Chapter 9

27–25.

Augustus ordnet persönlich die Verhältnisse dergallischenundspanischenProvinzen. Unterwerfung der Cantabrer und Asturer.Lugdunum(Lyon) Hauptstadt in Gallien,TarracoundCordubaHauptstädte in Spanien.

22–19.

Augustus ordnet persönlich die Verhältnisse des römischenAsiens. Der PartherkönigPhraatesgibt auf die Nachricht von seiner Ankunft in Syrien die bei der Niederlage des Crassus (S. 113) erbeuteten römischen Feldzeichen zurück. DurchTiberiuswirdTigrānesin sein Reich Armenien wieder eingesetzt.

Nach Rom zurückgekehrt erläßt Augustus Gesetze zur Bekämpfung des Luxus und der Ehelosigkeit (lex Iulia sumptuaria, lex Iulia de maritandis ordinibus).

15.

TiberiusundDrusus, die Stiefsöhne des Kaisers, unterwerfen die Alpenvölker und das Gebiet zwischen den Alpen und der Donau; Einrichtung der ProvinzenRaetia(HauptortAugusta Vindelicorum, jetzt Augsburg) undNoricum(Kärnten und Steiermark). Schon einige Jahre früher war von Makedonien aus das untere DonaugebietMösienunterworfen worden.

12–9.

TiberiusunterwirftPannonien(das südwestliche Ungarn). Damit ist dieDonaugrenzedes Reiches festgestellt; sie wird ebenso wie dieRheingrenzedurch Standlager der Legionen, aus denen später Städte geworden sind, beschützt. Standlager am Rhein: Moguntiacum (Mainz), Civitas Ubiorum (später Colonia Agrippinensis, Köln), Castra vetera (Xanten), Standlager an der Donau: Regina castra (Regensburg), Batava castra (Passau), später auch Vindobona (Wien) und Juvavum (Salzburg).

12–9.

Drususunternimmt vom Rhein aus vier Feldzüge in dasinnere Germanien,das erstemal zur See, vom lacus Flevo (Zuyder-See) in dieEmsmündung hinein, dann zu Lande dieLippeaufwärts (CastellAlisobei Haltern), dann von Mainz aus gegen die Chatten, zuletzt von Mainz bis zur Elbe. Er stirbt auf dem Rückmarsch infolge eines Sturzes mit dem Pferde.

8–7.

Tiberius, sein Nachfolger im Oberbefehl, bringt einen Teil der germanischen Völkerschaften auf dem rechten Rheinufer zur Anerkennung der römischen Oberhoheit. Er zieht sich dann (6) nachRhoduszurück und kommt erst 7 Jahre später nach Verbannung seiner Gemahlin Julia wieder nach Rom.

Christus geborenvier oder sechs Jahre vor dem Beginn unserer Zeitrechnung.[29]

Das Christentum, langsam sich ausbreitend im römischen Reiche, entfaltet nach dem Untergange desselben seine weltbezwingende Macht.

nach Chr. 4–5.

Tiberius, in den letzten Jahren der Regierung des Augustus schon beinahe Mitregent, durchzieht von neuem das nördliche Germanien, besiegt dieLangobardenan der unteren Elbe. Römische Statthalter verwalten das Gebiet zwischen Rhein und Elbe. Der unter Tiberius’ Anführung schon begonnene Angriff auf dassuebischeReich desMarbod(in Böhmen) wird unterbrochen (6–9) durch einen gefährlichen Aufstand der illyrischen und pannonischen Völkerschaften.

9.

Drei römische Legionen unterP. Quinctilius Varuswerden imTeutoburger Waldevon dem CheruskerfürstenArminiusvernichtet. Germanien bis zum Rhein befreit,Tiberiusaber sichert die Rheingrenze.

14.

Augustus stirbt inNolaim 76. Lebensjahre. Eine von ihm selbst verfaßte Übersicht seiner Taten (Res gestae divi Augusti) ist in einer Tempelinschrift zu Ancyra (Angora) in Galatien erhalten (monumentum Ancyranum).

14–37.

Tiberius(vollständig:Tiberius Claudius Nero), des Augustus Stief- und Adoptivsohn, geb. 42, tüchtiger Herrscher, jedoch hart und argwöhnisch. Das Recht der Beamtenwahlen und die Bestätigung der Gesetze wird von denKomitienauf denSenatübertragen. Die an republikanischen Erinnerungen festhaltende Aristokratie wird in strenger Abhängigkeit gehalten, besonders durch Anklagende maiestate(die auch schon zur Zeit der Republik vorkamen) bei der kleinsten Beleidigung des Fürsten; Belohnung der Angeber (delatores). Gute Verwaltung in den Provinzen.

14–16.

Drei Feldzüge des Neffen desTiberius, Drusus Cäsar Germanicus, (von Köln aus) über den Rhein gegen die Germanen, der zweite und dritte mit einer Flottenfahrt in die Emsmündung verbunden. Beim zweiten wird die Stätte der Niederlage des Varus berührt; beim dritten Sieg der Römer auf demCampus Idisiavisojenseits derWeserüber Arminius, aber keine Unterwerfung des Landes. Die Flotte bei der Rückkehr durch Sturm zerstreut.

17.

Germanicus, von Tiberius abgerufen und nach dem Orient gesandt, setzt in Armenien einen König ein, machtKappadokienzur römischen Provinz, gerät in Syrien mit dem Statthalter L. Calpurnius Piso in Streit. Sein Tod im 34. Lebensjahr (19 in Antiochia an Gift?) in Rom sehr beklagt.

In Deutschland Krieg zwischenArminundMarbod, letzterer aus seinem Reiche vertrieben, findet bei den Römern Aufnahme († zu Ravenna). Armin wird von seinen eigenen Verwandten, die ihn des Strebens nach der Königsherrschaft beschuldigen, 37 Jahre alt, getötet (21).

23.

L. Aelius Seianus, Befehlshaber derPrätorianer(S. 122), erhebt sich zum übermächtigen Günstling des alternden Kaisers, der 27 seinen Aufenthalt dauernd auf der InselCapreae(Capri) nimmt. Sejan vergiftetDrusus, den einzigen Sohn des Kaisers, und bewirkt die Verbannung derAgrippina, Witwe des Germanicus.

31.

Sturz Sejans; nach ihm werden viele Senatoren als Teilnehmer an seiner Verschwörung hingerichtet.Macro, nunmehr Praefectus praetorio, bleibt von der Willkür des mißtrauischen Kaisers abhängig.

37–68.

Das Claudische Herrscherhaus,durch Adoption mit dem Julischen verbunden:

TiberiusClaudius Nero.      Nero ClaudiusDrusus.†37 n. Chr.                         †9 v. Chr.|                     _____________|_________|                    |                       |Drusus †23Drusus Germanicus.Tib.ClaudiusNero.n. Chr.          †19 n. Chr.                 †54.Gem. Agrippina.               |___________|________                   ||                    |              Octavia, Britanniens.Agrippina d. j.,Caligula.|                   †41.|L. Domitius (Nero)†68.

TiberiusClaudius Nero.      Nero ClaudiusDrusus.†37 n. Chr.                         †9 v. Chr.|                     _____________|_________|                    |                       |Drusus †23Drusus Germanicus.Tib.ClaudiusNero.n. Chr.          †19 n. Chr.                 †54.Gem. Agrippina.               |___________|________                   ||                    |              Octavia, Britanniens.Agrippina d. j.,Caligula.|                   †41.|L. Domitius (Nero)†68.

37–41.

Caligula(Gaius Cäsar Germanicus),

der jüngste Sohn des Germanicus, von den Soldaten als KnabeCaligula(Stiefelchen) benannt, zeigt sich bald als grausamer (oderint, dum metuant!), jeder Schranke spottender Despot. Schwelgerei, Selbstvergötterung, unnütze Feldzüge nach der Rheingrenze und der gallischen Küste. Nach seiner Ermordung durch die Prätorianer wird von diesen zum Imperator ausgerufen sein Oheim

41–54.

Claudius(Tiberius Claudius Nero Germanicus),

jüngerer Bruder des Germanicus, ein wohlmeinender, aber schwacher Fürst, beherrscht von Günstlingen und von seinen Gemahlinnen: 1. der sittenlosenMessalinaund, nachdem er diese (48) hat töten lassen, 2. der herrschsüchtigenAgrippina, Tochter des Germanicus.

43.

Beginn der EroberungBritanniensunter dem Oberbefehl desA. Plautius(dessen LegatT. Flavius Vespasianus); der südliche Teil wird römische Provinz.

Unter Claudius’ Regierung werden außerdem folgende Provinzen eingerichtet: in AfrikaMauretania, im OrientLyciaundThracia.Iudaea, von 40 vor Chr. bis 6 nach Chr. und dann wieder 41–44 nach Chr. abhängiges Königreich, wird wieder zur ProvinzSyriengezogen.

Agrippinaüberredet den Claudius, denL. Domitius, ihren Sohn aus früherer Ehe, zu adoptieren (bei der Adoption erhält er den NamenNero) und zum Thronfolger zu ernennen an Stelle seines eigenen SohnesBritannicus(von derMessalina), dessen SchwesterOctaviazur Gemahlin Neros bestimmt wird. Als Neros Adoption den Kaiser gereut, vergiftet ihn Agrippina.

54–68.

Nero(Nero Claudius Cäsar Drusus Germanicus),

von den Prätorianern zum Imperator ausgerufen, in den ersten Jahren geleitet von dem Praefectus praetorioAfranius Burrusund seinem LehrerL. Annaeus Seneca.

Er vergiftet (55) seinen StiefbruderBritannicus, mit dessen Erhebung zum Imperator ihm Agrippina gedroht hatte, läßt (59) seine MutterAgrippinaselbst töten, verstößt seine GemahlinOctavia, die er später ebenfalls töten läßt, und heiratetPoppaea Sabina, die Gemahlin Othos. Ausschweifungen und Grausamkeiten; er tritt öffentlich im Wettkampf als Wagenlenker, Schauspieler und Sänger auf. Kriechende Unterwürfigkeit des Senats,

61.

Aufstand in Britannien, vonSuetonius Paulinusunterdrückt.

58–63.

Krieg gegen die Parther und Armenier. Nach Einnahme und Zerstörung vonArtaxătabringtDomitius Corbŭloin Armenien den KönigTiridateszur Anerkennung der römischen Oberhoheit.

64.

Eine sechstägige und bald darauf eine nochmalige dreitägigeFeuersbrunst(nach unbegründetem Gerücht auf Neros Befehl angelegt) zerstört einen großen Teil der Stadt Rom. Nero beschuldigt dieJudenund dieChristengemeindeRoms der Brandstiftung und verhängt grausame Strafen über sie (erste Christenverfolgung). Großartige Neubauten in Rom, breitere Straßen. Der Kaiserpalast wird vom Palatin bis über den Esquilin ausgedehnt (domus aurea).

65.

Verschwörung desC. Calpurnius Pisoentdeckt, viele Hinrichtungen;Senecagenötigt, sich selbst zu töten.

68.

Aufstand in Gallien (C. Julius Vindex) und im diesseitigen Spanien, dessen Statthalter, der 73jährigeSulpicius Galba, zum Imperator ausgerufen wird. Nero, erst kürzlich von einer großen Kunstreise nach Griechenland zurückgekehrt, flieht und tötet sich auf dem Landgute eines seiner Freigelassenen in der Nähe von Rom.

Das Reich wird nach dieser verderblichen Regierung abermals durchBürgerkriegezerrüttet:

68–69.Juni–Jan.

Galba(Servius Sulpicius Galba),

der sich bald durch unzeitige Strenge und Sparsamkeit verhaßt macht. Die Prätorianer ermorden ihn und erheben an seiner Stelle

69.Jan.–Apr.

Otho(Marcus Salvius Otho),

einen ehemaligen Günstling Neros. Schon vorher war von den Legionen am Rhein zum Imperator ausgerufen

69.Apr.–Dez.

Vitellius(Aulus Vitellius),

der, nachdem seine Legaten den Otho beiBedriacum(östlich vonCremona) besiegt haben und dieser sich selbst getötet hat, in Rom einrückt und die Stadt zum Schauplatze seiner Prasserei und Verschwendung macht. Er wird bei einem Straßenkampf in Rom umgebracht.

69–96.

Die drei Flavier:

69–79.

Vespasianus(Titus Flavius Vespasianus),

besonders auf Betreiben des Statthalters von Syrien,Licinius Mucianus, zum Imperator ausgerufen, während er inPalästina seit 66 gegen die aufständischen Juden Krieg führt. Er übergibt seinem SohneTitusden Oberbefehl und kommt nach längerem Aufenthalt inAlexandrīanach Rom, wo inzwischen Vitellius durch das siegreiche Eindringen der Donauarmee (Antonius Primus) beseitigt ist. — Wiederherstellung der Mannszucht im Heere, der Ordnung in den Finanzen. Der Kaiser gibt das Beispiel strengerer und einfacher Sitte, sorgt für öffentlichen Unterricht von Staats wegen (Grammatik und Rhetorik).

69–71.

Aufstand der Batāver unter Claudius Civīlis,

einem ihrer Häuptlinge aus fürstlichem Geschlecht. Die Aufständischen geben anfangs vor, nicht gegen das römische Reich, sonderngegen Vitelliusundfür Vespasianuszu kämpfen. Dadurch gelingt es ihnen, einen Teil der römischen Soldaten für sich zu gewinnen.Civilisschlägt die Römer wiederholt und dringt, durch beutelustige rechtsrheinische Germanen unterstützt, weit in Gallien vor. Ein großer Teil der gallischen Völkerschaften fällt ihm zu; es tritt der Plan hervor, ein unabhängigesgallisches Reichzu gründen. Nachdem aber die Herrschaft Vespasians in Rom befestigt ist, machtPetilius Cerialis,begünstigt durch die unter den verbündeten Völkern ausgebrochenen Zwistigkeiten, dem Aufstand ein Ende und unterwirft ganz Gallien wieder der römischen Herrschaft.

70.(Septbr.)

Titus erobert und zerstört Jerusalemnach langer, hartnäckiger Verteidigung. Schreckliches Strafgericht über die zum Osterfest dort zusammengekommenen Juden. Triumphbogen in Rom errichtet im Anschluß an andere Bauten Vespasians (Templum Pacis;Amphitheatrum Flavium,auchColosseumgenannt).

78.

Gn. Iulius Agricola,Schwiegervater des GeschichtschreibersTacitus, wird Statthalter in Britannien. Dem Vespasian folgt sein Sohn

79–81.

Titus(Titus Flavius Vespasianus),

der die ihm entgegengebrachten Befürchtungen durch milde und sorgsame Regierung glänzend widerlegt (»amor et deliciae generis humani«).

79.

Ausbruch des Vesuvs.Herculanĕumdurch Lava,Pompeiidurch Asche und Schlamm verschüttet (Ausgrabungen seit 1719 und 1748). Tod des älterenPlinius,Anführers der römischen Flotte in Misenum. — Dem Titus folgt sein ihm unähnlicher Bruder

81–96.

Domitianus(Titus Flavius Domitianus),

der mit der Zeit immer mehr zum habsüchtigen und grausamen Despoten wird.

84.

Feldzug gegen die Chatten. Im Anschluß daran wird der großartige Grenzwall (limes) zwischen dem mittleren Rhein und der oberen Donau (von Rheinbrohl bis Kehlheim) begonnen. Eins der dazu gehörenden Kastelle ist in derSaalburgwieder erstanden. Das dahinter liegende Land als Zehntland (agri decumates) mit der ProvinzGermania superior(Hauptstadt Moguntiacum, Mainz) verbunden.

81–84.

Glückliche Feldzüge desAgricolain Britannien, die römische Herrschaft bis nach Schottland hinein ausgedehnt.

86–90.

Erfolgloser Krieg gegen die Dacier; Domitian soll vom KönigeDecebălusden Frieden erkauft haben.

96.

Domitian durch eine Palastverschwörung ermordet.

96–192.

Nerva und seine Adoptivfamilie:

96–98.

Nerva(Marcus Cocceius Nerva),

ein 64 jähriger Senator, durch die Mörder Domitians und den Senat auf den Thron erhoben, stellt die Majestätsprozesse ab, ruft die Verbannten zurück, vermindert die Abgaben, legt den Grund zur Einrichtung derAlimentatio, d. h. Staatsunterstützung zur Erziehung der Kinder, in Italien. Er adoptiert und ernennt zu seinem Mitregenten und Nachfolger

98–117.

Trajan(Marcus Ulpius Traianus),

Statthalter der ProvinzGermania superior, geboren 53 in der römischeu KolonieItalicain Spanien, den ersten Nicht-Italiker auf dem Throne der Cäsaren. Trefflicher Regent und Feldherr. Großartige Bauten in Rom (Forum Traiani); Straßen und Häfen in den Provinzen, der Hauptteil des germanischen Grenzwalls gebaut.

101–107.

Unterwerfung des LandesDacien(Rumänien und Siebenbürgen). Die römischen Legionen dringen aus Mösien und Pannonien (KolonieSirmiuman der Save) über die Donau vor, erstürmen Sarmizegethusa, die Hauptstadt desDecebălus; eine steinerne Brücke wird (unterhalb Orsova) über die Donau gebaut. Decebalus unterwirft sich (102), doch wird 105 neuer Krieg nötig; 107 wird das Land römischeProvinz. Ansiedlung zahlreicher Kolonisten, von denen die heutigenRumänenabstammen. Darstellung des Krieges auf den Reliefs der Trajanssäule in Rom.

105.

Einrichtung der römischen ProvinzArabiadurch den Statthalter vonSyrien, A. Cornelius Palma, (das Land östlich und südlich von Damaskus und Judäa, bis zum Roten Meere; HauptstadtPetra).

114–116.

Krieg Trajans gegen dieParther.

Der Neffe des PartherkönigsChosroëswird aus Armenien vertrieben.Armenia,Mesopotamia,AssyriarömischeProvinzen. Trajan erobertSeleuciaundKtesiphonam Tigris, fährt zu Schiff den Tigris hinunter bis zum Persischen Meerbusen, setzt bei den Parthern einen Vasallenkönig ein, stirbt auf der Rückkehr inCilicien.

117–138.

Hadrian(Publius Aelius Hadrianus),

von seinem Verwandten Trajan adoptiert. Friedliebend, auf sorgsame Verwaltung des Reiches bedacht, gelehrt und kunstliebend. Er gibt die neuen ProvinzenArmenia,MesopotamiaundAssyriawieder auf, so daß der Euphrat die östliche Grenze des Reiches bildet, stellt inMösienundDaciendie Ruhe wieder her, regiert in Rom in gutem Einverständnis mit dem Senat.

Rundreisendurch die Provinzen des Reiches (121–126, 129–134), um überall die Wohlfahrt zu fördern; sein Günstling und Begleiter Antinous; längerer Aufenthalt inAthen, wo er einen neuen Stadtteil anlegt und den Zeustempel (S. 36) vollendet. In Rom erbaut er den Doppeltempel der Venus und Roma; sein großes Grabmal Mausoleum Hadriani, jetzt die Engelsburg. Seine Villa beiTibur(Tivŏli) mit prächtigen Gartenanlagen. In BritannienGrenzwallgegen die Picten und Scoten (von Newcastle bis zum Solwaybusen).

Sammlung der Edikte früherer Prätoren (Edictum perpetuum) durch den RechtsgelehrtenSalvius Iulianus; daran knüpft sich die weitere Ausbildung der Rechtsgelehrsamkeit, welche für den inneren Bestand des großen Reiches von der höchsten Bedeutung war.

132–135.

Aufstand derJudenwegen Anlegung der KolonieAelia Capitolinaan der Stelle des zerstörten Jerusalem. Ihr Anführer Bar-Kochba. Verzweifelter Kampf; Niederlage undZerstreuungder Juden. EinechristlicheGemeinde sammelt sich bald wieder an der heiligen Stätte; der NameJerusalemwird später wieder hergestellt.

138–161.

Antoninus Pius(Titus Aurelius Antoninus Pius),

von Hadrian adoptiert. Friedliche, segensreiche Regierung, jedoch die Grenzen des Reiches kräftig gegen die Angriffe der Barbaren geschützt. Zweiter Grenzwall in Britannien (vom Forth zum Clyde). Gemäß der von Hadrian festgesetzten Erbfolgeordnung folgt ihm sein Neffe

161–180.

Marcus Aurelius Antoninus, weiser und tätiger Regent, hochgebildet (Schüler des RednersCornelius Fronto), stoischer Philosoph, bis 169 gemeinschaftlich mit seinem Adoptivbruder, dem ausschweifendenLucius Verus.

162–165.

Krieg gegen dieParther, unter Oberleitung desL. Verus, der sich aber bald in Antiochia dem Wohlleben hingibt, während seine Legaten den Krieg glücklichführen. EinTeilMesopotamiens wird wieder römische Provinz (S. 130).

166–180.

Krieg mit denMarkomannenundQuaden(in Böhmen).

Marcus Aurelius kämpft mit wechselndem Glück gegen die immer von neuem andringenden Barbaren. Während eines kurzen Friedens mit ihnen Besiegung des aufständischenAvidius Cassiusin Syrien, 175. Triumph in Rom 176; der Senat errichtet dem Kaiser eine Reiterstatue, die noch heute das Kapitol schmückt. Ehe es dem Kaiser gelingt, die Grenze des Reiches an der Donau völlig zu sichern, stirbt er inVindobŏna(Wien). Ihm folgt sein entarteter Sohn

180–192.

Commodus,

der mit den Germanen Frieden schließt und sich in Rom, die Regierung meist den Praefectis praetorio (S. 122) überlassend, Ausschweifungen und seinem immer mehr hervortretenden Hange zu Grausamkeiten hingibt. Er wird endlich von seiner Umgebung ermordet.

Philosophische Schriften und Briefe des StoikersL. Annaeus Seneca(† 65); sein NeffeM. Annaeus Lucanusverfaßt ein Epos Pharsalia. Epigramme desMartialis, Satiren desPersiusundIuvenalis. M. FabiusQuintilianusLehrer der Rhetorik, Verfasser der Institutio oratoria. Ein Werk umfassender Gelehrsamkeit ist die Naturalis historia desC. Plinius Secundus(† 79). Briefsammlung seines Neffen, desjüngeren Plinius, welcher mit dem GeschichtschreiberCornelius Tacitus(† 117), dem hervorragendsten Schriftsteller dieser Zeit, befreundet war; Tacitus’ Germania 98, Plinius Statthalter in Bithynien 111. — Kaiserbiographien desC. Suetonius.

Unter Augustus der GeographStraboaus Amaseia in Pontus, der AltertumsforscherDionysios von Halikarnaß, beide in Rom. Unter Trajan und Hadrian der Philosoph und GeschichtschreiberPlutarchosvon Chaironeia, der PeriegetPausanias. Um 150 der GeographPtolemaioszu Alexandrīa, um 180 der SatirikerLukianosvon Samosata, um 220 der GeschichtschreiberCassius Dio.

Wirksamkeit derApostelim ersten Jahrhundert.Pauluspredigt in Antiochia (42), in Athen und Korinth (53), in Ephesos (55), wird 61 nachRomgeführt, erleidet dort gleichwiePetrusden Märtyrertod. Verfolgungen im zweiten und dritten Jahrhundert können die zahlreichen christlichen Gemeinden nicht ausrotten; das Beispiel derMärtyrer(IgnatiusBischof von Antiochia 115,PolykarposBischof von Smyrna 167 und viele andere) wirkt erhebend. Christliche Schriftsteller:Clemens, Bischof von Rom (um 90),Clemensin Alexandria (200),Tertullianusin Karthago (200),Origenesin Alexandria (230),Cyprianusin Karthago (230),Lactantiusin Nicomedia (300),Eusebios, Bischof von Cäsarea (330),Augustinus, Bischof von Hippo Regius (354–430), s. S. 141.

193–284.

Zeit der Soldatenkaiser.

Der Mangel einer festen Erbfolge stürzt das römische Reich oftmals in Verwirrung; dennoch behauptet es sich noch lange gegen die andringenden Barbaren. Nach den kurzen Regierungen der von den Prätorianern erhobenen KaiserPertinaxundDidius Iulianusfolgt der von den illyrischen Legionen zum Kaiser ausgerufene Statthalter von Pannonien

193–211.

Septimius Severus,

welcher vom Senat anerkannt wird und sich gegen die anderen Prätendenten (Pescennius Nigerim Orient,Clodius Albinusin Britannien und Gallien) behauptet. Umwandlung der bisher aus Italikern bestehendenPrätorianerin eine aus allen Provinzlegionen sich ergänzende Truppe. Verbesserung der Rechtspflege (die JuristenPapinianus, Ulpianus, Paulus). Erfolgreicher Krieg gegen dieParther, ihre HauptstadtKtesiphon197 zerstört; die ProvinzMesopotamienwiederhergestellt. (Hauptstädte Edessa und Nisibis). Zug nach Britannien 208; der Grenzwall Hadrians wiederhergestellt.Septimiusstirbt inEburācum(York). Sein Sohn

211–217.

Caracalla(M. Aurelius Antoninus)

ermordet seinen Bruder und MitregentenGetamit Tausenden seiner Anhänger, darunterPapinianus. Durch dieConstitutio Antoniniana212 Erteilung des römischen Bürgerrechts an alle freien Provinzialen. Aber auch von der Grausamkeit und Habsucht des Kaisers werden die Provinzen in weitem Umfange betroffen (das Blutbad inAlexandrīa215).

Caracalla bekämpft 213 dieAlamannenjenseits des Grenzwalls, 214 dieGotenan der unteren Donau, greift 216 die Parther an, wird in Mesopotamien auf Anstiften des Praefectus praetorioMacrinusermordet. Dieser, vom Heere zum Nachfolger erwählt, erkauft von den Parthern den Frieden. Die Soldaten rufen zum Imperator aus den 14jährigenVarius Avitus Bassianus, genannt

218–222.

Elagabălus, Sonnenpriester zu Emĕsa in Syrien, der für einen Sohn Caracallas ausgegeben wird. Macrinus, bei Antiochia besiegt, wird in Kleinasien verhaftet und hingerichtet. Elagabalus überläßt sich in Rom den schändlichsten Ausschweifungen; die Regierung führt seine GroßmutterJulia Maesa, Schwester der Mutter Caracallas. Er wird von den Prätorianern ermordet; ihm folgt sein Vetter

222–235.

Alexander Severus,

von den besten Absichten beseelt, aber schwankend und nicht energisch, geleitet von seiner MutterJulia Mamaea, Tochter der Julia Maesa, und von den RechtsgelehrtenDomitius UlpianusundJulius Paulus. Seine Maßregeln zur Herstellung der Mannszucht im Heere veranlassen Empörungen; bei einer derselben wirdUlpianus, der Befehlshaber der Prätorianer, ermordet.

226.

Infolge der Auflösung desPartherreichesunter den Arsakiden (S. 65) und Stiftung desNeupersischen Reichs(Dynastie derSassaniden) erwächst dem römischen Reiche ein neuer gefährlicher Feind im Orient, doch wird im Kriege (231–33) die Reichsgrenze vorerst noch behauptet, Nach Ermordung des Alexander Severus am Rhein erheben die Soldaten auf den Thron ihren Feldherrn

235–238.

Maximinus Thrax,

einen Thraker von außerordentlicher Größe und Stärke. Siegreicher Zug über den Rhein, dann nach der untern Donau. Unterdessen wird in Afrika zum Imperator ausgerufen der 80jährige SenatorGordianus I., der seinen SohnGordianus II.zum Mitregenten ernennt, bald aber sich selbst tötet, nachdem der Sohn in Afrika kämpfend gefallen.Maximinus, vom Senat für abgesetzt erklärt, wird bei der Belagerung vonAquileiavon den Soldaten getötet. — Die Prätorianer erheben Gordians I. Enkel,Gordianus III., auf den Thron. Dieser wird nach glücklicher Beendigung eines Krieges gegen die Neuperser 244 ermordet auf Veranlassung des Praefectus praetorioPhilippus Arabs, eines Mannes von semitischer Abkunft, welcher 248 dastausendjährige Bestehendes römischen Reiches feiert, 249 von den mösischen Legionen unter ihrem FeldherrnDeciusbesiegt und getötet wird. Unter diesem Kaiser

250.

AllgemeineChristenverfolgung, nachdem man längere Zeit die Christen hatte gewähren lassen. Decius schlägt dieGoten, welcheThrakienplündern, verliert aber Sieg und Leben, als er sie nach der Donau hin verfolgt (251). Die Legionen erwählen den FeldherrnGallus, unter dessen ebenfalls kurzer Regierung die Pest in mehreren Provinzen des Reiches wütet. Er wird 253 ermordet von dem gegen dieGotensiegreichenAemilianus, dieser nach kaum 4 Monaten von

253–260.

Valerianus,

der seinen SohnGallienuszum Mitregenten annimmt. Beide kämpfen gegen die fortwährend erneuten Einfällegermanischer Heerhaufen, namentlich derFrankenin Gallien und Spanien, derAlamannenin Ober-Italien (bei Mailand besiegt), derGotenin die Balkan-Halbinsel und Kleinasien. Unglücklicher Feldzug desValerianusgegen die Perser; er wird beiEdessageschlagen, gefangen und (als 70jähriger Greis) bis zu seinem Tode von dem König Sapores als Sklave umhergeschleppt. Gegen ihn und seinen Sohn

260–268.

Gallienus

tritt eine große Anzahl von Gegenkaisern auf, während die Barbaren ihre Einfälle in das römische Gebiet fortsetzen. Längere Zeit behaupten sichPostumusin Gallien undOdaenathus(aus Palmȳra) in Syrien. Letzterer wird von Gallienus als Mitregent für den Orient anerkannt; nach seiner Ermordung (267) herrscht seine GemahlinZenobiain Palmȳra. Gallienus wird vor Mediolanum, wo er den PrätendentenAureŏlusbelagert, von Verschwörern ermordet. Diese erheben auf den Thron

268–270.

Claudius II.,

einen erfahrenen Feldherrn, der nach Hinrichtung des Aureolus dieAlamannenam Gardasee,die Gotenbei Naissus in Mösien (an der Morawa) besiegt. Ihm folgt

270–275.

Aurelianus, der Hersteller des Reiches (Restitutor orbis). Er schließt mit den Goten Frieden, indem er die ProvinzDacienaufgibt. Die Donau von jetzt ab Reichsgrenze; der größte Teil der römischen Kolonisten wird nachMösienzurückversetzt. Aurelian vertreibt die abermals in Italien eingedrungenen Alamannen und Markomannen und beginnt zum Schutze Roms vor den Barbaren den Bau einer neuenStadtmauer, welche die erweiterteKaiserstadtumfaßt. Er unterwirftSyrien, belagert und zerstörtPalmyra(273), nimmt Zenobia gefangen und erobertÄgyptenwieder. Nachdem er so den Orient unterworfen, wendet er sich gegenTetricusin Gallien, der, bei Châlons besiegt, sich ergibt. Nach kurzem Aufenthalt in Rom reist er wieder in die östlichen Provinzen, wird aber unweit Byzanz von Verschwörern ermordet. Auf Ansuchen des Heeres ernennt der Senat in Rom zum Augustus den 75jährigen Senator

275–276.

Tacitus,

der dieAlanenundGoten, welche in Kleinasien eingefallen waren, schlägt, aber bald von den Soldaten ermordet wird.

276–282.

Probus

schlägt am Rhein dieFrankenundAlamannen, an der Donau dieBurgunder,VandalenundGotenzurück, stellt den Grenzwall (limes) zwischen Rhein und Donau wieder her, fördert den Weinbau in Gallien, am Rhein und an derMosel, sichert auch Syrien und Mesopotamien gegen die Perser. Starke Ansiedelung von Barbaren in den Grenzgebieten des Reiches. Als er in Pannonien die Soldaten zu Kanal- und Wegebauten nötigt, wird er bei Sirmium von ihnen erschlagen,

282–284.

Carus

besiegt an der unteren Donau dieSarmatenund dringt, während der germanische Grenzwall mit denagri decumatesan dieAlamannenverloren geht, erfolgreich gegen diePerservor, stirbt aber bald nach der Einnahme vonKtesiphon(vom Blitze erschlagen?). Das heimkehrende Heer wählt in Chalkēdon zum Kaiser den Feldherrn

284–305.

Diocletianus,

welcher dem römischen Reiche eine neue Verfassung gibt auf Grund derunbeschränkten Monarchie. Der Senat verliert allen Einfluß auf die Regierung,Romnicht mehr Wohnsitz des Kaisers. Strenges Hofceremoniell nach orientalischer Art. Der Kaiser trägt das Diadem, läßt sich mit Dominus anreden. Neuordnung der Verwaltung, die Provinzen verkleinert und an Zahl vermehrt (101 Provinzen, in 12Diöcesengeordnet; auch Italien in Provinzen geteilt). Steigender Abgabendruck. ZumMitregenten(mit dem Titel Augustus) ernennt Diocletian, indem er sich außer der allgemeinen Oberleitung die Regierung des Ostens vorbehält (ResidenzNicomediain Bithynien), seinen WaffengefährtenMaximianus(ResidenzMediolanum, Mailand).

293.

Diocletianernennt zwei Cäsaren: 1.Constantius Chlorus, der seine GemahlinHelĕna, eine Christin, verstoßen und die Stieftochter Maximians heiraten muß; er erhält die Verwaltung vonGallien, BritannienundSpanien(ResidenzenAugusta Treverorum(Trier) undEburācum(York)), währendMaximianusdie Verwaltung vonItalienundAfrikabehält; 2.Galerius, welcher Diocletians Schwiegersohn wird und die Verwaltung vonIllyricum(mit Makedonien und Griechenland, ResidenzSirmiuma. d. Save) übernimmt.

Die vier Regenten sorgen im Einverständnis miteinander für die Verwaltung und den Grenzschutz, Diocletian selbst namentlich in Ägypten, Galerius am Euphrat gegen diePerser. Der Tigris als Grenzfluß festgesetzt.Edictum de pretiis301 zur Abstellung des Wuchers. Glänzende Bauten inTrier.

303.

AllgemeineChristenverfolgung, durch Constantius in seinen Provinzen gemildert.

305.

Diocletian(† 313 in Salona in Dalmatien) undMaximiandanken ab,ConstantiusundGaleriuswerden Augusti; letzterer setzt die Christenverfolgung fort. Die beiden nach seinem Vorschlag von Diocletian ernannten Cäsaren kommen nicht zu Ansehen; in den westlichen Provinzen übernimmt 306Constantinus, Sohn des Constantius und der Helena, nach dem Tode des Vaters die Regierung, in Rom erheben die PrätorianerMaxentius, den Sohn Maximians.

312.

Nach Galerius’ Tode Krieg zwischen Maxentius undKonstantin; dieser dringt in Italien ein und siegt beiTurinund beiSaxa rubraunweit Rom(hoc signo vince!); Maxentius ertrinkt auf der Flucht im Tiber. Konstantin erkenntLiciniusan, welchen Galerius zum Mitregenten des Ostens ernannt hatte, und erläßt 313 in Mailand einEdikt zum Schutze der Christen. Nach einiger Zeit entsteht Krieg zwischen den beiden Herrschern; Licinius, 323 in zwei Schlachten, bei Adrianopel und bei Chalkēdon, besiegt, ergibt sich und wird 325 hingerichtet.

328–337.

Konstantin der Große Alleinherrscher.

DasChristentumwird vomStaate anerkanntund dem Heidentum gegenüber begünstigt.

325.

Ersteallgemeine Kirchenversammlung(ökumenisches Konzil), unter Vorsitz des Kaisers zuNicaeain Bithynien. DerArianismus, d. h. die Lehre desArius, ehemaligen Presbyters inAlexandria, von der Gott dem Vater nurähnlichenNatur Christi wird verworfen; die Lehre desAthanasius(späteren Bischofs von Alexandria) von der Gott dem VatergleichenNatur Christi wird durch dasSymbŏlum Nicaenumzum Dogma der Kirche erhoben.

330.

Konstantin erwähltByzantiumunter dem NamenConstantinopoliszur Hauptstadt. Die Reichsverwaltung wird auf den vonDiocletiangeschaffenen Grundlagen abschließend geordnet; Einteilung in 4 Präfekturen (Oriens, Illyricum, Italia, Galliae), mit 14 Diöcesen und117Provinzen. Strenge Rangordnung der Beamten, 7 Minister bekleiden die obersten Hofämter, Staatsrat (consistorium principis), Trennung der Zivil- und Militärgewalt. Neue Abgabenordnung. Abschaffung der Prätorianer. Verminderung der Truppenzahl der Legionen, dafür Erhöhung der Anzahl der Legionen auf 175. Den Oberbefehl führen 2 Kronfeldherren (magistri militum), 5 magistri der Reiterei und des Fußvolkes, unter ihnen stehen die Comites und Duces (Grafen und Herzoge).

Konstantin empfängt kurz vor seinem Tode die Taufe und teilt die Verwaltung des Reiches unter seine drei Söhne alsAugustiund zwei Neffen alsCäsaren. Nachdem er in Nikomedia gestorben ist, werden die beiden Cäsaren getötet. Diedrei Augusti geraten bald in Streit:Constantinus II.wird 340 bei Aquileia erschlagen, als er gegenConstans, der in Italien herrscht, zu Felde zieht.Constantius II.schützt den Osten gegen die Perser, vereinigt nach Constans’ Tode 350 das ganze Reich. Sein VetterJulianusbesiegt als Statthalter Galliens 357 die Alamannen beiArgentoratum(Straßburg) und bekämpft erfolgreich die Franken; die Soldaten rufen ihn 361 zum Kaiser aus. Constantius stirbt auf dem Zuge gegen ihn.

361–363.

Iulianus, genanntApostăta, weil er als Anhänger der heidnischen Philosophie (Schule der Cyniker) das Christentum verläßt und eine Wiederherstellung des heidnischen Götterdienstes in gereinigter Form versucht. Er muß bald einen Krieg gegen diePerserbeginnen, besiegt sie beiKtesiphon, stirbt aber auf dem Rückzuge an einer Wunde. Die Soldaten erheben zum Kaiser denChristenIovianus, der mit den Persern Frieden schließt, aber schon 364 stirbt.

364–375.

Valentinianus, inNicaeaerwählt, ebenfalls Christ, teilt abermals das Reich, ernennt seinen BruderValens, einen Arianer, zum Mitregenten für den Osten; beide um gute Verwaltung des Reiches bemüht. Herabsetzung der Steuern. Edikt gegen die Schenkungen an den Klerus und die Kirche. Religiöse Duldung auch gegen die Heiden geübt. Die Regierung des Westens übernimmt 375 Valentinians SohnGratianus, schon vorher Mitregent.

375.

Beginn der Völkerwanderung(s. S. 140). Nachdem Valens beiAdrianopel(378) gegen die Westgoten gefallen ist, erhebt Gratianus den Spanier

379–395.

Theodosiuszum Mitregenten und übergibt ihm die Verwaltung des Ostens. Theodosius schreitet mit wachsender Entschiedenheit gegen das Heidentum ein. Gratian fällt 383 im Kampfe gegen den in Britannien von den Soldaten erhobenenMaximus; Theodosius erkennt diesen als Herrscher des Westens an, doch soll Italien dem Bruder Gratians,Valentinian II., verbleiben. Als Maximus dennoch in Italien eindringt, wird er 388 von den Truppen des Theodosius in Aquileia getötet. Gute Reichsverwaltung, glänzende Bauten in Konstantinopel. 381 Konzil zu Konstantinopel. Die athanasianische Lehre als allein berechtigt anerkannt.

390.

Aufstand in Thessalonike, von Theodosius grausam bestraft; 7000 Menschen im Cirkus getötet. Deshalb schließt der BischofAmbrosiusvonMailandden Kaiser von der christlichen Kommunion aus, bis er (8 Monate später) öffentlich Buße getan hat.

392.

AllgemeinesVerbot der heidnischen Opfer, die sich auf dem Lande länger halten als in den Städten; die Heiden werden in dieser Zeitpaganigenannt. Letzte Feier der Spiele zuOlympia(s. S. 30).

394.

Theodosius siegt bei Aquileia über den FrankenArbogast, der Valentinian II. gestürzt und getötet und einen Schattenkaiser ernannt hat. Das römische Reich nochmals vereinigt.

395.

Bleibende Reichsteilungnach Theodosius’ Tode. Sein älterer Sohn

Arcadiuserhält dasoströmische Reich(395–1453), auchbyzantinischesodergriechischesKaisertum genannt; Hauptstadt:ByzanzoderKonstantinopel.

Honorius, der jüngere Sohn, erhält dasweströmische Reich(395–476); HauptstadtRom, seit 402Ravennakaiserliche Residenz. Die Grenze bildet etwa die Verlängerung der Linie Budapest-Draumündung.

Beide Reiche werden durch das Eindringen germanischer Völker gefährdet; der größte Ansturm wendet sich gegen das weströmische.


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