Vorwort.

Vorwort.

Die ersten beiden Bände der Hamburger Handelsbücher haben in kurzer Zeit weite Verbreitung und, was mehr ist, den Beifall der sachverständigen Kreise gefunden. Damit dürfte der Beweis dafür geliefert sein, daß dieaus der Praxis für die Praxisgeschriebenen Bücher tatsächlich eine Lücke ausfüllen. Damit ist auch ferner bewiesen, daß es sehr wohl möglich ist, Zweige des kaufmännischenKönnens, die in der Hauptsache auf angeborenen Talenten und auf Erfahrungen beruhen, systematisch so zu behandeln, daß breite Kreise Vorteil aus dieser Art der Behandlung ziehen können.

Trotzdem habe ich es mir sehr reiflich überlegt, ob über die Kunst,als Reisender Erfolge zu erzielen, ein Buch geschrieben werden kann, das dem Reisenden und den vielen Angestellten, die Reisende werden wollen, das sein kann, was die bis jetzt erschienenen Hamburger Handelsbücher bereits Tausenden geworden sind. Ich bin schließlich an die Arbeit gegangen, weil ich aus eigener Praxis wußte, wie schwer es zumal dem angehenden Reisenden ist,alleErfahrungen zu sammeln, deren Fehlen oft so teuer bezahlt werden muß. Ich wußte, daß auch ältere Berufsgenossen sich ihre Tätigkeit durch mancherlei Reiseunarten erschweren. So hoffe ich, daß das vorliegende Buch sowohl den Angestellten, die sich aus der Enge des Ladens und aus der Einförmigkeit des Kontores hinaussehnen, die nach der freieren, unabhängigeren und besser bezahlten Stellung eines Reisenden streben, manche Fingerzeige, als auch dem älteren „Reise-Onkel“ wenigstens hier und da noch Anregung geben wird. Ich habe darauf verzichtet, „Kniffe“ und sogenannte Kniffe breit und ausführlich zu behandeln. Abgesehen davon, daß manche dieser „Kniffe“ wirklich nicht sehr empfehlenswert sind, glaube ich, daß schließlich jeder Reisende seine Methode selber bilden muß und wird. Ein Kniff, den sich der eine vielleicht noch leisten kann, würde den anderen Reisenden schwer schädigen. Ein Buch kann und soll auch nicht die Erfahrung ersetzen. Vielmehr gilt auch hier als Regel:

„EinBlick ins Buch und zwei ins Leben,Das muß die Form dem Geiste geben!“

„EinBlick ins Buch und zwei ins Leben,Das muß die Form dem Geiste geben!“

„EinBlick ins Buch und zwei ins Leben,

Das muß die Form dem Geiste geben!“

Manche Kleinigkeit mußte ich erwähnen. Ich bitte den Leser, über diese scheinbaren Kleinigkeiten nicht hinweg zu gehen. Es gibt im Reiseleben keine Kleinigkeiten! Kleine Ursachen können gerade für den Geschäftsreisenden große Wirkungen nach sich ziehen. Es scheint mir deshalb notwendig, daß besonders der Anfänger das Buch nicht durchliest, sondern gerade wegen der vielen Kleinigkeiten durcharbeitet!

Zum Schlusse möchte ich noch den „Aeltesten der Kaufmannschaft“ zu Berlin meinen Dank aussprechen für die freundliche Unterstützung, die es mir ermöglichte, über die z. T. recht umständlichen Vorschriften, die in den europäischen Staaten für die Geschäftsreisenden bestehen, bestimmte und genaue Angaben zu machen.

Gerhard Kaestner.


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