Nach dem Gewitter

Nach dem Gewitter

Der Sturm hat ausgetobt – es schimmertDie Sonne durch die Wolkenwand,Ein Regentropfen farbig flimmertAn jedes Blättchens krausem Rand;Es beben noch die rauhen Stämme,Die ungestüm der Wind umsaust;Aufschäumend gegen Fels und DämmeDes Wildbachs trübe Woge braust;Und in der Lichtung, wo die RankenDen Boden dornig überziehn,Wo tausend zarte Gräser schwankenUnd tausend kleine Blumen blühn,Da liegt, umstrahlt vom Abendlichte,Der schönste Stamm in weiter Rund,Die alte, dunkelgrüne Fichte,Entwurzelt auf dem feuchten Grund.Ich streichle die gewalt’gen Äste,Die splitternd sich im Fall zerdrückt,Die wie zu einem MaienfesteMit roten Knospen noch geschmückt.Zum schlanken Wipfel muß ich schauen,Der gestern in des Lufthauchs Wehn,Sich fröhlich wiegend hoch im Blauen,Noch übers weite Land gesehn;Muß denken, daß gleich jenem BaumeIch sterben möcht – vom Sturm gerafft,Umwogt noch von des Frühlings Traume,In ungebrochner Lebenskraft.

Der Sturm hat ausgetobt – es schimmertDie Sonne durch die Wolkenwand,Ein Regentropfen farbig flimmertAn jedes Blättchens krausem Rand;Es beben noch die rauhen Stämme,Die ungestüm der Wind umsaust;Aufschäumend gegen Fels und DämmeDes Wildbachs trübe Woge braust;Und in der Lichtung, wo die RankenDen Boden dornig überziehn,Wo tausend zarte Gräser schwankenUnd tausend kleine Blumen blühn,Da liegt, umstrahlt vom Abendlichte,Der schönste Stamm in weiter Rund,Die alte, dunkelgrüne Fichte,Entwurzelt auf dem feuchten Grund.Ich streichle die gewalt’gen Äste,Die splitternd sich im Fall zerdrückt,Die wie zu einem MaienfesteMit roten Knospen noch geschmückt.Zum schlanken Wipfel muß ich schauen,Der gestern in des Lufthauchs Wehn,Sich fröhlich wiegend hoch im Blauen,Noch übers weite Land gesehn;Muß denken, daß gleich jenem BaumeIch sterben möcht – vom Sturm gerafft,Umwogt noch von des Frühlings Traume,In ungebrochner Lebenskraft.

Der Sturm hat ausgetobt – es schimmertDie Sonne durch die Wolkenwand,Ein Regentropfen farbig flimmertAn jedes Blättchens krausem Rand;Es beben noch die rauhen Stämme,Die ungestüm der Wind umsaust;Aufschäumend gegen Fels und DämmeDes Wildbachs trübe Woge braust;Und in der Lichtung, wo die RankenDen Boden dornig überziehn,Wo tausend zarte Gräser schwankenUnd tausend kleine Blumen blühn,Da liegt, umstrahlt vom Abendlichte,Der schönste Stamm in weiter Rund,Die alte, dunkelgrüne Fichte,Entwurzelt auf dem feuchten Grund.Ich streichle die gewalt’gen Äste,Die splitternd sich im Fall zerdrückt,Die wie zu einem MaienfesteMit roten Knospen noch geschmückt.Zum schlanken Wipfel muß ich schauen,Der gestern in des Lufthauchs Wehn,Sich fröhlich wiegend hoch im Blauen,Noch übers weite Land gesehn;Muß denken, daß gleich jenem BaumeIch sterben möcht – vom Sturm gerafft,Umwogt noch von des Frühlings Traume,In ungebrochner Lebenskraft.

Der Sturm hat ausgetobt – es schimmert

Die Sonne durch die Wolkenwand,

Ein Regentropfen farbig flimmert

An jedes Blättchens krausem Rand;

Es beben noch die rauhen Stämme,

Die ungestüm der Wind umsaust;

Aufschäumend gegen Fels und Dämme

Des Wildbachs trübe Woge braust;

Und in der Lichtung, wo die Ranken

Den Boden dornig überziehn,

Wo tausend zarte Gräser schwanken

Und tausend kleine Blumen blühn,

Da liegt, umstrahlt vom Abendlichte,

Der schönste Stamm in weiter Rund,

Die alte, dunkelgrüne Fichte,

Entwurzelt auf dem feuchten Grund.

Ich streichle die gewalt’gen Äste,

Die splitternd sich im Fall zerdrückt,

Die wie zu einem Maienfeste

Mit roten Knospen noch geschmückt.

Zum schlanken Wipfel muß ich schauen,

Der gestern in des Lufthauchs Wehn,

Sich fröhlich wiegend hoch im Blauen,

Noch übers weite Land gesehn;

Muß denken, daß gleich jenem Baume

Ich sterben möcht – vom Sturm gerafft,

Umwogt noch von des Frühlings Traume,

In ungebrochner Lebenskraft.

Sophie von Waldburg


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