Vierzigstes Kapitel.Ein Fluchtversuch.
Inmitten dieses barbarischen Schauspiels langte mein Kuli Man Sing an. Er war oft von seinem ungesattelten Pferde gefallen und weit zurückgeblieben. Jetzt ließ Nerba mein Haar los, während ein anderer mich heftig von vorn stieß, so daß ich hintenüber fiel und mir dadurch eine schmerzhafte Zerrung aller Sehnen meiner Beine zuzog. Man Sing, der über und über zerschlagen und von Schmerzen gepeinigt war, wurde herangebracht und mit den Beinen an denselben Balken gebunden, an dem ich befestigt war. Mir wurde gesagt, daß mein Kuli zuerst getötet werden würde, und ein roher Lama packte ihn brutal am Halse. Mit einem Stoße wurde ich in sitzende Stellung gebracht und mir eine Decke über den Kopf geworfen, so daß ich nicht sehen konnte, was sie vorhatten. Ich hörte den armen Man Sing jämmerlich stöhnen, dann folgte Totenstille. Ich rief ihn, bekam aber keine Antwort; so schloß ich, daß sie ihn in ein besseres Jenseits befördert hätten. Über eine Viertelstunde wurde ich in dieser schrecklichen Spannung gelassen; dann endlich nahmen sie mir das Tuch vom Kopfe, und ich erblickte meinen Kuli, der vor mir lag, an den Balken gebunden und fast bewußtlos, aber – Gott sei Dank! – noch am Leben. Er sagte mir, daß ihm, als ich ihn gerufen, ein Lama die Hand auf den Mund gelegt habe, um ihn am Antworten zu verhindern, während er ihm mit der andern Hand den Hals so fest zusammengedrückt habe, daß er beinahe erstickt sei.
Nach einiger Zeit erholte sich Man Sing; die Kaltblütigkeit und Tapferkeit, die der arme Bursche in diesen schrecklichen Prüfungen erwies, war wunderbar.
Jetzt sagte man uns, unsere Hinrichtung sei bis zum nächstenTag aufgeschoben, damit wir gefoltert werden könnten, bis die Stunde käme, wo man uns zum Tode führen würde. Eine Menge Lamas und Soldaten umstand und verhöhnte uns. Ich benutzte die günstige Gelegenheit, die diese Pause bot, um einen großtuerischen Lama anzurufen und ihn um eine Erfrischung zu bitten.
»Ortscheh, ortscheh nga dappa tugu duh, tschuen deh, dang jak, guram tscha, tsamba pin.Ich bin sehr hungrig, bitte, gib mir etwas Reis, Jakfleisch, Ghur, Tee und Hafermehl!« Ich bat in meinem besten Tibetisch.
»Hum murr, Maharaja!Ich möchte Butter, Ew. Majestät«, fügte Man Sing halb in tibetischer, halb in hindostanischer Sprache hinzu.
Diese natürliche Bitte um Nahrung schien unsern Peinigern, die einen Kreis um uns gebildet hatten, außerordentliches Vergnügen zu bereiten. Sie lachten herzlich; aber Man Sing und ich fühlten uns, ausgehungert und in einer höchst qualvollen Stellung gebunden sitzend, zu allem andern aufgelegt als zum Lachen.
Der Tag ging jetzt zur Neige; unsere Peiniger unterließen es nicht, uns beständig daran zu erinnern, daß uns am nächsten Tage der Kopf vom Halse getrennt werden sollte. Ich sagte ihnen darauf, das würde uns nicht wehe tun, weil wir, wenn sie uns nichts zu essen gäben, dann schon längst Hungers gestorben sein würden.
Ob sie sich nun vorstellten, daß dies wirklich der Fall sein könnte, oder ob andere Gründe sie dazu bewogen, kann ich nicht sagen; jedenfalls wurden mehrere der Lamas, die die Brutalsten gewesen waren, unter ihnen auch der eine, der sich am Tage vorher an Tschanden Sings Geißelung beteiligt hatte, jetzt ganz höflich und behandelten uns mit überraschender Ehrerbietung. Zwei Lamas wurden nach dem Kloster geschickt und kamen nach einiger Zeit mit Säcken voll Tsamba und einem großen Topfe heißen Tees zurück. Kaum je in meinem Leben habe ich mehr Genuß von einer Mahlzeit gehabt, obgleich die Lamas mir mit ihren ungewaschenen Fingern das Essen so schnell in den Hals stopften, daß sie mich fast damit erstickten.
»Iß, iß, soviel du kannst!« sagten sie grimmig, »es wird dein letztes Mahl sein.«
Und ich aß und spülte die Tsamba mit ungeheuren Mengenbuttergemischten Tees hinab, den sie mir ziemlich unachtsam in den Mund gossen.
Man Sing, dem seine Religion nicht gestattete, Speisen zu essen, die von Leuten einer andern Kaste berührt waren, erhielt die Erlaubnis, das Mahl aus der hölzernen Schale auszulecken. Was mich betrifft, so war ich nicht zu stolz, auch meine Zuflucht zu diesem Mittel zu nehmen, als mein demütiges »Ortscheh, ortscheh, tschuan mangbo teroktschi!Bitte, bitte, gib mir etwas mehr!« durch ein mißbilligendes Kopfschütteln der Lamas beantwortet wurde und ihnen die ständige Verneinung »Middu, middu« entlockte. Da ich noch zu hungrig war, um etwas von der kostbaren Speise verschwenden zu können, drehten mir die Tibeter die hölzerne Schale wieder und wieder um den Mund, bis ich sie so rein geleckt hatte, als ob sie nie gebraucht worden wäre!
Nach der Aufregung des Tages fühlten wir uns etwas wohler, um so mehr als wir, wenn auch nur für ein paar Augenblicke, etwas weniger schlecht behandelt wurden. Aber dieser Verbesserung unserer Lage, so klein sie war, wurde bald Einhalt getan.
Von dem Kloster kam ein Lama, der nach rechts und links Befehle gab, und wieder geriet das ganze Lager in Bewegung. Man stürzte sich auf uns und ergriff uns, und während mehrere Männer mich niederhielten, wurden mir die Beine schnell losgebunden. Dann hoben sie mich wieder in die Höhe, bis ich aufrecht auf der scharfen Kante des prismatischen Balkens stand; zwei Männer packten mein eines Bein, zwei das andere und rissen sie so weit auseinander, als irgend möglich war. Hierauf wurde mir von vier oder fünf kräftigen Männern ein Strick nach dem andern um Füße und Knöchel gewunden und mit aller Macht angezogen, so daß ich wieder wie vorher an dem Balken festgemacht war.
Da meine Beine diesmal viel weiter auseinandergezerrt waren, empfand ich, als sie mich jetzt nach rückwärts hinabstießen, noch viel größere Schmerzen in den Beinmuskeln als zuvor. Aber ehe ich noch Zeit hatte, mir dessen ganz bewußt zu sein, rissen mir die Lamas, die jetzt wieder so wild waren, wie ich sie anfangs gesehen hatte, die gefesselten Arme nach hinten, um einen Strick an die Kette der Handschellen zu binden. Hiermit fertig, zogen sie den Strick durch ein Loch am obersten Ende eines hohen, hinter mir stehenden Pfahles und rissen, indem sie kräftig daran zerrten,meine Arme in einer Weise nach oben, daß sie, wäre ich weniger gelenkig gewesen, sie mir sicher gebrochen hätten. Als ihre vereinte Kraft mich keinen Zoll weiter emporziehen konnte, ohne mich in Stücke zu zerreißen, machten sie den Strick fest; so blieb ich halb hängen und hatte das Gefühl, als ob alle Knochen meiner Glieder sich aus den Gelenkpfannen lösten oder schon gelöst hätten. Da das Gewicht des Körpers nach unten zog, mußte, das fühlte ich, jeder Augenblick die Qual dieser schrecklichen Tortur vergrößern, die eine primitive Form der Streckfolter war.
Man Sing war auf der andern Seite ebenso aufgehängt worden; mit den Füßen war er an denselben Balken gebunden, an dem die meinigen befestigt waren.
Zuerst war der Schmerz sehr heftig, denn die Sehnen der Beine und Arme wurden furchtbar angespannt und das Rückgrat so gebogen, daß es fast brach. Die nahe aneinandergezwängten Schulterblätter drückten die Wirbel einwärts, und längs des Lendenwirbels, wo die Anspannung am größten war, empfand ich furchtbare Schmerzen.
Als ob dies noch nicht genug wäre, wurde noch ein Strick von Man Sings Hals zu meinem gezogen, um unsere Hälse in eine höchst unbequeme Lage zu bringen.
Es fing heftig zu regnen an, wir wurden aber trotzdem im Freien gelassen. Unsere Kleider, d. h. die Lumpen, in die sie sich bei dem Ringkampfe vor unserer Gefangennehmung aufgelöst hatten, wurden gänzlich durchnäßt. Halbnackt und verwundet, erstarrten wir bald vor Kälte, bald brannten wir im Fieber. Eine Wache umgab uns, die zwei an Pflöcke gebundene Wachhunde bei sich hatte. Augenscheinlich verließen sich die Soldaten so fest auf die Unmöglichkeit unsers Entfliehens, daß sie sich ihre schweren Decken über die Köpfe zogen und schliefen. Einer von ihnen bewegte sich im Schlafe und stieß dabei sein Schwert unter der Decke hervor, in die er sich fest eingerollt hatte. Dies brachte mich auf den Gedanken eines Fluchtversuchs.
Es war inzwischen sehr dunkel geworden. Dank der außerordentlichen Gelenkigkeit meiner Hände gelang es mir, die rechte Hand aus den Handschellen zu ziehen, und nach ungefähr einer Stunde heimlicher, ängstlicher Arbeit brachte ich es fertig, die Stricke, mit denen Man Sings Füße gebunden waren, zu lösen.Dann flüsterte ich ihm zu, er solle langsam aufstehen und das Schwert mit dem Fuße zu mir hinschieben, bis ich so weit reichen könne. Wenn dies gelang, konnte ich bald meine Fesseln und die um Man Sings Hände durchschneiden; mit einer Waffe in unserm Besitz würden wir dann einen kühnen Streich zur Erlangung unserer Freiheit ausführen können.
Man Sing aber war kein Meister in der Gelenkigkeit. In seiner Freude, sich teilweise frei zu fühlen, bewegte der arme Kuli seine Beine ungeschickt. Die wachsamen Hunde bemerkten es und schlugen an. In einem Augenblick sprangen die Wachen auf; furchtsam wie immer, verließen sie uns eiligst, um Licht zu holen und unsere Fesseln zu untersuchen.
Durch die Dunkelheit der stürmischen Nacht begünstigt, gelang es mir inzwischen, meine Hand in die Handschellen zurückzuzwängen. Sie wieder hineinzustecken war schwieriger, als sie herauszuziehen; aber ich hatte gerade Zeit genug, die Sache auszuführen. Jetzt kamen die Leute, die nach dem Kloster gegangen waren, mit Lichtern zurück. Ich stellte mich fest schlafend, was allerdings sehr unwahrscheinlich war, wenn ich in jedem Knochen meines Körpers das Gefühl hatte, als ob er lose geworden sei, wenn jedes Glied starr und kalt, jede Sehne und jedes Band so angespannt war, daß ich vor Schmerzen fast wahnsinnig wurde!
Die Tibeter fanden die Fesseln um Man Sings Füße gelöst. Sie untersuchten meine Hände und fanden sie noch ebenso, wie sie sie gelassen hatten. Sie betrachteten meine Füße. Die Stricke waren noch da und schnitten tief in mein Fleisch ein. Sie betrachteten Man Sings Hände und fanden auch sie noch immer an dem hinter ihm stehenden Pfahl befestigt.
Der geheimnisvolle Vorgang erschien den Tibetern so rätselhaft, daß sie ernstlich erschraken. Sie fingen an, aufgeregt zu schreien und um Hilfe zu rufen. Kaum hatten sie Lärm geschlagen, so stürzte auch schon eine Schar auf uns los und stellte sich mit gezogenen Schwertern um uns auf. Einer, der tapferer als die übrigen war, gab Man Sing ein paar Peitschenhiebe und drohte uns, daß wir auf der Stelle enthauptet werden sollten, wenn man unsere Stricke noch einmal gelöst finden würde. Der Kuli wurde wieder gebunden, diesmal noch fester als zuvor.
Zur Vorsicht wurde jetzt ein Licht zwischen mich und Man Singgestellt, und da es noch heftig regnete, brachten die Tibeter ein leinenes Schutzdach über uns an, damit das Licht nicht ausgelöscht würde. Gegen 6 oder 7 Uhr morgens wurden Man Sings Füße losgebunden, seine Hände aber nicht. Mich ließen sie noch in derselben qualvollen Stellung. So vergingen mir die Stunden sehr langsam. Meine Beine, Arme und Hände waren allmählich ganz abgestorben, und ich fühlte, nachdem ich die ersten sechs, sieben Stunden in der Streckfolter zugebracht hatte, keinen eigentlichen Schmerz mehr. Die Erstarrung kroch langsam durch jedes Glied meines Körpers, bis ich das eigentümliche Gefühl hatte, als hätte ich einen lebenden Kopf auf einem toten Leibe.
Es ist merkwürdig, wie das Gehirn unter solchen Umständen tätig bleibt und so gut arbeitet, als ob es durch das Absterben aller übrigen Organe gar nicht angegriffen würde. –
Der Tag, der jetzt heraufdämmerte, war reich an seltsamen Ereignissen. Als die Sonne schon ziemlich hoch am Himmel stand, kam der Pombo mit einer großen Schar von Lamas von dem Kloster geritten, obgleich die Entfernung nur sehr gering war. Er ging nach seinem Zelt; gleich darauf wurden meine Kisten mit den wissenschaftlichen Instrumenten herausgebracht und geöffnet, wobei die Soldaten ein ergötzliches Gemisch von Neugier und Vorsicht zeigten. Ich mußte den Gebrauch jedes Instruments erklären, eine schwierige Sache, wenn man ihre Unwissenheit und meine sehr begrenzte Kenntnis des Tibetischen bedenkt, die mir nicht erlaubte, wissenschaftliche Vorträge zu halten. Mit großem Mißtrauen wurde der Sextant angesehen, mit noch größerm der hypsometrische Apparat, den sie mit seinen Thermometern in Messingröhren für irgendeine Art von Feuerwaffe hielten. Dann kam eine Partie von noch nicht entwickelten photographischen Platten, von denen sie einen Kasten nach dem andern im hellen Tageslichte öffneten und so in wenigen Augenblicken die wertvollen Negative zerstörten, die ich seit meinem Aufbruch vom Mansarowar aufgenommen hatte. Der Pombo, der genauer beobachtete als die andern, bemerkte, daß die Platten eine gelbliche Färbung annahmen, als sie dem Lichte ausgesetzt wurden.
»Was ist das?« fragte er.
»Das ist ein Zeichen, daß du für das, was du mir antust, zu leiden haben wirst.«
Der Pombo schleuderte die Platte fort und war ganz außer Fassung. Er gab den Befehl, in einiger Entfernung ein Loch in den Boden zu graben und die Platten sofort hineinzuversenken. Aber die Soldaten, denen der Befehl erteilt wurde, schienen keine Lust zu haben, die Platten zu berühren, und mußten erst von den Lamas gescholten und geschlagen werden, ehe sie gehorchten. Endlich schoben sie den Kasten mit den Negativen mit den Füßen nach einer etwas abgelegenen Stelle. Dort gruben sie nach Hundeart mit den Händen ein tiefes Loch in den schlammigen Boden. Ich mußte sehen, wie meine Arbeit von mehreren Wochen für immer mit Erde bedeckt wurde! Es war ein harter Schlag für mich.
Jetzt kam mein Malkasten mit seinen Wasserfarben an die Reihe.
»Was tust du mit diesen?« rief der zornige Lama und wies auf die harmlosen Farben.
»Ich male Bilder.«
»Nein, du lügst! Mit dem Gelb findest du, wo Gold im Lande ist, und mit dem Blau entdeckst du, wo Malachit ist.«
Ich versicherte ihm, daß dem nicht so sei, und sagte, daß, wenn man mich losbinden wolle, ich, sobald ich den Gebrauch meiner Arme wiedererlangt hätte, von ihm ein Bild malen würde. Klugerweise zogen die Lamas aber vor, mich gebunden zu lassen.
Jetzt wurde ihre ganze Aufmerksamkeit durch eine beträchtliche Summe in Silber und Gold in Anspruch genommen, die sie in den Kisten fanden; der Pombo warnte das Volk, daß keine einzige Münze gestohlen werden dürfe.
Diese Gelegenheit benutzte ich, dem Lamakloster eine Opfergabe von 500 Rupien anzubieten; dem Pombo aber sagte ich, daß es mich freuen würde, wenn er mein Henry-Martini-Gewehr, das, wie ich bemerkt hätte, ihm gefiele, als ein Geschenk annehmen wolle.
Beide Geschenke wurden abgelehnt, da das Lamakloster, wie sie sagten, sehr reich sei, und des Pombo Stellung als Beamter ihm nicht erlaube, ein Gewehr zu tragen. Indessen war der Pombo von dem Anerbieten ganz gerührt und kam, sich persönlich bei mir zu bedanken.
In ihrer Art waren die Schurken in ihrem Betragen anständig genug, und ich konnte nicht umhin, die Höflichkeit und Grausamkeitan ihnen zu bewundern, die sie in jedem Augenblick ein- und ausschalten konnten.
Sie waren auf dem Grunde der wasserdichten Kiste angelangt, und mit großem Mißtrauen zog der Pombo einen sonderbaren plattgedrückten Gegenstand heraus.
»Was ist das?« fragte er und hob den Gegenstand wie gewöhnlich in die Höhe.
Meine Sehkraft war so geschwächt, daß ich nicht deutlich unterscheiden konnte, was es war. Aber als sie das Ding vor meiner Nase schwenkten, erkannte ich es als meinen lange verlegten, jetzt trockenen und plattgedrückten Badeschwamm, den Tschanden Sing mit seiner gewöhnlichen Geschicklichkeit im Packen auf dem Boden der Kiste untergebracht hatte, um dann die schweren Kästen mit den photographischen Platten daraufzutürmen. Infolge der Last, die wochenlang auf ihm gelegen hatte, war der Schwamm, der eigentlich sehr groß war, auf weniger als zwei Zentimeter Dicke zusammengedrückt.
Den Tibetern machte dieser neue Fund, der, wie sie sagten, dem Zunder glich, viel Kopfzerbrechen; er wurde mit großer Vorsicht angefaßt, da einige der Lamas sagten, er könnte explodieren.
Als ihre Neugier befriedigt war, nahmen sie ihn und warfen ihn fort. Er fiel in meiner Nähe in eine kleine Wasserlache. Das war eine goldene Gelegenheit, meine Kerkermeister zu erschrecken, und so redete ich den Schwamm in englischer Sprache und mit beliebigen Worten, die mir in den Mund kamen, an, indem ich tat, als ob ich Zauberformeln ausspräche. Natürlich richtete sich die Aufmerksamkeit der Lamas und Soldaten augenblicklich auf mein sonderbares Benehmen, und sie konnten ihren Schrecken nicht verbergen, als der Schwamm, indem ich lauter und immer lauter zu ihm sprach, allmählich durch das eingesogene Wasser zu seiner normalen Größe aufschwoll.
Die Tibeter, die bei diesem unverständlichen Vorgang erst ihren Augen nicht trauen wollten, wurden bei dieser vermeintlichen Bekundung meiner geheimen Kräfte von solchem Schrecken ergriffen, daß eine allgemeine eilige Flucht nach allen Seiten erfolgte.
Alles dies war unterhaltend und diente jedenfalls dazu, die Zeit zu vertreiben. Die ergötzlichste Szene dieses Nachmittags sollte jedoch noch kommen.