Wo Bismarck liegen soll

Wo Bismarck liegen soll

Nicht in Dom oder Fürstengruft,Er ruh in Gottes freier LuftDraußen auf Berg und Halde,Noch besser tief, tief im Walde;Widukind lädt ihn zu sich ein:»Ein Sachse war er, drum ist ermein,ImSachsenwaldsoll er begraben sein.«Der Leib zerfällt, derSteinzerfällt,Aber der Sachsenwald, der hält,Und kommen nach dreitausend JahrenFremde hier des Weges gefahrenUnd sehen, geborgen vorm Licht der Sonnen,Den Waldgrund in Efeu tief eingesponnen,Und staunen der Schönheit und jauchzen froh,So gebietet einer: »Lärmt nicht so! –Hier unten liegt Bismarck irgendwo.«

Nicht in Dom oder Fürstengruft,Er ruh in Gottes freier LuftDraußen auf Berg und Halde,Noch besser tief, tief im Walde;Widukind lädt ihn zu sich ein:»Ein Sachse war er, drum ist ermein,ImSachsenwaldsoll er begraben sein.«Der Leib zerfällt, derSteinzerfällt,Aber der Sachsenwald, der hält,Und kommen nach dreitausend JahrenFremde hier des Weges gefahrenUnd sehen, geborgen vorm Licht der Sonnen,Den Waldgrund in Efeu tief eingesponnen,Und staunen der Schönheit und jauchzen froh,So gebietet einer: »Lärmt nicht so! –Hier unten liegt Bismarck irgendwo.«

Nicht in Dom oder Fürstengruft,Er ruh in Gottes freier LuftDraußen auf Berg und Halde,Noch besser tief, tief im Walde;Widukind lädt ihn zu sich ein:»Ein Sachse war er, drum ist ermein,ImSachsenwaldsoll er begraben sein.«

Nicht in Dom oder Fürstengruft,

Er ruh in Gottes freier Luft

Draußen auf Berg und Halde,

Noch besser tief, tief im Walde;

Widukind lädt ihn zu sich ein:

»Ein Sachse war er, drum ist ermein,

ImSachsenwaldsoll er begraben sein.«

Der Leib zerfällt, derSteinzerfällt,Aber der Sachsenwald, der hält,Und kommen nach dreitausend JahrenFremde hier des Weges gefahrenUnd sehen, geborgen vorm Licht der Sonnen,Den Waldgrund in Efeu tief eingesponnen,Und staunen der Schönheit und jauchzen froh,So gebietet einer: »Lärmt nicht so! –Hier unten liegt Bismarck irgendwo.«

Der Leib zerfällt, derSteinzerfällt,

Aber der Sachsenwald, der hält,

Und kommen nach dreitausend Jahren

Fremde hier des Weges gefahren

Und sehen, geborgen vorm Licht der Sonnen,

Den Waldgrund in Efeu tief eingesponnen,

Und staunen der Schönheit und jauchzen froh,

So gebietet einer: »Lärmt nicht so! –

Hier unten liegt Bismarck irgendwo.«

Theodor Fontane


Back to IndexNext