Fichtennadelduft
Durch schwülen Wald in Sommertagen,Wo der Pirol aus Wipfeln rief,Sonst alles ruhte, alles schlief,Da ging ich, wo man Holz geschlagen.Der sommerlichen Sonne Gluten,Sie senkten sich in goldnen FlutenHin auf den unbeschützten Grund –Ein süßer FichtennadelduftErfüllte rings die heiße Luft,Still brütend in der Lichtung Rund.Und wie auf Schwingen fortgetragen,Hinflog mein Geist zu Wintertagen,Wo in des Zimmers stillem KreisDer Tannenbaum die harz’gen Düfte,Haucht in die sanft durchwärmten Lüfte,Und Rauschgold knistert zart und leis.Und meinen Busen fühlt ich’s dehnen,Und mich befiel ein kindlich SehnenNach dir, du holde Weihnachtszeit.Was darf man in des Sommers ReichenWohl deinem stillen Glanz vergleichenUnd deiner trauten Heimlichkeit!Die Zeit verging. – In Wintertagen,Da wurden Buden aufgeschlagenMit all dem sonderlichen Tand.Das Wunder stieg vom Himmel wiederAuf die verschneite Erde nieder –Die heil’ge Weihnacht kam ins Land.Es stand die schön geschmückte FichteIn farb’gem Glanz, in hellem Lichte,Ein goldumglänzter Märchenbaum.Doch als der Zweige harz’ges DüftenNun schwebte in den warmen Lüften,Kam’s über mich gleichwie ein Traum.Da ward mein Geist hinweggetragenZu glutgetränkten Sommertagen –Ich hört ihn rufen, den Pirol,Und Vogelsang und blühende Wälder,Und grüne Wiesen, goldne Felder –Ein Märchen schienen sie mir wohl. –Und meinen Busen fühlt ich’s dehnen,Und mich befiel ein tiefes SehnenMit drängend-lieblicher Gewalt,Und als ein Glück, nicht auszusagen,Erschien es mir: in SommertagenZu wandern durch den grünen Wald!
Durch schwülen Wald in Sommertagen,Wo der Pirol aus Wipfeln rief,Sonst alles ruhte, alles schlief,Da ging ich, wo man Holz geschlagen.Der sommerlichen Sonne Gluten,Sie senkten sich in goldnen FlutenHin auf den unbeschützten Grund –Ein süßer FichtennadelduftErfüllte rings die heiße Luft,Still brütend in der Lichtung Rund.Und wie auf Schwingen fortgetragen,Hinflog mein Geist zu Wintertagen,Wo in des Zimmers stillem KreisDer Tannenbaum die harz’gen Düfte,Haucht in die sanft durchwärmten Lüfte,Und Rauschgold knistert zart und leis.Und meinen Busen fühlt ich’s dehnen,Und mich befiel ein kindlich SehnenNach dir, du holde Weihnachtszeit.Was darf man in des Sommers ReichenWohl deinem stillen Glanz vergleichenUnd deiner trauten Heimlichkeit!Die Zeit verging. – In Wintertagen,Da wurden Buden aufgeschlagenMit all dem sonderlichen Tand.Das Wunder stieg vom Himmel wiederAuf die verschneite Erde nieder –Die heil’ge Weihnacht kam ins Land.Es stand die schön geschmückte FichteIn farb’gem Glanz, in hellem Lichte,Ein goldumglänzter Märchenbaum.Doch als der Zweige harz’ges DüftenNun schwebte in den warmen Lüften,Kam’s über mich gleichwie ein Traum.Da ward mein Geist hinweggetragenZu glutgetränkten Sommertagen –Ich hört ihn rufen, den Pirol,Und Vogelsang und blühende Wälder,Und grüne Wiesen, goldne Felder –Ein Märchen schienen sie mir wohl. –Und meinen Busen fühlt ich’s dehnen,Und mich befiel ein tiefes SehnenMit drängend-lieblicher Gewalt,Und als ein Glück, nicht auszusagen,Erschien es mir: in SommertagenZu wandern durch den grünen Wald!
Durch schwülen Wald in Sommertagen,Wo der Pirol aus Wipfeln rief,Sonst alles ruhte, alles schlief,Da ging ich, wo man Holz geschlagen.Der sommerlichen Sonne Gluten,Sie senkten sich in goldnen FlutenHin auf den unbeschützten Grund –Ein süßer FichtennadelduftErfüllte rings die heiße Luft,Still brütend in der Lichtung Rund.Und wie auf Schwingen fortgetragen,Hinflog mein Geist zu Wintertagen,Wo in des Zimmers stillem KreisDer Tannenbaum die harz’gen Düfte,Haucht in die sanft durchwärmten Lüfte,Und Rauschgold knistert zart und leis.Und meinen Busen fühlt ich’s dehnen,Und mich befiel ein kindlich SehnenNach dir, du holde Weihnachtszeit.Was darf man in des Sommers ReichenWohl deinem stillen Glanz vergleichenUnd deiner trauten Heimlichkeit!
Durch schwülen Wald in Sommertagen,
Wo der Pirol aus Wipfeln rief,
Sonst alles ruhte, alles schlief,
Da ging ich, wo man Holz geschlagen.
Der sommerlichen Sonne Gluten,
Sie senkten sich in goldnen Fluten
Hin auf den unbeschützten Grund –
Ein süßer Fichtennadelduft
Erfüllte rings die heiße Luft,
Still brütend in der Lichtung Rund.
Und wie auf Schwingen fortgetragen,
Hinflog mein Geist zu Wintertagen,
Wo in des Zimmers stillem Kreis
Der Tannenbaum die harz’gen Düfte,
Haucht in die sanft durchwärmten Lüfte,
Und Rauschgold knistert zart und leis.
Und meinen Busen fühlt ich’s dehnen,
Und mich befiel ein kindlich Sehnen
Nach dir, du holde Weihnachtszeit.
Was darf man in des Sommers Reichen
Wohl deinem stillen Glanz vergleichen
Und deiner trauten Heimlichkeit!
Die Zeit verging. – In Wintertagen,Da wurden Buden aufgeschlagenMit all dem sonderlichen Tand.Das Wunder stieg vom Himmel wiederAuf die verschneite Erde nieder –Die heil’ge Weihnacht kam ins Land.Es stand die schön geschmückte FichteIn farb’gem Glanz, in hellem Lichte,Ein goldumglänzter Märchenbaum.Doch als der Zweige harz’ges DüftenNun schwebte in den warmen Lüften,Kam’s über mich gleichwie ein Traum.Da ward mein Geist hinweggetragenZu glutgetränkten Sommertagen –Ich hört ihn rufen, den Pirol,Und Vogelsang und blühende Wälder,Und grüne Wiesen, goldne Felder –Ein Märchen schienen sie mir wohl. –Und meinen Busen fühlt ich’s dehnen,Und mich befiel ein tiefes SehnenMit drängend-lieblicher Gewalt,Und als ein Glück, nicht auszusagen,Erschien es mir: in SommertagenZu wandern durch den grünen Wald!
Die Zeit verging. – In Wintertagen,
Da wurden Buden aufgeschlagen
Mit all dem sonderlichen Tand.
Das Wunder stieg vom Himmel wieder
Auf die verschneite Erde nieder –
Die heil’ge Weihnacht kam ins Land.
Es stand die schön geschmückte Fichte
In farb’gem Glanz, in hellem Lichte,
Ein goldumglänzter Märchenbaum.
Doch als der Zweige harz’ges Düften
Nun schwebte in den warmen Lüften,
Kam’s über mich gleichwie ein Traum.
Da ward mein Geist hinweggetragen
Zu glutgetränkten Sommertagen –
Ich hört ihn rufen, den Pirol,
Und Vogelsang und blühende Wälder,
Und grüne Wiesen, goldne Felder –
Ein Märchen schienen sie mir wohl. –
Und meinen Busen fühlt ich’s dehnen,
Und mich befiel ein tiefes Sehnen
Mit drängend-lieblicher Gewalt,
Und als ein Glück, nicht auszusagen,
Erschien es mir: in Sommertagen
Zu wandern durch den grünen Wald!
Heinrich Seidel