Armansperg, Joseph Ludwig, Graf.

Ehemaliger Präsident der Regentschaft in Griechenland. Lebte später auf seiner Herrschaft Egg bei Deggendorf, an der bayr. öster. Grenze. Die jetzige Inhaberin dieses Besitzes ist seine, des edlen Vaters würdige Tochter, die hochgeachtete, von allen weiblichen Tugenden geschmückte Fürstin Cantacuzeno.

Ehemaliger Präsident der Regentschaft in Griechenland. Lebte später auf seiner Herrschaft Egg bei Deggendorf, an der bayr. öster. Grenze. Die jetzige Inhaberin dieses Besitzes ist seine, des edlen Vaters würdige Tochter, die hochgeachtete, von allen weiblichen Tugenden geschmückte Fürstin Cantacuzeno.

München, den 25. Oktober 1826.

Wohlgeborner VerehrtesterHerr Hofrath!

Euer Wohlgeboren sind bereits durch den Vorstand des Obersten Kirchen- und Schulrathes auf vertraulichem Wege in Kenntniß gesetzt worden, daß Se. Majestät der König mein allergnädigster Herr in dem hohen Bestreben, den Glanz der unter Allerhöchst Ihren Auspizien dahier neu aufblühenden Hochschule zu erhöhen, Ihren großen Talenten und anerkannten Verdiensten eine vorzügliche Aufmerksamkeit widmen, und den Wunsch, Sie für Ihre Ludwig Maximilians Universität zu gewinnen, auszudrücken geruht haben.

Allerhöchstdieselben sind ein zu großer Verehrer IhrerVerdienste, und wünschen zu lebhaft, der deutschen Litteratur, deren Zierde Sie sind, Ihre fernere freie Wirksamkeit zu erhalten, als daß es in Allerhöchst Ihren Absichten liegen könnte, Euer Wohlgeboren bei diesem Rufe dem Zwange eines bestimmten Lehrfaches zu unterwerfen.

Euer Wohlgeboren werden daher den ausgedrückten allerhöchsten Absichten gemäß, bei uns nicht nur durchaus freie Lehrvorträge halten, sondern auch jene ergiebige Geschäftsruhe finden, ohne welche die glücklichen Empfängniße genialer Geister nicht zur Reife und Vollkommenheit gebracht werden können.

Wenn ich hiebei Euer Wohlgeboren Vorlesungen über schöne Litteratur überhaupt, über Geschichte der Poesie, insbesondere über Shakespeare, Dante, Calderon als Aufgabe Ihres hierortigen Wirkens andeute, so geschieht dieses nur beyspielweise, und ohne Beschränkung auf irgend einen Stoff im weiten Gebiete der Kunst und Poesie, in dem Sie, wie in Ihrem Eigenthum, zu walten pflegen.

Die Bedingungen, unter welchen Euer Wohlgeboren in die Dienste Sr. Majestät treten werden, sind ein Gehalt von 2500–2800 f., nebst einigen Getraidbezügen, welche in Geld reluirt werden, eine angemessene Aversal-Summe für Herbeibringung Ihrer zahlreichen Büchersammlung und alle Vortheile, welche die konstitutionelle Dienstespragmatik den bayerischen Staatsdienern gewährt.

Se. Majestät haben bedauert, daß besondere Verhältniße und Erwägungen nicht erlauben, den Werth Ihres Anerbietens durch die Zugabe einer Freiwohnung zu erhöhen.

Indessen glaube ich, daß manche Begünstigungen und Vortheile, welche der Aufenthalt in südlichen Hauptstädten, in Absicht auf Wohlfeilheit und bequemeren Lebensgenuß darbietet, die Entbehrung dieses Vortheiles weniger fühlbar machen werden.

Da ich annehmen darf, daß die Vorträge Euerer Wohlgeboren zu den besuchtesten auf der Hochschule gehören, da Se. Majestät ernstlich bemüht sind, die in vieler Hinsicht verderbliche Honorarienfreiheit in engere Gränzen zurückzuweisen, so eröffnet sich auch hierin, wenn auch nicht gleich im Anfange, doch gewiß in besserer Zukunft eine nicht unergiebige Quelle erhöhten Einkommens.

Auch darf ich Ihnen dem kunsterfahrenen Manne nicht erst umständlich aufzählen, welche reiche Zuflüsse Ihre Studien aus jenen Quellen sich versprechen dürfen, die sich in trefflichen Kunst und Gemäldesammlungen, in einer überreichen Bibliothek, in dem Verkehr mit ausgezeichneten Gelehrten und Künstlern und selbst in der größeren Nähe des italienischen Himmels dem Kunstsinne öffnen.

Wenn alle diese Erwägungen Euer Wolgeboren bestimmen können, dem Rufe Sr. Majestät des Königs, den ich hiemit in amtlicher Eröffnung zu Ihrer Kenntniß bringe, mit entsprechender Erwiederung zu begegnen, so muß ich den Wunsch ausdrücken, Dieselben wollen mir Ihren Entschluß baldgefälligst mittheilen, und übrigens die Versicherung meiner eben so ausgezeichneten als aufrichtigen Hochachtung als einen Tribut der Verehrung ansehen, welche ich Ihren großen Verdiensten um Litteratur und Kunst gewiedmet habe.

Euer Wohlgeborenganz ergebensterGr. Armansperg,k. b. Staatsminister.

Euer Wohlgeboren

ganz ergebensterGr. Armansperg,k. b. Staatsminister.


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