Das Tor Bab-el-Dschiser in Mosul mit Blick auf die Tigrisbrücke und Ninive.Dreiundzwanzigstes Kapitel.Ninive.
Das Tor Bab-el-Dschiser in Mosul mit Blick auf die Tigrisbrücke und Ninive.
Das Tor Bab-el-Dschiser in Mosul mit Blick auf die Tigrisbrücke und Ninive.
Im vorigen Kapitel berichtete ich schon, daß ich am 11. Juni 1916 die alte Seldschukenburg in Mosul bestieg, die sich auf einem steilen Felsen über dem rechten Ufer des Tigris erhebt, und zum erstenmal die alte Königsstadt Ninive vor mir sah — oder vielmehr die Stelle, wo sie ehemals gestanden hat. Keine grauen Massen gewaltiger Mauern, keine Türme mit Zinnen, keine Terrassen von Königspalästen oder festen Bürgerhäusern sind mehr zu sehen; nicht einmal Reste ihrer Grundmauern ragen über der Erde hervor. Alles ist verschwunden; nur drei ausgedehnte, gleichförmige Hügel mit schroffen Abhängen verraten den Ort, wo vor Jahrtausenden die Hauptstadt des assyrischen Weltreichs blühte. Von der beherrschenden Höhe der Seldschukenburg aus erhält man aber wenigstens einen ungefähren Begriff von der Lage und Größe dieser Stadt, und die Phantasie glaubt den Lauf der Stadtmauer zu erkennen. Sonst nichts als graubraune Wüste in glühendem Sonnenbrand.
Und diesen Eindruck unendlicher Verwüstung erhielt ich auch, als ich am 16. Juni mit Professor Tafel, der ebenfalls von Bagdad herübergekommen war, auf dem Ruinenfeld selbst umherstreifte. Nur an zwei Stellen dieses ungeheuern Friedhofes hat sich das Leben noch festgenistet; die eine ist das Dorf Nebi Junus, unmittelbar neben dem südlichen Hügel und selbst auf einer kleinen Anhöhe gelegen, von der die Grabmoschee des Propheten Jonas weithin sichtbar ist, und das Dorf Kujundschik, berühmt als einer der ergiebigsten Fundorte der Assyriologen.
Die Droschke, mit der wir von Mosul über das Rollsteinpflaster der Tigrisbrücke Ninive entgegenfuhren, war mit Seilen umschnürt, weil ihre gesprungenen und eingetrockneten Radkränze und Speichen auseinanderzufallen drohten. Auf dem linken Ufer bogen wir rechts ab und hielten bald am Fuße des Abhangs, von wo ein Fußweg zur Grabmoschee Nebi Junus hinaufführt. Es war gerade Freitag und Gottesdienst in der Moschee.
Oberster Priester der Grabmoschee des Propheten Jonas.
Oberster Priester der Grabmoschee des Propheten Jonas.
Man empfing uns freundlich und geleitete uns zu einer Dachterrasse hinauf, von der aus eine Tür in den Tempel führte. In einem kleinen Kiosk, einem Turmzimmer mit Fenstern nach allen Himmelsrichtungen, die eine prächtige Aussicht auf das gegenüberliegende Mosul darboten, mußten wir warten, bis die Gebete zu Ende waren, die Allahs Segen auf den Sultan, auf Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Joseph herabflehten und um Sieg über die Feinde baten — eine erbauliche Zeremonie für die anwesenden englischen Untertanen, wenn anders sie aufrichtigeGefühle für England im Herzen hegten. Ein kleiner weißbärtiger Alter, den Turban auf dem Kopf und eine Brille auf der Nase, leistete uns mit mehreren andern Mohammedanern Gesellschaft.
Als die Gläubigen die Moschee zu verlassen begannen, zogen wir die Schuhe aus; unser Führer ergriff meine Hand und bat uns ihm zu folgen. Das Innere des Tempels war sehr einfach und entbehrte jedes Schmucks, nur ein paar verschlissene Teppiche lagen auf dem Boden. Seitwärts vor einem Gitterfenster standen einige indische Mohammedaner im Gebet versunken. Durch dieses Gitter sah man in die Krypta des Propheten Jonas hinab, ein dunkles Loch, in dessen Mitte sich eine sarkophagähnliche Erhöhung abhob. Das eigentliche Grab des Toten soll aber unter diesem Denkmal liegen.
Indische Mohammedaner in der Moschee Nebi Junus.
Indische Mohammedaner in der Moschee Nebi Junus.
Eins der Minarette von Mosul hängt bedenklich über. Der Sage nach verbeugten sich alle Gebetstürme in Ehrfurcht, als der Prophet Jonas gleich unterhalb dieses Dorfes, das seinen Namen trägt, vom Walfisch ans Land gespien wurde. Nachher richteten sie sich wieder auf bis auf einen, der noch heute fortfährt, die Bewohner Mosuls an das Grab des Heiligen zu erinnern.
Aus der stillen Kühle der Moschee gingen wir wieder in den Sonnenbrandhinaus und stiegen langsam den Hügel hinab, auf dessen Abhang die ärmlichen Hütten des Dorfes Nebi Junus in amphitheatralischer Anordnung liegen. Auf einem der Höfe hatte sich eine Schar armenischer Flüchtlinge gelagert. Dann fuhren wir eine Strecke nordwärts bis zum Flusse Choser, der von Osten nach Westen die Ruinenstätte durchfließt. Eine schöne neue Bogenbrücke führte hinüber, die aber auch schon so verfallen war, daß wir vorzogen, sie zu Fuß zu überschreiten. Auf einer Landspitze nahm eine Eselkarawane, Führer und Tiere, in dem kristallklaren, fast stillstehenden Wasser ein Bad.
Josefine Saijo, 13jährige Syrierin.
Josefine Saijo, 13jährige Syrierin.
Bald hinter der Brücke beginnt der eine von den Hügeln Ninives, und wir steigen seinen niedrigen Gipfel hinan. Ringsum nur Schutt und Disteln — nichts, was auch nur einigermaßen an die Welt des Altertums erinnert, kaum daß die eingestürzte Mündung eines Tunnels die Spur älterer englischer und französischer Ausgrabungen verrät. Lautlos und öde dehnt sich die sonnenverbrannte Wüste vor uns; nur Scherben zerbrochener Wasserkrüge liegen umher, zwischen denen zahlreiche Eidechsen über glühend heiße Steine dahinhuschen. Die Grundmauern, auf denen Königspaläste und Festungen ruhten, sind im Schutt verborgen, und die Phantasie versagt, wenn sie aus diesem öden Nichts die Herrlichkeit vergangener Jahrtausende erwecken soll. Auf diesem ungeheuern Friedhof sind nicht einmal mehr Grabsteine zu finden, die ihr als Führer dienen könnten, und in meinen Ohren klingen die Worte des Propheten Nahum, zu dessen Grab in dem Dorf Alkosch, neun Stunden nördlich von Mosul, an bestimmten Festtagen die Juden wallfahren: „Es wird der Zerstreuer wider dich heraufziehen und die Feste belagern. Siehe wohl auf die Straße, rüste dich aufs beste und stärke dich aufs gewaltigste. Denn der Herr wird die Pracht Jakobs wiederbringen, wie die Pracht Israels. Die Schilde seiner Starken sind rot, sein Heervolk glänzt wie Purpur, seine Wagen leuchten wie Feuer, wenn er sich rüstet; ihre Spieße beben. Die Wagen rollen auf den Gassen und rasseln auf den Straßen. Sie glänzen wie Fackeln und fahren einher wie die Blitze. Er aber wird an seine Gewaltigen denken; doch werden sie fallen, wo sie hinaus wollen, und werden eilen zur Mauer und zu dem Schirm, da sie sicher seien. Aber die Tore an den Wassern werden doch geöffnet, und der Palast wird untergehen. Die Königin wird gefangen weggeführt werden, und ihreJungfrauen werden seufzen wie die Tauben und an ihre Brust schlagen. Denn Ninive ist ein Teich voll Wasser von jeher; aber dasselbe wird verfließen müssen. Stehet, stehet, werden sie rufen, aber da wird sich niemand umwenden. So raubet nun Silber, raubet Gold, denn hier ist der Schätze kein Ende und die Menge aller köstlichen Kleinode. Nun muß sie rein abgelesen und geplündert werden, daß ihr Herz muß verzagen, die Kniee schlottern, alle Lenden zittern und alle Angesichter bleich werden. Wo ist nun die Wohnung der Löwen und die Weide der jungen Löwin, da der Löwe und die Löwin mit den jungen Löwen wandelten und niemand durfte sie scheuchen? Der Löwe raubte genug für seine Jungen und würgte es seinen Löwinnen. Seine Höhlen füllte er mit Raub und seine Wohnungen mit dem, was er zerrissen hatte. Siehe ich will an dich, spricht der Herr Zebaoth, und deine Wagen im Rauch anzünden, und das Schwert soll deine jungen Löwen fressen; und will deines Raubens ein Ende machen auf Erden, daß man deiner Boten Stimme nicht mehr hören soll. Wehe der mörderischen Stadt, die voll Lügen und Räuberei ist und von ihrem Rauben nicht lassen will. Denn da wird man hören die Geißeln klappen und die Räder rasseln und die Rosse jagen und die Wagen rollen. Reiter rücken herauf mit glänzenden Schwertern und mit blitzenden Spießen. Da liegen viel Erschlagene und große Haufen Leichname, daß ihrer keine Zahl ist und man überdie Leichname fallen muß. Und alle, die dich sehen, werden vor dir fliehen und sagen: Ninive ist zerstört; wer soll Mitleiden mit ihr haben, und wo soll ich dir Tröster suchen? Siehe dein Volk soll zu Weibern werden in dir, und die Tore deines Landes sollen deinen Feinden geöffnet werden, und das Feuer soll deine Riegel verzehren. Schöpfe dir Wasser, denn du wirst belagert werden! Bessere deine Festen! Gehe in den Ton und tritt den Lehm und mache starke Ziegel! Aber das Feuer wird dich fressen, und das Schwert töten; es wird dich abfressen wie die Käfer, ob deines Volks schon viel ist wie Käfer, ob deines Volks schon viel ist wie Heuschrecken. Deiner Herren sind so viele wie Heuschrecken und deiner Hauptleute wie Käfer, die sich an die Zäune lagern in den kalten Tagen. Wenn aber die Sonne aufgeht, heben sie sich davon, daß man nicht weiß, wo sie bleiben. Deine Hirten werden schlafen, o König zu Assur, deine Mächtigen werden sich legen; und dein Volk wird auf den Bergen zerstreut sein und niemand wird sie versammeln. Niemand wird deine Schaden lindern, und deine Wunde wird unheilbar sein.“ —
Monseigneur Boloß, syrischer Bischof in Dara.
Monseigneur Boloß, syrischer Bischof in Dara.
Marie George, 30jährige syrische Katholikin, in Mosul verheiratet.
Marie George, 30jährige syrische Katholikin, in Mosul verheiratet.
Fast gedörrt von der Sonne flüchteten wir bald zurück über den Tigris in die schattigen Räume eines der Kaffeehäuser am rechten Ufer, auf dessen oberen Balkonen lauter Beduinen, auf den unteren fesgeschmückte Männer in echt orientalischer Beschaulichkeit ihre Tage verbringen, ihre Tage im wörtlichen Sinne, denn die Besucher richten sich hier für den ganzen Tag ein, zahlen 10 Para und können dafür so viel Kaffeetrinken wie sie wollen. In seinen leichten Sommermantel gehüllt sitzt der Gast vor seiner Kaffeeschale, raucht seine Pfeife und tut durchaus nichts; höchstens daß er einmal mit einem Freunde aus Bagdad eine Partie Schach spielt oder mit Bekannten über Geschäfte redet. Geld und Geldgewinn sind außer Lappalien die einzigen Gesprächsgegenstände. Der Weltkrieg kümmert diese Männer nur insoweit, als das wechselnde Waffenglück die Geschäfte beeinflußt. Von seiner ungeheuren Bedeutung für die Zukunft der ganzen Menschheit ahnen, von dem Anlaß des Kampfes, von den Zielen der Gegner wissen sie nichts. Wenn sie nur zur rechten Zeit die geschäftliche Konjunktur ausnutzen und sich am Klang des Goldes in eisenbeschlagenen Kisten freuen können. Alles Übrige ist ihnen gleichgültig — ganz wie gewissen Leuten in Europa, die sich ihrer ungeheuern Verantwortung vor Gegenwart und Zukunft nicht bewußt sind! Stumpf und schläfrig schweifen die Blicke über das bunte Leben auf der Brücke, die badenden Jungen, die schwimmenden Büffel, die zierlichen Gemüseinseln, die durch die Brückenbogen treiben, und über den Strom hinüber zu den Ruinenhügeln Ninives. Langsam gleiten die 99 Kugeln des Rosenkranzes durch die Finger, aber das Ohrvernimmt nichts von den Stimmen der Vergänglichkeit, die mahnend von dort herübertönen. —
Zeichnung von Gustave Doré.Jonas ermahnt die Bewohner von Ninive, sich zu bessern.⇒GRÖSSERES BILD
Zeichnung von Gustave Doré.Jonas ermahnt die Bewohner von Ninive, sich zu bessern.⇒GRÖSSERES BILD
Zeichnung von Gustave Doré.
⇒GRÖSSERES BILD
In der Bibel wird Ninive noch an andern Stellen erwähnt. Schon das 1. Buch Moses berichtet, daß Nimrud von Babel nach Assyrien zog und Ninive baute. Zum Propheten Jona geschah das Wort des Herrn: „Mache dich auf und gehe in die große Stadt Ninive und predige wider sie, denn ihre Bosheit ist heraufgekommen vor mich.“ — „Da machte sich Jona auf und ging hin gen Ninive, wie der Herr gesagt hatte. Ninive aber war eine große Stadt vor Gott, drei Tagereisen groß. Und da Jona anfing hineinzugehen eine Tagereise in die Stadt, predigte er und sprach: Es sind noch vierzig Tage, so wird Ninive untergehen. Da glaubten die Leute zu Ninive an Gott und ließen predigen, man sollte fasten, und zogen Säcke an, beide groß und klein.“ — „Da aber Gott sah ihre Werke, daß sie sich bekehrten von ihrem bösen Wege, reute ihn das Übel, das er geredet hatte ihnen zu tun, und er tat es nicht.“ — Er sagte: „Mich sollte nicht jammern Ninive, solcher großen Stadt, in welcher sind mehr denn 120000 Menschen, die nicht wissen Unterschied, was rechts oder links ist, dazu auch viele Tiere?“
Eine Frau trägt Wasser aus dem Tigris nach Hause.
Eine Frau trägt Wasser aus dem Tigris nach Hause.
Als Tobit den Tod herannahen fühlte, sprach er zu seinem Sohn Tobias: „Siehe, mein Sohn, ich bin alt und bereit aus dem Leben zu scheiden. Nimm deine Söhne und begib dich nach Medien, mein Sohn. Denn ich glaube, Ninive wird zerstört werden, wie es der Prophet Jonagesagt hat.“ Darauf zog Tobias mit den Söhnen nach Ekbatana (Hamadan) in Medien, wo er in hohem Alter aus dem Leben schied. Und ehe er starb, erfuhr er den Untergang Ninives: es wurde von Nebukadnezar und Asverus erobert. So durfte er sich vor seinem Tode über Ninives Fall freuen.
Der jahrtausendelang berühmte Name ist auch dem Menschensohn über die Lippen gekommen. In einer Unterhaltung mit den Schriftgelehrten und Pharisäern sagte Jesus: „Ninives Männer werden im Gericht mit diesem Geschlecht auferstehen und es verdammen. Denn sie besserten sich nach Jonas’ Predigt, und siehe hier ist mehr als Jonas.“
Von der Vernichtung „der großen Stadt“ spricht schließlich der Prophet Zephanja in mächtigen Worten: Der Herr Zebaoth „wird seine Hände strecken gen Mitternacht und Assur umbringen. Ninive wird er öde machen, dürr wie eine Wüste, daß darin sich lagern werden allerlei Tiere bei Haufen, auch Rohrdommeln und Igel werden wohnen in ihren Säulenknäufen, und Vögel werden in den Fenstern singen, und auf der Schwelle wird Verwüstung sein, denn die Zedernbretter sollen abgerissen werden. Das ist die fröhliche Stadt, die so sicher wohnte und sprach in ihrem Herzen: Ich bins und keine mehr. Wie ist sie so wüst geworden, daß die Tiere darin wohnen! Und wer vorübergeht, pfeift sie an und klatscht mit der Hand über sie.“
***
Schon im Jahre 1575 vermutete der deutsche Arzt Rauwolff, daß die Hügel gegenüber Mosul das alte Ninive einschlössen. Der Engländer James Rich, der den ersten Anlaß zu den später systematisch betriebenen Ausgrabungen in Mesopotamien gab, war von der Richtigkeit der Annahme Rauwolffs überzeugt und schickte von Ninive Ziegelsteine mit Keilschrift ins Britische Museum. Im Jahre 1842 legte der französische Konsul Botta den Palast in Chorsabad bloß, das die Residenz Sargons II., des Eroberers von Samaria, war, und 1847 machte der Engländer Henry Layard großartige Entdeckungen in Ninive und Nimrud, wo er unter anderm vier assyrische Paläste untersuchte. Seitdem ist die Entwicklung der Ausgrabungen zu Ninive ein Siegeszug der Wissenschaft geworden, an dem Engländer, Deutsche, Franzosen und Amerikaner mit gleichwertigen Erfolgen beteiligt sind.
In dem Dorf Kujundschik auf den Hügeln von Ninive fanden Layard und sein Gehilfe, der in Mosul geborene Hormuzd Rassam, in 22000 Tontafeln aus der Zeit Sardanapals (Assurbanipals), des letzten großen Königs von Assyrien (668–626), die älteste Bibliothek der Welt.
Jetzt besitzen die Museen Europas und Amerikas über 100000 solcher Tafeln — ein ungeheures Material, dessen Bearbeitung noch viele Jahre erfordert; 1909 war unter andern C. Bezold schon ein Jahrzehnt lang mit seiner Deutung beschäftigt. Die Franzosen entdeckten die herrlichen Statuen des Königs Gudea, und in Susa die berühmten Gesetze des Hammurabi. Amerikaner arbeiteten in Nuffar in Südbabylonien und fanden 1880–1900 Massen äußerst wertvoller Überreste aus dem 3. Jahrtausend, die Hilprecht geschildert hat.
Dazu kamen im Jahr 1888 die sogenannten Amarnatexte, die jetzt in Berlin, Kairo und London aufbewahrt werden. Bei dem Dorf Tell el-Amarna zwischen Memphis und Theben fand eine Bauernfrau eine Steinkiste mit 300 Tafeln aus gebranntem Ton; sie enthielten Briefe der im 15. und 14. Jahrhundert v. Chr. regierenden Pharaonen und westasiatischer Fürsten, die jenen tributpflichtig waren. Dieser Fund warf neues Licht auf die Geschichte Vorderasiens und die Verbindungen zwischen Assyrien und Ägypten. Einen dieser Briefe aus dem 15. Jahrhundert schrieb ein König Abdichiba in Urusalim (Jerusalem), das Pharao seinen Herrn nannte; schon ein halbes Jahrtausend vor Salomo wird also die heilige Stadt in einer Urkunde erwähnt.