—Canadian Pacific Railway & Ocean Steamship Service, je alle 14 Tage über Kōbe, Nagasaki und Schanghai bis Hongkong u. nach Vancouver; Agent Payne, Bund 14.—Pacific Mail S. S. Co., u.Tōyō Kisen Kaisha, abwechselnd alle 7-10 Tage über Kōbe, Nagasaki und Schanghai bis Hongkong und über Honolulu nach San Francisco; Agent Howard, Waterstreet 4 (wegen der Fahrpreise beachte S.347).—Nippon Yūsen Kaisha(Billettagentur Bund 10), jeden 3. Tag nach Otaru, anlaufend alle Häfen der japanischen Westküsten, und nach Kōbe; alle 14 Tage nach Europa über Schanghai, nach San Francisco u. nach Australien; monatlich nach Bombay. —Great Northern S. S. Co., über Manila nach Hongkong u. nach Seattle; Agentur Nippon Yūsen Kaisha, Bund 10.—Abfahrtszeiten aller Dampfer enthalten die Tageszeitungen!Gepäckkann gut und sicher gegen geringe Abgabe in dem eisernen Schuppen der Neuen Kaianlage (Nippon Hatoba) gelagert werden; man wende sich an die Landungsagenten des Norddeutschen Lloyd.Banken:Deutsch-Asiatische Bank, Nr. 180.—Yokohama Specie B. Ltd.(japan.Shōkin-Ginkō), Minami Nakadōri; beide Korr. der Deutschen Bank. —Hongkong & Shanghai Bank, Nr. 2.—Chartered Bank of India, Australia & China, Nr. 179. Alle vier Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft.—Russo-Asiatic Bank, Nr. 77, und viele andre. Alle nur von 10-3 Uhr, Sa. nur 10- 12 geöffnet.Theater:Minato-za, Sumiyoshi-chō. —Hagoromo-za, Hagoromo-chō.— Singspielhallen in Basha-michi-dōri und Isezaki-chō.—EuropäischeKonzerteund Theateraufführungen gelegentlich im Gaiety Theatre, Bluff 257.Polizei: Hauptamt im Kenchō.—FremdenführerderOriental Guides Society, Tōyō Tsūben Kyōkwai, Yamashita-chō 32, erhalten 2,50 Yen tägl. für 2 Pers., 50 sen tägl. mehr für jede weitere Pers., dazu freie Reise und Verpflegung.—Kaiyūsha(Guides' Association), Motomachi, Itchōme 76 (Telephon Nr. 829), 3 Yen tägl. für 1-2 Pers., 50 sen für jede Pers. mehr, dazu Reise-und Verpflegungskosten.Reisebureau:Thos. Cook & Son, Water Street 32.—International Sleeping Car Co., Bund 6.Konsulate:Deutsches Reich, Bund Nr. 17; Generalkonsul v. Syburg.—Österreich-Ungarn, Konsul Koller.—Deutscher Klub:Germania, Mainstreet Nr. 235; Einführung durch ein Mitglied; Lesezimmer, Kegelbahn, Billards.—Yokohama United Club, Bund 4b.—Freimaurerloge (Masonic Temple), Mainstreet 78.Ärzte: Dr.Reidhaarund Dr.Paravicini(Office: Mainstreet 74).—Zahnarzt:Dr.F. Wolf, Mainstreet 50 I, 9-5 Uhr.—Deutsche Apotheke(Normal Dispensary Ltd.), Mainstreet 77,L. Kiefer.—Bretts PharmacyvonBrett & Co., Mainstreet 60.—North & Rae, Mainstreet 79.Buchhandlungen:Geiser u. Gilbert, Mainstreet 77; deutsches Haus.—Kelly & Walsh, Mainstreet 60.—Maruya, Benten-dōri.—Zeitungen:Deutsche Japanpost, Redaktion Yamashita-chō 60 (Mainstreet), wöchentlich, jede Nr. 40 sen.—Tagesblätter:Japan Daily Advertiser(jetzt in Tōkyō herausgegeben),Japan Gazette,Japan Herald,Japan Mail,Japan Times(in Tōkyō).—Wochenschriften:Box of Curios.—Photographen:Tamamura, Benten-dōri 2.—Kimbei, Honchō-dōri. —Farsari, Waterstreet 32.Geschäftsadressen(man kaufe in Yokohama Seide, Altertümer, Elfenbein): Europ. Reiseausrüstung:Lane, Crawford & Co., Mainstreet 59.— Mundvorräte für Reisen:Curnow, Mainstreet 82,Langfeldt Co., Mainstreet 71,Lane Crawford.—Ausfuhr von Japan. Pflanzen und Samen:L. Boehmer & Co., Bluff 28;—Nursery Company, Nakamura Bluff.—Huthandlung:Omiya & Co., Sakaichō 24, 25, 32.—Japanische Kunstsachen (Curio Dealers):Arthur & Bond, Waterstreet 38,Samurai Shōkwai, Honchō Itchōme, und viele andre. —Seide:Iida Takashimaya, Mainstreet 81;—Nozawaya, Benten-dōri;—Yamamoto, Benten-dōri 1 und Honchō-dōri 17;—Shieno; Honchō-dōri 19;Iwata, Honchō, und viele andre.— Cloisonné-Sachen:Gotō, Uchida-machi. —Musashiya, Honchō-dōri.—Bronze:Katō, Benten-dōri,Hashimoto, Ōtamachi.
—Porzellan:Tashiroya, Benten-dōri; —Watano, Benten Bashi 8;—Matsuishiya u, Echigoya, Honchō-dōri. —Spielsachen:Nagai, Honchō-dōri. —Bambussachen:Moriyasu, Benten-dōri; —Tanabe, Motomachi.—Papierwaren:Hasegawa, Hōrai-chō;—Ishii, Ōtamachi.
Yokohama, bedeutendster Ausfuhrhafen Japans, liegt auf 35° 36' nördl. Br. (etwa wie Tanger), inmitten der wichtigsten Tee- und Seidebezirke, an der SO.-Küste der Insel Hondo, am SW.-Ufer derYokohama-Bai, einem westlichen Einschnitt derTōkyō-oderYedobai, 37 km von der Einfahrt in diese durch die Uragastraße und ist durch Eisenbahn mit dem 22 km nnö. gelegenen Tōkyō verbunden. Es hat eine gute Reede und ein großes Hafenbecken, das von zwei Wellenbrechern mit durch zwei Leuchttürme gekennzeichneter Einfahrt eingeschlossen ist und an dem ein 600 m langer Hafendamm (Pier), große neue Kais mit geräumigen Lager-und Zollschuppen, drei Trockendocks und ein Schwimmdock (Yokohama Dock Co.) etc. angelegt sind. An den breiten Kai mit kleinern Wellenbrechern, die dieEnglish Hatoba(»Hafen«) undFrench Hatoba, letztere nur für kleine Fahrzeuge bestimmt, bilden, schließt sich die regelmäßig angelegte Stadt, die in drei Teile geschieden ist. Im östlichen liegen die großen europäischen Waren-und Bankhäuser, Gasthöfe und Klubhäuser, im mittlern die Präfektur, das Stadthaus, Hauptpost-und Telegraphenamt (besondere Gebäude für die Auslandpost), Zollhaus etc. in großen Gebäuden; im westlichen die japanische Stadt aus den üblichen Holzhäusern, dazwischen hier und da die mit dicken Lehmwänden gepanzerten feuersichern Speicher (Dozō), worin bei Feuersbrünsten alle wertvolle Habe untergebracht wird. Die Stadt, bis 1855 ein kleines Fischerdorf, wurde damals infolge der mit dem Ausland geschlossenen Verträge dem fremden Handel geöffnet und entwickelte sich seitdem zur ersten Handelsstadt Japans mit (1911) 419630 Einw., darunter 9923 Fremde (6217 Chinesen, 1590 Engländer, 813 Amerikaner, 436 Deutsche, 258 Franzosen, 138 Portugiesen, 114 Schweizer). Es ist Sitz einer Handelskammer, eines kaiserlichen Laboratoriums für Hygiene und hat mehrere Kirchen, eine deutsche Schule und Kirche im »Deutschen Haus« (Bluff 25), mehrere englische Schulen sowie dasSt. Joseph's College(von franz. Patres geleitet); ferner mehrere japanische Krankenhäuser, dasYokohama General Hospitalfür Europäer (Bluff 82) und je ein deutsches, englisches und amerikanisches Marinelazarett.—Die Ausfuhr umfaßt Seide und Seidenstoffe, Tee, Kupfer, Holzwaren, Porzellan, Streichhölzer, Lackwaren; die Einfuhr Baumwollengarne, Woll-und Baumwollenstoffe, Zucker, Petroleum, Alkohol, Indigo, Metallwaren.
Rundfahrt.Man fahre durch die Waterstreet und Mainstreet der Fremdenniederlassung (Yamashita-chō), wo sich die besten Läden zu Einkäufen, wie Seidenstoffe und Seidenstickereien, Lacksachen, Bronzen, Cloisonné, Satsuma-und andres Porzellan, japanische Altertümer und Kunstsachen, Elfenbeinschnitzereien etc., befinden. Zu billigern Einkäufen hat man bessere Gelegenheit im japanischen Stadtteil, Honchō-dōri und Benten-dōri. AmBund, der Hafenstraße, liegen das deutsche Konsulat, der United Club und die größten Hotels. Nachmittags fahre man auf denBluff(Yamate-chō), am Südende derStadt, wo in hübschen Gärten die Villen der Europäer und Amerikaner liegen; dort auch das deutsche Marinelazarett (Bluff 40). Am Südende der Mainstreet gelangt man über die BrückeMoita Bashizur 101-Stufentreppe, die steil auf den Bluff führt, oben bei einem altberühmten Teehaus schöne *Aussicht über Stadt und Hafen. Vom Bluff schöne Spazierfahrten südl. überKitagatazurMississippibucht; mehrere gute Teehäuser amMandarin-Bluff; inHommokuviele Teehäuser und guter Badestrand, auch inTakigashiradicht am Strande, in lebhaften Fischerdörfern; an der Mississippibucht schön gelegen ein deutsches Gartenrestaurant (an Stelle des 1911 abgebrannten Makado-Hotels, Besitzer C. Hahn). Weiterhin um den Rennplatz herum (bei Negishi) ein schön bewaldeter Weg mit lieblichen Landschaftsbildern; zurück überNakamuraoderKuraki.
Man rechne für Kamakura und Enoshima und zurück nach Yokohama 1 Tag, außerdem für Kanazawa 1 Tag, Uraga 1 Tag, Misaki 2 Tage.
Mit der Tōkaidōbahn vom Hauptbahnhof in Yokohama sö. über (4 km)Hodogayaund (13 km)Totsukanach (18 km)Ōfuna, wo man meist in die Zweiglinie umsteigen muß, die in die Sagami-Halbinsel nach Yokosuka führt; erste Station ist *Kamakura(Kaihin-in-Hôtel, gelobt, großartiger Neubau, europ., in einem Piniengehölz inYuigahama,1/4St. mit Rikscha oder Hoteldroschke, am schönen Strand der Sagamibucht;Mitsuhashi, Japan. Gasthof, ebenfalls gut), alte Hauptstadt Ostjapans im 12.-15. Jahrh., jetzt ein stilles Dorf und beliebter Sommerausflug, berühmt durch den *Daibutsu, eine große und schöne, sitzende Buddhafigur aus Bronze, 15 m hoch, 30 m Umfang, Gesichtslänge 2,6 m, Nasenlänge 1,1 m; die Figur ist 1252 erbaut, ihr Tempelumbau ist zweimal, 1369 und 1494, durch Erdbebenflutwellen zerstört worden und seitdem nicht erneuert; im Innern Altäre und eine Treppe bis zu halber Höhe der Statue (Trinkgeld dem führenden Bonzen). Der Daibutsu steht in einem schönen Tempelpark mit Bambus, Kiefern, Kirschbäumen u. dgl.; seitwärts ein hübscher Lotosteich. Ein Seitenweg führt auf eine Anhöhe mit schöner *Aussicht zumKwannontempel(Hase no Kwannon), mit braungoldiger Figur der Göttin in einer dunkeln Nische, die der führende Bonze mit Kerzen beleuchtet; dicht beim Tempel ist der steile AbhangInamura-ga-saki. DerHachimantempel(Tempel des Kriegsgottes), 1073 von Minamoto Yoriyoshi in Yuigahama erbaut, wurde 1193 von Yoritomo auf den HügelTsuru-ga-okaverlegt, wo er jetzt steht. Vom Strand aus führt eine prächtige Kiefernallee und breite Steintreppe mit drei Torii hinauf. In der Nahe ein 1000jähriger Ichōbaum (Gingko biloba, eine Konifere, scheinbar Blätter tragend) von fast 6 m Umfang, neben dem der Shōgun Sanetomo 1218 ermordet wurde. Hinter dem Hachimantempel eine reichhaltige Waffensammlung.—Unter den vielen kleinern Tempeln im Gelände von Kamakura ist derEnnōjierwähnenswert, mit berühmter Holzfigur (Arai-no-Emma) des HöllenfürstenEmma-Ō, geschnitzt vonUnkei; die Figur wird nur auf besonderes Verlangen vom Bonzen (gegen Trinkgeld) gezeigt. Auch ein heiligen Tauben geweihterTempel, dessen Tauben so zahm sind wie auf dem Markusplatz in Venedig, ist sehenswert.
Von Kamakura fährt man mit elektr. Straßenbahn etwa 6 km erst durch eine malerische Schlucht, dann längs des Strandes der prächtigen Sagamibucht durch die DörferKoshigoeundKatasezur heiligen Insel *Enoshima(Gasthöfe:Iwamoto-inu.Ebisuyaim Dorfe;Kinkirōhöher über dem Dorfe, besser), die bei Niedrigwasser durch eine trockene Sandbank mit dem Lande verbunden ist; eine schmale, hölzerne Brücke führt zur Insel. Auf ihr das malerische FischerdorfEnoshima(Seebad), wo Muscheln, Korallen und maritime Seltenheiten feilgeboten werden; ferner ein Wäldchen, Tempelhaine und Gärten. Die Insel ist der Glücksgöttin Benten geweiht (welche die Insel von einem Drachen befreite, indem sie ihn heiratete!). In der 113 m langen und im Eingang 9 m hohen Höhle an der Seeseite (in der der Bentendrache hauste) stehen Verkaufsbuden und kleine Shintōschreine.—Den Rückweg von Enoshima kann man mit Rikscha oder elektr. Bahn über das SeebadKugenuma(Gasthof Kōshōkwan) nach (4 km) Stat.Fujisawaund von da mit Bahn nach Yokohama nehmen.
Von Yokohama kann man auch mit Rikscha (2 Mann) auf 10 km ebenem und dann 8 km hügeligem Weg über den OrtSekinach Kanazawa fahren; hinter Seki, beim OrteTanaka, führt r. ein Seitenweg von 3 km auf den HügelMine, oben prächtige *Aussicht; dann führt der Weg von Tanaka durch liebliche Landschaft (»Plains of Heaven«, Himmelsebenen von den Fremden genannt) zum TeehausNokendo, das unter der »Pinsel-Wegwerfe-Kiefer«Fude-sute-matsusteht (nach der japanischen Legende vom Künstler, der einst seinen Pinsel verzweifelt hier fortwarf, weil er die allzu schöne Landschaft nicht malen konnte). Bald wird das SeebadKanazawa(Gasthöfe:Chiyo-moto;Azumaya) an der kleinen Mutsurabucht erreicht, berühmt durch das *LandschaftsbildHakkeivor dem Dorfe. In der Nähe, beiNojima, liegt ein besuchter Päoniengarten (mit 300jährigen Pflanzen). Von Kanazawa kann man mit Rikscha längs der Küste der Tōkyōbucht nach Yokohama zurückgelangen, etwa 30 km.
An der Ōfunazweigbahn (S.391) ist die nächste Station hinter KamakuraZushi, der Bahnhof für das reizende SeebadHayama(Gasthöfe:Hirayama Hotel;Chōjaen), das 2,5 km sw. von Zushi an der Sagamibucht liegt. Etwa 3 km sö. von Hayama liegt das vorzügliche Seebad *Chōjasakimit gutem Gasthof; in der Nähe ein Winterschloß des Kronprinzen. Endstation der Ōfunazweigbahn istYokosuka(Photographieren verboten! Gasthof:Mitomiya; europ. Restaurant:Kaiyō-ken, nahe der Marinewerft), wichtige Marinestation mit großer Werft und Stadt von 25000 Einw.; auf dem Hügel1/2St. vom Bahnhof *Aussicht und Grab von Will. Adams, des ersten Engländers, der von 1600 bis 1620 in Japan lebte. Von Yokosuka fährt man mit Rikscha auf schönem Wege (halbwegs inŌtsueine Wirtschaft an gutem Badestrand) 7 km bisUraga(Gasth. Tokudayain Higashi-Uraga), Hafenstadt an beiden Seiten einer schönen, schmalen Bucht, mit zwei großen Trockendocks und lebhaftem Schiffsverkehr; Dampfergelegenheit nach Tōkyō täglich; Fahrzeit 4 St. Von UragaAusflug mit Rikscha 16 km nachMisaki(Gasth. Aoyagi) am Südende der Sagamihalbinsel; etwa 3 km nördl. davon liegt das Maritimbiologische Laboratorium (Misaki Rinkai Jikken-jō) der kaiserlichen Universität von Tōkyō.—Von hier kann man längs der Küste der Sagamibucht mit Rikscha 20 km nachChōjasaki(s. oben) und dann überZushinachYokohamazurückgelangen.
Eisenbahn Yokohama-Tōkyō(29 km), die älteste Bahnstrecke Japans, 1872 eröffnet, jetzt zur Tokaidōbahn gehörig; Fahrzeit 28-54 Min. Vom Hauptbahnhof über die Vorstadt (3 km)Kanagawa(das einst an Stelle des jetzigen Yokohama dem Fremdhandel diente)Higashi-Kanagawa(Zweigbahn nachHachiōji),Tsurumi,Kawasaki,Kamata(Irisgärten),Ōmorinach (24 km)Shinagawa(umsteigen, wer die Vorortbahn oder die Nordbahnen von Tōkyō benutzen will). Die Fahrt bietet l. schöne Ausblicke auf den Fuji (S.384), auf Dörfer, Brücken, Reisfelder und Kirschbaumpflanzungen (während der Blütezeit ein liebliches Bild). Kurz vor Tōkyō r. Ausblick auf die Tōkyōbucht und die Hafenbefestigungen (alte, von Niederländern gebaute Forts). Dann durch Vorstädte mit vielen Fabrikschornsteinen und vorbei am Shibapark und dem Sommerpalast Hama Rikyū zum Hauptbahnhof (Shimbashi) von (29 km)Tōkyō.
TOKYO.
Vgl. beifolgendenPlan.
Ankunft mit der Bahn, von Yokohama kommend am Shimbashibahnhof, von Nikkō kommend am Uenobahnhof, 7 km nördl. von ersterm; über Stadtbahn s. unter Eisenbahnen.Gasthöfe:Imperial, japanischTeikoku Hotelgenannt (A.-G.; Pl. a), unter japanischer Leitung, nahe dem Kaiserpalast, dem Shibapark und den Gesandtschaften in Uchiyamashitachō, 5 Min. mit Rikscha vom Shimbashibahnhof; 100 Z. 4-15, F. 1, Lunch 1,50, Dinn. 2, Pens. 7-20 Yen; vergrößerter Neubau in der Nähe, für 250 Z., beabsichtigt.—Central(im Fremdenviertel), Tsukiji 12 (europ. Leitung); 25 Z., Pens. 5-8 Yen.—Seiyōken, in Tsukiji, Uneme-chō 33 und im Uenopark.—Atago(Tōkyō Hôtel) auf dem Atago-Berge (berühmte Fernsicht), sehr gut, Pens. 5 Yen.Restaurants: Europäisches Essen:Shimbashi-Bahnwirtschaft(eine Treppe hoch im Bahnhof).—Yūraku-en, gegenüber dem Bahnhof, von europäischen Kaufleuten besucht, gutes Essen.—Fūgetsu-dō, Minami Nabe-chō, bei der Ginza-Straße.—Seiyōken, im Uenopark, gut.—Kwagetsu Kwadan, am Ende der Mukōjima-Allee.—Sanen-tei, im Shibapark.—Fujimi-ken, auf dem Kudanhügel (gegenüber Shōkonshapark), mit Zweighaus nahe der britischen Gesandtschaft.—Matsumoto-rō, Hibiyapark.—Japanisches Essen:Shin-Kira, Kobiki-chō, Nähe des Shimbashibahnhofs. —Yaozen, in San-ya, Asakusa.—Yaomatsu, in Mukōjima;Hirasei, in Fukagawa.—Tokiwaya, in Hamachō, Kyū Hana-Yashiki.Post, Telegr. u. Fernspr.: Hauptamt Yedo-bashi, Nebenämter in jedem Stadtteil.Wagen:Tōkyō Basha Kaisha, beim Shimbashibahnhof;Toda, im Grundstück des Imperial Hôtel; andre Gesellschaften in Tsukiji und Kanda. Preise: Victoria einspänn.1/2Tag 3,50, 1 Tag 6 Yen; zweispänn.1/2Tag 5, 1 Tag 7-8 Yen; Landau zweispänn.1/2Tag 5,50-6, 1 Tag 9-10 Yen.—Automobile:Ōkura Motor Car Co.,Tōkyō Motor Car Co.(Yūraku-chō 1, chōme 3),Yamaguchi, Tsukiji, sehr teuer, für Fahrten innerhalb der Stadt wenig empfehlenswert.—Rikschaswerden allgemein benutzt.
Preise stündl. wenigstens 20 sen mit 1 Kuli, 40 sen mit 2 Kulis (vorher ausmachen); das Imperial Hôtel hat bestimmten gedruckten Tarif für Entfernungen. Zweckmäßig ist es, am Shimbashibahnhof eine Rikschafahrkarte mit Preisangabe für die betreffende Strecke zu nehmen und Kuli rufen zu lassen.—Straßenbahnenin zahlreichen Linien fast nach allen Punkten der Stadt (sehr zu empfehlen), von Shimbashi ohne Umsteigen nach Ueno, Asakusa, Shinagawa etc.; Fahrpreis überallhin 5 sen (Fahrscheinhefte mit Ermäßigung; man verlange vom Schaffner Umsteigebillett,nori-kae-gippu, wo erforderlich).Eisenbahnen: VomShimbashibahnhofdie Tōkaidōbahn nach Yokohama und Kyōto. Von derGofuku-bashi-Stationim Zentrum der Stadt (unweit Nippon Ginkō) die Ringbahn, die innerhalb der Stadt als Hochbahn läuft, nach der Karasumori-Station beim Shimbashibahnhof, von da durch die Vororte nach (26 km) Akabane an der Nordbahn und von da nach dem Ueno- Bahnhof.—Von derYorozuyobashi-Station(Kanda, bei Suda-chō) die Stadtbahn nach Shinjiku (Anschluß an die Ringbahn), von da nach Kōfu.—VomUeno-Bahnhofdie Nordbahn nach Nikkō und (735 km) Aomori sowie nach Mito (Ostküstenbahn) und Sendai.— VomRyōgoku-Bahnhofeine Linie nach Chiba, Ohara etc.; vomAsakusa-Bahnhofüber Kanegafuchi nach Ashikaga und Isezaki (Tōbubahn).—Fahrpläne in den Hotels.—The East Asiatic Commercial Intelligence Institute of the South Manchuria Railway Company, in Tōkyō, Azabu-Mamiana Nr. 4, gibt Auskunft über die unter japanischer Verwaltung stehende Südmandschurische Bahn, vgl. S.324.Dampfer(klein und unbequem) tägl. nach Yokosuka, Uraga (S.392) und allen Plätzen im Golf von Tōkyō.Banken:Yokohama Specie Bank(Korresp. der Deutschen Bank, der Berliner Disconto-Gesellschaft und der Allg. Deutschen Creditanstalt in Leipzig);Nippon Ginkō(»Bank von Japan«) und viele andre.Theater:Kabukiza(Pl. 22), Kobiki-chō. —Meijiza, Hama-chō.—Hongō-za, Haruki-chō.—Tōkyō-za, Misaki-chō. —Shintomi-za, Shintomi-chō.—Ganz in europäischem Stil dasYūraku-zaund das 1911 eröffnete moderne TheaterTeikokuza, in der Yūraku-chō (Zentrum der Stadt, unweit Imperial Hôtel, gegenüber der Rückseite des Kaiserpalastes. Ringkampfspiele beiEkō-in, Honjō, je 10 Tage im Frühling und Winter.—Teehäuser(mit Tanzaufführungen):Kōyō-kwan(Red Maple Club) im Shibapark, Einführung besorgt der Gasthofsbesitzer.—Nakamura-rō, in Ryōgoku.—(NB. Die großen Theater mit berühmten Schauspielern sind im Sommer geschlossen; in jedem Theater spielen entweder nur Männer oder [seltener] nur Frauen, man frage vorher.)Reisebureaus:T. Minami & Sons, Tourist Agency, Rogetsu-chō 3, Shibaku (Fernsprecher: Amt Shimbashi, Nr. 3370), besorgt Fahrkarten für alle Dampferlinien und Bahnen; stellt Reiseführer, besorgt Post, Telegramme, Bankgeschäfte, Gepäck; hält Reisehandbücher vorrätig, gibt »The Excursion Journal« heraus (beachtenswert!). —Welcome Society, Yūrakuchō Itchōme 1 (in der Tōkyō-Handelskammer; vgl. S.345).— »Guide-Book for Tourists of Japan« der Welcome Society, 5. Aufl. 1910 (gut).—The Musashino, Monatsschrift für Fremdenverkehr, herausgegeben vom Imperial Hôtel (ein Heft 10 sen).—Fremdenführer:G. Iguchi, Meguro Shinfuji 1; Liste andrer, auch Deutsch sprechender Führer im Hotel; vgl. auch S.345.Gesandtschaften:Deutsches Reich(Pl. 1), BotschafterGraf Rex.—Österreich-Ungarn(Pl. 2): BotschafterFreih. Call v. Rosenburg.—Schweiz:Gesandterde Salis.Polizeiin jedem Stadtviertel.Arzt:Dr.TeuslerimSt. Luke'sHospital. —Die Professoren der medizinischen Fakultät der kaiserl. Universität sprechen sämtlich Deutsch und sind fast alle in Deutschland ausgebildet; darunter sind gute Spezialisten.Buchhandlungen:Z. P. Maruya & Co. Ltd.(Maruzen Kabushiki Kaisha), Nihombashi, Tōri Sanchome.—Geiser u. Gilbert, deutsch, Kanda-ku, Kaji-chō 23.—Kyōbunkwan(Methodist Publishing House), Ginza Shichōme.—Nankōdō, Hongō, deutsche Bücher.—Hasegawa, Shitaya-ku, Kami-Nogishi 17 (jap. Kunstdrucksachen); für farbige Holzschnitte:Kobayashi, Asakusa Komakata. —Zeitungen:Japan Times(tägl.; jap.);Japan Advertiser(amerik.-engl.); vgl. auch Yokohama, S.389.
Klubhausderdeutschen Gesellschaft für Natur-und Völkerkunde Ostasiens: Kanda, Imagawa-kōji Itchōme 8, unterm Kudanhügel. Daselbst sehr wertvolle Bibliothek über Ostasiatica.Deutsche Stubemit Bücherei und Leseraum ist im Seminar für fremde Sprachen eingerichtet.Photographen:Oka, Kojimachi, Dotei sambancho 8 (spricht Deutsch). —Maruki, Azabu.—Okamoto, Ginza, Sanchōme (nahe dem Shimbashibahnhof); auch Kakemonoverkauf und Dunkelkammer verfügbar.—Ogawa, Kyōbashi Hiyoshi-chō 13.—Photographische Artikel:Asanuma & Co., Honchō Nichōme.—Kimbei, Takekawa-chō, Ginza.Geschäftsadressen:Basare (Kwan-kōba) mit festen Preisen an der Shimbashibrücke, im Shibapark, im Uenopark (Shōhin Chinretsu-jō) etc.— Europäische Lebensmittel:Kameya, Ginza Takekawa-chō.—Japanische Kunstsachen (Curio dealer):Ikeda, Owari-chō Nichōme 13;Jōkō, Kyōbashi Yomi-chō;Kōko-Dō, Nakabashi Izumichō, und viele andre in Naka-dōri (parallel zur Hauptstraße zwischen Kyōbashi und Nihombashi).—Elfenbeinschnitzereien:Maruki, Sukiya-chō Nihombashi 6;Toyama Shōten, Ginza, Nichōme, Kyōbashiku;Kaneda, Naka-dōri. —Cloisonné-Sachen:Ando, Motosukiya-chō Ginza;Namikawa & Co., 8 Shin-Yemoncho, Nihombashi;Ueda, 2 Saegi-chō, Kyōbashi.—Porzellan:Mikawaya, Owari-chō, Itchōme;Kōno, 18 Shiba Tamachi, Shichōme (für Satsuma). —Bronzewaren:Mikawaya, Sotokanda, Hatago-chō Itchōme;Miyao, 1 Nihombashi, Hon-Shirokane-chō.— Silberwaren:Miyamoto Shoko, Kyōbashi, Yazaemon-chō 2.—Gemälde, Kakmonos, Farbenholzschnitte etc.:Suwa, Tatami-chō 2, nahe Kyōbashi;Shimbi Shein, Shinsakawa-chō 13.—Lacksachen:Kuhei Hayashi, Nihombashi, Muromachi;Kuroeya, Tōri Itchōme.— Bambusarbeiten:Fujimura, Kojimachi Itchōme.—Seidenstoffe:Iida, Takashimaya, 1 Nishikonya-chō, Kyōbashiku;Mitsukoshi, Nihombashi, Suruga-chō;Shirokiya, an der Nihombashibrücke;Mizushima, Honchō Itchōme;Hattori, nahe Imperial Hôtel;Nishimurau. a.—Alte Seidenstickereien:Shimizu, 1 Inabachō, Higashi-Naka-dōri;Iwamoto Denshichi, Naka-dōri;Morita, Nihombashi Sanai-chō 8.— Fächer:Haibara, 1 Nihombashi, Tōri Itchōme.—Spielsachen:Jikkendana(Ausstellung am 3. März, Mädchenfest, und 5. Mai, Knabenfest).Zeiteinteilung: 1. Tag: Shōkonshatempel, Uenopark nebst Museum, Asakusa-Kwannontempel.—2. Tag: Shibapark, Red Maple Club und Gräber der 47 Rōnin.—3. Tag: Geschäftsstraßen, Atagoyama, Mukōjima und Yoshiwara. (Das altberühmte ist aber im Frühjahr 1911 durch Brand vollständig vernichtet worden. Man richte sich nach der Jahreszeit, wegen der Blüten-und Tempelfeste.)Festlichkeiten: Von den vielen Tempel-und Volksfesten sind die sehenswertesten: am 17. u. 18. jedes MonatsKwannonfestim Asakusatempel; 9. AprilFeuergang (Hiwatari)im Ontake-jinja, Imagawa-kōji, Kanda; 17. April:Tōshōgūfestim Shiba-und Uenopark; 18. April:Sanja Matsurifestin Asakusa; etwa 20. April:*Sakura- (Kirschblüten-)Festim Kaiserpark (Einladungen bewirkt die Botschaft, Anzug: Gehrock und Zylinder oder Uniform, Damen elegante Promenadentoilette); 6.-8. Mai: Shōkonsha-Fest mit Rennen und Ringkämpfen etc. in Kudan; 3.-14. Juni:Tennō Matsurifestin Shinagawa, Yotsuya, Asakusa; Mitte Juli (oder Anfang August):Kawa-birakifest, Eröffnung des Sumida-gawa, in Ryōgoku; 9. u. 10. Juli:Shiman Rokusen Nichifestim Asakusatempel; 15. Sept.Kanda Myōjinin Kanda; 17. Sept.:Feuergang (Hiwatari)im Ontaketempel; 11.-20. Sept.:Shimmei Matsuriim Shibapark; 12. u. 13. Okt.:O Eshikifestin Ikegami und Hori-no-uchi. Anfang November:Chrysanthemumfestim Aoyamapalast des Kronprinzen (nur auf Einladung); 3. Nov: Geburtstag des Kaisers, Parade auf dem Rempeiba; 22.-28. Nov.:O kō Mairiund im NovemberTori no Machibeim Asakusatempel.—Messen(ichi) am 17. und 18. Dez. im Asakusatempelbezirk, am 22. und 23. in Shiba; Näheres gibt die »Japan Times« bekannt.
Tōkyō(auchTōkei, spr.tōkē, »Osthauptstadt«), Hauptstadt des japanischen Reiches und Residenz des Kaisers, früherYedogenannt, am NW.-Ende der seichtenTōkyōbucht(Yedobucht; daher Yokohama die Hafenstadt von Tōkyō trotz dessen Lage am Meer) und am Südende der größten Ebene Hondos, an der Mündung des Sumidagawa, über den fünf große Brücken (Azuma-, Umaya-, Ryō-goku-bashu, Ōhashi, Eitai-bashi) führen, durchschnitten von Kanälen, Ausgangspunkt von Bahnen nach sechs Richtungen. Die Stadt, mit 2186079 Einw., wird von dem Sumidagawa in zwei Teile geschieden, einen kleinern östlichen, der bis zum Nakagawa reicht, und einen größern westlichen, den eine Mauer bis zum Fluß und zur Tōkyōbucht umgibt, und der denPalast des Kaisers(S.397) enthält. Diesen Stadtteil umschließt ringsum die eigentliche Stadt, zum größten Teil noch aus einstöckigen Holzhäusern bestehend, daher sehr ausgedehnt und oft durch Feuersbrünste heimgesucht. Die Geschäftshäuser in den Hauptstraßen bestehen daher gewöhnlich aus feuersichern Lehm-oder Backsteinspeichern, und auch die vornehmern Privatwohnungen sind meist mit solchen Dozō versehen (ähnlich im ganzen Lande). Unter den seltenen großartigern Gebäuden japanischer Bauart sind zu nennen einige prächtige buddhistische Tempel mit kunstvoller, vergoldeter Holzschnitzerei, Klöster, Grabdenkmäler der letzten Shōgune in Shiba und Ueno (S.398). Im westl. Teil der Stadt wohnen die Botschafter von Deutschland (Pl. 1), England (Pl. 3), Rußland etc., und hier steht unweit Shimbashi derPalast Hamagoten, der für fremde fürstliche Gäste des Kaisers bestimmt ist. Tōkyō ist Sitz der Regierung, des höchsten Gerichtshofs, des kaiserlichen Gardekorps und der ersten Division der Armee und der geistige Mittelpunkt des Reiches. Außer einer kaiserlichen Universität (Teikoku Daigaku, in Hongō gelegen) besitzt es mehrere stark besuchte Privatuniversitäten, ein Realgymnasium (Erste Kōtō-Gakkō), eine höhere Normalschule, Blinden-und Taubstummenanstalt, Handelsakademie, Gewerbeschule, Ackerbau-und Forstschule, Musikschule, zahlreiche Mittelschulen, Lehrerseminare etc., eine kaiserl. Akademie der Wissenschaften mit 60 vom Kaiser ernannten Mitgliedern, eine Kunstschule und ein Museum im Uenopark, eine öffentliche Bibliothek von 300000 Bänden, eine zweite von 30000 Bänden in europäischen Sprachen, Geographische Gesellschaft, 316 Zeitungen und Zeitschriften, darunter die »Transactions of the Asiatic Society of Japan«und die »Mitteilungen der deutschen Gesellschaft für Natur-und Völkerkunde Ostasiens«. Die sehr bedeutende Industrie erzeugt namentlich Seiden-und Lackwaren, Fayence, Porzellan, Email; es bestehen große Schiffswerften und Maschinenbauwerkstätten. Der Handel mit dem Inland ist sehr bedeutend, während der mit dem Ausland meist über Yokohama geht. Die Stadt ist seit 1869 dem Fremdenverkehr geöffnet.—Yedoist aus einem Fischerdorf entstanden, bei dem 1456 Ōta Dōkwan ein großes Schloß baute; die Stadt blühte erst auf, als der erste Tokugawa Shōgun Ieyasu 1603 seine Residenz hierher verlegte.
Rundfahrt.Vom Shimbashibahnhof, hinter dem nach der Seeseite der kaiserliche SonderpalastHama-Rikyūliegt, wo gegenEnde April jedes Jahres das kaiserliche Kirschblüten-Gartenfest abgehalten wird (Einladungen dazu, wie im November zum Chrysanthemumfest im Akasaka-Palast, vermitteln die Botschafter bei rechtzeitiger Meldung), fahre man mit Rikscha l. und nördl. in das Stadtviertel, in dem die Ministerien (in nüchternem, europäischen Stil erbaut) liegen; man fährt am Stadtgraben entlang bis zumTōkyō-Klubhaus(Pl. 5), gegenüber dem Imperial Hôtel. Nahe beim Hotel der weite, erst in neuester Zeit angelegte StadtparkHibiya-Kōenmit RestaurantsMatsumoto-rōundSankyōtei, sowie derHibiya Daijingū, eine Nachbildung des Großen Schreins von Ise. Auf einem Hügel liegt r. derPalast des Marquis Nabeshima, des frühern Daimyō von Hizen, lange Oberzeremonienmeister des kaiserlichen Hofes. Gegenüber auf bewaldeter Anhöhe steht derSannōtempel.—Neben ihm beginnt das vornehmste StadtviertelNagata-chō, mit den Palästen der Prinzen Kitashirakawa und Arisugawa, den Gebäuden des Auswärtigen Amts, des Generalstabs (Pl. 6) und der fremden Gesandtschaften. Innerhalb dieses sogen.Daimyōviertels(Daimyō Kōji) liegt auf niedrigem Hügel, mit breitem Wassergraben und zyklopischen Mauern umgeben, dasO-ShirooderSchloßmit demKaiserpalast, das Schatzamt und andre Ministerien, Wohngebäude und prachtvolle Gärten, wo einst die frühern Daimyōs mit Gefolge residierten. Der Kaiserpalast (Zutritt nur bei Audienzen und Festlichkeiten durch Vermittelung der Botschaft, sonst dem Publikum unzugänglich), 1889 neu erbaut, hat viele Empfangsräume, meist durch Kristallglasschiebetüren getrennt, mit Seidentapeten und reichgemalten Holzdecken, viele Räume vornehm-einfach, andre, z. B. die Banketthalle, reich vergoldet. Die Möbel stammen zum Teil aus Deutschland. Der Park ist reich an Kirschbäumen.— Auf dem Platze gegenüber der Schloßbrücke Nijūbashi steht das 1900 errichtete Bronzestandbild des kaisertreuen FeldherrnKusunoki Masashige(gest. 1336).—In der Nähe das 1910 errichtete Denkmal des Marquis Itō (berühmter Staatsmann und 1906 bis zu seiner Ermordung [1909] Generalgouverneur von Korea). In der Nähe die sehenswerte RegierungsdruckereiInsatsu Kyoku(Pl. 12) und mehrere Ministerien.—Nahe nördl. von der Nordbrücke, die zum Kaiserpalast führt, liegt der *Shōkonshatempel(»Schrein zur Einladung der abgeschiedenen Geister«, auchYasu-kuni-jinja, »Schrein des friedlichen Landes«, genannt) auf dem flachenKudanhügel, ein 1869 erbauter Shintōtempel reinen Stils, in welchem die Manen der im Restaurationsjahr 1868, in der Saga-Unruhe 1874 und in der Satsuma-Rebellion 1877 auf kaiserlicher Seite Gefallenen, sowie der im chinesisch-japanischen (1894/95) und russisch-japanischen (1904/05) Feldzuge gebliebenen Krieger von Staats wegen verehrt werden; vor ihm ein riesiger bronzener Torii; hinter ihm ein schöner Park. Gleich r. vom Tempel liegt das Waffenmuseum, *Yūshūkwan(geöffnet von 8-4 Uhr im Sommer, 9-3 Uhr im Winter, Eintritt 3 sen), mit sehenswerter Sammlung altjapanischer Waffen, besonders prächtiger Schwerter, Rüstungen, Schloßmodelle, und vielen Beutestücken aus dem chinesischen und dem russischen Kriege. Die den Rennplatz vor dem Tempel durchziehende Doppelreihe granitenerLaternen wurde 1878 vom japanischen Adel gestiftet; hier steht auch die Bronzestatue des Patrioten Ōmura, das erste in Japan errichtete Denkmal (1892) dieser Art. Am Fuße des Hügels Kudanzaka steht derOntakeschrein(Pl. 11), in dem der Feuergang am 9. April und 17. Sept. ausgeführt wird.—Nun über den äußern Graben zumHōhei Kōshō(Arsenal, Gewehrfabrik) im Koishikawa-Distrikt. Zutritt nur mit Erlaubnis der Militärbehörden. Zum Arsenal gehört der schönste Landschaftsgarten Tōkyōs, der *Kōraku-en, einst Besitztum des Fürsten von Mito, im 17. Jahrh. von einem chinesischen Literaten, der beim Zusammenbruch der Ming-Dynastie in Japan Zuflucht fand, angelegt.—Nicht weit davon dieJūjitsu-Schule des Prof. Kanō; im N. des Distrikts der *Botanische Garten(Shokubutsu-en) der kaiserl. Universität, ebenfalls ein alter Daimyōpark mit schönen Landschaftsbildern (täglich bis 4 Uhr geöffnet; Pflanzenverkauf).—Im äußersten NW. des Koishikawa-Distrikts liegt der BuddhatempelGokoku-jimit Priesterseminar der Shingon-Sekte; der Hauptschatz des Tempels, ein ungeheures Kakemono von Kanō Yasunobu (Buddhas Eingang ins Nirvana), wird nur im April gezeigt. Dahinter die neuen Begräbnisplätze der kaiserlichen Familie (nicht zugänglich).—Östl. vom Botanischen Garten im Hongōdistrikt diekaiserliche Universität(Teikoku Daigaku), mit (Sept. 1909) 5699 Studenten, verteilt in sechs Fakultäten: Medizin, Rechts-und Staatswissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Mathematik und Naturwissenschaften, Philosophie, Geschichte, Literatur, Agrikultur (letztere hat ihre weit ausgedehnten Grundstücke in der Vorstadt Komaba). Vorlesungen in japanischer Sprache, die fremden Professoren und Lektoren dozieren aber in deutscher (deutsche Literatur und deutsches Recht), englischer und französischer Sprache; ebenda die Universitätskliniken.—Nö. davon die Blumengärten vonDango-zaka(große Chrysanthemenausstellung im November). Darstellungen aus der japanischen Geschichte mit lebensgroßen Puppen in Chrysanthemumkleidern).—Von der Universität fährt man um den Lotosteich *Shinobazu no Ikeherum zum südlichen Haupteingang in den *Uenopark, beliebten Ausflugsort, besonders während der Kirschblüte; vor dem Hügel führt r. eine Treppe auf eine Anhöhe, von der schöne Aussicht nach dem Asakusatempel hin und über die Stadt; l. ein kleiner buddhistischer Kwannontempel.—Dann zurück zum Hauptweg, der durch die berühmte *Kirschenalleeführt; l. liegt der Lotosteich, auf dessen kleiner Halbinsel ein Heiligenschrein der Göttin Benten.—Etwas weiterhin das *Seiyōken-Hotel und Speisehausmit schönem Blick über den Teich und die Universitätsbauten. Dicht neben dem Speisehaus ist einDaibutsu, ein Bronzebuddha von 6,5 m Höhe aus dem Jahre 1660.— Weiterhin l. ein Tor mit Kugelspuren aus der Schlacht im Uenopark 1868; dahinter eine große Steinlaterne (eine der drei größten Japans) aus dem 17. Jahrh.—In der schönen Kryptomerienallee eine alte Pagode und am Ende einer Reihe von Steinlaternen der den Manen des Ieyasu geweihteTōshōgū-Schrein. Das prachtvolle, geschnitzte und vergoldete Tor davor ist 1890 restauriert worden; das gleiche soll mit dem Tempel geschehen. Der Hauptweg führt zum *Ueno-Museum(Hakubutsukwan), geöffnet 8-5 Uhr im Sommer, 9-4 Uhr im Winter, geschlossen 25. Dez. bis 4. Jan. und alle Montage; Eintritt 5 sen.
ImEingangRiesentrommel, Palankine etc.; r. naturhistorische Sammlung (Tosahähne mit 4,4 m langen Schwanzfedern!), darüber im1. Stockschöne Kakemono und Wandschirme. —L. vom Einganghistorische Sammlung: 1. Zimmer: alte Handschriften und Drucke, Karten etc.; 2. Zimmer: Tempelgebrauchssachen (goldenetokko), auch sehr alte Handschriften und alte christliche Erinnerungen; 3. Zimmer: (Endraum) prähistorische Funde: Steinpfeilspitzen etc., Kupferglocken und-spiegel, Rüstungen, alte Topfwaren; im Nebenraum prähistorischemaga-tamaundkuda-tama(Schmucksachen).—ImTreppenhausalte kaiserl. Staatskarren für Ochsengespann und Modell derTenchi Maru(Staatsbarke der Shōgune); im Mittelraum alte kaiserliche Gewänder, Thronhimmel; l. in Nebenräumen Kunstsammlung: Kakemono, Makimono, Fächer, Masken, Bilder und Zeichnungen, Lack-, Bronze-und Porzellankunstsachen (schöne Stücke!).— Im Endraum Musikinstrumente, Zubehör für das Teezeremoniell und Spiele; dahinter Waffen, alte Büchsen, Miniaturpagoden (Hachiman-tō) u. a.Der einzeln stehende schöneNeubau, l. vom Eingang, genanntHyōkei-kwan, ist eine Stiftung des Volkes für den Kronprinzen zur Vermählung. DasUntergeschoßenthält eine hochinteressante Sammlung japanischer, chinesischer und koreanischer Töpfereien, das Obergeschoß häufig gewechselte wertvolle Malereien, besonders Kakemono und Faltschirme.
Vom Museum führt r. ein Weg zurKunstschule(Bijutsu Gakkō), Eintritt nur auf Empfehlung gestattet. In der Nähe die staatlicheMusikschule, die jährlich mehrmals größere europäische Konzerte veranstaltet, und an der auch europäische (meist deutsche) Musiklehrer wirken; eineVolksbibliothekundLesehalle(Toshokwan) und die GelehrtenakademieGakushi Kwai-insowie ein kleinerZoologischer Garten(Dōbuts-en, Eintritt 4 sen).—Von der Lesehalle führt r. eine Allee zu denShōgungräbern(Go Reiya): Haupttor geschlossen, l. führt eine Seitenpforte zum Priesterhaus, wo ein Priester gegen Spende in die prächtigen Tempelgebäude hineinführt, die reich an Malereien sind und hinter denen die Grabmäler von sechs Shōgunen der Tokugawafamilie (des 4., 5., 8., 10., 11. und 13. Shōguns) liegen.— Im Uenopark auch der BasarShōhin Chinretsu-jō, mehrere Hallen für moderne Kunstausstellungen sowie der buddhistische TempelRyō Daishi(Jigen-dō).—Östl. vom Uenobahnhof liegt die große TempelanlageHigashi Hongwanji(volkstümlichMonzeki) der buddhistischen Montosekte, 1657 erbaut, jetzt mit eisernem Netzwerk zum Schutz gegen Feuerbrandstücke aus der Umgebung; der Haupttempel ist innen und außen mit Schnitzereien reich geschmückt.—Etwas nö. davon steht der große buddhistische TempelSensōji, meist *Asakusa Kwannongenannt; die goldene Statuette der Gnadengöttin Kwannon im Tempel wurde nach der Legende im 6. Jahrh. an der Sumidagawamündung aufgefischt (die Statuette wird nie gezeigt, sie soll nur 5 cm groß sein; eine größere neuere Nachbildung steht vor dem Hauptaltar und wird am 23. Dez. gezeigt. Der Tempel ist sehr volkstümlich, mehr »Wurstelprater« als Heiligtum, stets stark besucht: vor dem Tempel Buden mit tauchenden Meerjungfern, Ziege mit fünf Beinen, Akrobaten, Momentphotographen, dressierten Affen, Zweikampfspielen, dann Verkaufsbuden mit Taubenfutter (die Tauben sind zahm wie auf dem Markusplatz in Venedig), Quacksalbermedizinen,Zuckerzeug, Spielsachen, Eßwaren aller Art etc. (Vorzügliche Gelegenheit, das Volksleben zu beobachten.) So. Nm. und am 17. und 18. jedes Monats ist der Tempel am stärksten besucht. Vor dem zweistöckigen Tempeltor sind Figuren der Tempelwächter (Ni-ō) hinter Holzgittern; l. ist ein Fudōschrein, und davor ein Jizōschrein mit Gebetsrad (goshō-guruma) ähnlich den tibetanischen, doch im Gebrauch verschieden. Im Tempelhofe steht r. auf einer Anhöhe dieAsakusaglocke, deren Ton die Gottheit anruft. In der Haupthalle des Tempels sind so viele Laternen, Fahnen, Götzenbilder, chinesische Trommeln, daß man im Hintergrunde kaum die Figur der Kwannon entdecken kann; der Zugang zu deren *Hochaltar ist gegen Spende durch einen der Bonzen zu erreichen; auf der Rückseite des Hochaltars (Ura Kwannon) sind schöne Wandgemälde (selten!) auf Lackgrund. In der Ecke r. im Haupttempel ist die berühmte sitzende Figur des Helfers und Heilers aller Kranken, des GottesBinzuru(als Verehrer des Weibes wird er meist außerhalb des Allerheiligsten aufgestellt).
L. von den Tempelgebäuden steht auf dem öffentlichen Platze,Asakusa Kōenchi, der zwölfstöckige, 67 m hohe Turm *Ryō-un-kaku(Pl. D 2), im VolksmundJū-ni-kai(zwölf Stock) genannt, 1890 erbaut, von dem man großartige *Aussicht über die Stadt hat.— Etwa1/2km nördl. liegt das weltbekannte *Yoshiwaramit ganzen Straßen von zwei-und dreistöckigen »Mädchenhäusern«, nach der Straße mit Gittern, hinter denen man die Huldinnen in den verschiedensten altjapanischen Kostümen bewundern kann (auch für Damen sehenswert!). In dem Stadtteil herrscht vorzügliche Ordnung und Polizeiaufsicht.Yoshiwara, d. h. »Schilfgefilde«, ist der individuelle Name nur dieses Freudenviertels (generelle Bezeichnungyūkaku) in Tōkyō. Im Frühjahr 1911 ist das ganze Yoshiwara ein Raub der Flammen geworden. Es ist zwar neu im Entstehen begriffen, wird aber nie wieder die alte Pracht erreichen.—Am l. Ufer des Sumidagawa, gegenüber von Asakusa Kwannon, läuft die berühmte *Kirschbaumallee von Mukōjimaetwa 2 km nordwärts; am Anfang derSatake Yashikigarten, ein Muster japanischer Landschaftsgärtnerei, ehemals einem Daimyō, jetzt der Dai Nihon-Bierbrauerei gehörig, ferner der »Garten der 100 Blumen« (sehenswert). Am Ende der Allee gutes europäisches Restaurant (Kwagetsu Kwadan); am Ufer des Flusses hübsche Teehäuser; dort Volksfest während der Kirschblüte.
Vom Shimbashi-Bahnhof führt eine lange, enge Straße, anfangsHikage-chō, dannShimmei-maegenannt, mit vielen Läden, zum Haupttor (Daimon) des **Shibaparks(Shiba Kōenchi), an dem r. derKwankōba, einer der besten Basare Tōkyōs (mit festen Preisen) liegt. Der Park hat prächtige uralte Kryptomerien und ist mit Bronze- und Steinlaternen geschmückt. Die sechs buddhistischenShibatempelrechnen zu den Hauptwerken der japanischen Kunst; sie enthalten die Grabdenkmäler von sechs Shōgunen aus dem Tokugawageschlecht, sind reich ausgestattet mit Schnitzereien, Seidenstickereien, Stoffmalereien und Lackkunstsachen, besonders in Goldlack. (Man widme den Vormittag eines schönen Tages der Besichtigung.)Die Todesjahre der hier begrabenen Shōgune sind 1632 (Shōgun Hidetada), 1713 (Ienobu), 1716 (Ietsugu), 1761 (Ieshige), 1853 (Ieyoshi) und 1866 (Iemochi).—Unmittelbar gegenüber vom Basar (Kwankōba) liegt der Eingang zum Grabmal der ShōguneIetsuguundIeshige; ein prächtiges Tor (Ni-ten Mon) führt in einen Hof mit von Daimyōs gestifteten Steinlaternen, am ändern Ende ist das Tor der kaiserlichen Tafel (Choku-gaku Mon), mit Goldinschrift; Drachen umringeln das Tor, durch das man in den innern Tempelhof mit 212 Bronzelaternen gelangt, wo r. ein Glockenturm, l. eine Zisterne mit heiligem Wasser liegt. Ein drittes Tor (O Kara Mon) mit Galerien und einer Kolonnade schwarzer Pfeiler führt zum Tempeltor, das prächtige Schnitzereien (den auf-und absteigenden Drachen,Nobori-ryūundKudari-ryūzeigt. Eintritt in die Tempelhalle (Schuhe ausziehen!) gegen Spende von 20 sen an den Wächter. Jede Halle ist dreiteilig: äußeres Oratorium (Haiden), Korridor (Ai-no-ma) und Allerheiligstes (Honden); alles reich in Gold und Farben. Der Altar besteht aus Goldlack und Bronze mit Figuren der Shōgune (die nie gezeigt werden) und Götterfiguren (Kwannon, Benten, Shi-Tennō). Überall als Ornament das DreiblattwappenKamo-aoider Tokugawafamilie. —Dann gelangt man durch einen schönen Hof mit Bronzelaternen zu einer Steintreppe, die zu den pagodenähnlichen, einfachen Grabmälern führt. Die Särge sollen 6 m unter den Denkmälern liegen.—Man verläßt diesen Tempel durch das Tor Chokugaku Mon, gelangt dann r. durch eine Reihe Steinlaternen wieder an ein prächtig geschnitztes Tor, hinter dem ein ähnlicher Tempel mit den Grabmälern der ShōguneIenobu,IeyoshiundIemochiliegt (wer Zeit hat, besichtige auch diese Anlage, da sie noch prächtigern Kunstschmuck zeigt).—Eine kleine Seitentür r. führt von da in den Hauptweg, in dem l. hinter dem alten großen Tore (Sammon) derZōjōjitempelliegt; eine steile Treppe führt in den Oberstock des Tempels, worin Figuren von Shaka (= Buddha) mit Fugen und Monju in Gold, zu den Seiten buntfarbige Figuren der 16 Heiligen (Rakan) stehen. Die große Glocke r., Priesterwohnungen l. Die Haupthalle (Hondō) des Tempels ist leider am 3. März 1910 infolge fahrlässiger Brandstiftung darunter nächtigender Bettler ein Raub der Flammen geworden.—Der kleine Tempel dahinter,Gokoku-den, enthält die vom Shōgun Leyasu hochverehrte »Schwarze Statue« (Kuro-Honzon) des Amida (Amitiābha) von Eshin, eingeschlossen in Goldschrein.— Aus der Zōjōjianlage gelangt man durch eine Tür r. zum TotentempelTen-ei-in, mit prächtig vergoldetem Allerheiligsten, worin die Schreine der Gemahlinnen und einer Genossin der Shōgune stehen.—Von diesem Tempel gelangt man zum *Tempel des Shōgun Hidetada, dessen Allerheiligstes mit feenhafter Pracht ausgeschmückt ist, ebenso wie die von Goldlack strotzende achteckige Halle *Hakkaku-dō, die das Grabmal Hidetadas enthält, in dessen Schrein aber nur ein Bild des Shōgun und seine Totentafel, während sein Leib unter dem Pflaster ruht.—Kehrt man nun zum Hauptweg zurück, so gelangt man r. bald zu einem großen Tor, das zumTempel Ankoku-denführt, dessen Halle schöne Gemälde zeigt. Obwohl der Bauart nach buddhistisch, wird der Tempel als Shintōschreinbetrachtet, was durch dieGohei(Papierstreifen, shintōistisches Emblem) gekennzeichnet wird. Am 17. jedes Monats wird hier der Shōgun Ieyasu als Shintōgott Tōshōgū verehrt; dann wird sein hölzernes Bildnis gezeigt.—Hinter dieser Tempelanlage erhebt sich der kleine Hügel *Maruyama, von dem schöne *Aussicht über die Tōkyōbucht.—Neben der geschlossenenPagodeam Abhang des Hügels steht das Standbild des KartographenInō Chūkei; von da geht man zum kleinen Tempel der Benten auf dem Inselchen des Lotosteiches und weiterhin zum *Red Maple Club(Kōyō-kwan), ein japanisches Teehaus und Restaurant, bekannt durch vorzügliches japanisches Essen und schöne Tanzaufführungen (auf BestellungKōyō-odori»Rotahorntanz«, 10-35 Yen). Auch der Shibapark ist am schönsten während der Kirschblüte.—Nicht weit vom Maple Club liegt der kleine Hügel *Atagoyama, zu dem eine steile »Männertreppe« (Otoko-zaka) und eine bequeme »Frauentreppe« (Onna-zaka) hinaufführen; oben steht das europäischeAtago-Hotel(Tōkyō-Hotel) und ein *Aussichtsturm, von dem man den Fuji, das Hakonegebirge und die Tōkyōbucht überblickt.—In der Nähe liegtŌkura's Kunstmuseum, das bedeutendste Privatmuseum Japans (Erlaubnis zum Eintritt erbitten).—Etwa 2 km südl. vom Red Maple Club, halbwegs nach Shinagawa hin, liegen auf dem Friedhof des buddhistischen TempelsSengakujidieGräber der 47 tapfern Rōnin(Shi-jū-sh'chi Shi), Nationalhelden Japans, die in echter Vasallentreue den Tod ihres Herrn rächten und dann das Todesurteil des Shōgun—Harakiri (Bauchaufschlitzen)—vor dem Grabe ihres Herrn im Jahre 1701 an sich vollzogen. Alljährlich wandern noch heute Tausende zu den Gräbern und ehren die Helden durch Verbrennen von Weihrauch und Abgabe ihrer Visitenkarten. Innerhalb des Tempeltors werden die Schwerter und Rüstungen der Rōnin gezeigt; die Gräber liegen an der r. Seite eines kleinen viereckigen Hofs. Im westl. Teil der Stadt liegt der ganz in europäischem Stil gebaute und ausgestatteteAkasakapalast, die Residenz des Kronprinzen. In dem sich daran anschließenden herrlichen Landschaftsgarten wird im November, der Zeit der Kikublüte und des roten Ahorns, das kaiserliche Chrysanthemum-Gartenfest abgehalten. Daneben liegt derAoyamapalast. —Weiter hinaus gegen W. gelangt man zum großen Paradeplatz (Aoyama Rempeijō) und den weitausgedehnten Aoyamafriedhöfen.
Man versäume nicht, durch die HauptgeschäftsstraßeGinzazu fahren, die etwas nördl. vom Shimbashi-Bahnhof bis zur BrückeKyōbashiführt, und durch ähnliche breite Straßen über die neugebaute massiveNihombashi(r. davon dieYedobashi, woselbst das Hauptpostamt) zurSuda-chō(wichtiger Kreuzungspunkt der elektrischen Bahnen) und weiter bis zumUenoparkund Uenobahnhof fortgesetzt wird; die GeschäftsstraßeNaka-dōrimit vielen Altläden läuft der Fortsetzung der Ginza parallel. In der Nähe dasHandelsmuseumdes Handels-und Ackerbauministeriums (Kōbiki-chō; geöffnet vom 8. Jan. bis 24. Dez., außer an Tagen nach nationalen Festtagen, von 9-4 Uhr, 10. Juli bis 10. Sept. von 8-2 Uhr; Eintritt frei). Morgens ist auch der Fischmarkt inNihombashi(Pl. 9) sehenswert; von da östl. gelangt man zur größten Brücke Tōkyōs,Ryōgokubashi, die über den Sumidagawa zum buddhistischen TempelEkō-inführt; hier das AmphitheaterKokugi-kwan, wo im Januar und Mai große Ringwettkämpfe stattfinden. Etwa 1,5 km nördl. davon liegt der ShintōtempelKameido(einTemman-gū, d. h. Schrein des vergöttlichten Sugawara-no-Michizane) mit sehr schönem Park, besonders sehenswert Ende April, wenn die Glyzinien (Wistarias, japanischFuji) blühen; im Teich werden Karpfen und Schildkröten gefüttert. In der Nähe der Pflaumengarten von Kameido (Ume-yashiki), Anfang März viel besucht. Nicht weit davon beginnt die Kirschenallee von Mukōjima (S.400).—Von der Azumabrücke stromaufwärts erreicht man mit Rikscha in 40 Min.Horikiri, sehenswert zur Zeit der Irisblüte.—BeiŌji(zweite Station vom Uenobahnhof, 15 Min. Fahrt) derTaki-no-gawamit herrlichen roten Ahornbäumen (November). —Im W. von Tōkyō:Ōkubo(30 Min. mit Bahn von Iidamachi-Station) zur Zeit der Azaleenblüte;Koganei(11/2St. von Iidamachi-Station), herrliche Kirschblütenalleen, etwa eine Woche später als Uenopark zu besuchen.—Im SW.Meguro(an der Ringbahn) mit Fudōtempei, angenehm im Sommer.—Im S.Ōmori, zweite Bahnstation von Shimbashi, 15 Min., mit bekanntem Pflaumengarten,Hakkei-en, von wo schöne Aussicht über die Tōkyōbucht; von da etwa 1,5 km nachIkegami, einem der schönsten Punkte in der Umgebung Tōkyōs. Im Kloster Hommon-ji daselbst starb 1282 der buddhistische Heilige Nichiren; großes Volksfest zu Ehren des Heiligen am 12. und 13. Okt. (TeehäuserTamba-yaundAkebono-rō).—Wer buddhistisches Leben näher kennen lernen will, mache einen Ausflug nachNarita(etwa 21/2St. mit der Sōbubahn vom Bahnhof Ryōgoku-bashi) zum FudōtempeiShinshōji(GasthofWakamatsu-ya).
Eisenbahn, Abfahrt mit der Nordbahn (Nippon Tetsudō) vom Uenobahnhof, Fahrpreis I. 3,40 Yen, II. 2,04 Yen, Fahrzeit etwa 5 St. L. sitzen!—Man fährt über (10 km)Akabane, hier Anschluß der Ringbahn für Reisende, die, von Yokohama kommend, in Shinagawa in die Ringbahn (Suburban Railway) umgestiegen sind. Die Bahn folgt meist der alten LandstraßeŌshu Kaidō, deren alte Kiefern-und Zedernalleen man vom Zuge aus sieht; l. der Fuji, r. der stets dampfende Asama. Über (20 km)Urawaund (27 km)Ōmiya(GasthofTakashimaya Banshorō, Ōmyia machi), mit schönem Shintōtempel Hikawa Jinja, gelangt man nach (54 km)Kurihashi, wo eine schöne eiserne Brücke über denTonegawaführt. Dann über (61 km)Koga, einem alten Daimyōsitz, nach (77 km)Ōyama(Gasthof Izukura; Zweigbahnen nach Maebashi, S.408, und nach Mito); und über (92 km)Ishibashinach (106 km)Utsunomiya(Gasthof Shirokiya), alter Daimyōstadt mit großem ShintōtempelNikkō Daimyōjin. Hierumsteigen(im Sommer auch ein durchgehender Zug) in die Zweigbahn nach Nikkō, die über (112 km)Togamiund (120 km)Kanuma, dann mit Blick auf die Gebirge von Nikkō meist längs der alten KaiserstraßeReiheishi Kaidōüber (129 km)Fubasami, bergauf über (140 km)Imaichinach (146 km)Hachiishi, dem Bahnhof vonNikkōführt.
Vgl. den Plan S.405.