Haering, Wilhelm.

(pseud. Wilibald Alexis.)

Geboren 1798 zu Breslau, lebte dann in Berlin, und wohnt gegenwärtig, kränkelnd und zurückgezogen zu Arnstadt im Thüring’schen. — Nachdem er die gesammte Lesewelt durch eine Nachahmung Walter Scott’scher Romantik siegreich mystificirt und dadurch sogar des großen Vorbildes herzliches Wohlwollen gewonnen hatte: (Walladmor, 3 Bd. 1823.) — suchte er noch längere Zeit theils in einer ähnlichen Nachahmung: Schloß Avalon, 3 Bd. (1827.) — theils in verschiedenen Dramen, düsterer wie heiterer Färbung; theils in vielen kleineren Erzählungen, unter denen sich einige schon leuchtend hervorheben, den festen Standpunkt, den er zuerst mit: Cabanis, 6 Bd. (1833) — gewann, und nachher mit: Roland von Berlin, 3 Bd. (1840) — Der falsche Waldemar — Die Hosen des Herrn von Bredow — Hans Jürgen und Hans Jochen — Der Wärwolf — Ruhe ist die erste Bürgerpflicht — u. s. w. u. s. w. mächtig behauptete. Er ist der wahre, wirkliche, vaterländische Autor; der Walter Scott Brandenburgs; der gediegene Erzähler, dessen poetische Erfindungskraft aus dem festen Boden der Historie emporsteigt, ohne dieser jemals Gewalt zu thun.Tieck hat ihn vollständig anerkannt, und von all’ seinen Schülern und Anhängern ist Wilibald Alexis der getreu’sten Einer gewesen und geblieben.

Geboren 1798 zu Breslau, lebte dann in Berlin, und wohnt gegenwärtig, kränkelnd und zurückgezogen zu Arnstadt im Thüring’schen. — Nachdem er die gesammte Lesewelt durch eine Nachahmung Walter Scott’scher Romantik siegreich mystificirt und dadurch sogar des großen Vorbildes herzliches Wohlwollen gewonnen hatte: (Walladmor, 3 Bd. 1823.) — suchte er noch längere Zeit theils in einer ähnlichen Nachahmung: Schloß Avalon, 3 Bd. (1827.) — theils in verschiedenen Dramen, düsterer wie heiterer Färbung; theils in vielen kleineren Erzählungen, unter denen sich einige schon leuchtend hervorheben, den festen Standpunkt, den er zuerst mit: Cabanis, 6 Bd. (1833) — gewann, und nachher mit: Roland von Berlin, 3 Bd. (1840) — Der falsche Waldemar — Die Hosen des Herrn von Bredow — Hans Jürgen und Hans Jochen — Der Wärwolf — Ruhe ist die erste Bürgerpflicht — u. s. w. u. s. w. mächtig behauptete. Er ist der wahre, wirkliche, vaterländische Autor; der Walter Scott Brandenburgs; der gediegene Erzähler, dessen poetische Erfindungskraft aus dem festen Boden der Historie emporsteigt, ohne dieser jemals Gewalt zu thun.

Tieck hat ihn vollständig anerkannt, und von all’ seinen Schülern und Anhängern ist Wilibald Alexis der getreu’sten Einer gewesen und geblieben.

Berlin, d. 20ten Novbr. 1821.

Verehrter Herr!

Ihrem gütigen Versprechen zufolge gebe ich mir die Ehre, Ihnen beifolgend die eben durchgesehene Reinschrift meines Astolf zu übersenden, und wage es, Sie zu bitten, wenn Ihre Zeit es erlaubt, mir das versprochene Urtheil über die ganze Tragödie zukommen zu lassen. Je öfter ich meinen Astolf durchgesehn habe, um so gewisser wird es mir, daß er bis vielleicht auf einige kernigere Scenen des 4. Aktes Ihren Beifall nicht erhalten darf. Darum aber hab ich noch nicht den Muth und die Hoffnung verloren, dereinst Ihren Beifall anderweitig erlangen zu können, denn ich fühle jetzt wieder mehr Kraft und Vertrauen als seit geraumer Zeit. Meine juristischen Arbeiten erlauben mir jetzt keine Zeit zu eignen Schöpfungen zu verwenden, obgleich manche Bilder unwillkührlich zu Gebilden sich in mir formen, aber desto öfter denke ich in fortwährendem Selbstkampfe Ihren gewichtigen Lehren nach. Ich hoffe aber, daß ein Zeitpunkt, wo es mir erlaubt ist, meine Phantasien und Gedanken mit diesen Ihren Lehren zu verbinden und nach ihnen zu ordnen, nicht allzufern sein werde.

Leider hat der neue Herausgeber des Fouqué’schen Taschenbuches nur einige unbedeutendere Gedichte von mir aufgenommen, und ich kann somit nicht mich auf diese berufen. Dagegen ersuche ich Ew. Wohlgeboren mit der gehofften Beurtheilung meiner Tragödie mir auch ein Wort über meine beiden Romanzen zukommen zu lassen.

Noch verzeihen Sie, verehrtester Herr, wenn ich Sie ersuche, beifolgenden Brief an Herrn Hofr. Winckler, und den andern an Hrn. Julius zu überschicken. Mit ersterem bitte ich die beiden Spanischen Romanzen, mit letzterem den Astolf, wennSie ihn durchblättert haben, verabfolgen zu lassen. Beide Herren haben gütigst mir versprochen, meine Tragödie der Dresdener Theater-Direktion zu übergeben.

Mit der innigsten Hochachtung

Ew. WohlgeborenergebensterW. Haering. (Kochstraße 20.)

Ew. Wohlgeboren

ergebenster

W. Haering. (Kochstraße 20.)

Berlin, den 11ten Mai 1835.

Hochverehrtester Herr und Freund!

Ueberbringer dieses wünscht einige Zeilen als Beglaubigung zu seinem Eintritt in Ihrem Hause. Es ist HerrDr.Fallati aus Stuttgart, Schwager des Justizministers v. Schwab, des Bruders des Dichters, selbst Dichter, wie Sie aus dem Morgenblatte wissen werden, und ein Mann, der, wenn Sie ihn einige Augenblicke gesehen, wohl nicht erst der Empfehlung bedarf.

Ich schließe diese Empfehlung mit diesen wenigen Zeilen, da ich, nach mehrfacher Erfahrung, nicht mehr sicher bin, ob sie zu Ihnen gelangen. Einige Briefe, Freunden, welche Ihre Bekanntschaft zu machen wünschten, mitgegeben, wurden von diesen für nichts angesehen, als was diese Zeilen sein sollen, und gelangten nicht an Sie; was mir sehr leid thut, da sie, nur beiläufig zu jenem Zwecke bestimmt, das Band der Dankbarkeit und Verehrung, was mich an Sie bindet, gelegentlich auffrischen sollten. Alles Das aber zu wiederholen, was ich während mehrerer Jahre dachte und in diesen Briefen niederlegte, dazu gehört eine besondere Stimmung; am wenigsten aber ist der Augenblick dazu geeignet, wo ein Abreisender mich eiligst um ein Paar Höflichkeitszeilen bittet.

Leider verschließt mein Gefühl (?) mir noch immer die Aussicht, Sie in Dresden zu sehen. Und von Ihrem Herkommenscheint die Rede auch verklungen zu sein. Möchte der kommende Ein und Dreißigste Sie recht wohl, heiter und gestimmt finden, an Ihren großen Werken, die einer Vollendung harren, fortzuarbeiten! — Daß Raumer von London aus dringend seiner Familie aufträgt, Sie von ihm wissen zu lassen, wird Ihnen wohl schon gemeldet sein. Bei allem Wohlbefinden, aller Ehre, die er genießt, drückt ihn die Größe der Stadt, des Weltverkehrs, und er sehnt sich nach seinen Familienkreisen zurück. Der Sommer und das Land wird ihn vielleicht anders stimmen.

Mit innigster Verehrung

IhrW. Haering.

Ihr

W. Haering.


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