De Hitzwell'.

De Hitzwell'.

Der Dietzel-Edward hot schie racht, 's is net alles gut, wos von dan Amerika rüber zu uns kimmt. War dan Sommer derlabt hoot, werd net miet Uracht sogn: daß die domols dos Amerika aufgestöbert hobn, wär net nötig gewasen. Wos hobn mer dä dervu? War bei uns net gut tut und ausreißen muß, dar macht noch Amerika. Im die Leit wärsch nu net schod, oder ich denk när immer: Wenn de Leit net wüßten wuhi, täten se kä dumm Zeig machen. Heuer hoot uns nu dos Amerika übern grußen Wasser rüber e racht feins Präsent gemacht, die uverschamte Gelut! Un weil bei de gestudierten Leit a jeds Ding sein Name hobn muß, sahten se, 's hanlet sich im »Hitzwelln«. Nu muß mer ruhig zugabn, e Jeds is en Fünkl Wärm net gram. 's is aa net schie, wenns en de Fußzinning zammgefriert, oder wies dan Summer bei uns haarging, dos gieht werklich über alles, wos sich gehört. Der Vugeledwardnand hat heier zum erschten Mol in sen Labn sei Pelzmitz waggetaa, die ar doch Tog un Nacht un Summer un Winter net von Kopp krieget – un der Vugeledwardnand werd in Harbest 69 Gahr! Der Wurzelschmied saht schie: »Nu hobn mer zewingst emol gesah, daß die Mitz net of dan Kopp agewachsen war!«

Ja, ja, bein Vugeledwardnand, do gings heuer pulisch haar. In seiner Miene war der Grußtuteifel gefahrn, sewollt of ihre alten Tog noch aus ihrn alten Gütel e »Pension« machn. Do war Ener von Gemeindeamt rümgeloffen un hatt in jedn Haus gefregt, öb se net e paar Stöbn un aa Betten nei leerstiehe hätten, 's möchten doch ewing Sommerfrischenleut nochn Durf gezugn warn, dos gehöret zur Hebing des Fremdenverkehrs. Na, bein Nand passet dos, in de Oeberstub kam doch kä Mensch nei und Faderbetten gobs mehr wie genung. Und su stand nu miet in dan Blatt, wu alles von Schiedorf neigedruckt war, e wing weit hinten dra:

Bei Eduard Ferdinand Vogel und Frau 2 Zimmer mit 4 Betten. Waldnähe. Pension auf Wunsch im Hause. Preis nach Uebereinkunft.

De Minel hoot nu alles geta, üm die zwä Stöbn orndlich harzerichten. Ein paar Faderbetten hatt se gestoppt, die bal bis nauf an die Deck reicheten. Un aa in der Stub unten wur olles schie hargericht. Draußen an Haus dra, die Milchzuber, wurn jedn Tog mit Sand gescheuert, daß se när esu blitzeten. Der Nand mußt ofn Huf de ganzen Stä zamrachen un ne Gartenzaun grü astreichn, un weil noch e Finkel Farb übrig war, hoot er noch agestrichen, wosn uner de Händ kam, ne Rachen, de Heugobel, de Schaufel, ja zuletzt sugar de Haustürstuffen. Nu sogt mer wuhl e manichsmol, »Grün wär gut für de Agn«, oder daß für de Laderhusn gut wär, ho ich noch net gehört! Ne Nand sei Laderhus hot von dar grün Farb 's meste obkriegt. De schlachten Guschen in Durf nannten ne net anersch wie ne »Grüne Vugel«, dodraus wur natürlich bal »der Papagei«, un wies egal de Red von danHitzwellen gab, tauchet of emol der Spitzname »Der Wellensittig« auf un dan Name hot er heit noch. Wie er emol an Sonntig ofn Saal kam, spielet de Musik dan bekannten schien alten Walzer, oder die Luderschbossen sange derzu: »Ferdinand, wie schön bist du, in dengrünenHusen«. Ne Nand sei Molerkunst wur net emol von seiner Miene richtig aerkannt. 's mocht wuhl an der Farb liegn un net an Moler, daß se egal ofärbet. Mer konnt ofn Huf in der Hand nahme, wos mer wollt, ollemol gabs grüne Händ dervu. An mesten druner ze leiden hatt der Traugott, wos der Knacht war. Dar rannt de ganze liebe Zeit mit grosgrüne Händ rim und de biesen Gunge hatten notirlich nischt eiligersch ze tue, als ne Traugott ne Unerscheidingsname: »Der Laabfrusch« azehänge. Daß nu der Traugott nischt sehrner wünschen tat, als emol su en grün Abdruck in en Gesicht von su en Saugung zu sahe, braucht en net ze wunnern. Un wie er nu mit Müh und Nut de Farb runer hat von de Händ, bliebn nischt anersch übrig, wie in häßen Summer ofn Huf in Fausthantsching ze hantieren, daß er net wieder grü aalief. Wie gesaht, viel Fräd hatt ne Nand die Sommerfrischensach noch net gebracht. Dos wur oder noch schlachter, wie de Mienel nu aafing, of die Leit aus der Stadt ze warten. »Daß de dich orndlich aaziehst«, dos wur jeden Tag de erschte Red; un derhinerhar kam geleich noch: »Un wenn jemand kimmt, bist de net esu stöcksch, nä do bist de freundlich mit de Leit. Mahr a net esuviel, un wenn de mich rufst, do bläkst de net esu, daß die Leit geleich weißkriegn, daß se net zu »Hott un Hü« komme!« Un der Nand zug nu schie früh sei Aermelgacka, tat de Laderhus orndlich binden, daß de Bandle net im de Füß rimhinge, richtet sei blaae Scherz na un dermlet in Huf rim. De Mienel gucket alle zwee Minuten emol zum Fanster naus, öb net epper äs zun Huf reikäm. Der Knacht machet das finkel Wertschaft bal ganz ellä. Fir wan sollt de der Nand a arben, Kinner hatten se net, un sei Gütel wollt er aa net verkafen.

Die Azeig mocht epper 8 Tog in Blatt gestanden hob'n, da gucket 's Mienel emol zun Fanster naus – un richtig, do kam ne Steig rauf e feiner Maa mit ener grußen Mapp unern Arm un machet gerod ufs Haus zu. De Mienel blöket, wos se när konnt, dorchs ganze Haus: »Nand, wu stackst de dä? Schar Dich doch har, alter Mahrtoffel!« Dar feine Maa kam gerod noch racht, daß er der Mienel ihr feins Getu mit asahe konnt. Endlich brachts ne Nand aus der Schupp raus un natirlich – de Händ ganz grü, er hatt e Hack geschliffen un die Hack war ne Nand bei seiner Molwut a net aus'n Wag gange. De Mienel hat derweile dan fein Harrn nei in der Stub geführt, mit der Scherz en Stuhl ogewischt un gefregt, wos den Harrn zu Diensten wär. Der Harr saht, ar wünschet ne Harrn Vogel in »einer durchaus wichtigen Angelegenheit zu sprechen«. Wurauf de Mienel noch emol dorchs ganze Haus bläket. Der Nand dacht, 's tät brenne, er kam gesaust, wie er war un machet nei. Er gab dan Harrn zum Willkomme de Hand. 's is ne a weder net aufgefalln, daß der Maa in der Unterhalting egal of seine weißen Händle gucket, när emol sog der Nand e Flackel dra und dacht bei sich: »Dar hot, mer scheint, sen Gartenzaunaa ogestrichen«. Un er wollte schie fregn: »Sie hobn wuhl Ihre Farb aa von Kramerdavid, do sei mer alle bäde bemogelt wurn!« Der fremde Maa ließ oder ne Nand gar net ze Wort komme. Zeerscht fing er aa von dan Fremdenstöbn, wie er oder weiter reden tat, kam der Nand derhiner: Neiziehe wollt dar net. Wos der Nand do olles ze hörn krieget, dos bracht ne von ener Angst in de anere. Noch en neu'n Gesetz sollt der Nand ne Doktor bezohln müssen, wenn emol äs von dan Stadtleiten de Budentrepp roosterzet, un wenn e klener Gung draußen ne Kopp ze weit in Wassertrug neihielt, do wär der Nand an sen Tud schuld. Der Nand höret schie, wie e ganze Familie Hals über Kopp die Treppen reigesterzt kam und sog sich schie mit sen grün Rachen draußen ofn Huf zamlasen, wos von dan Leiten übriggebliebn war. Der Nand dacht: »Aha, dos is e Baumester, dar will e neie Trepp baue«. Un er saht, er könnt net in sei Heisel neireißen, en Imbau hiel dos gar net mehr aus. Do fing oder der Maa aa von sen Geschäft zu reden, un 's dauret werklich a gar net lang, do war mei Nand in ener Haftpflichtversicherung eigetraten. 's kostet ne Nand e paar Mark, oder wie er dan Herrn zor Tür nausführn tat, do warsch ne schie esu lecht un er dacht, dar kennts engtlich geleich emol ausprubieren. De Mienel hat derweile ubn rümgefladert un noch emol die Fanster aufgerissen, dä die Stadtleit hobn manichsmal anere Asichten wagn der Luft, oder die Mannsen kame net rauf. Wie se nu sog, daß der Harr fort war, machet se of ihrn Nand nei. »Nu du altes Schoof, en setten fein Harrn läßte wieder giehe? 's nächste Mol warich mit de Leit reden!« Se beruhigt sich erscht, wie se höret, wos gewasen war. Daß de Sach Geld kosten tat, passet ihr net, se saht oder: 's nächste Mol kimmt dos mit an der Azeig na, daß de wagn der alten Trepp in dar Versichiring bist!« Noch ener Weil saht se oder doch: »Nand, du bist in dein Labn e manichsmol die Trepp naufgeflugen un 's hoot dir nischt gefahlt, die paar Mark hättst de derhalten könne!«

Noch e Paar Togn kam e anrer Maa mit en vierecking Köfferle. Der Nand dacht geleich, er könnt wieder Gald lus warn und ging gar net erscht nei. Ar machet sich erscht in Huf ze schaffen, dann machet er nei in se Gärtel. Do kam a dar Maa wieder zor Tür raus; mit de Oeberstöbn war, wies aussog, wieder nischt gewasen. Der Maa macht sich an Nand na. 's war werklich ein freindlichs Mannel. Er saht geleich zun Nand, öb er net emol ne guten Kognak prubiern wollt. Dogegn hatt der Nand nischt eizewenden. Un – hast de net gesah – hat der Maa sei Köfferle aufgemacht un e Gelasel eigeschenkt und gobs ne Nand hie. Der Nand tat dan freindling Maa dan Gefalln un trank dos Gelasel aus. So kame nu in der Red mitenaner, un do saht der freindliche Maa, daß der Spiritus esu aufschlogn tät, un dan kame se wieder of de Stadtleit ze reden, daß die für en setten Kognak ugelugn 2 Neigrosch gabn täten, derbei wur noch e Kognak getrunken un de Minel kam gerod ze spät, daß se net mehr verhinern konnt, daß der Nand für seine Sommergäst 6 Flaschen Kognak bestellt hatt. Dar freindliche Maa machet wieder fort, und de Minel prubieretgeleich, öb's Brutschrankschloß noch schließen tat, un ob der Schlissel abzeziehe ging, ihr warsch när, daß die Stadtleit, wenn se käme, noch ewos von dan Kognak ze sahe kriegetn.

Noch dan freindling Maa verginge wieder e paar Tog, uhne daß sich jemand gerührt hätt. De Miene fing schie aa griblich ze warn, un 's gob Stunden, wu se of dos tottende Stadtvulk schimpfen tat, dos net wüßt, wus an schensten wär. Der Nand tat die Stadtleit entschulding. Er saht: »War weß wies is dos Gahr, emende hobn se käne Pfeng!« Er fing nu aa, net mehr esu viel of seiner Toilett ze gabn. Er zog seine alten Filzsocken wieder aa, un de Scherz un 's Halstüchel wurn net alle Tog gewend.

Do, 's wor an en Dienstig, ging of emol die gruße Hitz lus. Der Nand konnt gewiß ewos vertroong, – ar kroch in Winter bal in Kachelufen nei, – oder dos war sugar ne Nand ze toll. Er rannt in Haus rimm, wie e Löb in sen Käfig un suchet e kühls Flackel. De Miene ging ne aus'n Wag; dar war aa net schie bei darer Hitz, oder de Weibsen sei in darer Sach ewos gewuhnt, die kriechn doch an jeden Virmittig, wenn se in der Küch traten, en Batzen Hitz wag. Der Nand rannt wuhl zun zahnten Mol de Budentrepp nauf. (De Miene war mordsfruh, daß er in dar Versichering war, dä daß dos mit ne Nand noch zu en schlachten End führn mißt, war ihr bei seiner Rümfatzerei sicher wies Amen in der Kerch.) Der Nand keuchet wie e Nilpfaar! Do fuhls ne zun erschten Mal ei, sichs ewing lechter ze machen. Mit en Rucks hat er de blaae Scherz ronner un an Kummetnal nagehängt. Dann perzet er de Trepp na. E' Schlenkrich – un de Aermelgackwar nei in der Fremdenstub gefeuert. Wie er ne Gang hinerging, flug aa noch 's Halstüchel of de Seit. Weter hatt ersch an dan Tog net gebracht. Wie er wieder emol an Brutschrank vierbeifatzet, sog er, daß de Mienel ne Schlissel hatt stacken lossen. Dos war ihr aa när in der Hitz gepassiert, dä seit der Kognak drinne in Schrank stand, hatt se ne Schlissel egal in der Tasch miet rümgetroong. Mei Nand benutzet natirlich die Gelaangheet. Ar nahm sich fix e Flasch raus un ne Schlissel stecket er aa in seiner Tasch. Hitz macht Dorscht. Ob oder ackerat Kognak 's richtige zon Löschen is, weß ich net. Der Nand schiens ze denken. Dar dacht: »Wenns när naß is!« Von Wasser war er su wie su kä Freind. Oder e gescheiter Kerl darf kä dummes Luder sei! Der Nand tat sich sei klä Schofsackel harsuchen und füllet aus dar grußen Flasch sen Kognak nei. Erscht machets ne noch mehr Hitz, oder wie er paarmal imgegossen hott, do schien sich de Hitz inne und außen ausgleichn ze wolln; zewingst fuhl's ne Nand net mehr esu auf. Ar verstecket erscht noch sei Flasch in Hackselkasten un dann leget er sich of sen Kanapee un fing aa ze schloofen, daß mersch nuner bis of der Weigeltwies' hörn tat. De Mienel hatt Besuch in der Küch, de Meinertchrist war komme, un nu taten sich die beeden Weibsen über de Hitz austauschen. Die Mienel hoot viermol Kaffee aufgegossen, e setten Dorscht hatten se alle beede un se schwitzeten esu, daß se sugar 's Koptüchel ronertaten. De Miene hatt e Zeppel un Butter ausn Brutschrank gehult un do war ihr abn dos Mallär mit ne Schlüssel passiert. Se merkets net ehrer, bis de Meinertchrist fortwar, wie se de Butter nausräume wolltun net in Brutschrank konnt. Zeerscht fuhl se natirlich of iehrn Nand, oder dar log in der Stub un schlief wie e saligs Engele, när weß ich net, öb die aa sette Ratzer rausbränge, wie se der Nand fertigbracht. De Miene wecket ne un freget su ganz samft und ruhig: »Du hast wuhl ne Brutschrankschlissel net gesah?« Dr Nand machet de Agn kaum auf. »Was gieht mich dei Brutschrankschlissel aa!« murkset er aus sen Sprachrohr raus, dann höret mer ne wieder schlofen. De Miene fing aa in Haus ze suchen, se hot überall rimgesucht, bluß in Stall war se noch net. Der Nand dacht, 's möcht emende besser sei, er ließ se net esu sehr an der Hackselkist naa un stand auf un fing aa mit a ze suchen. Wie de Miene market, daß er selber ne Stall durchferschtern tat, ging se naus ofn Huf. Der Nand machet sich fix sei Flaschel noch emol voll un dann machet er aa naus un fing aa, draußen rumzespektakeln. »Do hot mern Drack«, blöket er, »do ho ich nu dan teiern Kognak gekaft un unneräs muß sich sei Schofsackel mit Nordheiser voller machen! Schaff dan Schlissel wieder haar, oder 's gibt ein heiligs Kreizdunnerwatter!« 's war doch nu gegn Ohmd un de Hitz war net esu gruß mehr, do schwoll ne aa der Kamm wieder. De Miene suchet in ganzen Haus noch ihrn Schlissel, un der Nand machet sich fort in der Schenk, dä er saht, bei setten Zuständen gäbs doch derham nischt ze assen. Der Miene war die Schlisselsach noch net racht geheier. Kaum war der Nand naus, do fing se noch emol aa ze suchen. Se strich aa emol mit der Hand dorch de Hackselkist – do market se ewos Harts. Wie se zugriff hatt se nen Nand seine Kognakflasche derwischt. Se wär an liebstenin der Schenk geloffen un hätt dan alten betrugen Dingerich de Flasch üm Kopp rimgehaa; oder se dacht aa: »Wart mei Nand, dir war ich itzt emol zeign, war gescheiter is!« De Kognakflasche nahm se oder un stecket se nauf in su e gruß Fremdenbett. Dann hulet se sich noch ben Bäck e neis Brut und goß noch emol Kaffee auf, daß se aa ihr Ohmdassen hatt. Der Nand kam im e zwölfe esu ehäm, daß er bal de Haftflichtversichering gebraucht hätt. Sei Miene tat, als höret se'n gar net. Wie er oder esu scheiheilig freget, öb se ne Schlissel gefunden hätt, do mußt se tichtig eiratzen, daß se nischt soget. Der Nand fräet sich schie, wenn se früh seine Husen wür aussuchen, der Schlissel log drunten hinnern Dachgerinnel! 's war aa früh der Mienel ihr Erschts, daß se ne Nand sein Sonntigsanzug zun Rämachen miet nonernahm. 's dauret net lang, do höret er, wie se drunten mit ne Ausklopper draufrümhahet. Der Nand feixet in sen Bett esu huhnackig wie er när konnt un war fruh, daß er net in dan Husen drinestok, wos der Mienel ihr greßter Herzenswunsch aa gewaasen wär!

Wenn se gedacht hatten, an dan Tog würsch net esu häß warn, do hetten se sich geschnieten. Der Nand wollt mitn Traugott Heuwenden giehe, un er machet sich's esu lecht wies ging. Ar bracht sugar sei Pelzmitz von Kopf ronner un setzet die alte Zippelmitz auf, die noch von sen Voter do war. Nu wullt ar sich noch sei Flaschel füllen un machet naus in Stall an der Hackselkist naa! Wos war dä dos? Die Flasch war doch wag!! Er freget geleich ne Traugott: »Warscht du epper in der Häckselkist?« Der war oder net drine gewasen. Itze wursch ne Nand ewingeirisch. Er docht oder: »Du willst när sah, öb epper de Mienel drhinnergekomme is!« Der Mienel war oder nischt azemerken. Die bracht ne Kaffee rei un tat net dergleichn. Wie se bluß ne Nand in Haus rumstöbern sog, saht se: »Du suchst wuhl ewos?« Der Nand brummet für sich hie. De Mienel hatt se net, sei Flasch, dos wußt er. Ar anglet sich nu sen Schlissel wieder hinner ne Dachgerinnel vir un dacht bei sich: »Na, 's sei doch noch 5 Flaschen do, do hulst du dir heit e anre!« Er konnt oder üm Brutschrank rümschleichn wie wollt, – allemol wenn er dacht, er wär na, kam a schie de Mienel aus ener Tür raus un mei Nand hatt nischt. Er mußt miet leern Flaschel mit ofn Fald, un wie ne dos wurmet, dos ka mer sich doch denkn! Nochmittig üm dreie kam er wieder. Er wär bal ausenanner geloffen, esu warm warsch ne. Ehemkomme un de Aermelgack runnerziehe war äs. Do wur ne ewing lechter. Die Gack flug wieder nei in der Fremdenstub. De Miene log schie wieder of der Lauer, mitn Kognak war abn nischt. Der Nand wurde esu gratig, er wollt sichs oder aa net esu marken lossen. Un die Hitz! Sugar sei Tobakpfeif wur ne ze warm. Weil er oder doch net arben konnt, wenn er kä Pfeif in Maul hatt, do stoppet er se net wieder, goß oder unten in Stiefel ewing Wasser nei, daß när ewing rafeln tat, wenn er zug!

Un gerod an dan Nochmittig mußt 's Ugelick e paar Stadtleit bränge, die de Wohning asahe wollten! Der Nand konnt sich net esu schnell of der Seit brenge, do warn se aa schie bei ne an Haus dra. Der Nand hoot bal Blut geschwitzt. Ar tat sich immer drehe un wenden, die Leitwunreten sich über dos olbere Getue. Se dachten bei sich: »dos muß oder e narscher Karl sei!« Un de Frau saht ze ihrn Maa: »Der Kerl is mir unheimlich!« Se machetn nu nei ins Haus, wu abn de Mienel wieder alles dorcheenanner feiern tat, weil se immer noch dacht, der Nand hätt dan Schlissel irgendwuhi verräumt. Die Stadtleit kame ihr racht ugelagn! Esu pulisch hatts lange Zeit net ausgesah! Die Fraa tat aa schie de Nos' rümpfen. Dann führet de Miene de Leit de Trepp nauf. Natirlich tat se aa gruß dermiet, daß se wagn darer Trepp in der Versichering wärn. Der Maa fraget när, öb do schie racht viel runnergesterzt wärn?! Nu machet de Miene mit grußen Stulz ihre Stub auf. 's erschte, wos mer sog, war ne Nand sei Aermelgack, die mitten in der Stub log! De Miene saht ewos von de liederling Mannsen, un hub de Gack esu fix wie 's ging auf! Die Leit guckten sich när ewing üm. »Die Stube ist ja ganz nett«, saht die Fraa. »Wie sind denn die Betten?« freget nu dar Maa un decket bei en de Zudeck ewing wag. Do fuhln seine Agn uf die vermaledeite Kognakflasch – un dar Blick, dan die bedn Stadtleit mitenaner austauschten, saht der Miene genung! Oder eine Wut packet se, 's war ne Nand sei Gelück, daß er net miet in der Stub war!! Die Leit macheten wieder fort und sahten, se wollten sichs noch emol überlegn. Weil sie oder gar net wagn Preis gefregt hatten, wußt de Miene genung!

De Miene ging nuner in der Stub zu ihrn Nand un hatt de Kognakflasch in Arm! Der Nand war derschrocken, er wußt net wie. Ar tat sich oder fix zamrichten un hatt aa noch die Uverschamthät zu fregn: »Seit wann seifst dädu aa Kognak?« Do gabs en Plautz un die Flasch flug der Miene aus der Hand, dort an der Wand na, wu der Nand gar net lang erscht gestanden hatt! Dann fing die Miene aa ze gammern un gerod naus ze fleschen, vir Wut un Arger, daß der Nand när fix ne Brutschrankschlüssel reihulet, daß se sich beruhing sollt! De Miene gab oder noch net geleich Ruh. Se hoot sich orndlich ausgesprochen, un die Leit, die unten of der Stroß virbeiginge, hobn net garschtig gehorcht. Der Nand war gescheit, ar hoot net derhaufen gesaht. När, wenn emol später jemand fregn tat: »Nu, Nand, bei eich war doch salten a rachts Geteps?«, do saht er allemol: »Ja, ihr Kinner, die Hitzwell, die hotn Teifel!«


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