»Es wird spät, Mr. Curtis,« flüsterte endlich das holde Mädchen, indem sie leise die Hand entzog und von ihrem Stuhl aufstand — wie mit Purpur übergossen war ihr liebes Angesicht — »wir müssen uns für heute Abend trennen — sprechen Sie Morgen mit meinem Onkel.«
»Fanny,« sagte Curtis noch ein Mal und wollte seinen Arm um ihre Taille legen, »Sie haben mich zum Glücklichsten — «
Fanny stieß einen leisen Schrei aus, denn mit fürchterlichem Gepolter kam ein großer Stein zu dem niederen Kamin herunter, daß Funken und Asche weit umherstiebten; gleich darauf schlugen die draußen gelagerten Rüden an, und umbellten wüthend das Haus.
»Was um Gotteswillen?« rief Curtis.
»Sick' em!« sagte der alte Peterson im Schlaf die Hunde antreibend.
»Gute Nacht!« flüsterte Fanny dem Glücklichen zu; »gute Nacht, Mr. Curtis.«
»Gute Nacht, theuere, theuere Fanny!« rief dieser entzückt, drückte noch einen heißen Kuß auf die nicht widerstrebende, zierlich kleine Rechte und suchte dann ebenfalls das für ihn bereitete Lager.
Aber an Einschlafen war nicht zu denken, wie mit Schmiedehämmern tobte es ihm in den Schläfen, und wenn er sich auch unruhig bald auf diese, bald auf jene Seite warf, kein Schlummer kam in seine Augen; die Hähne krähten schon wieder, draußen im Walde kullerte der wilde Truthahn und die Eule heulte ihr Morgenlied, als er endlich in einen leisen Schlaf der Ermattung sank, aus dem ihn bald wieder das Holzschlagen des alten Peterson weckte, der gleich darauf mit einem schweren Klotze auf der Schulter in das Haus trat, und diesen, als Rückstück, in's Feuer warf.
Er sprang auf, kleidete sich an und folgte dem Alten vor die Thür. Hier gestand er ihm denn seine Liebe für dessen Nichte, behauptete ihrer Einwilligung gewiß zu sein und bat um seinen Segen und seine Zustimmung.
Peterson hatte es, nach Allem was er am vorigen Abend gesehen, erwartet, sprach sich aber recht herzlich gegen den Farmer aus, wie er sich freue, daß seine Nichte so vernünftig gewesen, eine so kluge Wahl zu treffen, und versprach ihm dafür zu sorgen, daß es ihm fortan recht gut und wohl gehen solle, da Fanny keineswegs unvermögend, dem Manne ihrer Wahl nicht allein ihre liebreizende Gestalt, sondern auch ein recht ansehnliches Grundeigenthum wie verschiedenes anderes bewegliches Besitzthum mitbrächte.
Noch an demselben Morgen ward Alles geordnet und Curtis wünschte nun mit seiner jungen Braut den Fourche la fave hinunter zu Mr. Houston, dem nächsten Friedensrichter, zu reiten, um dort mit ihr für immer vereinigt zu werden; Fanny aber bat den Bräutigam, ihr den Gefallen zu thun, und sie den Fluß hinauf zu dem etwa fünfzehn Meilen entfernten Richter Welmot zu begleiten, der, ein Freund ihres verstorbenen Vaters, stets den innigsten Antheil an ihr genommen und jetzt auch dem wichtigsten Schritte ihres Lebens beiwohnen solle.
Hiergegen ließ sich Nichts einwenden, Curtis war sehr gern damit zufrieden, und seinem Wunsche nach wären sie augenblicklich aufgebrochen; Fanny hatte aber noch so viel zu ordnen, so viel zu besorgen, daß der Nachmittag heranrückte, und erklärte nun, als der Vater vorschlug, den nächsten Morgen abzuwarten, »sie wünsche bei einer Freundin, die etwa auf der Hälfte Weges zwischen hier und dem Richter wohnte, zu übernachten, wo auch Mr. Curtis gern gesehen sein würde, da sie dort schon viel von ihm gesprochen.«
Wie hätte Curtis dem holden Mädchen die erste Bitte abschlagen können? was Fanny wünschte, geschah; um drei Uhr etwa brachen sie, herzlichen Abschied von Allen nehmend, auf, und der alte Peterson gab noch, da er der dringenden Arbeiten wegen nicht selber mitreiten konnte, der Nichte einen Zettel6für den Friedensrichter, der — freilich etwas unorthographisch, doch hinreichend war, jenen mit seinen Wünschen bekannt zu machen.
Wohl noch eine Stunde vor Dunkelwerden erreichten sie die Farm, in welcher Fanny die Nacht zu bleiben wünschte, wurden hier auf das Freundlichste bewillkommt, und schienen sogar erwartet zu sein, obgleich Curtis nicht begreifen konnte, wie das möglich war; die Unterhaltung ward übrigens sehr lebhaft geführt und Fanny ließ sich besonders viel von einem jungen Deutschen erzählen, der eben aus den Ozark-Gebirgen zurückkam und hier ebenfalls eingekehrt war, weil schwerdrängende Wetterwolken eine stürmische Nacht verkündeten.
Curtis fühlte sich übrigens sehr abgespannt; drei Nächte lang hatte er fast jedes Schlafes entbehrt, und die fortwährende Aufregung, in der er sich befunden, mußte überdies noch dazu beitragen, die Ermattung und Erschlaffung seines ganzen Nervensystems zu entschuldigen. Der Farmer bemerkte auch bald seine Müdigkeit, winkte ihm seitab, und führte ihn in die Ecke zu seinem Lager von weichgebreiteten Hirschfellen, auf das er sich warf, und hier bald dem Schlummergott, der ihm so lange treulos gewesen, in die Arme sank.
In der Nacht machten die Hunde einmal einen fürchterlichen Lärmen, und Curtis träumte, es fiele wieder ein Stein im Kamin herunter; er wachte aber nicht davon auf, und erst ein unruhiges Umherlaufen im Haus, und ein Auf- und Zuschlagen der Thüren erweckte ihn.
Es war schon heller Tag, die Sonne schien durch die Seitenspalten des Blockhauses, als sie eben die dunkelwogenden Fichtenwipfel überstieg, und der Deutsche schnürte vor dem Kamin die wollene Decke zusammen, um seine Wanderung, den Fluß hinunter, fortzusetzen; Fanny konnte aber auch noch nicht auf sein, denn er sah sie nirgends.
Mit außerordentlicher Geschicklichkeit, die auch wirklich nur dem daran gewöhnten Hinterwäldler eigen ist, kleidete er sich jetzt unter der Bettdecke soweit an, daß er aufstehen und seine Toilette vor den übrigen Mitgliedern der Familie vollenden konnte und trat nun ebenfalls zum Feuer.
Fanny ließ noch immer Nichts von sich sehen.
»Mr. Curtis,« sagte endlich der alte Farmer, als er die ungeduldigen Blicke bemerkte, die der feurige Liebhaber nach den Gardinen warf, hinter denen die Geliebte noch immer weilte; »Mr. Curtis, wissen Sie es schon?«
»Wissen Sie?« frug Curtis überrascht — »wissen? was?«
»Sie wissen also Nichts davon?« sagte jener kopfschüttelnd.
»Von was denn, um Gotteswillen?«
»Hm!« sagte der Alte —
»Mr. Peterson, Sie bringen mich in Verzweiflung; was ist vorgefallen? was soll ich wissen? so reden Sie doch — wo ist Fanny?«
William, Petersons ältester Sohn, winkte dem Ungeduldigen auf bedeutungsvolle Art und verließ das Haus. Curtis drückte sich den Hut auf den Kopf und folgte ihm schnell — ihm ahnte Schreckliches.
»Mr. Curtis,« sagte William, als er hinter der Fenz, da wo sie das Haus nicht mehr sehen konnten, stehen blieb — »Mr. Curtis, ich habe einen Auftrag an Sie auszurichten?«
»Auftrag — von wem?«
»Von Miß Fanny Lowland!«
»Von meiner Braut?«
»Von Miß Fanny Lowland.«
»Mann Gottes, ist sie denn nicht mehr im Hause? ist sie wieder heimgekehrt?«
»Nein; sie ist zum Friedensrichter,« sagte William.
»Zum Friedensrichter?« rief Curtis plötzlich beruhigt, »ja das ist was anderes; aber so lange hätte sie doch noch warten können, bis ich mich angezogen hatte. Ja da muß ich gleich nach — «
»Bitte,« sagte William und hielt den Forteilenden zurück — »ich habe auch noch ein kleines Briefchen an Sie abzugeben.«
»Einen Brief? von wem?«
»Von Miß Fanny Lowland!«
»Von meiner Braut?«
»Von Miß Fanny Lowland.«
»Der Mensch macht mich noch wahnsinnig,« dachte Curtis, und riß dem Lächelnden das zusammengefaltete Papier aus der Hand. Es war versiegelt, und enthielt, mit Bleistift geschrieben, die folgende, tröstliche Nachricht.
»Dear Sir—Kaum darf ich hoffen, daß Sie mir eine List verzeihen, zu der mich freilich nur die Nothwehr gezwungen hat. Ich liebe einen jungen Mann, einen Advocaten aus Cincinnati, und mein Onkel hätte mir noch Jahrelang seine Einwilligung versagt, da hörte ich von Ihrer Ankunft. Schon am Tag vorher, ehe Sie unser Haus betraten, war die Nachricht gekommen, daß Sie bei Smeiers um die Hand der Tochter angehalten, und da zwischen dort und unserem Hause nur drei Farmen lagen, von denen nur auf zweien heirathsfähige Mädchen lebten, so konnten wir mit Gewißheit darauf rechnen, Sie gestern bei uns zu sehen. Mein Plan war augenblicklich gefaßt; durch Sie mußte ich die schriftliche Erlaubniß meines Onkels bekommen, mich zu verheirathen — ich sandte meinem Bräutigam durch einen sicheren Neger Kunde, und versuchte nun selbst, Ihr Herz für mich zu gewinnen. Ich will aber nicht eitel sein, ich will es nicht meinen Reizen zuschreiben, die mir das Ihrige so schnell eroberten; doch sei dem wie ihm wolle, mein Plan gelang, ich erhielt das Papier; Sie selber führten mich in die Arme meines Bräutigams, der Sie am vorigen Abend erst mit dem Stein erschreckte, und dann gegen Morgen kam, mich abzuholen. Ich bin, wenn Sie diese Zeilen erhalten, — sein Weib.«
»Dear Sir—Kaum darf ich hoffen, daß Sie mir eine List verzeihen, zu der mich freilich nur die Nothwehr gezwungen hat. Ich liebe einen jungen Mann, einen Advocaten aus Cincinnati, und mein Onkel hätte mir noch Jahrelang seine Einwilligung versagt, da hörte ich von Ihrer Ankunft. Schon am Tag vorher, ehe Sie unser Haus betraten, war die Nachricht gekommen, daß Sie bei Smeiers um die Hand der Tochter angehalten, und da zwischen dort und unserem Hause nur drei Farmen lagen, von denen nur auf zweien heirathsfähige Mädchen lebten, so konnten wir mit Gewißheit darauf rechnen, Sie gestern bei uns zu sehen. Mein Plan war augenblicklich gefaßt; durch Sie mußte ich die schriftliche Erlaubniß meines Onkels bekommen, mich zu verheirathen — ich sandte meinem Bräutigam durch einen sicheren Neger Kunde, und versuchte nun selbst, Ihr Herz für mich zu gewinnen. Ich will aber nicht eitel sein, ich will es nicht meinen Reizen zuschreiben, die mir das Ihrige so schnell eroberten; doch sei dem wie ihm wolle, mein Plan gelang, ich erhielt das Papier; Sie selber führten mich in die Arme meines Bräutigams, der Sie am vorigen Abend erst mit dem Stein erschreckte, und dann gegen Morgen kam, mich abzuholen. Ich bin, wenn Sie diese Zeilen erhalten, — sein Weib.«
Curtis starrte mehrere Secunden verblüfft in das Antlitz seines Begleiters — dann fuhr er fort zu lesen.
»Zürnen sie mir nicht, aber ich war stets ein wildes, unfolgsames Kind, und verdiente weder Sie noch ihren kleinen Neger, noch die hundert und fünfzig Dollar — leben Sie wohl und machen Sie eine Andere glücklich.«»P. S.Meine Cousinen wußten Nichts von meiner List, auch Peterson's haben es nicht erfahren, nur William, der junge Mann, der Ihnen diesen Brief übergiebt, ist im Geheimniß — ihm können Sie vertrauen. Er hat zwei liebenswürdige Schwestern; und da Sie gerade an Ort und Stelle sind — doch einem Manne von Ihrer Erfahrung — «
»Zürnen sie mir nicht, aber ich war stets ein wildes, unfolgsames Kind, und verdiente weder Sie noch ihren kleinen Neger, noch die hundert und fünfzig Dollar — leben Sie wohl und machen Sie eine Andere glücklich.«
»P. S.Meine Cousinen wußten Nichts von meiner List, auch Peterson's haben es nicht erfahren, nur William, der junge Mann, der Ihnen diesen Brief übergiebt, ist im Geheimniß — ihm können Sie vertrauen. Er hat zwei liebenswürdige Schwestern; und da Sie gerade an Ort und Stelle sind — doch einem Manne von Ihrer Erfahrung — «
Curtis warf den Brief auf die Erde und trat ihn so lange mit den Hacken seines Stiefels in den weichen Erdboden hinein, bis er auch nicht die Spur mehr davon entdecken konnte; dann wandte er sich wild gegen den jungen Mann und wollte seinem Grimm in tobenden Worten Luft machen; dieser legte jedoch warnend und beschwichtigend den Finger auf den Mund, trat lächelnd näher und sagte leise, des Ärgerlichen Arm ergreifend:
»Pst, Mr. Curtis — Blatt vor den Mund — um Gottes Willen Blatt vor den Mund; bis jetzt weiß die Sache keiner als wir Beide, denn Miß Fanny oder — Mrs. Grey kommt, wenn sie zurückkehrt, wahrscheinlich nicht hier wieder vorbei — alsostillgeschwiegen,das ist das Gescheidteste, was Sie unter den Verhältnissen thun können. Mit einem Mädchen, das Sie nicht liebt, wären Sie überdies nie glücklich geworden.«
»Ich will ihr nach« knirschte Curtis.
»Um ausgelacht zu werden?« meinte William. »wollen Sie einen guten Rath annehmen, Mr. Curtis?«
Curtis sah fragend zu ihm auf.
»Sie suchen eine Frau, und werden überall abgewiesen — «
»Sir!«
»Ich meine es gut, Mr. Curtis, bei Gott, ich meine es gut, aber — gehen Sie in einen anderen Staat, wenigstens in ein anderes County. Sie wissen nicht, wie schwer es hält, Vorurtheile zu besiegen.«
»Mr. Peterson, ich werde Sie um Ihren Rath ersuchen, wenn ich dessen bedarf,« rief Curtis entrüstet, eilte zum Hause zurück, warf dort seinen Sattel auf das höchst unmuthig wiehernde Pferd, dem es gar nicht behagen wollte, einen neuen Ritt ohne vorhergenossenes Frühstück anzutreten, drückte ihm den Zaum in's Gebiß, den er sich nicht einmal die Zeit nahm festzuschnallen, schwang sich hinauf und sprengte, ohne auch Jemanden »good bye« oder ein sonstiges Abschiedswort zu sagen, wie besessen die Straße hinauf, dem Hause des Friedensrichters zu.
Der frühe Ritt aber, der kalte Nordwind, der durch den Wald dahin strich, und die noch von den Zweigen träufelnden Regenperlen, die der nächtliche Sturm in dem Nadelholz zurückgelassen, kühlte seine Wangen und — seinen Jähzorn. Er hatte zuerst im Sinn gehabt, wie ein zürnender Gott vor das Mädchen zu treten, das ihn so schändlich hintergangen, aber des jungen Peterson's Worte: »Sie werden nur ausgelacht,« schallten noch immer in seinen Ohren.
»Ausgelacht?« er hielt sein Pferd an, und blickte nachdenkend auf die Straße nieder; »ausgelacht— und hat jenes — Geschöpf — verdient, daß ich mich so um sie ärgere?« Sein Auge fiel auf die frisch eingedrückten Spuren zweier Pferde, von denen er die einen augenblicklich als die Spuren des Poneys erkannte, das Fanny gestern geritten.
Curtis — der fromme Curtis fluchte — er schwur, er wolle verdammt sein, wenn er nicht Rache — »nein — er wollenichtverdammt sein« — sagte er plötzlich, indem er den Zügel losließ, den Hut abnahm und sich mit der Hand hinter dem Ohre kratzte.
»Curtis!« sprach er dann nach kleiner Weile vor sich hin, »Curtis, bist Du nicht ein rechter strafwürdiger Narr gewesen?«
Das Pferd nickte ein paar Mal mit dem Kopfe auf und nieder und wieherte — es hatte Hunger. »Hast Du Dich nicht in der Ansiedelung zweck- und ziellos umhergehetzt?« fuhr der Reiter fort, ohne des Pferdes Bewegung weiter zu beachten, »hast Du nicht nach Glaskorallen draußen im Weiten gesucht, während Du einen Diamant im eigenen Hause hegst? Curtis — Du hast diese Strafe verdient — lange hättest Du merken müssen, daß Dir Nancy gut sei, und — gestehe es Dir nur ein, Duhastes gemerkt, Du hast es gefühlt, daß sie Dich heimlich liebe, aber von schnöder Geldgier, von dem Drang mehr und mehr Dein eigen zu nennen getrieben, verachtest Du ein Herz, das Dir mit treuer Liebe entgegen schlug, und das in Leid und Freud' bei Dir ausharrte, nur um Dich zu trösten und zu pflegen.«
Er schwieg und sah wohl mehrere Minuten lang sinnend vor sich nieder, dann aber, wie von einem unwiderruflichen festbeschlossenen Gedanken durchglüht, setzte er den Hut wieder auf, ergriff den Zügel, lenkte den Braunen herum, der mit der größten Bereitwilligkeit Folge leistete, und sprengte dann »daß Kies und Funken stoben« — zurück, der eigenen Heimath zu.
Aber nicht an Peterson's Hause wollte er vorüber, deshalb verließ er bald die breite ausgehauene Countystraße und trabte durch den Wald dem Flusse zu, den er an einer bekannten Furth kreuzte; die Niederung dann durchschneidend erreichte er bald den Fuß der südlich liegenden Hügel, wo er wußte, daß er, ohne an einer Ansiedelung vorüber zu kommen, seine eigene Farm erreichen konnte, und sprengte dann mit verhängtem Zügel und so schnell ihn des Braunen Füße tragen konnten, weiter.
Unterwegs aber überdachte er in zürnendem Sinnen die Körbe — die ganze Korbhandlung, die er erhalten, und grollte mit dem Schicksal, das ihn dazu verdammt habe, überall seine Hoffnungen zertrümmert, seine Pläne untergraben zu sehen. War es aber das Schicksal, das Alles dieses verübt? war es ein böses Fatum, das über seinen Handlungen wachte und die schönsten Keime noch in der Blüthe erstickte? — nein — er hatte sonst in Allem Glück, seine Erndten gehörten stets zu den besten, sein Viehstand wuchs mit jedem Jahre stärker, als er es selber zu hoffen wagte; keinem anderen Ansiedler am Fourche la fave zerriß der Panther weniger Kälber oder der Bär weniger Schweine, und kein Haus war weniger vom kalten Fieber heimgesucht gewesen, als gerade Curtis; dabei war er ein ordentlicher, fleißiger und braver Mann, nicht streitsüchtig, aber tapfer und unerschrocken, wo es galt, seinen Mann zu stehen, und bei der Arbeit unermüdlich.
Woher nun konnte es kommen, daß er von allen Mädchen, um die er anhielt, verschmäht wurde, die noch überdies zu all den obigen Eigenschaften seine Verhältnisse kannten, die in diesen anspruchslosen Gegenden wirklich an Wohlhabenheit grenzten. Kaum glaublich ist es, aber die Ursache lag einzig und allein in jener Angewohnheit, von seinem kleinen Neger und seinem baaren Gelde zu sprechen; er warverlachtundverspottetworden, und irgend Eines der Mädchen hätte lieber einen anerkanntenSchuftgeheirathet, als einen Mann, der sich einmal —lächerlichgemacht.
Curtis fühlte das jetzt selbst, und er beschloß hinfüro die Aufzählung seines Eigenthums zu verschieben, bis er darum gefragt werde — »doch« — fuhr er dann in seinem Selbstgespräche fort — »was bedarf ich dessen weiter — Nancy liebt mich auch mit meinen Schwächen, denn sie kennt meine guten Eigenschaften ebenfalls, und ich werde jetzt das Glück zu Hause finden, das ich, Thor der ich war, vergebens unter Fremden suchte.«
Diese Nacht lagerte er bei einem alten Jäger, der, ziemlich abgeschieden von anderen Ansiedelungen, sich dicht am Flussesufer eine kleine Hütte gebaut hatte, Viehzucht trieb und dabei jagte. Er fand dort gastliche Aufnahme und Nahrung für sich und sein Pferd; schlief auch, da er die Gewißheit hatte, der Alte könne Nichts von seinem Unglück erfahren haben, sanft und ruhig die Nacht, und war am andern Morgen, als die Sonne eben erst den äußersten Hügelsaum vergoldete, schon wieder unter Weges.
Ihn trieb jetzt die Sehnsucht heim, wie sie ihn vor wenigen Tagen fortgetrieben, und freudig und stürmisch klopfte sein Herz, als er endlich das eigene Dach hinter den maigrünen Maulbeerbäumen, die dem Hofe Schatten gaben, hervorschimmern sah.
Der Braune wieherte ebenfalls vor Freuden, als er den heimischen Trog erblickte, und Curtis streichelte ihm im Mitgefühl den schöngeformten Hals. — Ha — da war Nancy — sie hatte das bekannte Wiehern des Braunen gehört, und war in die Thür gesprungen, das heimkehrende Paar zu begrüßen, das heißt, nicht etwa den Braunen und dessen Herrn, sondern den Herrn und dessen — Frau; sie blieb auch etwas überrascht in der Thüre stehen, als sie Mr. Curtis allein zurückkehren sah; dieser aber drückte dem treuen Thier die Hacken in die Seite, sprengte bis dicht vor die Pforte, blieb dort plötzlich mit einem Ruck halten, und sagte:
»Guten Morgen, Nancy?«
»Ei guten Morgen, Mr. Curtis,« rief das fröhliche Mädchen, »Sie scheinen ja heute gewaltig guter Laune zu sein; ich dachte aber Sie brächten Gesellschaft?«
»Wie gehts Nancy?« frug Mr. Curtis, ohne jedoch auf die letzte Bemerkung weiter zu achten, indem er immer noch vor dem Hause hielt, und zu ihr aufsah — »wie ist es die Tage über gegangen?«
»Danke — gut, Mr. Curtis — sehr gut — aber warum steigen Sie denn nicht ab? wo bleibt denn der Besuch? ich habe das ganze Haus gescheuert und gekehrt.«
»Schadet Nichts, Nancy,« sagte Mr. Curtis, und sah sinnend auf den — kleinen Neger nieder, der höchst bedeutungsvoll vor ihm stand und dem Pferde nach dem Zügel griff — »ja Bob,« rief er diesem dann zu, »führ ihn fort und füttere ihn gut, ich reite nun sobald nicht wieder aus, der Braune soll sich eine Woche pflegen, denn zu Richter Houstons nebenbei können wir zu Fuße gehn. Höre Nancy,« wandte er sich dann an das junge Mädchen — »ich hab Dir viel zu erzählen, und muß Dich um etwas fragen.« —
»Mich? — ei um was denn?«
»Sollst es gleich erfahren, aber — Du hast Dir ja all Deine Sonntagskleider vorgeholt? ist ein Tanz in der Nähe?«
»Ach Mr. Curtis — ich hätte Ihnen auch viel zu erzählen,« sagte Nancy, und wurde feuerroth.
»Nun Nancy? heraus mit der Sprache,« lächelte dieser, »heraus mit der Sprache — was ist's?«
»Ach, Sie werden mich auszanken!«
»Ich Dich auszanken, Nancy? habe ich Dich jemals ausgezankt?«
»Ach Gott ja, wissen Sie wohl das eine Mal, wo ich über den kleinen Neger« —
»Oh — Unsinn,« sagte Mr. Curtis.
»Es war Jemand hier während Ihrer Abwesenheit,« fuhr Nancy fort.
»So? wer denn? aber was wolltest Du mir denn erzählen?«
»Mr. Pelter, Sir, — der junge Mr. Pelter.« —
»So? wollte er das Joch Ochsen kaufen, wegen dem er sich schon fast die Füße abgelaufen hat?«
» — Nein — er — er hat,« sagte Nancy zögernd und bis in die Haare hinauf erröthend — »er hat um meine Hand angehalten.«
Curtis zuckte wie von einem Blitzstrahl getroffen zusammen, und blickte dem Mädchen so wild, so stier in's Auge, daß dieses erschreckt einen Schritt zurücktrat und ausrief:
»Mr. Curtis!«
Es war aber auch nur ein Moment, dann geschah ihm das, was uns armen Sterblichen nicht selten geschieht, wenn ein Unglück so schnell dem andern folgt, daß wir kaum Zeit behalten, über das erste nachzudenken, während schon das zweite und dritte nachbricht — die ganze Sache kam ihm komisch vor — er schlug ein fürchterliches Gelächter auf und fing dann wie wahnsinnig an zu pfeifen.
Nancy sah ihn erschrocken an — was konnte dem Manne wohl fehlen? sein ganzes Benehmen war ihr schon sonderbar erschienen — sollte er — es wäre schrecklich — übergeschnappt sein? —
»Bob!« rief Curtis seinen kleinen Neger an —
»Jes Massa.«
»Sattle den Rappen, der Braune mag sich ausruhen, ich muß fortreiten.«
»Aber Mr. Curtis« — sagte Nancy.
»Und wann wollt Ihr Euch verheirathen, Nancy?«
»Sobald Sie zurückkamen — heute« — stotterte Nancy.
»Willst Du mir einen Gefallen thun, Nancy?«
»Gern — von Herzen gern — welchen?«
»Willst Du noch bei den Kindern bleiben und auf das Haus acht geben, bis ich, vielleicht in acht Tagen, zurückkehre?«
»Das will ich mit Freuden, aber — wo wollen Sie denn hin?« —
»Nach Tenessee hinüber, vielleicht nach Kentucky,« sagte Curtis, und trat vor die Thüre, denn in diesem Augenblick brachte Bob den Rappen.
»Good bye Nancy« — sagte Jeremias, als er sich in den Sattel schwang.
»Good bye Mr. Curtis,« sagte Nancy, als sie ihm kopfschüttelnd nachblickte. Jeremias aber setzte wieder, wie vor einigen Tagen, über den Bach weg und pfiff sich ein munteres Lied, bog aber diesmal anstatt links, rechts in die Countystraße ein, und murmelte, als er dem feurigen Rappen den Hacken fester in die Seite drückte:
»Das müßte doch mit dem Henker zugehen, wenn ich keine Frau kriegen könnte.«
Jeremias Curtis zog nun über den Arkansas, und wie es hieß, sogar über den Mississippi hinüber.
Nancy aber, die allerdings versprochen hatte, bei den Kindern, keineswegs aber ledig zu bleiben bis er zurückkehre, schloß nicht mit Unrecht, daß dies wohl noch eine Zeit lang dauern könne, und da es, wie sie schon mehrere Sonntage gehört hatte, nicht gut wäre, daß der Mensch allein sei, besonders in den dichten Wäldern des fernen Westens, so verband schon am zweiten Tage nach Curtis plötzlicher Abreise der benachbarte Friedensrichter die beiden Liebenden, und »der junge Mr. Pelter« zog, da »die Heerden doch unmöglich solangeohne männliche Aufsicht bleiben konnten,« indessen als Verwalter auf Curtis Farm.
Hoffentlich bekomme ich recht bald und recht günstige Nachrichten über Curtis zweiten Zug, und werde dann sicherlich nicht ermangeln, dem freundlichen Leser mitzutheilen, obCurtis eine Frau bekam.
Schulen und Urwald sind eigentlich zwei einander sehr entgegengesetzte Begriffe. Die wild und schauerlich rauschenden Baumwipfel und das Erlernen von Gegenständen, die gerade in ihrem Schatten am wenigsten anwendbar sind, stehen sich einander fast zu unvereinbar und schroff gegenüber; es ist aber hiermit wie mit der Fabel von dem Baume, der dem Menschen erlaubte ein kleines Stück Holz, nur so viel als er zum Stiel einer Axt gebrauchte, zu nehmen, und sich bald darauf durch diesen ihm so gering erschienenen Span angegriffen und gefällt sah. So ist es mit den Schulen im Urwald: zuerst sammeln sich in roh aufgeschlagener Hütte, im Schatten und unter dem Schutz der Wildnisse, die Kinder und jungen Leute aus den vereinzelten Ansiedlungen und Jägerwohnungen; aber ihre Fähigkeiten wachsen — bald stehen ihnen die sie umstarrenden Riesenstämme zu beengend und hemmend im Weg und die herrlichen Bäume fallen, der Wald wird gelichtet, das Land urbar gemacht, Farmen und Städte springen auf und der Pflug durchfurcht den Platz, Lastwagen knarren über die Stelle wo noch vor wenigen Monden der Bär sein stilles und ungestörtes Lager aufgeschlagen, wo kein Laut das feierliche Waldesschweigen gebrochen hatte, als der gellende Schrei des Panthers und der schauerliche Ruf der Eule und des Whip-poor-will.
Es ist eine traurige Wahrheit, der Poesie des Lebens folgt die trockene, ernste Prosa, der fröhlichen Jugendzeit das gesetzte, sorgenvolle Alter, den bunten, glänzenden Luftschlössern des Kindes die düsteren, kalten Gebäude des Mannes mit ihren zugigen Gängen und rauchenden Kaminen, dem Brautstand die Ehe, dem freien, sorglosen Waldleben der Pflug und die Egge des Landmanns und die dumpfige Schreibstube des Gelehrten und Kaufmanns. Die Leute sagen: die Welt wird besser, der Segen der Civilisation spricht aus den wallenden Getreidefeldern und den friedlich rauchenden Hütten des Landmanns, aus den blühenden Städten und belebten Landstraßen, die sich zwischen grünen Hecken und blühenden obstbäumen hinziehen; aber die Natur trauert. Aus tausend qualmenden Fabrikschlünden wälzt sich erstickender Kohlendampf und legt sich wie giftiger Mehlthau auf die grünen Matten, der Staub der Landstraßen bedeckt Blätter und Blüthen, und gespalten und aufgerissen lechzt die schmachtende Erde, des kühlen Schattens ihrer Wälder beraubt, nach Thau und Erquickung.
»Die Welt ist civilisirt und hat ihren großen Endzweck, sich zu vervollkommnen, erreicht,« so sagen die Weißen; der Indianer aber wickelt sich schweigend in seine Decke, wirft noch einen trauernden Blick auf diese Civilisation, die ihm freilich, da sie sein Alles, seine Heimath, sein Glück zerstörte, Verwüstung erscheint, und — stirbt. — Die Welt ist civilisirt.
Doch ich spreche hier Gefühle aus, welche in Europa wohl wenig Anklang finden möchten; die Welt ist civilisirt und die Leute kennen sie hier nicht anders — sie sind sich »nur des einen Triebes bewußt,« und es ist auch vielleicht recht gut so; das wilde Lebenmußder Cultur, die rohe Kraft dem höheren Geiste weichen, und die Gebeine des Indianers düngen mit dem Wald, der einst seine Heimath war, den Acker des weißen Mannes.
In den Vereinigten Staaten von Nordamerika geht diese Umgestaltung mit rasend schnellen Schritten vor sich, und wie bei einer Feuersbrunst die Flamme zu gleicher Zeit züngelnd nach tausend verschiedenen Stellen hinüberleckt und weit und weiter um sich greift, so bricht sich auch Aufklärung und Cultur im Norden, Westen und Süden Bahn durch die Wildniß, und noch von den Wigwams der Ureinwohner umgeben, entsteigen blühende Pflanzungen und Kirchen und Schulen vor den Blicken des erstaunten Indianers dem Boden.
Die Bevölkerung der verschiedenen Staaten ist namentlich in den letzten zehn Jahren ungeheuer gewachsen; nach einer Zählung vom Januar 1840 belief sich die Gesammt-Einwohnerzahl auf 17,062,566 Seelen, die jetzt auf 23 Millionen gestiegen ist. Unter diesen waren 386,245 freie Neger und Abkömmlinge von Negern, oder sogenanntecoloured persons, ferner 2,487,213 Sklaven und 14,189,108 freie Weiße. Von den letzten 14 Millionen waren 6,439,700 zwanzig und über zwanzig Jahre alt, und von diesen konnten noch 549,693 weder schreiben noch lesen. Hieran waren aber bis jetzt größtentheils die Kriege und Kämpfe mit den Eingebornen Schuld, denn die kühnen Pionniere des Westens, allein und unbeschützt zwischen ihnen feindlich gesinnten Stämme vorgedrungen, konnten, wenn sie wirklich die Kenntnisse dazu besaßen, keine Zeit darauf verwenden ihre Kinder zu unterrichten, so lange es galt, Tag und Nacht ihr eigenes Leben und Eigenthum gegen den schlauen und wilden Feind zu schützen; jetzt aber, wo dieser, mehr und mehr verdrängt, bald nur noch in der Erinnerung der alten Leute und in den Sagen und Erzählungen der Nachwelt leben wird, ändert sich auch dieses. Der Wald ist sicher und die Kinder dürfen allein das schützende Haus verlassen, um der meilenweit entfernten Schule zuzueilen.
Die Anzahl von Schulen in Nordamerika ist beträchtlich; Universitäten und höhere Schulen giebt es 173, Real- und Vorbereitungsschulen 3242 und von den geringeren im ganzen Lande zerstreuten Instituten für die ersten Anfangsgründe, von sogenannten Abcschulen, 47,209. Auf die erstern werden dabei 16,233, auf die mittlern 164,159 und auf die letztern 1,845,244 Schüler gerechnet, wozu noch 468,264 auf Staatskosten oder Freischüler gezählt werden müssen. Die Universitäten und Schulen der östlichen und selbst der südlichen Staaten sind übrigens den europäischen zu ähnlich, um hier besonders viel über sie zu sagen, die westlichen oder Backwoodsschulen aber zeichnen sich dagegen durch so viel Eigentümliches aus, daß sie allerdings eine kurze Beleuchtung verdienen, die manchem nicht uninteressant erscheinen wird.
Vom Staate selbst ist für die Erziehung der Kinder immer die sechzehnte Section (640 Acker) jedes Townships7bestimmt, und wird das »Schulland« genannt. Dieses soll nur zum Nutzen der Schulen und des ihnen vorgehenden Lehrers verwendet werden; in den westlichen Staaten aber, den sogenannten Backwoods, geschieht wenig mehr mit diesem Landstrich, der, wie es sich trifft, bald aus dem herrlichsten, bald aus dem schlechtesten Boden besteht, als daß höchstens ein kleines Blockhaus, das Schulgebäude, darauf errichtet wird und der Schullehrer, welcher eine solche Stelle selten auf länger als ein oder zwei Jahre, oft nur für eine Jahreszeit, den Winter, übernimmt, ein kleines Stückchen davon urbar macht und Kartoffeln oder Mais hineinpflanzt, was denn vielleicht im nächsten Jahr, wenn sich sein Nachfolger nicht darum bekümmert, so verwächst und verwildert, daß es, ordentlich wie zornig darüber, seinem Naturzustande auf kurze Zeit entrissen gewesen zu sein, mit dem tollen Gewirr von Unterholz und Schlingpflanzen gar nicht wieder zu lichten ist. Sonst beschützen es aber die in der Nähe lebenden Ansiedler insofern, daß sie den Flötzern (rafters) nicht gestatten, sich von diesem Landstrich, wenn er gerade bequem an einem Wasserlauf liegen sollte, Stämme zu holen und diese den Fluß hinabzuschwemmen, gegen welchen Erwerbszweig sie sonst, wenn es blos Onkel Sams8Grund und Boden wie Holzung betrifft, höchst nachsichtig sind.
Wo Ansiedler nun ganz allein und nachbarlos leben, die z. B. in den Sümpfen des östlichen Theiles von Arkansas und Missouri, wo sie vielleicht 15, ja 20 und noch mehrere Meilen wandern müssen, ehe sie die Spuren menschlichen Wirkens und Fleißes erblicken können, da hört denn freilich jedes Schulgehen der Kinder auf, oder hat vielmehr noch gar nicht angefangen; die Knaben durchstreifen den Wald und jagen und fischen, und die Mädchen bleiben daheim bei der Mutter und spinnen die Baumwolle, welche ihnen der Vater dann und wann von seinen »Zügen« in das nächste Städtchen mitbringt, oder die sie auch wohl selbst in einem kleinen Feld neben dem Hause gezogen haben. Nähern sich aber diese Ansiedlungen einander auf 5 bis 6 Meilen, dann fangen die Farmer an sich nach einem Schullehrer umzusehen; gewöhnlich treibt Einer von ihnen irgendwo einen wandernden Yankee, manchmal auch einen Deutschen auf, und der Grund zur Civilisation wird gelegt.
Haben sie den Schullehrer erst, dann stellt sich ihnen auch die Nothwendigkeit heraus, ein Haus zu bauen, wobei dieser gleich mit Hand anlegen kann, die Nachbarn werden also zusammenberufen und in wenig Tagen steht die kleine anspruchslose Hütte fertig mit Dach und Thüre da. Zwar befindet sich das Kamin noch sehr im Naturzustande, und eine Diele fehlt gänzlich, es ist ja aber »nur die Schule,« und da kommt das nicht so genau darauf an.
Sind nun in dem District, aus welchem die Kinder gemeinschaftlich die Lectionen besuchen sollen, recht gescheute Leute, die sich berufen glauben, dem Manne, der ihr junges Amerika bilden soll, einmal ernstlich auf den Zahn zu fühlen, so wird ein Examen angesetzt, in welchem der Lehrer einige sehr verfängliche Fragen über Grammatik und amerikanische Geschichte vorgelegt bekommt, und ihm verschiedene entsetzlich klingende, und zu diesem Zweck besonders ausgesuchte fünf- bis sechssylbige Wörter zum Buchstabiren aufgegeben werden; hat er diese Fragen zur Genüge beantwortet und kann er (auf schöne Schrift wird weniger gesehen) besonders recht schnell und klein schreiben, so ist sein Ruf begründet, die Männer betätigen, daß er »knows a heap,« oder mit andern Worten ein sehr gescheuter und gebildeter Mann sei, und am nächsten Montag beginnt die Schule.
Von diesem Augenblick an ist der Schullehrer heimathlos, denn er geht nun aus einer Hand in die andere, d. h. er »boardet« oder wohnt in dieser Woche bei dem, in der Woche bei einem andern Farmer und hat nirgends einen Platz, den er sein eigen nennen könnte, das Schulhaus selbst ausgenommen, das sich übrigens stets in einem nichtsweniger als wohnlichen Zustand befindet. Sein Gehalt beträgt von 10 bis 15, oft sogar 20 Dollars den Monat, und täglich hat er dafür seinen Zöglingen sechs, auch sieben Stunden zu geben. Diese kommen Morgens, wenn sie über eine Meile entfernt wohnen, was auch fast bei allen der Fall ist, auf ihren kleinen, indianischen Poneys angallopirt, binden diese an die das Schulgebäude umgebenden Büsche, nehmen ihre Bücher und ihr Mittagbrod, das sie in einer Blechbüchse bei sich tragen, mit hinein, und setzen sich auf die zu ihrem Nutz und Frommen roh aufgeschlagenen Bänke von weichem — Holz.
Fenster hat das Zimmer oder vielmehr das Haus (denn das ganze Haus besteht nur aus einem Zimmer) nicht, die Thür bleibt deßhalb offen, um das nöthige Licht hereinzulassen; zum Schreiben aber läuft ein zwischen zwei Stämmen an der einen Seitenwand schräg befestigtes Brett hin, welches dadurch erhellt wird, daß man den Zwischenraum zwischen den gerade über demselben befindlichen Blöcken nicht ausgefüllt hat, was, wenn man diese Spalte nur an der Süd- oder Südostseite anbringt, dem Zweck ziemlich entspricht, da es von der Wetterseite her hineinregnen würde.
Die Hauptwissenschaft in diesen Anstalten besteht im Buchstabiren und richtigen Abtheilen der Wörter, in der englischen Sprache allerdings nicht so ganz leicht zu erlernen, und dieses Buchstabiren wird wirklich, selbst noch von erwachsenen Personen, mit wahrer Leidenschaft getrieben; es kommen ordentliche Gesellschaften zusammen, nur um zu buchstabiren, und in diesen bilden sich dann zwei Parteien, die einander recht schwierige Wörter aufgeben. Sobald die Schüler hierin einige Fortschritte gemacht haben, beginnt das Schreiben, die Grammatik und hin und wieder einige Stunden Geschichte, wo vor allen Dingen, wie das auch nicht mehr wie recht und billig ist, der nordamerikanische Freiheitskrieg durchgenommen wird.
Das ist der regelmäßige Cursus in den gewöhnlichen Backwoodsschulen; oft aber geschieht es auch, daß, wie ich ein Beispiel aus den Bay de View-Sümpfen in Arkansas weiß, irgend ein durchziehender Krämer oder Kaufmann, dessen Geschäft auf eine andere Art nicht recht gut gehen will, Gastrollen als Schullehrer giebt. Dieser also, wenn er in eine Gegend kommt, in der noch früher nie Schule gehalten wurde, macht auf einmal bekannt, (d. h. er reitet von Haus zu Haus und meldet es selber), daß er das »Winterhalbjahr« Stunden geben würde, und ladet nicht allein die Kinder, sondern mehr noch die schon erwachsenen jungen Leute ein, gegen ein gewisses Honorar an dem Unterricht Theil zu nehmen.
In dem oben erwähnten Fall hatte der plötzlich von Tenessee hereingeschneite Lehrer, ein Handlungscommis aus Memphis, Schreibestunden angekündigt, und wohl einige 30 Schüler, meistens junge Mädchen und junge Leute von 10 bis 20 und 22 Jahren bekommen; von diesen allen aber konnten, drei ausgenommen,keinerweder lesen noch buchstabiren, und sie lernten nur, nach den ausgelegten Vorschriften und persönlichen Anweisungen, die Buchstaben und zuletzt die Worte nachmalen, worin sie es, ein Beispiel was Übung thut, schon zu ziemlicher Fertigkeit gebracht hatten.
Die Folgen waren übrigens leicht vorauszusehen, der Lehrer blieb nur etwa vier Monate, und ging, da er das kalte Fieber nicht wieder loswerden konnte, mit seinem indessen verdienten Gelde nach Tenessee zurück. Als ich darauf in Jahresfrist jene Gegend zum zweitenmal durchzog, und bei einem Farmer übernachtete, dessen erwachsene Kinder ebenfalls an dem Unterricht Theil genommen hatten, und diese bat, mir auf ihrer Schiefertafel, auf der sie mit einander Wolf und Schafe, oder wie sie's dort nennen »Fuchs und Gänse« spielten, etwas vorzuschreiben, so waren sie auch gern dazu bereit, aber welcher Sprache diese fremdartigen Zeichen und Hieroglyphen angehörten, sah ich mich nicht im Stande zu bestimmen, den Begriff der Buchstaben und Worte hatten sie nie gelernt und die Form und Gestalt derselben bald wieder vergessen.
Rechnen gehört auch schon eigentlich zu den höheren Wissenschaften, doch wird das immer noch eher betrieben, weil es mehr in's Leben eingreift; mit der Geographie müssen sich die Lehrer dagegen sehr vorsehen, denn ich weiß selbst ein Beispiel, wo sich ein alter Backwoodsman einst die Karten von Arkansas und Missouri, nach welchen der Lehrer unterrichtete, zeigen und erklären ließ, und nach einer Weile entrüstet aufsprang und seinem Sohn befahl, sein Buch zu nehmen und mitzukommen: »wo solche Lügen gelehrt würden, wollte er sein Kind nicht hinschicken,« meinte er und zeigte dann, als der Lehrer ganz verwundert und erstarrt dastand, zornigen Blickes das Messer aus der Scheide reißend, mit dessen Spitze auf die vor ihm ausgebreitete Karte.
»Also hier kommt White River heraus, oh? und da entspringt er — und die kleinern Striche hier, und die Grasbüschel, das ist Sumpf — oh?«
»Ja — so steht's auf der Karte, und ist so nach den neuesten Vermessungen angegeben.«
»So? also das soll ich glauben, und dann ist auch da an der Buffalofork kein Berg, nicht wahr? und Mulberry mündet über Ozark in den Arkansas? und wo ist denn der Richland und der Wareagle, und wo ist der Spiritcreek und Frog-Bayou? Also jetzt soll mein Junge die Lügen lernen, und wenn er nachher hinein in den Wald kommt, dann steht er da, wird irre und verläuft sich — nein so was kann ich ihn selber lehren, da brauch' ich die Papierverderber nicht dazu.«
Der alte Jäger nahm seinen Sohn wirklich mit zu Hause, und es bedurfte der ganzen Überredung seiner Frau und Schwägerin, daß er ihm endlich wieder erlaubte hinzugehen; er legte es dem Jungen aber dringend an's Herz, »kein Wort von dem zu glauben, was ihm der Yankee vorschwatzen würde.«
Der Sonnabend ist in den Vereinigten Staaten, in den westlichen wenigstens, durchaus schulfrei. Fünf Tage wird nur gelehrt, und der Freitag Abend gewöhnlich zu Red- und Denkübungen benutzt, an denen dann nicht nur Kinder, sondern auch die Erwachsenen, ja alte Personen aus der Umgegend Theil nehmen. Es ist dieß aber in der That eine sehr gute und zweckmäßige Einrichtung, und gewöhnt nicht allein die jungen Leute daran, über ihnen vorgelegte schwierige oder verwickelte Fragen scharf nachzudenken, sondern macht sie auch zu frühen Rednern und lehrt sie die Scheu, öffentlich zu sprechen, abzulegen.
Diese Versammlungen heißen kurzweg »Debatten,« und jeder hat dazu freien Zutritt. Ich habe übrigens einen solchen Abend in meinen »Streif- und Jagdzügen« ziemlich ausführlich beschrieben, und will nur hier noch die ungefähren Gesetze und Verhältnisse derselben kurz angeben.
Zuerst werden zwei Richter gewählt, die sich gewöhnlich etwas vom Feuer zurück gerade gegen das Kamin zu setzen; dann folgt die Wahl zweier Capitäne, um die Verhandlungen zu leiten, und diese suchen sich nun unter den Anwesenden solche aus, von denen sie sich die besten Argumente versprechen; erst dieser Capitän einen, und dann der andere, bis sämmtliche Mitglieder verbraucht sind. Die zwei feindlichen Parteien nehmen jetzt die beiden Seiten des Kamins ein, und nun wird von den Richtern ein Thema oder vielmehr eine Disputation aufgegeben, über welche debattirt werden soll; verständigen sich die Capitäne, welchen Theil sie vertheidigen wollen, gut, so bedarf es weiter keiner Anordnungen; ist das aber nicht der Fall, so entscheiden die Richter diesen Punkt. Gewöhnlich wird ein Geldstück in die Höhe geworfen, um die beginnende Partei zu bestimmen, wo es denn vorher ausgemacht wird, ob Kopf oder Schrift den Ausschlag giebt.
Das Thema oder die Debatte wird sehr verschieden, manchmal ernst, am meisten aber komisch gewählt, und es kommen oft, besonders unter den Schulkindern, gar sonderbare Argumente dabei zum Vorschein. Beispielshalber will ich hier die folgenden aufführen:
»Ob Neger oder Indianer das meiste Unrecht von den Weißen erlitten haben« (ein wunderbares Capitel für einen amerikanischen Sklavenstaat, und doch kam es in Arkansas vor); »ob die katholische oder jüdische Religion die bessere sei.« (Die Richter, ein paar strenge Methodisten, wollten sich weder zu Gunsten der einen noch der andern entscheiden und erklärten einstimmig, daß alle beide nichts taugten).
»Ob die Erfindung des Pulvers oder des Papiers Amerika den meisten Nutzen gebracht haben,« (die Entscheidung fiel für das Pulver günstig aus).
»Ob ein Küchelchen, von einer Ente aus einem Hühnerei gebrütet, diese oder das alte Huhn als seine Mutter zu erkennen habe.«
»Ob eine böse Frau oder ein rauchendes Kamin schlimmer sei etc.«
Was mir besonders lobenswerth bei allen diesen Verhandlungen erschien, war der Ernst, mit dem sämmtliche Anwesende oft dem baarsten Unsinn lauschten, besonders wenn ein Jüngerer sprach; er mochte schwatzen was er wollte, so lachten sie nie, ausgenommen die Sache gehörte an und für sich zu den komischen. Sie gehen dabei von dem ganz richtigen Grundsatz aus, man müsse die jungen Leute nicht abschrecken und sie den Muth verlieren machen.
Der Nutzen, den diese Freundlichkeit und Nachsicht gewährt, ist augenscheinlich, besonders in den westlichen Staaten, wo ich junge Leute, die sonst schüchtern und ängstlich schienen, bei politischen Versammlungen habe auf irgend einen abgehauenen Baumstumpf treten, und lange, wenn auch nicht tief durchdachte aber doch durch kein Stocken unterbrochene Reden halten sehen; schon die Schulkinder üben sich auf diese Art unter einander.
Das Verhältniß zwischen Lehrer und Schüler ist ebenfalls in Amerika ein ganz anderes, als in den europäischen Ländern. Jene Freiheit und Gleichheit, die alle Stände mit einander verbindet, dehnt sich auch auf diesen aus, und so ernst und streng der Lehrer in der Schule sein mag, so ungezwungen beträgt er sich außerhalb derselben oder in den Zwischen- und Erholungsstunden gegen seine Schüler. Selten spielen diese ein Spiel oder halten einen Wettlauf, an dem er nicht Theil nimmt, und oft ist er der ausgelassenste des ganzen Haufens, nie aber auch weiß ich, daß Knabe oder Mädchen, in den Backwoods nämlich, einen Schlag von dem Lehrer erhalten habe; durch Ehrgeiz treiben sie schon einander selbst zum Lernen an, und dieses wöchentliche Zusammenkommen zum Debattiren und Buchstabiren ist gewissermaßen ein eben so oft wiederholtes Examen, bei dem Eltern und Freunde gegenwärtig sind, und der junge Amerikaner möchte um die Welt nicht am schlechtesten bestehen, denn er würde ja zu Hause damit geneckt werden und in der Classe nicht unter den ersten sein, auch würden ihn die Mädchen auslachen (Knaben und Mädchen theilen stets dieselben Stunden), und das wäre doch zu entsetzlich. Mit regem Eifer drängt ihn also schon sein innerer Trieb zum Lernen, und von dem Augenblick an, wo er die Schule betritt, denkt er fast nicht mehr an Spielen und Umherrennen, sondern sitzt ehrbar und andächtig mit seiner Schiefertafel in der Ecke und malt seine Buchstaben und Zahlen.
Das kindliche Leben aber, die fröhlichen Spiele der Jugendzeit, das Alles kennt der Amerikaner auch nur dem Namen nach; von dem Augenblick an, wo er allein gehen und sich ankleiden kann, gehört er nicht mehr sich selbst, sondern seinen Eltern und beginnt mit Hand anzulegen an der großen Aufgabe des Lebens. Ist es ein Knabe, so muß er mit in's Feld und kleineBüschezusammentragen, auf einen Haufen werfen und später anzünden und verbrennen, Späne und trockene Rinde für Mutter oder Schwester zum Kochen herbeischleppen und tausend andere kleine Handreichungen thun; wird er etwas stärker, so holt er den Mais aus dem »Corncrib« und füttert Pferde und Schweine, haut Brennholz und hilft mit im Kornfeld die Maishügel anhacken. Ist es ein Mädchen, so lernt es schon, wenn es kaum auf den Tisch sehen kann, das Geschirr auswaschen und Brodteig anrühren, und wird es nur ein klein wenig älter, spinnen und weben. Puppen kennt es kaum dem Namen nach, mit andern Kindern kommt es auch, der weiten Entfernung der auseinanderliegenden Farmen wegen, selten oder nie in Berührung und wird schon mit dem achten oder neunten Jahre »an old woman« (eine alte Frau), wie es sich gern nennen läßt.
Oft zwingt freilich auch die Nothwendigkeit die armen Kinder zu einer Thätigkeit, welche ihren Jahren keineswegs angemessen ist. So starb am Richland, in den Ozarkgebirgen, die Frau eines Farmers am Nervenfieber (der arme Mann hatte keinen Arzt und keine Medicin bekommen können, und der Leidenden nur immer Calomel gegeben, bis sie todt war); sie hinterließ sechs Kinder, von denen das älteste ein Mädchen etwa neun Jahre alt, das jüngste noch ein Säugling war, und der Vater konnte sich, da er seinen Mais pflanzen mußte, wenn er das kommende Jahr etwas für sich und seine Familie zum Leben haben wollte, gerade in dieser Zeit gar nicht um die Wirthschaft zu Hause bekümmern. Da fiel dann die ganze Arbeit, die ganze Sorge, nicht allein für sämmtliche Kinder, sondern auch für die Wirthschaft, auf das arme Mädchen, selbst noch ein Kind, das vorher schon Monate lang die kranke Mutter hatte pflegen müssen, und alle lebten in einem kaum eine Hütte zu nennenden Blockhaus, mit nicht ausgefüllten Spalten zwischen den Stämmen, ohne Diele und fast ohne Bett; der Vater mußte sich wenigstens Nachts mit seinen drei Knaben Rinde auf die Erde vor das Kamin breiten und auf darüber gelegten Hirschfellen und mit wollener Decke gegen den Wind geschützt, der überall das Gebäude durchzog, vor dem wohlunterhaltenen Kaminfeuer förmlich lagern, während die übrigen vier Kinder sich auf zwei Betten zusammenkauerten, wenn man nämlich dünne, mit ungereinigten Truthahnfedern gestopfte Matratzen und eine leichte Steppdecke wirklich ein Bett nennen kann. Und doch waren die Kinder zufrieden, sie wußten es nicht anders, und ich erinnere mich, daß sie uns mit Jubel empfingen, als wir, mein alter Jagdgefährte und ich, dort eines Abends Schutz gegen ein heraufsteigendes Unwetter suchten und einen gewaltigen wilden Truthahn mitbrachten, den ich geschossen.
In den östlichen Staaten und Städten verbessert sich freilich das Schulwesen mit jedem Tage; die Ansiedlungen liegen dort dichter; breite, gute Straßen setzen die verschiedenen Wohnungen miteinander in Verbindung, und nicht jeder herumstreifende Krämer oder Yankee wird angenommen, sobald er den Wunsch zu erkennen giebt, der Lehrer ihrer Kinder zu sein. In Cincinnati besonders entstanden schon 1841 drei Freischulen, in denen nicht allein Rechnen, Lesen und Schreiben, sondern auch Englisch und Deutsch, wie Geographie und Geschichte gelehrt wurde, und auch in St. Louis, wie überhaupt im Norden der Vereinigten Staaten, hat das Erziehungswesen bedeutende Fortschritte gemacht. Besonders sind in Louisville ausgezeichnete Schulen, und hierher werden vorzüglich die jungen Indianer aus dem Westen von Arkansas gebracht, um in den Künsten und Wissenschaften der Weißen unterrichtet zu werden.
Was das Schulwesen unter den Indianern anbetrifft, so versehen dieß bis jetzt noch einzig und allein die Missionäre; die civilisirten Stämme natürlich, als Chacktaws, Cherokesen, Shawnees und einige andere, dicht an den Grenzen der Weißen lebende Nationen ausgenommen, die, wenigstens für die Anfangsgründe, ihre eigenen Lehrer haben. Den amerikanischen Missionären liegt aber keineswegs das Seelenheil ihrer Beichtkinder allein am Herzen, die Amerikaner sind ein zu sehr speculirendes Volk, um der Religion jedes andere Interesse nachzusetzen. So kommt es denn, daß, wie dieß besonders im Oregongebiet deutlich wird, einzelne fromme Männer sehr ehrbar und eifrig mit der Religion anfingen, bald aber, nachdem sie die rothen Söhne der Wildniß bekehrt und ihren Willen gebeugt hatten, den Yankee hervorsteckten und unter dem Vorwande, sie mit dem Segen des Ackerbaues bekannt zu machen, für sich selbst große Farmen anlegten und dann, wenn sie erst einmal eine eigene Heimath gegründet, damit zufrieden waren,dieWilden zu belehren und zu bessern, welche sich gerade in ihrer Nachbarschaft befanden, oder mit denen sie zufällig in Berührung kamen. Aus den Missionären wurden so nach und nach Farmer, und das religiös zugeschnittene Kleid wich dem bequemern Jagdhemd.
In den ungeheueren Sümpfen Louisiana's und überhaupt in dem ganzen südlichen Theil der vereinigten Staaten lebt in den warmen Wassern der Lagunen und Flüsse der Alligator (crocodilus lucius. Cuv.) in ungeheuerer Anzahl.
Er gehört zu dem Geschlecht der Eidechsen und hat ganz die Gestalt und Beschaffenheit dieser Thiere, erreicht aber, besonders in den südlichsten Theilen von Louisiana und Florida, oft eine Länge von zwölf bis sechszehn Fuß. Der ungeheuere Kopf, der fast den vierten Theil des ganzen Thieres ausmacht, öffnet, wie der Haifisch, den Oberkiefer, statt des Unterkiefers, und zeigt dann ein äußerst anständiges Gefänge, das den gewaltigen, rosenrothen Schlund einfaßt. Den Körper selbst umgiebt eine harte, panzerartige, aus lauter kleinen eckigen Stücken bestehende Haut, die unter dem Bauche in weißen, harten Schuppen ausläuft. Die Nasenlöcher ragen, am Ende des Rachens, über diesem empor und liegen dicht zusammen, und wenn der Alligator an einem stillen, sonnigen Tag auf dem Wasser gewissermaßen ruht, so schauen nur die Lichter, mit einem kleinen Theil des Kopfes und Nackens, und dann weiter vorn, oft sechszehn bis zwei und zwanzig Zoll von ihnen entfernt, die Nasenlöcher über dem Wasserspiegel hervor. Die Lichter selbst sind sehr klein und sehen tückisch und katzenartig aus, die Läufe dabei kurz und zum Gehen ungeschickt, desto besser schwimmt aber dafür der Alligator. Eine seiner Lieblingsbeschäftigungen ist es, im heißen Sonnenschein auf den sandigen Uferbänken der Seen oder Flüsse zu liegen und mit aufgesperrtem Rachen das Herbeifliegen von Insekten abzuwarten, die durch den bisamartigen Geruch, welchen einige Drüsen, die er unter dem Halse trägt, verbreiten, angelockt werden, sich auf seine breite Zunge setzen und von ihm, wenn er genug zu haben glaubt und zuschnappt, mit größtem Wohlbehagen verspeist werden.
Die Brutzeit ist im April und Mai; das Weibchen legt seine Eier in ein gewöhnlich aus Schlamm und Schilf zusammengebautes Nest und zwar von achtzig bis hundert und zwanzig, ja dreißig Stück welche es von der Sonne ausbrüten läßt. Die jungen auskriechenden Alligatoren haben jedoch sehr viele Feinde; Aasgeier oder Bussards, Schlangen, ja das Männchen selbst, das oft fast die ganze Brut verschlingen soll, stellen ihnen nach; es bleiben aber doch noch genug übrig, die zahlreichen Seen und Lagunen der südlichen Länder im Überfluß mit ihnen zu bevölkern.
In der Paarzeit kämpfen die alten Alligatoren manchmal mit Rachen und Schwänzen blutige Schlachten. Der lange, panzerharte Schwanz ist überhaupt seine gefährlichste Waffe, doch gebraucht er ihn weniger zur Erlegung als zur Erreichung seiner Beute, denn er faßt damit das ausersehene Opfer und wirft es nach vorn, gegen seinen Rachen zu, der es dann mit freundlichem Zuschnappen empfängt.
Dem Alligator geht es nun wohl in einer Hinsicht wie Maria Stuart — , er ist besser als sein Ruf — denn die schrecklichen Geschichten, die man sich von seiner Mordgier und seinem unverwüstlichen Haß gegen das menschliche Geschlecht erzählt, sind doch meistens übertrieben. — Ein Weißer hat, wenn er ihn nicht selber angreift und verwundet, (und auch dann nur selten) sehr wenig von ihm zu fürchten, den Negern freilich stellen sie nach; der pikante, dieser Race eigene Geruch, der, aufrichtig gesagt, besonders an heißen Sommertagen gerade nicht zu den angenehmsten gehört — lockt sie an — sie lieben diesen Geruch einmal, und wer kann sie deshalb tadeln, — kauen doch manche Menschenasa foetida, um ihren Athem zu reinigen, also sie lieben die Neger — wenigstens dann und wann einen Arm oder ein Bein von ihnen, und die schwarzen Söhne Äthiopiens hüten sich wohl, tief in eine dieser Sumpflagunen hinein zu waten. Dabei hegen sie auch noch eine zärtliche Leidenschaft für Ferkel und Hunde, welche erstere sie gewöhnlich ganz, letztere nur theilweise verzehren, da der Hund, von dem Alligator erfaßt, kaum einen Schmerzschrei ausstößt, als auch schon die anderen dadurch angelockt von allen Seiten herbeiströmen und die Beute theilen; den weißen Mann aber scheuen sie, verlassen bei seiner Ankunft das Ufer, an dem sie sich gesonnt, und tauchen unter.
Schaden thun sie also nur insofern, daß sie die hie und da sich ihnen nähernden Ferkel abfangen, seltner einmal einen jungen Neger unter Wasser ziehen, oder eine Negerin, die am Ufer zu waschen gedenkt, bei einem Beine erwischen; da aber auch der Nutzen, den sie der menschlichen Gesellschaft bringen, sehr gering ist, und sie überdies noch ein häßliches, boshaftes, gefährliches Aussehen, was aber noch das Allerschlimmste ist, einen schlechten Ruf haben (denn es ist ein altenglisches Sprichwort: »Hängt einen Hund lieber, ehe ihr ihm einen schlechten Namen macht«), so wird ihnen, wo man ihrer habhaft werden kann, mit Kugel und Harpune, oft auch gar mit großen Angelhaken nachgestellt.
Ganz unnutzbar sind sie übrigens doch nicht, denn die großen, feisten Burschen werden in Kessel gethan und das Fett heraus geschmolzen, das besonders gut zu den verschiedenen Maschinerien, die das Reinigen der Baumwolle erfordert, gebraucht werden kann. Die Schwänze der kleineren — (bis höchstens fünf oder sechs Fuß lang) schmecken dabei delikat, nur muß das Fleisch bald von der Rückengräte abgelöst werden, da es sonst den, diesen Thieren eigenen, bisamartigen Geschmack annimmt.
Ein unfern von uns wohnender Pflanzer in Pointe Coupée hatte mich lange schon geplagt, eine ordentliche Alligator-Jagd vorzunehmen, da er gar so gern einige Gallonen von dem Fett dieser lieben Bestien zu haben wünschte und ich die einzige gute Harpune dort in der Gegend besaß; als er daher eines Morgens mit seinem Sohne und zwei pechschwarzen Negersklaven zu mir kam und erzählte, daß er schon am vorigen Abend zwei leichte Kähne in den hinter seinem Hause liegenden See, der durch schmale Lagunen mit fünf oder sechs anderen in Verbindung stand, geschafft hätte und nun eine ordentliche Jagd beabsichtige, so schulterte ich meine Harpune, steckte mein kleines Scalpirmesser in den Gürtel, und dem jungen Harbour die Büchse überlassend, mit der er ziemlich gut umzugehen wußte, schlenderten wir langsam dem etwa anderthalb englische Meilen entfernten See zu.
»Was trägst Du denn da, Ben?« fragte ich den einen der Neger, der etwas in grobes Baumwollenzeug einschlagen, das mir Leben zu haben schien, unter dem Arme hielt.
»Kann selber reden — Massa!« sagte der Schwarze grinsend, indem er den fürchterlichen Mund von einem Ohr bis zum andern aufriß und zwei Reihen blendend weißer Zähne zeigte — »kann selber reden,« und dabei preßte er mit dem linken Ellbogen das seiner Sorgfallt Empfohlene.
»Quitsch!« sagte ein kleines Ferkelchen, das jetzt mit allen vier Läufen anfing zu strampeln.
»Stille halten, Kleines.« beruhigte es der Neger — »gutes Thierchen — so recht!«
Er trug es mit sich, um durch das Schreien desselben die Alligatoren herbeizulocken und dann leichter zu schießen. Endlich erreichten wir einen schmalen Damm, der den größten See in zwei Hälften theilte und an dessen Einlauf die Kähne befestigt lagen; obgleich wir aber schon Ende Juni hatten, war das Wasser doch noch sehr hoch, denn der Mississippi, durch den Schnee der Felsengebirge angeschwellt, hielt die tiefer als seine Ufer liegende Niederung gefüllt, daß all das innere Land überschwemmt und einem ungeheueren See gleich da lag, den nur hier und da schmale Streifen Landes oder Dämme durchzogen. Auch dieser Damm, an welchem unsere Kähne befestigt waren, ragte kaum zwei Zoll, naß und schwammig, über die Wasserfläche empor.
Zwei Drucker, welche die »Pointe Coupée Chronicle« redigirten, setzten und druckten, hatten sich unserer Jagd noch angeschlossen, und wir machten jetzt also im Ganzen, mit dem Ferkel, acht Personen, die sich nun der alte Harbour anschickte gleichmäßig zu vertheilen. Zuerst kam in jedes Boot ein Neger »zum Rudern,« dann ein Buchdrucker »zum Zusehen,« — denn viel mehr Nutzen erwarteten wir nicht von ihnen — dann der junge Harbour mit der Büchse in ein Boot und ich mit der Harpune in das andere »zum Jagen«, und ich bekam das Ferkel, während der alte Harbour zu seinem Sohn in den Kahn trat, der jetzt ganz kaltblütig bemerkte: »das Ferkelchen und er — (der Vater) wären zum Quitschen.«
Die Sonne brannte grimmig heiß und kein Schatten bot sich auf der ganzen weiten Wasserfläche, als der, den manchmal einzeln stehende Cypressen, mit dem langen, grauen Moose bewachsen, warfen; nicht ein Lüftchen regte sich, kein Vogel zirpte — kein Frosch quakte, Alles lag in träger — schlaffer Ruhe, und selbst die einzelnen Alligatoren, die mit ihren schwarzen Köpfen, wie Stücke halbverbrannten Holzes, auf der spiegelglatten Wasserfläche trieben, sahen aus, als ob sie schliefen, hätte nicht manchmal einer der großen Burschen den rosenrothen Rachen aufgerissen, dessen Oberkiefer dann einen Augenblick emporstand und mit schwerem Schlage wieder zuklappte.
»Selbst die Alligatoren langweilen sich hier,« — sagte Kelly — der eine Drucker, der bei mir im Boote war.
»Wird schon lebhaft werden, Massa,« lachte der Neger, »wenn das Kleine hier spricht!«
Das Ferkel seufzte wehmüthig im Sack. —
Wir stießen jetzt vom Lande ab, hielten uns im Anfang dicht zusammen, und versuchten leise an die Alligatoren hinanzugleiten, sie waren aber zu scheu, und immer, wenn wir fast in Schußnähe zu sein glaubten, sanken sie unter. — Ich hatte mich auf das Vordertheil des Kahnes gestellt und erwartete ruhig das Erscheinen eines der Burschen auf zwölf bis funfzehn Schritt Entfernung, doch der alte Harbour wurde ungeduldig und rief zu uns herum:
»Drückt doch das Ferkel einmal ins Teufels Namen!«
Der Buchdrucker aber, der sich aufrecht hingestellt hatte, um die Wasserfläche um so besser übersehen zu können, und dem es wahrscheinlich zu viel Mühe schien, sich zu bücken, trat, ohne eine Miene zu verziehen, dem armen kleinen Ding auf den Bauch.
»Quiiiiiitsch!« schrie dieses in Todesangst.
»Massa — um Gottes willen,« rief aber auch erschrocken der Neger und hörte mit Rudern auf — »das mein Schwein — Ihr tretet's todt!«
Das Experiment hatte jedoch den gewünschten Erfolg gehabt; mehre der langen Gesellen, die vorher von uns weggeschwommen waren, drehten sich jetzt und kamen langsam auf uns zu — der Neger mußte mit Rudern aufhören und sich ganz ruhig verhalten, und nahe heran, auf etwa dreißig Schritt, strich ein gewaltiger alter Bursche von zwölf Fuß Länge. — Einen Augenblick hielt er und traute denBootendoch nicht so recht; der Neger aber, der zu seinem Schweinchen niedergekniet war, ließ dieses einen ganz kleinen winzigen Schrei thun und dadurch angelockt, schwamm er herbei. —
»Feuer!« rief jetzt der alte Harbour, die Büchse krachte und in demselben Augenblick auch fast drehte sich das tödtlich verwundete Ungeheuer herum und zeigte den weißen, schuppigen Bauch; im Vorschießen und Umsichschlagen war es aber glücklicher Weise meinem Kahne nahe genug zum Wurf gekommen und imNusaß ihm auch die scharfe dreizackige Harpune in den Weichen.
Der Schuß aber, der ihm das Hirn zerschmettert hatte, erlaubte ihm nicht mehr viel zu reißen und zu zerren, und leicht zogen wir ihn dicht an den Kahn heran; das gewaltige Thier aber in das kleine Fahrzeug zu nehmen, wäre auf keinen Fall angegangen, und wir ruderten deshalb schnell ans Ufer zurück und schleppten es dort, wobei es jedoch noch tüchtig mit dem Schwanze umher hieb, unter einen Baum.
Der Versuch mit dem Ferkel wurde jetzt mehrere Male wiederholt und der junge Harbour schoß nach vier Alligatoren, von denen wir jedoch nur zwei bekamen, da ich nicht schnell genug mit der Harpune hin konnte, und ich harpunirte drei, die sich zu nahe an mich herangewagt und die Gefahr zu spät eingesehen hatten. Zwei von den letzteren waren jung und saftig, und ich schnitt ihnen augenblicklich für meinen eigenen Tischgebrauch die Schwänze ab.
Nach und nach mochten sie es aber doch wohl wegbekommen haben, daß es mit dem Schweine nichts war, denn in immer weiteren Kreisen umzogen sie unsere Kähne, und wir konnten keinen mehr auf Schußweite anlocken. Das wurde also aufgegeben, der Neger aber, der in meinem Kahne ruderte, machte seine Sache so ungeschickt und vollführte einen solch gräulichen Spectakel, daß an Anschleichen mit dem Burschen gar nicht zu denken war; ich ließ ihn daher von der Ruderbank aufstehen, die ich jetzt einnahm, und übergab die Harpune an Kelly, der mich inständig bat, auch einmal einen harpuniren zu dürfen, wobei er betheuerte, zu Hause in Kentucky manchen großen Catfisch auf diese Art gefangen zu haben; unsere beiden Kähne blieben aber jetzt nicht mehr bei einander und ich legte ein Ruder nieder, während ich das andere aus dem Ruderloche nahm und in der Hand führte, da ich auf diese Art am geräuschlosesten fortgleiten konnte.
Lange schon hatte ich versucht, an einen ziemlich großen Alligator hinanzukommen, immer aber noch war er mir entgangen, obgleich ich mir genau gemerkt hatte, wo er untertauchte und in welcher Entfernung er dann immer wieder an die Oberfläche kam. Jetzt sank er auch eben wieder, und mit aller Kraft das Ruder führend, das der Kahn mit Blitzesschnelle über die Wasserfläche dahin schoß, versuchte ich ihn beim Emporkommen zu überraschen und rief Kelly zu, aufzupassen. Ich hatte das Wort kaum gesagt, als der schwarze Kopf der Bestie sichtbar wurde; eben so schnell wollte er nun zwar wieder niederfahren, doch war er zu nahe, kaum sechs Schritt, als daß ihn Kelly hätte fehlen können; das Eisen saß und mit gewaltigem Ruck schoß er vorwärts.
Nun ist eine solche Harpune auf folgende Art eingerichtet; das dreizackige, mit Widerhaken versehene Eisen ist etwa achtzehn Zoll lang und circa drei bis vier Pfund schwer; in diesem sitzt eine leichte, zehn Fuß lange Stange, die beim Wurf vom Eisen abgeht, um dessen Mitte ein starkes Seil gut befestigt ist, das an der Stange hinauf läuft, an dieser, oben, wieder festsitzt und nun noch etwa zwölf bis sechszehn Fuß freien Spielraum gewährt, so daß die ganze Länge des Wurfes etwa dreizehn bis vierzehn Schritte betragen darf. Das Ende des Seiles ist dabei um das Handgelenk des Werfenden befestigt, damit er es nicht durch die Finger gleiten lasse, und Beute und Waffe zu gleicher Zeit verliere.
Wohl hatte ich, durch Erfahrung belehrt, Kelly vor dem Wurfe gewarnt, sich festzustellen und nicht das Gleichgewicht zu verlieren; in dem freudigen Gefühl aber, einen Alligator zu harpuniren, dachte er nicht weiter daran, und als jetzt der Verwundete mit dem Eisen hinwegeilte, riß ein plötzlicher Ruck desselben den Schützen aus dem Boote. Der Neger aber, der wohl etwas Ähnliches geahnet haben mochte, warf sich auf ihn, und wenn ihm auch der Körper entging, erwischte er doch noch ein Bein, das er festhielt, bis es unsern vereinten Kräften gelang Drucker und Alligator, die unzertrennlich waren, den ersten am Lauf, den zweiten am Seil, in's Boot zurück zu ziehen.
Der junge Harbour hatte indessen auch noch einige kleine Alligatoren erlegt, und mit unserer Beute zufrieden, da die Hitze in der Mittagsgluth zu fürchterlich drückend wurde, kehrten wir langsam zum Hause zurück, während die Neger die Erlegten mit Handkarren zum Hause fuhren, da sich nicht leicht ein Pferd dazu hergiebt, einen Alligator zu tragen.
Sehr häufig habe ich Alligatoren, wie die Hirsche, Nachts bei dem Scheine der Kienfackel geschossen, und ihre Lichter glühen wie Stücke rothheißen Eisens. —