Hirzel, S.

Nachstehendes Briefchen eines hochgeachteten Verlagsbuchhändlers soll nur als Einleitung dienen, für das in Abschrift beigelegte räthselhafte Schreiben des DichtersKlingeran die Reich’sche Buchhandlung, vom Jahre 1777.Kein Mensch bezweifelt, und Tieck hat es als abgemacht angenommen, daßLenzAutor des Drama’s „die Soldaten“ gewesen sey!Was mochte Klinger’n bewegen, solch’ unbegreiflichen Schritt zu thun, der unter honetten Leuten (zu denen er doch gewiß zählt) in der Literatur-Geschichte unerhört ist?

Nachstehendes Briefchen eines hochgeachteten Verlagsbuchhändlers soll nur als Einleitung dienen, für das in Abschrift beigelegte räthselhafte Schreiben des DichtersKlingeran die Reich’sche Buchhandlung, vom Jahre 1777.

Kein Mensch bezweifelt, und Tieck hat es als abgemacht angenommen, daßLenzAutor des Drama’s „die Soldaten“ gewesen sey!

Was mochte Klinger’n bewegen, solch’ unbegreiflichen Schritt zu thun, der unter honetten Leuten (zu denen er doch gewiß zählt) in der Literatur-Geschichte unerhört ist?

Leipzig, 30. Sept. 1837.

Hochverehrter Herr!

Indem ich Ihnen anbei eine getreue Abschrift des besprochenen Briefes übersende, soll ich die Gelegenheit benutzen, Sie aufs dringendste um Einsendung der Vorrede zu Novalis zu ersuchen. Mein Schwiegervater hatte zuversichtlich erwartet, ich würde dieselbe mitbringen.

Lassen Sie mich Ihnen nochmals ehrerbietig danken für die freundliche Aufnahme, die ich in Ihrem Hause gefunden, und genehmigen Sie die Versicherung aufrichtiger Verehrung von

IhremergebenstenS. Hirzel.

Ihrem

ergebensten

S. Hirzel.

Dresden, den 6. März 77.

HochedelgebohrnerHochgeehrter Herr!

Ich bin gegenwärtig genöthigt, Ew. Hoch Edl. zu melden, daßnichtLenz, sondernIchVerfasser der Soldaten bin. Gewisse Verhältnisse forderten damals das Verschweigen meines Namens, die jetzt wegfallen. Ich bitte Sie, diese Nachricht sobald als möglich bekannt zu machen und weiter nichts zu sagen, als man wisse mit Zuverlässigkeit, daß man Hrn. Lenz fälschlich für den Verfasser gehalten habe und daß ich es sei. Könnten Sie’s in Meßcataloge setzen lassen unter meinem Namen wär noch besser; Ich hoffe dies von Ihrer Güte.

Noch wollt ich anfragen und Sie bitten, ob Sie nicht eine neue Comoedie (die Seiler in Leipzig geben wird) von mir auf die Messe noch verlegen wollten. Sollte dies geschehen können, so haben Sie die Gewogenheit, mir Dero Entschließung wissen zu lassen. Im Fall nicht, so habe ich die Ehre mit Ihnen im Verlauf von 14 Tagen mündlich hierüber zu sprechen. Vor einigen Wochen war Kaufmann hier bei mir, der wie Sie wissen, wieder nach Rußland reist.

Ew. Hoch Edl.Ergebenster DienerF. M. Klinger.

Ew. Hoch Edl.

Ergebenster Diener

F. M. Klinger.


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