14. Peking und Umgebung.

Im Boxeraufstand wurden die europäischen Niederlassungen vom 17. Juni bis 13. Juli 1900 von chinesischen Truppen belagert; an den heftigen Kämpfen nahmen die Marinemannschaften der Seymour-Expedition teil, die am 10. Juni zum Entsatz der belagerten Gesandtschaften in Peking ausgezogen war, aber durch chinesische Truppen zum Rückzug nach Tientsin gezwungen wurde, wo sie am 26. Juni nach schweren Verlusten wieder eintraf. Die deutschen Streitkräfte zählten 21 Offiziere, 4 Ärzte, 757 Mann (Schiffsbesatzungsteile und 3. Seebataillon); außerdem kämpften in Tientsin 3500 Russen, 1800 Engländer, 500 Amerikaner, 300 Franzosen, 150 Japaner, 100 Italiener, 75 Österreicher. Am 11. Juli standen 12650 Mann europäische und japanische Truppen in der Stadt, denen es bald gelang, die chinesischen Belagerungstruppen zu vertreiben. Seitdem war Tientsin Hauptstützpunkt für die Unternehmungen gegen Peking und wurde erst 1902 den Chinesen zurückgegeben.

Tientsin, wichtigste Handelsstadt Nordchinas, seit 1860 dem Fremdhandel geöffnet, liegt auf 39° 10' nördl. Br. (etwa wie Lissabon) am Zusammenfluß des Peiho mit dem Hunho (Hsiho); von O. mündet der Lutaikanal, von W. der Kaiserkanal bei der Chinesenstadt in den Peiho, so daß Tientsin der wichtigste Stapelplatz für den Durchgangshandel aus den Provinzen Tschili, Schensi, Schansi, Kansu, Turkistan, Mongolei und einen Teil der Mandschurei ist. Das Hinterland hat die Größe Europas mit etwa 100 Mill. Einw. Tientsin hat etwa 800000 Einw. 1909 liefen 952 Schiffe mit 1159000 Reg.-Ton. den Hafen von Tientsin an. Der untere Peiho ist nur für kleine Dampfer und Dschunken befahrbar. DieChinesenstadt(Altstadt) ist ein Rechteck, früher rings von Zinnenmauern umschlossen, die von der provisorischen Regierung (1900-02) zum Teil niedergelegt wurden, um breiten Straßen Platz zu machen. In den großen Vorstädten auf beiden Flußufern und an den Kanälen ist der Sitz des lebhaftesten Handelsverkehrs. Alle chinesischen Stadtteile sind schmutzig und ungesund, doch haben sich die hygienischen Verhältnisse seit der europäischen Verwaltung durch Anlage eines Wasserwerks etc. verbessert. Die deutschen Reichspostdampfer der Hamburg-Amerika Linie gelangen bei günstigem Wasserstand bis zu den Fremdenniederlassungen der Stadt; der Peiho, dessen Mündung bei Tongku (S.279), der Hafenstadt von Tientsin, etwa 75 km osö. liegt, friert zwischen Ende November und Mitte März zu, als Hafen für Tientsin und Peking dient in dieser Zeit Tschinwangtau (S.329). Der Kaiserkanal ist nur für Fahrzeuge mit 1 m Tiefgang schiffbar.— DieFremdenniederlassungen(Tientsin Settlement) der Deutschen, Engländer, Franzosen und Japaner liegen am r. Peihoufer, gegenüber und südl. vom Bahnhof, zu dem über den Fluß eine eiserne Brücke führt. Die Russen, Italiener, Österreicher und Belgier haben ihre Konzessionen am l. Ufer. Die 1896 begründete deutsche Niederlassung (mit Kriegerdenkmal für die im Jahre 1900 Gefallenen) ist die südlichste und hübscheste der ganzen Villenstadt, von der das englische Viertel mit Rathaus und kleinem Museum imAnglo-Chinese Collegehauptsächlich Geschäftsviertel ist. Die französische Niederlassung wurde während des Boxerkriegs fast ganz zerstört; in ihr liegt ein Krankenhaus und das chinesische Zollamt. Die japanische Niederlassung liegt in der südlichsten Vorstadt der chinesischenStadt.—Rundfahrtdurch die Chinesenstadt mit Rikscha, Wagen oder Straßenbahn; die Werkstätten der Handwerker, meist straßenweise dieselben Gewerke, sind vielfach sehenswert. Gelegenheit zu Einkäufen von Fellen, besonders von Tigern und Leoparden. Es ist nicht ratsam, nach Sonnenuntergang sich in der Chinesenstadt und ihren Vorstädten aufzuhalten. Sehenswert sind außer demYamendes Vizekönigs etwa noch der dem Gedächtnis Lihungtschangs gewidmete Tempel sowie verschiedene Theater und Versammlungshallen der großen Gilden. Vom Turm des Astor House Hotel überblickt man Stadt und Umgegend.

Von Tientsin nach Peking(140 km) mit derNordchinesischen Eisenbahn, tägl. 3 Züge in 3 St. (Reichskursbuch Nr. 706). Der Bahnhof Tientsin Settlement liegt neben der russischen Niederlassung; jenseits liegt ein großes Gräberfeld, um das die Bahn im Bogen über die Brücke des Lutaikanals und durch den Außenwall nach Stat.Tientsin Cityführt. Man sieht l. das Arsenal vonHsiku(Schauplatz der Kämpfe des Seymourschen Korps am 22. Juni 1900), erreicht (11 km)Peitsang(Kämpfe am 21. Juni und 5. Aug. 1900) in öder, melancholischer Landschaft. Dicht vor (26 km)Yangtsunüberschreitet die Bahn den Peiho; man sieht Dörfer, Getreide-(meist Mais-)Felder, dazwischen zahllose Erdhügel, die Gräber sind, auch strichweise Grün und gelangt über (41 km)Lofanach (60 km)Langfang, dem äußersten Punkt, den Seymour erreichte; heftige, zwar siegreiche, aber erschöpfende Kämpfe am 14. und 18. Juni 1900, unter Beteiligung deutscher Marinetruppen (»the Germans to the front«).—Bei (95 km)Huangtsunbeginnt das mit Mauern eingehegte Gebiet des kaiserlichen WildparksNun-yüan(»Südgarten«), volkstümlichHaitze, der reich an Hirschen und Damwild war und fast bis Peking reicht; dient als Truppenübungsplatz.— Bei (112 km)Fêngtaizweigt nach SW. die Bahnlinie Paotingfu-Hankau ab (S.299). Bald erblickt man l. Berge und dann l. die Mauern der Chinesenstadt, deren alter BahnhofMachiapuvor dem Südtore nicht mehr benutzt wird, die Bahn durchbricht die Südmauer der Chinesenstadt, geht durch deren schwach bebauten östl. Teil, biegt in der NO.-Ecke der Chinesenstadt nach l. und läuft westl. außerhalb der Mauer der Mandschustadt zum Endbahnhof am Wassertor (140 km)Peking-Tschiën-mönn(S.280) dicht beim Gesandtschaftsviertel.

Der Dampfer (vgl. S.265), von Tsingtau (S.267) mit nö. Kurs abfahrend, umsteuert das niedrige SO.-Vorgebirge von Schantung, auf dem ein Leuchtturm vor den Riffen warnt; in der Nähe liegt derIltisfriedhof, wo die Besatzung des in nächster Nähe im schweren Taifun 23. Juli 1896 gestrandeten deutschen Kanonenboots »Iltis« ihre Ruhestätte hat; der Friedhof hat schmiedeeisernes Gitter mit Kaiseradler, in der Mitte eine Porphyrsäule. Dann erblickt man die scharfen, zerklüfteten, bis 277 m hohen felsigen Hügel desSchantungvorgebirges(Tatschingschan) und steuert mit WNW.-Kurs in dasGelbe Meerzwischen Nordchina und Korea. Westl. vom Schantungvorgebirge liegt im Schutze einer Insel der Hafen von

Weihaiwei(King's Hotel, 60 Z., Pens. $ 6;Clark's Hotel), englischer Freihafen ohne Handelsbedeutung. Ursprünglich chinesischer Kriegshafen, wurde Weihaiwei im Februar 1895 vom Marschall Oyama von der Landseite erobert und blieb bis 1898 als Faustpfand in japanischem Besitz; 1898 wurde es von der chinesischen Regierung an England verpachtet, das aber seit dem Bündnis mit Japan und der Vertreibung Rußlands aus der gegenüberliegenden Halbinsel Liautung (Hafen Port Arthur) nur wenig Wert mehr auf diese Besitzung legt, um so mehr, als der Hafen selbst schlecht und die Verbindung mit dem innern China sehr mangelhaft ist. Der Ort ist aber gesund und hat angenehmes Sommerklima, er dient daher ähnlich wie Tsingtau als Erholungsort und Seebad. Die Stadt liegt auf einem Bergabhang an der Westseite der Bucht. In der Umgebung sind heiße Schwefelquellen.

Von Weihaiwei steuert man auf dieKungkungtauinselnzu, die der Reede von Tschifu vorgelagert sind; auf der größten Insel steht ein Leuchtturm. Die Schiffe ankern auf der Reede innerhalb der Inseln so nahe den Landungsbrücken, als ihr Tiefgang es gestattet; der Hafen ist durch keine Mole geschützt und das Landen bei Nordwind schwierig und oft unmöglich (der Bau eines Wellenbrechers ist begonnen).

Tschifu(Chefoo), chinesischer Vertragshafen in der Provinz Schantung, seit 1862 dem Fremdhandel geöffnet.

Gasthöfe:Astor House Hotel(österreichischer Direktor, französischer Koch), mit Terrasse am Strande, neu, empfehlenswert, Z. von $ 3,50 an.—Beach Hotel, mit Terrasse am Strande, Pens. $ 4-8.—Deutsches PostamtmitTelegraphund Kabel nach Tsingtau, Tientsin, Schanghai etc.Telephonunter chinesischer Verwaltung.—Sampan(Boote) 10-25 c. von der Reede an Land. Die Gasthöfe schicken ihre Boote zu den Postdampfern.—EisenbahnüberTöngtschoufuan der Miautau-Straße nachWeihsien(S.272) mit Anschluß an die Schantungbahn ist geplant.—Dampfernach Tsingtau, Tientsin (tägl.), Schanghai (tägl.), Korea (Tschimulpo, Fusan), Dairen, Japan und Wladiwostok. Agentur desNorddeutschen Lloyd: Anz & Co. (Tel.-Adr.: Nordlloyd-Chefoo). —Hamburg-Amerika Linie(Tel.-Adr.: Halinie-Chefoo), Agentur: H. Diederichsen & Co.; Postdampfer Schanghai-Tsingtau-Tschifu-Tientsin wöchentl.—Banken:Deutsch-Asiatische Bank, Agentur: Anz & Co.;Russisch-Asiatische Bank, Korr. der Deutschen Bank.—Deutscher KonsulDr. Lenz, 10 Min. von den Landungsbrücken auf dem Jentaihügel, nahe derSignalstelle(Sturm-und Schiffsmeldesignale). Österreichischer Vizekonsul Baron v. Babo.—FranzösischesHospital.—InternationalerChefoo-Club.Custom-Club.DasKlimavon Tschifu ist an sich gesund, aber Fieber und Dysenterie kommen auch unter den Europäern vor; Cholera und Pocken sind in der Chinesenstadt stets zu finden. Man meide das Brunnenwasser und das rohe Obst. Im Mai herrschen heiße Südwinde (bis 40° Wärme), Juli bis August heiße Regenzeit, im Winter häufig heftige Schneestürme, im Februar bis 10° Kälte.

Die Stadt Tschifu, sehr schön von Bergen umgeben, hat 75000 Einw., darunter 300 Europäer; das Europäerviertel liegt am Strand an und auf dem Signalhügel. Als Tschifu im Jahre 1862 dem Fremdhandel geöffnet wurde, hatte es wegen einer durch den Hoangho verursachten Überschwemmung, einer Störung im Betrieb des Kaiserkanals und des Taipingaufstandes Aussichten auf eine gute Entwickelung. Diese Hoffnungen haben sich wegen der mangelhaftenVerbindungen mit dem Innern Chinas nicht erfüllt, und in neuester Zeit ist Tschifu vom günstiger gelegenen Tsingtau rasch überflügelt worden. Der Handel mit Rohseide, Seidenstoffen (Pongées), Spitzen (in Seide und Baumwolle) belief sich 1909 auf etwa 200 Mill. M. 38 Seidenspinnereien. Schule der China-Inland-Mission mit 300 Schülern. Mehrere Missionsanstalten. Berühmte Obstkulturen, Weinbau (The Chang yu Pioneer Wine Co., Leiter ein Österreicher, Baron v. Babo). Die zum Teil ummauerte Chinesenstadt ist schmutzig und wenig sehenswert. Spaziergang auf die höchste Hügelkuppe (405 m) mit kleiner Pagode bei Tschifu bietet *Aussicht über das Meer und das gebirgige Hinterland. Im Sommer wird Tschifu von europäischen Badegästen und amerikanischen, französischen und chinesischen Kriegsschiffen besucht. Tschifu ist Durchgangshafen für die nach N. fahrenden Dampfer.

Dampferfahrt.Aus dem Gelben Meere dampft man von Tschifu durch die mit Inseln reich besetzte Straße von Petschili in denGolf von Petschili(Tschili), dessen nördlichster TeilLiautunggolfheißt. Im Winter kann die Fahrt sehr kalt und stürmisch sein; meist benutzen die Dampfer dieTschangschan-Durchfahrt, wobei die Große Bambusinsel (Tatschuschan) etwa 4 Seem. und die Kleine Bambusinsel (Siautschuschan) r. und die InselTschangschanl. bleiben und dann das Blinkfeuer der Insel Hauki nahe passiert wird. Das Land an der Peihomündung ist so flach und niedrig, daß man nur die Schiffe auf der Reede, das Feuerschiff und r. den Leuchtturm auf der Insel Schaluitien sieht. Kleine Dampfer werden vom Lotsen über dieTakubarregebracht, während große auf derReede, 8 Seem. seewärts von Taku, ankern; die Reisenden werden mit Dampfbarkassen in 1 St. an Land gesetzt. Bei der Einsteuerung in den Fluß sieht man die am 17. Juli 1900 während der Wirren eingenommenenTakuforts, bei deren Beschießung sich das deutsche Kanonenboot »Iltis« unter Korvettenkapitän Lans hervorragend auszeichnete; die durch Kapitän z. S. Pohl eroberten Forts sind jetzt gänzlich zerstört und dürfen nicht wiedererbaut werden; hinter dem alten Südfort am r. Ufer liegen die Lotsenhäuser der europäischen Takulotsen. Nach zwei scharfen Biegungen in der flachen Flußniederung des Peiho (vgl. beifolgende Karte), wo viele wagerecht drehende Windmühlen (Salzmühlen) die seichten Salzbecken mit Seewasser zur Salzgewinnung speisen, nahebei hohe Salzlager, vorbei am großen FischerdorfTaku, erreicht man

Tongku(Station Hotel;Hôtel du Louvre, französische Küche, 12 Z., Pens. $ 6;Bahnwirtschaft), Hafenstadt für Tientsin und Peking, zugleich Ausgangspunkt der Bahnlinien nach Peking und Yingkou (Inkau), ein schmutziges Nest, in dem vorläufig noch deutsche, englische, japanische und französische Truppenposten stehen. Passagierdampfer landen an den Anlegebrücken nahe dem Bahnhof. Agentur desNorddeutschen Lloydin Tongku (Taku): Melchers & Co. Außer den S.278angeführten deutschen Dampfern nach Tschifu, Tsingtau und Schanghai laufen japanische, englische und chinesische ebendahin und nach Nagasaki, Kobe, Dairen, Antung (am Yalu), Tschimulpo und Hongkong. Man beachte, daß die nach Japan verkehrendenDampfer meist klein, daher bei schlechtem Wetter recht unbequem sind; Weltreisende sollten möglichst die Vorschläge S.249beachten, also von Berlin mit der Bahn über Peking-Hankau nach Schanghai reisen und von da mit großem Postdampfer nach Japan. Da außerdem für die Fahrt Tientsin-Japan meist wenig Kabinen I. Klasse verfügbar sind, muß man frühzeitig vorausbestellen.

Von Tongku nach Pekingmit derNordchinesischen Bahnin 11/2St. für I. $ 1,6o, II. $ 1. (Die meisten Bahnbeamten sind Chinesen.) Haltestellen sindHsinhoundKünliangtschöng; nach schneller Fahrt durch die im Winter eintönige, im Sommer meist mit Kauliang, einer bis 3 m hohen Hirseart, bestandenen Ebene der Peihoniederung am l. Ufer des Flusses erreicht die Bahn (43 km) Stat.Tientsin Settlement.—Weiter nach Peking vgl. S.277.

Vgl. beiliegendenPlan.

Ankunft.Die beiden Kopfstationen derNordchinesischen Bahnund derPeking-Hankau-Bahnliegen östl. und westl. vom Haupttor Tchiën-mönn. Vom Mukdenbahnhof erreicht man das Hôtel des Wagons-Lits zu Fuß in 3 Min. durch das»Water Gate«. Vom Hankaubahnhof fährt man in Rikscha 10 Min. zum Hotel durch das Tchiën-mönn. Hausdiener der Gasthöfe sind am Bahnhof.Gasthöfe:Grand Hôtel des Wagons-Lits(deutsche Leitung), I. Haus, mit allem Komfort, 100 Z., Pens. $ 8-12, oft überfüllt, daher telegraphische Vorausbestellung (»Wagonlits-Peking«) dringend anzuraten.—Hôtel du Nord(deutscher Inhaber O. Ludwig), beim Tore Hatamönn, billiger, aber (sehr primitiv) in alten Chinesenhäusern.—Hôtel de Pékin(italienische Leitung), am Nordglacis.—Chinesische Gasthöfe sind für europäische Reisende unbewohnbar. Chinesische Speisehäuser (stets ungemütlich und schmutzig) zeigt der Führer. Vorher zu Hause essen!Telegraphin der Telegraph Lane (vgl. Plan).Postanstalten, deutsche, französische, japanische, russische, im Gesandtschaftsviertel.Wagenbesorgen die Gasthöfe, ebensoRikschas.Automobilezu Fahrten zum Sommerpalast (1 St.), Zoologischen Garten (1/2St.).Führer(Erklärungen mit Vorsicht aufzunehmen) besorgen die Gasthöfe, desgleichenReittiereundTragstühlezu Ausflügen.Eisenbahnen:Nordchinesische Bahn(Imperial Railways of North China) nach Tientsin (S.277) und nach Mukden (S.324) mit Anschluß an dieSüdmandschurische Bahn(Reichskursbuch 706) über Charbin-Irkutsk-Moskau nach Berlin (S.301); dieMongolische Bahn(Imperial Peking-Kalgan Railway) nach Suiyüan (S.295) und diePeking-Hankau-BahnoderPeihan-Bahn(Reichskursbuch 706; Imperial Ching-Han Railway) nach Hankau (S.259u.299).Gelds. S.219. Viel falsches Silber-und Kupfergeld ist im Umlauf.—Banken:Deutsch-Asiatische Bank;Hongkong & Shanghai Banking Corporation; beide Korresp. der Berliner Disconto-Gesellschaft, erstere auch der Deutschen Bank in Berlin und der Allgem. Deutschen Creditanstalt in Leipzig. Ferner (seit 1910)Russisch-Asiatische Bank;Yokohama Specie Bank;Banque de l'Indo Chine, sämtlich in der Gesandtschaftsstraße.Theater: In der Chinesenstadt, die besten in dem 1900 niedergebrannten Stadtteil sw. vom sogen. Kaisertor in der Straße Dà-schi-laol und ihren Parallelstraßen. Theater alten Stils am Fleischmarkt Jóū-schi, sö. vom Kaisertor. Beste Plätze auf der Galerie; Mitnahme eines Führers ratsam.

Peking.

Reisebureauder Schlafwagengesellschaft im Hôtel des Wagons-Lits.— Führer:Boy-Ed, Peking und Umgebung, $ 2,20, und andre Führer in englischer Sprache im Hotel des Wagons-Lits käuflich.Gesandtschaften(meist an der Gesandtschaftsstraße):Deutsches Reich, Gesandter Se. Exzellenz Wirkl. Geh. Rat Graf v. Rex (Sommersitz in Peitaiho). —Österreich-Ungarn, Ritter v. Kuczynski.Deutscher Arzt: Stabsarzt Dr.Gelinsky, deutscher Gesandtschaftsarzt.—Deutsches Krankenhausund Militärlazarett nördl. der deutschen Offiziershäuser. —Deutsche Apotheke:J. Betines & Co.im amerikanischen Hospital an der Hatamönnstraße, gegenüber Hôtel du Nord. Französisches KrankenhausSt.-Michelin der Gesandtschaftsstraße.Geschäftsadressen.Deutscher Photograph:M. Hartung, gegenüber deutschem Offizierskasino; japanischer (gut)Yamamoto, neben Direktion der Peking-Hankau-Bahn;—Reiseausrüstung etc.:Kierulff & Co.(deutscher Inhaber Krüger), Gesandtschaftsstraße;H. Bahlke(deutsch), Hatamönnstraße, neben Hôtel du Nord;L. Wanniek(Österreicher), ebenda;— chinesische Geschäfte in der Hatamönnstraße und in der Chinesenstadt.Zeiteinteilungfür 10 Tage. 1. Tag: Gesandtschaftsviertel und Abendspaziergang auf der Mauer.—2. Tag: östliche Mandschustadt bis zum Gelben Tempel.—3. Tag: westliche Mandschu-und Kaiserstadt.—4. Tag: Chinesenstadt.—5. und 6. Tag: Ausflug zum kaiserlichen Sommerpalast (geöffnet jeden 5., 15., 25. chinesischen Datums, 3 Tage vorher bei Gesandtschaft einschreiben) und in die Westberge. —7.-10. Tag: Ausflug nach der Großen Mauer und den Minggräbern. —Ganz flüchtige Reisende brauchen 2 Tage für Peking, 1 Tag Sommerpalast und 3 Tage für den Ausflug zur Großen Mauer und den Minggräbern. Vgl. auch Zeiteinteilung auf S.294.—Zu genaueren Studium der Stadt nehme man mindestens 4 Wochen Aufenthalt.HandFürUmschreibung der chinesischen Lautemit lateinischen Buchstaben befolgt jeder Schriftsteller über chinesische Dinge sein eignes System. Im folgenden sind die chinesischen Worte in der praktischen Umschreibung nach dem System Sir Thomas Wade's wiedergegeben, dessen Hauptregel ist: die Vokale wie im Deutschen, die Konsonanten wie im Englischen zu sprechen. Da viele Abweichungen vorkommen, ist die Aussprachebezeichnung in eckigen Klammern [] beigefügt; man merke: alle Laute wie im Hochdeutschen mit folgenden Besonderheiten: y = j in Jahr, jung; j = französisch j in Journal, Jongleur; h = ch in Bach, Loch; ch = ch in China, Chemie; ie stets getrennt sprechen i-ĕ (nicht wie langes i), ebenso ou, das entweder ŏ-ū oder ō-ū lautet; w wie englisch w (nicht wie deutsches w).

Geschichtliches.Die ältesten Nachrichten sind vom Jahr 1121 v. Chr., als ein Nachkomme des berühmten Kaisers Huang Ti mit der StadtChi[Dyi] belehnt wurde. Vom 8.-3. Jahrh. v. Chr. ist Chi die Hauptstadt des KönigreichesYên[Yĕn]. Unter der Tang-Dynastie (618-907 n. Chr.) heißt die StadtYu-chou[Yó-djŏu]. 936 wurde sie von den aus Liaotung hereinbrechenden Kitan-Tataren erobert, die als Liao-Dynastie über Nordchina herrschten und die Stadt im Gegensatz zu ihrer nördlichen HauptstadtLiaoyung Nanking= »Südliche Hauptstadt« nannten. Seit jener Zeit ist Peking mit kurzen Unterbrechungen die Residenz geblieben. Als 1125 die Chin-[Dyin]-Tataren die Liao vertrieben hatten, wurde Peking unter dem NamenChung-tu[Djúng-du] ihre Hauptstadt. 1215 vertrieb der mongolische ErobererDjingis Khandie Chin und machte Peking zur Hauptstadt einer Provinz seines Reiches. Sein EnkelKublai Khanverlegte 1264 die Residenz der mongolischen Kaiser von Karakorum nach Peking und erweiterte 1267 die alte Stadt, die erTa-tu[Dá-du, »Große Hauptstadt«], mongolischKhanbaligh, »Stadt des Khan«, nannte. Zugleich errichtete er ein System von Peking ausgehender, fester Straßen.

Der Grund, einen so exzentrisch gelegenen Platz zur Hauptstadt des gewaltigen Reichs zu machen, mag in der sichern Lage der Örtlichkeit beruht haben. Vom Meere her drohten in frühern Zeiten keine Gefahren, und nach N. und W. genoß Peking schon durch die schwere Überschreitbarkeit des in diesen Richtungen liegenden Gebirgslandes einen guten natürlichen Schutz, der durch das großartige Befestigungssystem der»Großen Mauer«noch erhöht wurde. 1368 vertriebHung Wu, der erste Kaiser der einheimischen Ming-Dynastie, die Mongolen aus China und änderte den Namen des eroberten Peking inPei-p'ing-fu[Bè-ping-fú]], residierte aber selbst in Nanking. 1409 verlegte der dritte MingkaiserYung Lodie Residenz von dort nachPei-p'ing-fu, das nun zum erstenmal den NamenPeking(chines. Pei-ching [Bé-dying]) erhielt. Dieser Name ist in Europa allgemein bekannt geworden durch die zu jener Zeit zum erstenmal eintreffenden Jesuitenmissionare, die den Namen Peking ihren Karten einverleibten. Die Chinesen selbst nennen Peking einfachChing[Dying] =»Hauptstadt«; amtlich heißt esShun-tien-fu, und in der gelehrten Schriftsprache hat es seinen alten NamenYênbehalten. 1644 wurde die Stadt von den Mandschu beim Sturze der Ming-Dynastie geplündert, 1662 und 1730 von Erdbeben heimgesucht. 1728 gründeten hier die Russen eine Kolonie Peking; englische Gesandte residierten hier zeitweise seit dem Opiumkrieg (S.216), französische, italienische, deutsche folgten 1861. Am 12. Okt. 1860 wurde die Stadt nach leichten Gefechten und einem Bombardement der Nordmauer vom Gelben Tempel aus den englisch-französischen Truppen für einen Tag geöffnet. Man begnügte sich mit einem kurzen Demonstrationsmarsch durch die An-ding-mönn-Straße, zerstörte aber den Sommerpalast, um die Ermordung der englischen Parlamentäre zu rächen. Anfang Juni 1900 erreichte die Boxerbewegung Peking. Vom 12. Juni bis 14. Aug. war die Stadt von allem Verkehr mit der Kulturwelt abgeschnitten (vgl. S.276). Nach der Einnahme blieb Peking über1/2Jahr von den verbündeten Truppen besetzt. Neuerdings soll der Sitz der republikanischen Regierung nach Nanking verlegt werden.

Peking(»nördliche Hauptstadt«), Hauptstadt des chinesischen Reiches mit 1017209 Einw., Residenz des Kaisers, unter 39° 45' nördl. Br. (etwa wie Madrid), 37 m ü. M., in der nördl. Ausbuchtung der Großen Ebene, 150 km vom Meer, nahe dem mauerartigen Abfall des Nankougebirges, zwischen den Flüssen Hunho und Peiho und von drei Bächen durchflossen, die, zum Kanal vereinigt, bei Tungtschou in den Peiho münden. Das Klima ist ziemlich stark kontinental (vgl. S.264), der Winter so kalt wie in Ostpreußen, der Sommer so heiß wie in Konstantinopel; die Regen (633 mm im Durchschnitt) drängen sich auf die Sommermonate (namentlich Juli und August) zusammen, den größten Teil des Jahres über herrscht arger Staub, die Luft ist fast stets dunstig. Hunho und Peiho sind von Dezember bis Februar gewöhnlich zugefroren. Die Stadt, deren Mauer eine Fläche von 63,5 qkm umschließt, war nur noch ein Schatten früherer Pracht, ist aber jetzt in neuem Aufblühen begriffen, hat neben alten schlechten auch viele neue gute Straßen, dabei viele Ruinen einst bedeutender Bauwerke (meist 1900 zerstört), elende Häuser; große Flächen sind verödet oder nicht bebaut. Peking besteht aus zwei durch eine 9 m hohe und sehr breite Mauer getrennten Teilen: der von den Fremden so genanntenTataren-oderMandschustadtund derChinesenstadt. Als 1644 die Mandschu Peking erobert hatten, verteilten sie das Gebiet der Nordstadt unter sich und zwangen die Chinesen zur Auswanderung nach der Südstadt; heute wohnen aber viele Chinesen in der Tatarenstadt. Die Chinesenselbst nennen die erstereNei-ch'êng[Nétschong], »Innere Stadt«, und die letztereWai-ch'êng[Waí-tschong], »Äußere Stadt«. Die nördlichereTataren-oderMandschustadtbildet ein nahezu regelmäßiges Rechteck mit einer 23,6 km langen Mauer von 13 m Höhe und oben 11 m Breite, die von 9 Toren durchbrochen wird, von denen drei zur Chinesenstadt führen und über denen, wie über den vier Ecken, 30 m hohe Pavillons aufsteigen. Doch sind die meisten verfallen, ebenso wie die Wälle und der 18 m breite Graben. Die Tatarenstadt besteht aus drei Teilen: den innersten Kern bildet dieRote Verbotene Stadt(Tzĕ-chin-ch'êng [Dsè-dyin-tschong), so genannt nach der sie umschließenden roten Mauer; es ist die Residenz des Hofes, umgeben mit breitem Wassergraben. Um die Verbotene Stadt zieht sich die gleichfalls durch eine Mauer abgeschlosseneKaiserstadt(Huang-ch'êng [Huáng-tschong]), in der sich meist Behörden und Beamtenwohnungen befinden; sie ist dem freien Verkehr eröffnet mit Ausnahme der Westseite, wo Militärposten den Eingang zu den Kaiserlichen Westgärten absperren. Im W. der Kaiserstadt liegt die neue Reichsuniversität, die aber in etwa 2 Jahren auf ein umfangreiches Gelände vor der Nordmauer der Tatarenstadt übersiedeln soll. Um die Kaiserstadt lagert sich dann als dritter Gürtel die eigentlicheInnere Stadt. Hier liegen im SO., nahe der Mauer, die 1900 zum Teil zerstörten Gesandtschaftsgebäude Deutschlands, Österreich-Ungarns, Rußlands, der Vereinigten Staaten, Englands, Spaniens, Japans, Frankreichs, Italiens, der Niederlande und Belgiens; der Ketteler-Gedenkbogen (S.284); die Sternwarte, das Waiwupu (Ministerium des Auswärtigen), das neue Parlament (an Stelle der alten Prüfungshallen; S.289), die ungeheuern Vorratskammern für den Reis der Bannerleute, der große Lamatempel, der Tempel des Confucius, die Halle der Klassiker, der Paukenturm und Glockenturm, im W. der Tempel der Kaiser, der Tempel der weißen Pagode. Ferner der Neubau des Palais des Prinzregenten. Eine 1901 neuaufgebaute SüdkathedraleNan-tangliegt am Schun-dschĭ-mönn, eine OstkathedraleDung-tangnördl. vom Gesandtschaftsviertel. Die englischen und amerikanischen protestantischen Missionen haben mehrere Krankenhäuser. Nahe dem Waiwupu errichtete die chinesische Regierung 1883 die Schule der westlichen Wissenschaften (Tungwênkuan) mit europäischen Dozenten, Bibliothek und Druckerei, auchPeking-Universitätgenannt, die aber 1900 mit allen Bücherschätzen abbrannte. —DieKaiserstadtumschließt mit 4-6 m hohen, oben 16 m dicken und 7 km langen Mauern mit vier Toren zwei künstliche Seen, aus deren Ausschachtungen zwei Hügel, darunter der 66 m hohe, aussichtsreicheKohlenhügel(S.287) gebildet sind. Hier die neue katholischeKathedrale St. Sauveur(seit 1883), derPeitang(Bétang = Nordkathedrale), Sitz des apostolischen Vikars von Peking und Nordtschili, ein Seminar, Schule, Buchdruckerei und ein Hospital der Schwestern de la Charité. Die ältern chinesischen Bauten, zum Teil 1900 zerstört, haben meist modernen Bauten, wie den Kasernen der Gardetruppen, Schulen und Regierungsgebäuden, Platz machen müssen. Die Dächer des Palastes sind gelb (die Farbe des kaiserlichen Hauses).—Die innerhalb der Kaiserstadt gelegeneRote VerboteneStadt, benannt nach der sie umgebenden roten Ziegelmauer, hat vier reichgeschmückte Tore, vier große Repräsentationshallen für verschiedene Staatsaktionen, Privatgemächer, Paläste der Frauen und Prinzen, Wohnungen der zahlreichen Dienerschaft (ca. 3000), Kasernen der Leibgarden, Gärten, Ställe, die Bureaus des Staatsrats und des Großsekretariats etc., eine kaiserliche Bibliothek (1900 verbrannt). —An die Tatarenstadt schließt sich südl. dieChinesenstadtmit einer aus Chinesen und Mandschus gemischten Bevölkerung, wo alle Warenhäuser und Verkaufsbuden, die große Buchhändlerstraße und auch die Tempel des Himmels und des Ackerbaues liegen; der erstere gilt für den schönsten Tempel Chinas.—Die Straßen sind rechtwinklig angelegt; die schönste, jetzt modern makadamisiert, führt vom Südtor der Chinesenstadt bis zu dem der Verbotenen Stadt. Peking beginnt jetzt eine Selbstverwaltung und hat schon ein städtisches Wasserwerk; die Ordnung wird durch ein starkes Polizeikorps aufrechterhalten. Die Garnison besteht aus einem Teil der Gardedivision, deren Rest bei den Sommerpalästen liegt. Zwei Divisionen moderner Truppen stehen im Jagdpark südl. Peking und im Nordpark bei Tching-ho an der Kalganbahn. Die europäischen Gesandtschaften haben seit den Wirren 1900/01 Wachen eigner Truppen, die während der Revolution 1911/12 verstärkt wurden.—Die Industrie beschränkt sich auf Porzellan, Cloisonnée (die beste Werkstätte von Yang-Tien-Li ist in einer Nebenstraße nördl. vom Kettelerdenkmal), Edelsteinschleiferei, seit 1906 auch ein Elektrizitätswerk. Nicht unbedeutend ist der Buchhandel.

Rundgang.Wegen der großen Entfernungen muß man auch in der Stadt Wagen oder Rikschas benutzen. Beim Besuch der Sehenswürdigkeiten hat man mit der orientalischen Aufdringlichkeit der Chinesen gegen Fremde zu rechnen, daher tut man gut, sich eines vom Gasthof empfohlenen Führers zu bedienen; kleine Trinkgelder (10 c.) öffnen alle Türen; ob eine Sehenswürdigkeit zugänglich ist oder nicht, erfährt man im Hotel.—Vom Bahnhof gelangt man durch dasWassertorin dasGesandtschaftsviertel; geradeaus führt die Kanalstraße r. amDeutschen Postamtvorbei und r. in die Gesandtschaftsstraße (an der Ecke das Grand Hôtel des Wagons-Lits), wo man r. bald dieDeutsche Gesandtschafterreicht, in deren Garten ein Kreuz zum Andenken an den am 20. Juni 1900 ermordeten Freiherrn v. Ketteler steht. Gegenüber liegen die Japanische und Französische Gesandtschaft, beide mit Postämtern; weiter östl. an der Gesandtschaftsstraße die deutschen Offizierswohnhäuser; r. die deutscheWalderseekaserne. In der Schwarzhoffstraße (l.) dasdeutsche Militärlazarett. Am Ostende der Gesandtschaftsstraße liegt in der Hatamönnstraße dasHôtel du Nordund in dessen Nähe die amerikanische Mission nebst Krankenhaus. Nun biege man l. in die Hatamönnstraße ein, die in gerader Linie nach N. durch die ganzeMandschustadtführt; an ihr liegt r., an der Nordostecke des Gesandtschaftsviertels, derÖstliche Triumphbogen(»der östliche einfache Bogen«, [Dung-dan paí-lŏ), dann folgt 0,5 km nördl. derKetteler-Ehrenbogen, 1903 vom chinesischen Reich zur Sühne erbaut an der Stelle, wo der deutsche Gesandte ermordet wurde; l. derPalast des PrinzenYü, r. in einer Querstraße dasWaiwupu(Auswärtiges Amt). In der Hatamönnstraße, 1,5 km nördl. weiter, liegen dievier Triumphbogen(»die vier östlichen Bogen« [Dung-ssĕ paí-lŏū]), in deren Nähe l. der 1902 abgebrannte LamatempelLung-fu-ssĕ(»Tempel des unendlichen Glücks«, 1451 erbaut); hier Wochenmärkte am 9., 10., 19., 20., 29. und 30. Tage jedes chines. Monats. Am Nordende der Hatamönnstraße liegt etwas westl. derKungfutszetempel(Confucius, chines.Kuo-tzĕ-chien[Guò-dsĕ-dyién],»Akademie des Landesphilosophen«), einfach und vornehm gehalten, mit zahlreichen Votivtafeln.

Die alten Zypressen in den Höfen stammen noch aus den Zeiten der Yüan-und der Ming-Dynastie (1206- 1368, 1368-1644). Im Frühjahr und im Herbst wurden in der Haupthalle den Manen des alten Weisen und seiner Schüler von den höchsten Beamten Opfer dargebracht, und jeder Kaiser opfert einmal nach seinem Regierungsantritt persönlich und stiftet darauf eine aus vier goldenen Zeichen auf blauem Grunde bestehende Votivtafel. Seitdem Kungfutsze 1906 von der Kaiserinregentin Tzĕ-hsi Himmel und Erde gleichgestellt wurde, muß der Kaiser oder sein Vertreter jährlich einmal opfern. Die Votivtafeln der neun Herrscher der gegenwärtigen Dynastie hängen in der Haupthalle, in deren Mitte vor einem Opfertische dieSeelentafel des Kungfutsze(chinesisch K'ung Tzĕ [Kúng Dsĕ], d. h. der Meister K'ung) steht, mit der mandschurischen und chinesischen Inschrift: »Seelentafel des allerheiligsten Vorfahren und Lehrers Kungfutsze«. Die Seelentafeln seiner vier Hauptschüler stehen paarweise davor.Tsêng tzĕ[Dsóng-dsĕ] schrieb die»Große Lehre«, das erste der vier kanonischen Bücher;Mencius(Mêng-tze [Móng-dsĕ]) das nach ihm benannte vierte dieser Bücher;Tzĕ ssĕ[Dsĕ-ssĕ] verfaßte die »Lehre von der Goldenen Mitte«undYĕn Hui(Yen-húi) die»Gespräche des Kungfutsze«. Die Seelentafeln sechs weniger berühmter Philosophen stehen auf jeder Seite, darunter die des Chu Hsi (Dju-chi), des bekannten Denkers der Sung-Dynastie im 12. Jahrh.— Auf jeder Seite des Vorhofes liegt eine Halle mit den Seelentafeln berühmter Philosophen der Schule des Kungfutsze. Auf der Oststeite die Tafeln von 78 tugendhaften, auf der Westseite die von 54 gelehrten Männern; 86 davon waren Schüler des Meisters.ImHofesechs viereckige rote Pavillons mit Dächern von Ziegeln im kaiserlichen Gelb und Steininschriften im Innern. Darauf berichten die großen Mandschukaiser K'ang Hsi, Yung Chêng und Ch'ien Lung ihre Eroberungen im 18. Jahrh.: 1704 K'ang Hsi: Eroberung der westlichen Mongolei; 1726: Yung Chêng: Eroberung von Kukunor; 1750 Ch'ien Lung: Eroberung des Landes der Miao in Hunan u. Kweitschou; 1760 Ch'ien Lung: Eroberung der Dsungarei; 1760 Ch'ien Lung: Eroberung von Turkestan; 1777 Ch'ien Lung: Unterwerfung der eingebornen Stämme in Szetschuan.—Im Torwege zu diesem Hofe liegen die berühmtenSteintrommeln(die schwarz und unscheinbar aussehenden Originale hinter einem rot angestrichenen Holzgitter auf der Nordseite des Tores); sie werden zuerst im 7. Jahrh. erwähnt, sollen 2500 Jahre alt sein und das älteste erhaltene chinesische Schriftdenkmal darstellen. Sie enthalten in altertümlicher Schrift eine poetische Darstellung der Jagdzüge des Königs Hsüan Wang. Kaiser Ch'ien Lung hat aus weißem Marmor Nachbildungen der alten Trommeln anfertigen und südl. vom Tor aufstellen lassen.ImVorhofewurden ehemals die alle drei Jahre wiederkehrenden höchsten literarischen Examen in Mattenzelten abgehalten. Zur Erinnerung an jedes Examen wurde eine Steintafel mit dem Namen der jeweilig Graduierten errichtet, die hier den Titel eines »chin-shih«(dyín-schĭ) erwarben. Die ältesten drei Tafeln stammen noch aus der Zeit der Yüan-Dynastie (1206- 1368). Es ist jedenfalls das älteste Doktorenalbum der Welt.

Westl. anschließend an den Kungfutszetempel liegt die von den Fremden so genannteKlassikerhalle, chines.Pi-yung-kung[Bi-yung-gúng],etwa»Palast der vollendeten Harmonie«, erbaut vom Kaiser Ch'ien Lung (1736-96). Am Eingang zum innern Hof ein schöner Torbogen mit farbigen glasierten Ziegeln und Kacheln. In den offenen Hallen, die den Hof umziehen, ist der authentische Text der neun Klassiker auf weißen Marmortafeln eingegraben. In dem Pavillon inmitten des Hofes pflegte der Kaiser seine eignen Gedichte und Aufsätze den höchsten Gelehrten des Landes jährlich einmal vorzulesen. Unter seinen Nachfolgern ist das Gebäude nie mehr benutzt worden. (Trinkgeld in jeder dieser Anlagen 10 c. die Person; unverschämte Mehrforderungen sind gelassen zu ignorieren). —3 Min. östl. liegt der von den Fremden so genannteLamatempel, chines.Yung-ho-kung[Yùng-hōŏ-gúng], »Palast des harmonischen Friedens«, eine weitläufige, prächtige Anlage, ursprünglich das Kronprinzenpalais des spätern Kaisers Yung Chêng (1723-1736), bewohnt von etwa 400 Lamas der tibetischen Gelben Kirche, sämtlich mongolischer Abkunft (keine Chinesen!), unter der Leitung tibetischer Oberpriester. Haupt des Klosters ist ein sogen. »Lebender Buddha« (Hūo-fōŏ), d. h. die jeweilige Reinkarnation eines tibetischen Heiligen; doch residiert dieser seit Jahrzehnten in Dolonnor (acht Tagereisen von Peking) in der Mongolei und besucht nur gelegentlich im Winter die Hauptstadt. Der wirkliche Leiter des Klosters ist ein tibetischer Abt. Die Anlage enthält schöne Hallen, Pavillons mit kaiserlichen Inschriften, tibetische Gebetsmühlen, sehr schöne Altarschnitzereien und in der letzten Haupthalle ein angeblich aus einem einzigen Stück Sandelholz gefertigtes, 14 m hohes Monumentalbild des aufrechtstehenden »Bodhisattva Maitrêya«, des buddhistischen Messias, der als fünfter und vollendeter Buddha unsrer Kalpa, des gegenwärtigen Weltzeitalters, erscheinen wird, um unsre Welt zu erlösen. Da die Größe der menschlichen Natur mit wachsender Sittenreinheit zunimmt, wird der Bodhisattva erst zum Buddha werden, wenn unsre Nachkommen so groß sind wie sein Bild! Sehenswert sind die dreimal täglich stattfindenden Gebetsübungen der Mönche (Messelesen in tibetischer Sprache. Wunderbare tiefe Stimmen, tiefes d!). Nicht hineingehen und nicht stören! Bei jeder Halle die Person höchstens 10 c. Trinkgeld, Mehrforderungen ignoriert man; den Bettlern im Vorhofe nichts geben!—Nun wende man sich westl. durch eine der Querstraßen zum *Paukenturm(Ku-lou[Gú-lŏū]), von Kublai Khan erbaut, dann abgebrannt und in vergrößertem Maßstabe von Yung Lo aus Ziegelsteinen neu errichtet (früher nur Holzbau). Die großen Pauken wurden früher als Alarmsignale geschlagen; eine bronzene Wasseruhr ist seit 1900 verschwunden. Schöne *Aussicht über ganz Peking, doch des schlechten Abstiegs wegen nur schwindelfreien Personen zu empfehlen.—Gleich nördl. davon derGlockenturm(Chung-lou [Djúng-lŏū]), vom Kaiser Ch'ien Lung 1740 erbaut, um eine der berühmten fünf Riesenglocken des Ming-Kaisers Yung Lo darin aufzuhängen; die Glocke wird nicht mehr geschlagen. Von der obern Terrasse gleichfalls schöne Aussicht, doch unbequemer Aufstieg.—Nun folge man der breiten Straße, die südl. zumTor des irdischen Friedens(Ti-an-mén[Di-an-mönn]) oder Hintertor (Hou mên[Hŏū-mönn]) derKaiserstadtführt;wenn man am Ende der Straße den Ahnentempel (Pl. 1) erreicht, biege man l., vorbei an den Leichenhallen der kaiserlichen Familie (r.; Pl. 12) und der kaiserlichen Nebenfrauen (l.; Pl. 13), zurReichsuniversität(chines.Ta-hsüeh-t'ang[Dà chüĕ-táng]), ein Alumnat für 500 Studenten, geleitet von einem Rektor und 7 Prorektoren für 7 Fakultäten, einige deutsche, englische, amerikanische und französische Dozenten neben vielen eingebornen Professoren, die größtenteils im Auslande studiert haben; Bibliothek, Sammlungen und Druckerei. Zur Universität gehört dasDolmetscherseminarnahe dem»Östlichen Friedenstor«(1910 eröffnet für 300 Studenten).— Westl. von der Universität erhebt sich derChing-shan(Dying-schan), »Aussichtsberg«, von den Fremden nach einer alten chinesischen SageKohlenhügelgenannt, weil er angeblich aus Kohlen besteht, die für den Fall einer Belagerung Pekings dort aufgestapelt liegen sollen; in Wahrheit besteht er aus den Erdmassen, die bei Anlage der künstlichen Teiche in den Kaiserl. Westgärten ausgehoben worden sind. An einem inzwischen abgestorbenen Baum am Ostabhange des Hügels erhängte sich 1644 der letzte Mingkaiser Ch'ung Chêng (Tschúng-djong), als der Rebellenführer Li Tzĕ-ch'êng [Li Dsĕ-tschóng] die Westmauer der Tatarenstadt erstürmt hatte. Das Gebiet des Chingshan gehört zur Verbotenen Stadt und ist für Besucher unzugänglich.—Sw. liegen die gleichfalls unzugänglichenKaiserlichen Westgärten(Hsi yüan[Chi-yüen]) mit denSsan-hai, oder»Drei Meeren«, d. h. drei Lotosteichen. Am Nordteich der berühmteLamatempel(Pl. 23) mit Kolossalfigur eines tausendarmigen Bodhisattva Avalokitêsvara und eine Halbinsel mit weithin sichtbarer weißerPagode, in deren Nähe ein Altar der Schutzgottheit des Seidenbaues errichtet ist, an dem die Kaiserin nach altem Herkommen mit den Damen des Hofstaates alljährlich einmal opfert.—An der Südwestecke des Mittelteiches lag der seinerzeit vom Feldmarschall Grafen von Waldersee bewohntePalast der Kaiserinregentin, der am 18. April 1901 einer Feuersbrunst zum Opfer fiel. An seiner Stelle stehen jetzt geschmacklose Gebäude, in denen die verstorbene Kaiserinregentin Tzĕ-hsi das diplomatische Korps in Audienz empfing. Inmitten des Südteiches liegt der von den Fremden so genannteInselpalast, (Pl. 8), in dem der Kaiser Kuang Hsü 1898-1900 von der Kaiserinregentin gefangen gehalten wurde; er diente später gelegentlich zu Audienzzwecken. Die Westgärten gehören zur Verbotenen Stadt und sind nicht zugänglich.—Zwischen Nord-und Mittelteich führt dieMarmorbrücke(Pl. 9) zu einer breiten Allee, die durch das »Westliche Friedenstor« aus der Kaiserstadt in die Mandschustadt führt; an der breiten Allee, von den Franzosen 1901 angelegt und Avenue Voyron genannt, liegt r. (nördl.) *Peitang[Bétang], der Sitz des französischen Erzbischofs und der Lazaristenmission mit der KathedraleSt.-Sauveurund mehreren Klöstern und Schulen, die während der Belagerungszeit 1900 von einer Handvoll französischer und italienischer Matrosen tapfer gegen den chinesischen Pöbel verteidigt wurden.

DieRote Verbotene Stadt(unzugänglich) ist mit einer 3584 m langen rotbraunen Mauer umgeben (s. oben) und durch einen 30 mbreiten Wassergraben von der Kaiserstadt getrennt; nur vier Brücken, je eine von jeder Seite, führen über den Graben. Die europäischen Truppen haben 1900 arg in der Roten Stadt gehaust und viele kostbare Kunstwerke zerstört. Gebäude, Tempel und Gärten stammen meist aus der Zeit der großen Mandschukaiser (1662-1796), doch reicht die ursprüngliche Anlage bis auf Kublai Khan (1260-95) zurück; sie haben geschweifte, reichverzierte Dächer mit gelben Ziegeln, deren Giebel mit goldenen Drachen gekrönt sind.—Am Westende der Gesandtschaftsstraße gelangt man südl. zumChêng-yang-men[Djòng-yang-mönn], dem »Tor der senkrecht gegenstehenden Sonne«, d. h.Südtor, von den FremdenKaisertor, volkstümlichTchiën-mönn, »Vorderes Tor«, genannt; die im Juni 1900 abgebrannten Turmaufbauten sind 1905/07 wiederhergestellt. Diesem mittlern Südtor der Mandschustadt liegt im N. das Haupteingangstor des KaiserpalastesDa-Tching-mönn, d. h. »Tor der Großen Mandschu-Dynastie«, unmittelbar gegenüber. Weiter nach N. zu folgt dahinter ein langer Vorhof bis zum Südtor der Kaiserstadt,»Tor des himmlischen Friedens«genannt; von da führt noch ein weiterer Vorhof zwischen Anlagen und durch das»Tor der Erhabenheit«, neben dem l. der»Altar der Götter des Landes und der Feldfrüchte«(Pl. 3), r. derAhnentempel des Kaisers(Pl. 2) steht, über eine reichgeschmückte Brücke und durch dasMittagstor(Wumönn) in die Rote Verbotene Stadt. Die großen Mittelplätze sind durch Tore und Hallen abgeteilt. Man gelangt durch das»Tor der Eintracht«(Taihomönn) in die»Halle der höchsten Eintracht«(T'ai-ho-tien[Taì-hōŏ-dién]), dann in die »Halle der mittlern Eintracht«(Chung-ho-tien[Djung-hōŏ-dién]) und schließlich in die»Halle der beschützten Eintracht«(Pao-ho-tien[Bào-hōŏ-dién]); diese Hallen dienen lediglich als Repräsentationsräume bei bestimmten Staatsaktionen, so der T'ai-ho-tien zur Neujahrs- und Geburtstagsgratulation vor dem Kaiser, der Chung-ho-tien zur Aufbewahrung der Staatssiegel und der Bao-ho-tien als Prüfungshalle beim Palastexamen. Vom nördl. Vorhof der letzten Halle führt das »Tor der himmlischen Reinheit« (Pl. 3) in denPalast der himmlischen Reinheit(Ch'ien-ch'ing-kung[Tchiĕn-tching-gúng]), worin in der Morgenfrühe die fünf Mitglieder des Staatsrats dem Kaiser oder dem Regenten Vortrag halten. In dieser Halle finden auch seit 1901 die großen Audienzen statt, die fürstlichen Gästen oder dem diplomatischen Korps erteilt werden. Bestimmte Wohnungen des Kaisers etc. gibt es nicht. Die ewige Attentatfurcht bewirkt, daß schon seit alten Zeiten die Mitglieder der kaiserl. Familie in den weiten Palastgründen tageweise von Haus zu Haus ziehen. Die verstorbenen Majestäten wohnten in einem der Pavillons der Westgärten oder des Sommerpalastes; östl. von den Wohnungen der Nebenfrauen des Kaisers, getrennt durch das »Tor des Kriegsgottes« (Pl. 4), liegen die Wohnungen und Paläste der kaiserlichen Frauen und südl. davon die Wohnungen der kaiserlichen Kinder. Außerdem liegen im nördl. Teile der Verbotenen Stadt die Wohnungen der Dienerinnen, Eunuchen, die Seidenlager, Pelzlager, Theatersäle, Pagoden und verschiedene andre Paläste.

*Spaziergänge auf der Südmauerder Mandschustadt sind sehrzu empfehlen; 1910 ist vom diplomatischen Korps ein Promenadenweg mit Ruhebänken zwischen Tchiën-mönn und Hada-mönn angelegt. Ein Aufgang zur Mauer liegt am Südende der Sodenstraße, die gegenüber derSt.-Michelkathedralevon der Gesandtschaftsstraße südl. führt, ein zweiter westl. vom Wassertor hinter der Russisch-Asiatischen Bank. Man geht westl. auf der Mauer bis zum Wassertor und Tchiën-mönn; östl. gelangt man über das Hadamönntor auf der Mauer am deutschen Friedhof vorbei bis zum SO.-Eckturm, dann noch3/4km nördl. bis zurKaiserlichen Sternwarte(Kuanhsiang t'ai[G'wàn-chiang-taí]), erbaut 1279 unter Kublai, geleitet im 14.-17. Jahrh. von arabischen Astronomenfamilien, dann von den Jesuiten, deren berühmter Astronom P. Verbiest (gest. 1688 in Peking) die alten mongolisch-arabischen Instrumente durch kunstvolle, zeitgemäßere Armillarsphären, Azimutalkreise, Sextanten und einen Himmelsglobus ersetzte. Einige dieser Instrumente wurden 1901 nach Potsdam gebracht; der Himmelsglobus ist 1905 durch eine (allerdings nur1/3so große) Nachbildung ersetzt worden. Die Franzosen haben die von ihnen seinerzeit fortgenommenen Instrumente 1905 zurückgegeben. (Von der frühern Existenz der in Deutschland befindlichen zeugen nur die leeren Steinsockel.)—Dicht nördl. von der Sternwarte lagen dieGroßen Prüfungshallen(Kung-yüan[Ging-yüan]) mit mehreren tausend Zellen, wo alle drei Jahre aus dem ganzen Reiche die bereits doppelt geprüften Anwärter ihr Staatsexamen und »den Doktor machten«, d. h. den Titel »Chü-jên« [Dyü-jön] erwarben, der Anrecht auf die Beamtenlaufbahn gab (die alten Examina sind 1905 abgeschafft worden). Das Gebäude wurde 1900 von den fremden Truppen zerstört und wird gegenwärtig zum Bauplatz für das 1912 zu eröffnende Parlament hergerichtet. Ein deutscher Architekt baut hier das Oberhaus (Schang-i-yüan) und das Unterhaus (Chia-i-yüan) des modernen China.

Zum Besuch derChinesenstadtfährt man mit Rikscha durch das Tchiën-mönn südl. in die breite, gepflasterte Tchiën-mönn-Straße, an der 2,5 km vom Tor r. der von den Fremden so genannteAckerbautempel, chines.Hsien-nung-t'an[Chièn-nung-tán], »Altar des ersten Ackerbauers«, d. h. des sagenhaften Kaisers Shên-nung [Schönnung] (2838-2698 v. Chr.) liegt, eine große, mit prächtigem Park und einer 3450 m langen Mauer umgebene Anlage, die vom Kaiser Chia Ch'ing [Dyiá-tching] der Ming-Dynastie (1522-67) erbaut und unter Kaiser Ch'ien Lung [Tchien-lúng] (1736-96) der regierenden Mandschudynastie erneuert wurde.


Back to IndexNext