Reiseliteratur.Für die Vorbereitung zur Reise besonders zu empfehlen:Victor Ottmann, Rund um die Welt (Berlin 1905);Julius Meurer, Weltreisebilder (Leipzig 1906);Cäcilie v. Rodt, Reise einer Schweizerin um die Welt (Neuenburg 1903);A. G. Plate, Der ferne Osten (Bremen 1907);Doflein, Ostasienfahrt (Leipzig 1906);Walter Frhr. v. Rummol, Erster Klasse und Zwischendeck (Berlin 1912);K. Günther, Einführung in die Tropenwelt (Leipzig 1911); als medizinischer Ratgeber:Kohlstock, Ratgeber für die Tropen (Stettin 1910). Spezielle Literatur ist bei den einzelnen Ländern erwähnt.
DieReisekostenrichten sich natürlich nach den Ansprüchen des Weltreisenden; man muß 1200-1800 M. monatlich, einschl. Fahrpreise, also für die Gesamtkosten, bei einer etwa sechsmonatigen Reise rechnen; längere Reisen sind entsprechend billiger, kürzere teurer für jeden Monat. Eine Weltreisekarte Tour 1, via Japan und China, desNorddeutschen Lloydkostet 2695 M., 2 Jahre gültig, nicht übertragbar; mit solcher Karte würde eine dreimonatige Reise um dieErde etwa 5000 M. kosten. Die 71/2monatige Gesellschaftsreise um die Erde des Reisebureaus derHamburg-Amerika Liniekostet für 1912: 11900 M., Kosten der viermonatigen Vergnügungsreise s. S.4.
Reisegeld, Geldverhältnisse.Bargeld nehme man für eine Weltreise wenig mit. Auf den Dampfern gilt das Geld der Landesflagge, also deutsches auf den deutschen Linien etc. Für den Bedarf der ersten Tage versehe man sich mit kleinen Banknoten oder etwas Gold-und Silbergeld des nächsten Hafenplatzes schon im voraus im letzten Abgangshafen oder an Bord beim Zahlmeister oder Obersteward (meist etwas teurer). Beim Geldwechseln unterrichte man sich vorher genau über den Wert des fremden Geldes, bevor man sich den in jedem Hafen an Bord kommenden Wechslern anvertraut. Im übrigen versehe man sich schon in Deutschland mit einemWeltkreditbrief der Disconto-Gesellschaft in Berlin W., Unter den Linden 35, oder einer andern größern Bank in Deutschland, der den großen Vorteil bietet, an allen größern fremden Hafenplätzen und Binnenstädten nach Bedarf Geld abzuheben; jedem Weltkreditbrief wird eine Liste von Korrespondenten (bei der Disconto-Gesellschaft am zahlreichsten, etwa 2000) beigefügt, bei denen die Weltkreditbriefe ohne vorhergehendes Avis zahlbar sind, und die auch in andern Angelegenheiten dem Reisenden Ratschläge und Auskünfte erteilen. Im »Weltreiseführer« sind für alle Plätze die Korrespondenten der Disconto-Gesellschaft in Berlin, der Deutschen Bank und der Allgemeinen Deutschen Creditanstalt in Leipzig unter »Banken« angeführt.Reise-Schecks des Reisebureaus der Hamburg-Amerika Liniewerden in Verbindung mit der Disconto-Gesellschaft vorläufig im Werte von 50 und 100 M. sowie von $ 10, 20, 50 und 100 ausgegeben, als Zahlungsmittel auf der Weltreise. Auch derNorddeutsche Lloydgibt derartige Schecks aus. Diesen Schecks sind die Gegenwerte der meistbesuchten Länder aufgedruckt (vgl. die Münztabelle); sie werden wie die Weltkreditbriefe an etwa 2000 Bankzahlstellen im In-und Ausland (zum Tageskurs) eingelöst. Der Käufer der Schecks erhält zugleich ein Einführungsschreiben, das er persönlich unterschreiben muß; bei Einlösung eines Schecks ist das Schreiben vorzuzeigen und gleichzeitig die eigene Unterschrift in Gegenwart des die Zahlung leistenden Bankkorrespondenten auf die Rückseite des Schecks zu setzen. Diese Reise-Schecks haben 3 Jahre Gültigkeit, werden aber nur im ersten Jahre bei allen im Einführungsbrief aufgeführten Firmen eingelöst; im zweiten und dritten Jahre können sie nur noch bei der Direktion der Disconto-Gesellschaft in Berlin eingelöst werden; später verfallen sie.
Reisepaßsollte jeder Weltreisende zur Legitimation bei sich führen. Für Rußland bestehen besondere Vorschriften, auch für den Durchgangsverkehr auf dem sibirischen Landweg, vgl. S.301. Für Reisen auf Java (S.194) ist ebenfalls ein Paß vorgeschrieben, in Indochina ist er oft nützlich. In China besorgt der deutsche Konsul des Ankunftshafens einen Reisepaß für die chinesischen Behörden, wenn man ins Innere reisen will; dazu sind auch Visitenkarten in chinesischer Schrift (mit Namen, Rang, Heimat und Reisezweck) erforderlich. Innerhalb eines Landes besorgen auch oft die Gasthöfe die Pässe.
Zollwesenmacht in Asien weniger Schwierigkeiten als bei Reisen innerhalb der europäischen Zollvorschriften. Näheres im Texte des Buches bei den Ankunftshäfen.
Konsulate.Man suche nach der Ankunft sein Konsulat auf und gebe dort seine Karte ab (schon wegen dahin nachgeschickter Briefe), belästige aber die Konsulatsbeamten nicht mit Kleinigkeiten, suche nur ihre Unterstützung, wo man von fremden Behörden und deren Beamten nicht mit gebührender Achtung behandelt wird. In Ägypten, Siam und China steht der Deutsche unter deutscher Konsulargerichtsbarkeit, sonst überall unter der Gerichtsbarkeit des Landes, wo er sich aufhält.
Eisenbahnen.Das Reichskursbuch enthält die Fahrpläne für die Sibirische Bahn Berlin-Mandschuria-Wladiwostok, für die Nordchinesische und die Schantung-Eisenbahn. Die Fahrpläne der übrigen Bahnen etc. muß man sich an Ort und Stelle beschaffen.
Dampferlinien.Norddeutscher Lloyd in Bremen(Abteilung Passage, Papenstraße; Belegung von Dampferplätzen kann auch in dessen Hauptagenturen, z. B. Berlin, Unter den Linden 5/6; ferner durch Reisebureaus, wie dasWeltreisebureau Union, Berlin, Unter den Linden 22; dasAmtliche Bayerische Reisebureauin München, Promenadeplatz 16;Thos. Cook & Son, London, E. C. Ludgate Circus;Schenker & Co., Wien I, Schottenring, u. a. erfolgen): Reichspostdampfer alle 14 Tage nach Ostasien (abwechselnd von Hamburg und Bremerhaven) über Rotterdam (nur die Dampfer von Bremerhaven), Antwerpen, Southampton, Gibraltar, Genua, Neapel (hier können Reisende von Berlin 14 Tage nach Abfahrt des Dampfers aus Deutschland ihn mit der Bahn noch erreichen), dann über Port Saïd, Suez, Aden, Colombo, Penang, Singapore (Anschluß nach Bangkok und Batavia etc.), Hongkong (Anschluß nach Manila), Schanghai (Anschluß nach Hankau), Tsingtau (nur die Dampfer von Hamburg), Nagasaki (nur die Dampfer von Bremerhaven), Kobe, Yokohama und ebenso zurück (ohne Anlaufen von Rotterdam). Vgl. Reichskursbuch Nr. 697. Außerdem die Australlinie bis Colombo, Reichskursbuch Nr. 707a. Schnellpostdampfer zwischen Bremerhaven und New York alle 8-14 Tage, vgl. Reichskursbuch Nr. 711a in 7 Tagen.—EineWeltfahrkarte des Norddeutschen Lloydkostet 2695 M. I. Kl. für Tour 1 via China und Japan; die Reise kann westwärts oder ostwärts gemacht werden, die Fahrkarte ist 2 Jahre gültig und nicht übertragbar. Reiseunterbrechung ist in jedem Hafen gestattet, doch Anmeldung beim Agenten der betreffenden Gesellschaft erforderlich mit Angabe, wann die Weiterreise angetreten werden soll. Anspruch auf freien Platz auf dem Dampfer für die Weiterreise hat der Reisende nicht. Alle Kosten am Lande hat der Reisende selbst zu tragen. Verlust der Weltfahrkarte wird nicht vergütet. Die Weltfahrkarte gibt Anrecht auf einen Platz in Außenzimmern niedrigster Preislage, wenn der Platz rechtzeitig bestellt wird; bei Benutzung eines Innenzimmers tritt keine Preisermäßigung ein. Die Anweisung für die Reise über den Atlantischen Ozean kann in New York durch die Firma Oelrichs & Co. (in Bremen durch den NorddeutschenLloyd) ohne Nachzahlung auf Wunsch des Reisenden auf eine andre atlantische Linie übertragen werden. Wenn der Weltreisende sich in Gibraltar, Genua oder Neapel ein-oder ausschifft, ermäßigt sich der Preis der Fahrkarte um 88 M. Der Preis erhöht sich um 110 M., wenn man von Port Saïd nach Bombay mit Dampfer des Österreichischen Lloyd fährt. Die Reisekosten von Bombay durch Indien bis Colombo sind in den Fahrpreis nicht mit eingeschlossen. Statt des Reichspostdampfers von Colombo nach Singapore darf man einen Dampfer der British India S. N. Co. (nicht empfehlenswert!) von Calcutta nach Singapore benutzen. Gleiches gilt für die Westwärtsreise, auf der man schon bei der Platzbelegung in Ostasien anmelden muß, falls man die Reise in Singapore, Penang oder Colombo unterbrechen will; Meldung beim Schiffszahlmeister vor Abfahrt von Colombo ist erforderlich, wenn man in Suez oder Port Saïd die Rückreise unterbrechen will. Von Japan nach San Francisco berechtigt die Weltfahrkarte zur Fahrt mit den Dampfern der Pacific Mail S. S. Co. und der Toyo Kisen Kaisha, wobei Reiseunterbrechung in Honolulu (bei den japanischen Schiffen nicht über 30 Tage) zulässig ist. Eisenbahnfahrten in Japan hat der Reisende selbst zu bestreiten. Die Weltfahrkarte gestattet auch, mit Küstendampfer des Norddeutschen Lloyd von Singapore über Bangkok (mit Fahrtunterbrechung dort) nach Hongkong ohne Mehrkosten zu reisen. Für die Bahnfahrt von San Francisco via Chicago oder via St. Louis oder via New Orleans nach New York sind die Reisenden berechtigt, sich einen der vielen auf der Fahrkarte genannten Reisewege auszuwählen; die Reise kann in weniger als fünf Tagen ausgeführt, aber auch an jedem größern Platz unterbrochen werden, wenn man dies dem Zugführer vorher anmeldet. Mahlzeiten und Schlafwagenbenutzung (s. II. Teil, S. 4) hat der Weltreisende selbst zu zahlen. Wenn die Eisenbahnfahrt von San Francisco nach New York nicht in die Weltfahrkarte eingeschlossen werden soll, ermäßigt sich deren Preis um 210 M.—BeiEinschiffungfür die Reichspostdampfer in Bremen oder Hamburg müssen die Reisenden am Tage vor der Abfahrt des Dampfers in Bremen (Papenstraße 5/6) oder in Hamburg (Baumwall 3) sich zwischen 10 Uhr vormittags und 5 Uhr nachmittags melden und Verladung des Gepäcks (das vorausgesandt werden kann) veranlassen. In Rotterdam legen die Dampfer (von Bremerhaven kommend) am Rynhaven am Kai an; die Reisenden tun gut, schon am Tage vorher sich bei Wm. H. Müller & Co., Willemsplein 5, zu melden. Antwerpen verlassen die Reichspostdampfer der ostasiatischen Linie Montags, sie liegen am Quai van Dyck 20 und 21; Agentur in Antwerpen von Bary & Co., Place de Meir 23, die Reisenden müssen sich meist schon am Abend vor der Abfahrt einschiffen. Reisende, die die Seefahrt durch die nordeuropäischen Gewässer scheuen, benutzen denLloyd-Expreßzug(täglich früh 6 Uhr 55 Min. von Altona, Hamburg über Bremen, Düsseldorf, Köln, Wiesbaden, Straßburg, Basel, Luzern etc. nach Genua in 28 Stunden, Fahrpreis Hamburg-Genua 168,40 M.). Empfehlenswert ist Platzvorausbestellung bei den Lloydagenturen, der Internationalen Schlafwagengesellschaft, bei Thos. Cook, Union-Weltreisebureauoder Schenker & Co. für den Lloydexpreßzug. DaseingeschriebeneGepäck der Passagiere, die mit Lloyddampfer von Genua weiterfahren, unterliegt im Lloydexpreßzug keiner Zollrevision; man mache den den Zug begleitenden Beamten der Internationalen Schlafwagengesellschaft darauf aufmerksam. Diese Beamten übernehmen Überführung des Gepäcks von Genua-Bahnhof an Bord des Dampfers gegen 1,50 Fr. Gebühr für jedes Gepäckstück. Genua verlassen die Reichspostdampfer der Ostasiatischen Linie jeden Donnerstag Mittag 12 Uhr, 1 Stunde nach Ankunft des Lloydexpreßzugs. Wer den Lloydexpreßzug nicht benutzt, schifft sich am besten inNeapelein; Abfahrt des Dampfers von dort Freitags um Mitternacht, 14 Tage nach Abfahrt aus Deutschland. Während der Bahnfahrt sollten diese Reisenden die Zolluntersuchung ihres Gepäcks an der italienischen Grenzeselbstüberwachen und sich vergewissern, daß es mit ihrem Zuge wirklich mitkommt, da sonst ihr GepäckHandtrotz gegenteiliger Zusicherung der Bahnbeamten oft nicht rechtzeitig nach Neapel kommt! In Neapel melde man sich sofort bei Aselmeyer & Co., Corso Re Umberto I (Rettifilo) Nr. 6; dort erhält man eine kostenfreie Fahrkarte für den Tender, der zu jeder vollen Stunde von Land zum Dampfer fährt. (Genauere Angaben enthält das neueste »Handbuch des Norddeutschen Lloyd für die Reichspostdampferlinien nach Ostasien und Australien«.)
Hamburg-Amerika Linie(Hamburg, Ferdinandstraße 58/62 und Alsterdamm 25, Abteilung: Personenverkehr, Reisebureau in Berlin, Unter den Linden 8, s. S.4). In Ostasien Anschlußlinie (Reichskursbuch Nr. 697) von Schanghai nach Tsingtau, Tschifu und Tongku (Tientsin) sowie nach Dairen; im Winter statt Tientsin nur Dairen (Dalny). Außerdem sind mehrere Dampfer des ostasiatischen Frachtdampferdienstes zur Aufnahme von Reisenden eingerichtet; diese Dampfer laufen von Hamburg nach Penang, Singapore, Manila, Hongkong, Schanghai, Tsingtau, Tongku (Tientsin), Yokohama und Kobe, einzelne auch bis Wladiwostok; auch die Dampfer des arabisch- persischen Dienstes, die Port Sudan, Djibouti, Aden, Maskat, Bender- Abbas, Lingah, Bahrein, Buschir, Basra, Mohammerah anlaufen, nehmen gelegentlich Reisende mit.—Schnelldampfer zwischen Hamburg und New York s. Reichskursbuch Nr. 711 a.
Österreichischer Lloyd(Triest, Kommerzielle Direktion; Berlin, Generalagentur: Unter den Linden 47) unterhält die Linien: Triest- Bombay, monatlich zwei-(Mai-August ein-) mal, in 15-16 Tagen; Triest-Calcutta (über Port Saïd, Suez, Port Sudan, Djibouti, Aden, Karachi, Colombo, Madras und Rangoon) in 40-44 Tagen, am 12. und 25. jedes Monats; Triest-Kobe (über Port Saïd, Suez, Aden, Bombay, Colombo, Penang, Singapore, Hongkong, Schanghai, Yokohama, Kobe in 70-72 Tagen am 27. jedes Monats ab Triest (Reichskursbuch Nr. 700). Auswechselbare Rückfahrkarten mit den Messageries Maritimes. Billige Fahrpreise: nach Bombay Salonkl. 33,6 und 30 £, je nach Kabinenlage; Intermed.-Kl. 23,6 £, nach Colombo 36 £, nach Rangoon 38,10 £, nach Calcutta 40,3 £, nach Hongkong 44 £, nach Schanghai 47,6 £, nach Kobe und Yokohama 50,1 £.Rückfahrkarten für alle Plätze mit zweijähriger Gültigkeit. (Man wähle eins der neuern Schiffe.)
Messageries Maritimes(Paris, Rue Vignon 1; Berlin, Unter den Linden 17/18; Hamburg, Eug. Cellier, Dovenfleet 21) von Marseille jeden zweiten Sonntag über Port Saïd, Suez, Djibouti oder Aden, Colombo, Singapore, Saigon, Hongkong, Schanghai, Kobe nach Yokohama in 38 Tagen, mit Anschlußlinien: Singapore-Batavia in 2 Tagen und Colombo-Pondicherry-Calcutta in 5 Tagen (Reichskursbuch Nr. 699). Außerdem monatlich die Australlinie nach Bombay (Reichskursbuch Nr. 707 b).
Società Nazionale di Servizi Marittimi(Rom, Piazza Venezia 11), eine Linie ab Genua am 17. jedes Monats über Neapel, Messina, Catania, Port Saïd, Suez, Aden nach Bombay in 17 Tagen (Reichskursbuch Nr. 701); eine Linie am 18. jedes Monats von Bombay über Singapore nach Hongkong.
Ferner:Stoomvaart Maatschappij Nederland(Amsterdam, Prins Hendrikkade 159-160) undRotterdamsche Lloyd(Rotterdam, Veerkade 8), je alle 14 Tage von Amsterdam und Rotterdam und Anschluß an die Dampfer des Österreichischen Lloyd ab Port Saïd nach Batavia, erstere über Sabang und Singapore, letztere über Padang (Reichskursbuch Nr. 699 a).—Peninsular and Oriental Steam Navigation Co.(London, E. C. 122 Leadenhall Street) von London, Marseille und Brindisi wöchentl. nach Bombay, 14tägig nach Singapore, Hongkong und Schanghai (schnellste Fahrgelegenheit Brindisi-Bombay, dann mit Sonderzug nach Calcutta); Erkundigung durch Cooks Reisebureau (Reichskursbuch Nr. 698 u. 707 c).—Für Fahrten im Roten Meer:Khedivial Mail S. S. & Graving Dock Co.(Alexandrien) von Suez über Port Sudan oder Dschidda nach Suakin und Aden (Reichskursbuch Nr. 698).—Für Fahrten nach und in Vorderindien:British India Steam Navig. Co.(Reichskursbuch Nr. 698).— Für Fahrten von Antwerpen nach Japan, Korea, Golf von Petschili und Wladiwostok:Nippon Yusen Kaisha(Reichskursbuch Nr. 703).— Zwischen Wladiwostok und Schanghai sowie Tsuruga:Russische Freiwillige Flotte(Reichskursbuch 705).—Pacific Mail und Toyo Kisen Kaishavon Hongkong über Schanghai oder Manila, Kobe, Nagasaki, Yokohama, Honolulu nach San Francisco (Reichskursbuch 704).—Canadian-Pacific S. S. Lineab Vancouver,Nippon Yusen KaishaundGreat Northern S. S. Co.ab Seattle nach Yokohama, Kobe, Nagasaki, Schanghai und Hongkong (Reichskursbuch Nr. 704), die schnellste Verbindung zwischen Asien und Amerika.—Für Fahrten von New York nach Europa: s. II. Teil, S. 201 (Reichskursbuch Nr. 711 a).—Die zahlreichen Küstendampferlinien sind im Texte des »Weltreiseführers« da, wo sie in Betracht kommen, angeführt.
Allgemeines über die Dampferfahrt.Die Schiffe sind nicht gleichgroß und bequem; auch die Kabinen jedes Dampfers sind sehr verschieden im Wert, hinsichtlich Lüftung und Sonnenbestrahlung. Für die deutschen Reichspostdampfer sind genaue Preislisten (für jedes Zimmer verschieden) festgesetzt. Man suche stets Außenzimmer (mit Fenster nach außenbords) zu erhalten, und zwar, derHitze wegen, auf der der Sonnenbestrahlung abgewendeten Seite des Schiffes. Man meide Zimmer in der Nähe der Maschinen und über den Kesselanlagen sowie solche im Vorschiff. Die besten Zimmer liegen in den Decksaufbauten des Mittel-und Hinterschiffs. Je länger die Seefahrt, um so sorgfältiger sei man in der Wahl des Zimmers. Auf englischen Schiffen ist es für Ausländer erfahrungsgemäß sehr schwer, im voraus ein Zimmer zu belegen; man verliert den in Aussicht gestellten guten Platz oft, wenn im letzten Augenblick noch ein englischer Fahrgast sich um denselben Platz bewirbt. Deshalb sollte man stets deutschen und österreichischen Schiffen den Vorzug geben; sogar Engländer und Amerikaner bevorzugen deutsche Schiffe. Im Fahrpreis ist die Verpflegung einbegriffen, auf einigen Linien (z. B. den französischen und italienischen) auch leichter Tischwein. Die Verpflegung ist die guter Gasthöfe (auf deutschen Schiffen sogar »Mastkur« I. Ranges);1/2Stunde vor den Mahlzeiten Signal zur Vorbereitung des Anzugs (Hauptmahlzeiten stets im Gesellschaftsanzug, Gehrock oder Smoking). Früh bringt der Kabinensteward Tee mit Zwieback auf Wunsch in die Kabine; dann 20 Min. Badezeit, die man mit dem Bademeister genau verabreden muß; von 8-10 Uhr Frühstück im Speisesaal (kalte und warme Fleischgerichte etc.); 11 Uhr bringen die Deckstewards Fleischbrühe mit Brötchen; um 12 oder 1 Uhr »Tiffin« (zweites Gabelfrühstück mit mehreren Gängen nach Wahl); um 4 Uhr an Deck Tee oder Limonade mit Gebäck; 7 Uhr »Dinner« (Hauptmahlzeit mit 5-10 Gängen). Auf den Reichspostdampfern vormittags und zum Dinner Konzert der Bordkapelle; abends häufig Tanz und Festlichkeiten, auch Skat mit Bier und amerik. Poker mit Whisky, bis Mitternacht. Die Trinkgelder am Ende der Fahrt sind nicht unbeträchtlich: Obersteward und Kabinensteward (etwa je1/4), Tafelsteward, Decksteward, Bademeister oder Badefrau, Gepäckmeister und Stiefelputzer (etwa je1/8des Gesamttrinkgeldes, das bis Colombo etwa 40 M., bis Yokohama etwa 70 M. insgesamt ausmacht). Je nach Leistungen genügt es auch, etwa 3 M. auf den amerikanischen und 2 M. auf den asiatischen Linien an Trinkgeld für den Tag zu rechnen, wenn man keine besondern Anforderungen (durch Seekrankheit etc.) gestellt hat. Seekranke, die an Mahlzeiten nicht teilnehmen, erhalten nach Bedarf Tee und Gebäck vom Steward im Zimmer oder an Deck, ohne dafür zu zahlen. Nebenausgaben beschränken sich auf Getränke, Wäsche und Speisen außerhalb der Mahlzeiten.
Seekrankheitzeigt sich auf großen Dampfern oft nur als leichtes Unwohlsein, ähnlich wie nach zu reichlichem Genuß geistiger Getränke; sie ist bei gehöriger Willensstärke zu überwinden, wenn man ihr von vornherein geringe Bedeutung beilegt. Es empfiehlt sich, dem Magen durch Leibbinde Wärme und Halt zu geben und ihn gut zu füllen, auch zwischen den Mahlzeiten Rostbrot, Schokolade, Kakes, Rotwein zu sich zu nehmen. Andre alkoholische Getränke meide man, ebenso Kaffee, der bei Anwandlung der Krankheit unbedingt Explosionen herbeiführt; dagegen ist Tee mit Zitronenscheiben oder Zitronensaft sehr wohltätig. Man überwinde die ersten Anwandlungen des Übels in frischer Luft an Deck in bequemer Ruhelage(nach Beseitigung beengender Kleidung) in der Mitte des Schiffes; schlechte Luft, Maschinenöl-und Essengeruch werden leicht verhängnisvoll. Riechfläschchen belebt. Bei starken Schiffsbewegungen lasse man die Augen öfters an der unbeweglichen Horizontlinie Ruhe finden. Man liege flach auf dem Rücken und hebe, wenn es schlimm ist, die Beine hoch; dadurch fließt das Blut wieder in das Gehirn zurück. Sicherster Schutz für willensschwache Personen, die sich nicht zusammennehmen können, ist Ruhelage in einer längsschiffs aufgehängten Hängematte. Nahrungsverweigerung erhöht das Unbehagen bei der Seekrankheit.
Kajütsgepäckfür die Fahrt auf Reichspostdampfern nach Ostasien muß den Namen des Reisenden, des Dampfers, des Abfahrttages und des Bestimmungsorts tragen sowie die Bezeichnung: »Kabine« oder »Gepäckraum«. Gepäckzettel mit Vordruck liefern die Agenturen des Norddeutschen Lloyd. Für Kabinengepäck und Gegenstände, die während der Reise im Verwahrsam und Gebrauch der Reisenden verbleiben, sowie für Gepäckstücke ohne vorschriftsmäßig ausgefüllten Gepäckzettel des Norddeutschen Lloyd übernimmt der Norddeutsche Lloyd keine Verantwortlichkeit. Ansprüche wegen beschädigten oder abhanden gekommenen Gepäcks müssen sogleich nach Ankunft des Dampfers am Bestimmungsorte beim Norddeutschen Lloyd oder dessen Vertreter erhoben werden, wenn der Eigentümer nicht seines Anspruchs auf Schadloshaltung verlustig gehen will. Kaufmannsgüter, Gelder, Wertpapiere, Juwelen und Kostbarkeiten dürfen sich nicht im Gepäck befinden und erklärt sich der Norddeutsche Lloyd für solche Artikel frei von jeder Verantwortlichkeit. Wertsachen sind während der Reise dem Kapitän oder Zahlmeister des Schiffes zur Aufbewahrung zu übergeben. Wein, Bier und Spirituosen dürfen von den Reisenden nicht mit an Bord gebracht werden, solche sind zu den tarifmäßigen Preisen an Bord zu kaufen. Die Mitnahme von feuergefährlichen, explosiven oder ähnlichen Gegenständen ist strengstens untersagt; Zuwiderhandelnde werden für allen Schaden haftbar gemacht und gerichtlich zur Verantwortung gezogen.Jeder Reisende hat Anspruch auf freie Beförderung seines Handgepäcks, eines Stuhls und eines Kabinenkoffers von höchstens 1 m Länge, 0,6 m Breite und 0,4 m Höhe sowie andrer Gepäckstücke mit persönlichen Gebrauchsgegenständen, insgesamt 1 cbm Rauminhalt und 200 kg Gewicht nicht übersteigend (halbzahlende Kinder 100 kg bei1/2cbm Raumgehalt Freigepäck), zur Unterbringung im Gepäckraum. Für Gepäck-Überfracht im Gepäckraum wird 50 M. per cbm oder 200 kg berechnet. Mitnahme von Waren als Gepäck ist nicht gestattet. Ähnliche Bedingungen auf den andern Linien des Norddeutschen Lloyd und auf andern Dampferlinien.HandMan achte stets auf sein Handgepäck und lasse Wertsachen nie unbewacht liegen; Abfahrt und Ankunft in Häfen sind bevorzugte Stehltage für »Händler« und Gelegenheitsdiebe! Auch vor Beginn der Seekrankheit alles abschließen!Seereise-Unfallversicherungendurch Weltpolicen auf Todes-und Invaliditätsfall (für Hin-und Rückreise und Aufenthalt in überseeischen Ländern), Prämie 80 M. für 1 Jahr und je 10000 M. Versicherungssumme sowie Reisegepäckversicherung (für je 1000 Seemeilen etwa1/10Proz. des Wertes) übernimmt die Assekuranz-Abteilung des Norddeutschen Lloyd; ähnlich auch in Cooks Reisebureau.
Post und Telegraph.Besondere Angaben für die einzelnen Länder findet man im Texte. Briefe und Depeschen adressiere man:Herrn N. N., an Bord des Reichspostdampfers ... N. N...., am ... (Datum) von (Neapel) nach (Colombo), Adresse Herren (Agent der Dampferlinie) in (Port Saïd). Man erhält dann die Postsachen bei Ankunft in dem Hafen. Ebenso kann man Briefe etc. an deutscheKonsulate (wo kein deutsches Postamt ist:Care of Imperial German Consulate in ...), oder an die Agenturen von Cooks Reisebureau, oder an die Dampferagenturen oder gute Gasthöfe adressieren lassen. Während Landreisen in Indien, Siam, Indochina, Java, China und Japan lasse man sich Briefe nicht direkt nachschicken, sondern beauftrage einen Agenten (z. B. Cook) im Hafenplatz, sie auf Anweisung an bestimmte Plätze nachzuschicken. Briefe im Weltpostverein kosten 20 Pf. Depeschen von Deutschland kosten: jedes Wort (bis 15 Buchstaben) nach: Indien 2,05 M., Ceylon 2,15 M., Singapore 3,60 M., Java 4,10 M., Schanghai 4,55 M., Japan 5 M., San Francisco 1,60 M., New York 1,05 M. Wer viel zu telegraphieren hat, kann viel sparen, wenn er einenTelegraphenschlüssel(z. B. denFamilientelegraphenschlüssel von Carl Bödiker, Hamburg (Verlag E. S. Mittler & Sohn, Berlin), mitnimmt. Verabredungen über den Sinn der gekürzten Depeschen sind nicht erforderlich, wohl aber empfiehlt sich vorherige Bestimmung einer abgekürzten Telegrammadresse.
Nachsendungen von Telegrammen, Geld, Paketen etc.an Weltreisende übernimmt die FirmaBödiker(s. oben; Telegrammadresse, auch für die Filialen in Tientsin und Tsingtau ist »Bödiker«); sie depeschiert mitBödikers Familientelegraphenschlüssel, der sehr beträchtliche Ersparnisse gewährt; erteilt Auskunft, stellt Reisepläne auf, besorgt Kabinenplätze, expediert Gepäck und Mobilar etc.
Zeitvergleichung:a) Mitteleuropäische Zeit (M. E. Z.) in Deutschland, Österreich-Ungarn, Italien; b) Osteuropäische Zeit (O. E. Z.) 1 Stunde vor gegen M. E. Z.: Ägypten (Rußland noch 1 Min. früher); c) Ostindische Eisenbahnzeit (Indian Standard Time) 4 Stunden 30 Min. vor gegen M. E. Z. (in den Städten wird nach Ortszeit gerechnet); d) Chinesische Küstenzeit 7 Stunden vor gegen M. E. Z.; e) Japanische Zeit 8 Stunden vor gegen M. E. Z; f)Pacific Time(San Francisco) 9 Stunden nach gegen M. E. Z.; g)Mountain Time(Salt Lake City) 8 Stunden nach gegen M. E. Z.; h)Central Time(New Orleans) 7 Stunden nach gegen M. E. Z.; i)Eastern Time(New York) 6 Stunden nach gegen M. E. Z.; k) Westeuropäische Zeit (W. E. Z.) in England, Frankreich, Belgien, Niederlande, Spanien und Portugal 1 Stunde nach gegen M. E. Z.—Über den Datumwechsel im Stillen Ozean s. S.412.
Um 12 Uhr mittags Mitteleuropäischer Zeit zeigt die Uhr in:
MoskauPort SaïdSuezAdenBombayColomboMadrasCalcuttaRangoonPenangBangkokSingaporeIrkutskSaïgonBatavia111234445555566Uhr""""""""""""""1———511920532541425558—7Min.""""""""""""""Nm.""""""""""""abds."PekingHongkongSchanghaiTsingtauManilaCharbinWladiwostokYokohama——————————HonoluluSan FranciscoSalt Lake CityChicagoNew YorkLondonAntwerpen67777778—034561111Uhr""""""8——Uhr""""""46———62548———28——————Min."""""""——Min.""""""abds."""""""——früh"""Vm.""
Sprache.Die vorherrschende Sprache für Weltreisende ist das Englische;nurfranzösische Sprachkenntnisse genügennicht! Verkehrssprache auf den Dampferlinien ist die des Landes ihrer Flagge (auf dem Österreichischen Lloyd ist sie italienisch). Für die fremden Sprachen leisten im Verkehr »Meyers Sprachführer« (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig), als Ergänzungen zu Meyers Reisebüchern, ausgezeichnete Dienste. Sie sind eine eigenartige Verschmelzung von Konversationsbuch und Taschenwörterbuch (in äußerst handlichem Format), indem jenes in dieses hineingearbeitet wurde und erst so, durch diealphabetische Anordnungdes ganzen Stoffs, wirklichen Nutzen gewährt. Der Reisende findetim Nudas gewünschte Wort, daneben grammatische Anweisungen, lehrreiche Winke über Sitten und Gebräuche und unter leicht zu merkenden Stichwörtern eine Fülle zusammengehöriger Vokabeln und Redewendungen, die ihn befähigen, seine Wünsche richtig auszudrücken und über die landläufigen Themata eine jedermann verständliche Unterhaltung zu führen. Folgende Bändchen sind wichtig für die Weltreise:Englisch, geb. 2,50 M.;Französisch, geb. 2,50 M.;Portugiesisch, geb. 3,50 M.;Spanisch, geb. 3 M.;Italienisch, geb. 2,50 M.;Russisch, geb. 3 M.;Arabisch, geb. 3 M.;Türkisch, geb. 3 M.
Gasthöfe.Weltreisende finden in den Gasthöfen ersten Ranges aller großen Hafenplätze Asiens europäische Bequemlichkeit; im Innern der Länder darf man keine hohen Ansprüche stellen. In Indien gibt es nur in Bombay, Colombo und Kandy Gasthöfe, die allen Ansprüchen genügen; im übrigen sind sie mäßig, zuweilen schlecht nach heimischen Begriffen, aber stets den Eigentümlichkeiten des Europäerlebens in Indien angepaßt. Die Häuser sind meist einstöckig mit vielen Veranden und Hallen in tropischen Gärten. An den hellen Speisesaal stoßen die oft dunkeln Wohn-und Schlafzimmer mit Bade-und Toiletteraum nebenan; die Betten sind hart. Bedienung und Reinlichkeit lassen zu wünschen. Man zahlt fast in ganz Ostasien im Gasthof Pension für den Tag und erhält dafür gegen 9 Uhr früh Gabelfrühstück, gegen 1 Uhr Lunch (Tiffin) und gegen 7 Uhr abends Dinner; außerdem Tee mit Brot früh und nachmittags. Das Essen ist sehr gewürzt, am besten Curry mit Reis; Rindfleisch ist schlecht, Hammel und Geflügel sind in ganz Ostasien die Hauptfleischnahrung; Wild ist selten. Man speist nach gemeinsamem Speisezettel an kleinen Tischen, zum Dinner im Gesellschaftsanzug. Getränke: Whisky mit Soda am bekömmlichsten, auch für Damen, Rotweine erträglich (nirgends Weinzwang), Weißweine meist ungenießbar. In den von der indischen Regierung unterhaltenenDâk Bungalows(Rasthäusern für reisende Europäer) findet man meist bequeme Unterkunft (Bettzeug mitbringen, wie für die Gasthöfe!), auch Baderaum und meist einfache Beköstigung nach fester Preisliste; aber man kann die Plätze in den D. B. nicht vorausbestellen; wer zuerst kommt, erhält zuerst Platz, ist aber verpflichtet, nach 24 Stunden den nächsten Bewerbern Platz zu machen; der Zimmerpreis ist mäßig. Wesentlich besser als in Britisch-Indien sind die Gasthöfe in Niederländisch-Indien, besonders auf Java; sie sind reinlich und luftig, die Verpflegung meist recht gut, Bedienung gut. Den verwöhntestenAnsprüchen genügen die (allerdings nicht billigen) ersten Hotels in Bombay, Singapore, Schanghai, Tsingtau, Peking, Yokohama, Tōkyō, Kyōto, Miyanoshita und Honolulu.—DieWäschewird in den Gasthöfen oder durch Vermittelung von deren Manager in ganz Ostasien schnell, gut und preiswürdig besorgt.—Über amerikanische Gasthöfe vgl. II. Teil, S. 2.
Restaurantsfindet man nur in Hafenstädten; man ist meist auf die Gasthöfe angewiesen; nach der Karte wird selten bedient.
Bädersind in jedem, auch dem minderwertigsten Gasthof zu haben.
Automobilegeben dem Reisenden beste Gelegenheit, in kurzer Zeit viel zu sehen; sie sind in ostasiatischen Städten sehr verbreitet und entweder durch die Gasthöfe oder in den »Automobile« bzw. »Motorcargarages« zu mieten.
Erklärung einiger landesüblicher Ausdrücke:
a) Für Indien und Ceylon:Dâk Bungalow, staatliches Rasthausfür Reisende (s. oben).Dandy, Himalaja-Sänfte.Chota hasri, Morgentee (»kleinesFrühstück«).Bandar, Hafen.Catamaran, Brandungsfloß.Dagoba, buddhist. Heiligenschrein.Dharamsala, Pilgerherberge.Fakir, mohammedan. Bettelmönch.Ghat, Flußtreppe, auch Bergpaß.Gopura, Pagodentor.Jogi, Hindu-Bettelmönch.Maidan, Platz.Masjid, Moschee.Monsun, Regenzeit (Juni bis Sept.).Nàuch, ein Tanz.Pagode, südindischer Tempel.Palankin, Tragstuhl alter Art.Sahib, Herr (Anrede für Europäer).Sarai, Rasthaus für Reisende.Kitmitgar, Diener.Tonga, indischer Wagen.Ekka, Einspänner, Ochsenwagen.Tikka Gharri, Droschke.Razai, indische Steppdecke.Gymkhana, Spielplatz.Eurasier, europ.-ind. Mischling.Kummurbund, wollene Leibbinde.Sampan, Flußboot (Indochina).b) Für ganz Ostasien:Bungalow, Wohnhaus.Godown, Lagerraum.Rikscha, von einem Mann gezogenes leichtes Wägelchen für einen Fahrgast, bei Regen geschlossen.Tiffin, 2. Gabelfrühstück (1-2 Uhr).Easy chair} bequemer LiegestuhlLong chair} aus Bambusgeflecht.Sedan chair, Tragstuhl aus Bambus.Curry, scharfe, aromatische Tunke.Peg, Sodawasser mit Whisky.Punkah, Zimmerdeckenfächer.Bombay duck, getrockneter Fisch.Chutney, scharfes Eingemachtes.Bund, Kaistraße am Hafen.Sarong(niederl.-ind.), Hauskleid.Kabaja(niederl.-ind.), Morgenkleid.Pyjama, Morgen- und Nachtkleid (Hemdhose; Kombination).Hock, Rheinwein.Sandwich, belegtes Butterbrot.Lime drink, Limonade.Sado(= dos à dos), niederländ.-ind. Droschke.Spada(niederländ.-ind.), Diener.Soja (Soy), japan. Pilztunke.Curios, altertümliche Kunst- und Nippsachen etc.Cloisonné, Schmelzfarbenkunst.Kimono, japanischer Hausrock.Scrupkin, Sekt auf Eis.c) Für Japan:Daibuts, große Buddhastatue.Daischi, buddhistischer Heiliger.Gohai, schintoist. Papierstreifen.Hatoba, Bootshafen, Landungsplatz.Kagura, schintoistischer Tanz.Kakemono, Hängebild.Kawa, Bach.Kiku-no-mon, das kaiserliche Chrysanthemum-Wappen.Kuruma= Rikscha (Djinrikscha).Kwaisha= Gesellschaft.Kwankoba, ein Basar.Mitsu-aoi, die drei Blätter des Tokugawawappens.Nippon= Japan.Torii, schintoistisches Tempeltor.Yama, Berg.
a) Für Indien und Ceylon:Dâk Bungalow, staatliches Rasthausfür Reisende (s. oben).Dandy, Himalaja-Sänfte.Chota hasri, Morgentee (»kleinesFrühstück«).Bandar, Hafen.Catamaran, Brandungsfloß.Dagoba, buddhist. Heiligenschrein.Dharamsala, Pilgerherberge.Fakir, mohammedan. Bettelmönch.Ghat, Flußtreppe, auch Bergpaß.Gopura, Pagodentor.Jogi, Hindu-Bettelmönch.Maidan, Platz.Masjid, Moschee.Monsun, Regenzeit (Juni bis Sept.).Nàuch, ein Tanz.Pagode, südindischer Tempel.Palankin, Tragstuhl alter Art.Sahib, Herr (Anrede für Europäer).Sarai, Rasthaus für Reisende.Kitmitgar, Diener.Tonga, indischer Wagen.Ekka, Einspänner, Ochsenwagen.Tikka Gharri, Droschke.Razai, indische Steppdecke.Gymkhana, Spielplatz.Eurasier, europ.-ind. Mischling.Kummurbund, wollene Leibbinde.Sampan, Flußboot (Indochina).b) Für ganz Ostasien:Bungalow, Wohnhaus.Godown, Lagerraum.Rikscha, von einem Mann gezogenes leichtes Wägelchen für einen Fahrgast, bei Regen geschlossen.Tiffin, 2. Gabelfrühstück (1-2 Uhr).Easy chair} bequemer LiegestuhlLong chair} aus Bambusgeflecht.Sedan chair, Tragstuhl aus Bambus.Curry, scharfe, aromatische Tunke.Peg, Sodawasser mit Whisky.Punkah, Zimmerdeckenfächer.Bombay duck, getrockneter Fisch.Chutney, scharfes Eingemachtes.Bund, Kaistraße am Hafen.Sarong(niederl.-ind.), Hauskleid.Kabaja(niederl.-ind.), Morgenkleid.Pyjama, Morgen- und Nachtkleid (Hemdhose; Kombination).Hock, Rheinwein.Sandwich, belegtes Butterbrot.Lime drink, Limonade.Sado(= dos à dos), niederländ.-ind. Droschke.Spada(niederländ.-ind.), Diener.Soja (Soy), japan. Pilztunke.Curios, altertümliche Kunst- und Nippsachen etc.Cloisonné, Schmelzfarbenkunst.Kimono, japanischer Hausrock.Scrupkin, Sekt auf Eis.c) Für Japan:Daibuts, große Buddhastatue.Daischi, buddhistischer Heiliger.Gohai, schintoist. Papierstreifen.Hatoba, Bootshafen, Landungsplatz.Kagura, schintoistischer Tanz.Kakemono, Hängebild.Kawa, Bach.Kiku-no-mon, das kaiserliche Chrysanthemum-Wappen.Kuruma= Rikscha (Djinrikscha).Kwaisha= Gesellschaft.Kwankoba, ein Basar.Mitsu-aoi, die drei Blätter des Tokugawawappens.Nippon= Japan.Torii, schintoistisches Tempeltor.Yama, Berg.
Seewesen.Als Hilfsmittel für die Schiffsführungin der Nähe von LanddienenLandmarken(Türme, Berggipfel, Gerüste, sogen. Baken), schwimmendeSeezeichen(Tonnen verschiedener Form und Farbe) an den Kanten von Riffen, Sandbänken und »blinden« (unter Wasser liegenden) Klippen, auchFeuerschiffe. Nachts warnt die Küstenbeleuchtung auf Leuchttürmen, Feuerschiffen und Leuchttonnen (Fettgas oder elektrisch) vor Gefahren im Fahrwasser. Die Leuchtfeuer unterscheiden sich als Festfeuer (gleichmäßig leuchtend), unterbrochene Feuer (mit zeitweisen Verdunkelungen), Blinkfeuer (aufblinkend mit großen Dunkelpausen) und Blitzfeuer (mit Blitzen von weniger als 2 Sekunden Dauer), ferner als Wechselfeuer (Farbenwechsel rot, weiß oder grün); um verhängnisvolle Verwechselungen zu meiden, brennen auf benachbarten Leuchttürmen verschiedenartige Feuer. Seekarten, Seehandbücher (Beschreibungen der Küste und der Gefahren des Fahrwassers und Anweisungen für die Schiffahrt), Leuchtfeuerlisten sowie Kompaß, Lot, Logg, Sextant und Chronometer dienen dem Kapitän zur Bestimmung des Schiffsorts. Durch Peilungen (Kompaßrichtungen von Landmarken) wird der Schiffsort auf der Seekarte in Sicht von Land bestimmt; der nach dem Kompaß gesteuerte Kurs und die mit dem Logg gemessene Schiffsgeschwindigkeit geben die Versegelung vom gepeilten Abfahrtspunkt.Auf hoher Seewird die Koppelkurs-oder Loggrechnung berichtigt durchastronomische Bestimmungdes Schiffsorts, indem mit dem Sextant Sonnen-oder Gestirnshöhen gemessen, dazu die Chronometerzeiten (nach Greenwich-Zeit) beobachtet werden. Einfachste Bestimmung der geographischen Breite erfolgt durch Beobachtung der Mittagshöhe der Sonne; die geographische Länge wird aus Sonnenbeobachtungen vor-oder nachmittags gefunden, indem man den Stundenwinkel der Sonne aus den Messungen berechnet und die daraus gefundene Ortszeit mit der Greenwich-Zeit des Chronometers vergleicht; der Unterschied ist die geographische Länge. Peilungen des Sonnenauf-und-untergangs geben durch einfache Rechnung die wahre Nordrichtung; mit ihr berichtigt man die Fehlweisung des Kompasses, d. h. die örtliche magnetische Mißweisung und Ablenkung des Kompasses, verursacht durch die Stahl-und Eisenmassen des Schiffs. Das täglicheMittagsbesteck(geographische Breite und Länge) auf hoher See wird den Reisenden bekannt gegeben.
Signalwesen und Flaggen.Wichtig für die Seeschiffahrt sind die Signalsysteme zur Verständigung der Schiffe untereinander auf See. Das Signalisieren mitFlaggen, vom englischen Kapitän Marryat 1848 eingeführt, geschieht mit Hilfe des (in allen Sprachen seefahrender Völker herausgegebenen)Internationalen Signalbuchs.
Die 26Signalflaggendes Internationalen Signalbuchs zeigen die Farben Rot, Gelb, Blau und Weiß und sind mit Buchstaben bezeichnet. Die Flaggen können wie folgt zusammengestellt werden: 650 Signale mit je zwei Flaggen, 15600 Signale mit je drei Flaggen und 358800 Signale mit je vier Flaggen. Zum Austausch von Mitteilungen sind nur Signale mit zwei oder drei Flaggen erforderlich. Alle dringenden Mitteilungen, z. B. Gesuche um Aufmerksamkeit, Anzeigen von Gefahr oder Not, Aufforderung zur Hilfeleistung, werden nur mit zwei Signalflaggen gemacht; z. B. bedeutetSignal NC (Flagge N, darunter Flagge C): »Bin in Not, habe unverzügliche Hilfe nötig.« Mit drei Flaggen werden ganze Sätze und Satzteile, mit vier Flaggen geographische Namen, andre (zu buchstabierende) Namen und Schiffsnamen signalisiert. Die Signalgruppen von GQBC bis GWVT sind als Unterscheidungssignale für Kriegsschiffe, die Gruppen von HBCD bis WVTS für Handelsschiffe einer Landesflagge bestimmt. Von jedem Staat werden Listen der eignen Schiffsnamensignale (Unterscheidungssignale) jährlich veröffentlicht.Auf Entfernungen, welche die Farben nicht mehr erkennen lassen, treten an Stelle der bunten Flaggen dieFernsignale, für die das Signalbuch nur Körper: Ball, Kegel, Zylinder etc., eingeführt hat. Kein Fernsignal besteht aus mehr als drei Zeichen, und höchstens zwei sind von gleicher Form. Die 18 Signalbuchstaben werden durch Fernsignale wiedergegeben, die aus drei Signalzeichen bestehen.Nachtsignalewerden auf Grund besonderer Vereinbarungen durch Zeigen weißer oder farbiger Lichter, oft auch nach dem Morsesystem durch lange und kurze Lichtblinke gegeben.Flaggen.Handelsschiffesind als solche kenntlich an ihrer (am Heck gehißten) Nationalflagge, die sie im Hafen stets, in See in der Regel nur bei Begegnung von Schiffen führen. Die Reederei erkennt man an der am Großmast gesetzten Reedereiflagge und bei Dampfern auch am Anstrich oder Abzeichen des Schornsteins.—Kriegsschiffeführen die Kriegsflagge am Heck und das Kommandozeichen (Wimpel, Stander, Admiralsflagge) am Topp.Die beifolgendenFlaggentafelngeben die Handels-und Kriegsflaggen der seefahrenden Nationen sowie die Reedereiflaggen und Schornsteinabzeichen der wichtigsten Dampfergesellschaften wieder.