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Es liegt in mir ein Hang zur Zärtlichkeit,Ich lieb es, einen weissen Arm zu küssen,Zu streicheln einen Strumpf, ein seidnes Kleid,Und sitze gern zu meiner Liebsten Füssen.Ein wenig lieb ich auch KoketterieUnd finde es noch süss, dafür zu büssen.Und jetzt erfahr ich – all das liebt auch sieUnd zeigt es mir mit soviel SchelmereiUnd Übermut – (ich ahnt' ihn früher nie!) –Dass, wäre mein gefangnes Herz noch frei,Es sicher heute anfing, ihr zu schlagen.Nun aber freu ich mich der Sklaverei,Die sie mir auferlegt seit manchen Tagen.Nur dünkt die Kette oft mir noch zu leicht;Ich liesse willig mich recht weidlich plagen,Und wär belohnt, wenn sie zum Dank vielleichtEntgeltend überstandene GefährdenZum Kusse mir die duft'gen Hände reicht.Wie küsst' ich oft sie, konnte satt nicht werden,Es neu zu tun, wenn neckend sie zum ScherzSich mir entzog mit reizenden Gebärden!Doch neu erhaschend drückt' ich sie an's Herz,Schlang fest den Arm um sie und sah sie an –Dann sprach sie leis – wie innig Glück und SchmerzMir in den Worten lag: »Du lieber Mann!«

Es liegt in mir ein Hang zur Zärtlichkeit,Ich lieb es, einen weissen Arm zu küssen,Zu streicheln einen Strumpf, ein seidnes Kleid,Und sitze gern zu meiner Liebsten Füssen.Ein wenig lieb ich auch KoketterieUnd finde es noch süss, dafür zu büssen.Und jetzt erfahr ich – all das liebt auch sieUnd zeigt es mir mit soviel SchelmereiUnd Übermut – (ich ahnt' ihn früher nie!) –Dass, wäre mein gefangnes Herz noch frei,Es sicher heute anfing, ihr zu schlagen.Nun aber freu ich mich der Sklaverei,Die sie mir auferlegt seit manchen Tagen.Nur dünkt die Kette oft mir noch zu leicht;Ich liesse willig mich recht weidlich plagen,Und wär belohnt, wenn sie zum Dank vielleichtEntgeltend überstandene GefährdenZum Kusse mir die duft'gen Hände reicht.

Es liegt in mir ein Hang zur Zärtlichkeit,Ich lieb es, einen weissen Arm zu küssen,Zu streicheln einen Strumpf, ein seidnes Kleid,

Es liegt in mir ein Hang zur Zärtlichkeit,

Ich lieb es, einen weissen Arm zu küssen,

Zu streicheln einen Strumpf, ein seidnes Kleid,

Und sitze gern zu meiner Liebsten Füssen.Ein wenig lieb ich auch KoketterieUnd finde es noch süss, dafür zu büssen.

Und sitze gern zu meiner Liebsten Füssen.

Ein wenig lieb ich auch Koketterie

Und finde es noch süss, dafür zu büssen.

Und jetzt erfahr ich – all das liebt auch sieUnd zeigt es mir mit soviel SchelmereiUnd Übermut – (ich ahnt' ihn früher nie!) –

Und jetzt erfahr ich – all das liebt auch sie

Und zeigt es mir mit soviel Schelmerei

Und Übermut – (ich ahnt' ihn früher nie!) –

Dass, wäre mein gefangnes Herz noch frei,Es sicher heute anfing, ihr zu schlagen.Nun aber freu ich mich der Sklaverei,

Dass, wäre mein gefangnes Herz noch frei,

Es sicher heute anfing, ihr zu schlagen.

Nun aber freu ich mich der Sklaverei,

Die sie mir auferlegt seit manchen Tagen.Nur dünkt die Kette oft mir noch zu leicht;Ich liesse willig mich recht weidlich plagen,

Die sie mir auferlegt seit manchen Tagen.

Nur dünkt die Kette oft mir noch zu leicht;

Ich liesse willig mich recht weidlich plagen,

Und wär belohnt, wenn sie zum Dank vielleichtEntgeltend überstandene GefährdenZum Kusse mir die duft'gen Hände reicht.

Und wär belohnt, wenn sie zum Dank vielleicht

Entgeltend überstandene Gefährden

Zum Kusse mir die duft'gen Hände reicht.

Wie küsst' ich oft sie, konnte satt nicht werden,Es neu zu tun, wenn neckend sie zum ScherzSich mir entzog mit reizenden Gebärden!Doch neu erhaschend drückt' ich sie an's Herz,Schlang fest den Arm um sie und sah sie an –Dann sprach sie leis – wie innig Glück und SchmerzMir in den Worten lag: »Du lieber Mann!«

Wie küsst' ich oft sie, konnte satt nicht werden,Es neu zu tun, wenn neckend sie zum ScherzSich mir entzog mit reizenden Gebärden!

Wie küsst' ich oft sie, konnte satt nicht werden,

Es neu zu tun, wenn neckend sie zum Scherz

Sich mir entzog mit reizenden Gebärden!

Doch neu erhaschend drückt' ich sie an's Herz,Schlang fest den Arm um sie und sah sie an –Dann sprach sie leis – wie innig Glück und Schmerz

Doch neu erhaschend drückt' ich sie an's Herz,

Schlang fest den Arm um sie und sah sie an –

Dann sprach sie leis – wie innig Glück und Schmerz

Mir in den Worten lag: »Du lieber Mann!«

Mir in den Worten lag: »Du lieber Mann!«


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