nur Trauer- und Totenmärsche spielen sollten, machten Tafelmusik, auf einem Castrum Doloris sitzend. Das aus Zuckerwerk bestehende Dessert stellte allemöglichen Embleme des Todes vor, unter anderen eine sehr künstlich gearbeitete Gruppe tanzender Skelette. Alle Schüsseln, Teller, Flaschen und Becher waren schwarz angelaufen, und die Gläser hatten schwarze Ränder. Fürst Y., der als Sesostris dem Mahl beiwohnen sollte, hatte einen eigenen schwarzsamtnen Thronsessel, mit silbernen Sternen gesät, und ein gekrönter versilberter Totenkopf war auf der Spitze des Rückrandes angebracht.
Eine halbe Stunde vor Mitternacht an dem bestimmten Abend wurden sämtliche Gäste in den zu diesem Feste gemieteten Leichenkutschen abgeholt und versammelten sich in dem ebenfalls schwarz behangenen und düster beleuchteten Vorzimmer des Fürsten Y. Als die Glocke Mitternacht anzeigte, ertönten zwölf dumpfe Hammerschläge auf einem ehernen Schild, und mit dem letzten Schlag öffneten sich die Flügeltüren des Speisesaals, aus dem Wolken wohlriechenden Rauches drangen, welche die Eintretenden einhüllten. Die doch etwas überraschten Gäste traten paarweise ein, wo ich sie als Zeremonienmeister in schwarzem altspanischem Kostüm empfing, dem Fürsten Y.-Sesostris vorführte, dann jedem seinen Platz anwies, doch alles nur vermittelst Zeichen und Gebärden. Die Kostüme der sämtlichen Repräsentanten der berühmten Toten waren überaus prächtig, aber alle hatten ein schauerliches, bleiches, totenähnliches Ansehen. Bei ihrem Eintreten ertönte ein feierlicher Totenmarsch, den ich schon früher noch für das Regiment Y. komponiert hatte; auch die Musik war in Rauchwolken, die aus silbernen Kohlpfannen aufstiegen, gehüllt. Man nahm, immer ein tiefes Schweigen beobachtend, Platz an der Tafel, die mit indischer Vogelnester-, Schildkrötensuppe und Kaviar und Austern eröffnet wurde, wobei man sich nur beinerner Löffel und Gabeln bediente. Die servierenden Geister kredenzten reichlich Ai und Rosé; Y.-Sesostris brach endlich das Schweigen, mehrere der Toten über manche Dinge und Umstände aus ihrem Leben befragend, wobei er bisweilen höchst seltsame und komische Aufschlüsse erhielt; so wollte unter anderen Kleopatra durchaus eine Zeitgenossin des Kolumbus und die Helena bei der PariserBluthochzeit gegenwärtig gewesen sein. Man wurde jetzt gesprächiger, und als das Dessert herangekommen und der brennende Kaiserpunsch erschienen war, gab mir Sesostris ein Zeichen, und die Musik stellte ihre Trauer- und Totenharmonien ein und ließ nun bacchantische Lieder und fröhliche Tänze unter Pauken und Trompeten erschallen. Es wurden muntere Lieder angestimmt, man tanzte, und die männlichen und weiblichen Toten machten sich zum Teil recht artig den Hof; Y.-Sesostris hielt sich an Diana Poitiers-Leverd und ich an die Mars-Lucretia. Bis zum Grauen des Tages währte das wunderliche Fest, wo sich nacheinander sämtliche Toten zu einer zeitlichen Ruhe begaben und ich meine keusche Lucretia heimbegleitete. Die Geschichte machte indessen so großes Aufsehen in Paris und wurde mit solchen Übertreibungen und Zusätzen erzählt, daß selbst Napoleon Notiz davon nahm. Als ich ein paar Tage darauf mit Talma und einigen Offizieren im Palais Royal frühstückte, sagte ersterer, es solle ihn wundern, wenn der Kaiser den Fürsten Y. nicht wegen dieses Totenfestes zur Rede stelle. Denselben Tag hinterbrachte ich dem letzteren diese Äußerung des großen Künstlers, der immer Zutritt bei Seiner Majestät hatte. Der Fürst lachte darüber, aber kaum waren wir vom Tisch aufgestanden, als eine Order kam, die ihn für den kommenden Morgen vor dem furchtbaren Napoleon zu erscheinen befahl. Den anderen Tag fuhr er zu der beorderten Zeit in die Tuilerien, kam nach einer guten Stunde ganz außer sich zurück und rief, ins Zimmer tretend, wo er mich, ihn erwartend, fand, aus: „Das ist eine infame Geschichte, der Teufel hat mich geritten, so etwas zuzugeben.“ Als die Durchlaucht etwas ruhiger geworden war, teilte sie mir mit abgerissenen Worten und fragmentarisch mit, was zwischen ihm und dem Kaiser vorgefallen war. Dieser hatte ihm unter anderem in einem sehr aufgebrachten und strengen Ton gesagt: „Unter dem Vorwand der Gicht bleiben Sie in Paris, statt dem Armeekorps, dem Sie zugeteilt sind, nach Spanien zu folgen, machen hier Streiche, die meine ganze Hauptstadt in Alarm setzen und alle Frommen in Aufruhr bringen. – Päpste in vollem Ornathaben Katzensprünge und Purzelbäume und Gott weiß was alles, und zwar in der Fastenzeit, bei Ihnen gemacht. Ich hoffe, daß Sie in der kürzesten Frist imstande sein werden, sich zu Ihrem Armeekorps zu verfügen.“ Hierzu hatte nun Seine Durchlaucht nicht die geringste Lust, ja er hätte lieber seinen Abschied genommen, wenn dies ohne die höchste Ungnade und vielleicht gar sein Land zu verlieren, angegangen wäre. Ich suchte ihn zu beruhigen und sagte ihm, man müsse nur den ersten Zorn des Kaisers vorübergehen lassen, dann würde man schon Mittel finden, ihn zu besänftigen. – „Sie haben gut reden und können dazu lachen, denn obgleich Sie den ganzen Teufelsspuk veranstaltet haben, so ...“ – „Doch nur auf Befehl, Eure Durchlaucht!“ – „... so gehen Sie doch leer aus.“ Ich riet nun dem Fürsten, Talma zu einem Frühstück einzuladen, da dieser von der Partie gewesen, vortrefflich mit Napoleon stünde und gewiß der Mann wäre, der die Sache wieder ins Gleise bringen könne. Dies leuchtete der trostlosen Durchlaucht ein, die mich mit der Einladung des berühmten Schauspielers beauftragte. Ich fuhr zu diesem, unterrichtete ihn von dem Vorgefallenen und dem Anliegen des Fürsten, er schlug aber das Frühstück mit den Worten aus: „Ich habe keine Zeit dazu, aber das tut nichts, lassen Sie mich nur machen, ich werde die Sache arrangieren. Der Kaiser und ich, wir sind ja doch nur zwei große Komödianten, wenn auch jeder auf einer anderen Bühne, das gilt gleich, wir verstehen uns doch. – Sagen Sie Ihrem Fürsten, er möge nur ruhig sein, ich würde dieser Tage die Ehre haben, ihm aufzuwarten.“ – Ich hinterbrachte diese Unterredung dem Fürsten, die ihn jedoch nicht sehr befriedigte. Aber Talma hielt Wort, schon den anderen Tag fuhr er bei Seiner Durchlaucht vor und rapportierte derselben, daß er den Kaiser von allem der Wahrheit gemäß in Kenntnis gesetzt habe, ihm klar gemacht, daß es Lügen und Übertreibungen seien, was man sich im Publikum hinsichtlich dieses Festes erzählte, und es so weit gebracht, daß Napoleon endlich selbst darüber gelächelt und ihn mit einem kleinen Wischer und dem Auftrag, den Fürsten Y. zu beruhigen und ihm zu sagen,er möge nur seiner Gesundheit pflegen, entlassen habe. Der große Kaiser hatte seine Gründe, mit dem großen Mimiker, der ihm in früheren schlimmen Zeiten gar manchmal ein Mittagessen bezahlte, glimpflich umzugehen. Wer war froher als Fürst Y. und ich mit, denn leicht hätte es mir im Garten wachsen können, daß auch ich, wenn die Sache näher untersucht worden wäre,stante pedeaus Paris fortgemußt hätte. Der Spaß hatte übrigens Seiner Durchlaucht über fünfzehntausend Franken gekostet.