Cedant Hesperii longe hinc, mala aurea, fructus;Ambrosia pascit mangostan et nectare divos.
Cedant Hesperii longe hinc, mala aurea, fructus;Ambrosia pascit mangostan et nectare divos.
Cedant Hesperii longe hinc, mala aurea, fructus;Ambrosia pascit mangostan et nectare divos.
Cedant Hesperii longe hinc, mala aurea, fructus;
Ambrosia pascit mangostan et nectare divos.
Sie sieht wie ein Lederapfel aus, birgt jedoch hinter der fingerdicken, tanninreichen Schale grosse Körner mit schneeweissem Fleisch, welches einen süss-säuerlichen aromatischen Geschmack hat.
Die Mangga (Mangifera Indica), die Rambutan (Nephelium lappaceum), die Djeruks (Citrus), welche jedoch bei weitem nicht so aromatisch sind, als die europäische Orange, die Duku’s, Langsat, die Labu (Lagenaria idolatria), die Samangka (Wassermelonen) u. s. w., alle diese zahlreichen Früchte werden bald »ein gesundes«, bald »ein ungesundes Essen« genannt; die einen werden ein Diureticum genannt, die andern hätten einen scharf reizenden Saft u. s. w.; wir werden uns im zweiten und dritten Theil noch mehr mit ihnen beschäftigen und wollen darum jetzt wieder zu unseren Erlebnissen auf Borneo zurückkehren.
Von den indischen Frauen, oder besser gesagt, von den Frauen in Indien, zu schreiben, ist eine dankbare Sache. Das Geistesleben aller Frauen Indiens, von der hochgebildeten europäischen Frau angefangen bis herab zu der Wilden, zeigt einen festen Punkt, die Liebe; aber wie die übrigen Fragen und Phasen des täglichen Lebens zu dieser Cardinalfrage sich verhalten, giebt den verschiedenen Frauen den eigenthümlichen Typus, welcher am besten mit dem Worte Charakter bezeichnet wird. Dass natürlich die Verhältnisse des Tropenlebens, die Erziehung, die gesellschaftlichen Verhältnisse auf die Formung des Charakters einen grossen Einfluss nehmen, ist selbstverständlich. Ob aber dieser Einfluss grösser oder kleiner sei als der, welcher bedingt ist durch die Abstammung, d. h. in unserem Falle durch die Vermischung mit den Kindern des Landes, wage ich nicht zu entscheiden. Oft gehen nämlich Kinder aus gemischter Ehe in einem Alter von wenigen Monaten nach Europa, geniessen eine europäische Erziehungund kehren erst als Erwachsene nach Indien zurück. »Sofort klettern sie auf die Palmen,« sagt der Malaye und deutet damit an, dass diese leichter wie die in Europa geborenen, und ebenso leicht als die in Indien erzogenen Europäer die Sprache, Sitten und Gebräuche des Landes annehmen. Die in Indien geborenen Europäer werdenKreolengenannt und zeigen in ihrem Charakter dieselben Eigenthümlichkeiten, als die der gemischten Rasse, wenn auch die Hautfarbe weiss ist und das Jochbein und Oberkiefer nicht so stark prominiren als bei den »Halbeuropäern«. Darum mag in diesem Buche der Ausdruck »indische Damen« alle europäischen Frauen umfassen, welche in Indien geboren und in Indien erzogen wurden, ohne Unterschied, ob Vater oder Mutter, ob Grossvater oder Grossmutter von Eingeborenen abstammen, oder ob selbst »kein Tropfen Eingeborenen-Bluts in ihren Adern rollt«. (Charakteristisch ist die Thatsache, dass nur sehr vereinzelt der Fall dasteht, dass ein Eingeborener eine europäische Frau heirathet, während das Umgekehrte nicht selten geschieht und zwar dass ein Europäer »die Mutter seiner Kinder« zum Altar führt.) Bei den »indischen Damen« zeigt sich die Vorliebe für die indische Toilette geradezu als Charaktereigenthümlichkeit; keine europäische Dame z. B. wird gegenwärtig in indischer Toilette im Salon erscheinen oder Abendgesellschaften aufsuchen. Die »indische Dame« jedoch sieht darin nichts Indecentes.
Zu D... sollte eines Abends grosser Empfang beim Residenten sein; der Militär-Commandant erschien mit seinem Officier um 7 Uhr in Galatenu und fand die Frau des Residenten in — indischer Toilette, weil sie mit ihren Freundinnen beim Kartenspiel vergessen hatte, dass an diesem Tage ihr Mann, der Resident, seinen »jour« habe. Um nicht die Gäste warten zu lassen, blieb sie in ihrer Haustoilette. Die militärischen Gäste verliessen jedoch auf Antrag ihres Chefs sofort das Gebäude. Dieser Fall ist allerdings vereinzelt. Eine europäische Dame hätte natürlich lieber die Gäste warten lassen, bis sie die Haustoilette abgelegt hatte, als in solcher Toilette zu »empfangen«. Denn diese besteht nur aus einem bunten Rock, der um den Unterleib geschlungen und mit einem Bande befestigt wird; ein Leibchen, mit mehr oder weniger Spitzen garnirt, bedeckt den Oberleib; die »indischen Damen« haben unter dem Leibchen (Kabaya genannt) ein Unterleibchen (Kutang), welches die Rolle eines Mieders vertritt undweiter nichts. Ein indiscreter Wind wird nicht gefährlich, weil der bunte Rock, Sarong genannt, eng anschliessend ist, und es darum nicht viel Geschicklichkeiterfordert, den Sarong nach dem Winde zu drehen. Ist der Sarong aber von schlechter Qualität und die Sonne fällt auf ihn, dann sieht man nicht nur dieäusserenConturen des Körpers, sondern die schwach durchfallenden Sonnenstrahlen geben oft ein sichtbares, wenn auch schwaches Bild der schlecht verdeckten Theile. Nicht nur aus Schicklichkeitsgründen, sondern auch aus hygienischen ist es darum zu empfehlen, dass die Damen Unterhosen tragen; man transpirirt stark in Indien, der Landwind ist oft kühl, er spielt oft unter dem Sarong, dass es Mühe kostet, ihm (dem Winde) den Eintritt zu wehren; Darmkrankheiten in Folge Erkältungen sind dann unvermeidlich. Eine sehr zweckmässigeHaustoilettesind Sarong und Kabaya, wenn darunter Unterhose und Flanellhemdchem (mit oder ohne Aermel) getragen werden, sie ist eine sehr praktische Nachttoilette für die Damen; auf die Strasse oder in den Empfangssalon gehört sie jedoch nicht. Ich weiss, dass diese meine Worte keinen Einfluss haben werden, denn die »indischen« Damen sind noch conservativer als die holländischen. Die indische Toilette entspricht zwar einem Bedürfniss. Wir würden in Europa im Hochsommer auch eine leichtere Kleidung für wünschenswerth finden; wir tragen aber der Schamhaftigkeit Rechnung und gewöhnen uns daran. Eine Unterhose und eventuell ein Flanellhemdchen unter der Kutang zu tragen, ist ja nicht so schwer, und es wäre damit dreierlei Vortheil erreicht: der Genuss einer leichten Toilette wäre verbunden mit der Schamhaftigkeit und dem hygienischen Vortheil eines Präservativs gegen Erkältung. — Dies ist auch die Toilette der eingeborenen Frauen, mit dem Unterschiede jedoch, dass die Kabaya sehr oft aus hell gefärbten Stoffen und nicht aus Leinwand mit Spitzen besteht; die Sonnenschirme und Kabaya sind schreiend roth, grün oder blau in allen möglichen Nuancen. Oft bestehen diese Kabayen aus Seide oder ähnlich glänzenden Stoffen, so dass das Auge von diesen grellen Farben — man sollte meinen — beleidigt, nein, im Gegentheil befriedigt wird. Gerade im Lande des ewigen Sommers mit dem hellen und scharfen Sonnenlicht gefiel mir dieses farbenreiche Kaleidoskop besser als in Europa, vielleicht, weil dieser »bäuerische« Geschmack dem ganzen Wesen der Malayen entspricht.
Von den Frauen der Dajaker werden ebenfalls bunte Kabayen getragen, und zwar bei ihren zahlreichen Festen; in ihrer Häuslichkeit ist der »saloi«, der kurze Sarong, ihr einziges Kleidungsstück, der von der Mitte des Unterleibes bis zum Knie reicht; bei einem Feste, welchesmir zu Ehren gegeben wurde, erschienen sie jedoch in ihrem Galatenu, d. h. im sarong und badju (Leibchen ohne Aermel). Es wurde ein Ladang angelegt, d. h. eintrockenesReisfeld. Wochen vorher wurde hinter dem Kampong ein niedriger Hügel durch Fällen der Bäume und Verbrennen der Reste von allen Pflanzen befreit. Zu der Aussaat des Reises wurde ich eingeladen. Eine Reihe von Männern bohrte mit einem zugespitzten Bambusstock Löcher in den Boden, und hinter ihnen stand eine Reihe von Mädchen und Frauen, welche einen Selindang nach malayischer Sitte trugen, ein Umschlagtuch, welches von der rechten Schulter zur linken Seite gezogen und befestigt wird, und darin war ein Körbchen mit dem Reis für die Aussaat. Endlich siegte die Natur über die Etiquette; die Mädchen und Frauen warfen Selindang und badju weg und rückten den Sarong in die Mitte des Bauches. Der Bildungsgrad dieser Frauen kann natürlich nicht mit europäischem Maassstab gemessen werden; sie spielen die Flöte, sie singen ihre Helden- und lyrischen Lieder und tanzen in anmuthigen Bewegungen ihre Chorreigen; im Uebrigen — lieben sie. Manche von ihnen hat auch in der Geschichte eine Rolle gespielt, wie z. B. Induambang, welche im grossen Aufstande gegen die Holländer im December 1859 die Dajaksche Helena war. Vor der Ehe führen sie ein so liederliches Leben, dass kaum jemals eine virgo intacta das Ehebett bestiegen hat. Kinder zu bekommen ist für solche Mädchen keine Schande; ehrlos ist sie jedoch, wenn der Vater nicht bekannt ist oder der Geliebte die Vaterschaft verleugnet.
Höher stehen natürlich die malayischen Mädchen und Frauen; von ihnen sind allerdings gewiss noch 95% Analphabeten, weil nur die Töchter der Häuptlinge die Schule besuchen, und zwar entweder die malayische oder die holländische Schule; läuft das malayische Mädchen von Borneo von 2–3 Jahren nackt auf der Strasse, mit einem silbernen Feigenblatt vor den Schamtheilen, welches mit einer Schnur um die Hüften gebunden wird, und Ringen an Händen und Füssen, so geht sie doch mit 7–8 Jahren schon mit einem Sarong und bunter Kapaya gekleidet, wenn sie die Schule besucht oder am Neujahrstag ihre Gratulationsvisite abstattet; sonst ist ihre Toilette der Sarong, welcher unter den Achseln befestigt wird; ihre Reife bekundet sie durch die Beschneidung, welche den meisten Europäern unbekannt ist, weil sie von einer Dukun (Hebamme) ohne Festlichkeiten ausgeführt wird. (Bei den Knaben hat die Beschneidung, wie wir sehen werden, immer einen mehr oder weniger öffentlichen Charakter.) Nach der Beschneidungtritt sie in alle Rechte einer heirathsfähigen Frau. Besonders die Häuptlinge auf den Inseln heirathen gerne eine junge Frau, um sicher ihres Kaufes zu sein, d. h. dass physisch und geistig der zarte Thau der Virginität erhalten sei; sie bezahlen auf Borneo 50–150 fl. Brautschatz; nur zu oft entläuft die junge Braut ihrem ältlichen Bräutigam, weil seine leidenschaftlichen Umarmungen schmerzhaft sind. Sie wird von ihren Eltern wieder in die Wohnung des Mannes gebracht, bis endlich dieser sein Ziel erreicht. Solche junge Frauen von 13–14 Jahren gehören bei den malayischen Häuptlingen Borneos zur Regel; sie sind dann auch zärtliche Frauen und finden sich recht gut in diese Rolle. Das ganze Aeussere ist bis auf die plattgedrückte Nase ein angenehmes, wenn sie kein Sirih kaut, die Zähne nicht schwarz färbt und nicht abfeilt. Das letzte ist natürlich Regel, weil es Volkssitte ist, aber oft unterlassen dieses jene Frauen, welche durch den Umgang mit den Europäern auch eine andere Geschmacksrichtung angenommen haben. So eine junge malayische Frau hat zierlich schöne Füsse, magere Hände mit langen, mit bunten Ringen geschmückten Fingern, welche etwas hyperextendirt, d. h. nach dem Rücken der Hand gebogen sind, eine schöne Büste, glänzend schwarze Haare und Augen, die Lippen sind etwas dick und die Ohrläppchen haben Oeffnungen von der Grösse einer Krone, welche ausgefüllt werden mit einem Cylinder, verziert mit zahlreichen Diamanten.[10]Das lange Haar wird auf dem Hinterkopf in einen grossen Knoten gebunden und trägt reiche Haarnadeln; der Sarong wird mit einem silbernen oder goldenen Gürtel über den Hüften, und die Kabaya mit 2–3 Nadeln, welche mit zierlichen Ketten verbunden sind, geschlossen. Auf den Armen tragen sie Armbänder.
Alle unsere drei Haushälterinnen waren Malayische Frauen, welche ihre Scepter im Hauptgebäude des Forts schwangen; nicht nur von den übrigen Soldatenfrauen, sondern auch von den Frauen und Männern des Kampongs wurde ihre Stellung sehr hoch geschätzt; die Eine fühlte sich als die Haushälterin des »Militär-Commandanten« als die höchste Person des Forts; die zweite fühlte sich in noch höherer Position, weil ihr »Mann« in der Caserne die höchste Autorität sei, und die dritte wollte von der gewichtigen Stellung ihrer zwei Colleginnen nichts wissen, weil sie die Tochter eines Hadji’s war und weil »ihr Mann« ein Doctor sei, von dem alle beide in allen täglichen Fragendes Lebens ganz und gar abhängig seien, und weil er den grössten Gehalt beziehe. Solche Debatten nahmen oft eine gefährliche Heftigkeit an; ich kam einst zu einer solchen thätlichen Scene; die Eine behielt ein Bündel Haare ihrer Nachbarin in Händen, während die dritte die Spuren eines Bisses im Oberarm für Wochen lang davon trug.
Während meines Aufenthaltes in Teweh, also vom April 1877 bis 1. Januar 1880, habe ich keine europäische Dame gesehen und gesprochen, und in Buntok, d. i. bis Oktober des Jahres 1880, habe ich im Ganzen nur mit drei europäischen Damen verkehren können. Die erste war eine »indische Dame«, und zwar die Frau des Controleurs, welcher in Buntok seinen Standplatz hatte und einige Wochen nach unserer Uebersiedelung von Teweh (1. Januar 1880) seine Frau zu sich kommen liess, weil er hoffte, durch die gleichzeitige Anwesenheit von Officieren seiner Frau wenigstens einige Gesellschaft und »Ansprache« bieten zu können. Die zwei andern Damen waren die Frauen von zwei Missionären, welche im Osten von dem Barituflusse, und zwar in Telang und Tamejang Layang, auf Kosten der Barmer Missionsgesellschaft der Bekehrung und Civilisirung der Dajaker sich gewidmet hatten. Späterhin habe ich nie mehr Gelegenheit gehabt, mit Missionären zu verkehren, und ich kann mir daher über die Arbeit dieser Männer im Allgemeinen aus Autopsie kein Urtheil erlauben. Von diesen zwei Männern jedoch bekam ich einen so ungleichen Eindruck, dass ich noch weniger das Thun und Lassen der Missionäre in Holländisch-Indienim Allgemeinenbeurtheilen kann. Folgender Anlass gab mir Gelegenheit, diese zwei protestantischen Familien im Innern Borneos aufzusuchen: Im Osten der Insel lebte der Sohn Suto-Ono’s, jenes Dajakers, welcher im Kriege der Jahre 1859–1863 ehrlich und treu der Holländischen Regierung zur Seite stand. Es war ein fürchterlicher Aufstand; die Kohlenminen von Pengaron wurden geplündert, der europäische Ingenieur ermordet; das Kriegsschiff »Onrust« mit Mann und Maus ausgemordet (auf seinem Kessel stand ich noch im Jahre 1878); der kleine Kreuzer No. 42 fiel ebenfalls in die Hände der Dajaker; Puhi Petak und die Schanze von van Thuyll wurden erobert u. s. w. Die malayische Bevölkerung, welche den Aufstand begonnen hatte, ermüdete bald im Kampfe mit den Holländern; Antasari war gestorben, Hidajat nach Java verbannt und Demang Lehmann zum Tode verurtheilt; doch die Dajaker setzten den Kampf fort, bis endlich die Uebermachtder europäischen Strategie und Waffen im Jahre 1864 dem Krieg ein Ende machte und das Sultanat von Bandjermasing beseitigte.[11]
Der Sohn des treuen Häuptlings Suto-Ono folgte in seiner Würde, und in dieser Eigenschaft schrieb er mir im Jahre 1880 einen Brief, und zwar in malayischer Sprache. Er theilte mir mit, dass in seinem Bezirke eine Dysenterie-Epidemie ausgebrochen sei, d. h. er gebrauchte diesen Ausdruck nicht; aber mit wenigen und doch so glücklich gewählten Ausdrücken beschrieb er die Symptome der unglücklichen Patienten, dass mir sofort das Bild der septischen Dysenterie deutlich wurde, und dass ich diese präcise und deutliche Schreibweise dieses Dajakers bewundern musste. Buntok lag in der Nähe der inficirten Gegend; ich fürchtete, dass die Epidemie unser Fort erreichen könnte, wenn sie in ihrem Fortschreiten nicht aufgehalten würde. Ich ging also mit diesem Brief zu dem Controleur, der ungefähr den Wirkungskreis eines Kreishauptmanns hat. Diesem routinirten Beamten kam der Brief sehr ungelegen, weil er in seinen stereotypen Bulletins: »Gesundheitszustand günstig, politische Verhältnisse günstig« Veränderung bringen sollte. »Wozu lassen Sie mich diesen Brief lesen?« frug er mich. »Vielleicht kann man diesen armen Dajakern Hülfe in ihren schweren Leiden bringen; vielleicht können die hygienischen Verhältnisse verbessert werden, so dass die Epidemie bald ein Ende nehme; nebstdem fürchte ich, dass sie das Fort erreiche, wo in einem relativ engen Raume 150 Menschen beisammen wohnen, und dass es dann zu spät sei, ›den Brunnen zuzudecken, wenn das Kalb schon ertrunken ist‹.« (Holl. Sprichwort.)
»Kennen Sie die Sitten und Gebräuche der Dajaker, dass Sie auch nur den geringsten Nutzen von einer hygienischen Maassregel erwarten?«
»Ja, gerade darum will ich dahin gehen, um nicht nur zu sorgen, dass diese unglücklichen Patienten von ihren so fürchterlichen Schmerzen befreit werden und heilen, sondern auch, dass die Fäcalien ...«
»Ah, jetzt verstehe ich Sie, Doctor! ...« und dabei machte er mit seinen Fingern die Bewegungen des Geldzählens.
Darauf konnte ich nichts anderes erwidern, als dass es mir sehr gleichgiltig sei, wie er über mich denke, dass ich ihn jedoch warne, mir noch einmal solche Insinuationen in’s Gesicht zu sagen, weil ich dann auch meine Finger bewegen würde, und zwar nicht in der Luft, sondern auf seiner Wange.
Zu dieser unparlamentarischen Antwort liess ich mich hinreissen, weil er mit seiner Fingerbewegung andeuten wollte, dass meine Theilnahme für die »unglücklichen« Dajaker nichts anderes als reine Geldspeculation sei.
Ich ging darnach zum Militär-Commandanten, erzählte ihm den Vorfall und bat ihn um einen Privat-Urlaub für einige Tage, um wenigstens etwas gegen diese Epidemie thun zu können. Da er nur für vier Tage die Befugniss hatte, nebstdem in meiner Abwesenheit den ärztlichen Beruf im Fort auf sich nehmen musste, so wollte er noch einmal mit dem Controleur darüber sprechen. Obwohl mit dieser kleinen Expedition grosse Unkosten verbunden waren, bat ich doch den Lieutenant T., von diesem Plan abzustehen, weil ich mit einem solchen Manne überhaupt nicht verkehren wollte, und weil ich fürchten musste, dass ein solcher Mann noch Aergeres im Stande zu thun sei, wenn es gälte, ihn aus seinem Dolce far niente herauszureissen. Ich bekam also meinen Urlaub für vier Tage, miethete einen Kahn mit sechs Ruderern, nahm für vier Tage Lebensmittel mit, und mein Bedienter, welcher einige dajaksche Worte sprach, war mein Dolmetsch, Küchenmeister, Gesellschafter u. s. w.
Der Kahn war so lang, dass ich darin liegen, während die dajakschen Ruderer und mein Bedienter bequem mit gekreuzten Füssen (nach ihrer Gewohnheit) sitzen konnten. Die hintere Hälfte des Kahnes hatte eine Decke aus Atap, welche mich vor Regen und Sonnenschein beschützte; Waffen nahm ich nicht mit, nach dem Princip, dass mir Einzelnen eine Waffe, Revolver oder Säbel, gegen eine Uebermacht unmöglich etwas helfen könnte, und dass »Vertrauen wieder Vertrauen gewinne«. Zwischen Buntok und Mengkatip befinden sich zahlreiche Nebenflüsse und Antassans; auf der Karrauw sollte ich das von der Epidemie heimgesuchte Gebiet erreichen. Dieser Fluss ist befahrbar und giebt den Weg nach dem Osten der Insel, in welcher ein langer Gebirgsstock von Nordwesten nach Südosten zieht. Zwischen ihm und dem Baritu sind zahlreiche Danaus mit ihrem düsteren, schwermüthigen Panorama. Telang war das Ziel meiner Reise, welches an einem kleinen Flusse desselben Namens liegt. Dieser ist wieder ein Nebenfluss des Sungei (kleiner Fluss), Siong, welcher zwischen dem S. Pattai und dem Karrauw (1° 37′ S. B.) in den Baritu sich ergiesst. Seine Ufer haben niedriges Gesträuch; seine Mündung ist mit Treibholz angefüllt, und unvergesslich bleibt mir die Reise, die ich damals auf diesem Wasser machen musste; dreimal habe ich die Kähne wechseln müssen, weil sie zu gross waren, und habe zuletzt ein Djukung, dienicht mehr als ein ausgehöhlter Baumstamm war, benützt. Es schwamm aber so viel Treibholz, dass die Ruderer nicht einmal den kleinen Kahn vorwärts bringen konnten; sie stiegen aus und sprangen auf den Stämmen umher, wie Onkel Tom auf den Eisschollen. Zuletzt war das Wasser nur noch 1 Meter tief, so dass mir die Dajaker den Platz im Kahne gönnten, ins Wasser stiegen und ihn über das Treibholz zogen. Wir waren in einem Antassan, d. h. in einem Wasserkanal, den der Strom in den weichen Alluvialboden gräbt oder vielmehr bohrt. Sein Ende war bald erreicht, und vor mir lag eine schöne, schneeweisse Strasse aus Kalkstein, welche zum Hause des Missionärs F. führte. Hier verblieb ich sechs Tage (inclusive der Tage der Ankunft und Abreise, welche der Militär-Commandant im Interesse der guten Sache nicht rechnete), und wenn auch mein Gastherr klagte, dass nach zehnjähriger Arbeit nur acht Familien den protestantischen Glauben angenommen haben, so machte dennoch seine Arbeit auf mich den günstigsten Eindruck. Die Dajaker lernten Lesen und Schreiben; zur Sonntags-Uebung versammelten sich über 30 Personen in der Kirche und sangen christliche Lieder in dajakscher Sprache, und zu den täglichen Andachtsübungen, im Hause des Missionärs selbst, sangen die dajakschen Bedienten deutsche Lieder. Leider habe ich bei einer solchen Gelegenheit der Frau des Missionärs zu einem unangenehmen Missverständniss Anlass gegeben. Es war ein schönes Genrebild; die Frau F. sass am Phisharmonium, und daneben ihre zwei Kinder mit wahren Engelsköpfen. Hinter ihnen stand ein junges, schönes dajakisches Mädchen. Es herrschte eine gewisse heilige Weihe in diesem Raume, und dieser Zauber erfasste mich mit voller Macht. Als wieder ein deutsches Lied begann, wollte ich die Aussprache der Dajakerin genauer unterscheiden und näherte mein Ohr dem Kopfe des Mädchens. Herr F., der neben mir sass, sah und verstand auch mein Verlangen; die Frau F. jedoch verkannte meine Absichten, und mit lauter drohender Stimme drang das Lied durch das Haus: »Nur Gott ist meine Liebe«, und stärker und stärker fielen die Hände auf die Tasten, bis ich den Wink verstand und den Kopf zurückzog.[12]
Sobald als möglich liess ich mich von dem Districtshäuptling herumführen und fand ein grosses Feld für meine Thätigkeit. Nicht allein, dass ich zahlreiche Patienten behandeln konnte (der Herr F.war Homöopath), sondern auch die Hygiene trat in ihre Rechte. Der Dajaker[13]lässt nämlich die Leiche drei Tage im Hause liegen, bis er sie in den Sarg giebt, welcher aus einem schweren Baum besteht; dieser Sarg bleibt entweder im Hause oder wird auf das Feld gebracht, wo er auf ein Gestell gelegt wird, mit einem Sonnenschirm über seinem Kopfe; in beiden Fällen ist der Sarg mit einem Deckel aus demselben Holze geschlossen und hat in der Mitte des Bodens eine Oeffnung mit einer kleinen Röhre; durch diese läuft ununterbrochen das Wasser ab, oder besser gesagt, die Flüssigkeit, welche beim Faulen der Leiche sich abscheidet. Man corrigirt, wenn die Leiche im Hause bleibt, den damit verbundenen Gestank dadurch, dass in den Topf, welcher die Fäulnissflüssigkeit auffängt, Harz, Oel und Kalk gegeben werden. Ob nun die Leiche auf dem Felde oder im Kampong bleibt, dauert es noch lange, bis das »Todtenfest« den Schlussstein des Begräbnisses besorgt. Man wartet, bis die Leiche ganz ausgetrocknet ist, oder man wartet, bis man das Geld hat, welches das Todtenfest kostet; also es verstreichen oft 1–2 Jahre, bis die Leiche verbrannt oder beigesetzt wird.
Bei meiner Ankunft hatten die meisten Verstorbenen nicht einmal einen Topf unter sich, um die Flüssigkeit der Fäulniss aufzufangen; nun dass dies Zustände sind, welche geradezu das Aufhören einer Epidemie unmöglich machen, bedarf keiner weiteren Erörterung. Natürlich gelang es mir nicht, die sofortige Bestattung der Leichen zu veranlassen, aber sie willigten ein, die Excremente u. s. w. mit Kalk, Schwefel und Asche zu begraben, und die Cadaver nicht im Hause, sondern auf dem Felde den Fäulnissprocess abwarten zu lassen.
Den folgenden Tag zog ich weiter in das Gebiet des Häuptlings und kam nach Tameang Layang, wohin mich der Herr F. begleitete. Auch hier wohnte ein Missionär von der Barmer Missionsgesellschaft mit Frau und Kind. Man kann sich keinen grelleren Contrast vorstellen als diese zwei Männer, welche im Innern von Borneo die Civilisation und das Christenthum verbreiten wollen. Der Eine, ein philosophisch geschulter, geistreicher Mann, welcher den Segen des Christenthums, aber auch den der europäischen Civilisation erkannt hat und fürbeidedas dajaksche Volk gewinnen will; der Andere, dessen Ideenkreis sicher nicht den des dajakschen Districtshäuptlings übertraf, beklagte nur, dass die Dajaker solche verstockte Heiden seienund durchaus das Christenthum nicht annehmen wollten, während der Herr F. mit Genugthuung im erfolgreichen Unterrichte in der Schule schon ein schönes Ziel sah, das er erreicht hat. Jener war früher Schmied; aber noch in Borneo hämmert er nur Einen Amboss, und zwar, dass die Sünde die Ursache aller Uebel sei, und zwar die Sünde im banalsten Sinne des Wortes; sein College konnte mir gegenüber nach solcher banalen Debatte nur kopfschüttelnd beifügen: »Ja, ja, mein College hat viel Amtseifer.« Auch pries er mit überschwänglichen Worten die Verdienste und Talente des Controleurs seines Bezirkes, weil er den Markttag der Dajaker, der früher jeden Sonntag gehalten wurde, auf den Montag verlegt hatte. Umgekehrt war seine Frau eine einfache, geduldige, tolerante Frau, während die Frau des Philosophen etwas fanatisch angelegt war. Ich muss es jedoch wiederholen, dass die sechs Tage, welche ich bei den Missionären verlebt habe, zu den schönsten meines Aufenthaltes auf Borneo gehören.
Einen schönen Schlag der Dajaker sah ich in diesen beiden Orten; an und für sich ist der Dajaker nicht so dunkel als der Malaye an der Küste, und doch fiel mir ihre blanke Hautfarbe auf, so dass ich den Districtshäuptling um Aufklärung ersuchte. Lächelnd zeigte er nur in der Ferne — die Ruinen eines Forts, welches vor zwanzig Jahren dort gestanden hatte. Diese Rasseverbesserung durch europäische Soldaten wird wohl dort ein Unicum gewesen sein, denn in Muarah Teweh hätte zwanzig Jahre später gewiss kein europäischer Soldat es gewagt, mit einer dajakschen Frau ein Liebesverhältniss anzuknüpfen. Eines Tages bekam ich Nachricht, dass im Kampong des Häuptlings Djatra die Blattern ausgebrochen seien. Bevor ich in Bandjermasing das Ansuchen um Vaccinestoff und um einen malayischen Vaccinateur machen wollte, musste ich wissen, ob die Berichte des Häuptlings richtig seien und wie viel Blatternkranke schon vorkämen. Ich machte mich also mit dem Districtshäuptling auf den Weg und kam per Kahn vor den Kampong, bei welchem alle Einwohner zu einem Feste vereinigt waren und, da es schon Nachmittag 5 Uhr war, dem Tuak (schwach alkoholisches Getränk) gut zugesprochen hatten. Kaum hatte ich den Fuss auf das Ufer gesetzt, als zwei junge hübsche Mädchen, nur mit dem Saloi gekleidet, auf mich zukamen. Hinter ihnen aber schwankte ein Dajaker, mit seinem Mandau bewaffnet, den Mädchen halb betrunken nach, streckte die Hand zum Grusse aus und rief wiederholt: Ich kenne Dich (saja kanal samah kowe). Die liebeslüsternen Augen der beiden jungen dajakschen Schönen waren mir zu gefährlich, undich zog mich in den Kahn zurück und begnügte mich, die Ziffern der Blatternkranken, welche Dakop mitgetheilt hatte, nach Bandjermasing einzusenden. — Auch habe ich zum ersten Male in Telang diese Andeutung gehört, dass die europäischen Soldaten sich mit den dajakschen Frauen abgegeben hätten.
Den sechsten Tag verliess ich also die beiden Missionäre mit dem Bewusstsein, was unter den herrschenden Umständen in so kurzer Zeit zu thun möglich war, auch gethan zu haben; d. h. ich gab den Missionären Winke zur Behandlung der Unglücklichen und zur Verbesserung der hygienischen Zustände. Unterwegs wurde mir ein Sägehai angeboten (Pristis antiquorum), welcher sich bis in die Nähe von Teweh verirrt hatte und dort eingefangen wurde, und zu Hause angekommen, berichtete ich meinem Chef nach Bandjermasing alle Maassregeln, die ich getroffen hatte. Da ich übrigens den Häuptling ersucht hatte, mich durch wöchentlichen Rapport von der Ausbreitung der Epidemie auf dem Laufenden zu erhalten, so erhielt ich ein gutes Bild von ihrem Verlaufe, der mich leider sehr beunruhigte; denn mit jeder Woche bekam ich Rapport aus Kampongs, welche näher dem Fort lagen, und nach zwei Monaten beschloss ich, wieder eine Inspectionsreise zu unternehmen. Ich ersuchte den Militär-Commandanten um einen eintägigen Urlaub, weil ich nur die Kampongs auf dem Ufer des Baritu besuchen wollte, von welchen ich aus dem erhaltenen Rapport den Krankenstand kannte. Den Abend vor meiner Abreise ging ich zu dem Controleur, um ihn davon zu verständigen. Er billigte zu meiner Ueberraschung meinen Plan, rieth mir aber, erst um 8 Uhr aufzubrechen, weil er um 6 Uhr denselben Weg nehmen müsse, um dem Residenten (Statthalter) bis zur Grenze seines Bezirks entgegen zu fahren. Arglos willigte ich natürlich ein, und als ich am folgenden Tage bei allen Kampongs, wo ich anlegte, hörte, dass zwei Stunden vorher der Controleur gewesen sei und dassgar keine Dysenterie-Patientensich unter ihnen befänden, dass diejenigen, von welchen sie in ihren Rapporten gesprochen hatten, schon gesund oder gestorben seien, und als sich dieses bei jedem Kampong wiederholte, und als ich nebstdem bei den meisten Kampongs oft Minuten lang warten musste, bis sich ein Häuptling oder überhaupt jemand am Anlegeplatz zeigte, da — fielen mir die Schuppen von den Augen. Ich kehrte um, weil ich doch keinen Nutzen von meiner Reise erwartete, und weil denselben Abend der Resident ankommen sollte. Bei dem officiellenEmpfange erzählte mir der Schiffskapitän des Dampfers folgenden Dialog zwischen dem Residenten und dem Controleur, welcher in seiner Gegenwart an Deck des Schiffes geführt wurde. Bei Mengkatip wäre der Controleur auf das Schiff gekommen und hätte ein Resumé von den Verhältnissen des Bezirkes gebracht. Zuletzt frug der Resident: »Wie steht es mit der Gesundheit am obern Lauf des Dussons?«
»Gut! Resident! Der Menschenmörder behauptet zwar, dass wir eine Dysenterie-Epidemie hätten, und er ist auch hier in der Nähe »auf Inspection«; aber nach meiner 19jährigen Erfahrung in den Tropen geschieht es immer in den Kenteringen, dass mehr Menschen sterben als sonst.«
»Wer ist das, der Menschenmörder?«
»Der Doctor!«
»So, derDoctorsagt, dass hier eine Dysenterie-Epidemie ist, und Sie sagen: dies hätte keine Bedeutung!! Vorläufig genug darüber!«
Nach dem officiellen Empfang, welcher auf dem Schiffe selbst stattfand, ging der Resident auf’s Land und besuchte zuerst den Militär-Commandanten und dann mich. Nachdem ich alles erzählt hatte, fand er nicht nur Anerkennung für meine Bemühung, sondern forderte mich auch auf zu »declariren«, d. h. für die zwei Reisen, welche ich im Interesse der armen Patienten gemacht hatte, nach dem üblichen Modus die Rechnung einzureichen; in meinem Range konnte ich 6 fl. per Tag Diät und sieben Ruderknechte für 1 fl. per Tag und Kopf in Rechnung bringen, so dass ich keinen Schaden erlitten hatte.
Bald darauf verminderte sich die Zahl der Kampongs, welche Dysenterie-Kranke bekamen, und die Zahl der Todesfälle, und zuletzt war die Epidemie ganz und gar erloschen.
Dieses war die erste, und beinahe möchte ich sagen, die einzige Dysenterie-Epidemie, welche ich in Indien gesehen habe; im Jahre 1895 habe ich in Magelang (Java) auch zahlreiche Dysenterie-Kranke gesehen; aber wie wir im Capitel »Java« sehen werden, kann in diesem Falle von einer Epidemie stricte dictu nicht gesprochen werden. Ja noch mehr, es ist noch die Frage, ob gegenwärtig in Java überhaupt noch Dysenteriefälle vorkommen. Von Laien wird die Diagnose »Dysenterie« sehr häufig gestellt, d. h. immer, sobald Blut im Stuhl sich zeigt; aber diese Diagnose erfordert noch ein wenig mehr. Der Arzt wird aber in gewöhnlichen Verhältnissen auf »Java« kaum alle Jahre einen Dysenteriefall zu Gesicht bekommen; mit Recht wurde sogar vor dem Jahre 1894 bezweifelt, ob überhaupt die Dysenteriatropica auf Java noch vorkomme; denn in der ganzen Armee wurden von 1891–94 12, 10, 9, 14, also durchschnittlich 11 Dysenterie-Kranke behandelt. Dieser Zweifel ist gerechtfertigt gegenüber jenem Theil der Bevölkerung, mit welchem der europäische Arzt in Berührung kommt; denn dieser Theil, mag es ein Europäer oder ein Eingeborener sein, trinkt kein Sawahwasser, ohne es zu filtriren, oder gebraucht nur artesisches Wasser (in den grossen Städten). Ob jedoch in jenen abgelegenen Kampongs, deren Bewohner niemals einen europäischen Arzt zu Rathe ziehen, noch gegenwärtig die Dysenterie vorkomme, weiss ich nicht; in der Armee, welche allein eine Statistik von nennenswerther Bedeutung herausgiebt, waren bis zum Jahr 1894 die Dysenteriefälle immer nur vereinzelt. In diesem Jahre brachte der Krieg auf Lombok mit seinen elenden und traurigen Erlebnissen eine grosse Zahl von Dysenteriefällen, welche nach Java evacuirt wurden; meistens kamen sie nach Magelang, wo auch noch später einzelne Fälle vorkamen, jedoch keine Epidemie sich einstellte. Diese einzelnen Fälle recrutirten sich auch aus Soldaten, welchenichtauf Lombok gewesen waren, wenigstens die letzten Wochen oder Monate vor ihrer Erkrankung, so dass, was übrigens nicht mehr eines Beweises bedarf, der infectiöse Charakter dieser Krankheit constatirt werden konnte.