Chapter 4

(Die Soldaten aus dem Hintergrunde haben sich während des Gesangs herbeigezogen und machen den Chor.)

(Die Soldaten aus dem Hintergrunde haben sich während des Gesangs herbeigezogen und machen den Chor.)

Chor.Da tritt kein anderer für ihn ein,Auf sich selber steht er da ganz allein.Dragoner.Aus der Welt die Freiheit verschwunden ist,Man sieht nur Herren und Knechte;Die Falschheit herrschet, die HinterlistBei dem feigen Menschengeschlechte.Der dem Tod ins Angesicht schauen kann,Der Soldat allein ist der freie Mann.Chor.Der dem Tod ins Angesicht schauen kann,Der Soldat allein ist der freie Mann.Erster Jäger.Des Lebens Ängsten, er wirft sie weg,Hat nicht mehr zu fürchten, zu sorgen;Er reitet dem Schicksal entgegen keck;Trifft's heute nicht, trifft es doch morgen.Und trifft es morgen, so lasset uns heutNoch schlürfen die Neige der köstlichen Zeit.Chor.Und trifft es morgen, so lasset uns heutNoch schlürfen die Neige der köstlichen Zeit.

Chor.

Chor.

Da tritt kein anderer für ihn ein,Auf sich selber steht er da ganz allein.

Da tritt kein anderer für ihn ein,

Auf sich selber steht er da ganz allein.

Dragoner.

Dragoner.

Aus der Welt die Freiheit verschwunden ist,Man sieht nur Herren und Knechte;Die Falschheit herrschet, die HinterlistBei dem feigen Menschengeschlechte.Der dem Tod ins Angesicht schauen kann,Der Soldat allein ist der freie Mann.

Aus der Welt die Freiheit verschwunden ist,

Man sieht nur Herren und Knechte;

Die Falschheit herrschet, die Hinterlist

Bei dem feigen Menschengeschlechte.

Der dem Tod ins Angesicht schauen kann,

Der Soldat allein ist der freie Mann.

Chor.

Chor.

Der dem Tod ins Angesicht schauen kann,Der Soldat allein ist der freie Mann.

Der dem Tod ins Angesicht schauen kann,

Der Soldat allein ist der freie Mann.

Erster Jäger.

Erster Jäger.

Des Lebens Ängsten, er wirft sie weg,Hat nicht mehr zu fürchten, zu sorgen;Er reitet dem Schicksal entgegen keck;Trifft's heute nicht, trifft es doch morgen.Und trifft es morgen, so lasset uns heutNoch schlürfen die Neige der köstlichen Zeit.

Des Lebens Ängsten, er wirft sie weg,

Hat nicht mehr zu fürchten, zu sorgen;

Er reitet dem Schicksal entgegen keck;

Trifft's heute nicht, trifft es doch morgen.

Und trifft es morgen, so lasset uns heut

Noch schlürfen die Neige der köstlichen Zeit.

Chor.

Chor.

Und trifft es morgen, so lasset uns heutNoch schlürfen die Neige der köstlichen Zeit.

Und trifft es morgen, so lasset uns heut

Noch schlürfen die Neige der köstlichen Zeit.

(Die Gläser sind aufs neue gefüllt worden, sie stoßen an und trinken.)

(Die Gläser sind aufs neue gefüllt worden, sie stoßen an und trinken.)

Wachtmeister.Von dem Himmel fällt ihm sein lustig Los,Braucht's nicht mit Müh' zu erstreben;Der Fröner, der sucht in der Erde Schoß,Da meint er den Schatz zu erheben.Er gräbt und schaufelt, so lang er lebt,Und gräbt, bis er endlich sein Grab sich gräbt.Chor.Er gräbt und schaufelt, so lang er lebt,Und gräbt, bis er endlich sein Grab sich gräbt.Erster Jäger.Der Reiter und sein geschwindes Roß,Sie sind gefürchtete Gäste;Es flimmern die Lampen im Hochzeitschloß,Ungeladen kommt er zum Feste.Er wirbt nicht lange, er zeiget nicht Gold,Im Sturm erringt er den Minnesold.Chor.Er wirbt nicht lange, er zeiget nicht Gold,Im Sturm erringt er den Minnesold.Zweiter Kürassier.Warum weint die Dirn und zergrämet sich schier?Laß fahren dahin, laß fahren!Er hat auf Erden kein bleibend Quartier,Kann treue Lieb nicht bewahren.Das rasche Schicksal, es treibt ihn fort,Seine Ruhe läßt er an keinem Ort.Chor.Das rasche Schicksal, es treibt ihn fort,Seine Ruhe läßt er an keinem Ort.Erster Jäger(faßt die zwei Nächsten an der Hand; die übrigen ahmen es nach, alle, welche gesprochen, bilden einen großen Halbkreis).Drum frisch, Kameraden, den Rappen gezäumt,Die Brust im Gefechte gelüftet!Die Jugend brauset, das Leben schäumt,Frisch auf! eh der Geist noch verdüftet.Und setzet ihr nicht das Leben ein,Nie wird euch das Leben gewonnen sein.Chor.Und setzet ihr nicht das Leben ein,Nie wird euch das Leben gewonnen sein(1).

Wachtmeister.

Wachtmeister.

Von dem Himmel fällt ihm sein lustig Los,Braucht's nicht mit Müh' zu erstreben;Der Fröner, der sucht in der Erde Schoß,Da meint er den Schatz zu erheben.Er gräbt und schaufelt, so lang er lebt,Und gräbt, bis er endlich sein Grab sich gräbt.

Von dem Himmel fällt ihm sein lustig Los,

Braucht's nicht mit Müh' zu erstreben;

Der Fröner, der sucht in der Erde Schoß,

Da meint er den Schatz zu erheben.

Er gräbt und schaufelt, so lang er lebt,

Und gräbt, bis er endlich sein Grab sich gräbt.

Chor.

Chor.

Er gräbt und schaufelt, so lang er lebt,Und gräbt, bis er endlich sein Grab sich gräbt.

Er gräbt und schaufelt, so lang er lebt,

Und gräbt, bis er endlich sein Grab sich gräbt.

Erster Jäger.

Erster Jäger.

Der Reiter und sein geschwindes Roß,Sie sind gefürchtete Gäste;Es flimmern die Lampen im Hochzeitschloß,Ungeladen kommt er zum Feste.Er wirbt nicht lange, er zeiget nicht Gold,Im Sturm erringt er den Minnesold.

Der Reiter und sein geschwindes Roß,

Sie sind gefürchtete Gäste;

Es flimmern die Lampen im Hochzeitschloß,

Ungeladen kommt er zum Feste.

Er wirbt nicht lange, er zeiget nicht Gold,

Im Sturm erringt er den Minnesold.

Chor.

Chor.

Er wirbt nicht lange, er zeiget nicht Gold,Im Sturm erringt er den Minnesold.

Er wirbt nicht lange, er zeiget nicht Gold,

Im Sturm erringt er den Minnesold.

Zweiter Kürassier.

Zweiter Kürassier.

Warum weint die Dirn und zergrämet sich schier?Laß fahren dahin, laß fahren!Er hat auf Erden kein bleibend Quartier,Kann treue Lieb nicht bewahren.Das rasche Schicksal, es treibt ihn fort,Seine Ruhe läßt er an keinem Ort.

Warum weint die Dirn und zergrämet sich schier?

Laß fahren dahin, laß fahren!

Er hat auf Erden kein bleibend Quartier,

Kann treue Lieb nicht bewahren.

Das rasche Schicksal, es treibt ihn fort,

Seine Ruhe läßt er an keinem Ort.

Chor.

Chor.

Das rasche Schicksal, es treibt ihn fort,Seine Ruhe läßt er an keinem Ort.

Das rasche Schicksal, es treibt ihn fort,

Seine Ruhe läßt er an keinem Ort.

Erster Jäger(faßt die zwei Nächsten an der Hand; die übrigen ahmen es nach, alle, welche gesprochen, bilden einen großen Halbkreis).

Erster Jäger(faßt die zwei Nächsten an der Hand; die übrigen ahmen es nach, alle, welche gesprochen, bilden einen großen Halbkreis).

Drum frisch, Kameraden, den Rappen gezäumt,Die Brust im Gefechte gelüftet!Die Jugend brauset, das Leben schäumt,Frisch auf! eh der Geist noch verdüftet.Und setzet ihr nicht das Leben ein,Nie wird euch das Leben gewonnen sein.

Drum frisch, Kameraden, den Rappen gezäumt,

Die Brust im Gefechte gelüftet!

Die Jugend brauset, das Leben schäumt,

Frisch auf! eh der Geist noch verdüftet.

Und setzet ihr nicht das Leben ein,

Nie wird euch das Leben gewonnen sein.

Chor.

Chor.

Und setzet ihr nicht das Leben ein,Nie wird euch das Leben gewonnen sein(1).

Und setzet ihr nicht das Leben ein,

Nie wird euch das Leben gewonnen sein(1).

(Der Vorhang fällt, ehe der Chor ganz ausgesungen.)

(Der Vorhang fällt, ehe der Chor ganz ausgesungen.)

(1)In einer Separatausgabe des Reiterlieds aus dem Jahre 1807 und im Taschenbuch für Damen findet sich noch folgende weitere, unzweifelhaft von Schiller herrührende Strophe:Auf des Degens Spitze die Welt jetzt liegt,Drum froh, wer den Degen jetzt führet,Und bleibt nur wacker zusammengefügt,Ihr zwingt das Glück und regieret.Es sitzt keine Krone so fest, so hoch,Der mutige Springer erreicht sie doch.Chor.Es sitzt keine Krone so fest, so hoch,Der mutige Springer erreicht sie doch.

(1)In einer Separatausgabe des Reiterlieds aus dem Jahre 1807 und im Taschenbuch für Damen findet sich noch folgende weitere, unzweifelhaft von Schiller herrührende Strophe:Auf des Degens Spitze die Welt jetzt liegt,Drum froh, wer den Degen jetzt führet,Und bleibt nur wacker zusammengefügt,Ihr zwingt das Glück und regieret.Es sitzt keine Krone so fest, so hoch,Der mutige Springer erreicht sie doch.Chor.Es sitzt keine Krone so fest, so hoch,Der mutige Springer erreicht sie doch.

(1)In einer Separatausgabe des Reiterlieds aus dem Jahre 1807 und im Taschenbuch für Damen findet sich noch folgende weitere, unzweifelhaft von Schiller herrührende Strophe:

Auf des Degens Spitze die Welt jetzt liegt,Drum froh, wer den Degen jetzt führet,Und bleibt nur wacker zusammengefügt,Ihr zwingt das Glück und regieret.Es sitzt keine Krone so fest, so hoch,Der mutige Springer erreicht sie doch.Chor.Es sitzt keine Krone so fest, so hoch,Der mutige Springer erreicht sie doch.

Auf des Degens Spitze die Welt jetzt liegt,Drum froh, wer den Degen jetzt führet,Und bleibt nur wacker zusammengefügt,Ihr zwingt das Glück und regieret.Es sitzt keine Krone so fest, so hoch,Der mutige Springer erreicht sie doch.

Auf des Degens Spitze die Welt jetzt liegt,

Drum froh, wer den Degen jetzt führet,

Und bleibt nur wacker zusammengefügt,

Ihr zwingt das Glück und regieret.

Es sitzt keine Krone so fest, so hoch,

Der mutige Springer erreicht sie doch.

Chor.

Chor.

Es sitzt keine Krone so fest, so hoch,Der mutige Springer erreicht sie doch.

Es sitzt keine Krone so fest, so hoch,

Der mutige Springer erreicht sie doch.

Anmerkungen zur Transkription:Im folgenden werden alle geänderten Textstellen angeführt, wobei jeweils zuerst die Stelle wie im Original, danach die geänderte Stelle steht.Seite 20:Vorige.Zwei Jäger.DannMarketenderin.SoldatenjungenVorige.Zwei Jäger.DannMarketenderin.Soldatenjungen.Seite 23:Wir ebenso gut seinen NamenführenWir ebenso gut seinen Namenführen.Seite 35:Wieder ein Gebot ist: Dusolltnicht stehlen.Wieder ein Gebot ist: Dusollstnicht stehlen.

Anmerkungen zur Transkription:

Im folgenden werden alle geänderten Textstellen angeführt, wobei jeweils zuerst die Stelle wie im Original, danach die geänderte Stelle steht.


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