NOCH NICHT EINMAL SPLITTER VON GEDANKEN

NOCH NICHT EINMAL SPLITTER VON GEDANKEN

Dialog

„Sie haben erklärt, ich hätte die feinstmodellierten Nasenlöcher, die es gäbe?! Das ist nicht sehr viel — — —.“

„Nein, es istnurEdelrassigkeit!“

Extrakt eines Königinnenlebens:

„Die Königin fühlte sich am wohlsten, wenn sie bei einer edlen Zigarette, mit Gräfin P. A. über ihr Lieblingsthema, die Krankenpflege,plaudernkonnte.“

Die Philosophie:

Sie war die Lieblingsschülerin des berühmten alten Professors E. in Pr. Unddennochsagte sie: „Zu braunem Musselinkleide gehören eben unbedingt braune Strümpfe, braune Schuhe, brauner Schirm!“Dennoch?!Nein,deshalb!

Leben des Alternden

Immer bissiger und innerlich immer voller Tränen!

Leben des reichen Mädchens

„Ohne Beschäftigung könnte ich es nicht aushalten. Man muß es sich doch beweisen, daß manauchein Mensch ist!“

Es gibt Frauen, die von der Natur soluxuriösausgestattet wurden, daß sie sich denLuxusderLuxuslosigkeiterlauben dürfen! (Komtesse T...... W. E.).

Aus dem „Englischen“:

„Man sieht, wie wenig Gott von Geld hält, an den Leuten, die er damit ausstattet!“

Aus dem „Wienerischen“:

„Sö haben gar ka Idee, wie unangenehm i werd’n kann, wann i will!“

„Versuchen Sie es einmal, esnichtzu wollen!“

Aus dem „Französischen“:

Um ganz Pariserisch zu sprechen, braucht man es nurununterbrochenganz einfach innezuhaben, daß esviere gibt, das e muet, das e grave, das e égu, das e circonflexe, und sich danach zu richten! Aber das kann nur der geborene Pariser!

Als ich dem jungen Offizier mitteilte, ich hielte ihn für den Typus des „Eroberers“ und beneidete ihn um sein Glück bei Frauen, erwiderte er: „Schau’ns Peter, schau’ns, Glück gibt’s nicht! Die, bei denen man Glück hat, da ist es doch kein Glück. Die hat man von selbst. Dort erst wäre es erst ein Glück, wo mankeinGlück hat. Undgrad’ dahat man kein Glück!“

Das Geständnis auf dem Sterbebett.

28./8. 1912.

Aus Nyiregyhaza wird gemeldet: Das Mitglied des Munizipalrates und Direktor der Volksbank Anton F. wurde verhaftet. Seine Frau hat auf ihrem Sterbebettegestanden, daß er vor vier Jahren ein Haus in Brand gesteckt habe, um die Versicherungssumme zu erhalten für ihren Sommeraufenthalt!

Konklusion: Weihe deine Frau in nichts ein, sie könnte ausRacheoderreligiösem Bedenkenoder aus allgemeiner Stupidität dich verraten!

Moderne Gemäldegalerie der Armen: Farbiger Kunstdruck der „Jugend“, 50-25 Zentimeter, Emil Hoess:Rehe. Text von P. A.: „Es gibt Menschen, die sich an derAnmutdieser edlen Tiereberauschen! Es gibt Menschen, die derLeidenschaft der Jagdergeben sind! Es gibt Menschen, die,ohneRausch und Leidenschaft, gern Rehrücken mit Sauce Cumberlandfressen! Es gibtDichter,Don Juansundnormale Männer!“

Nur mit dir, Geliebte, hat das Leben für mich noch einen Reiz, aberohne dichhat es noch mehr Reiz!

Sie bewunderten sich gegenseitig — — — da war es ein Mißton! Sie bewunderten gemeinsam einen Schildkröt-Schirmgriff — — — da war es ein Akkord!

„Haben Sie mich noch gern?!“ fragt sie immer innerlich nach der ersten Umarmung. Weshalb fragt derherrliche Idiotnie: „HabenSie michnoch gern?!“

Schamgefühlist „ein Schutz für Unzulänglichkeiten“. Man verbirgt, waszu verbergenist! Treue ist auch ein Schutz. Wenn ich nur wüßte, wogegen?! Ah, ja, gegen dieGefahrender Treulosigkeit!

Essen, um das Vergnügen zu haben, zuessen!Hungern, um das Vergnügen zu haben, zuessen!Hungern, um das Vergnügen zu haben, zuhungern!

Philister,Lebenskünstler,Dichter!

Es gibt kein laues Bad von 27 Grad und keine gute Kernseife, die nicht jede Sünde der Frau hinwegwüschen!

Eine Frau, derichihrAllesbin — — — pfui Teufel!

Sie sagte: „Nie, nie, nie, werde ich Ihnen genug dankbar sein können!“

„Oh ja, Fräulein, wenn Sie mich Ihre Achselhöhlen küssen lassen!“

Das Schrecklichste ist, irgendeinen pathologischen Zustand, wie Rausch oder Eifersucht, nicht „ausschlafen“ zu können! Denn dazu ist ja der Schlaf da, daß man wieder „zur Besinnung“ komme, daß man „ein Vieh war“!

Schlafist der Verzeiher aller Sünden, die man dem armen Körper antut! Man darf daher nichtmehrSünden begehen als man Schlaf hat! EinigeSünden jedoch lassen sich nicht „ausschlafen“, z. B. zähes Fleisch mit Kohl. Auch die „Sünde der Faulheit“ läßt sich schwer ausschlafen. Je mehr man begeht, desto schläfriger wird man!

Es gibt zwei Sorten moderner Musiker — — — dieEhrlichen, das sind die, die den Richard Wagnerbestehlen! Und dieUnehrlichen, das sind die, dieoriginellsind!

Es gibt Dinge, die man nicht „modernisieren“ kann, z. B. den Kuckuckruf. Oh ja, man macht ein Rabengekrächze und nennt es „Kuckuckruf“!

„Der gute alte Richard Wagner“, sagen schon manche Vorge-trottelten!

Mit 82 Jahren ist man mit dem Tode schon sobefreundet, daß er einem die unangenehmsten Wahrheiten ungeniert ins Gesicht sagt!

Ein Gymnasialdirektor sagte zu jedem Abiturienten beim Abschiede: „Werden Sie General!“ Er meinte, in jedem Berufe könne man es zum General bringen!

Es war direkt interessant, wie völlig uninteressant die Dame war!

Es gibt keinen größeren Idealismus als den einer zärtlich liebevollen Mama. Selbst eine unangenehmeErkenntnis hat bei ihr noch die Gloriole von roten Herzbluttropfen!

Millionäre trösten uns immer damit, man könne sich auch an Austern „überessen“. Aber indiesen Zustandeben einmal zu gelangen, ist ja das Glück!

Ich fahre lieber in einem gefährlichen Automobil als in einem ungefährlichen Omnibus.

Man ist häufig genötigt, in der guten Gesellschaft das Wort „entzückend“ auszusprechen. Ich habe daher im Tonfall dabei bereits so viele Nuancen mir zurechtgelegt, daß eine Dame mir einmal, als ich etwas „entzückend“ fand, sagte: „Sie grober unverschämter Kerl! So ekelhaft ist es ja doch nicht, wie Sie es finden!“

Als der Kutscher uns liebenswürdig die Gegend erklärte, notierte ich bei jedem Bergnamen zehn Heller Trinkgeld. Als er die „Hohe Veitsch“ nannte, waren es bereits theoretisch 3 Kronen 70. Wir rundeten es auf 1 Krone 50 ab!

Die Art deines Gehens, o Fraue, wenn du eine Hoteltreppe langsam hinauf-, langsam heruntersteigst, ist bereits dein „Biografical essay“, eine Offenbarung deiner wirklichen untrüglichen Werte!

Ich sah sie im Speisesaal eine Zigarette rauchen und war entzückt. Ich wußte noch gar nicht, wasund wie sie sprechen würde. Sie hätte ewig schweigen dürfen, sitzen, rauchen, blicken — — —.

Das, was die Menschen uns nicht vortäuschenkönnen, nicht vortäuschenwollen,dassind sie! Ich habe Kinder gesehen, bei denen das „Nießen“ sogar entzückend war!

Man kann auch elegant zanken, elegant verzweifelt sein, man kann elegant langweilig sein, und sogar elegant ungezogen! Aber das ist das schwerste!

Siebezahlte Champagner undbeleidigtemich durch die Art, wie sie es tat!

Ichzahlte Champagner, und sieversöhntemich durch die Art, wie sie es annahm!

Eine Dame sagte: „Ich bitte, Herr Peter, welches ist das idealste Mundwasser?!“

„Ein idealer Zahnarzt! Denn dann braucht mangar keinMundwasser, janicht einmaleine Zahnbürste!“

Der Luxus der Frauen steht theoretischim umgekehrten VerhältniszurVollkommenheitihres Leibes! DemLeinenkleidefür 25 Kronen entspricht der Leib derPauline Bonaparte! Eine Dame sagte zu mir: „Diese blöden teuren Fetzen! Mich müssen’s nackert sehen! Dö Sachen verschandeln einen ja nur!“

Wenn ein Blumenmädchen in einem Vergnügungslokale an deinen Tisch tritt, dir für deine Dame eine Rose anzubieten, so muß die Damesoforterklären, daß sie keine wünsche. Sonst macht sie sichebenfallseiner Erpressung schuldig!

Wenn in einem Geschäfte eine Kundschaft nach einer Ware sich erkundigt, die nicht vorhanden ist, so haben die Verkäufer nichtstolz-abweisendzu erklären: „Nein, das führen wir nicht — — —!“, sondernzerknirscht-reuevoll.

Weshalb erhält man bei uns hölzerneFußschemelnur in denSpielereihandlungen, während die Geschäfte fürKücheneinrichtungensich beharrlich sträuben, dieselben zu führen?! Fußschemel sind keine Spielerei, und in der Küche braucht man Schemel — — —. Das sind unergründliche Geheimnisse der Geschäftswelt!

In Berlin kann man von März bis Oktober die riesigen Spiegelscheibenfenster in die Keller hinablassen, und man sitzt im Lokal gleichsam im Freien in guter Luft. Bei uns kann man das nicht. Wundert Sie das?! Mich nicht!

Unsere Auslage-Arrangeure wollen immer so viel als möglich vom Lager hinauszwängen, während geradeein einzelnes, besonderes Stückdieganze Führungdes Geschäftes, seinenGeistbereits dokumentierte!

Die Klosettfrauen sollten gezwungen werden, lose, einzelne Seifenblätter zu verkaufen. DiegemeinsameSeife erinnert fast an ein „gemeinsames Zahnbürstchen“!

Alle Menschen leben „über ihre Verhältnisse“, über ihre ökonomischen, sexuellen und vor allem über die ihres Verdauungsapparates! Daher ihre ewige Reizbarkeit und Unduldsamkeit. Irgend etwas bedrückt sie!

Ich sagte einst einem befreundeten jungen Restaurateur in G.: „Vor allem nimm jede nicht konvenierende Speisezurück, selbst im Falle einer krassen Ungerechtigkeit. Du machst immer noch dasbessereGeschäft, wenn du dieses eine Mal bei dem Hundskerl draufzahlst. Sonst redet er dir noch Hunderte ab!“

In den gutgehenden Geschäften sind die Bedienenden nervös, weilzu vielzu tun ist, und in den schlechtgehenden, weilzu wenigzu tun ist!

Wenn ein Zyniker in der Gesellschaft von Damen zynisch ist, so ist er esnur, weil alle diese Damen ihmkeinerlei Hochachtungeinflößen. Ich kann mir einen jeden Zyniker denken, der vor einer „innerlichen Kaiserin des Daseins“verstummte! Tut er es aber auch in diesem Falle nicht, dann ist er ein Zyniker!

„Ich verehre Euch, Meister Altenberg, seit Jahren. Aber wozu die Worte?! Ich möchte Euer letztes Werk erstehen. Was kostet es?!“

„Fünf Kronen.“

„Für drei Kronen würde ich es nehmen — — —. Aber eine schöne „persönliche Widmung“ erbitte ich mir natürlich!“

Ich schrieb eine persönliche Widmung: „Siehaben mir zwei Kronen abgehandelt,ichhabe es mir abhandeln lassen; jetzt wissen Sie, was anIhnenund anmirist!“

3jähriger Wahrheitsfanatiker, aus dem noch was werden kann:

„Wen hast du denn besonders lieb, Bubi?! Die Mama?!“

„Nicht besonders — — —.“

„Dein Schwesterchen?!“

„Nicht besonders — — —.“

„Wen also hast du besonders lieb?!“

„Die Schokolade!“

Liebesbrief:

„Oh, ich habe ein so grenzenloses Vertrauen zu Ihnen, daß ich es auch dann nicht verlieren könnte, wenn Sie es mißbrauchen würden!“

Höchstes Lob (Frau Dr. Eugenie Schw.):

„Mein lieber Peter Altenberg, mit keinem der sogenannten „Modernen“ könnten Sie sich vertragen! MitGottfried Kellerhätten Sie sichvertragen, obzwar Ihr von früh bis abenderbittert gestrittenhättet!“

Ausspruch:

„Wissen’s, bei uns in der Hofoper, ich mein’ beim Ballet, teilen wir die Künstlerinnen, Sängerinnen, natürlich nicht ein nach dem, was sie können, das is uns Tänzerinnen doch ganz egal, sondern nach dem, ob sie „betamt“ (liebenswürdig-menschenfreundlich) oder „unbetamt“ sind! Die Jüdinnen also sind alleunbetamtnatürlich, aber es gibt sogar unbetamteChristinnenbei uns! Und die sind noch ärger!“

Für 500 Kronen Honorar erklären dir die Ärzte, du habest „eine leichte Blutzirkulationsstörung“. Es sei nichts von Bedeutung. Für drei Kronen erklären sie dir, es sei ein leichter Schlaganfall. Die Hauptsache wäre, er solle sich ja nicht wiederholen!

Ein genialer Arzt verlor seine Stelle und erschoß sich, weil er sich jungen Patientinnen gegenüber schamlos benommen hatte. Sie fragen mich, was ich über den Fall dächte?! Ich rechne mir es aus: 57 Patientinnen in ihrer „Ehre“ gekränkt, 57 Tausend durch den Verlust des genialen Arzteseffektivgeschädigt!

„O, Herr von Altenberg, wie geht es Ihnen?! Noch immer nicht verheiratet?! Woran arbeiten Sie jetzt momentan?! Schwärmen Sie noch immer für schöne schlanke 15-Jährige?! Und überhaupt, was gibt es Neues in Ihrem reichbewegten Leben?!“

„Genehmigt!“ erwiderte ich gelassen und entfernte mich.

Jemand sagte zu mir (jeden Tag ist es ein anderer): „Sie sind der glücklichste Mensch! Sie haben keine Bedürfnisse!“

„Nein, ich habe keinerlei Bedürfnis, Bedürfnisse zu haben, die ich ja doch nicht befriedigen kann!“

Die Forelle, der Hecht sind gefährliche, ewig auf derRaublauerliegende Tiere. Aber man fängt sie geschickt mit irgendeinem Köder. Bei Frauen macht man es aber ungeschickt. Meistens reißen sie sich los und verspeisen nur den Köder!

Die Prinzessin sagte: „Man macht dem Sudermann immer den Vorwurf, daß er theatralisch sei. Das finde ich ungerecht. Wenn man das meinem Cousin, dem Louis Liechtenstein, nachsagen dürfte, so wäre es gerecht. Denn der hat’s nicht nötig. Aber der arme Sudermann, der ist doch dazu da, theatralisch zu sein!“

Ich sandte dem herrlichen 11jährigen Kinde Margit Kr. einen selbstgebundenen Strauß von hellblauen Skabiosen und gelben Teerosen. Die Mama sandte den Strauß zurück mit dem Bemerken, ihr Töchterchen sei nochminderjährig. Ich schrieb: „Gnädige Frau, wann erfolgt die Volljährigkeitserklärung fürSchönheit und Anmut?! Gott, Jesus Christus und die Dichter verstehen nichts von Kalenderberechnung!“

Das mystisch schöne Kind hatte eine unschöne Mama. Alle Damen sagten zu mir: „Sie wird derMutter nachgeraten!“ Endlich kam der wunderbare Vater an, wie ein Sieger-Torero. „Für einen Mann ist er viel, viel zu schön!“ sagten alle Damen. „Nun und das Kind?!“ sagte ich. „Weshalb soll es gerade ihm nachgeraten?! Weil Sie es sich erwünschen?!?“ Bestien!

Je lustiger, je übermütiger die Geliebte, desto verstimmter der Geliebte. Alles geht auf seine Kosten, Unkosten. Aber manche Männer nehmen regen Anteil — — — an diesem Diebstahl vor ihren Augen! Amüsement ist „Ablenkung des Herzens!“GutmütigkeitdesMannes— — —verbrecherischer Idiotismus!

Was nützt es dir, o Jüngling, daß du mit Sorgfalt und Geschmack ein Bukett zusammenstellest aus herrlichen Bergblumen und Gartenrosen?! Die Dame fühlt: „Die Bergblumen kosten nichts, und die sieben Rosen je eine Krone!“

Nur Juden haben die Ungezogenheit, mich zu fragen, weshalb ich stets an dickem, grünem, seidenem Kordon zwei herrliche Automobilpfeifen, Sirenen, trage!? Christen fragen das nie. Sie denken gleich: „Weil er ein Narr ist!“ Die Juden lassen sich durch die Frage noch wenigstens die Hoffnung offen!

Mein Gehirn hat Wichtigeres zu leisten als darüber nachzudenken, was Bernard Shaw mir zuverbergenwünscht, indem er mir esmitteilt!

Die modernen Damen verlängern sich die Fingernägel statt des Gehirnes. Das erstere scheint leichter zu sein!

Die Männer suchen ihre Damen von 8 Uhr morgens bis 11 Uhr nachts bei guter Laune zu erhalten! Wahrscheinlich wegen der übrigen Stunden!

Körperliche Vollkommenheit verpflichtet zu jeder anderen, geistig-seelischen Vollkommenheit! Aber glücklich die, die zu dieser Verpflichtungverpflichtetsind!

Ein runder Rücken ist nicht nur einrunder Rücken. Es bedeutet auch einenflachenBrustkasten!

Weshalb dieses unintelligente Sträuben gegen Nährmittelpräparate wie „Sanatogen“?! Jedenfalls wird es euch mehr nützen als Rostbratl mit Erdäpfelsalat! Ihr fürchtet euch vor zu viel Kräften?! Na ja, ihr müßt es ja wissen, wofür ihr sie dann doch nur verwendet!

Nährmittel haben zur Voraussetzung „eine ganze verfeinerte Kultur“. Sonst bleibe man bei dem a la Hunnen auf dem Sattel weichgerittenen Roastbeef!

Ich habe gelesen: Den Engländern fehlen leider zwei Sachen: Sinn für „feine zarte Küche“ und Sinn für „feine zarte Musik“. Jetzt weiß ich, weshalb sie die Welt unterjocht, viel Geld und viel Ehre gemacht haben!

„Ich habe meinen Gatten lieb, weil er mich reich ausstattet! Ich habe meinen Geliebten lieb,obwohler mich nicht reich ausstattet! Wie lieb hätte ich erst einen Geliebten, der mich reich ausstattet! Aber das gibt es ja gar nicht; der hat das doch nicht nötig, das wäre ja ein idiotischer Verschwender, den man unter Kuratel setzen müßte!“

„Ich denk’ über so viele Sachen nach, Gustav, und da werd’ ich ganz blöd. Wann ich einmal gar nicht nachdenk’, und was ganz Blödes sag’, dann sagen die Leut’, daß es riesig g’scheit is. Aber unbewußt sagen sie. Das heißt also, daß es doch blöd is, nicht, Gustav?!“ „Dummerl!“ sagte Gustav, das heißt: „Gscheidterl!“

Die 5jährige Edith sagte abends beim Abschiede zu mir: „Also wann, wann, wann — — —?!“

Da ergänzte die Mutter: „werden Sie morgen wiederkommen?!“

„Aber geh’, Mutti, das weiß er ja, was ich gemeint hab’!“

Je tiefer dieseelischeLiebe der Frau, destogeringerihre „physiologische“ Erregbarkeit. Das scheint schauerlich paradox zu sein! Die „Liebe“ verteilt ihre Erregung auf denGesamtorganismus, während minderwertige Gefühle nicht diese Kraft haben, sondern sichlokalisieren!

In jeder schönen Frau, in jeder wohlgestalteten, steckt die „Hure“. Sie kann nicht anders als Tag und Nacht von dem Gefühle gereizt, gekitzelt, erregt zu werden als dem: „Ich könntejedenMann selig machen, ihn in die letzten Räusche bringen!“ Eine Frau von diesemWeltenempfindenweg aufsichkonzentrieren wollen und können, ist das Wesen derglücklichen Liebe! Ich bezweifle, daß es bei einer wirklichvollkommen schönenFrau gelinge! Aber wie viel solcher gibt es?! Also gibt es doch viele „glückliche Liebende“. Und dann: die Frau rechnet mit ihrem allmählichen „schäbig-werden“. Das vermehrt die Chancen der — — — Idioten! Übrigens gibt es noch die sogenannte „gute Erziehung“. Ja, die Idioten haben Chancen!

„Ich bingewitzigt“, heißt: „Ich bin gewitzigt über die Dinge, über die ichgewitzigtbin. Aber über die Dinge, über die ichnoch nichtgewitzigt bin, über die bin ich noch nicht gewitzigt!“

Kinder rupfen zarten Insekten ihre überzarten Flügel aus. So machen esErwachsenedenDichtern!

„Sie reizen unsunnötigauf mit Ihren anarchistischen Theorien!“ sagte eine junge Dame zu mir.

Wie würde ich es erst tun, wenn ich esfür nötighielte!

„Woher nehmen Sie ununterbrochen Ihre Begeisterung für Frauen, Kinder, die Natur?!“ sagte jemand zu mir.

„Von Abführmitteln! Tamar Indien Grillon! Von meiner ‚inneren Unbeschwertheit‘!“

„Sie scherzen!“

„Gewiß. Denn Sie würden davon nurDiarrhöenkriegen!“

„Wir sind eben noch keine „chemischen Retorten! Schauen Sie doch die „Roßknödel“ an auf der Straße, woraus das Pferd seine ganze riesige Kraft gezogen hat!?“

„Ja, es ist eine wahreRoßnatur!“

„Was verstehen Sie eigentlich unter „Kunst“?!“ sagte ein Herr um Mitternacht, bei Champagner, zu mir.

„Da müssen Sie noch ein bisserl wasbardraufzahlen, wenn ich Ihnen die Frag’ jetzt beantworten soll!“

Wenn jemand magenkrank ist, so muß ein moderner Arzt ihn sogar fragen: „Haben Sie mit Ihrer Wäscherin nie so „leichte Konflikte“, oder verkehren Sie nicht mitärmerenLeuten alsSiesind, oder schläft Ihre Geliebte nicht gern bei anderen?!“SolcheKleinigkeiten schon können einen überempfindlichen Organismus aus dem sogenannten physiologischen Gleichgewichte bringen.

Wasdunicht willst, daßmandir tut,dastu’geschwind denandernan,dennsietun dir’sjedenfallsan!

Wasdunicht willst, daßmandir tut,dastu’geschwind denandernan,dennsietun dir’sjedenfallsan!

Wasdunicht willst, daßmandir tut,dastu’geschwind denandernan,dennsietun dir’sjedenfallsan!

Wasdunicht willst, daßmandir tut,

dastu’geschwind denandernan,

dennsietun dir’sjedenfallsan!

Jeder „Sport“ macht aus derromantischenNatur eine Zirkusmanege!

Musik ist: wie wenn die Seele plötzlich in einerfremden Spracheihreeigenespräche!


Back to IndexNext