GLEICH BEIM HOTEL

GLEICH BEIM HOTEL

Gleich beim Hotel, links von der weißen Straße

ist eine abschüssige Wiese, die niemand betritt.

Im Urzustande ist das vielfarbige Fleckchen.

Auf roten Disteln wiegte sich der Distelfink,

und graue Brennesseln bargen gelbe Schnecken.

Es war ein Gewirr von braun und grau und weiß,

mannshoch und dicht. Im Mondlicht lag es düster.

Hier erschaute ich der holden Jahreszeiten holden Wechsel.

Oberhalb wurde gebaut mit hunderttausend weißen Betonwürfeln,

und unten war das Bahngeleise nach Triest.

Hier aber, auf dem abschüssigen unzugänglichen Wiesenfleckchen, gab ein Monat dem anderen die Tür.

Ein jeder kam inseinemPrachtgewande.

Und jeden grüßte ich dankbaren Blicks.

Es war mein Kalender. Ich erkannte jeden Monat, jede Woche, ja jeden Tag an den Veränderungen.

Als alles blühenwollte, sah ich es voraus;

ich sah voraus, als alles sterbenmußte!

Wer wird dich nun betrachten, da ich fort bin?!

Esist, und ist dennochnicht mehr— — —.

L’âme, c’est la nature, devenueconscientede soi-même!

Et puis: La naturen’existeque lorsqu’on l’aime!


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