Man

Man

Daß auch das unpersönliche Fürwortmandekliniert werden kann, dessen sind sich die allerwenigsten bewußt. In der lebendigen Rede bilden sie zwar, ohne es zu wissen, diecasus obliquiganz richtig, aber wenn sie die Feder in die Hand nehmen, getrauen sie sich nicht, sie hinzuschreiben, sondern sinnen darüber nach, wie sie sich ausdrücken sollen. Der Junge, der von einem andern Jungen geneckt wird, sagt: laßeinendoch gehn! und wenn er sich über den Necker beschwert, sagt er: der neckteinenimmer. Auch der Erwachsne sagt: das kanneinemalle Tage begegnen. Und Lessing schreibt: machtmandas, waseinemso einfällt? – so was erinnerteinenmanchmal, woranmannicht gern erinnert sein will – mußmannicht grob sein, wenneinendie Leute sollen gehn lassen? – Goethe sagt sogar:einesHaus und Hof steht gut, aber wo soll bar Geld herkommen? Es ist also klar, diecasus obliquivonmanwerden in der lebendigen Sprache gebildet durcheines,einem,einen. Aber viele scheinen diese Ausdrucksweise jetzt nicht mehr für fein zu halten, scheinen sich einzubilden, daß sie nur der niedrigen Umgangssprache zukomme. Das ist bloßer Aberglaube, man kann sich gar nicht besser ausdrücken, als wie es Goethe getan hat, wenn er z. B. sagt: wennmanfür einen reichen Mann bekannt ist, so steht eseinemfrei, seinen Aufwand einzurichten, wiemanwill.


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