Eisenbahn(vgl. S.196) vonBatavia(Weltevreden) nachSoerabajaI. Kl. 39,25, II. Kl. 25 Fl.—Touristenkarte: Batavia-Soerabaja-Pasoeroean-Soerabaja (60 Tage gültig) I. Kl. 55,35 Fl.—Rundreisekarten: Batavia-Djokjakarta-Batavia (30 Tage gültig) I. Kl. 60,95 Fl.; Batavia-Garoet-Batavia (30 Tage gültig) I. Kl. 28,20 Fl.—Speisewagenin den Zügen zwischen Batavia und Soerabaja sowie im Java-Expreß Bandeng-Soerabaja; Mahlzeiten 1,50 Fl.—Da nachts keine Züge fahren, dauert die Reise bis zum Ostende der Insel 3 Tage. Man kaufe den neuesten Fahrplan.
DieJavanische Staatseisenbahn(von Buitenzorg ab) »Staatsspoor« (S. S.), die Java in der ganzen Länge durchzieht, läuft vonBuitenzorgdurch Hügelland über Brücken und Viadukte erst nach S., übersteigt den Paß zwischen demSálak-Vulkan(2215 m) und dem dreigipfeligenGedeh-Vulkan(3023 m), wendet sich dann nach O., durchläuft Kaffee-und Teepflanzungen und Wälder mit schönem Blick auf die südlichen Vorberge (r. sitzen!) und erreicht nach 4 St. Fahrt
(60 km)Soekaboemi(d. h. Entzücken der Welt), 650 m ü. M. (Hotel Sela Batoe, mit Schwimmbad, Familienpavillons, Billardsaal, *Aussicht auf Baros und den Gedeh, 28 Z., F. 1, Lunch 1,50, Dîn. 2,50, Pens. 6 Fl., gelobt;Viktoria Hotel[deutscher Besitzer Lenné], in Park mit Einzelvillen, Pens. 6 Fl.; Wagen am Bahnhof). Der entzückende, als Erholungsaufenthalt beliebte Ort, zu längerm Aufenthalt geeignet, mit Rivieraklima, liegt in denPreanger-Regentschaften, der größten, reichsten und landschaftlich reizvollsten Residentschaft Javas, mit etwa 21000 qkm und 2 Mill. Einw.; Männer und Frauen haben auffallend schöne Körperformen. DasJavanische Märchentheater(vgl. S.192) ist sehenswert. In der Nähe (10 Min.) das gute Hotel und SanatoriumSela Batoe(1700 m).—Ausflügemit Wagen (3-6 Fl.) nach dem Kratersee *Sitoe Goenoeng(1300 m); zum WasserfallTjibeureumvon 130 m Höhe; zur Barosbrücke (Aussicht); zum schmucken JavanendorfTjisaëtu. a.
Die Bahn führt weiter durch einen Tunnel und über eine kleine Schlucht nach (100 km)Tjiandjoer(579 m; guter Gasthof), unbedeutendem Ort in einem heißen Talkessel voller Reisfelder;Fortsetzung der Bahns. unten.—Von hier fährt man, ohne sich aufzuhalten, mit Sádo (4-5 Fl.) oder Wagen (11 Fl.) auf prachtvollem Bergweg nach *Sindanglaja(1074 m;Hotel Sindanglaja, in herrlicher Lage, Pens. 6 Fl., vorzüglich, Arzt), einer ausgezeichneten Sommerfrische. In der schönen Umgebung liegt das (20 Min.) SommerschloßTjipanasdes Generalgouverneurs; nahebei heiße Quellen zum Baden. VomPoentjak, dem höchsten Punkte der Landstraße nach Buitenzorg, hat man schöne *Aussicht über das Preangerland; schöner Ruheplatz etwas weiterhin amTelaga Warna(d. h. Farbe wechselnder See, 200 m Tiefe).
Ausflüge.Die Umgegend bietet Gelegenheit zu schönen Ausflügen: nachKandang-Badaq(d. h. Nashorns Lust), eine Schutzhütte mit Ausblick in den Bergen, 2392 m ü. M., in 21/2St. zu erreichen, mit Pony und Kulis als Führer und Wegbahner durchs Dickicht; von da in 11/2St. auf den Gipfel des VulkansPangerango(Mandalawangi, 3022 m) oder auf den gefährlichern Kraterrand desGedeh(2962 m), zu dessen Besteigung man bei Vollmond abds. von Sindanglaja aufbreche, um bei Sonnenaufgang oben anzukommen; großartige *Aussicht und seltsam geformter, riesiger Krater von 250 m Tiefe und 700 m Breite.
Wegen Ausrüstung und bester Zeit zum Aufstieg hole man Rat im Hotel.—Beim Abstieg vorbei an dem Wasserfall desKoeripan-Wildbachs in tiefer Schlucht. —Von Sindanglaja aus besuche man den 14 km entfernten botanischen BerggartenTjibodas(1425 m), zu Pferd oder mit Sänfte; hier ist ein herrlicher Park mit Zedern, Araukarien, Baumfarnen, Grasbäumen (Xanthorrhoea australis); dahinter ein Urwald mit drei 130 m hohen Wasserfällen, Lianen, Vogelnestfarnen, grauen Gibbonaffen und Felswänden.—Ferner Ausflüge nachGoenoeng Kasoer; nach den Wasserfällen vonTjibeureum,Tjikoendoelund vielen andern Punkten.
Von Tjiandjoer (S.202) führt die Bahn (r. sitzen!) über einen Viadukt über denTjisokan-Fluß, r. prachtvoller Wasserfall, dann über die Schlucht desTjitaroem-Flusses und über den Goenoeng Mesighit an steilen Abhängen entlang in das Tal hinunter nach
(160 km)Bandoeng(700 m;Hotel Preanger, Pens. 6 Fl.;Hotel Homann, 50 Z., Pens. von 6 Fl. an; beide sehr gut; deutsche Zeitungen; Wagen am Bahnhof;Hotel Wilhelmina, Mitte der Stadt, Pens. 5 Fl.), Hauptstadt der Preanger-Regentschaften mit etwa 22000 Einw., breiten Straßen mit Villen, vor dem großen Platze das luftige Regierungsgebäude (Mesighit), nebst Park; in der Nähe der Markt (pasar), ein Seminar für javanische Lehrer und ein Rennplatz (Rennen im Juli), von dem aus guter Blick auf die südlichen Bergketten. Bei Bandoeng ein Sanatorium. Gute Badeanstalt mit frischem Bergwasser inTjiampelas, etwa 3 km vom Regierungsgebäude, mit Sänfte (1/2Fl.) in 20 Min. zu erreichen (Bad 10 cents). Fahrt in1/2St. (21/2-3 Fl.) zum WasserfallTjoeroeg(13 m hoch), landschaftlich schön.
Besteigung desTangkoeban-Prahoe(2075 m). Aufbruch von Bandoeng abds. (oder frühmorgens) mit Wagen auf guter Kunststraße über eine Bambusbrücke bis (24 km)Lembang(Hotel Bergzicht, deutscher Besitzer, Pens. 5 Fl, bei längerm Aufenthalt billiger, ein Monat 120 Fl.); dort Reitpferd nach dem Krater für 3,50 Fl., Sänfte 5 Fl. Nun vorbei an Chinarindenbaumpflanzungen im dichten Urwald bergauf; nach 2 St. erreicht man einen 2 km langen und 1 km breiten, 200 m tiefen Krater; bald erblickt man westl. daneben noch einen kleinern Krater von etwa 100 m Tiefe. Der größere,Kawa Ratoe(2000 m), ist noch tätig, aus der braunen Schlammfüllung steigen Schwefeldämpfe auf; am Ostrande sind Solfataren mit schönen Schwefelblumen. Die Wand zwischen beiden Kraterbecken ist schmal, man hüte sich vor dem Abrutschen! Der Abstieg, auch mit Führer in den westlichen Krater,Kawa Oepas(Giftkrater), ist gefährlich und sehr ermüdend. Vom Rande desTangkoeban-Prahoe(d. h. gekentertes Boot) *Aussicht über Krawang auf die Sunda-See vor der Nordküste Javas.
Von Bandoeng durch das malerische (200 km)Tjitjalengka, in prächtiger Gebirgslandschaft mit zahlreichen Vulkanen, noch steigend bis (220 km)Tjibatoe(850 m; umsteigen in die Zweigbahn nach Garoet).Fortsetzung der HauptrouteS.204.
Zweigbahn(20 km) südl. nach
Garoet(710 m;Touristenhotel Papandajan[Bes. A. Hacks, Hamburger, steht mit Rat und Tat zur Seite, sorgt in allem für seine Gäste], vortrefflich, empfohlen, mit Badeanstalt, 20 Z., Pens. 6 Fl.;Van Horcks Hotel, Pens. 5 Fl., schöner Garten, gelobt;Klub, für Fremde zugänglich;Automobilezum Besuch der Ausflugsorte), Bergstädtchen in schönster Lage, Gelegenheit zu schönen Spaziergängen;Fahrt in 40 Min. zum malerischen See *Sitoe Bagendit, Überfahrt über den See auf bedachtem Floß nach der andern Seite, wo man einen Hügel besteigt, von dem aus Blick auf 7 große Vulkane (in der Umgebung von Garoet sind 14 Vulkane, von denen derGoenoeng-Goentoer[Donnerberg; 2244 m] der unruhigste ist. Fahrt in 11/2St. (3 Fl.) zum WasserfallTjitisam Fuße des Goenoeng-Goentoer.
Besteigung desPapandajan(2600 m). Aufbruch früh 5 Uhr von Garoet mit Dreigespann-Wagen (5 Fl.) in 21/2St. Trabfahrt bis zum DorfeTjiseroepan(1222 m), 18 km südl. von Garoet; dort (Mundvorrat mitnehmen oder Frühstück [2 Fl.] inVilla Pauline) mit vorausbestellten Pferden (3,50 Fl.), für Damen Tragsessel (Tandu, 3,50 Fl.), Führer (75 cts.) und Kuli (50 cts.) aus dem Rasthause (pesanggrâhan) an Datura-Hecken entlang und dann im dichten Urwald steil bergauf; in etwa 2-3 St. gelangt man an einen gelblichen Hang von Lavagestein und Schwefelasche, dann zu Fuß durch eine abgestürzte Kraterwand in einen dampfenden Kraterkessel, der von drei Seiten noch Wände hat; aus zahllosen Spalten dringen zischend Säulen gelblicher Schwefeldämpfe empor. Unter Vorantritt der Führer kann man den Kraterboden stellenweise betreten, aber Vorsicht! der Boden ist hohl und bricht stellenweise leicht durch, auch kann man bei umspringendem Winde von den Schwefeldämpfen stark belästigt werden. Der Kraterrand wurde abgesprengt bei einem mächtigen Ausbruch des Papandajan 1772, wobei 40 Dörfer verwüstet und 3000 Menschen umkamen. Gute Bergsteiger sollten vom Kraterbecken an der Windseite bis zum obersten Kraterrande (noch 270 m höher) steigen, wo sie vom geodätischen Signal in 2600 m Höhe prächtige *Aussicht über die Gebirgsketten haben, soweit der Schwefeldampf es zuläßt. Am Fuße des Kraters liegt dasTodestal(s. unten). Auf-wie Abstieg sind wegen des lockern Lavagerölls schwierig.Ausflug zumTelaga Bodas. Aufbruch früh 5 Uhr von Garoet mit Wagen (hin und zurück 3,50 Fl.) bis (11 km)Wanaradja, dort Reitpferd (4,50 Fl.), Tragsessel mit 4 Kulis (5,50 Fl.) und Führer (1 Fl.); man steigt durch Kaffeepflanzungen und Urwald bis 1724 m ü. M. und erreicht dann den von hohen Kraterwänden eingeschlossenenWeißen See(Telaga Bodas), dessen milchige, grünlichweiße Farbe durch Schwefel und Alaun erzeugt ist. Man kann in1/2St. um den fast runden See von 600 m Durchmesser herumgehen, der den Krater desGeloenggoengausfüllt, und sieht dabei einen Wasserfall, heiße Quellen und eine Solfatara. Seit 1822 hat kein Ausbruch stattgefunden. Beim Abstieg geht man durch das 150-250 m tiefere kleineTodestal(Pedjagolan) an der NW.-Seite des Berges, von Gebüsch umgeben, mit kahlem, graugelblichem Boden, auf dem giftige Gase lagern, die kleine Tiere sofort töten.Ausflug zumTjangkoewang-See. Früh1/2-6 Uhr mit Dreispänner (10 Fl.) über (9 km)Tjiboejoetan(Badeplatz mit kaltem Wasser) undTjitjapar(kalter Schwimmplatz) zum See von *Lèlès(Tjangkoewang): von da zurück am SeeSitoe Bagandit(s. oben) vorbei und überTjipanas(heiße Quellen) nach Garoet (Ankunft gegen 1 Uhr mittags).Besteigung des *Kawa Kemodjang, eines sehr aktiven Kraters, mit prächtiger Aussicht und auf großartig schönem Weg zu erreichen. Aufbruch1/2-5 Uhr vom Hotel mit Dreispänner (4-5 Fl.) zum DorfTjiparai; von da mit Reitpferd (3 Fl.) oder Tragstuhl (4 Fl.) nebst Kuli zum Tragen der Frühstückstrommel und Führer. Rückkehr nach Garoet gegen 3 Uhr Nm.
DieHauptbahnlinieführt vonTjibatoe(S.203) weiter über Tjamis bergab durch die fruchtbare Ebene vonTasik-Malaja, den üppigsten Teil des Preanger-Landes, und dann durch die Tiefebene der Residentschaft Banjoemas durch wildreiche Dschungeln und Sümpfe nach (380 km)Maos(guterGasthofam Bahnhof u. a.), wo die Züge von Batavia und Soerabaja kreuzen. DerJava-Expreßzuggeht von Bantoeng früh ab, kommt Nm. in Djokjakarta und abds. in Soerabaja an.HandMan schütze sich in dieser Malariagegend besonders vor Moskitostichen durch Schleier und Rauchen!
Zweigbahnvon Maos nachTjilatjap, ein unbedeutender Seehafen und verrufenes Fiebernest, an der landschaftlich schönen Südküste Javas, der die lange »Blumeninsel« (Noesa Kembangan) vorgelagert ist.
Weiter überGombong,Koboemen,Koeto Ardjo; nach 51/2St. Fahrt
(560 km)Djokjakarta(meist kurzDjokjagenannt;Hotel Toegoe[A. Herscheit], am Bahnhof, 40 Z., F. 1, Dej. 1,50, Din. 2, Pens. 5-6 Fl., gelobt;Hotel Centrum;Hotel Mataram, alle drei nahe dem Bahnhof), Hauptstadt des gleichnamigen Vasallenstaats, Sitz des Sultans und eines niederländischen Residenten mit starker Garnison im holländischen FortVredenburgund etwa 60000 Einw., davon 4000 Chinesen und 2000 Europäer. Der Sultanssitz,Kraton, ist ein mit 4 m hohen und 5 m breiten Mauern umgebenes Stadtviertel, in dessen Straßen 15000 zum Hofstaat des Sultans gehörige Javaner leben; mitten im Kraton, hinter zwei Toren und Gittern, ist der Palast des Sultans mit großem Harem. (Erlaubnis zum Besuch des Kraton ohne Audienz wird durch den Residenten gern erlaubt, wenn man ein kurzes Schreiben an ihn rechtzeitig einreicht; beste Besichtigungszeit Vm.; die Residentschaft stellt einen niederländischen Unterbeamten, der Deutsch spricht, zur Führung). Das Stadtleben ist sehenswert.—Rundfahrt.Vom Gasthof morgens mit Wagen 3 Fl.) durch eine Allee zum *Waterkastell, die Ruine eines mit Graben umgebenen märchenhaften Lustschlosses mit Bädern, Teichen, Irrgärten, Hallen und Türmen. (Man nehme einen Jungen als Führer.) Dann weiter über den großen Paradeplatz, wo sich abends bei Militärmusik die Europäer zeigen, in denKraton(soweit ohne Erlaubnis zugänglich), ein Labyrinth von Höfen, Gärten und Tempeln, Häusern, Leibwachträumen, Elefantenställen, Leopardenkäfigen etc. Der Platz vor dem Schloß ist schön, die Schlösser sind nicht sehenswert. Man versäume nicht, über einen Markt in der Stadt (pasar) zu fahren und das Malen der Sarongs (Batiken) vor den Hütten anzusehen.
Ausflüge: 1) NachPrambanan; mit der Bahn (Rückfahrkarte I. 1,75, II. 1 Fl.) von Djokja in 40 Min. nach dem Dorf Prambanan, der dritten Station der Bahnlinie Djokja-Solo, dann zu Fuß oder mit Wagen in1/4St. zum alten *Hindutempel von Prambanan; beim Tempel gutes Rasthaus mit Kaffeehaus. Drei Mauern umgeben die riesige Anlage; mitten zwischen 157 kleinen Dagobas stehen auf quadratischer Terrasse acht große Tempel, gopuraartige Aufbauten mit breiten Treppen. Der größte Tempel hat noch zwei Seitentreppen, im obern Tempelraum ist eine Schiwafigur, im Nebenraum seine Gattin Durga auf getötetem Stier; die Javanen nennen das schöne Erzbild »Lora Djonggrang«, eine Märchenprinzessin, der sie Frucht-und Blumenopfer bringen. Im dritten Tempelraum ist der elefantenköpfige Sohn beider, Ganesa. In einem andern Tempel ist ein großen Reichtum spendender steinerner Zebustier. Das Schönste sind die kunstvollen, oft naiv-lustigen Steinfriese an den Außen-und Innenwänden der Haupttempel; sie stellen die brahmanische Götterlehre und das indische Epos Ramâyana dar; vorzüglich erhalten ist die Geschichte vom treuen Affen Hanumân. Der Nebentempel zeigt groteske Darstellungen zu Ehren der Göttin der Fruchtbarkeit. Die Tempelanlage gilt als Grabstätte der alten hindustanischen Kaiser von Mataram, etwa im 8. Jahrh. erbaut.
—Rückweg zum Bahnhof nehme man über dieTausend Tempel(Tjandi Sèwoe), 20 Min. nördl., mit einem großen Mitteltempel, umgeben von 240 kleinen in vier Reihen; der Haupttempel ist beim Erdbeben 1867 beschädigt, zeigt aber noch vorzügliche Götterbilder; erwähnenswert sind die schönen Frauenfiguren an den Treppenmauern der Westseite, die eine Vision Buddhas darstellen. (Beschreibung des Tempels von Dr.Gronemanbeim Tempelwächter zu haben.)2) Nach *Boro-Boedoer(wer in Djokja mit Mittagsschnellzug ankommt, hat auf dem Bahnhof sofort Anschluß mit der Dampfstraßenbahn nach Moentilan), 32 km nw.; 2 St. Fahrt mit Automobil (stellt Hotel Toegoe für 65 Fl. für 5 Personen, hin und zurück über Magelang); oder mit Dampfstraßenbahn, vom Bahnhof Djokja abgehend, nördl. durch gut bebautes Land, meist Reisfelder, Dörfer mit Märkten, bis nach (25 km)Moentilan; von da mit Zweispänner (3,5 Fl.; Dreispänner [7 Fl.] kaum nötig, Fuhrwerk bestelle man unterwegs beim Zugführer oder beim Bahnhofsvorstand) in das Hochland von Kadoe, das »Paradies von Java«, in dessen Mitte der wunderbare Tempel von Boro-Boedoer liegt, umgeben von Bergen, darunter die VulkaneMerapi(2875 m) undMerbaboe(3145 m). Man fahre zuerst zum VortempelTjandi-Mendoe, mit Riesensteinbild Buddhas. Etwa 4 km weiter, nach 15 Min. Fahrt, erreicht man nach Überschreiten eines Flusses den Hügelrücken, worauf, gegenüber dem Haupttempel, das (14 km)Rasthaus(pesanggrâhan) mit Wirtschaft (gut zum Essen und Übernachten) steht. Wenn Zeit ist, übernachte man dort, weil Sonnenunter- und-aufgang in Boro-Boedoer unvergleichlich schön sind. Der Tempelwächter ist ein Deutscher.—Der große *»Tempel« von Boro-Boedoerist das großartigste buddhistische Bauwerk auf Java, erbaut im 8. oder 9. Jahrh., 1907-11 durch die Regierung gut renoviert. Er ist kein eigentlicher Tempel, sondern ein kuppelförmiges Denkmal ohne Innenraum zum Andenken Buddhas (Stupa). Auf quadratischer Grundfläche von 153 m Seitenlänge erhebt sich »jenes in Terrassen aufsteigende, seltsam grandiose Bauwerk, das an Mächtigkeit alle andern buddhistischen Tempelbauten so weit überragt, wie das Land, in dem es steht, an Schönheit den Standort jener übertrifft« (Hans Meyer). Der Unterbau besteht aus fünf 20eckigen, von 1,5 m hohen Steinmauern eingefaßten Terrassen übereinander, jede mit reichverziertem Tor in der Mitte, neben dem Treppenstufen zur höhern Terrasse hinaufführen. Alle Terrassen sind mit Buddhafiguren, Löwen und Stieren und reichen Ornamenten geschmückt. Über der obersten 20eckigen Terrasse erheben sich noch drei kreisrunde, die je 32, 24 und 16 (insgesamt 72) sitzende Buddhafiguren unter offenen (teilweise eingestürzten) Kuppeldächern (Dagobas) tragen. Als Krönung des ganzen Baues steht auf der obersten 37 m hohen Terrasse eine 6 m hohe Dagoba; sie enthielt früher einen Buddha, der jetzt vor dem Tempel steht. Leider sind viele Steinfiguren barbarisch verstümmelt; man zählt über 400 Buddhabilder. Von den 1500 Basreliefs sind fast 1000 noch gut erhalten und bilden den künstlerisch wertvollsten Teil des Ganzen; man erkennt auf ihnen Segelschiffe mit zwei Masten, prächtige Rüstungen, Speichenräder. *Aussichtprächtig von der Kuppel des Tempels, besonders bei Sonnenauf-und-untergang! (Beschreibung des Tempels von Dr.Gronemanist beim Tempelwächter zu haben; ausführlicher ist das Werk: »Die Buddhalegende in den Skulpturen des Tempels von Bôrô-Budur« vonC. M. Pleyte, mit 120 Abbildgn., Amsterdam, Verlag de Bussy.)Vom Tempel zurück kann man mit der Dampfstraßenbahn ab Moentilan 16 km nachMagelang(Hôtel Loze) fahren und von da mit Wagen in die Hochebene vonDiëng(2171 m; gutes Rasthaus), die mit dem amerikanischen Yellowstone Park (II. Teil, S.151) verglichen wird.—Sehr schön ist die Wagenfahrt (17-20 Fl.) von Magelang durch das paradiesische *Kedoetalüber denPinggit-Paß(686 m) nach (35 km)Ambarawa(Hotel van Rheeden, genanntdi Atas, gute Verpflegung, Pens. 4 Fl.;Hotel di Bawa), einem idyllischen Landstädtchen; von dort Eisenbahn nach Samarang (s. S.207).
Von Djokjakarta fährt die Bahn durch Reisfelder und großeDörfer am Fuße des Vulkans Merapi entlang, r. die scharfzackigen Felsen der südlichen Gebirge, nach dem Bahnknotenpunkt
(620 km)SoerakartaoderSolo(104 m;Hotel Slier, weit vom Bahnhof, Wagen zu haben), Hauptstadt des gleichnamigen Vasallenstaats mit 109459 Einw., darunter etwa 5000 Chinesen und 1200 Europäer, Sitz des Susuhunan (Kaisers) des ehemaligen Reiches von Mataram und des von diesem unabhängigen PrinzenMangkoe Negorosowie eines beide überwachenden niederländischen Residenten. DerKraton, die Kaiserstadt, ist mit hohen Mauern umgeben; Eintrittserlaubnis erhält man durch ein Schreiben an den Residenten. Gelegenheit zur Teilnahme an Hoffesten mit interessanten, Jahrhunderte alten Hofbräuchen und schönen Tänzen der kaiserlichenBedojohs(Tänzerinnen fürstlicher Abkunft), dazu Gamelang-(Orchester-) Spiel, »wajang-wong« (Schattenspiele; vgl. S.192) und »topèng« (Maskentanz). Der Kaiser erscheint stets von Zwergen, Lanzen- und Schildträgern und großem Hofstaat umgeben. (Gesuche um Audienz müssen vom Generalgouverneur befürwortet sein und mindestens vier Tage voraus beim niederländischen Residenten in Soerakarta angemeldet werden.)—Rundfahrtdurch die Stadt sehr lohnend wegen des bunten Volkslebens; morgens besuche man den Markt (pasar). Sehenswert der schöne Palast (dalem) des Prinzen Mangkoe Negoro, mehrere Tigerkäfige und der Elefantenstall des Kaisers; kleiner Zoologischer Garten mit schönen Schlangen, Affen und Tigern. Prächtige Tamarindenalleen führen zum holländischen FortVastenburg, in der Mitte des Europäerviertels. Auch das lebhafte Chinesenviertel ist besuchenswert.
Von Soerakarta nach Samarang.Von der Hauptroute zweigt eine nördliche Linie ab und führt überGoendihundKedoengdjatti(Zweigbahn nach Ambarawa, s. oben) nach
(125 km)Samárang, Seehafenstadt mit 96000 Einw. (5000 Europäer).
Gasthöfe:Hôtel du Pavillon, am Bodjongweg, Pens. 5,5-6,5 Fl.;—Hôtel Jansen, Heerenstraat, beide gut.—Hôtel Tjandi, für längern Aufenthalt, oberhalb der Stadt, Dampfstraßenbahn bis Djomblang, dann mit (voraus zu bestellendem) Gasthofswagen hügelaufwärts. VielePensionen; guteRestaurants.Post u. Tel.neben dem Rathaus,Telephonneben dem Rathaus.—Wagenzu haben.—Straßenbahnen: vom Bahnhof zur Zentralstation und von da am Rathaus vorbei den Bodjongweg entlang zur Wohnung des Residenten; vom Bahnhof durch Oengaran-Allee südwärts bis Djomblang.—EisenbahnnachCheribon(Anschlußstrecke nach Krawang im Bau, zur Herstellung einer direkten Linie Batavia-Samarang) und über Soerakarta nachSoerabaja.—DampferderKoninklijke Paketvaart Mij., wöchentlich in 2 Tagen nach und von Batavia und in 1 Tag nach und von Soerabaja Landung in Samarang mit Dampfbarkassen (2 Fl.) oder Segelprauen (11/2Fl.). Im Westmonsun ist die Landung oft gefährlich. —Dampferagenturen:Norddeutscher Lloyd, C. A. Bertsch (Tel.-Adr.: Nordlloyd, Samarang);Rotterdamsche Lloyd, Internationale Credieten Handelsvereeniging »Rotterdam«;Stoomvaart Mij. NederlandundKoninklijke Paketvaart Mij.;Messageries Maritimes.Bank:Javasche Bank;Nederlandsche Handels-Maatschappij, Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft und der Deutschen Bank.—Konsulat:Deutsches Reich: Generalkonsulat in Batavia.
Die alte Stadt Samarang, nahe der Mündung des Ngaran oder Samarangflusses, war bis 1824 befestigt, wovon noch dasFort Prins van Oranjeerhalten ist. Der neue Stadtteil liegt hauptsächlich an der von Kanarienbäumen und Tamarindenbäumen beschattetenBodjong-Allee. Im Stadtgarten Mi. und So. Konzert. Eine Oberstadt liegt auf einem 100 m hohen Hügel etwa 3,5 km südl. von Samarang inTjandi; dorthin führt die schöne Oengaran-Allee bisDjomblang, einen Teil des Chinesenviertels durchschneidend. Lohnende Wagenfahrt nach dem chinesischen FelsentempelGedong Batoe. Am Westende der Stadt liegt das arabische und javanische Viertel, das bei Westmonsun früher oft überschwemmt wurde. Samarang bietet wenig für Vergnügungsreisende, ist aber der zweitgrößte Handelsplatz Javas; lebhafte Ausfuhr von Kaffee, Zucker, Kopra, Indigo und Büffelhäuten.
Von Soerakarta nach Soerabajaführt die Hauptbahnlinie durch die mitteljavanische Ebene zwischen den nördlichen Hügelketten und den südlichen Vulkangebirgen hindurch nach (95 km)Madioen(Hotel Madioen) und weiter über (175 km)Djomblangund (215 km)Modjokertonach
(265 km)Soerabaja(Surabaya), Seehafenstadt mit (1905) 163611 Einw., darunter 8000 Europäer und 11200 Chinesen.
Ankunft zur See.Mit Dampfer derKoninklijke Paketvaart Mij.von Batavia dampft man, wenn im SO. der weiße Leuchtturm von Soerabaja in Sicht und der Lotse an Bord, durch das schwierige und sehr seichte Fahrwasser derMadoera-Straße, r. Java, l. die gebirgige, von den unzuverlässigen Maduresen bewohnte, mit üppigem Grün bewachsene InselMadoera, vorbei an vielen ins Wasser hineingebauten Fischerdörfern, vor denen zahllose Fischerprauen segeln oder treiben, auf die mit Dampfern und Seglern meist dichtgefüllte Reede von Soerabaja, wo der Dampfer bei dem weißen Wachtschiff ankert, dicht beim LandungsplatzOedjong, an der Mündung des FlussesKalimas, beimWilhelminatoren. Man landet im Tambangan (Ruderboot, wie Sampan) für1/2Fl. beim Zollamt (kleine Boom), wo stets, auch wenn man von Batavia kommt, Zolluntersuchung stattfindet; Einfuhr von Schußwaffen ist nur mit Erlaubnis (S.195) gestattet. Viel Gepäck lasse man mit Boot zum Gasthof schaffen; sonst nehme man beim Zollamt einen Wagen.Ankunft am Bahnhof: Man steige womöglich an Hst.Stat. Goebengbei Simpang aus, oder an Hst.Soerabaja(Kotta), je nach Wahl des Gasthofs.Gasthöfe:Oranje Hotel, am Simpangweg; 72 Z. mit Bad u. Telephon, modern, Pens. 7-12 Fl., Auto.—Hotel Embong Malang(Wijnveld), gut; 40 Z., Pens. 6 Fl., am Djalan Embong-Malang, nahe Stat. Goebeng.—Hotel Sarkies, Pens. 6 Fl.—Hotel Simpang, am Simpangweg; 40 Z., Pens. 6 Fl.—Hôtel des Indes, in der untern Stadt; 50 Z., Pens. 5 Fl.—Hotel-Pension van Vlooten, Simpang.—N. V. Hotel & Pens. v. d. Blij, Embong Malang, Pens. 5 Fl.—Restaurants:Restaurant GrimmundHellendoorn, die besten Kaffeehäuser auf Java, nahe dem Stadtpark und Stat. Soerabaja (Kotta).—Bierhauseines Chinesen, beim Bültzingslöwen-Denkmal, europäisches Faßbier.Post u. Tel.nahe dem Stadtbahnhof. —Telephonebenda.—Kabel nach Celebes, Singapore, Australien, Borneo.—Wagen: Zweisp. (Kosongs) sind kaum teurer als Sádos.—Straßenbahn: vom Hafen zum Südende der Vororte.—Eisenbahn: nach Batavia über Soerakarta, nach Samarang etc.
Plan von Soerabaja.Plan von Soerabaja.
Dampferder Koninklijke Paketvaart Mij. wöchentl. in 3-4 Tagen nach und von Batavia über Samarang. —Dampferagenten:Koninkl. Paketvaart Mij., Geschäftshaus: Willems Kade.—Norddeutscher Lloyd, Behn, Meyer & Co., Societeitstraat (Tel-Adr.: Nordlloyd, Soerabaja).—Rotterdamsche Lloyd, Internationale Crediet-en Handelsvereeniging »Rotterdam«. —Stoomvaart Mij. Nederland.—Messageries Maritimes, Anemaet & Co.Banken:Javasche Bank;Nederlandsche Handels-Maatschappij, Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft und der Deutschen Bank;Hongkong & Shanghai Banking Corporation;Chartered Bank of India, China & Australia;Ned. Ind. Escompto Mij., Korrespondent der Deutsch-Asiatischen Bank (Behn, Meyer & Co.).Theater: Javanische und chinesische im Hafenviertel, sind nicht empfehlenswert. —Zeitung: »Soerabaja Handelsblad«.Konsulate.Deutsches Reich: Konsul G. Rademacher.—Österreich-Ungarn: Vizekonsul Bernhard Wolf. —Vereine:Simpangsche Societeit(Club) undConcordia, beide international;Deutscher Verein(eignes Haus in Genteng, deutschen Reisenden sehr zu empfehlen).—Ärzte: Dr.Grün, Genteng; Dr.van Steden, ebenda; Dr.van Hasselt, Simpang Doekoe.—Zahnarzt: Dr.Schöppe, Kaliassin.—Apotheke:De Vriendschap, Dir. P. C. Gilde in Aloen-Aloen.—Simpangsche Apotheke, Simpang.—Krankenhäuser: Militärkrankenhaus, auch für Zivilisten; Zivilkrankenhaus Ngemplak.
Soerabajaist die erste Handelsstadt Niederländisch-Indiens und liegt auf 7° 14' südl. Br. Am schönsten ist das StadtviertelSimpangmit dem *Simpang-undScheepsmakersparkund schönen Villen, darunter das Haus des Residenten. In der Nähe des schönen Restaurant Grimm ist ein Denkmal zu Ehren des tapfern freiwilligen Krankenträgersv. Bültzingslöwen. In der eigentlichen Stadt stehen die Häuser nahe beieinander, auch sind die Wohnungen, Geschäftsräume, Läden der Europäer kaum von denen der Eingebornen getrennt, infolgedessen die Straßen schmutzig und häßlich sind. Reger Handelsverkehr herrscht auf dem FlusseKalimas, an dem die Warenspeicher und großen Exportgeschäfte liegen. Am Nordende der Stadt liegt das alteFort Prins Hendrik, nördl. davon am Hafen eine große Marinewerft mit Trockendocks und vielen Werkstätten sowie dem KasinoModderlust. Der Handelshafen wird neu ausgebaut. Für Vergnügungsreisende bietet Soerabaja nichts. Der Handel der Stadt ist sehr bedeutend, Ausfuhr umfaßt Zucker, Tabak, Kaffee, Kopra; Einfuhr europäischer Waren ist groß.—Nahe südl. von Soerabaja liegen am Strande von Kalangandjar zweiSchlammvulkan-Hügel. (Von Soerabaja beste Dampfergelegenheiten zu Ausflügen nach Borneo, Celebes und den Molukken.)
EisenbahnbisPasoeroean; dann mitSádos(Zweispänner) für 21/2Fl. in 11/2St. nachPasrepanund weiter mitBergwagenfür 3 Fl. (2 Personen) nachPoespo. Von hier zu Fuß oder zu Pferd (auch Tragsessel für Damen) in 3 St. nachTosari, wo man übernachtet, um am andern Morgen vor Sonnenaufgang die Besteigung (am besten zu Pferd) desBromounternimmt.Man kann auch an bestimmten Tagen mitAutomobilvon Soerabaja nach Tosari fahren (Mi. und Sa. Nm. für 75 Fl., zurück Do. und Mo. früh für 60 Fl.)HandIn Pasoeroean oder Soerabaja bestelle man telegraphisch Zimmer für die Nacht in Tosari, weil oben oft alles besetzt ist; der Agent in Pasoeroean besorgt auch Karten für 6 Fl. zur Fahrt nach Tosari.
Von Soerabaja mit der Bahn (Automobilverbindung s. oben) überSidhoardjoundBangilin etwa 3 St. nach (65 km)Pasoeroean, »Betelgarten« (Marine-Hotel;Hotel Morbeck), einer hübschen Hafenstadtmit 35000 Einw. (500 Europäer), Hauptstadt der gleichnamigen Residentschaft, die beiMalangden besten Kaffee und Tabak Javas sowie Zucker und Indigo liefert. Bank: Nederlandsche Handels-Maatschappij (Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft).
Von Pasoeroean im Sádos-Zweispänner (s. oben) durch schattige Alleen auf guter Straße durch das DorfGondang-wètan, mit lebhaftem Markt, in 11/2St. nachPasrepanam Fuße des Berges; von da mit kleinem Bergwagen (s. oben; wenig Gepäck, wollene Decke und Überzieher mitnehmen!) durch dichten tropischen Urwald steil bergauf nachPoespo(kleiner Gasthof und Sanatorium), 630 m. Nach Einnahme des Reistafelfrühstücks geht man in 3 St. hinauf bisTosari; wem die Hitze zu groß, nehme Reitpferd (2 Fl.) nebst Saumpferd (2 Fl.) für Gepäck (größere Koffer werden von Poespo durch Kulis [je 60 cts.] hinaufgetragen), oder für Damen Tragsessel (3,60 Fl.) mit 6-8 Trägern (je 60 cts.). Ein guter Weg führt in vielen Windungen bergan durch den mit großen schwarzen und grauen Affen und überraschend buntfarbigen Vögeln belebten Urwald, zuletzt durch Felder, mit europäischen Gemüsen und Kartoffeln, Mais und Zwiebeln.
Tosari(1777 m;Sanatorium Tosari, 1845 begründet, Dir. und Arzt Dr.Fangmann, vorzüglich, angenehme Geselligkeit, Zimmer telegraphisch vorausbestellen, Telephon nach Pasoeroean, Pasrepan und Poespo, 104 Z., F. 2, Lunch 2, Din. 2,50, Pens. 7 Fl.; noch etwas höher dasKurhaus Tengger[1840 m], InhaberJ. Elfferich, Z. 5-6 Fl.), die höchste Sommerfrische Javas, wird wegen seines frischen und trocknen Bergklimas (Luftwärme zwischen 10 und 20° C) viel von Erholungsbedürftigen besucht. Schöner »europäischer« Garten am Kurhaus. Im April und Mai sowie Oktober und November ist Tosari am stärksten besucht. Spaziergang zum *Nymphenbadmit prächtigem Wasserfall in 40 Min.
Besteigung des Bromo.Von Tosari Aufstieg zum *Bromo(2300 m) möglichst früh vor Sonnenaufgang zu Pferde (besser als im Tragsessel); zu Fuß hin und zurück ist etwas anstrengend, da man sowieso zu Fuß klettern muß. Führer 90 cts.; Zeit zur Besteigung etwa 3-4 St. Die Gegend zeigt anfangs europäisch-alpinen Pflanzenwuchs (Wolfsmilch, Brombeeren, Kamillen, Rhododendron, Alpenveilchen, Edelweiß, Baldrian, Erdbeeren, Vergißmeinnicht etc.). Auf halber Berghöhe prächtiger Ausblick nach S., auf den höchsten Berg Javas, den VulkanSemeroe(3676 m), dessen ovaler Riesenkrater von 9 km Durchmesser in 2125 m Höhe mit Asche ausgefüllt ist (nur der Kilaueakrater, S.422, ist noch größer). Nach etwa 2 St. Ritt erreicht man denMoenggal-Paß(2482 m); der Weg teilt sich, l. erreicht man nach kurzer, steiler Steigung eine kleine Fläche, auf der eine Hütte steht; dort, am innern, schroffen Abhang, *Blick auf den etwa 200 m tiefer liegendenSandseedes altenTengger-Vulkans, dessen Riesenkrater von etwa 8 km Durchmesser mit Sand gefüllt ist; im Sandsee (Dasar) erheben sich vier kleine Vulkankegel: derWidodarèn, derGiri(von N. gesehen, hinter ersterm), der stets tätigeBromound der alleinstehendeBatok. Nun etwa 200 m mühsamer Abstieg (Pferde besser führen) zum Sandsee, dann Ritt über den Sand in3/4St. westl. und nw. um den Fuß des Batok zum Fuße des Bromo bis zu der neuen Steintreppe, die mit etwa 250 Stufen zum obern Kraterrand führt, wo die Pferde mit Kulis zurückbleiben. Dann Aufstieg zum obern Kraterrand desBromo(2300 m). Auf3/4-Höhe hört man schon das grollende Donnern und Dröhnen des Bromo; man glaubt, der Krustenrand zittere.
Oben ist eine breite Fläche, wo man das von den Kulis heraufgebrachte Frühstück verzehrt. Ein etwa1/2m breiter Fußpfad (nur Schwindelfreien zu empfehlen) führt in 1 St. um den 200 m tiefen Kratertrichter herum, dessen AnblickHans Meyerwie folgt beschreibt:»Aus dem Boden heben sich wiederum zwei kleinere Kegel, die zurzeit von kleinen, schmutziggrünen Teichen ausgefüllt sind und bisweilen große Blasen treiben. Dicht daneben aber gähnt unter einem überhängenden Fels ein feuriger Schlund, so furchtbar großartig, daß die Phantasie eines Höllenbrueghel keinen greulichern Höllenschlund hätte ersinnen können. Daraus fährt sausend, zischend und heulend eine Glutflamme, angefacht wie von Tausenden von Hochofengebläsen und tobend, daß man mühsam seine fünf Sinne zusammenhalten muß, und hoch über uns verdichten sich die Wasserdämpfe zu jener weißen Wolke, die wir schon vom Rande des großen Kraters aus beobachtet hatten. Ich machte trotz der Einwendung meines Führers einen Versuch, in den Krater hinabzuklettern, fand aber an der abschüssigen Wand und in dem nachrutschenden Sandschlamm so wenig Halt, daß ich schleunigst umkehrte.«In der Nähe von Tosari liegt ein *Tenggeresen-Dorf, dessen Bambushütten viele kleine Kammern haben. Die Tenggeresen sind Ureinwohner, die noch der alten javanischen Naturreligion treu geblieben sind; sie sind ein sittsamer, friedlicher und fleißiger Volksstamm, deren Andachtsstätte der Bromo ist, in dessen Sandmeer sie sich an jedem zwölften Vollmond mit ihren Priestern (Dunkun's) in Festkleidern versammeln, dort Gelübde erfüllen (z. B. Tänzerinnen tanzen lassen); schließlich wird auf ein Zeichen des Oberpriesters unter Vorantritt aller Priester von Tausenden von Männern, Frauen und Kindern der etwa 220 m höhere Kraterrand des Bromo erstürmt; oben werden als Opfer Früchte, Hühner, Kleider, Münzen, Kuchen niedergelegt, von den Priestern gesegnet und dann in den Krater geworfen (wobei Jungen aber im innern Kraterrand auffangen, was sie fassen können). Das Opfer gilt für die Seelen der Verstorbenen, die ein Fegfeuer im Bromokrater durchmachen müssen, ehe sie auf den Gipfel des benachbarten, 1000 m höhern Seméroe, wo ihr Gott-Vater Batoro Guru lebt (die Walhalla!), gelangen.Wer vom Tengger-Gebirge noch mehr sehen will, kehrt nicht nach Tosari zurück, sondern reitet durch den Sandsee nach dem Passe vonNgadisari, nach etwa 200 m Aufstieg wird der Oberrand des Tenggerberges wieder erreicht, auf dessen äußerm sanften Hang das von grünen Wiesen und Bäumen umgebene höchste TenggeresendorfNgadisariliegt. Nach 1-2 St. gelangt man weiter auf landschaftlich sehr schönem Gebirgsweg (mit vielen steilen Abhängen und schwierigen Stellen) nachSoekapoera, wo man in dem prachtvoll gelegenen Rasthaus,pasanggrâhan, übernachtet (gute, reine Betten). Man telegraphiere schon von Tosari zum Residenten von Pasoeroean um Erlaubnis zum Übernachten im Rasthaus. In Soekapoera bestelle man telegraphisch von Probolinggo einen Wagen zum Fuß des Gebirges. —Am andern Morgen recht früh zu Wagen (6 Fl.) in etwa 6 St. nachProbolinggo(Hotel Egener, gut), Bahnstation und kleiner, malerischer Seehafenplatz mit 8000 Einw., an der Madoerastraße, mit schönen Tamarinden-Alleen. Von hier zurück mit der Eisenbahn (100 km) überSoerabaja(S.208) nachBatavia(S.195).
Von Tosari sind sehr viele schöne Ausflüge auf guten Pferden (Tarif im Sanatorium) zu machen; die Leitung des Sanatoriums gibt Auskünfte und besorgt alles. Man muß stets sehr früh aufbrechen, da mittags meist Nebel eintritt. Sehr schön und bequem ist der Ritt nach dem *Penandjaan(2780 m); man hat das Sandmeer tief unter sich und schaut in den Bromokrater hinein. Prächtiger Rundblick!
II. China, Philippinen, Sibirische Bahn, Korea, Japan.11.Südchina:Von Singapore nach Hongkong. Kanton. Macao. Philippinen: ManilaS.214-240Südchines. Meer S.214. — Südchina S.215. — Hongkong S.220.— Kanton S.225. — Macao S.233. — Von Hongkong nachManila S.234. — Philippinen S.235.12.Von Hongkong nach Schanghai. Yangtse-FahrtS.240-265Swatau. Amoy S.241. — Futschou S.243. — Kuschan. Jungfu. Ningpo S.244. — Insel Formosa S.245. — Ostchines. Meer. Schanghai S.246. — Yangtse-Fahrt Schanghai-Hankau-Itschang S.254. — Nanking S.256. — Minggrab S.257. — Kiukiang S.258. — Hankau S.259. — Itschang S.262. — Tschungking S.263.13.Nordchina:Von Schanghai nach Tsingtau, Tientsin und PekingS.265-280Kiautschou S.266. — Tsingtau S.267. — Lauschangebirge S.270. — Tsinanfu S.272. — Küfu S.273. — Tientsin S.275. — Weihaiwei. Tschifu S.278. — Tongku S.279.14.Peking und UmgebungS.280-301Große Chinesische Mauer S.295. — Minggräber S.296. — Jehol S.297. — Peking-Hankau S.299.15.Von Berlin nach Moskau und auf der Sibirischen Bahn über Charbin nach Wladiwostok, Dairen u. PekingS.301-329Moskau S.305. — Tomsk S.314. — Krassnojarsk. Jenissei. Irkutsk S.315. — Baikalsee S.316. — Amurfahrt Srjetensk-Chabarowsk S.317. — Charbin S.318. — Wladiwostok S.320. — Chabarowsk S.323. — Von Charbin nach Dairen S.323. — Mukden S.324. — Chienshan. Dairen S. Port Arthur S.327. — Von Charbin nach Peking S.328.16.KoreaS.330-337Von Mukden nach Söul S.331. — Tschimulpo S.332. — Söul S.333. — Von Söul nach Fusan und Shimonoseki S.336.17.Japan.Von Schanghai nach Nagasaki, durch die Binnenlandsee nach Kōbe, über Osaka, Kyōtō nach Yokohama, Tōkyō und NikkōS.341-411Ostchines. Meer S.348. — Nagasaki S.349. — Eisenbahn Nagasaki-Moji. Kagoshima. Dazaifu. Hakata S.353. — Von Nagasaki durch die Binnenlandsee nach Kōbe S.354. — Shimonoseki S.355. — Eisenbahn von Kōbe über Osaka und Nara nach Kyōtō S.356. — Eisenbahn von Shimonoseki nach Kōbe S.358. — Kōbe-Hyōgo S.361. — Kyōtō S.369. — Über den Hiyei-zan zum Biwasee S.377. — Hozugawa S.378. — Momoyama. Eisenbahn von Kyōtō nach Yokohama S.379. — Yamada. Futami S.382. — Kunozan S.383. — Fuji-no-yama S.384. — Mianoshita. Über den Hakonesee und den Jikkokutoge nach Atami S.386. — Yokohama S.388. — Kamakura S.391. — Enoshima. Kanazawa S.392. — Tōkyō S.393. — Nikkō S.404. — Chuzenjisee S.407. — Yumotosee. Nyohō-zan S.408. — Ikao. Harnausee. Harunatempel S.409. — Asama-yama S.411.18.Von Yokohama über Honolulu nach San FranciscoS.411-423Stiller Ozean S.411. — Haiwai- (Sandwichs-Inseln) S.413. —Honolulu S.416. — Kilauea. Mauna Kea. Mauna Loa S.420.