Vereine:Deutscher Verein.—Colombo Club, Galle Face Esplanade.—Golf Club.Zeiteinteilung.1. Tag: Vm. Fahrt durch die Stadt nach Kelani; Nm. nach Mount Lavinia.—2. Tag: Victoria Park und Museum. Längern Aufenthalt benutze man zum Ausflug ins Gebirge.Geschichtliches.Colombo wurde 1505 von den Portugiesen zur Handelsniederlassung gemacht, dann 1518 befestigt. Nach langer Belagerung eroberten die Holländer 1658 den Platz und befestigten ihn stark. 1796 bemächtigten sich die Engländer des guten Seehafens, der erst seit den 70er Jahren des 19. Jahrh. an Stelle von Point de Galle zu Bedeutung gelangte.Klima(vgl. S.108). Die Sonnenwärme in der freien Sonne ist in Colombo fast stets so groß, daß Europäer sich durch Tropenhelm und Tropenkleidung, Sonnenschirm und Sonnenbrille etc. dagegen schützen müssen.Man meide es, ohne dringende Ursache zwischen 10 Uhr Vm. und 4 Uhr Nm. auszugehen!Sonnenstich und andre Schäden sind besonders bei frisch aus Europa gekommenen Fremden nicht selten; Alkoholgenuß ist vor Sonnenuntergang zu meiden. Man richte sich bei längerm Aufenthalt nach der Lebensweise gebildeter, am Orte akklimatisierter Europäer!
Colombo, von den Engländern zur Hauptstadt Ceylons gemacht, hat etwa 180000 Einw., meist Singhalesen (S.106), dann Tamulen (von der Malabarküste), die kräftiger und arbeitsamer sind, und Mauren; ferner Parsen, Juden, Malaien und Mischlinge. Das Volksleben ist bunt und sehr interessant.—Die Stadt liegt unter 6° 56' nördl. Br. an einer Bucht, die durch einen 1,5 km langen Hafendamm nach W. und einen Wellenbrecher nach N. gegen Seegang geschützt wird. Ein großes Trockendock sowie andre Einrichtungen zur Ausbesserung von Seeschiffen sind vorhanden. Nördl. von der Hafenbucht mündet der FlußKelani(Kelaniya Ganga). Das europäische Viertel am SW.-Ende des Hafens hat einFort, neben dem der hoheLeuchtturm, zugleich Uhrturm, steht; dicht dabei die Zeitsignalstation und südl. davon ein freier Platz, dieEsplanade, an der die Residenz des Gouverneurs,Queen's House(Pl. 1), mit der Vorderseite nach See liegt. Kasernen liegen südl. vom Palast. Colombo besitzt mehrere Kirchen, Buddha-und Schiwatempel, ein Museum, zwei Bibliotheken und große Wasserwerke, die das Wasser 48 km weit herleiten. Die EingebornenstadtPettahmit engen Straßen liegt nö. vom Europäerviertel längs der Ostküste des Hafens.—Der Handel von Colombo ist sehr bedeutend, da fast die ganze Einfuhr (Reis, Kohlen, Baumwollwaren, gesalzene Fische etc.) sowie die Ausfuhr (Tee, Zimt, Kokosöl, Kokosnüsse, Kaffee, Graphit, Chinarinde, Kopra, Kautschuk etc.) für Ceylon über Colombo geht. Er befindet sich fast ganz in englischen Händen.
Rundfahrt(mit Rikscha) durch die Stadt kann fast planlos geschehen, weil Colombo reich an malerischen Wegen ist; man beachte, daß das Geschäftsleben sich nahe dem Hafen abspielt. Von der Landungsbrücke der Boote gelangt man in dieYork Street; l. Marmorstandbild der Königin Viktoria, r. Grand Oriental Hotel und l. Victoria Arcades. Dann am Postamt (Pl. 2) vorbei über die Esplanade zum Galle Face Hotel. Weiter am Strand entlang an den Kasernen vorbei zum Standbild von Sir E. Barnes, dann r. an einem alten holländischenGlockenturm (Pl. 4) vorbei über den Marktplatz mit dem Rathaus (Town Hall, Pl. 5). Dort führt l. dieSea Streetzu zwei malerischen kleinen Hindutempeln, während nach r. dieWolfendahl Streetzu der alten hochgelegenen holländischenWolfendahl-Kircheführt (*Aussicht auf Stadt und Hafen). Dann nö. weiter nach der katholischenKathedrale St. Luciaund an andern Kirchen vorbei zu dem (r.) schönen HauseUplandsund weiter durch die malerische FischervorstadtMutwalbis zum Fluß und zurück durchGrand Pass RoadbisSkinners Road, nun l. diese Allee entlang bis zum Maradanabahnhof; von hier westl. bis zum Süßwassersee und an diesem entlang zum Gasthof zurück.—Ein andrer Rundweg führt vom Galle Face Hotel über die Brücke, dicht hinter dem Hotel, nachSlave Islandund dann am Rande des malerischen Sees vorbei an dem hübschen Wohnsitz des kommandierenden Generals für Ceylon in denVictoria Park. Man beachte vorher den kleinen malerischen Buddhatempel über dem See, ungefähr gegenüber vom Generalshaus. Der Park liegt auf dem Platz alter Zimtgärten (Cinnamon Gardens) und ist reich ausgeschmückt. Im Park das *Museum(1877 erbaut), das wertvolle historische, kultur-und naturhistorische Sammlungen für Ceylon und eine Bibliothek enthält; originelle SammlungKandy-pottery(wunderliche Tonfiguren), ferner Teufelstänzermasken gegen jede Krankheit; Inschriftensteine aus Anuradhapura (von den deutschen Gelehrten Dr. Goldschmidt und Dr. Müller entziffert); ein Buddhazahn. Auf dem Flur ein Riesenlöwe aus Pollonarua, der als Königsthron diente, und ein *Fenster aus den Ruinen von Yapahoo. Vor dem Museum ein Standbild des Gouverneurs Gregory.
Ausflüge: 1)Kelaniya. Wagenfahrt (etwa 1 St. hin) zunächst durch die enge, heiße und staubige EingebornenstadtPettah(etwa 6 km), dann über den Kelanifluß und durch Kokospalmenpflanzungen bis (10 km) zu einem altenBuddhatempel(1240 erbaut über einem 306 v. Chr. errichteten Reliquienschrein des Prinzen Yatalatissa) mit im Nirwana weltfernen Buddha, dem die weißen Blüten des Sakakibaums dargebracht werden. Beim Maivollmond hier großes Tempelfest. Auf der Rückfahrt kann man gegen SO. einen Umweg machen (2 St. Fahrt).2) *Mount Laviniamit derSea Coast Railway, deren sechs Bahnhöfe in Colombo sind:Pettah,The Fort(beim Hafen),Slave Island(etwa1/2km vom Galle Face Hotel),Kollapitiya,BambalapityaundWellawatta; die Bahn fährt teils durch Palmenwald, teils am Strand nach (11 km) *Mount Lavinia(Grand Hotel, Z. von 3 R. an, Tiffin 21/2, Dinn. 3, Pens. von 7 Rup. an), in entzückender Lage am Meer auf malerischem Vorgebirge. In der Nähe ein Buddhatempel. Sehr beliebter Ausflugsort, auch für längern Aufenthalt. Die Fahrt dahin im Wagen (Einsp. 10 Rup.) vom Galle Face Hotel an der Kollapitiya (Colpatty) Road entlang durch reizende Eingebornenvororte und Palmenhaine, fortgesetzt im Schatten, ist sehr lohnend.—Die Bahnlinie führt weiter überPoint de Galle(S.125) nachMatara.3) *Negombo, 37 km nördl. von Colombo, lohnender Automobilausflug (Eisenbahn von Colombo über Ragama, außerdem zweimal tägl.Coach service(Autobus), etwa früh 7 Uhr und 2 Uhr Nm. ab Colombo, Fahrzeit 31/2St., ab Negombo etwa früh 7 Uhr und 33/4Uhr Nm. Fahrpreis 3 Rup.) an der Westküste Ceylons durch malerische Dörfer, Kokospalmenwälder und Zimtgärten, für Künstler und Liebhaberphotographen eine Fülle landschaftlicher Schönheit bietend; die kleine HafenstadtNegombomit vorzüglichem Rasthaus hat 20000 Einw.; sie liegt zwischen Meer und Lagune, zeigt altholländischen Charakter mit Kanälen und verschiedenen Bauten (altes Tor, sehr malerisch).
Mittel-Ceylon. Maßstab 1:1000000.Mittel-Ceylon.
Colombo-Kandy Railwayvom Hauptbahnhof; Morgenschnellzug bis (75 M = 121 km)Kandy33/4St., I. Kl. hin und zurück 9 Rup., Abfahrt von Kandy Nm., Ankunft in Colombo gegen Abend.Cooks Reisebureaugibt Rückfahrkarten I. Kl. 15 Rup. einschließlich 1. und 2. Frühstück im Speisewagen und Wagenfahrt in Kandy.Für eine kurz dauernde Inselreise nehme man Rückfahrkarte Colombo-Kandy, fahre mit Morgenzug, steige in Peradeninya aus, mit nächstem Zug weiter; von Kandy Rückfahrkarte nach Nurelia, auch Rückfahrt mit beiden Karten bis Polgahawela, dort Fahrt unterbrechen (Bescheinigung nötig), dann mit Rückfahrkarte Polgahawela-Anuradhapura und schließlich zurück nach Colombo. Man achte darauf, daß von Nurelia das Gepäck richtig bis Anuradhapura aufgegeben wird (sagen, daß man Fahrkarte in Polgahawela nachkauft).
Die Bahnfahrt in die kühle Gebirgsgegend ist allen zu empfehlen, die unter der Tropenhitze gelitten haben; wer von Kandy weiter ins Gebirge hinauf will, nehme warme Kleidung und wollene Decken mit! Wer Zeit hat, widme mindestens eine Woche dem tropischen Berglande. Die genußreiche Fahrt führt zunächst über den Kelanifluß und weiter durch herrliche Tropenlandschaften mit vielen Palmenarten und Riesenblumen (Talipot), Brotfruchtbäumen, Jak, Frangipani etc. über (9 M)Ragama(von hier Zweigbahn nach Negombo, s. S.114) undMahara(mit Steinbrüchen für den Hafenbau) nach (16 M)Henaratgoda; 1,5 km vom Bahnhof sind dieGovernment Tropical Gardens(für Botaniker wichtig!) für tropische Pflanzen. Dann fährt die Bahn etwa 26 km durch dichten Kokospalmenbestand nach (34 M)Ambepussa, schon im Hügelland in ungesunder Sumpfgegend gelegen, wo dichte Dschungeln die Bahn umgeben. Dann folgen angebaute Flächen, Kokospalmen und Teepflanzungen. —(45 M)Polgahawela(Bahnwirtschaft und gutes Rasthaus; 74 m); hier zweigt l. die Northern Railway nach Anuradhapura (S.119) ab. Unsre Bahn führt weiter nach (52 M)Rambukkana, wo der Aufstieg ins Gebirge beginnt. Die Bahn steigt nun 22 km lang mit 1:45 Steigung bis zu 517 m Höhe. Prächtiger Pflanzenwuchs und überraschende Ausblicke (Sensation Rock) an jeder Biegung der Bahn; viele Tunnels und senkrechte Felswände, an denen die Bahn entlang führt. Zuweilen Blick auf das Tiefland von Colombo, dann über zerklüftete Täler. Bei (65 M)Kadugannawaist die Höhe des Ghats erreicht, die Luft wird schon kühler. Jenseit des Bahnhofs sieht man den Belungalahügel (775 m), der früher als Wachtposten diente. Nun senkt sich die Bahn wieder 40 m bis nach (71 M)Peradeniya, mit den berühmten *Royal Botanic Gardens(S.117); hier teilt sich die Bahn, die Hauptlinie läuft südl. ins Gebirge, eine Zweiglinie nördl. über Kandy nach Matale.—Die Bahn fährt am Botanischen Garten vorbei nach
(75 M)Kandy(512 m;Queen's Hotel, gut, 112 Z. von 3 Rup. an, Lunch 21/2, Dinn. 4, Pens. 8-25 Rup.;The Firs Hotel, am See reizend gelegen, Pens. 7-15 Rup.;Florence Villas Hotel, klein, aber bequem, Pens. 5 Rup.;Wagenin den Hotels, eine Fahrt Vm. oder Nm. 41/2-6 Rup.; Klub, am See;Banken:Mercantile Bank of India Ltd.undNational Bank of India Ltd.[beide Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft, letztere auch der Deutschen Bank]; ReisebedarfbeiMiller & Co.;Cargills; photographische Artikel beiApothecaries & Co.undSkeen & Co.; Ärzte: Dr.Hay, Dr.Anderson Smith), die alte singhalesische Hauptstadt von Ceylon, mit 26519 Einw., darunter viele Europäer, malerisch an einem kleinen, vom Gebirge halbumschlossenen See gelegen; hat einen 1600 erbauten, jetzt halbverfallenen großen Königspalast, 4 Hindutempel, 12 Buddhatempel, darunter den sehr heiligen mit dem Zahn Buddhas (Dalaba). Abgesehen vom Eingebornenviertel ist Kandy modern angelegt; während die Eingebornenhäuser dicht beieinander auf der Talsohle stehen, sind die Bungalows der Europäer rings an den Berghängen im Grünen versteckt. Vor Queen's Hotel breitet sich der malerische See von Kandy aus. Das Klima von Kandy ist erfrischend, obgleich bei Tage die Hitze noch empfindlich wird; Abende und Nächte sind kühl; Zimmertemperatur im Dezember 20-25° C.—Der Zahntempel zu Kandy, *Dalaba Maligawa, ist eins der großen buddhistischen Heiligtümer; durch eine zinnengekrönte Umfassungsmauer mit Graben gelangt man in eine große Vorhalle und von da in den innern Hof, wo auf niedrigem Unterbau der eigentliche Tempel, dieVihara, steht (zudringliche Priester und Bettler, man gebe einmal eine Kleinigkeit; vgl. Tempelgelder S.112).
Man steigt auf enger Treppe ins Allerheiligste, wo die Reliquie auf silbernem Tischchen unter glockenförmigem, goldenem Behälter, der mit Diamanten und Perlen besetzt ist und auf goldener Lotosblume ruht. (Der »Zahn Buddhas« soll so groß wie ein Krokodils-, Ochsen-oder gar Elefantenzahn sein; über seine Echtheit bestehen um so mehr Zweifel, als die Reliquie 1560 in portugiesische Gewalt fiel und vom Erzbischof von Goa feierlich verbrannt wurde, trotzdem der König von Pegu 20 Mill. Francs Lösegeld geboten haben soll; König Wikrama Bahu von Ceylon ließ aber bald darauf durch Priester verkünden, der echte Zahn sei gerettet, die Portugiesen hätten einen falschen verbrannt.) Die Reliquie wird selten gezeigt.—Die bunten Fresken im Tempel stellen die Höllenstrafen, besonders für die Untugenden des weiblichen Geschlechts, dar.— Sehenswert sind die kostbar gebundenen heiligen Schriften auf präparierten Talipotpalmblättern in einem achteckigen Pavillon des Tempels (man gebe dem Priester 1 Rup. für die von ihm überreichten Buddhasprüche auf solchem Palmenblatt).—In der Nähe ist in kleiner Kapelle ein großer Buddha zu sehen. Neben dem Tempel steht der renovierte Königspalast (jetzt Besitz des Gouvernements, von dem Gouvernementagenten bewohnt; sehenswert ist die alte Audienzhalle mit herrlich geschnitzten Säulen, jetzt Gerichtssaal, ferner einMuseummit altsinghalesischer Kunst (dort wird vor den Besuchern gewebt, geschnitzt etc.).
Spazierfahrt überLady Horton's WalkundLady Gordon's Walkist gegen Abend sehr lohnend; der Weg führt rings um den See und den Talkessel an den Höhen hinauf mit vielen prächtigen Ausblicken auf Kandy und das Tal des Mahawelli Ganga.Gregory Roadführt durch herrlichen Wald mit Ausblicken auf den See.Lady Black's Walkführt nach Peradeniya.—Eine Rikschafahrt gegen Abend bis zum Flusse nach dem Elefantenkral bietet Gelegenheit, (zahme) Elefanten baden zu sehen; dann fahre man über die Mahawelli Ganga-Brücke bis zu dem interessanten DorfeKatugastota. In einem Park in Kandy liegt der schöne Wohnsitz (King's Pavillon) des Gouverneurs von Ceylon.HandSchlangen kommen in der Umgegend von Kandy vor, besonders Cobra und Carawilla, auchBlutegel und Skorpione, die sich im Unterzeug festsetzen, weshalb man nach Spaziergang auf Rasen oder in weglosem Wald und Garten nachsehen sollte. Solange man auf Kieswegen und Straßen bleibt, besteht keine Gefahr!
Ausflugnach (5 km) *Peradeniya(gutesRasthausmit Betten), mit Bahn in 10 Min. zu erreichen, am besten mit Wagen (1/2St.) durch eine hübsche Vorstadt von Kandy, wo jedes Haus von Palmen, Brotfruchtbäumen und Kaffeebüschen umgeben ist und auf den Dächern Ananas wachsen. Am Bahnhofswege liegen die Bungalows der am Botanischen Garten angestellten Naturforscher. Die *Royal Botanic Gardens in Peradeniya, gegründet 1819, sind 60 ha groß und enthalten eine nahezu vollständige Sammlung aller wichtigen Tropenpflanzen der Erde. (Ein guter Plan des Gartens nebst Führer ist am Eingang zu 25 cts. zu bekommen.) Der Garten enthält Denkmäler der verdienten Direktoren Dr.Gardinerund Dr.Thwaites. Einzelne Singhalesengärtner sind gute Führer für den Park.—Den Eingang bildet ein großer Dom alter Gummibäume (Ficus elastica) mit wirren, freiliegenden Wurzeln. Vor dem Portal stehen drei Baumriesen: ein Mahagonibaum, ein südamerikanischer Fruchtbaum (Chrysophyllum) und ein Nutzholzbaum (Pterocarpus indicus) aus Birma. Man fahre nun langsam durch den Garten und steige gelegentlich aus, um kleine Ausflüge zu Fuß auf den Promenadenwegen seitlich von den Fahrwegen zu machen. Zu beiden Seiten der Einfahrt stehen zwei mächtige westafrikanische Ölpalmen (Elaeis guineensis), dicht dabei eine Gruppe einheimischer und fremder Palmen: die Kokospalme (Cocos nucifera);Areca Catechu: die kubanische Königspalme (Oreodoxa regia); die Dattelpalme (Phoenix dactylifera) aus Nordafrika;Areca concinna;Loxococcus rupicolaund die wundervolle Coco de mer (Lodoicea sechellarum) von den Seychellen, deren Frucht früher als heilkräftig galt. DerMahawelli Gangaumgibt mit einer starken Windung den Park von drei Seiten. Eine lange, gerade Allee von hohen, schattigen Bäumen mit vielen Zierblumen dazwischen führt quer durch den größten Teil des Parks; von ihm zweigt sich ein andrer Fahrweg ab, der zur Wohnung des Direktors, auf kleiner Anhöhe gelegen, führt; dieser Bungalow ist von den seltensten Pflanzen mit den farbenprächtigsten Blüten umgeben. Sehr sehenswert ist der *Farngartenan einem Bach im Schatten großer Bäume mit den seltsamsten kleinen und Riesenfarnen; ferner die Orchideen, blühenden Schlingpflanzen, Lianen, Trompetenblumen, Ipomoeen (Trichterwinden), dieBauhinia scandensundracemosa(wie ein Ankerkabel aussehend). Am Ufer des Mahawelli Ganga stehen hohe Bambusgebüsche, darunter der bis 40 m hohe birmanische Riesenbambus (Dendrocalamus giganteus), dessen Wurzelschößlinge nach der Regenzeit (im Juni) austreiben und in 2-3 Monaten diese enorme Höhe erreichen. In der Nähe ist eine prachtvolle Oreodoxa-Palmenallee. In einem Teich wachsen Lotosblumen, Wasserrosen und andre Nymphäen sowie die mächtigeVictoria regia; in der Nähe Nutzpflanzen: Kakao-, Kaffee- und Gewürznelkensträucher, Zimtbäume, Vanille, Erythroxylon coca (Kokain), Manihot (Tapioka), Pfeffer, Sagopalmen, Indigo-und Jutepflanzen, Citronellagras u. a.; ferner eine Muskatnußbaumallee. Auch die tropischen Giftbäume sind vertreten; der javanische Upas (Antiaris toxicaria), der Pfeilgiftbaum (unter den man sich nicht stellen soll) u. a., ferner verschiedene Gattungen von Kautschuk-und Guttaperchabäumen (Castilloa elastica,Hevea brasiliensis); außerdem prächtige Gruppen von Agaven, Cycas, Eucalyptus und (am Ende des Gartens) seltsamen Pandanusarten. Von merkwürdigen Pflanzen seien noch erwähnt: dieMimosa pudica, die insektenfressendenNepenthes-Arten mit riesigen kannenähnlichen Blättern, der nachts seine Blätter schließende südamerikanische Regenbaum (Pithecolobium Saman), der Sandbüchsenbaum (Hura crepitans), dessen Früchte mit lautem Knall platzen, der Kanonenkugelbaum (Couroupita guianensis).
Von den zahllosen Palmenarten ist eine der schönsten die in mehreren Alleen angepflanzte, in Ceylon heimische Talipotpalme (Corypha umbraculifera); ihr kerzengerader weißer Stamm wird mehr als 30 m hoch, ihre Gipfelkrone entwickelt riesige Blattfächer; im Alter zwischen 50 und 80 Jahren blüht die Palme ein einziges Mal und stirbt dann ab. Sehr interessant ist der sogen. »Baum der Reisenden« (Ravenala madagascariensis), eine prächtige Musazee, die in ihren Blattscheiden schmackhaftes, kühles Wasser ansammelt. Der Garten ist voll tropischer Vögel, Eichhörnchen und Fliegender Hunde.Im Garten ist ein sehenswertes *Museum(tropische Hölzerarten, Pflanzenfasern, Drogen, getrocknete Früchte u. a.) und daneben einebotanische Versuchsstation(sehenswert, mit riesigem Garten für sich, Direktorwohnung und Wirtschaftsgebäuden) für landwirtschaftliche, chemische und zoologische Untersuchungen (auch für Mikroskopie und Photographie), dessen Benutzung auf Antrag beim Direktor des Gartens (J. C. Willis) auch fremden Forschern gestattet wird. Man fährt vom Hauptgarten in kleinem Boot über den Fluß und meldet sich im Kontor des Direktors, nachdem man sich an der Landungsstelle in ein Buch eingeschrieben hat.Gegenüber vom Bahnhof eine Teepflanzung nebst Fabrik und in der Nähe die KakaopflanzungGangaruva.AusflugnachLanka Telika. Die Umgebung von Kandy bietet Gelegenheit zu lohnenden Ausflügen, worüber »Burrow's local guide to Kandy« Auskunft gibt. Rikschafahrt (etwa 11/2Rup.) zum Mahawelli Ganga, dann mit Fähre übersetzen und 20 Min. zu Fuß zum Felsentempel (Rock temple), wo in Granithöhle ein 10 m langer schlafender Buddha aus dem Felsen gehauen, grell bemalt.—Drei ganz verschiedene Buddhatempel kann man besuchen, indem man von Kandy zunächst 8 km auf der Straße nach Kadugannawa zu fährt, dann auf schmalem Pfad reitet, zunächst zu dem neuen, aber schön zwischen Felsenhängen gelegenen Tempel vonGadaladenya, dann zu dem alten, halbverfallenen Tempel vonGalangollaund schließlich zu dem architektonisch seltsamen, auf dem Gipfel eines Felsens erbauten Tempel vonLanka Telika. Den Wagen trifft man auf Verabredung wieder 14 km von Kandy auf der Straße nach Gampola.
Northern RailwayvonKandyüberPolgahawelanach (111 M)Anuradhapurain 51/2St. Von Colombo direkt in 53/4St.
Von Kandy nach (30 M)Polgahawelas. S.115. Von hier geht die Northern Railway nördl. über (43 M)Kurunegala(Rasthaus), der Hauptstadt der NW.-Provinz, die auf einem vereinzelten, über 300 m hohen Felsen mitten in der Ebene liegt (*Aussicht).—Nicht weit nö. das alte BuddhistenklosterRidi Vihare, sehr malerisch auf einer Anhöhe.—Weiter führt die Bahn über (70 M)Maho(von hier Ausflug nach [7 km, davon etwa 2 km Fußweg durch Dschungeln]Yapahu, wo einer der malerischsten alten Tempel, derMalagawa, früher Aufenthalt des heiligen Zahns von Buddha, liegt; der Tempel hat prächtige Treppenanlagen und seltsame Fenster mit reichem Bildhauerschmuck; man bitte den Station Master der Abfahrtstation in Maho-Station einen Wagen [Bullock car] telegraphisch vorauszubestellen).—Die »Northern Railway« führt weiter nach (111 M)Anuradhapura(s. unten) und über denElephant Pass(Meerenge) nach (230 M)Jaffna(S.124) an der Nordspitze Ceylons sowie bis zur Hafenstadt (241 M)Kankesanturai(s.124); Fahrzeit von Colombo bis Jaffna 121/2St., bis Kankesanturai 13 St.
Um das Innere Ceylons kennen zu lernen, fährt man vonKandyam besten, wenn man die Kosten nicht scheut, mit Privatautomobil(s. S.110), eine herrliche Fahrt, bis Anuradhapura auf guter Fahrstraße; oder zunächst mit der Bahn nach (26 km)Matale(Rasthaus gut, Ankunft vorausmelden; Verpflegung zu haben), einem blühenden Dorf mitten in Teepflanzungen. Von Matale nach Dambulla fährt täglich ein Postautomobil (etwa 10 Uhr Vm. ab) in 41/2St., Fahrpreis 6 Rup., von da weiter nach Trincomali in 18 St., Fahrpreis 15 Rup. Der Weg führt bald hinter Matale an dem sehenswerten BuddhatempelAlu Viharavorbei, dessen Kloster über der Straße malerisch zwischen Felswänden liegt. Kurzer Aufenthalt in (48 km)Nalande(Rasthaus gut, mit Verpflegung, liegt unter einem riesigen Tamarindenbaum versteckt); dann folgt schöne Berglandschaft, bis (72 km)Dambulla(Rasthaus so gut wie ein Gasthof), großem Dorf am Abhang eines dunkeln Felsens mit Höhlentempel. (Ausflug mit Automobil oder Bullockcar nach (24 km) *Sigiri, senkrechter Felsen mit herrlichen Ruinen aus der Ebene aufsteigend, einst starke Feste, aus dem 5. Jahrh., mitten im Wald; nach Sigiri floh König Kasyapa, nachdem er seinen Vater Dhatu Sena ermordet hatte. Der Rasthauswart von Dambulla hilft bei Anordnungen für den Ausflug; in Sigiri ist auch ein Rasthaus.) Dann mit Privat-Bullockcar (beim Rasthauswart in Dambulla vorausbestellen) weiter auf hoher Brücke über denMirisgoni Oyanach (93 km)Kekerawa(gutes Rasthaus); von hier kann man auf gutem Fahrweg (13 km) den großen Wasserbehälter vonKalawewabesuchen (Staudamm erbaut im Jahre 460 vom König Dhatu Sena), der mehr als 100 Dörfer und die Stadt Anuradhapura mit Wasser versorgt. Von Kekerawa durch einförmigen Wald über (113 km)Tirapane(Rasthaus) nach
(135 km)Anuradhapura(Hotel Anuradhapura, gut, Pens. 10 Rup.; Führer und Auskunft zu haben; in der Nähe wohnt der englische Government Agent; Postautomobil tägl. nach Trincomali, gegen 2 Uhr mitt. vom Hotel, Fahrpreis etwa 30 Rup.; man erkundige sich vorher, vgl. S.110), jetzt großes Dorf, ehemals Hauptstadt von Ceylon, wurde um 500 v. Chr. vom König Anurado erbaut (von PtolemäusAnnurogrammumgenannt) und war dann viele Jahrhunderte die prächtigste Kultusstätte des Buddhismus.
Der chinesische PilgerFa Hiamschilderte 412 n. Chr. seinen Besuch der Stadt; er staunte über »die Pracht der Bauwerke, den Reichtum der edelsteinbesetzten Statuen, die überwältigende Größe der Dagobas, die Zahl der Priester, die in der Stadt mehr als 5000, im Kloster zu Mihintale an 2000 betrug«. Etwa 2 Jahrhunderte später schreibt das singhalesische Buch Lankawistariyayo: »Die Entfernung vom Haupttor zum Südtor beträgt 4 Stundenmärsche, ebenso vom Nord- zum Südtor. Hauptstraßen sind die Mondstraße, die König Hingururek-Straße und die Mahawellastraße, deren erstere an 11000 Häuser zählt, viele davon zwei Stockwerke hoch. Kleinere Straßen gibt es unzählige. Der Palast hat lange Reihen von Gebäuden, manche 2-3 Stockwerke hoch, und seine unterirdischen Gänge sind von großer Ausdehnung« (nachHans Meyer). Mit den Einfällen der Tamulen und Malabaren verschwand die Stadt aus der Geschichte und wurde von Urwald überwachsen; seit 1872 hat der Gouverneur Gregory das Dickicht lichten und die wichtigsten Ruinen freilegen lassen.
Plan von Anuradhapura.Plan von Anuradhapura.
Rundfahrtenam besten mit Wagen (Bullockcar) 1) im Innern der Ruinen (inner circle), 2) im »Außenring« (outer circle), 3) nach Mihintale; nach Bedarf aussteigen. Zuerst besuche man die PalastruineLowamahapaya(»Brazen Palace«, d. h. Bronzepalast [Pl. 1], genannt), ein Wald von etwa 1000 monolithischen vierkantigen Pfeilern in Reihen von 40 zu 40 (mit 9 Stockwerken und 1000 Klausen vor 2000 Jahren vom König Datagamana für die Priester erbaut). Dahinter steht eins der größten buddhistischen Heiligtümer, der Riesenbaum (umgeben von einer Mauer)Siri-maha Bodhin Wahanse,der heilige Bo-Baum(Pl. 2), ein Abkömmling des Baumes, unter dem Gautama erleuchtet (d. h. Buddha) wurde; der Baum stammt aus Buddh Gaya (S.95), wurde 245 v. Chr. vom König Dewananpiya Tissa gepflanzt, ist also der älteste historische Baum auf der Erde; Priester beschützen ihn und verschenken (Gegengeschenk angebracht) seine Blätter. Der Weg führt dann zurück vorbei an umgestürzten Buddhabildern, Wischnustieren etc. nach densieben Dagobas(erbaut vom 4. Jahrh. vor bis zum 3. Jahrh. nach Chr.), die im Umkreis von 2 St. über das alte Stadtgebiet verstreut sind; sie heißen nach der GrößeAbhayagiriya(Pl. 3; jetzt nur noch 100 m, früher 123 m hoch),Jaytawanarama(Pl. 8),Ruwanwella(Ruanwelli; Pl. 6),Miriswetiya(Pl. 7),Thuparama(Pl. 4),Lankarama(Pl. 9) undKujjatissamara(Pl. 5). Die Thuparama, die älteste, ist mit drei Reihen geschmückter Säulen umgeben, enthält das rechte Schulterblatt Buddhas als Reliquie. Die Ruwanwella-Dagoba (140 v. Chr. erbaut) hat noch künstlerischen Wert, ihre Terrasse ist mit Altären, Götterbildern und Säulen wie der Vorhof eines klassischen Tempels bestellt; darunter sind zwei männliche, zurzeit infolge Einsturzes der Seitenwand verschüttete Statuen den ältesten Erzeugnissen griechischer Kunst zur Seite zu stellen. Stellenweise stört ungeschickte Ausbesserung (nachHans Meyer).—Auch die großen altenBadebeckenin der Umgebungder Stadt, die zur Wasserversorgung und als königliche Bäder dienten,Pokunasgenannt, sind sehenswert, namentlich die großen vonTissawewa(Pl. 10),NuwerawawaundBasawakulam(Pl. 11); in der Nähe des erstern ist der kleine FelsentempelIsuruminiya. Sehenswert sind auch eineBuddhastatue, derPfauenpalast, dieMondsteineetc. (vgl. »Baudenkmäler aus ältester Zeit in Ceylon«, nach dem Englischen des Henry W. Cave, deutsch von Anna, Gräfin von Zech, Berlin 1901).
13 km östl. von Anuradhapura liegt der heilige Felsenhügel *Mihintale(Rasthaus), gekrönt von zwei sehr alten Dagobas und völlig bedeckt mit Ruinen von Tempeln, Klöstern und Einsiedeleien. Die Chaussee dahin führt durch Dschungeln; man sieht im Walde Dschungelhühner, Nashornvögel, Pfefferfresser, Papageien, Affen.Rasthausam Fuße des Hügels. Eine riesige Freitreppe von fast 2000 Stufen führt in drei Fluchten zum Gipfel, vorbei an der kleinen seltsamenAmbastalawa-Dagoba, welche die Asche des Buddhaapostels Mahindo, 3. Jahrh. v. Chr., enthält, von 50 Säulen mit dem Bilde der heiligen Gans umgeben (man besichtige auch das aus dem Felsen gehauene schöne BadebeckenNaka Pokunaund die Felsenzelle,Mahindos Bettgenannt, wo der Apostel schlief) und zurMahaseya-Dagoba(vom König Bhatiya Tissa über einem Schrein erbaut, der ein Haar von Buddhas Stirn enthält). Ein Pfad führt um die Dagoba, der prächtigen *Ausblick auf den Wald, die Dagoba von Anuradhapura und die fernen Berge von Matale gewährt.Rückfahrtvon Anuradhapura am besten mit der Northern Railway (S.118) direkt nach Colombo oderKandy; man kann aber auch von Anuradhapura mit Postautomobil (s. oben) über (53 km)Horawapotana(Rasthaus) und (80 km)Pankulam(Rasthaus), mit den heiligen heißen Quellen vonChimpiddi, nach (105 km)Trincomali(S.124) durch wilde Tropenlandschaft fahren, von da zurück nachColombo(S.110).
EisenbahnvonKandyin 6 St. nachNuwara Eliya; Speisewagen im Zug. In der Reisezeit im Oktober bis Februar Zimmer vorausbestellen! Man versehe sich mit warmer Kleidung und wollenen Decken; die Zimmer werden geheizt. —Die Gebirgsfahrt ist sehr reizvoll; man beobachtet die Änderung des Pflanzenwuchses innerhalb kurzer Strecken: Tropenwald, Teepflanzungen, angepflanzte Eucalyptus, Grevillea, Casuarina; in feuchten Tälern Baumfarne, Moose, Flechten; in 2000 m Meereshöhe weite Strecken mit niedrigem Rhododendron, einzelne hohe Farnbäume, hochstämmiger Laubwald und hohe pinienähnliche Keenabäume (Calophyllum tomentosum), Aloen, auch noch Tee-und Chinchonapflanzungen sowie Reisfelder.
Die Bahn führt vonKandy(S.115) überPeradeniya(S.117) nach (34 M)Hatton(Hatton Hotel;Adams Peak Hotel, Pens. 8 Rup.; ArztDr. Thomasin [7 km] Norwood;Hatton Bank;Wagen und Reitpferde zu haben), 1263 m ü. M.; nahebei große Teepflanzungen in den Tälern vonDickoya,Dimbula(wo bis 1870 reiche Kaffeepflanzungen lagen, die durch einen Pilz, Hemileia vastatrix, zerstört wurden) sowie inMaskeliya.
BesteigungdesAdam's Peak(2262 m) von Hatton aus (32 km) am bequemsten, auch schon von Damen ausgeführt, obgleich nicht ungefährlich. Besteigung ist nur lohnend, wenn der Himmel ganz wolkenfrei ist, also meist im Februar und März. Der zuckerhutförmige Gipfel ist allen Religionen heilig (vgl.Haeckels»Indische Reisebriefe«); auf ihm wölbt sich ein kleiner Tempel über derSripada(heiligen Fußstapfe). Die Pilger verehren hierin je nach ihrem Bekenntnis die Fußspur Adams, Schiwas, Buddhas oder des heiligen Apostels Thomas; es herrscht dabei erstaunliche Eintracht zwischen allen Bekennern.
Nach arabischer (mohammedanischer) Sage soll Ceylon das Paradies gewesen sein, aus dem Adam vom Engel auf den Berg getrieben wurde, wo Adam so lange stand, bis sein Fuß sich in den Gneisfelsen bohrte; seine Tränen flossen zu einem kleinen See zusammen, dessen Wasser noch heute als wundertätig und heilwirkend gilt. Ehe Buddha in den Himmel zurückkehrte, berührte sein Fuß zum letzten Male den Gipfel desSamanala(so wird der Adam's Pik von den Buddhisten genannt). Ähnliches erzählen die Tamulen und Malabaren von Schiwa, die Christen vom heiligen Thomas. Die erste Beschreibung einer Besteigung des Piks stammt vom arabischen Arzt Ibn Batuta (1340); schon damals führten zwei Pilgerwege hinauf: der rauhe beschwerliche Baba- (Adams-) Weg und der bequemere Mama-(Evas-) Weg; ersterer führt zuletzt auf eingehauenen Stufen eine steile Felswand hinauf, für die fromme Pilger Festhalteketten gestiftet haben; die letzte ist die »Kette der Erkenntnis«, weil sie plötzlich einen Ausblick in einen Abgrund gewährt (nachCäcilie von Rodt, »Reise einer Schweizerin um die Welt«).Wenn man von Kandy Wagen, Träger und Führer vorausbestellt, kann man die Besteigung von Hatton in einem Tag ausführen; doch übernachtet man gewöhnlich in einer Hütte auf dem Gipfel, um den Sonnenaufgang und dabei den merkwürdigen Schatten des Piks zu sehen. Proviant mitnehmen! Der Aufstieg wird jährlich von Tausenden von Pilgern jedes Alters und Geschlechts ausgeführt, ist aber für Personen, die an Schwindel leiden, nicht völlig sicher! Man fährt mit Wagen von Hatton bis (22 km)Laxapana(guter Gasthof); dann ist noch Reitweg etwa 5 km (Pferde mitnehmen von Hatton). Tragsessel sollen in Laxapana zu haben sein. Der steile Aufstieg von etwa 460 m führt anfangs noch durch Teepflanzungen auf ausgetretenen Wegen zum Tempelchen auf dem Gipfel.
Von Hatton führt die Bahn zunächst etwas bergab nach (41 M)Talawakeleund steigt von da gleichmäßig nach (54 M)Nanuoya(1613 m), dann umsteigen und auf Zweiglinie mit weiterer Steigung von 280 m in zahlreichen Windungen bis zur Endstation
(61 M, 98 km)Nuwara Eliya, englisch abgekürztNurelia(1893 m; wegen Vorausbestellung der Unterkunft vgl. S.110!Grand Hôtel[deutscher Manager P. Werner], 122 Z. von 31/2Rup. an, Lunch 2, Dinner 3, Supp. 11/2, Pens. [wenigstens 3 Tage] von 11 Rup. an, gut;St. Andrews Hotel[deutscher Besitzer Humbert], Pens 8-10 Rup., einfacher, aber gut und in bester Lage;New Keena House, kleines Familienhaus, zum Grand Hôtel gehörig, Pens. 12 Rup., 18 Z.; außerdem Pensionshäuser und Klubhaus;National Bank of India Ltd., Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft und der Deutschen Bank), auf einer Hochebene gelegen, besteht aus vielen, zum Teil im Wald oder Garten versteckten Bungalows, darunter der Sommersitz des Gouverneurs. Von November bis April ist es von den Europäern auf Ceylon sehr besucht; in dieser Zeit heiße Tage, aber kalte Nächte. Von Mitte Mai bis Mitte September im SW.-Monsun nasses und kaltes Wetter; Mitte Oktober bei Eintritt des NO.-Monsuns Regen und Sturm. Das Klima ist sehr feucht, aber im Gegensatz zum Tropenklima sehr gesund und erfrischend, die Gegend fieberfrei; Luftwärme im Jahresmittel 14,1° C, im Januar 13,1°, im Mai 15,5°, im Juli 13,8°, im Oktober 14,4°; gelegentlich tritt Frost auf, aber die Sonnenwirkung ist doch stets kräftig. 202 Regentage im Jahre.—Nahe bei Nurelia eine Teefaktorei (Naseby Estate), wo man die Bearbeitung des Tees beobachten kann (interessant).
Längerer Aufenthalt in Nuwara Eliya bietet Ausflüge zu Pferde oder im Wagen auf der Hochebene nach demRambodapaß(hin und zurück 10 km; jenseit des Passes Teefaktoreien, Betrieb gern gezeigt); um den See (10 km); um dieMoon Plains(15 km); 2 Tage fordert ein Ausflug zu Pferd nach denHorton Plains(großes Rasthaus, sehr gut, Platz vorausbestellen), 45 km von Nuwara Eliya, in wilder Gebirgsgegend an schroffen Abhängen. Herrlicher *Blick in der SW.-Ecke (2100 m) von Horton Plains, bei»World's End«, senkrecht 1500 m hinab ins Tiefland. Man hüte sich vor dem weichen Moorgrund, der bei Nuwara Eliya häufig vorkommt. (Horton Plains und Elk Plains sind Eldorados für Jäger: Hirsche, Rehe, Wildschweine, Hasen, Fasanen, sogar Leoparden.)—Vom Grand Hôtel3/4St. bequemer Weg auf denSingle Tree Hill, herrliche Rundschau (man nehme einen Jungen zur Führung mit, um sich nicht zu verlaufen).—Von Nuwara Eliya mit der Bahn3/4St. (zu Wagen 1 St.) nachRandapola(2070 m), herrlicher Blick ins Tiefland.AusflugnachHakgala, 10 km sö., mit Wagen (Zweisp. 6 Rup. hin und zurück; Rikscha 3,30 Rup.) am malerischen See entlang nach dem kleinen Botanischen Garten vonHakgala, der sehr malerische Ausblicke auf die Hakgala-Berge bietet. Von den Terrassen sieht man hinter einem tiefen Tale denMamuna-Pik.—Von Hakgala östl. guter Fahrweg über (21 km)Wilson's Bungalow(gutes Rasthaus) durch tiefe Täler über (42 km)Etampitiya(gutes Rasthaus) nach (60 km)Badulla(gutesRasthaus), der Hauptstadt der Provinz Uva, einer der ältesten und malerischsten Städte Ceylons, mitten zwischen Teepflanzungen.Besteigungdes *Pedrotallagalla(engl.Pidauru Talagala; 2538 m), des höchsten Berges auf Ceylon, nicht zu versäumen; von Nuwara Eliya aus sehr bequem zu Fuß (auch für Damen) in 2 St. auszuführen. Der sehr gute Promenadenweg führt am Keena House vorüber durch hochstämmigen Rhododendronwald mit Keenabäumen zwischen dichtem Gestrüpp von wilden Rosen und Farnen über verschiedene Bäche durch Dschungeln. Oft trifft man Scharen schwarzer Affen.»Die Spitze trägt eine kreisrunde Steinmauer mit einem trigonometrischen Signalkreuz. Die *Aussicht trifft ringsum auf Bergland; von unten blinkt der See von Nuwara Eliya herauf, um den sich die Häuschen als dunkle Punkte gruppieren; die Straßen winden sich wie Schlangen in die Berge« (Hans Meyer). Auch der Adam's Peak und das Meer sind bei klarem Wetter zu sehen. Da der Berg Wetterscheide ist, trifft man oben meist sehr kalten Wind (also zuletzt langsam steigen und oben Decke oder Mantel benutzen!). Achtung beim Abstieg, der lehmige, feuchte Boden ist oft sehr schlüpfrig.AusflugnachBandarawela: Mit der Bahn von Nuwara Eliya über (16 km)Nanuoya(S. 122) und weiter über (49 km)Haputale(Rasthaus) und den höchsten Punkt der Bahn (1896 m) nach (71 km)Bandarawela(guterGasthof), einer aufblühenden Sommerfrische, einfacher als Nuwara Eliya, aber mit dem angenehmsten Klima; von hier mit Postwagen über (23 km)Dikwellanach (etwa 30 km)Badulla(s. vorher).Von Bandarawela sehr schöneAutofahrt(s. S.110) überHaputale(s. oben) nach (24 km)Haldamulla(Rasthaus)—von hier Seitenweg nachKoslande(Rasthaus), am sehr schönenNaulawasserfallvorbei in das Jagdgebiet vonWellawaya(Rasthaus), dann zurück nach Haldamulla und auf der Hauptchaussee weiter über (37 km)Beliholoya(Rasthaus) in romantischer Landschaft nach (56 km)Balangoda(Rasthaus); von da durch prächtige, abwechselungsreiche Tropenflora nach (102 km) *Ratnapura(gutes Rasthaus), Provinzhauptstadt mit berühmter Edelsteingewinnung (Katzenaugen, Rubine, Türkisen, Opale, Saphire, Topase) durch Auswaschung des Lehmbodens; schönste Landschaftsbilder bieten Blicke vom Gipfel des Forts, von der Hängebrücke und der Circular Road; nahebei auf dem Saumpfad, der von der Brücke nach Gilimale führt, prächtiger *Ausblick auf den Adam's Peak (S.121), der auch von Ratnapura aus bestiegen werden kann: Man reitet bis (11 km)Gilimale, einem großen Dorf, wandert von da zu Fuß über (8 km)Palabaddala, Pilgerhaltestelle, steigt dann steil nach (21 km von Gilimale)Heramitipana(großer Pilgerbungalow) am Fuß des Peaks und hat dann noch 5 km steilen Aufstieg zum Gipfel (S.121).
Von Ratnapura Rückfahrt überPussella,Avisawella,HanwellaundKaduwella(Orte mit Rasthäusern) nach Colombo.DieRückfahrtvonNuwara EliyanachKandyüber (64 km)Gampola(Rasthaus), Wagenfahrt auf guter Straße meist bergab, bietet bessere Gelegenheit als die Bahnfahrt, die Veränderungen des Pflanzenwuchses nach der Höhenlage zu beobachten. Etwa halbwegs inRamboda(gutes Rasthaus mit Verpflegung) liegt etwa ein Dutzend schöner Wasserfälle nahe beieinander. VonGampolamit derBahnzurück nachKandy.NachLanka Telikas. S.118.
DampferderCeylon Steamship Co.(AgentWalker, Sons & Co., Colombo) vonColombojeden zweiten Mi. u. Fr. Nm. abwechselnd nach Norden oder nach Süden; Fahrzeit etwa 8 Tage; Fahrpreis 125 Rup.Die Nordrundfahrt führt zunächst nachPambamauf dem Westende der Insel Rameswaram, am Westende derAdamsbrücke, einer 23 km langen Kette kleiner Inseln und großer Riffe zwischen der Westspitze der InselManárund der Ostspitze der flachen, sandigen InselRameswaram(Eisenbahnüberbrückung nach Indien im Bau). Nach mohammedanischem Glauben soll Adam über die Adamsbrücke aus dem Paradiese (Ceylon) vertrieben sein. Pambam liegt an der einzigen Durchfahrt (Pambam Passage) zwischen dem Golf von Manár und der Palkstraße.*Rameswaram(Ramisseram), Überfahrt vonMandapam(Endpunkt der Zweigbahn von Madura, S.126) mit Dampfboot, hat den schönsten drawidischen *Tempel Indiens mit berühmten Heiligtümern, die von großen Pilgerscharen besucht werden. Der große Tempel steht im nördl. Teil der Insel, südl. von ihm liegt ein Frischwassersee; besonders schön sind die fast 120 m langen Tempelhallen.Von Pambam nordwärts dampfend, erreicht man am nächsten MorgenKankesanturai, den Hafen vonJaffna(Rasthaus), einer blühenden Stadt mit alten holländischen Forts und Kirchen, Sitz amerikanischer Missionsgesellschaften. Jaffna hat sehenswerte Hindutempel sowie schöne Umgebung.Eisenbahnvon Jaffna überPallainachAnuradhapura(S.119).—Point Pedro, der nächste Anlegeplatz des Dampfers, bietet nichts.—Dann steuert der Dampfer sö.Trincomali(Rasthaus); Postautomobile nach Anuradhapura (S.119) und Dambulla (S.119), wichtiger Kriegshafen in der Geschichte der Seekriege des 17. und 18. Jahrhunderts, wurde 1622 den Malabaren von den Portugiesen entrissen, 1639 von den Holländern erobert, 1673 den Franzosen, 1674 den Holländern, 1782 den Franzosen, 1783 den Holländern und schließlich von den Engländern seit 1795 behauptet. Im innern Hafen eine Marinewerft; der Ort ist stark befestigt und hat etwa 10000 Einw. Guter Fahrweg nach (92 km) Anuradhapura (S.119).—In der nächsten Nacht läuft der Dampfer nachBatticaloaoderBaticalia(Rasthaus), Hauptstadt der Ostprovinz Ceylons, mit berühmten Webereien, auf einer Insel in einem tief einschneidenden Meeresarm; im Gewässer nahe der Stadt leben die berühmtensingenden Fische(Cerithium palustre), eine Art Muschelfisch, deren volle, sonore Töne man in den Nächten vor und nach Vollmond im Boot belauschen kann (sehr wirkungsvoll, wenn man das Ohr durch einen Stock oder Zweig mit dem Wasser verbindet).— Der Dampfer fährt weiter nachHambantota(Rasthaus), einem kleinen, schlechten Hafen; in dessen Nähe an der Küste nö. liegt (34 km)Kirinde(Rasthaus), von wo ein Weg nach (13 km)Tissamaharama, einer der ältesten verlassenen Königsstädte von Ceylon mit sehr alten, sehenswerten Ruinen, führt.