Ne Roscher-Schmied-Paul sei Osterhos'.
Der kläne Paul log hiner der Schmied in Grosgarten uner en alten Bernbaam, de Arm unern Kop, de Knie überenaner – un gucket nauf in blaae Himmel. 's war e Tog, wie er lang net gewasen war. Wenn de Blattle an de Baam ewing weter raus gewasen wärn, hätt' mer denken könne, 's wür bal Pfingsten, wus doch erst of Ustern giehe tat. Nabn dan Gungel log e grußer Bund Maikatzle; der Paul war abn in Wahnerbüschel gewasen un hatt' se gehult. E paar grüne Blattle, die er draußen an der Bach gefunden hatt, logn nabn dan Maikatzelstrauß, er wollt doch sen Kuhnikeln a ewos mietbrenge. De liebe Sonn schien sich orndlich über dos Gungel zu fräe, dä se schien esu hall un warm of seine nacketen Bä, daß'n net friern konnt. Dos Gungel machet oder e ganz arnsthaft Gesicht; mer merket ne richtig aa, daß'n ewos in Kop rimging. 's war oder a werklich net esu efach. Der Paster-Gottfried hatt damorgn in der Schul von Osterhos' derzehlt. Er war tutsicher, daß der Osterhos' jedes Gahr zu de Kiner käm un de schönsten blaae un grüne un gale Eier legn tät. Der Paul hat's net geleich geglaabt; er hatt'n noch netgesah, net emol de Eier. Nu iberleget er hie un har, worim in der Roscherschmied noch kä settiges Viech komme war. 's war emende esu, wie bei maning annern aa, der Osterhos' kam när ze de paar Grußen. Ganz zeletzt fuhl ne noch ewos ei, wos der Paster-Gottfried von de arting Kiner derbei gesaht hatt; – nu, do konnts stimme! Der Paul dacht an esu mannigs, wos er ausgefrassen hatt, un wu mer genau market, daß der Paul net dos war, wos de Leit »artig« nenne. Daß sei Hus egal zerissen war, dodra warn när die alten Storzeln an de Baam und die Spitzen an de Staketzäun schuld. Un überoll liegn e sette Matz Stä rim, daß mersch ken Gung verdenken ka, wenn er emol en anpackt un forthaat. Daß nu e manigsmol e Fanster in Wurf is, – war ka do derfir?! 's Schlachtste is oder dann allemol, wenn mer ohmd ehäm kimmt: de Mutter hoot gor sette harte Händ!! Aa dos is ugeracht vertelt of darer Walt. Der Paster-Gottfried ka lechter ohmd ehämgiehe, dan sei Mutter hoot Händ wie e Flaamkissen; – e richtige Gitt muß dos sei, emol von dar Flack ze kriegn! –
Sette Gedanken wirbleten ne klen Roscher-Gungel dorch sei Krausköppel, un immer blinzlet ar derbei nauf noch der Sonn, die's mit der Halligkät bal zu gut mänet.
»Alte Schlofmitz«, saht of emol jemand nabn dan Gungel, »liegst do un verschläfst de schönste Zeit! Is dos immer dei Mode?«
's Gungel gucket sich ganz verschaamt im. Oder 's war bal drschrocken, dä nabn ne stand e feines Freilein in en seiden' Kläd, wie net emol de Doktern äs hatt. När'sGesicht war esu narrsch. Ar iberleget hie un haar, wu er dos schie emol gesahe hobn könnt'. 's sog bal wie de Lindnerfrida, dann oder, ne Guschel wagn, wie de Leimertschneidermarie; das Weibsen hatt' oder aa en Schnauzbart, un desderwagn blieb der Paul mit seiner Ahnlichkätssucherei bei der Wehfraa Uhlig stiehe. Wie er oder dos Gesicht noch emol asog, wie er sich de Aagn gewischt hatt', sog er, daß 's e richtiges Hosengesicht war. Dodrim saht er aa esu schnell wie möglich, – er wollt e »artiger« Gung sei! –: »Guten Tog, Freilein Hos'!« Un geleich setzet er noch derzu: »Freilein Kuhnikel!« Dä er dacht: Äs werd schie richtig sei! »Sie kenne mich wuhl?« freget er, su freindlich wie er när konnt.
»Natirlich«, saht das Hosenfrailein, wu du doch salber en Kuhnikelstall hast!«
Der Paul war esu beglickt, daß er bal gar nischt drauf sogn konnt. »Dos is mer oder e gruße Neiigkät«, saht er, »doß die Hasle reden könne! Meine sei ze tottend derzu, zu mir hot noch kener nischt gesaht!«
»Du hast se emende a noch nischt gefregt«, saht dos Hosenfrailein wieder.
Un do mußt der Paul klä zugabn; dä wenn ne aa seine Hasle e maniche Stund vertreibn halfen, e Unterhalting hatt' er noch net mit ne agefange. Weil er oder nu doch wieder ewos sogn mußt, un weil er schie fruh war, doß sich a emol e Hos zu ne verlafen hatt, saht er zu dan Frailein: »Sie wolln wuhl Eier dohar legn?«
»Zu dir har?« saht dos Hosenweibsbild, »nä, do ho ich käne miet. In ganzen Dorf kriegt när der Paster-Gottfried,de Doktergretel un der Schulfritz weliche; du stiehst gar net miet of men Zettel! Jeder Lausbos ka aa kene kriegn!«
»Oder ich bin doch men Hasle esu gut; do, ich ho ne sugar die frische Brunnekreß mietgenomme!«
»Na, sah emol aa«, saht dos Hosenmadel wieder, »do hast de doch dei Fräd!«
Dodermit machet se sich fort; un wie se sich rimdrehet, sog der Paul, daß se in Trogkerbel of'n Buckel e ganze Matz griene, blaae un rute Eierle trug, – 's mußt doch der Osterhos' gewasen sei. Un er machet gerod ne Bargel nauf, wu ubn de Pfarr stand. »Na, do war'sch wieder emol nischt!« wollt der Paul gerod sogn. Do market er of emol, wie er en Gungs krieget, daß er bal ne ganzen Garten nogekollert wär.
»Do liegt dar Faulenzer un mir suchen ne beetweis'! Gieh in der Mühl, Brut huln!« esu wecketn of emol sei Mutter auf. Une gruß e Wort ze denken, nahm mei Paul dos kläne Wagel un trollet dermit fort. Ar war sich oder, weß Gott, net enig, öb er dos an Nochmittig net eper när getraamt hätt.
Ime sechse kam er mit sen Wagel vuller Brut wieder ehäm. Er machet sich oder geleich hiner in Garten un hulet sen Maikatzelstrauß un de Brunnegreß. Ne Strauß gob er seiner Mutter un mit dan Kräuterich machet er sich hiner in Kuhnikelstall. Unerwags traf er ne Beier-Fried, dar schie e zwanzig Gahr Gesell in der Schmied war. Dan derzehlet der Paul die ganze Hosengeschicht von dan Nochmittig; un aa, daß dos Hosenweibsen nauf noch der Pfarrgange war. Der Fried wußt weter nischt derzu ze sogn. Wie se oder nei in Stall gucketn, do zug of emol e haller Schein iber ne Fried sei Gesicht; ar hub dos Gungel auf, daß's aa richtig sahe konnt, un do logn in Nest drinne finf kläne Dingeln, – gunge Hasle, noch uhne Haar, ganz nacket; un de Alte soß dernabn un hatt' e Angst, daß niemand dan Dingeln ewos tue sollt.
Der Paul war gelicklich, der Osterhos' hätt'n kenne e ganz Schock Eier hielegn, er wär net esu fruh gewasen! Kaum wagzebränge von Stall war er. Der Beier-Fried nahm ne oder miet, un unerwags konnt ersch net unerdricken seine Gedanken ze sogn: »Ja, su is nu, – de Grußen kriegn de Eier un de Klen de gunge Hasle!«