Seitdem es den österreichischen Nachbarn der schwarzen Berge eingefallen war im trauten Vereine mit den Montenegrinern einen kleinen Feldzug gegen Oesterreich zu eröffnen, in dessen Verlaufe gleichwohl mehr Nasen abgeschnitten wurden als in sämmtlich anderen vom Beginne des dreissigjährigen Krieges bis jetzt gelieferten Schlachten, hat man sich daran gewöhnt Dalmatien als ein Land zu betrachten, das ein Fremder, ohne für seine Nase das Aergste befürchten zu müssen, nicht leicht betreten könne. Morlake, Dalmatiner und Nasenabschneider, das sind für die Meisten ganz homogene Begriffe geworden, und wenn es je einmal Mode gewesen wäre, Vergnügungsreisen nach Dalmatien zu machen: nach dem Aufstande in der Bocca di Cattaro hätte gewiss Niemand mehr daran gedacht, aus einem anderen Grunde als der zwingenden Nothwendigkeit wegen dorthin zu reisen.
Zum Glücke für Dalmatiner und Dalmatinerinnen sind derlei Vorstellungen nicht nur im Allgemeinen grundfalsch, sondern auch in puncto Geographie vollkommen unrichtig, denn man vergisst gewöhnlich darauf Bedacht zu nehmen, dass Dalmatien zwar ein sehr schmales, aber auch sehr langgedehntes Stück Landes ist, und dass es von der Bocca di Cattaro bis zur Landeshauptstadt Zara ebenso weit oder mit Berücksichtigung dermangelhaften Communications-Mittel noch weiter sei, als beispielsweise von Triest nach Wien. Darum wird der Fremde, der zum ersten Male Dalmatiens Küsten im nördlichen oder mittleren Theile desselben, vielleicht bei Spalato betritt, erstaunt sein, einen ganz anderen Schlag von Menschen und andere Sitten zu finden, als seine von dem Anhören nasenabschneiderischer Geschichten erhitzte Phantasie ihm vorgespiegelt hat, – des Ausserordentlichen und von den Sitten anderer Völker Abweichenden findet er immerhin zur Genüge.
Als seinerzeit venezianische Bürger um des Erwerbes willen in das damals rein slavische Land Dalmatien übersiedelten oder von der Republik als Beamte dorthin gesendet wurden, da entsprach es ganz der Regierungspolitik dieses gleich einer zusammenbröckelnden Ruine aus dem Mittelalter in die Neuzeit hineinragenden Staates, die eigenen Angehörigen als Feudalherren über die Einwohner der durch Krieg und Schacher erworbenen Provinzen zu setzen. Gewohnt, zu Hause unter dem stetigen aber schweren Drucke zu seufzen, den eine ausschliesslich in den Händen weniger bevorzugter Patricierfamilien ruhende Regierung auf sie ausübte, fanden es diese Leute um desto angenehmer, wenn sie plötzlich in die Lage kamen nun ihrerseits die kleinen Tyrannen zu spielen; sie traten mit desto mehr Genuss, je lebhafter sie sich an die erhaltenen Tritte noch erinnerten. Die Verhältnisse, die sie in dem arg vernachlässigten Lande vorfanden, waren auch ganz darnach angethan ihre kleinlichen Herrschergelüste eher anzufachen, als denselben hemmend entgegenzutreten.
Um das Land in aussichtsloser Abhängigkeit zu erhalten, hatte die erlauchte Republik nicht nur den materiellen Wohlstand desselben unterdrückt, die Wälder systematisch ausgerodet, die Anlegung von Strassen geradezu verhindert und die Schiffahrt möglichst erschwert, sondern sich auch bemüht die Bevölkerung auf der tiefsten Stufe der Rohheit und Unwissenheit zu erhalten. Letzteres war eben so leicht als mit geringen Kosten verbunden: man errichtete eben nirgends Schulen. Wollte einmal ein Dalmatiner ausnahmsweise seinem Sohne eine bessere Erziehung angedeihen lassen, so war er genöthigt, ihn nach Venedig oder Padua zu senden, – nicht genug, selbst dort unterschied man zwischen Dalmatiner und anderen Studenten und hütete sich wohl, den Ersteren zu viele Kenntnisse beizubringen. Das mag barok und übertrieben klingen, ist aber nichtsdestoweniger wörtlich wahr.
Noch vor dreissig Jahren lebten in Spalato zwei »Dalmatiner Advocaten.« Was ein »Dalmatiner Advocat« ist? Ich will es erklären. Die erlauchte Republik gestattete es den Dalmatinern, an der Universität Padua ohne vorhergängige Studien eine Prüfung abzulegen, welche denselben das Recht, den Doctortitel zu führen und die Advocatie auszuüben verlieh. Wohlgemerkt! nicht in Venedig oder einer der venetianischen Städte, sondernnur in Dalmatiendurften dieselben Advocaten sein. Die für diese Prüfung zu erlegende Taxe bestand in einer kleinen Geldsumme unddreissig Schinken. Natürlich war die Prüfung Nebensache, die Geldsumme aber und die dreissig Schinken Hauptsache, daher sich der Gebrauch ergeben konnte, dass Einzelne mehrmals und immer unter anderen Namen ihr Doctorexamen in Padua ablegen konnten. Einer der beiden oben erwähnten »Dalmatiner Advocaten«, dessen Sohn heute noch in einer Stadt Dalmatiens die Advocatur ausübt, machte diese Prüfungfünf Malimmer mit der Börse in der einen und den dreissig Schinken in der andern Hand, und vier Personen ausser ihm, die sich nie aus ihrer Geburtsstadt entfernt hatten, erhielten auf Grund dieser Prüfungen, des Geldes und der hundertzwanzig Schinken die Erlaubniss, als Sachverwalter vor den SchrankendalmatinischerGerichte aufzutreten.
Bäuerin aus Macarsca.
Bäuerin aus Macarsca.
Italien und speciell die »erlauchte« Republik Venedig befanden sich, als letztere in dem Trubel der politischen Ereignisse ihr wohlverdientes Ende erreichte, mitten in der schönsten Blüthe der Zopfzeit und die Cultur der Zopfzeit war es, welche von den venetianischen Ansiedlern nach Dalmatien getragen wurde. Die Südslaven waren damals und sind auch heute noch lange nicht bei der Zopfzeit angelangt und so ergab sich aus dem Gemische der beiden Nationalitäten eine merkwürdige Verquickung der Sitten und der Cultur, die bis zum heutigen Tage besteht und voraussichtlich noch durch lange Jahre ihren Einfluss zeigen wird. Slavischer Aberglaube und romanische Ueberschwenglichkeit, italienische Selbstüberhebung und der südslavische Charakterzug, sich dem Unvermeidlichen mit stummer Ergebenheit zu beugen, reichten sich da die Hände. Darum wird ein Italiener, der heute die Küstenstädte Nord- und Mitteldalmatiens besucht, vorwiegend slavische Städte zu finden glauben, während ein Slave, wenn er aufrichtig sein will, in Zara, Sebenico, Spalato, Macarsca und Almissa italienische Sitten und Gebräuche ebenso bestimmt finden, als in dem breitgedehnten Dialecte ihrer Bewohner die venetianische Volkssprache wiedererkennen wird.
Eine Eigenschaft haben beide Nationalitäten mit einander gemein: die Sucht zu glänzen. Der Italiener, dem die tausendjährige Cultur seiner Voreltern in den Gliedern steckt, thut es, indem er sich womöglich einen Orden verschafft, ihn so viel als thunlich heraushängt und sich vor aller Welt als »Cavaliere« ansprechen lässt, – der Slave, und zwar besonders der Südslave, indem er in seiner Nationaltracht die schreiensten Farben nebeneinander zur Schau trägt, die ihm zugänglich sind. Darum findet man auch kaum in einem Lande eine solch' ausgesprochene Sucht bei jeder sich ergebenden Gelegenheit den möglichsten, meistens sehr abgeschmackten und verschossenen Prunk zu entwickeln, der sich bis zum fratzenhaften steigert, wenn der Anlass dazu ein religiöser war.
In dem östlichen Theile des diocletianischen Kaiserpalastes, in dessen Ruinen hinein die Stadt Spalato gebaut ist, bildeten die vielfach sich kreuzenden von mächtigen Mauern eingefassten Gänge einen kleinen Platz, der in das östliche Thor des Palastes mündete. Unmittelbar neben dem heute noch bestehenden Thore, da, wo seinerzeit vermuthlich ein Wach- oder Vertheidigungsthurm gestanden haben mag, befindet sich eine kleine schwerfällig und offenbar in gar keinem Style gebaute Kirche, welche »alla buona morte« (zum guten Tod) heisst. Die einfache, ja ärmliche Ausschmückung der Kirche von Innen entspricht der mehr als ungekünstelten Aussenseite und hauptsächlich sind es nur ganz arme Leute, die in derselben dem Gottesdienste beiwohnen.
Sonntags und Donnerstags wird in derselben die Schulmesse für das Obergymnasium abgehalten und wenn die Schüler in der Kirche vollzählig versammelt sind, schliesst der Pedell ohne Weiteres die Thüre mit einem mächtigen Riegel. An der Längenseite der Kirche ist von Aussen eine kleine Marmortafel in der Mauer eingefügt, welche die Umrisse einesstarkverwischten Todtenkopfes zeigt, den die meisten Vorübergehenden in Erfüllung eines mir völlig unbekannten religiösen Bedürfnisses mit der Hand betasten. Ob sich die Leute unter dem marmornen Todtenkopf etwas Heiliges vorstellen, habe ich niemals ergründen können. Dort in der Kirche »alla buona morte« beginnt das unheimliche Schattenspiel, das alljährlich am Charfreitage durch die Gassen und Plätze der Stadt Spalato seinen mystischen Gaukel treibt.
Die vierzigtägigen Fasten werden in ganz Dalmatien und vorzüglich in Spalato mit absonderlicher Strenge gehalten. Bischöfliche Dispensen,wie sie in andern nördlicher gelegenen Ländern eine regelmässige Ausnahme bilden, kommen dort nicht vor. Die Kirche gebietet Fasten und es wird einfach gefastet. Einer deutschen Hausfrau würden allerdings die Haare und womöglich auch der Chignon zu Berge stehen, wenn sie einmal in die Lage käme durch vierzig Tage dreimal wöchentlich mit den wenigen Dingen ein Mittagmahl herstellen zu müssen, die durch das Fastengebot nicht verpönt sind. Mittwochs, Freitags und Samstags darf nicht nur kein Fleisch gegessen werden, sondern Butter, Schmalz, Milch und Eier sind ebenfalls verpönt. Die Leute kochen Fische und bereiten alles mit Oel, so dass ich, als ich einmal gezwungenermassen eine derartige Fastenzeit in Spalato durchgemacht hatte, am Ende derselben das Gefühl hatte, als brauchte ich nur ein Endchen Baumwolldocht in den Mund zu nehmen und anzuzünden, um ein Paar Tage lang einer Oellampe gleich zu brennen. Die Domkirche bietet während dieser Zeit zweimal wöchentlich den jungen Leuten beiderlei Geschlechts die erwünschte Gelegenheit sich ziemlich ungestört sehen und sprechen zu können, – sind doch die Fastpredigten, die immer Abends in der zweifelhaften Dämmerung der hohen Kirche abgehalten werden, so sehr als gewöhnliches Stelldichein bekannt, dass man einmal den Schülern der höheren Classen des Gymnasiums es verbieten musste dieselben zu besuchen. Aus demselben Grunde heisst dort auch die vierzigtägige Fasten im Volksmunde, »il carnevaletto delledonne« – der kleine Frauenfasching. Wenn aber diese Zeit zu Ende geht und die Charwoche herannaht, dann beginnt ein eigenthümliches Drängen und Werben unter der Classe der Handwerker und Bauern, dessen Gegenstand der Pfarrer ist, – der Pfarrer der Kirche »alla buona morte.«
Des Abends kann man da dunkle Gestalten verstohlen und heimlich in das Haus schlüpfen sehen, das der Herr Pfarrer bewohnt. Dann kann man aus dessen Zimmer zuerst die leise wispernden Stimmen eines Zwiegespräches hören, das allmälig in ein Brüllen ausartet, denn ein rechter Dalmatiner kann nicht sprechen – nur schreien. Die dunkle Gestalt bittet um etwas, der Pfarrer will es verweigern, – wiederholtes inständiges Bitten – zögerndes Nachgeben des Pfarrers – endlich sind sie handelseinig, – leise und geräuschlos wie sie gekommen, aber offenbar zufriedener und mit leichterem elastischen Tritt verschwindet die dunkle Gestalt, sorgfältig ihr Gesicht vor einer anderen verbergend, die vielleicht vor der Thüre in derselben Angelegenheit harrt.
Des folgendes Tages marschiren, – nicht zusammen, sondern jeder für sich, blos von seinem Treiber begleitet, – verschiedene Esel vor der Wohnung des Herrn Pfarrers auf und verschiedene variciaki24mit Weizen werden abgeladen. Das Getreide gehört aber nicht dem Herrn Pfarrer, sondern der Kirche »alla buona morte.« Auch von der besseren Gesellschaft kann man eines Abends einen, aber nur einen! Herrn zum Pfarrer schleichen sehen, der dann mit verlegenem Gesichte und fromm verdrehten Augen eine kurze Botschaft dem Pfarrer mitzutheilen hat und wieder fortschleicht. Und nicht nur der Pfarrer, sondern auch der Küster von der Kirche »alla buona morte« beginnen ein absonderlich wichtiges und verschwiegenes Gesicht zur Schau zu tragen und mancher arme Teufel, der vor Jahren auch zur Dämmerstunde hinaufgeschlichen ist in die Wohnung des Pfarrers, sieht die Beiden an und fühlt ein Schauern über den Rücken laufen wie ein abgestrafter Russe beim Anblick der Knute.
Charfreitag ist herangekommen und ein Gefühl festlicher Trauer hat sich der Bewohner Spalatos bemächtigt. Allenthalben werden schwarze Tücher, manchmal nach Umständen auch nur schwarze Fetzen hervorgesucht, welche bestimmt sind des Abends zu den Fenstern des Hauses herausgehängt zu werden, vor welchen die Procession vorüberziehen wird. Oellämpchen werden geputzt, schwarze Kleider aus den Schränken geholt, die Weiber putzen sich mit Schleiern und schwarzen Bändern, die Männer ziehen himmelschreiende Fracks an's Tageslicht und wer sich weder an der Procession zu betheiligen gedenkt, noch so glücklich ist ein Haus zu bewohnen, an welchem die Procession vorüber ziehenmuss, der trachtet bei Bekannten ein Plätzchen an einem Fenster zu erlangen. Denn Spalato ist stolz auf seine Charfreitags-Procession, und »nur in Rom sieht man etwas Aehnliches« versichert jeder Spalatiner mit vaterländischem Stolze.
Es schlägt sieben Uhr, – früher darf die Procession nicht beginnen, denn die Tageshelle würde ihr einen guten Theil des Schauerlichen benehmen, das ihren grössten Reiz ausmacht. Vor allen Fenstern hängen die schwarzen Lappen, über allen Lappen brennen dämmerige Oellämpchenundhinter allen dämmerigen Oellämpchen stehen dichtgedrängte schwarzgekleidete Gestalten. Aus den weitgeöffneten Pforten der uralten Domkirche,– des alten Jupitertempels, – an der egyptischen Sphinx vorüber, die mit ihren blinden granitenen Augen herausstarrt auf das ungewohnte Getreibe, über die breiten Stufen herab bewegt sich der Zug. Voran die Waisenkinder, die man hier wie überall als eine Merkwürdigkeit zu betrachten scheint, die als abschreckendes Beispiel bei keinem öffentlichen Aufzuge fehlen darf, – dann die Männer und Weiber des Versorgungshauses, die in ihrem krüppelhaften Siechthum an und für sich abschreckend genug sind, – dann eine Schaar zehn- und zwölfjähriger Bursche, die Eleven des bischöflichen Seminars, welche als Priester maskirt mit ihren schwarzen Talaren, weissen Chorhemden, lilafarbenen Kragen und ebensolchen dreieckigen Baretten Diminutiv-Cardinälen ähnlich sehen, – dann die verschiedenen Leichenvereine und Betbruderschaften in langen, blauen und weissen Kitteln, – alles mit Fackeln in den Händen. Dann kommen die »Herren«, dann Handwerker im Sonntagsstaate, Bewohner der Vorstädte im National-Costüme, Alle mit riesigen Wachskerzen in den Händen und neben jeder Wachskerze ein zerlumpter, barfüssiger Bursche, der in der hohlen Hand die herabfallenden Wachstropfen auffängt, – hinter den Männern die Frauen und Mädchen in schwarzen Kleidern, das Gesicht mit schwarzen Schleiern verhüllt. Und dann? Ja, – jetzt kommt das, worauf die Spalatiner stolz sind.
Ein lebendes Kreuzkommt, – ein zweites, – ein drittes, – ein viertes, fünftes, sechstes. Ein Mann schreitet einher, in einem langen schwarzen Kittel gehüllt. Den Kopf und das Gesicht verdeckt eine schwarze Kapuze, in der zwei kleine Oeffnungen für die Augen gelassen sind. Die Füsse sind nackt und wenn die Erscheinung zwischen dem Beschauer und einer Wachskerze durchgeht, so kann man durch den dünnen schwarzen Stoff hindurch auch die nackten Glieder des Mannes sehen. In dem einen Aermel hinein, hinter dem Rücken vorbei und bei dem andern Aermel heraus, steckt ein tüchtiger Stock, so dass der Unglückliche einem lebenden Kreuze gleich mit wagrechtausgestrecktenArmen gehen muss. Und die Procession dauert länger als eine Stunde! Und so wie er, so sind seine Kameraden nackt in ihren schwarzen Kittel mit ausgestreckten Armen und alle bestreben sich den schwankenden Gang eines zum Tode Erschöpften nachzuahmen und torkeln rechts und links, die Kreuz und die Quer, bis ihre Erschöpfung keine gekünstelte mehr ist und sie zuletzt wirklich zusammen zu sinken drohen. – – –
Das sind die dunkeln Gestalten, die zum Pfarrer der Kirche »alla buona morte« hineinschlüpften, um mit ihm zu verhandeln und gegen Erlag einiger variciaki Weizen die Erlaubniss zu bekommen, am Charfreitage als »Kreuz« die Procession zu begleiten. Hinter diesen tänzelnden und schwankenden Jammergestalten folgt aber noch eine Andere. Schwarz vom Kopf bis zu den nackten Füssen, tief gebeugt unter der Last eines grossen hölzernen Kreuzes, das, um sein Gewicht zu erhöhen,hohl und mit Sand ausgefüllt ist, schwankt eine Gestalt vor dem nachfolgenden Thronhimmel einher. Das Gesicht ist verhüllt, – Niemand kennt ihn, als der Pfarrer der Kirche »alla buona morte« und sein Küster. Sechs stämmige Bauern mit Windlichtern begleiten ihn und sehen mit peinlicherAufmerksamkeitdarauf, dass das untere Ende des Kreuzes, das er über der linken Schulter trägt, den Boden nicht berühre. Geschieht es dennoch,so gilt es nicht! Was? Die Busse! Denn der geheimnissvolle Mann, der das grosse, über einen Centner schwere Kreuz trägt,ist der grösste Sünder, der dem Dompfarrer im Laufe des letzten Jahres gelegentlich des Beichthörens vorgekommen.
In Spalato erzählt man allgemein, der Conte C. habe vor einigen Jahren das grosse Kreuz getragen!