DREISSIG
Weißt du, daß du einmal alt wirst?!
Und daß die Männer sich nicht mehr es vorstellen werden können, daß du gefallen hast, ja,begehrenswertwarst?!
Diese fataleUmwandlungdeiner Person, die doch eigentlichdieselbegeblieben ist!?
Das wirst du alles erlebenmüssen, geliebteste Frau, und in Ruhe und in Würde, und inscheinbarerSelbstverständlichkeit!
Und siehe, noch ist einer da,
der dein Kopfkissen beneidet um dein Haupt,
und alle Düfte dieser schönen Erde
hergibt für den Duft deiner braunblonden Haare!
Nochist einer da, der die Weintraubenbeerebeneidet, in deinem Mund zu sein!
Und alles, alles, alles ist ihmheilig, was mit dirirgendwiezusammenhängt!
Auch dieser Zauber wird gebrochen werden, so oder so!
Was brauchst du, eigenwillig, eigensinnig, es zu beschleunigen?!
Lass’ es der Zeit! Sie hilft dir sowieso!