Phrenetisches Lachen schallte aus dem Zimmer der Generalin dem Leichenzuge nach. Den Fackelschein, das Läuten der Glocken, hielt die freudige erwartungsvolle Mutter für das Zeichen, daß Alexis und Adelaide im hochzeitlichen Pomp sie einzuholen kämen. Das heftige Lachen endete mit einem Stickfluß — und als das Trauergefolge zurückkam, war wirklich Gräfin Ludmilla dem Theuersten, was sie auf Erden gehabt — ihrem Gemahl und ihrer Tochter nachgefolgt.
Phrenetisches Lachen schallte aus dem Zimmer der Generalin dem Leichenzuge nach. Den Fackelschein, das Läuten der Glocken, hielt die freudige erwartungsvolle Mutter für das Zeichen, daß Alexis und Adelaide im hochzeitlichen Pomp sie einzuholen kämen. Das heftige Lachen endete mit einem Stickfluß — und als das Trauergefolge zurückkam, war wirklich Gräfin Ludmilla dem Theuersten, was sie auf Erden gehabt — ihrem Gemahl und ihrer Tochter nachgefolgt.
Die Morgendämmerung fand den Prinzen in lebhaftem Gespräch mit Zynthio in des Letztern Zimmer.
Verschmerzen werde ich nie, und so gilts einerlei, eine Grad mehr oder weniger elend! sagte der Erstere, indem er vom Sopha aufsprang, und Adelaidens in schwarzen Flor gehüllte Guitarre ergriff. — Wie Prometheus wollte ich ein neues Fürstenglück und in ihm — Volksglück schaffen. Die erzürnte Politik schmiede mich dafür an den Felsen eine Ehe ohne Liebe; für den Geier laß die Bestimmung eines Fürsten nach der alten Schöpfung sorgen.
Herkules, mit Tugendkraft begabt, erlegte den Geier. —
Aber nie werden diese Saiten, von ihren Fingern belebt, wieder eines Menschen Ohr erfreuen, einem Herzen Wonne und harmonische Gefühle mittheilen. Und — darum — wie gesagt, ist’s alles eins. Zum Karnevall soll’s lustig zugehen in der Residenz; Trompeten und Pauken sollen — möchte ich mit Hamlet ausrufen — in kreischenden Tönen die erlauchte Begebenheit verkünden: daß der Fürst, als Schwiegerpapa einer Königstochter, sich einen Freudenrausch trinkt!
Ich werde, fern von Deutschland, dem edlen Sohn Glück wünschen, daß er seinem Vater den Freudentrunk zu reichen, groß und entschlossen genug war!
Es mag schön klingen — aber mir wird jeder solcher Wünsche ein Mißlaut seyn. — Wann reisen Sie?
In wenigen Wochen; Georg begleitet mich.
Auch dieser? — Nun gut, selbst der geringste Schatten aus meiner glücklichen Vergangenheit fliehet!
Mathilde brachte den übrigen Theil der Nacht ebenfalls schlaflos hin. Karolinens und Hochburgs Thränen hatten sich mit den ihrigen vereint; gleiches Gefühl ihres Verlusts brachte während den wenigen Stunden die Gemüther näher, als es in fröhlichen Zeiten kaum Monathe vermocht hätten.
Mein unglücklicher Vetter! flüsterte Fräulein von Elfen der Prinzessin zu. — Unaussprechlich ist sein Jammer — ihn erneuern wird meine Verbindung mit Graf Wallersee; denn auch seine Vermählung mit Adelaiden sollte mit der unsrigen an einem Tage vollzogen werden.
Er muß dieser Feierlichkeit ausweichen, antwortete Mathilde. Ueberhaupt wäre Beschäftigung, Zerstreuung das heilsamste für ihn. Wir wollen ihn dieser Einsamkeit entziehen —
Das wäre Wohlthat für den armen Julius, meinte Karoline.
Und als wohlthätige Absicht wenigstens nahm Graf Hochburg die schmeichelhafte Einladung Mathildens auf; in den nächsten acht Tagen trieb ihn sein rastloser Schmerz der Freundin seiner Adelaide, der Genossin des Trauerbundes, nach in die Residenz.