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Der Tugendhafte, der vor lauter TugendSich selbst um jede schöne Freude bringt,Der gute Jüngling, der vor blöder JugendNicht einen Kuss von rotem Mund erringt,Der Dichterling, der mit geheimem BebenVon Liebe nur in süssen Versen singt –Ich hab sie gern dem Spotte preisgegeben,Fast für verächtlich hielt ich alle drei:Nun muss ich gleiches an mir selbst erleben!Ist's Tugend? Blödheit? Fromme Schwärmerei?Doch wag ich ihr kein einzig Wort zu sagen,Das ehrlich eingesteht, wie weit es sei.Ich schleich um sie herum seit manchen Tagen,Der Katze gleich, die um das Vöglein streicht,Nach dem sie lang schon frevle Lust getragen –Und hab in aller Zeit doch nichts erreicht,Als heisser die Begierde nur entzündet,Die ohnehin schon Tag und Nacht nicht schweigt.Und während so, der Tugend noch verbündet,Ich Sieger blieb, ersehn' ich doch mir immerDie Stunde nur, die Untergang mir kündet.Mir ist zumut wie einem müden Schwimmer,Der selbst nicht fasst, dass er noch nicht ertrank.Nur eben wieder: in dem weissen ZimmerAn ihrer Seite sass ich stundenlangUnd plauderte von fremden, fernsten Dingen.Ich fühlte mich im Tiefsten wund und krank,Und dennoch konnten Scherze mir gelingen,Als sei ich grad zum Lustigsten bereit –Und als ich ging, ich schien mich kaum zu zwingen:Doch Kopf und Herz sind fürchterlich im Streit!
Der Tugendhafte, der vor lauter TugendSich selbst um jede schöne Freude bringt,Der gute Jüngling, der vor blöder Jugend
Der Tugendhafte, der vor lauter TugendSich selbst um jede schöne Freude bringt,Der gute Jüngling, der vor blöder Jugend
Der Tugendhafte, der vor lauter Tugend
Sich selbst um jede schöne Freude bringt,
Der gute Jüngling, der vor blöder Jugend
Nicht einen Kuss von rotem Mund erringt,Der Dichterling, der mit geheimem BebenVon Liebe nur in süssen Versen singt –Ich hab sie gern dem Spotte preisgegeben,Fast für verächtlich hielt ich alle drei:Nun muss ich gleiches an mir selbst erleben!Ist's Tugend? Blödheit? Fromme Schwärmerei?Doch wag ich ihr kein einzig Wort zu sagen,Das ehrlich eingesteht, wie weit es sei.Ich schleich um sie herum seit manchen Tagen,Der Katze gleich, die um das Vöglein streicht,Nach dem sie lang schon frevle Lust getragen –Und hab in aller Zeit doch nichts erreicht,Als heisser die Begierde nur entzündet,Die ohnehin schon Tag und Nacht nicht schweigt.Und während so, der Tugend noch verbündet,Ich Sieger blieb, ersehn' ich doch mir immerDie Stunde nur, die Untergang mir kündet.
Nicht einen Kuss von rotem Mund erringt,Der Dichterling, der mit geheimem BebenVon Liebe nur in süssen Versen singt –
Nicht einen Kuss von rotem Mund erringt,
Der Dichterling, der mit geheimem Beben
Von Liebe nur in süssen Versen singt –
Ich hab sie gern dem Spotte preisgegeben,Fast für verächtlich hielt ich alle drei:Nun muss ich gleiches an mir selbst erleben!
Ich hab sie gern dem Spotte preisgegeben,
Fast für verächtlich hielt ich alle drei:
Nun muss ich gleiches an mir selbst erleben!
Ist's Tugend? Blödheit? Fromme Schwärmerei?Doch wag ich ihr kein einzig Wort zu sagen,Das ehrlich eingesteht, wie weit es sei.
Ist's Tugend? Blödheit? Fromme Schwärmerei?
Doch wag ich ihr kein einzig Wort zu sagen,
Das ehrlich eingesteht, wie weit es sei.
Ich schleich um sie herum seit manchen Tagen,Der Katze gleich, die um das Vöglein streicht,Nach dem sie lang schon frevle Lust getragen –
Ich schleich um sie herum seit manchen Tagen,
Der Katze gleich, die um das Vöglein streicht,
Nach dem sie lang schon frevle Lust getragen –
Und hab in aller Zeit doch nichts erreicht,Als heisser die Begierde nur entzündet,Die ohnehin schon Tag und Nacht nicht schweigt.
Und hab in aller Zeit doch nichts erreicht,
Als heisser die Begierde nur entzündet,
Die ohnehin schon Tag und Nacht nicht schweigt.
Und während so, der Tugend noch verbündet,Ich Sieger blieb, ersehn' ich doch mir immerDie Stunde nur, die Untergang mir kündet.
Und während so, der Tugend noch verbündet,
Ich Sieger blieb, ersehn' ich doch mir immer
Die Stunde nur, die Untergang mir kündet.
Mir ist zumut wie einem müden Schwimmer,Der selbst nicht fasst, dass er noch nicht ertrank.Nur eben wieder: in dem weissen ZimmerAn ihrer Seite sass ich stundenlangUnd plauderte von fremden, fernsten Dingen.Ich fühlte mich im Tiefsten wund und krank,Und dennoch konnten Scherze mir gelingen,Als sei ich grad zum Lustigsten bereit –Und als ich ging, ich schien mich kaum zu zwingen:Doch Kopf und Herz sind fürchterlich im Streit!
Mir ist zumut wie einem müden Schwimmer,Der selbst nicht fasst, dass er noch nicht ertrank.Nur eben wieder: in dem weissen Zimmer
Mir ist zumut wie einem müden Schwimmer,
Der selbst nicht fasst, dass er noch nicht ertrank.
Nur eben wieder: in dem weissen Zimmer
An ihrer Seite sass ich stundenlangUnd plauderte von fremden, fernsten Dingen.Ich fühlte mich im Tiefsten wund und krank,
An ihrer Seite sass ich stundenlang
Und plauderte von fremden, fernsten Dingen.
Ich fühlte mich im Tiefsten wund und krank,
Und dennoch konnten Scherze mir gelingen,Als sei ich grad zum Lustigsten bereit –Und als ich ging, ich schien mich kaum zu zwingen:
Und dennoch konnten Scherze mir gelingen,
Als sei ich grad zum Lustigsten bereit –
Und als ich ging, ich schien mich kaum zu zwingen:
Doch Kopf und Herz sind fürchterlich im Streit!
Doch Kopf und Herz sind fürchterlich im Streit!