ENTZWEIT

ENTZWEIT

Oft sagte ich ihr, was mir an ihr nicht recht war — — —

ganz verzweifelt starrte sie mich mit bösem Blicke an.

Ein Abgrund öffnete sich, meine Liebe und ihre Freundschaft aufzunehmen.

Dunkel ward’s und kalt.

Hilflos ist die Frau in solchen Augenblicken, glaubt stets sich etwas zu vergeben, falls sie milde wird, ergeben,

fällt der bangen Stunde hilflos stumm anheim.

Ich sagte: „Hörst du die Holzfäller, den Schwarzspecht, riechst du der feuchten Wurzelstämme braunen Moder, siehst du die Bläue des letzten Enzians, fühlst du meinen Schmerz?“

Sie sagte: „Mit solchen Reden wollen Sie mich versöhnen?!“

„Mit solchen Reden nicht, doch überhaupt. Und irgendetwas muß gesprochen werden, sei’s dies, sei’s jenes. Vielleicht findet sich ein Wort — — —. Esmußein Wort einfachgefundenwerden, das sich wie eine Notbrücke von meiner Seele zu der deinen spannt!“

Und sie: „Siehst du, du bereust — — —.“

„Ja, ichbereue, daß meine Liebegrößer als meine Sehnsucht, dich zubessern, ist!“


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